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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
       
   
News 01.-08. Februar 2018
News 19.-31. Januar 2018
News 06.-18. Januar 2018
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News 01.-06. Oktober 2017

News 1-8/2017
News 2000-2016

 
 
   
Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom Februar 2018: [09.02.] [10.02.] [11.02.] [12.02.] [13.02.] [14.02.] [15.02.] [16.02.] [17.02.] [19.02.] [20.02.]

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Der Rückgang der Umverteilungseffekte von Renten und Sozialleistungen hat zwischen 2006 und 2016 zu einem Anstieg der Armutsgefährdungsquote unter "Alleinstehenden" beigetragen 

"Die Armutsgefährdungsquote Alleinstehender stieg seit 2006 um 11,4 Prozentpunkte von 21,5 Prozent auf 32,9 Prozent. Über diesen Anstieg wurde am 12.-14. Februar 2018 in diversen Medien (Online und Print) berichtet. Die Differenz zwischen den Armutsgefährdungsquoten vor und nach Sozialleistungen einschließlich Renten (...) - die positive Verteilungswirkung der Sozialleistungen und Renten - sank von 42,0 Prozentpunkte in 2006 auf 30,7 Prozentpunkte in 2016. Diese EUROSTAT-Ergebnisse sollten nicht unbeachtet bleiben."
(aus: Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) "Armutsgefährdungsquote Alleinstehender 2006 bis 2016 - vor und nach Sozialleistungen (EUROSTAT)" v. 15.02.2018)

 
       
       
   

20.02.2018

 
       
   

Die Broschüre Aktionärszahlen 2017 des Deutschen Aktieninstituts in den Medien

SEIBEL, Carsten (2018): Selbst die Vorsichtigen trauen sich jetzt an die Börse.
Erstmals seit der Finanzkrise gibt es mehr als zehn Millionen Aktionäre. Sie haben seit dem Platzen der New Economy-Blase dazugelernt,
in: Welt
v. 20.02.

"Der typische deutsche Aktionär lebt in den westlichen Bundesländern, ist über 50 Jahre alt, hat ein überdurchschnittliches Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 4.000 Euro und ein hohes Bildungsniveau",

behauptet Carsten SEIBEL. In Wirklichkeit ist das keineswegs der typische deutsche Aktionär, denn die einzelnen Dimensionen Alter, Gebiet, Einkommen und Bildung stehen jede für sich. Über den Zusammenhang der Dimensionen sagt die Studie lediglich aus:

"Die soziodemographischen Merkmale sind nicht unabhängig voneinander, sondern überlappen sich zum Teil." (2018, S.7)

Daraus kann keinesfalls geschlossen werden, dass reiche Rentner die typischen Aktionäre sind.

Dem neoliberalen DAI geht es darum Geringverdiener zum Aktiensparen zu verleiten, obwohl diese davon kaum profitieren können. Deshalb fordert das DAI staatliche Subventionen, von denen in erster Linie die Finanzdienstleister und die Gutverdiener profitieren würden.

LEISINGER, Christof (2018): Ein starker Kursrückschlag kommt selten allein.
Wie die Erfahrung zeigt, kann Übermut zum Crash führen - übersehen die Anleger einmal mehr die Zeichen der Zeit?
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 17.02.

Im Gegensatz zu den deutschen Aktieneuphorikern, warnt die NZZ davor, dass es sich bei dem Kurseinbruch vor kurzem nur um eine Art von kleinem Vorbeben gehandelt haben könnte. Von daher könnte sich das Trauma der deutschen Aktiensparer, immer wieder zum falschen Zeitpunkt eingestiegen zu sein, erneut wieder holen - allen Aktieneuphorikern, die den Höchststand an deutschen Aktienbesitzern jetzt bejubeln. 

 
       
   

ZSCHÄPITZ, Holger (2018): Rente mit 70? Das wird nicht reichen.
Neue Studie offenbart, dass die Lücke trotz längerer Arbeitszeit immer noch besteht,
in: Welt
v. 20.02.

Holger ZSCHÄPITZ verbreitet willig die PR der Fondsgesellschaft Fidelity, die bei Martin WERDING eine Werbebroschüre für mehr Fondssparen in Auftrag gegeben hat. Der Artikel zielt auf die Gutverdiener, weshalb das Fallbeispiel einer Versicherungskauffrau nur erwähnt, aber nicht näher ausgeführt wird. Im Mittelpunkt steht ein Ingenieur und ein Geschäftsführer, von deren "Rentenlücke" die Fondsgesellschaft besonders profitieren kann.

Die Rentenlücke ist ein Konstrukt der Finanzdienstleister, die sich aus zwei Quellen speist: zum einen Annahmen zur weiteren Entwicklung der gesetzlichen Rente und zum anderen Annahmen zur Höhe des Alterseinkommen. Das wird mit dem dehnbaren Begriff der "Lebensstandardsicherung" bezeichnet, ein Steilpass, den die rot-grüne Bundesregierung im Jahr 2001 mit der Teilprivatisierung der Lebensstandardsicherung ermöglicht hat. Seitdem verbreiten die Helfer der Finanzdienstleister Horrorszenarien zur Rentenlücke, wobei ihnen die Gewerkschaften und Sozialverbände mit der Debatte um Altersarmut auch noch Hilfestellung leisten.

Berechnet wird die Rentenlücke für einen 1975 Geborenen, der heute 43 Jahre alt ist.

"Als lebensstandardsichernd setzen die Autoren 85 Prozent des letzten, in der Erwerbsphase erzielten Nettoeinkommens".

Das soll angeblich ein Optimum an Lebenszufriedenheit versprechen. Angesichts der Gesellschaft der Singularitäten, die gegenwärtig gerne beschworen wird, erscheint eine solche allgemeingültige Annahme eher absurd. Ein Vergleich mit einer PR des gleichen Autors für dieselbe Fondsgesellschaft aus dem Jahr 2013 zeigt eine gewisse Willkür der Annahmen:

"Nach einer aktuellen Untersuchung der Ruhr-Universität Bochum droht den Deutschen im Rentenalter eine markant größere Vorsorgelücke. Danach fehlen einem Standardrentner im Alter monatlich rund 650 Euro, um den eigenen Lebensstandard zu sichern. Das sind 350 Euro mehr als bisher angenommen. Bisher galt es in der Politik aber auch in der Versicherungsbranche als ausgemacht, dass zur Alterssicherung rund 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens ausreichen. In der Praxis sei der Bedarf aber deutlich größer, erklärt Martin Werding, Professor für Sozialpolitik an der Ruhr-Universität und Autor der Studie. Im Schnitt müssen Bürger bei Eintritt ins Rentenalter rund 87 Prozent vom letzten Netto erzielen."

Obwohl sich die Lage der Rentenversicherung seit dem Jahr 2013 verbessert hat, wächst die Rentenlücke von PR zu PR weiter!

"Bei der privaten Vorsorge unterstellen die Autoren eine jährliche Anlagerendite von real drei Prozent, also einer Verzinsung des Sparkapitals nach Abzug der Inflation."

Sollte diese Rendite nicht erreicht werden, dann geht das zu Lasten des Sparers, der dann eben noch mehr sparen muss.

Als weitere Annahme, die den Finanzdienstleistern geradezu in die Arme spielt, wird angenommen, dass für die 1975 Geborenen das gesetzliche Renteneintrittsalter weiter angehoben wird, wobei jedoch die Annahmen verschwiegen werden.

Fazit: "rein mathematisch" mögen die Ergebnisse nicht zu beanstanden sein, dagegen sind die Annahmen, die entscheidend die Höhe der Rentenlücke definieren, keineswegs frei von Interessen. Martin WERDING ist als Epigone von Hans-Werner SINN kein Freund des derzeitigen Rentensystems, von daher kommt die gesetzliche Rente schlecht weg, wodurch zwangsweise die Kapitaldeckung profitiert. Das steht im Einklang mit dem derzeit herrschenden Neoliberalismus. Da die Zukunft keine lineare Fortschreibung der Vergangenheit bzw. Gegenwart ist, könnten die Berechnungen bis zum Renteneintritt der 1975 Geborenen schnell Makulatur werden. Einzig die Finanzdienstleister profitieren von der PR, alles andere ist unsicher.     

 
       
   

19.02.2018

 
       
   

BARTSCH, Michael (2018): "Ein Plan für den Osten".
Linkspartei-Spitzen präsentieren in Erfurt einen Aktionsplan für Ostdeutschland. Ihre Analyse ist gut. Doch in einem Kernbereich bleibt die Partei weiter Antworten schuldig,
in:
TAZ v. 17.02.

Michael BARTSCH berichtet über den Aktionsplan Ost der Linksparteifraktionen von Bund und Ländern. Er spricht von einer "elfseitigen Agenda".  Eine Version vom 15. Dezember 2017 findet sich hier. Die Version vom 17. Februar 2018 findet sich auf oxiblog.de.

"Entwickelt sich die Linke (...) zu einer elitären Intellektuellenpartei der Großstädte, während sie auf dem Land in die Diaspora gedrängt wird? Die Hochburg Leipzig mit dem Landtags-Direktmandat für Juliane Nagel scheint diese These zu rechtfertigen",

wirft BARTSCH ein, da ihm das "wachsende Stadt-Land-Gefälle" im Aktionsplan nicht ausreichend berücksichtigt erscheint. Dies ist jedoch eher kurzsichtig gedacht, denn auch das Gefälle innerhalb ostdeutscher Großstädte nimmt zu. Die Reportage von Birk MEINHARDT aus der Plattenbausiedlung Dresden-Pohlis zeigt, dass die Linkspartei auch die problembeladenen Randlagen der Großstädte längst aufgegeben hat.

 
       
   

17.02.2018

 
       
   

ZIMMERMANN, Felix (2018): "Der war weg".
Ein Mann wird ermordet, zersägt und in eine Kühltruhe gelegt. Lange fällt sein Fehlen nur einem Nachbarn auf, dem keiner zuhören will. Erst zehn Jahre später werden die Leichteile gefunden. Vor Gericht wird nun auch die Frage verhandelt: Wie kann ein Mann einfach so verschwinden?
in:
TAZ v. 17.02.

 
       
   

MAIER, Anja (2018): Guter Hoffnung.
Jens Spahn gibt sich als CDU-Rebell mit Hang zu Rechtsauslegern. Er könnte Minister werden. Dann wäre er Merkels Mann - und ihr Mentekel,
in:
TAZ v. 17.02.

 
       
   

KROHN, Philipp (2018): Unternehmen fahren Betriebsrentenlast zurück.
Über die Jahre haben die Arbeitgeber die Zusagen an die Zinslage angepasst. Für Beschäftigte werden sie immer wichtiger. Ein wichtiges Ziel aber verfehlen die Betriebsrenten,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.02.

In der neoliberalen Märchenerzählung sollten die Kürzungen bei der gesetzlichen Rente durch die Kapitaldeckung ausgeglichen werden. Bei KROHN sind das wahlweise entweder zwischen "10 und 15 Prozent für beide Säulen" oder ein Drittel der Rentenansprüche, wie der Kommentar Vom Zins vernichtet erklärt. Das aber kann die Kapitaldeckung nicht annähernd leisten. KROHN stellt Berechnungen der Unternehmensberatung Willis Towers Watson vor, deren Geschäftsfeld die betriebliche Altersvorsorge ist, weshalb der Artikel nicht die Probleme der Arbeitnehmerschaft thematisiert, sondern die Interessen der Arbeitgeber im Blick hat. Diese wollen die Lasten auf die Arbeitnehmer abwälzen, was durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz weiter erleichtert wurde. Die Renditelücke, also die Kluft zwischen Rentenniveausenkung und realer Rendite von Altersvorsorgeprodukte soll im vollem Umfang durch erhöhte Beiträge der Arbeitnehmer geschlossen werden, so jedenfalls der Wunsch der Arbeitgeber. Was bei KROHN natürlich nur verklausuliert geschrieben steht:

"»Die Lücke können aber nicht die Arbeitgeber finanzieren. Deshalb bemühen sie sich um eine höhere Arbeitnehmerbeteiligung.«
Tatsächlich fragten viele Unternehmen bei der Beratungsgesellschaft an, wie sie ihre Beteiligungsquoten an der freiwilligen arbeitnehmerfinanzierten Entgeltumwandlung erhöhen könnten",

zitiert KROHN einen Unternehmensberater. Die Entgeltumwandlung geht jedoch sowohl zu Lasten derjenigen Arbeitnehmer, die eine Betriebsrente erhalten, als auch zu Lasten aller gesetzlichen Rentner. Was natürlich unerwähnt bleibt. Das Beratungsunternehmen und mit ihm die Finanzdienstleisterbranche hofft auf das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz, dass einen Schub für die Kapitaldeckung bringen soll, schließlich hat die Regierung diese Art der Altersvorsorge noch stärker subventioniert als vorher.    

 
       
   

HUBER, Julia (2018): Viechtach forever.
Rückständig und provinziell, so lautet das Klischee vom Bayerischen Wald. In einer Kleinstadt arbeiten ein paar junge Leute am Gegenteil, gründen Unternehmen und eröffnen Clubs. Aus Liebe zur Heimat,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 17.02.

Die Landtagswahl in Bayern wirft längst ihre Schatten voraus. Die SZ begreift sich inzwischen als PR-Agentur des bayerischen Heimatministeriums, so jedenfalls liest sich dieser Artikel, der mit Fakten über Viechtach geizt, aber dafür viel Folklore liefert:

"Die 8200-Einwohner-Stadt liegt mitten im Bayerischen Wald. Nach Prag ist es genauso weit, wie nach München. Die meisten kennen Viechtach nur vom Strafzettel - hier sitzt die zentrale Bußgeldstelle."

Die Hinterwäldler werden uns als Provinz-Hipster vorgestellt. Eine Handvoll Männer um die 30 sollen den neuen Lokalpatriotismus verkörpern - gemessen an der Einwohnerschaft irgendwo bei 0,irgendwas Prozent. Brauchen wir solchen Heimat-Journalismus, der sich in seichter PR erschöpft? 

 
       
   

KLUTE, Hilmar (2018): Alter weiser Mann.
Harald Martenstein ist ein Star-Kolumnist - aber mittlerweile hat er viele Feinde,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 17.02.

Hilmar KLUTE himmelt die Edelfeder Harald MARTEINSTEIN an, der so herrlich politisch unkorrekt gegen vieles pöbelt was auch Rechtspopulisten stört. Als "pragmatische Mitte" versteht sich diese Man-dürfte-doch-mal-sagen-dürfen-Attitüde, die Thilo SARRAZIN in Deutschland bestsellertauglich gemacht hat.

Gemäß KLUTE wurde Harald MARTENSTEIN erst im Jahr 2007 populär, eher könnte man sagen, dass er damals seinen Zenit erreicht hatte. Es war das Jahr, in dem er als Romanautor debütierte, weil das für Edelfedern zum Standardrepertoire geworden war. 2011 (also kurz  nach SARRAZINs Bucherfolg) entdeckte MARTENSTEIN, dass mit politisch korrekter Mainstreamschreibe keine Aufmerksamkeit mehr zu erzielen ist.

KLUTE beschreibt MARTEINSTEIN als sozialen Aufsteiger ("Anfang der Fünfzigerjahre geboren, Arbeiterhaushalt, Dosenravioli und keine Bücher im elterlichen Wohnzimmer") und "vom Grünsein schwer enttäuscht". Nicht erwähnt wird seine späte Elternschaft (wäre wohl nur bei einer Frau erwähnenswert gewesen!). Die Ich-Form, in der MARTENSTEIN seine Kolumnen verfasst, werden von KLUTE als Gegenmittel gegen eine "Gesellschaft von Puritanern, Abmahnern und Korrekturfetischisten" geadelt. Meinungen haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Faktenfraktion: Sie beanspruchen keine lange Haltbarkeit und können von heute auf morgen über Bord geworfen werden. Vorgestern DKP, gestern Grüne, morgen vielleicht AfD. Warum nicht?       

 
       
   

16.02.2018

 
       
   

DELHAES, Daniel & Martin GREIVE (2018): Auf der Lauer.
Der CDU-Nachwuchs hat seine Geduld verloren und drängt geschickt nach vorn,
in:
Handelsblatt v. 16.02.

GREIVE & DELHAES greifen Kanzlerin Angela MERKEL vor und verteilen schon einmal vorab die Ministerposten an ihre neoliberalen Lieblingspolitiker:

"Für die Fans von Spahn (...) ist entscheidend, dass er Minister wird, ganz gleich, ob für Gesundheit, Bildung oder Wirtschaft. Auch für das Amt des Generalsekretärs der Partei halten sie ihn geeignet."

 
       
   

HAERDER, Max/NIEJAHR, Elisabeth/SCHLESIGER, Christian/SCHMELZER, Thomas/WELP, Cornelius (2018): Fürchtet euch nicht!
Andrea Nahles: Die künftige SPD-Chefin gilt bis heute als linker Wirtschaftsschreck. Aus der Nähe betrachtet, erweist sich viel davon als Vorurteil,
in:
WirtschaftsWoche Nr.8 v. 16.02.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

FERBER, Michael (2018): Rentenzwang als Bürde für Pensionskassen.
Die Vorsorge-Branche wehrt sich gegen die Reform der Ergänzungsleistungen,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 16.02.

FERBER, Michael (2018): Rentenzwang mit Nebenwirkungen.
Kommentar zur Reform der Egänzungsleistungen,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 16.02.

 
       
   

Das Single-Dasein in Italien

SPALINGER, Andrea (2018): Italiens Wahl wird im Süden entschieden.
In der vergessenen Region Molise haben viele Grund, unzufrieden zu sein,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 16.02.

In der Argumentationslogik von Neoliberalen hat der Begriff "Populismus" inzwischen den Begriff "alternativlos" als funktionales Äquivalent ersetzt. Weil die Behauptung der Alternativlosigkeit politisch nicht mehr fruchtet, wird nun in jeder Wahlberichterstattung die Gefahr einer populistischen Mehrheit beschworen - ob diese real oder unrealistisch ist - spielt dabei keinerlei Rolle.

BERSCHENS, R./(HILDEBRAND, J./KOCH, M./KRIEGER, R. (2018): Der italienische Patient.
Neben den ökonomischen Problemen droht im drittgrößten Euro-Staat bei den Wahlen Anfang März nun auch politisches Ungemach. In Berlin und Brüssel wächst die Sorge um Italien,
in:
Handelsblatt v. 16.02.

Neoliberale entlehnen ihre Metaphern dem Gesundheitswesen. Länder werden zu Patienten als ob der jeweilige Volkskörper von einer schweren Krankheit befallen ist. Andere Volkskörper erscheinen gesund und gelten dann als Maßstab für die Gesundung anderer Volkskörper. Ökonomische und demografische Kennzahlen werden mit Grenzwerten versehen, als ob sie zwischen gesund und krank trennen könnten.

Neoliberale sind jedoch keine Ärzte. Ihre Rezepte sind keine Heilmittel. Bleibt man beim Bild des Gesundheitswesen, dann sind Neoliberale keine Ärzte, sondern Pharmavertreter. Sie wollen ihre Medikamente möglichst teuer verkaufen. Ob der Patient gesund wird, das interessiert sie nicht. An einer chronischen Krankheit oder sogar an einer eingebildeten Krankheit lässt es sich am besten verdienen.  

 
       
   

Das Single-Dasein in Japan

ENZ, Werner (2018): Alterndes Japan braucht neue Ideen.
Japans Wirtschaft läuft zurzeit rund, es herrscht Vollbeschäftigung. Der Rückgang der Wohnbevölkerung schafft jedoch grösser werdende Probleme,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 16.02.

Werner ENZ hat keine neue Ideen, sondern nur die üblichen Rezepte.

"Die Statistiken (...) sprechen Klartext: Die Wohnbevölkerung ist im vergangenen Jahr um ziemlich genau 400.000 Menschen auf 125,2 Millionen gesunken, nach einem Rückgang um 300.000 Personen im Jahr zuvor. Die Zahl der Geburten sank mit 941.000 Babys auf den tiefsten Stand seit Beginn der Erhebung konziser Statistiken im Jahre 1898. Gleichzeitig darf sich Japan rühmen, zur Spitze zu gehören, wenn es um die Lebenserwartung geht. Frauen liegen mit 86,8 Jahren ganz vorne, Männer rangieren laut Statistiken der Weltgesundheitsorganisation mit 80,5 Jahren auf Rang 6",

erzählt uns ENZ. Statistiken sprechen jedoch niemals Klartext, sondern sind interpretationsbedürftig. Unser Bild vom Geburtenrückgang besteht aus einer historischen Tradition, deren sozioökonomisches Profil inzwischen gegen empirische Befunde - wenn es sie denn überhaupt gibt - mehr oder weniger immun ist. Diese Geschichte demografischer Selbstverständlichkeiten hat Thomas ETZEMÜLLER bereits vor 11 Jahren anschaulich beschrieben. Sie bildet den fruchtbaren Boden, den ENZ lediglich weiter beackern muss, um das Bevölkerungsbewusstsein auch an die nächste Generation von Lesern weiterzuvererben. ETZEMÜLLER will das Selbstverständliche sichtbar machen und damit auch andere Sichtweisen ermöglichen. ENZ dagegen will das verhindern, indem er uns das neoliberale Mantra herunterbetet.

Die Zukunft ist offen und Japans Entwicklung hat keineswegs Modellcharakter für Länder mit Bevölkerungen mit steigender Lebenserwartung bzw. einer Geburtenzahl unterhalb der Bestandserhaltung. Statt die Unterschiede zwischen Ländern hervorzuheben werden gleichlaufende Prozesse behauptet.

"Die Fertilität einer Gesellschaft ist sehr wichtig, denn eine Wirtschaft nährt sich im Wesentlichen aus zwei Quellen – Bevölkerungswachstum und Produktivitätsgewinne. Im Falle Japans ist die erste Quelle schon vor mehreren Jahren versiegt",

predigt ENZ. Dass Bevölkerungen schrumpfen und auch wieder wachsen können, hat jedoch Frankreich bewiesen, das als erstes Land einen Geburtenrückgang aufzuweisen hatte. Das Bild von der versiegenden Quelle ist also irreführend. Neben dem Humankapital - wie es die Ökonomie entlarvend bezeichnet - sind auch Rohstoffvorhaben, klimatische Bedingungen usw. - von Land zu Land mehr oder weniger bedeutend. Auch die historisch entstandenen Wirtschaftssysteme und -kulturen spielen eine Rolle.

Die Rolle der Demografie wird überbewertet. Es ist in erster Linie eine nostalgische Sehnsucht nach Sicherheit in Zeiten von Unsicherheit. Die Demografie wird von Ökonomen und ihrem medialen Begleitchor geliebt, weil sie scheinbar unumstößliche Gewissheiten und langfristige Entwicklungen zu bieten hat. Der Aufstieg zur Leitwissenschaft könnte jedoch ein jähes Ende finden, wenn sich die Gewissheiten aufzulösen beginnen! Der Politikwissenschaftler Christian RADEMACHER spricht deshalb zu Recht von Demograhismus

 
       
   

15.02.2018

 
       
   

STALA BW (2018): Im Schnitt 1,59 Kinder je Frau – Höchste Geburtenrate seit über 40 Jahren.
Deutliche regionale Unterschiede in Baden-Württemberg: Alb-Donau-Kreis mit höchster, Heidelberg mit niedrigster Geburtenhäufigkeit,
in:
Pressemitteilung des Statistischen Landesamt Baden-Württemberg v. 15.02.

Die Geburtenrate (TFR) ist in Baden-Württemberg von 1,36 (2011) auf 1,59 (2016) angestiegen.

 
       
   

BIAJ (2018): Armutsgefährdungsquote Alleinstehender 2006 bis 2016 - vor und nach Sozialleistungen (EUROSTAT).
Immer war das Nachbarland stolz auf seine hohe Geburtenrate. Nun bekommen auch dort die Frauen weniger Kinder. Woran liegt das?
in:
biaj.de v. 15.02.

Das Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) unterscheidet bei der Armutsgefährdungsquote 3 verschiedene Indikatoren, die über die Effekte der Umverteilung von Sozialleistungen und Renten Aufschluss geben.

 
       
   

MISIK, Robert (2018): A - Z Geld & Liebe.
Gesellschaft: Hilfe, auf meinem neuen Auto sitzt keine halbnackte Frau! Und meine Tinderdate-Sammlung muss ich auch mal wieder updaten. "Liebe in Zeiten des Kapitalismus", so heißt das neue Buch von Robert Misik. Auszüge daraus bekommen sie hier, kostengünstig und knackig: im Wochenlexikon,
in:
Freitag Nr.7 v. 15.02.

 
       
   

FRITSCHE, Andreas (2018): AfD bestimmt, bis der Arzt kommt.
Brandenburg: In Lebus soll es den vierten Anlauf zur Wahl eines Stadtoberhaupts geben,
in:
Neues Deutschland v. 15.02.

 
       
   

Das Single-Dasein in Frankreich

BLUME, Georg (2018): In Frankreich fehlen die Babys.
Immer war das Nachbarland stolz auf seine hohe Geburtenrate. Nun bekommen auch dort die Frauen weniger Kinder. Woran liegt das?
in: Die ZEIT Nr.8
v. 15.02.

Georg BLUME liefert einen konfusen Artikel ab, der von Ungereimtheiten nur so strotzt:

"Erstmals seit über 20 Jahren geht die französische Geburtenrate wieder zurück. 2017 kamen in Frankreich 767.000 Babys zur Welt, 17.000 weniger als im Vorjahr."

BLUME spricht von Geburtenrate, obwohl er nur die absoluten Geburtenzahlen nennt. Die Geburtenrate geht jedoch seit 2010 (Höchststand: 2,03) fast kontinuierlich zurück - die Geburtenzahlen ebenfalls (Höchststand 2010: 832.800). Nur durch die Einbeziehung Übersee-Departéments Mayotte in die französische Bevölkerungsentwicklung im Jahr 2014 gab es eine scheinbare Erholung. BLUME verbreitet also schlichtweg Fake-News!

Es ist genauso falsch, dass die Geburtenrate seit 20 Jahren ständig angestiegen ist. 15 Jahre zuvor lag die Geburtenrate ebenfalls bei 1,88 Kinder pro Frau. Aber es geht bei BLUME genauso konfus weiter:

"2016 und 2015 war der Rückgang ähnlich hoch. Hält diese Entwicklung an, könnte das eine historische Wende für das Land bedeuten.
Erst bei 2,1 Kindern sehen Bevölkerungsforscher den Erhalt der Bevölkerung überhaupt gewährleistet. In Frankreich war das lange der Fall, nicht mehr."

Der letzte Satz steht so verstümmelt in der ZEIT. Der Leser kann den Satz auf zwei Weisen interpretieren: Zum einen "In Frankreich war das lange der Fall, jetzt nicht mehr" und zum anderen: "In Frankreich war das lange nicht mehr der Fall". Die 2,1 Kinder pro Frau wurden nur im Jahr 2010 knapp verfehlt, d.h. die letzte Lesart wäre die Korrektere.

2,1 Kinder pro Frau ist nur für nationalkonservative Bevölkerungswissenschaftler das Maß der Dinge. Es gilt jedoch nur für geschlossene, nicht jedoch für offene Gesellschaften der Moderne. Zuwanderungsüberschüsse sorgen dafür, dass in solchen Gesellschaften - insbesondere bei guter Wirtschaftslage, die Bevölkerung auch unterhalb der Bestandserhaltungszahl wachsen.

Auch die nationalkonservative Sicht, dass Frankreich die Babys fehlen, ist in Frankreich umstritten. Der Journalist Guillaume DUVAL sieht gerade im Babyboom und dem starken Bevölkerungswachstum in Frankreich einen gravierenden wirtschaftlichen Nachteil gegenüber Deutschland:

"Im Jahr 2015 lag die Fertilitätsrate der französischen Frauen bei durchschnittlich zwei Kindern pro Frau, während die Geburtenrate in Deutschland 1,5 Kinder pro Frau betrug (...). Daraus ergibt sich, dass Deutschland trotz des Zustroms von Flüchtlingen in den vergangenen Jahren zwischen 2000 und 2016 nur 276.000 Einwohner hinzugewann, während die französische Bevölkerung um über sechs Millionen Einwohner wuchs."

DUVAL sieht deshalb in dem Buchaufsatz Frankreich ist nicht der kranke Mann Europas einen Nachteil für das französische Bildungs- und Erwerbssystem:

"Deutschland ist ein Land, in dem die Anzahl der Schüler pro Lehrer niedriger ist als in Frankreich und in dem die Lehrer viel besser bezahlt werden als in Frankreich. Aber aufgrund der niedrigen Geburtenrate wendet Deutschland für das Bildungswesen 0,7 Punkte des BIP weniger auf als Frankreich.
Zusammengefasst zählte man im Jahr 2015 in Frankreich 1,6 Millionen Personen mehr, die zwischen 0 und 15 Jahren waren, als in Deutschland und 4,8 Millionen weniger, die über 65 Jahre alt waren. Aber wenn man die Gesamtheit der über 65-Jährigen und der unter 15-Jährigen auf die Bevölkerung der 15- bis 64-Jährigen bezieht, die im sogenannten erwerbsfähigen Alter sind, so wird deutlich, dass es in Deutschland 1,9 Menschen im erwerbsfähigen Alter pro Nichterwerbstätigen gibt - in Frankreich aber nur 1,7. (...).
Dieser Unterschied in der demografischen Entwicklung erklärt (...) im Wesentlichen den zwischen Frankreich und Deutschland zu beobachtenden Unterschied bei Beschäftigung und Arbeitslosigkeit." (2017, S.135f.)

Gemäß dieser Sicht ist Frankreich sozusagen vom Babyboom völlig überfordert worden. Hohe Jugendarbeitslosigkeit und schlechte Bildungschancen sind das Ergebnis. Deutschland droht in den nächsten Jahren mit seinem Mini-Babyboom das gleiche Schicksal. Bereits heute zeichnet sich in Deutschland ein gravierender Mangel an Kinderbetreuung und Grundschullehrern ab. Frankreich ist kein Vorbild, sondern Mahnmal, das zeigt, dass Geburtenreichtum keinesfalls gesellschaftlichen Wohlstand bedeutet. Darauf hat der Soziologe Karl Otto HONDRICH bereits frühzeitig im Jahr 2007 in seinem Buch Weniger sind mehr hingewiesen. Die Entwicklung seit dem bestätigt diese Sicht eindrucksvoll.

BLUME bietet verschiedene Spekulationen an, warum die Geburtenrate sinkt. Die wirtschaftliche Entwicklung klammert er aus, ein Resultat seiner Falschdarstellung hinsichtlich der Geburtenentwicklung in Frankreich. Deshalb bleiben nur Stereotypen übrig, z.B. sollen die Franzosen häufigeren Sex haben und deshalb mehr Kinder bekommen. BLUME hat offenbar noch nichts von der Entkopplung zwischen Sexualität und Geburtenaufkommen gehört. Ein anderer Faktor sei die Zunahme von Trennungen. Auch dies ist zu kurzsichtig, weil sich dahinter unterschiedliche gesellschaftliche Entwicklungen verbergen.

Passend zum Leserpublikum urbanes Akademikermilieu wird die Wohnungsnot in Paris angeführt. Unter französischen Akademikerinnen mag im Vergleich zu Westdeutschland die Kinderlosigkeit niedriger sein, aber auch in Frankreich tragen Akademikerinnen weniger zum Geburtenaufkommen bei, weshalb deren Probleme kaum relevant für die Geburtenentwicklung ist. Wie für alle katholischen Länder, so gilt auch für Frankreich, dass die Bevölkerungsstatistik dem modernen Familienleben nicht gerecht wird. Während in Deutschland seit 2008 die biologische Geburtenfolge erfasst wird, wird in Frankreich noch immer nur die eheliche Geburtenfolge erfasst. Die Daten müssen deshalb durch Surveys ergänzt werden. Im Gegensatz zum Mikrozensus, bei dem 3 % der Bevölkerung befragt werden, sind es in Frankreich nur 1 - 2 %. Aus diesem Grunde sind die niedrigen Kinderlosenzahlen Frankreichs möglicherweise auch teilweise ein Forschungsartefakt. Der Buchaufsatz Childlessness in France von Katja KÖPPEN,  Magaili MAZUY und Laurent TOULEMON aus dem Jahr 2017 ist eher Ausdruck kultureller Unterschiede. Im Gegensatz zu den aufs Aussterben fixierten Deutschen, ist den Franzosen eher ein naiver Optimismus zu eigen, was den unterschiedlichen Erfahrungen der letzten Jahrzehnte geschuldet ist. Die Zukunft ist jedoch weit weniger von der Vergangenheit abhängig, als Journalisten und Demografen das gerne darstellen. Typisch für diese Kurzschlüssigkeit ist BLUMEs Artikel:

"Vor Kurzem noch konnten sich die Franzosen ausrechnen, dass sie um das Jahr 2050 herum mehr Einwohner zählen würden als Deutschland, dass sie also zum bevölkerungsreichsten Land in Europa aufsteigen. Inzwischen sieht es danach nicht mehr aus. (...). Hierzulande liegt die Fruchtbarkeitsrate pro Frau immerhin wieder bei 1,5. Halten beide Trends an, wird die Fruchtbarkeitsdifferenz zwischen beiden Ländern in ein paar Jahren verschwinden."

Langfristige Trends zu konstatieren ist verantwortungslos. Die rasante Verfallszeit von Bevölkerungsvorausberechnungen sollte eigentlich zu denken geben, nichtsdestotrotz werden immer wieder völlig haltlose Spekulationen in die Welt gesetzt. Das Statistische Bundesamt wertet deshalb seine Bevölkerungsvorausberechnungen nur noch als politische Propaganda. Treffsicherheit ist kein Kriterium mehr. Natürlich wird das nicht so drastisch ausgedrückt, aber zwischen den Zeilen kann man das so deuten.

BLUME will einen Mentalitätswandel bei jungen Franzosen festgestellt haben, der sich weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit vollzogen habe. Nur in Deutschland hat man falsche Vorstellungen von der französischen Geburtenentwicklung. Das ist jedoch der Bevölkerungspolitik geschuldet, weshalb nur der Aspekt der Kinderbetreuung und der materiellen Anreize für wohlhabende Familien herausgehoben wird, während das französische Hausfrauendasein verleugnet wurde. Schon im Jahr 2010 erschien das Buch Der Konflikt von Elisabeth BADINTER, der den Mentalitätswandel unter Akademikerinnen in Frankreich zum Thema hatte.

Als Letztes wird die französische Familienpolitik, die Nationalkonservativen und Vereinigungsverfechter als vorbildlich galt, als Problemfall betrachtet. Denn

"im Zuge der Wirtschaftskrise wurde seit 2008 die Familienförderung langsam wieder abgebaut".

In Frankreich geht es jedoch nicht um Familienförderung, sondern um qualitative und quantitative Bevölkerungspolitik. Die qualitative Bevölkerungspolitik zielt auf die Förderung wohlhabender Familien ab. Entsprechend wird auch von BLUME nur als Problem herausgestrichen, dass in Frankreich das Elterngeld niedriger als in Deutschland ist.

KLINGSIECK, Ralf (2018): Leihmütter nicht länger tabu.
Öffentliche Meinung im Wandel: Franzosen sind offen für medizinische Hilfe beim Kinderwunsch lesbischer Paare,
in:
Neues Deutschland v. 15.02.

Ralf KLINGSIECK berichtet über die Einrichtung einer Ethik-Kommission:

"Die Ergebnisse der Diskussionen sollen bis zum Sommer in einen Gesetzesentwurf münden, der ab Herbst im Parlament beraten und Anfang nächsten Jahres verabschiedet werden soll."

Eine Umfrage, die im Auftrag einer katholischen Zeitung ("La Croix") durchgeführt wurde, ergab gemäß KLINGSIECK einen weitergehenderen Bewusstseinswandel in der Bevölkerung zur Akzeptanz der Leihmutterschaft als in der Partei MACRONs - ganz zu schweigen von der Katholischen Kirche.

VEIEL, Axel (2018): Ruine der Hoffnung.
Frankreich gehört wieder zu den wichtigen Ländern, verkündete Emmanuel Macron jüngst nicht ohne Stolz. In der Kleinstadt Villers-Cotterêts plant der Präsident ein Zentrum für französische Sprache und Kultur. Der FR-Korrespondent hat dort mit Idealisten gesprochen - aber auch Menschen getroffen, die schon zu oft enttäuscht worden sind,
in:
Frankfurter Rundschau v. 15.02.

Axel VEIEL berichtet darüber, dass Emmanuel MACRON die vom Front National regierte Kleinstadt Villers-Cotterêts, die gemäß Christian WERNICKE im "periurbanen Gürtel" von Paris liegt, aufwerten will:

"Auf dem flachen Land, wo sich nicht viele Franzosen vom Fortschritt abgehängt fühlen, ihr Heil in nationaler Abgrenzung suchen, verordnet der Staatschef Weltläufigkeit. Das Schloss soll als Zentrum der Frankophonie Furore machen, der französischsprachigen Welt. Der 11.000 Einwohner zählende Ort ist auserkoren, als Mekka französischsprachiger Künstler, Literaten oder auch Professoren globale Bedeutung zu erlangen."

Außer Absichtsbekundungen und einem baufälligen Schloss gibt es in der Kleinstadt mit seiner fragmentierten Stadtbevölkerung jedoch nichts, was nach Aufbruchstimmung aussieht. Durch die symbolische Aufwertung könnte der Front National eher gestärkt werden - insbesondere, wenn das Projekt scheitert.

MATT, Beatrice von (2018): Diese Autobiografie erzählt auf Umwegen vom Ich.
Annie Ernaux wagt sich an ein erstaunliches Erzählprojekt: Sie erzählt aus ihrem Leben anhand der Dinge, die ihre Zeit prägen
,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 15.02.

 
       
   

Das Single-Dasein in Dänemark

MALLING, Jens (2018): Alles muss raus.
Dänemark: Erst kam die Strukturreform, jetzt stirbt die Stadt. Stubbekøbing ist die Kehrseite des Wettbewerbsstaates,
in:
Freitag Nr.7 v. 15.02.

Bei Journalisten sind Geschichten über ihre Rückkehr in die Heimatstadt beliebt, um die Veränderungen von Provinzstädten zu beschreiben. Jens MALLING macht da keine Ausnahme. Er beschreibt die Veränderungen in Dänemark durch kommunale Gebietsreformen, die seit der Strukturreform im Jahr 2007 in Dänemark zu einer Reduzierung der Kommunalpolitiker von 4.647 auf 2.520 führte. Für die Gemeinde Stubbekøbing, die gemäß MALLING rund 2.000 Einwohnern zählt, führte dies gemäß MALLING zu einer Eingemeindung in die Stadt Guldborg, die ca. 60.000 Einwohner zählt.

Die rund 62.000 Einwohner zählende Gemeinde zu der Stubbekøbing gehört, heißt jedoch nicht Guldborg, sondern Guldborgsund und ist seit 2014 eine Partnerstadt von Rostock. Von einem Journalisten, der seine Heimatstadt besucht, sollte man eigentlich mehr erwarten können.

MALLING zählt vor allem Läden auf, die in seinem Ort verschwunden sind. Es ist fraglich, ob dies eine Konsequenz der angeprangerten Gemeindereform ist oder eher typisch für strukturschwache Gegenden. Nur die verschwundene Steuerverwaltung gehört zu den öffentlichen Einrichtungen, die auf Strukturreformen zurückzuführen ist.   

 
       
   

14.02.2018

 
       
   

MÄDLER, Katrin (2018): Wo Sachsens letzter König untertauchte.
Sachsen: Die Staatsbäder Bad Elster und Bad Brambach boomen - sie gelten als Wirtschaftsmotor des oberen Vogtlands,
in:
Neues Deutschland v. 14.02.

 
       
   

PAPON, Kerstin (2018): Prognosen werden oft kassiert.
Immer häufiger verfehlen Börsenkonzerne ihre eigenen Prognosen. Und trotz der positiven wirtschaftlichen Lage fallen die Neuigkeiten oft enttäuschend aus. Gerade das mögen Märkte gar nicht,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.02.

 
       
   

SIEDENBIEDEL, Christian (2018): So viel verlieren die Besitzer bekannter Aktienfonds.
Die Börsenkorrektur hat auch in Deutschlands Investmentfonds ihre Spuren hinterlassen. Die Wertverluste bekannter Aktienfonds reichen von 3 bis mehr als 7 Prozent in einer Woche. Wer hat sich dabei noch ganz gut geschlagen?
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.02.

 
       
   

HESSE, Michael (2018): Das Einzigartige emsig und eisern erstreben.
Der Soziologe Andreas Reckwitz über die Singularisierung in der Moderne, die Sehnsucht nach Selbstverwirklichung und den drohenden Zerfall der Gesellschaft,
in:
Frankfurter Rundschau v. 14.02.

 
       
   

Das Single-Dasein in Irland

QUINT, Nicole (2018): Ganz Paris träumt von der Liebe?
Das mag sein, aber wer es ernst meint mit den Liebesschwüren, der reist am 14. Februar nach Dublin, der wahren Stadt der Liebe. Dort ruht der Heilige Valentin und arbeitet sich durch sein prall gefülltes Auftragsbuch,
in:
Frankfurter Rundschau v. 14.02.

 
       
   

13.02.2018

 
       
   

DESTATIS (2018): 52 % der Erwachsenen leben in einer Ehe,
Zahl der Woche,
in:
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 13.02.

 
       
   

Die Statistischen Auswertungen der Riesterförderung in den Medien

WICHERT, Björn (2018): Das Milliardengeschäft mit der Riester-Rente,
in: versicherungsjournal.de v. 13.02.

 
       
   

DPA (2018): Einsam und arm – immer mehr Alleinstehende von Armut bedroht.
In Großbritannien wurde zuletzt ein Regierungsposten gegen Einsamkeit eingerichtet. Jetzt werden dramatische Zahlen aus Deutschland bekannt,
in:
Handelsblatt Online v. 13.02.

Die Ergebnisse zur Armutsbedrohung ("Leben in Europa") im Jahr 2016 wurden bereits am 08.11.2017 vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht. Unter der Rubrik "Lebensbedingungen, Armutsgefährdung" finden sich die im Artikel genannten 32,9 Prozent Alleinstehende jedoch unter dem Begriff Alleinlebende.

Unter der Rubrik "Armutsgefährdung" wird dagegen für das Jahr 2016 eine Armutsquote für die Einpersonenhaushalte von 26,3 Prozent angegeben. Der Unterschied besteht darin, dass Alleinlebende nur Personen sind, die einen Hauptwohnsitz angegeben haben, während bei den Einpersonenhaushalten sowohl Personen am Haupt- und Nebenwohnsitz gezählt werden.

Der im Artikel verwendete Begriff des Alleinstehenden wird vom Statistischen Bundesamt dagegen für Personen verwendet, die ohne Ehe- oder Lebenspartner und ohne ledige Kinder in einem Haushalt leben. Alleinlebende sind also eine Untergruppe der Alleinstehenden.

Die Agenturmeldung nutzt den Hype um eine wenig erhellende Debatte um eine zusätzliche Aufgabenzuweisung an eine britische Ministerin, um politische Forderungen zur Bekämpfung von Armut zu stellen, denn Einsamkeit ist nicht das Thema des Artikels, sondern nur der Ökonomie der Aufmerksamkeit geschuldet.

 
       
   

KROHN, Philipp (2018): Anlegern fehlt der lange Atem.
Kurzfristige persönliche Erfahrung prägt das eigene Anlageverhalten. Aber ist sie ein zuverlässiger Ratgeber? Fragen für eine Generation der Selbstentscheider,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.02.

Philipp KROHN verkauft uns wieder einmal für dumm mit seinen höchstens theoretisch erreichbaren Renditechancen auf dem Aktienmarkt:

"Zwischen Ende 2007 und März 2009 verlor der Index fast 50 Prozent seines Werts. Wer aber auf dem Tiefpunkt einstieg, konnte sich seither über einen Kursgewinn von knapp 220 Prozent freuen".

Dumm nur, dass Tiefpunkte erst in der Rückschau überhaupt erkennbar werden. Wer sein Aktienkapital aufgrund von unvorhergesehenen Ereignissen dringend benötigt, dem dürfte es ziemlich egal sein, ob man hypothetisch riesige Renditen erreichen könnte. Wer das Pech hat, dass Börsencrashs sich nicht um Geldprobleme kümmern, der wird für KROHN höchstens Hohn übrig haben. Aktien sind nur etwas für Menschen, die Geld zum Verbrennen übrig haben, aber keinesfalls für Geringverdiener, die sich bereits für größere Anschaffungen verschulden müssen!

NARAT, Ingo (2018): Die Hoffnung des Crash-Propheten.
Fonds unter der Lupe: Max Otte versucht ein Comeback. Der umstrittene Geldverwalter erwartet eine neue Krise und bereitet sich in seinem Fonds entsprechend vor. Seine Aktienbestände fängt er bereits an zu senken,
in:
Handelsblatt v. 13.02.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

FERBER, Michael (2018): Vorsorge-Fallen bei Jobverlust.
Die meisten Freizügigkeitseinrichtungen bieten keine Renten an,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 13.02.

 
       
   

12.02.2018

 
       
   

GERMIS, Carsten (2018): Die digitale Rentenverwaltung.
Menschen & Wirtschaft: Die sogenannte Generation Mitte setzt bei der Altersversorgung auf Sicherheit. Durchblick durch das Wirrwarr der Betriebsrenten versucht ein junges Start-up zu verschaffen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.02.

Carsten GERMIS berichtet über das Start-up Penseo, das Arbeitgeber Durchblick bei der betrieblichen Altersvorsorge verschaffen will. Zielgruppe ist der Wachstumsmarkt, der durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz geschaffen werden soll, und hier die Direktversicherungen.

 
       
   

STEGER, Johannes & Katrin TERPITZ (2018): Reich, aber unsexy.
Gründerzeit in der Provinz: Die Start-up-Hauptstadt heißt Berlin, die heimliche Kapitale des Mittelstands ist Bielefeld. Familienunternehmer und Gründer dort haben begriffen, dass sie viel voneinander lernen können,
in:
Handelsblatt v. 12.02.

 
       
   

Das Single-Dasein in Italien

MEILER, Oliver (2018): Seine Wenigkeit, der Chef.
Wir und die anderen: Das ist die Erfolgsformel der Bewegung "Cinque Stelle" in Italien. Wie das funktioniert, lernt man während einer Langzeitbeobachtung im Städtchen Marino bei Rom,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 12.02.

 
       
   

11.02.2018

 
       
   

BRANKOVIC, Maja (2018): Ja, ich will!
Die Deutschen haben ihre Lust am Heiraten wiederentdeckt. Das hat nicht zuletzt ökonomische Gründe,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.02.

 
       
   

PEIKERT, Denise (2018): Wo Brohm sich täglich Beulen holt.
Tangerhütte in Sachsen-Anhalt ist dünn besiedelt und verschuldet. Doch Bürgermeister Andreas Brohm, ehemals Musical-Manager, will seinen Heimatort groß herausbringen. Ein Lehrstück aus einem Land der zwei Geschwindigkeiten,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.02.

Der Bürgermeister von Tangerhütte ist gut vernetzt mit den großen Wirtschaftsteilen der Mainstreamzeitungen. Ob das jedoch zum Erfolg führt, darüber entscheidet nicht die PR von  Journalisten, sondern die Geschichte!

 
       
   

BECK, Hanno (2018): Festanstellung macht faul und feige.
Der Sonntagsökonom: Forscher arbeiten besonders hart, solange sie um ihre berufliche Zukunft bangen,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.02.

Man könnte genauso gut sagen: Abhängigkeit aufgrund von Zeitverträgen macht feige und ist selten innovativ - aber es stützt das Hierarchiesystem der Wissenschaft mit seinen Zitationszirkeln!

 
       
   

10.02.2018

 
       
   

WERNER, Kathrin (2018): Küssen verboten.
Ein Techtelmechtel im Büro? Das kann gefährlich werden. Wie die "Me Too"-Debatte das Arbeitsleben verändert,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 10.02.

 
       
   

FROMME, Claudia (2018): Hugo Schmale über Liebe.
Das Interview: Hugo Schmale, 86, empfängt in seinem Haus in Hamburg, das in kräftigem Rot gestrichen ist. Bücher von Lacan, Jung, Freud stapeln sich in deckenhohen Regalen. Hier schlägt auch das Herz von Parship: Der Psychologieprofessor hat die Formel erfunden, nach der Menschen bei der Partnerbörse verkuppelt werden,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 10.02.

 
       
   

GEIS, Wido (2018): Kinderbetreuung.
Es fehlen immer noch fast 300.000 U3-Plätze,
in:
IW-Kurzbericht Nr.14 v. 10.02.

 
       
   

MOHR, Daniel & Johannes PENNEKAMP (2018): Politik für die Alten.
Die Lounge: Die neue große Koalition aus Union und SPD beglückt vor allem die ältere Generation. Die Jüngeren müssen zahlen und fragen sich, ob das auch einmal jemand für sie tun wird. Besser sie sorgen jetzt selbst vor,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 10.02.

MOHR & PENNEKAMP nutzen die neoliberale Kritik an den Rentenplänen des Koalitionsvertrags, die angeblich nur den Alten nützen und die Jungen belasten. Nur gut, dass es noch ein Jahrzehnt dauert, bis die neoliberale Rhetorik auf die Wirklichkeit prallt. Auch der Lieblingsökonom Timm BÖNKE, den die FAS/FAZ gern zitiert, um die junge Generation zur x-ten verlorenen Generation zu stilisieren, darf nicht fehlen.

Bis die neoliberale Rhetorik auf die Wirklichkeit prallt, dürfen MOHR und die anderen Verfechter der privaten Altersvorsorge, die illusorische Rendite von Aktien weiter verbreiten und die gesetzliche Rente schlechtreden. Haften müssen sie für ihre Verspechungen, weshalb es am Ende heißt:

"Garantien für den Erfolg gibt es nicht. Aber sehr gute Erfahrungswerte".

Die Zukunft hält sich jedoch meist nicht an Erfahrungswerte!

BUNZENTHAL, Roland (2018): In die Zukunft verschoben.
Die Große Koalition spielt beim Thema Rente auf Zeit,
in:
Neues Deutschland v. 10.02.

Roland BUNZENTHAL geht es um die geplante Rentenkommission und ihre Empfehlungsmöglichkeiten.

"Die Zukunft der Rente zeigt sich vom Jahr 2035 an. Dann kommen nämlich die Baby-Boomer der 1960er Jahre ins Rentenalter und umgekehrt die geburtenschwachen Jahrgänge in das Berufsleben. Die demografische Zeitpunkte tickt (...) immer noch",

droht uns BUNZENTHAL, der die Möglichkeiten eines Geburtenanstiegs damit vollkommen ausschließt, obwohl dies die Situation ab dem Jahr 2035 durchaus gravierend beeinflussen könnte. Alle bisherigen Bevölkerungsvorausberechnungen bleiben sowohl hinter dem aktuellen Geburtengeschehen als auch hinter einem weiteren Anstieg zurück, weshalb das Szenario im Rentenversicherungsbericht 2017 nicht etwa die Positivvariante darstellt, als die sie immer präsentiert wird, sondern auch als Negativvariante in den Blick genommen werden müsste

Fazit: Der Versuch die Rentenentwicklung langfristig festzuschreiben verschleiert das Problem der offenen Zukunft.. 

 
       
   

KOWALSKI, Matthias (2018): 401-mal Deutschland.
Regional-Ranking: Wachstum und Stillstand. Job oder Warteschleife. Sicherheit oder hohe Kriminalität. Stadt versus Land: Der neue große Focus-Vergleich der Wirtschafts- und Lebensumstände in allen 401 Landkreisen und kreisfreien Städten offenbart eine erstaunlich zerrissene Bundesrepublik,
in:
Focus Nr.7 v. 10.02.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

MÜLLER, Tobias (2018): Hohe Rendite bei ungewisser Zukunft.
Das Nein zur Rentenreform bedroht das Vermögen des AHV-Ausgleichsfonds

in: Neue Zürcher Zeitung
v. 10.02.

 
       
   

09.02.2018

 
       
   

HOYER, Niklas/CAYIR, Fulya/GERTH, Martin/KAMP, Matthias (2018): Das Heimspiel.
Immobilienatlas: Der sagenhafte Anstieg der Haus- und Wohnungspreise geht weiter - noch. Unser Ranking der 50 größten Städte zeigt, wo der Markt überdreht und wo ein Kauf noch lohnt,
in:
WirtschaftsWoche Nr.7 v. 09.02.

 
       
 

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Zu den News vom 01. - 08. Februar 2018
 

       
   
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Bernds@single-dasein.de Stand: 20. Februar 2018