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Friedrich Christian Delius:
Der Verteilungskampf um Prominenz oder die Dialektik von Pop und Anti-Pop

 
       
     
       
     
       
   

Friedrich Christian Delius in seiner eigenen Schreibe

 
   
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Friedrich Christian Delius im Gespräch

 
     
       
   

Der Königsmacher (2001)
Berlin: Rowohlt

 
   
 
 

Klappentext

"Albert Rusch, ein Schriftsteller mit wenig Erfolg, will endlich einen Bestseller schreiben und stößt auf der Suche nach einem passenden Stoff auf eine alte Familiengeschichte: Seine Urururgroßmutter war das uneheliche Kind einer Berliner Tänzerin und des Prinzen von Oranien, der später als Willem I. den holländischen Thron bestieg. Die heimliche Königstochter wuchs in einer mecklenburgischen Adelsfamilie auf, wurde zur Hochzeit mit dem falschen Mann gezwungen, erhielt ein Vermögen und starb nach einer freudlosen Ehe mit 23 Jahren, ohne je erfahren zu haben, wer ihre Eltern waren.
Adel und Boheme, Macht, Liebe, Geld, Intrigen, Leidenschaft, Tod - ideale Voraussetzungen für einen auflagenträchtigen Frauenroman. Doch wie lässt sich eine romantisch-traurige Geschichte aus dem 19. Jahrhundert heute erzählen? Als konventionelle historische Schmonzette, wie es ihm sein Verlag nahe legt, oder als anspruchsvolle Literatur, wie es ihm selbst vorschwebt? Ist ein Roman überhaupt Erfolg versprechend, oder sollte es ein Drehbuch sein?
Für diese Fragen findet Rusch keine Lösung, stattdessen identifiziert er sich im Zuge der Recherchen mehr und mehr mit seiner Rolle als Nachfahre der Preußenkönige. Damit ist er überraschend erfolgreich: Als Leitfigur eines neu entdeckten Preußen-Mythos avanciert er zum Medienstar und Erfinder des «Preußen-Jahres». Auf der Höhe seines Ruhms scheinen die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Realität und Fiktion zu verschwimmen: Albert verliert sich in einer wahnhaften Liebe zur Königin Luise."

Pressestimmen zu "Der Königsmacher"

"Konversionsgeschichte, die Delius zur Abwechslung einmal nicht an einem 68er, sondern an einem 78er durchdekliniert."
(Lothar Müller in der Süddeutschen Zeitung v. 20.10.2001)

"Rusch (...) erlebt (...) seine Erleuchtung: Als ihn ein Buchhängler in einer fernen Universitätsstadt noch einmal zu einer Lesung aus seinem Mißerfolgsbuch lädt, vor elf Leuten, während zu gleicher Zeit der junge Kultschreiber »von F.« im Audimax gefeiert wird, - »ohne sein Von gäbe es den gar nicht!« - fühlt auch der Gedemütigte sein blaues Blut wallen und begreift: der Roman spielt keine Rolle, die Selbstvermarktung als Urenkel der Preußenkönige zieht besser. Das funktioniert nun teuflisch gut, Albert Rusch wird der Liebling der Fernsehredakteure, er erfindet den Preußen-Pop"
(Holger Noltze in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung v. 03.11.2001)

 
 
 
       
     
   
  • Rezensionen:

    • HOYER, Lutz (2001): Monarchen-Marketing.
      Friedrich Christian Delius nimmt die Macher unserer Medienwelt aufs Korn,
      in:
      Berliner Illustrierte Zeitung. Beilage zur Berliner Morgenpost v. 30.09.
    • KRUMBHOLZ, Martin (2001): Sinnlichkeit im Preußenkleid.
      Friedrich Christian Delius schwankt zwischen Schmonzette und Satire,
      in: Die ZEIT Nr.41 v. 04.10.
    • KRAUSE, Tilman (2001): Bastel dir einen Bestseller!
      F. C. Delius hat einen historischen Anti-Roman geschrieben,
      in: Welt v. 06.10.
    • SCHULZE-REIMPELL, Werner (2001): Prinz Rusch der Erste.
      Camouflage. Der messerscharfe Zeitdiagnostiker F. C. Delius schrieb einen historischen Roman,
      in: Rheinischer Merkur Nr.44 v. 12.10.
    • MÜLLER, Lothar (2001): Bastarde.
      Friedrich Christian Delius kontert Pop mit Preußen,
      in:
      Süddeutsche Zeitung v. 20.10.
    • NOLTZE, Holger (2001): Der dritte Versuch über Minna.
      F. C. Delius bricht eine Lanze für die preußische Popliteratur,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 03.11.
    • Neu:
      LACKMANN, Thomas (2001): Ein Medienprinz im Preußenjahr.
      Friedrich Christian Delius karikiert in seinem Roman "Der Königsmacher" den Literaturbetrieb
      in: Tagesspiegel v. 09.12.
 
   

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Bernd Kittlaus
Bernds@single-dasein.de Erstellt: 05. November 2001
Stand: 08. Juli 2002
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