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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
       
   
News 06.-18. Januar 2018
News 01.-05. Januar 2018
News 17.-31. Dezember 2017
News 14.-16. Dezember 2017
News 07.-13. Dezember 2017
News 01.-06. Dezember 2017
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News 01.-05. September 2017

News 1-8/2017
News 2000-2016

 
 
   
Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 19. - 31. Januar 2018: [19.01.] [20.01.] [21.01.] [22.01.] [23.01.] [24.01.] [25.01.] [27.01.] [28.01.] [29.01.] [31.01.]

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Der Forschung zur Kinderlosigkeit fehlt immer noch eine angemessene Definition von lebenslanger Kinderlosigkeit, sodass diese in jüngeren Frauenjahrgängen immer noch überschätzt wird

"Research on childlessness has always faced challenges in formulating a clear definition of »permanent childlessness.« In qualitative studies, respondents who stated that they firmly reject parenthood were often categorized as childless, even if they were still of childbearing age at the time of the interview (Gillespie 2000: 228; Black und Scull 2005). But earlier quantitative studies also did not use any age limitations in the analysis of childlessness (De Jong and Sell 1977; Baum 1983). The conclusion from these investigations that »childlessness is temporary and that childbearing may occur later in life« (1977: 132) seemed self-evident. The studies that followed failed to use universal definitions of permanent childlessness. In principle, researchers have to wait until female cohorts have passed a certain age before drawing firm conclusions about the childlessness levels in these cohorts. However, the temptation to predict the childlessness levels of cohorts who are close to the end of their reproductive period is strong. The inability to imagine further increases in childbearing at later ages has led many researchers to use cut-off ages that are too low. As a consequence, these scholars overstated childlessness levels for the younger cohorts."
(Michaela Kreyenfeld & Dirk Konietzka "Analyzing Childlessness" in: Diesselben (Herausgeber) Childlessness in Europe: Contexts, Causes, and Consequences, Springer Verlag open access, 2017, S.6)

 
       
       
   

31.01.2018

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

FERBER, Michael (2018): Unsicherheit über Finanzen im Alter.
Längeres Leben, niedrige Zinsen und "Gig Economy" zwingen zum Umdenken,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 31.01.

 
       
   

29.01.2018

 
       
   

Sven Enger - Alt, arm und abgezockt

KROHN, Philipp (2018): Der Versicherungs-Crash.
Wirtschaftsbücher: Ehemaliger Lebensversicherer sieht schwarz,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.01.

 
       
   

28.01.2018

 
       
   

BOLLMANN, Ralph (2018): Oben.
Andrea Nahles ist der neue Star der SPD. Sogar das Schicksal der Kanzlerin hängt von ihr ab. Wer hätte ihr das zugetraut?
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 28.01.

 
       
   

27.01.2018

 
       
   

MARINIC, Jagoda (2018): Einsamkeit.
Alleingelassen zu sein ist furchtbar. Aber es wäre falsch, das Alleinsein aus dem Leben zu vertreiben und zur Krankheit zu erklären, gar mit Hilfe eines Ministeriums,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 27.01.

 
       
   

25.01.2018

 
       
   

THELEN, Peter (2018): Der heimliche Griff in unsere Taschen.
Trotz sinkender Beitragssätze sprudeln die Einnahmen der Sozialkassen. Acht Milliarden Euro mehr winken allein den Krankenkassen. Grund sind steigende Beitragsbemessungsgrenzen. Experten fordern nun Korrekturen,
in:
Handelsblatt v. 25.01.

Peter THELEN betätigt sich als Lobbyist der oberen Mittelschicht. Die Beitragsbemessungsgrenzen in der Rentenversicherung sind nicht zu niedrig, sondern gehören abgeschafft. Teile der oberen Mittelschicht haben sich nämlich längst aus der Finanzierung des Sozialstaats verabschiedet. In der Schweiz finanzieren die Reichen durch das Fehlen der Beitragsbemessungsgrenze die Renten der Armen in der AHV mit, obwohl sie bei der Rentenhöhe nicht davon profitieren..   

 
       
   

Das Geburtengeschehen in Deutschland bis 2025. Oder: Warum Deutschland den Geburtenanstieg verschlafen hat

AGENTUREN (2018): Verbeamtet Sachsen mehr Lehrer?
Linke kritisiert entsprechende Pläne scharf,
in:
Neues Deutschland v. 25.01.

Die Linkspartei könnte in den neuen Bundesländern in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, da sie keine Alternative mehr zum Neoliberalismus bietet. Stattdessen stützt sie die Demografisierung gesellschaftlicher Prozesse. In Sachsen herrscht katastrophaler Lehrermangel - und nicht nur dort, weil der Geburtenanstieg der vergangenen Jahre nicht zur angemessenen Ausbildung von Erziehern und Lehrern geführt hat. Die Linkspartei hat in Sachen Demografie lieber ins gleiche Horn wie der Mainstream geblasen. Das wird sich in den nächsten Jahren rächen.

 
       
   

MÖSKEN, Anne Lena (2018): "Wir grüßen die Patrioten".
Nach zwei Attacken, an denen jugendliche Flüchtlinge beteiligt waren, hat Cottbus ein Zuzugsverbot für Asylbewerber verhängt. Anwohner demonstrieren, die Stimmung ist aufgeheizt,
in:
Frankfurter Rundschau v. 25.01.

 
       
   

LEINKAUF, Maxi (2018): "Die Leute haben keine Geduld mehr".
Dirk Kretschmar ist noch da - sein Tante-Emma-Laden in Prenzlauer Berg ist auch ein Refugium für Übriggebliebende,
in:
Freitag Nr.4 v. 25.01.

 
       
   

Heinz Bude - Adorno für Ruinenkinder

LAU, Mariam (2018): "Sexualität spielte überhaupt keine Rolle".
Die Achtundsechziger sind jetzt zwischen siebzig und achtzig Jahre alt. Sie haben einen unglaublichen Versuch der Befreiung gewagt. Der Soziologe Heinz Bude zieht Bilanz,
in:
Die ZEIT Nr.5 v. 25.01.

 
       
   

Das Single-Dasein in den USA

FREY, Carl Benedikt (2018): Und Tschüss, Mitarbeiter!
Donald Trumps Wahlsieg ist auch der Automatisierung in den Fabriken geschuldet. Deutschland sollte das aufschrecken,
in:
Die ZEIT Nr.5 v. 25.01.

Während bislang der Freihandel für den Niedergang der alten Industrie in den USA verantwortlich gemacht wurde, sieht Carl Benedikt FREY und seine Kollegen ("Political Machinery: Automation Anxiety and the 2016 U.S. Presidential Election") die Schuld bei der Digitalisierung und Roboterisierung innerhalb der USA:

"Die räumliche Konzentration von Amerikas geistiger Eliten ist ohne die räumliche Konzentration der Technologiebranche nicht zu erklären. Meine eigenen Forschungen mit Thor Berger von der schwedischen Universität Lund zeigen, dass die Tendenz der Computerindustrien sich in Städten wie San Francisco, San José und Seattle zu konzentrieren, die sichtigste treibende Kraft der kognitiven Segregation ist. (...)
Das Auseinanderdriften zwischen den Technologiestädten und dem Rest des Landes wurde verschärft."

Die Verlierer werden dagegen in Industriestädten wie "Detroit, Cleveland und Grand Rapids" gesucht.

Die Blickverengung auf wachsende und schrumpfende Städte verharmlost jedoch die Probleme, weil dadurch die Tragweite von Prozessen der Peripherisierung verschleiert wird. Städte und Gemeinden sind vielfach gespalten. Wachsende Städte schaffen ihre eigenen peripheren Territorien, in denen sich das Elend konzentriert. Dieser bislang im Verborgenen wütende Flächenbrand könnte sich schnell wirklich entflammen. Mit jeder Wirtschaftskrise verschärft sich die Situation weiter, weil das Problem ignoriert wird.  

 
       
   

24.01.2018

 
       
   

LEUBECHER, Marcel (2018): Städte können Zuzug von Migranten stoppen.
Nach Cottbus dürfen vorerst keine Asylbewerber mehr ziehen. In drei Kommunen Niedersachsens liegt der Fall anders,
in:
Welt v. 24.01.

 
       
   

Das Single-Dasein in der Schweiz

FORSTER, Christof (2018): Neues aus dem Labor für Altersfragen.
Luzern startet einen Versuch mit Gutscheinen für möglichst langes Wohnen in den eigenen vier Wänden,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 24.01.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

ENZ, Werner (2018): UBS-Pensionskasse kürzt Leistungen und erhält Einlage für aktiv Versicherte,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 24.01.

 
       
   

23.01.2018

 
       
   

MAJEWSKI, Ina (2018): Arbeitslosengeld für Paare.
Unverheiratete sollen nicht im Nachteil sein,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.01.

Ina MAJEWSKI berichtet über eine Revolte gegen die Rechtsprechung des rückständigen  Bundessozialgerichts:

"In Deutschland leben Hunderttausende von Menschen in Fernbeziehungen. Wenn ein Paar zusammenzieht und dafür einer der Partner seine bisherige Arbeitsstelle kündigt, hat er vom ersten Tag an einen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Das hat das Landessozialgericht (LSG) Niedersachsen-Bremen (...) entschieden. (...).
Bisher gilt die Regel nur für verlobte und verheiratete Paare sowie eingetragene Lebensgemeinschaften, die zusammenziehen wollen. (...).
Die bisherige Anknüpfung der Sperrzeitvorschrift an einen bestimmten Familienstand halten die Celler Richter für »nicht mehr zeitgemäß«".

Würde sich diese Rechtsprechung bundesweit durchsetzen, dann wäre dies ein erster Schritt zu einer partnerschafts- und familienfreundlicheren Gesellschaft.

 
       
   

KAFSACK, Hendrik (2018): Steuerzahler müssen für EU-Pensionen geradestehen.
Fonds für Sonderpensionen der EU-Abgeordneten droht 2026 die Insolvenz,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.01.

 
       
   

HAHN, Thomas (2018): Jetzt aber.
Seit zehn Jahren wird ein ehemals verrufener Hamburger Stadtteil umgebaut. Endlich, sagen die einen. Was passiert mit uns, sagen die anderen. Ein Spaziergang durch Wilhelmsburg und die Frage: Wie sollen wir in Zukunft leben?
in:
Süddeutsche Zeitung v. 23.01.

Thomas HAHN stellt einen erfolgreichen sozialen Aufsteiger aus dem Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg in den Mittelpunkt seiner Reportage. Aufstieg durch sportliche Leistung statt durch Bildung nannte der Soziologe Heinz BUDE in seinem Aufsatz Das prekäre Gut der Bildung in der Zeitschrift Merkur vom August 2013 eine Alternative für jene aus armen Elternhäusern. In diesem Sinne wäre Marvin WILLOUGHBY ein Fuchs (im Gegensatz zu den Löwen per Bildungsaufstieg). Sport jenseits des Leistungssports gilt inzwischen als Mittel der Sozialarbeit und soll Gentrifizierungsprozesse ein menschlicheres Antlitz verleihen. Will man Gentrifizierung also positiv vermarkten, dann zeigt der Artikel von HAHN wie das funktioniert. Im Gegensatz zum Goetheviertel in Bremerhaven steht die Gentrifizierung in Wilhelmsburg nicht am Anfang, sondern hat - so zumindest HAHN - Halbzeit.

Gentrifizierung hat in den Mainstreammedien inzwischen zwei Bedeutungsaspekte angenommen, die nicht mehr zusammengedacht werden müssen, sondern vermehrt getrennt werden: zum einen der Aspekt der Aufwertung und zum anderen die Verdrängung armer durch einkommensstarke Bevölkerungsgruppen. In diesem Sinne wird immer öfter Gentrifizierung nur negativ gesehen, wenn sie zu Verdrängungsprozessen führt. Das Problem ist jedoch, dass sich solche Verdrängungsprozesse - politisch durchaus gewollt - kaum nachweisen lassen. HAHN setzt deswegen lieber gleich auf die Einschätzung eines Gentrifizierungsbefürworters als auf empirische Belege. Die Befürworter werden von HAHN als "Wilhelmsburger mit Blick fürs Ganze" geadelt, d.h. Gegner werden also vorab zu Vertretern des "Partikularinteresse" abgestempelt.

Mittels Bürgerbeteiligung wird inzwischen von Seiten der Stadtplanung der Protest von Privilegierten kanalisiert. Lutz CASSEL, Vorsitzender des Stadtteilbeirats, steht für dieses Milieu, das in Hamburg insbesondere der "kreativen Klasse" angehört ("Musikredakteur in Rente"). In Wilhelmsburg sind das rund 500 Bürger von 54.000 Einwohnern, d.h. keine 10 % der Betroffenen.

"Wilhelmsburg ist lebendig. (...). Viele Studenten sind hergezogen, und immer noch hört man viele Sprachen auf den Straßen. Junge Wilhelmsburger haben neue Läden und Restaurants eröffnet, weil schon jetzt mehr Leute im Stadtteil wohnen, die sich Milchcafe, Sushi oder Bio-Lebensmittel leisten können",

beschreibt HAHN die Gentrifizierung, die scheinbar dem traditionellen Skript der Gentrifizierungsforschung folgt (das in Deutschland von Hartmut HÄUßERMANN & Walter SIEBEL popularisiert wurde), nur dass es sich nicht mehr um einen ungesteuerten, sondern um einen politisch und medial ("symbolische Gentrifizierung") gesteuerten Prozess handelt.   

 
       
   

SCHWENKENBECHER, Jan (2018): Wegweisend.
Froscher haben einen Algorithmus entwickelt, der Flüchtlinge so in einem Land verteilt, dass diese besser Arbeit finden. Doch die deutsche Rechtslage lässt das nicht zu - bisher,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 23.01.

Jan SCHWENKENBECHER berichtet von einem Algorithmus, der verspricht, die Arbeitslosigkeit unter Flüchtlingen zu verringern. Bislang ist das jedoch nur Theorie und noch nirgends praktisch erprobt worden. Ob dies jedoch die Akzeptanz erhöht, ist eine ganz andere Frage, denn was geschieht. Dem Rechtspopulismus durch Big Data beikommen? Zu schön, um wahr zu sein.

 
       
   

Das Single-Dasein in Frankreich

BRÄNDLE, Stefan (2018): Kein Geld für Kinder.
Frankreich hat traditionell die höchste Geburtenrate Europas. Doch jetzt bringen die Französinnen weniger Kinder auf die Welt. Deutschlands Wirtschafts- und Sozialmodell gilt plötzlich als Vorbild,
in:
Frankfurter Rundschau v. 23.01.

Nicht erst diese Woche wie Stefan BRÄNDLE behauptet (was daran liegen mag, dass der Bericht bereits letzte Woche in der Luzerner Zeitung stand und die FR das ohne Abänderung übernommen hat), sondern bereits vor einer Woche wurden in Frankreich die Geburtenzahlen für 2017 veröffentlicht, wie auf dieser Website nachzulesen war (Deutschland ist dazu nicht annähernd in der Lage, sondern hat erst im November vorläufige Zahlen für 2016 geliefert).

"Der Nationalstolz ist (...) getroffen, weil damit die bisherige Annahme, Frankreich (...) werde Deutschland (...) in einem halben Jahrhundert als bevölkerungsreichstes Land Europa ablösen, in weite Ferne rückt",

trötet BRÄNDLE. Anfang des Jahrtausends wurde umgekehrt den Deutschen damit gedroht (z.B. 2002 im katholischen Rheinischen Merkur, dem die Leser davongelaufen sind und der inzwischen eingestellt wurde). Diese Art von Berichterstattung zeigt, dass der Kosmopolitismus und der Europagedanke nicht einmal bei unseren Medien vorhanden ist. Vielmehr reicht dieser unsägliche Geburtenvergleich zurück in die Zeiten der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und Deutschland. In dieser kriegerischen Vergangenheit wurde mit falschen Bevölkerungsangaben zum Nachbarland Stimmung gemacht.

Anders als früher wird heute dieser Krieg und die Geburtenwettlaufshysterie ökonomisch geführt und medial geschürt. Die Verankerung von Bevölkerungsbewusstsein im Volke, gemäß dem nationalkonservativen Bevölkerungswissenschaftlers Herwig BIRG eine nationale Propagandaaufgabe, ist heutzutage offensichtlich immer noch aktuell - aller Europarhetorik zum Trotz.

Typisch für dieses kleinkariert, nationalistische Konkurrenzdenken unserer Medien ist der Versuch Geburtenzahlen, deren Zustandekommen ungeklärt ist, für familienpolitische Schnellschüsse zu vereinnahmen. Während in Deutschland Vereinbarkeitsverfechtern (wegen der Kinderbetreuung) und Nationalkonservativen (wegen der pronatalistischen Ausrichtung) Frankreich als Vorbild gilt, behauptet BRÄNDLE nun dreist, dass in Deutschland die Familienpolitik "sozial" sei, obwohl davon beim Elterngeld keine Rede sein kann. Das Elterngeld ist eine bevölkerungspolitisch motivierte Maßnahme, die auf der Prämisse beruht, dass Akademikerinnen mehr Kinder bekommen sollen als Nicht-Akademikerinnen. 

 
       
   

22.01.2018

 
       
   

ENGEL, Sarah Heidi (2018): Liebe für 1000 Euro pro Monat.
Die Website Mysugardaddy.eu verkuppelt junge Frauen mit älteren Männern. Manche suchen einen Seitensprung, andere eine Beziehung,
in:
Welt v. 22.01.

 
       
   

RULAND, Franz (2018): Kein Mittel gegen Altersarmut.
Die neue "Grundrente" käme wegen der langen zeitlichen Voraussetzungen nur wenigen Rentnern zugute,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 22.01.

Der SPD-Parteitag ist vorbei und nun beginnt wieder das Einschießen auf die Rentenpläne. Franz RULAND, die SZ-Wirtschaftsteilexperteninstitution, knöpft sich heute die Grundrente vor.  

 
       
   

HAAK, Sebastian (2018): Über eine verlorene Generation.
Die Krise der SPD wird seit Jahren von denselben Personen verwaltet - Beispiel Thüringen,
in: Neues Deutschland
v. 22.01.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

ENZ, Werner (2018): Schweizer Pensionskassen tanken Kräfte.
2017 war vor allem ein grossartiges Aktienjahr,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 22.01.

ZASLWASKI, Valerie (2018): Die Reihen sind wieder geschlossen.
Die Gewerkschaftsfrauen treten nach der abgelehnten AHV-Reform erneut mit einer Stimme auf,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 22.01.

 
       
   

21.01.2018

 
       
   

SCHAAF, Julia (2018): "Einsamkeit schädigt die Gesundheit".
Eine Psychologin über die steigende Zahl einsamer Menschen unter uns und die Frage, ob die deutsche Politik etwas dagegen tun sollte,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 21.01.

Die konservative britische Premierministerin hat öffentlichkeitswirksam die Ministerin Tracey CROUCH, die für Sport und bürgerschaftliches Engagement zuständig ist, mit dem Kampf gegen Einsamkeit betraut (mehr hier und hier). Dies entspricht einer Logik, die der Soziologe Nicolas ROSE als "Regieren durch Community" kritisiert hat. Die Mainstreamzeitungen titelten daraufhin, dass Theresa MAY eine "Ministerin für Einsamkeit" ernannt hätte, was natürlich falsch ist, aber davon zeugt wie die Mainstreammedien ticken.

Bekanntlich hat die frühere neoliberale Premierministerin verkündet, dass es keine Gesellschaft gibt, sondern nur Individuen. Dass eine solche Politik des flexiblen Kapitalismus das Einzelkämpfertum heroisiert, ist kaum verwunderlich. Die Kehrseite wird nun als "Einsamkeits-Epidemie" angeprangert, was das Problem verharmlost, indem es entpolitisiert und psychologisiert wird. Das zeigt sich auch in dem Interview mit der Psychologin Maike LUHMANN. Der flexible Kapitalismus heroisiert den extravertierten Menschen, was auch bei LUHMANN anklingt:

"Schaaf: Ist die Neigung zur Einsamkeit auch eine Frage der Persönlichkeit?
Luhmann: Auf jeden Fall. (...). Extravertierte Menschen sind geselliger und gehen gerne auf andere Menschen zu. Ihnen fällt es einerseits leichter, Kontakte zu knüpfen und Beziehungen zu pflegen. Andererseits haben sie auch ein höheres Bedürfnis nach Kontakten, und wenn die dann fehlen, fühlen sie sich eher einsam als Menschen, die ohnehin introvertiert sind, schüchtern, gern einmal allein."

Gegen solche Vorurteile wehren sich inzwischen Introvertierte. Inwiefern Introversion und Schüchternheit zwei unterschiedliche Aspekte sind, darüber ist inzwischen ein Streit entbrannt. LUHMANN beklagt - im Interesse ihrer Profession eine psychotherapeutische Unterversorgung in Deutschland. Psychologen verwalten jedoch eher das Elend der Einsamkeit, weil sie nichts an den gesellschaftlichen Strukturen, z.B. dem beziehungs- und familienfeindlichen Arbeitsmarkt ändern können. Ziel von Psychotherapie ist die Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit in der Gesellschaft, nicht die Veränderung der Gesellschaft. Das kann nur die Politik. Die Situationen, die Einsamkeit fördern, sind der Zwangsmobilität in der Hartz-Gesellschaft geschuldet. Einsamkeit ist auch nicht - wie gerne angenommen wird - im Alter am verbreitesten (sieht man von krankheitsbedingten Einschränkungen ab), sondern in der Jugend und im Erwachsenalter. Das Problem bei den "Single-Haushalten" bzw. hohen Scheidungsraten zu suchen, lenkt von den gesellschaftlichen Ursachen ab.  

 
       
   

PERGANDE, Frank (2018): Sonderrente für die Stasi.
Und zahlen müssen die ostdeutschen Länder. Jetzt aber wehren sie sich,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 21.01.

Während Stefan PUSCHNER im aktuellen Freitag das Problem der Zusatz- und Sonderrenten nur peripher behandelt, holt Frank PERGANDE weit aus, wobei er die Sonderrente für Mitarbeiter der Staatssicherheit besonders betont, obwohl deren Anzahl gering ist, aber hohes Empörungspotenzial besitzt.

"!990 wurde vermutet, dass etwa 300.000 DDR-Bürger Rente aus den Zusatz- und Sonderleistungen beziehen würden. (...).
Derzeit gibt es 1,3 Millionen Anspruchsberechtigte. Darunter sind etwa 830.000 Renten mit Zusatzversorgung und etwa 430.000 mit Sonderversorgung, darunter wiederum 63.000 Renten für ehemalige Angehörige der Staatssicherheit. Das alles kostet 2,7 Milliarden Euro im Jahr. Und so geht es in den nächsten Jahren weiter, Tendenz steigend. Die letzten Anspruchsberechtigten kommen 2030 in die Rente",

beschreibt PERGANDE das Problem. Die Lasten tragen zu 40 % der Bund und zu 60 % die neuen Bundesländer. Im Sondierungspapier ist eine Änderung geplant, d.h. die neuen Bundesländern sollen entlastet werden. Wie, das wird jedoch nur vage gesagt. Der Bund soll schrittweise die Kosten übernehmen.

 
       
   

20.01.2018

 
       
   

BEENEN, Janis (2018): Wesertraum.
Das Goethequartier in Bremerhaven gilt schon lange als ärmstes Stadtviertel Deutschlands. Die Stadt versucht gemeinsam mit Bürgern und mutigen Investoren, den Verfall zu stoppen. Nun zeigen sich erste Erfolge - das macht manchem Angst,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 20.01.

Janis BEENEN beschreibt am Beispiel des Goetheviertels in Bremerhaven wie heutzutage die Gentrifizierung attraktiver innenstadtnaher Stadtviertel, d.h. die Vertreibung der Armen aus Gründerzeitvierteln, mittels Public-Private-Partnership betrieben wird.

"Die armen Menschen von Bremerhaven leben in Altbauten aus der Gründerzeit. Im Goethequartier zwischen Hafen und Innenstadt reihen sich hohe Mehrfamilienhäuser mit Stuckverzierungen aneinander (...). Rolf Thörner (...) arbeitet als Immobilieninvestor. Wo andere Elend sehen, sieht er Potenzial. (...).
In Medienberichten wird die Gegend oft als »ärmstes Stadtviertel Deutschlands« bezeichnet (...). Mehr als zwanzig Prozent der Bewohner hier haben keine Arbeit, jeder fünfte gilt als überschuldet. Von etwa 750 Häusern gab die Stadt 35 das Label »verwahrlost«. Der Mietpreis liegt meist unter fünf Euro pro Quadratmeter. Dennoch stehen viele Häuser leer. (...).
Seit Jahrzehnten leben viele Ausländer im Goethequartier, der Anteil liegt bie mehr als 40 Prozent. vor allem Bulgaren sind hier",

beschreibt BEENEN das profitable Altstadtquartier, bei dem hauptsächlich das schlechte Image, die Bewohnerstruktur und die unwilligen Eigentümer als Störfaktor der Gentrifizierung  angesehen werden. Denn bereits in den 1980er Jahren wurden Käufern goldene Zeiten versprochen, die nun als unwillige Eigentümer den Gentrifizierungsplänen entgegenstehen:

"In den verwahrlosten Mehrfamilienhäusern gibt es meist zahlreiche Wohnungseigentümer. Viele leben im Ausland (...). Etliche Eigentümer sind auch in Süddeutschland zu finden. Ihnen wurden die Immobilien in Bremerhaven nach einer Sanierungswelle in den 80er Jahren als Wertanlagen verkauf. Sie kannten die Wohnungen damals nur aus Hochglanzprospekten und zahlten überzogene Preise. Noch mehr Geld wollen sie nicht investieren."

Dieses Desaster könnte sich wiederholen, wenn Bremerhaven nicht doch noch vom Aufschwung profitieren kann. Die Stadt jedenfalls buttert viel Geld in das Altbauviertel, um es für Investoren attraktiv zu machen, die ganz sicher nicht an einem "belebten Viertel, in dem Menschen aus allen Schichten der Gesellschaften leben" (so das Marketinggewäsch, das  BEENEN nachplappert) interessiert sind, sondern Rendite machen wollen. Klappt es, dann steht am Ende das gentrifizierte Ghetto betuchter Wilhelmshavener.       

 
       
   

SOJITRAWALLA, Shirin (2018): Frau ohne Kind.
Rebecca Solnit sorgte mit ihren feministischen Essays weltweit für Furore. Ihr neues Buch ist gewohnt scharfsinnig und humorvoll,
in:
TAZ v. 20.01.

Shirin SOJITRAWALLA, Jahrgang 1968, geht nur äußerst widerwillig auf den titelgebenden Essay Die Mutter aller Fragen ein, in dem die kinderlose Feministin sich mit der verletztenden Frage Warum haben sie keine Kinder? auseinandersetzt. Außer dass SOJITRAWALLA die Behandlung dieses Thema durch Rebecca SOLNIT offensichtlich missfällt, bleiben die Gründe ihrer Abneigung im Dunkeln. Einzig der Essay Kinderlosigkeit von Hans-Ulrich TREICHEL aus dem Jahr 2004 fällt ihr dazu ein. Wichtiger ist SOJITRAWALLA stattdessen jenes Thema, das den elitefeministischen, akademischen Mainstream derzeit umtreibt. 

 
       
   

REINECKE, Stefan/SCHULTE, Ulrich/WYPUTTA, Andreas (2018): Im Kern gespalten.
Reportage: Am Sonntag stimmt die SPD darüber ab, ob sie Koalitionsverhandlungen mit der Union aufnimmt. Juso-Chef Kevin Kühnert kämpft gegen die Groko, SPD-Chef Martin Schulz dafür. Links gegen rechts - und mehr. Denn der Riss geht diesmal viel tiefer,
in:
TAZ v. 20.01.

Der Parteitag ist eine Farce. Ein bisschen Protest soll darüber hinwegtäuschen, dass die SPD sich wie ein Lamm zur Schlachtbank führen lässt. Der Juso-Vorsitzende Kevin KÜHNERT wird von REINECKE/SCHULTE/WYPUTTA folgendermaßen beschrieben:

"Der Stadtteil Friedenau liegt im wohlhabenden Süden der Hauptstadt. Wer hier in der SPD ist, gehört eher zur akademischen Mittelschicht. Der SPD-Ortsverein ist von Beamten, Lehrerinnen, Senatsangestellten geprägt.
Kühnert ist hier »der Kevin«. (...).
»Der Sonntag«, sagt er »wird schwierig. Wir müssen das gesittet über die Bühne bringen«. Gesittet. Wer so redet, ist kein Rebell, der das Partei-Establishment verjagen will. So kliingt jemand, den man sich in ein paar Jahren eher als Staatssekretär im Finanzministerium vorstellen kann, als mit Megafon auf der G20-Demo."

Im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 konnte man sehen, wie mit missliebigen Juso-Vorsitzenden bei der SPD umgegangen wird: Sie erhalten einfach keinen aussichtsreichen Listenplatz bei Bundestagswahlen. KÜHNERT wird das sicherlich nicht passieren.

 
       
   

KROHN, Philipp (2018): Wer wenig verdient, sorgt wenig vor.
Wer im Rentenalter seinen Lebensstandard halten will, sollte dafür auch privat vorsorgen, das verlangen die Reformen seit 2001. Doch wie viel Spielraum zur Eigenverantwortung haben Geringverdiener?
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.01.

Wieviel Spielraum Geringverdiener bei der Altersvorsorge haben, interessiert Philipp KROHN als Verfechter der Kapitaldeckung nicht. Für ihn besteht sozusagen eine moralische Pflicht, die er mit verschiedenen Untersuchungen von Lobbyisten der Finanzdienstleister zu untermauern versucht. Typisch für die Halbwahrheiten ist, dass KROHN Ergebnisse zu ganz verschiedenen Einkommensgruppen vorstellt, die mit Geringverdienern meist recht wenig zu tun haben. So sucht er sich aus einem Sammelsurium von Einkommensgruppen, die von den a) 1000 - 3000 Euro Bruttoeinkommen; b) "drei unterste Einkommensdezile"; c) unterste Einkommensgruppe (die Eurobeträge werden verschwiegen!) über d) "das Fünftel der Bevölkerung mit den geringsten Einkommen" reichen. Dabei werden nicht-repräsentative mit repräsentativen Umfragen gemischt, um die eigene Position zu rechtfertigen. Zum Schluss kommt die unvermeidliche FAZ-Experteninstitution Axel BÖRSCH-SUPAN, den die FAZ gerne als Nachfolger von Bert RÜRUP im Politikberatungsgeschäft installiert gesehen hätte, um die Riester-Rente schönzureden, von der Daniel MOHR in der gleichen Ausgabe schreibt:

"Ein auf Versicherer zugeschnittenes Produkt mit dem Siegel der staatlichen Förderung hat letztlich in den meisten Fällen nur die Provisionstaschen der Finanzvertriebe und Versicherer gefüllt und der privaten Altersvorsorge einen Bärendienst erwiesen." 

MOHR, Daniel (2018): Selbst ist der Anleger.
Die Vermögensfrage: Rentenpolitik ist für die Rentner da. Unter diesem Leitbild steht auch wieder das Sondierungspapier von Union und SPD. Die jungen Sparer sollten sich davon aber nicht beirren lassen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.01.

Daniel MOHR redet als Verfechter der Kapitaldeckung die gesetzliche Rente schlecht und versucht die Jungen mit Renditeversprechen zu ködern. Linke werden damit verdummt, dass der Kauf von Aktien(fonds) eine "Beteiligung (...) am Produktivkapital" sei. Die Niederlande und Schweden würden alles richtig machen. Erst die Geschichte wird zeigen, ob die Auslieferung an Kapitalmärkte der richtige Weg ist, um dem "demografischen Wandel" zu begegnen. Bislang ist eher das Gegenteil zu beobachten. Wenn es schief geht, dann ist für Marktradikale wie MOHR sowieso die "Überregulierung" und der "Kleinanlegerschutz" schuld. 

 
       
   

19.01.2018

 
       
   
taz-Titelgeschichte: Scheidung macht sie arm

OESTREICH, Heide (2018): Was nach der Scheidung übrig bleibt.
Vor zehn Jahren wurde das Unterhaltsrecht reformiert. Es sollte die "Versorgerehe" ablösen, die Familienpolitik modernisieren. Doch es trieb unzählige Frauen in die Armut,
in:
TAZ v. 19.01.

Heide OESTREICH zieht Bilanz zu 10 Jahren neues Unterhaltsrecht. Die taz gehörte in der Debatte zur Reform des Unterhaltsrechts zu den Befürwortern einer Neuorientierung auf die Doppelkarriere-Familie und begrüßte das als Schritt auf dem Weg zum Ende der Alleinverdienerehe. Dumm nur, dass die Doppelkarriere-Familie in Deutschland lediglich das Lebensmodell einer kleinen Minderheit von Akademikerinnen ist, die aber die Mainstreamdebatte dominierten.

"(W)as Brigitte Zypries bei ihrem Schritt in die moderne Familienpolitik nicht bedacht hatte. Es gab nur wenige moderne Familien für ihre moderne Familienpolitik Nach wie vor war und ist das vorherrschende Familienmodell in Deutschland das westdeutsche sogenannte modernisierte Ernährermodell - er Vollzeit, sie Teilzeit. 70 Prozent aller Mütter in Deutschland arbeiten nicht voll. Und so kommt es, dass nach wie vor 95 Prozent aller Menschen, die ein Recht auf Unterhaltszahlungen vom Expartner haben, Frauen sind."

2010 verfasste Julia NIEMANN in der taz eine Titelgeschichte über die verlassenen Macciato-Mütter im Berliner Szenebezirk Prenzlauer Berg. Simone SCHMOLLACK, heutige Chefredakteurin bei der Wochenzeitung Freitag, schrieb damals einen hämischen Artikel in der taz über Selbstmitleid im Szenecafé. OESTREICH fasst diese Sicht folgendermaßen zusammen:

"(»A)m Anfang war es tatsächlich Wildwest«, erinnert sich Anwältin Birgit Kemming vom Deutschen Juristinnenbund. Die Scheidungszahlen stiegen 2008 und 2009 plötzlich an. Die Vermutung liegt nahe, dass das Ehemänner ihre Exfrauen entsorgten, weil sie nun genug Geld haben sollten, um mit ihrer Geliebten eine neue Familie zu grünen.
Und die geschiedenen Frauen bekamen wenig Solidarität."

2013 wurde das Unterhaltsrecht abgemildert und mehr Rücksicht auf die "langjährigen Hausfrauenehen" genommen. Während die Männer per Hartz-Gesetzgebung auf die Abwärtsrampe geschickt wurden, war die Reform des Unterhaltsrechts das funktionale Äquivalent dazu für Frauen. Beide Reformen beendeten die Lebensstandardsicherung (wie schon zuvor die Teilprivatisierung der gesetzlichen Rente für die Rentenempfänger) und unterwarfen die Individuen dem neoliberalisierten Markt mit seinen Erfolgsprinzipien. Individualisierung wurde damit vom Versprechen zum brutalen Zwang für alle, die nicht zu den Happy Few der oberen Mittelschicht und der Oberschicht gehören. Elitenfeminismus und neoliberalistische Kräfte haben den traditionellen Sozialstaat weitgehend entsorgt - die AfD fährt nun die Ernte dieses Pyrrhussiegs ein.

Nichtsdestotrotz suchen Feministinnen weiterhin ihr Heil in einer mehr oder weniger marktkonformen Individualisierung. Ihr Motto: Die Individualisierung ist nur noch nicht richtig vollendet. Alternative Familienformen, die nicht dem Ideal der Doppelkarriere-Familie entsprechen, gelten als rückständig, obwohl der flexible Kapitalismus weniger auf Karriere als auf Niedriglohnbranchen setzt.

"Solange (...) die Familienpolitik nicht im Ganzen modernisiert wird, bleibt das neue Unterhaltsrecht eine Ungerechtigkeit."

Familienpolitik ist für OESTREICH zu allererst Gleichstellungspolitik und Bekämpfung des Ehegattensplittings. Daneben wird auch die "mangelhafte Kinderbetreuung" kritisiert. Zu den Auswirkungen der Reform von 2008 zitiert OESTREICH das 2017 veröffentlichte Arbeitspapier Less Alimony after Divorce – Spouses’ Behavioral Response to the 2008 Alimony Reform in Germany von Julia BREDTMANN & Christina VONNAHME, bei der jedoch nur die Auswirkungen auf damals bereits bestehenden Ehen, nicht aber auf die neuen Ehen betrachtet werden.

 
       
   

AUST, Andreas/ROCK, Joachim/SCHABRAM, Andrea (2018): "Grundrente" und Rentenniveau in den Sondierungsergebnissen von CDU, CSU und SPD.
Kurzexpertise Nr. 1/2018,
in:
infothek.paritaet.org v. 19.01.

 
       
   

BROCKMANN, Bärbel (2018): Rein in die Bude.
Weil Studentenwohnungen rar sind, greifen viele Eltern zur Selbsthilfe. Sie kaufen für ihren Nachwuchs ein Mikroapartment und vermieten oder verkaufen es später weiter. Die Kapitalanlage lohn sicht vor allem in teuren Uni-Städten,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 19.01.

 
       
 

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Bernds@single-dasein.de Stand: 14. Februar 2018