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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
     
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News Januar - Juni 2016
News 2000-2015

 
 
   
Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 25. - 31. Januar 2017: [25.01.] [26.01.] [27.01.] [28.01.] [29.01.] [30.01.] [31.01.]

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Während in den 1990er Jahren Soziologen aufgrund der Alterung der Bevölkerung die Single-Gesellschaft prophezeiten, besagt die Empirie nun: Immer mehr ältere Menschen leben mit einem Partner zusammen

"Der Anteil älterer Menschen, die mit ihrem Partner einen gemeinsamen Haushalt bewohnen, ist zuletzt stark angestiegen. Während 1996 nur etwas mehr als die Hälfte der 70- bis 79-Jährigen in einer Partnerschaft lebte, so sind es gegenwärtig bereits zwei Drittel. Ein ähnlicher Trend zeigt sich bei Menschen im Alter von 80 und mehr Jahren: Hier wuchs der Anteil von 26% auf nunmehr 41%. Dies hat das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) auf Basis des Mikrozensus berechnet, bei dem Partnerschaften in einem gemeinsamen Haushalt erfasst werden. Die wichtigste Ursache für den Anstieg liegt in der Verschiebung der Geschlechterproportion. So gab es noch vor zwei Jahrzehnten bei älteren Menschen einen starken Frauenüberschuss, da Männer in dieser Altersgruppe durch den Zweiten Weltkrieg dezimiert waren. Mittlerweile ist die Altersstruktur bei älteren Männern und Frauen wieder etwas ausgeglichener. Hinzu kommt, dass heute Partnerschaften ohne Trauschein weitgehend akzeptiert sind, weshalb auch ältere Menschen häufiger zusammenleben, ohne verheiratet zu sein."
(Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes v. 21.12.2016)

 
       
       
   

31.01.2017

 
       
   

HARTWICH, Ina (2016): Berlins grosses Missverständnis.
Im Stadtteil Prenzlauer Berg hat die Gentrifizierung der Gentrifizierung begonnen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 31.01.

 
       
   

Koalition plant neue Bereicherungsmöglichkeiten für Frauen mit Besser- und Spitzenverdienern an ihrer Seite

SZENT-IVANYI, Timot (2017): Ungleichbehandlung soll entschärft werden.
Koalition will Härten für Rentner durch 9/10-Regelung der Krankenversicherung abmildern,
in: Frankfurter
Rundschau v. 31.01.

Timot SZENT-IVANYI berichtet über eine geplante Besserstellung bei der Rente, die insbesondere  Beamtengattinnen zugute kommt:

"Von ihrer Mini-Rente in Höhe von 600 Euro muss sie mehr als die Hälfte an die Krankenkasse überweisen. Denn sie fällt unter die sogenannte 9/10-Regelung, die in der Öffentlichkeit kaum bekannt ist, aber einschneidenden Folgen haben kann. Appelle und Petitionen von Betroffenen führten bislang zu keiner Änderung der Rechtslage.
Doch nun könnte die große Koalition durch eine Gesetzesänderung erreichen, dass zumindest für Mütter und Väter Härten vermieden werden",

verkündet uns SZENT-IVANYI. Die 9/10 Regelung erklärt er uns folgendermaßen:

"Den KVdR-Status erhalten (...) nur Rentner, die in der zweiten Hälfte ihrer Erwerbsarbeit zu mindestens 90 Prozent gesetzlich Krankenversichert waren - daher der Name 9/10-Regelung."

Die geplante Änderung soll noch im Frühjahr beschlossen werden. Wieviele Personen davon profitieren werden, ist unbekannt. Lediglich ca. 200.000 freiwillig Versicherten könnten in den Genuss dieser Leistung kommen. Als typisches Beispiel wird uns die Beamtengattin genannt:

"Eine Frau ist jahrelang gesetzlich versichert, heiratet dann einen Beamten und lässt sich während der Erziehungszeit für die Kinder über den Ehemann absichern, Jahre später wird sie geschieden und ist dann wieder gesetzlich versichert."

Der Spitzenverband der Krankenkasse ist gegen eine solche Änderung.

 
       
   

LANDGRAF/SCHNELL/HERZ/WÄLTERLIN (2017): QBE reagiert spröde auf Avancen.
Allianz plant Übernahme: Der australische Versicherer sucht nach einer guten Ausgangsposition für mögliche Verhandlungen,
in: Handelsblatt
v. 31.01.

 
       
   

SIEDENBIEDEL, Christian (2017): Die Inflation ist nicht leicht zu schlagen.
Die Inflationsrate ist im Januar auf 1,9 Prozent gestiegen. Wo gibt es noch so hohe Zinsen fürs Ersparte, dass dieser Kaufkraftverlust ausgeglichen wird?
in: Frankfurter
Allgemeine Zeitung v. 31.01.

 
       
   

30.01.2017

 
       
   

CZYCHOLL, Harald (2017): Liebe mit Hindernissen.
Die Suche nach einem neuen Partner im Internet ist beliebt, der Markt lukrativ. Verbraucherschützer warnen jedoch vor Datenlücken und Abo-Fallen,
in:
Welt v. 30.01.

 
       
   

Die WZB-Studie Unternehmensnahe Stiftungen im Spannungsfeld zwischen Gemeinwohl und Partikularinteressen in den Medien

SCHULZ, Josephine (2017): Im Auftrag der Allgemeinheit - offiziell.
Unter dem Label "gemeinnützig" vertreten unternehmensnahe Stiftungen die Interessen von Konzernen,
in:
Neues Deutschland v. 30.01.

 
       
   

LUFF, Wolfgang (2017): Zwischen Wunder und Wahn.
Eine Geschichte der Prognosen - Jochen Radkau nähert sich Ängsten und Illusionen der Deutschen,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 30.01.

Wolfgang LUFF bespricht das Buch Geschichte der Zukunft des Historikers Jochen Radkau, Jahrgang 1943.

"Unsere Handlungen werden durch unsere Zukunftsvorstellungen beeinflusst - selbst dann, wenn diese sich später als falsch herausstellen",

wird uns die Kernthese des Buchs erklärt. Mit dem "uns" sind nicht etwa Normalos gemeint, sondern unsere Eliten in der Politik. Diese Einseitigkeit lässt die notwendige Bewusstseinsbildung bei der Bevölkerung außen vor. Diese kommt nur in Form von Allensbach-Umfragen in Sachen Hoffnungseinbrüche vor. Auch dass der Autor den demografischen Wandel als bedeutsamstes Sujet aller Zukunftsvorstellungen unberücksichtigt lässt, schmälert den Erkenntniswert des Buches drastisch. Am Ende bleibt deshalb nur eine Banalität:

"Die Geschichte der Prognosen (...) ist eine Geschichte der Überraschungen und der Überrumpelungseffekte. Das wird vermutlicht auch für heutige Prognosen gelten."

 
       
   

Christian Baron - Proleten, Pöbel, Parasiten

POLLMER, Cornelius (2017): Kapital verfehlt.
Christian Baron scheitert mit seiner Analyse linker Politik,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 30.01.

Generationsgenosse Cornelius POLLMER (Jahrgang 1984) hält eine Auseinandersetzung mit dem Buch gar nicht erst für notwendig. Der Autor steht für ihn  zwar als sozialer Aufsteiger aus der Unterschicht für Authentizität, aber seiner Argumentation fehle die Kohärenz, was lediglich Behauptung ist, aber nicht an dessen Text belegt wird. Der Leser muss sich mit der Wertung von POLLMER zufrieden geben, d.h. POLLMER spricht zu einer Fangemeinde, der Rest interessiert ihn nicht!

 
       
   

HÄRING, Norbert (2017): Trend zum Einheitsbrei.
Lehrbücher: Von der Vielfalt in der Wirtschaftsforschung bekommen Studenten der VWL nur ganz wenig mit,
in: Handelsblatt
v. 30.01.

 
       
   

LANDGRAF/SCHNELL/HERZ (2017): Eine Nummer größer.
Bisher kümmerte sich der Allianz-Chef vornehmlich um den internen Umbau des Konzerns. Dabei soll es nicht bleiben: Oliver Bäte prüft intensiv den Kauf des größten australischen Versicherers QBE,
in: Handelsblatt
v. 30.01.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

FORSTER, Christof (2016): Die CVP hofft auf einen USR-III-Effekt.
CVP-Politiker ziehen Parallelen zwischen Steuer- und Rentenreform und setzen auf die "politische Sensibilisierung" bei FDP und SVP,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 30.01.

Christof FORSTER berichtet darüber wie die Neoliberalen in der Schweiz eine Kompensation der Renteneinbußen in der AHV verhindern wollen. FORSTER geht davon aus, dass die CVP umkippt und die Neoliberalen sich letztendlich durchsetzen werden:

"Wie stark sich die Linke engagiert, bleibt abzuwarten. Nicht auszuschliessen ist indes, dass sich die CVP in letzter Minute mit den anderen bürgerlichen Parteien auf einen Kompromiss einigt und sich damit auch die Unterstützung der Wirtschaft sichert."

 
       
   

29.01.2017

 
       
   

BECKER, Wibke (2017): Babymarkt.
In Deutschland verboten: Eizellen kaufen und Leihmütter ausbeuten. Trotzdem gibt es bald eine Messe, die zeigt, wie es geht,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
v. 29.01.

 
       
   

WAGNER, Gerald (2017): Selbstverwirklichung überall.
Soziale Systeme: Schon vor dreißig Jahren lebten wir in einer Konsumgesellschaft. Aber in einer anderen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
v. 29.01.

 
       
   

SCHERFF, Dyrk (2017): Früh spart, wer reich werden will.
Mäusekonten, Hipp Baby Sparbücher oder Biene-Maya-Schutzbriefe sollen Eltern zum Sparen für ihre Kinder verführen. Doch der Zins darauf ist nicht der Rede wert. Es gibt bessere Möglichkeiten,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
v. 29.01.

SCHERFF, Dyrk (2017): Aktien sind unschlagbar.
Der Dow Jones ist der berühmteste Börsenindex der Welt. Sein jüngster Rekord beweist: Wer etwas Zeit mitbringt, macht mit Aktien Gewinn,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
v. 29.01.

 
       
   

28.01.2017

 
       
   

ASTHEIMER, Sven (2017): In Deutschland leben so viele Menschen wie noch nie.
Durch Zuwanderung steigt die Zahl auf fast 83 Millionen - für den demographischen Wandel hat das Folgen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung
v. 28.01.

Sven ASTHEIMER nutzt die gestrige Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes zur Bevölkerungsentwicklung zur Demografisierung gesellschaftlicher Probleme.

"Gerechnet wird mit einem leichten Anstieg der neugeborenen Kinder auf bis zu 770.000 und einer annähernd gleichbleibenden Zahl an Todesfällen mit bis zu 940.000. Daraus ergibt sich ein anhaltend negatives Geburtendefizit von mindestens 150.000",

erzählt uns ASTHEIMER. Was wäre dann eigentlich ein positives Geburtendefizit? Da käme ASTHEIMER wohl in Erklärungsnot. Diese Sicht ist zudem normativ, weil dabei die "natürliche" der "unnatürlichen" Bevölkerungsbewegung (Wanderungen) gegenübergestellt wird. Der Betrachtung liegt ein statisches Bevölkerungsideal zugrunde, das wohl eher einer geschlossenen als einer offenen Gesellschaft angemessen ist.

Zuletzt kommt die 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung ins Visier, der erst im Jahr 2018 eine neue Bevölkerungsvorausberechnung folgen soll, obwohl deren Annahmen sowohl zu Geburten als auch zu den Wanderungen bereits bei ihrer Veröffentlichung überholt waren und nun Jahr für Jahr immer krasser von der Realität abweichen.

So liegt der Wanderungsüberschuss für 2016 selbst in der hohen Variante 2 um 350.000 Personen zu niedrig, was fast 90 Prozent daneben ist. Auch im letzten Jahr sah es nicht besser aus. Die Zahl der Geburten wird für 2016 mit 697.000 angegeben und liegt damit gemäß der jetzt veröffentlichten Schätzung um mindestens 33.000 (bei 770.000 sogar um 73.000) zu niedrig.    

 
       
   

ROTH, Eva & Stephan KAUFMANN (2017): Verdiente Armut?
In Deutschland gibt es wenige sehr reiche Menschen und viele arme. Die Einkommen sind sehr ungleich verteilt, die Vermögen sogar krass ungleich. Das alles ist errechnet und bekannt. Inwieweit diese Ungleichheit akzeptiert wird oder nicht, hängt davon ab, ob sie als gerecht angesehen wird. Wir stellen Argumentationsmuster vor, die immer wieder in den Medien auftauchen und denen zufolge die herrschende Ungleichheit in Ordnung geht, also keinen Grund zur Aufregung bietet. Und wir kritisieren diese Argumentationsmuster,
in:
Neues Deutschland v. 28.01.

ROTH & KAUFMANN stellen 5 neoliberale Mythen zur Armut vor:
1) "Die Armen sind gar nicht arm": Neoliberale wollen Armut möglichst klein rechnen und polemisieren deswegen gegen den relativen Armutsbegriff. Beispielhaft wird die FAZ und der  Statistiker Walter KRÄMER angeführt, der bei der Wirtschaft beliebt ist.
2) "Deutschland ist ein sehr gleiches Land": Das gilt weder für die Markteinkommen, noch für die Vermögen.
3) "Globalisierung und Technologie sind schuld": Dabei wird der Einfluss der Politik vernachlässigt
4) "Ungleichheit ist leistungsgerecht": Nicht Leistung, sondern nur Erfolg wird belohnt
5) "Wir brauchen Chancengleichheit": Nicht einmal die Gleichheit der Ausgangsbedingungen ist aufgrund des großen Einflusses der sozialen Herkunft gegeben. Die Chancengleichheit ist eine Rechtfertigungslehre des Neoliberalismus, die vernachlässigt, dass dadurch nur die Macht der Stärkeren bewahrt wird
6) "Wir brauchen bloß Bildung!": Bessere Bildung allein schafft keine angemessenen Jobs.  

 
       
   

WIMALASENA, Jörg (2017): Anwalt der Armen.
Für Sie gelesen: Ulrich Schneider kritisiert sozialpolitische Mythen,
in: Frankfurter
Rundschau v. 28.01.

 
       
   

BOEHRINGER, S. & J. WILLMROTH (2017): Risiko, was ist das?
Die Europäer wissen wenig über finanzielle Zusammenhange,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 28.01.

Die Finanzdienstleister möchten uns gerne schon in der Schule so bilden, dass sie davon profitieren, weshalb wir von Studien in ihrem Auftrag regelmäßig zu finanziellen Analphabeten erklärt werden. So auch wieder durch eine Auftragsstudie des Allianz-Konzerns in 10 europäischen Ländern. Dazu werden uns Fragen gestellt, die für den Finanzmarktalltag wenig tauglich sind. Nützt es jemanden etwas über Renditen zu wissen, der kein Geld fürs Sparen übrig hat? Ich könnte z.B. alle Fragen richtig beantworten und dennoch der Meinung sein, dass z.B. die Kapitaldeckung gegenüber der Umlagefinanzierung die schlechtere Lösung ist. Das aber wollen solche Umfragen gar nicht wissen! Sie schreiben unsere Zurückhaltung lieber unserer ungenügenden Finanzbildung zu.

 
       
   

27.01.2017

 
       
   

DESTATIS (2017): Bevölkerung in Deutschland voraussichtlich auf 82,8 Millionen gestiegen,
in: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 27.01.

"Die Einwohnerzahl Deutschlands steigt aufgrund der überdurchschnittlich hohen Wanderungsgewinne seit 2012 wieder an. Das Statistische Bundesamt (Destatis) geht nach einer Schätzung derzeit davon aus, dass Ende 2016 etwa 82,8 Millionen Menschen hier gelebt haben. Am Jahresende 2015 waren es 82,2 Millionen Menschen gewesen. Damit würde Ende 2016 der bisherige Höchststand vom Jahresende 2002 von gut 82,5 Millionen Personen übertroffen werden",

erklärt uns das Statistische Bundesamt. In Wirklichkeit sind die Zahlen von 2002 und 2016 nicht vergleichbar, weil dazwischen der Zensus 2011 lag, der zur Korrektur der Bevölkerungszahlen um ca. 1,5 Millionen nach unten führte, d.h. die heutige Bevölkerungszahl läge bereits seit längerem über jener des Jahres 2002.

"Für 2016 wird der Schätzung nach mit 730.000 bis 770.000 Geburten" gerechnet. Letztes Jahr prognostizierte das Statistische Bundesamt 705.000 bis 730.000 Geburten. Tatsächlich waren es dann 737.575 Geburten.

 
       
   

RATH, Christian (2017): Singles zahlen mehr.
Urteil: Zwei Wohnungen, zwei Rundfunkbeiträge, sagt das Bundesverwaltungsgericht,
in:
TAZ v. 27.01.

"Einpersonenhaushalte" zahlen genauso viel wie Wohngemeinschaften, schreibt Christian RATH. Das ist insofern falsch, weil beim Rundfunkbeitrag nicht Haushalte, sondern Wohnungen die Bezugseinheit sind. Im Gegensatz dazu werden in der Statistik Wohngemeinschaften in der Regel als mehrere Einpersonenhaushalte gezählt. Statt von Einpersonenhaushalten müsste also korrekt von Alleinwohnenden gesprochen werden.

Im Grunde haben wir es hier mit Willkür in dem Sinne zu tun, dass Personen entweder als Einpersonenhaushalte oder als Alleinwohnende gezählt werden, um aus dieser Personengruppe den höchstmöglichen Gewinn herauszuholen.

 
       
   

KROHN, Philipp (2017): Baustellen in allen Versicherungssparten.
Die Geschäftszahlen der Branche stagnieren. Noch ist nicht ausgemacht, dass sie den digitalen Wandel und den Niedrigzins gut bewältigt,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung
v. 27.01.

Philipp KROHN betrachten die Zahlen des Versicherungslobbyisten GDV einseitig aus Unternehmenssicht, während die Interessen der Kunden ignoriert werden.

"Für die Lebensversicherer ist einigermaßen ermutigend, dass trotz fallender Verzinsungen der Policen ihr Brot- und Buttergeschäft - die Altersvorsorge gegen laufende Beiträge - sogar etwas stärker nachgefragt wurde als im Vorjahr. Hier legten die Kunden immerhin 2 Prozent mehr in Policen an als 2015",

erklärt uns der Befürworter der Kapitaldeckung. Die Ursache ist nicht etwa, dass die Lebensversicherung als Altersvorsorge für Schlechterverdiener lukrativ wäre, sondern dass aufgrund der neoliberalen Propaganda sich immer mehr Menschen damit abfinden, dass die Versicherer die Risiken voll auf sie abwälzen:

"»Die Kunden sind offenbar bereit, für ein Stück mehr Risiko auch höhere Chancen zu bekommen«, sagte Markus Faulhaber, Chef der Allianz-Leben und Vorsitzender des GDV-Lebensversicherungsausschusses",

zitiert KROHN die Sicht des Versicherungslobbyisten. Die Sache ist jedoch anders: Die Lebensversicherer zwingen Neukunden zur Übernahme solcher Verträge mit höheren Risiken, da sie Verträge mit Garantien entweder gar nicht mehr anbieten oder zumindest nicht mehr bewerben.

"Der Rückgang in dieser sparte geht vor allem auf ein Minus im zinssensitiven Geschäft gegen Einmalbeiträge zurück. Außerdem gelang es Versicherern schlechter als im Vorjahr, Verpflichtungen in der betrieblichen Altersvorsorge auf Pensionsfonds in Versicherungsform zu übertragen."

Im Sinne der Versicherungslobbyisten jammert uns KROHN vor, dass die Zinszusatzreserve, die auf Betreiben der Versicherer eingeführt wurde (offenbar um einen Grund zum Jammern zu haben), ein Problem darstelle, weil so immer mehr Kapital gebunden werde, was dem GDV ein Ärgernis ist, das zu beseitigen ist.

"Diese Summe lässt sich interpretieren als der Geldbetrag, der im Sparerkollektiv verbleiben muss, um die Ansprüche aus Alterverträgen zu bedienen",

erklärt uns KROHN ganz im Sinne der Lobbyisten. Die GDV präsentiert uns folgende Entwicklung der Verträge bei den Lebensversicherern:

Tabelle: Entwicklung der Verträge in der Lebensversicherungssparte
2014-2016
Jahr Anzahl der Lebensversicherungsverträge inklusive Pensionskassen
und Pensionsfonds (in Millionen)
Insgesamt Betriebliche
Altersvorsorge
Private
Altersvorsorge
2014 92,4 15,0 77,4
2015 91,0
(- 1,4)
15,3
(+ 0,3)
75,7
(- 1,7)
2016 89,4
(- 1,6)
15,5
(+ 0,2)
73,9
(- 1,8)
Quelle: gdv.de, Entwicklung der Geschäftszahlen Tabelle Deutsche Versicherungs-
wirtschaft (Stand: 27.01.2017); Eigene Darstellung und Berechnungen

Betrachtet man die Entwicklung der Verträge in der Lebensversicherungssparte, dann sieht die Lage ganz anders aus als jene Schönfärberei, die uns KROHN aus Lobbyistensicht mitteilt.

KUNZ, Anne (2017): Die Leiden der Assekuranz.
Lebensversicherungen verkaufen sich nicht. Branche setzt auf Policen ohne Zinsgarantie,
in:
Welt v. 27.01.

Anne KUNZ übermittelt uns ebenfalls die Sicht des GDV zur Lage der Branche. Im Gegensatz zu KROHN bringt sich auch die Kundenperspektive mit ein:

"Fast die Hälfte der Neukunden unterzeichnet im vergangenen Jahr Verträge mit agbespeckten Garantien oder fondsgebundenen Produkten - nach 37 Prozent im Vorjahr. »Die Kunden sind in der Niedrigzinsphase offenbar bereit, etwas mehr Risiko für ihre Altersvorsorge einzugehen«, deutet Allianz-Leben-Chef Markus Faulhaber diese Entwicklung. Eine andere Interpretation ist hingegen, dass die Kunden kaum eine andere Wahl haben. Schließlich wollen die großen Anbieter so wenige klassische Policen wie möglich verkaufen. Für die Verbraucher könnte das tückisch sein, schließlich sinkt die Planbarkeit ihrer Altersvorsorge und auch der Grundcharakter der Lebensversicherung (...) nähert sich immer mehr klassischen Bankprodukten an."

KUNZ hebt auf den Garantiezins als Alleinstellungsmerkmal von Lebensversicherungen ab. Dabei muss jedoch unterschieden werden, ob es sich dabei lediglich um ein Marketinginstrument der Versicherung handelt oder ob Kunden dadurch tatsächlich einen Vorteil haben. 

 
       
   

Das Single-Dasein in den USA

HOFFMANN, Catherine (2017): Es war ein Traum.
Die Bürger der Vereinigten Staaten hat lange der Glaube geeint, dass es jeder nach oben schaffen kann, der nur hart genug arbeitet. Abstiegsängste aber haben die Zuversicht erschüttert. Zwei beachtliche Studien zeigen nun, dass diese begründet sind,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 27.01.

Catherine HOFFMANN berichtet über zwei Studien zum verblassenden amerikanischen Traum (The Fading American Dream).

 
       
   

26.01.2017

 
       
   

STEFFEN, Johannes (2017): Rente und Grundsicherung.
Prozess systemischer Verschmelzung,
in:
sozialpolitik-portal.de v. 26.01.

Johannes STEFFEN kritisiert die Argumentation von Neoliberalen wie Axel BÖRSCH-SUPAN, die einen Zusammenhang zwischen steigender Altersarmut und der Entwicklung des Rentenniveaus leugnen.

"Seit dem Start der »Reformen« 2002 bis heute (Datenstand: September 2016) ist
•der Zahlbetrag des aktuellen Rentenwerts (AR) um 13,7 Prozent und
•der Bruttobedarf in der Sozialhilfe bzw. der Grundsicherung im Alter um 41,9 Prozent gestiegen. Die Relation zwischen Fürsorgebedarf und Zahlbetrag der Standardrente mit 45 Entgeltpunkten hat sich von 1 : 1,90 auf 1 : 1,52 verringert. Die Zahlbeträge der Renten sind deutlich schwächer gestiegen als der Bedarf der Fürsorge. Rente und Grundsicherung befinden sich in einem schleichenden Prozess der systemischen Verschmelzung. Da wächst in erstaunlichem Tempo zusammen, was nicht zusammengehört. Die starke Erhöhung des AR Mitte 2016 markiert hierbei keine Trendwende – eher eine kurzfristige Atempause. Bei weiter sinkendem Niveau werden die Chancen, auf eine Altersrente oberhalb der Fürsorge zu kommen, vor allem für Niedriglöhner immer schlechter",

beschreibt STEFFEN den Zusammenhang von Rentenniveau und Grundsicherung. 

 
       
   

SPIEWAK, Martin (2017): "Hingehen, wo es brodelt und stinkt".
Die Deutschen vertrauen den Medien immer weniger? Stimmt nicht, sagen die Zahlen zweier Mainzer Kommunikationsforscher,
in:
Die ZEIT Nr.5 v. 26.01.

Die ZEIT versucht sich den Vertrauensverlust in die Mainstraimmedien schönzuschreiben, indem uns wichtige Informationen zur eigenen Beurteilung der Umfrage vorenthalten werden. Es handelt sich dabei nach Eigenaussage um eine Telefonumfrage. Da viele, vor allem jüngere Menschen gar kein Telefon mehr haben, werden bestimmte Gruppen durch Telefonumfragen nicht erreicht. Natürlich könnte es sein, dass die ZEIT unter Telefonumfragen auch Mobilfunknutzer versteht und diese miteinbezogen wurden. Aber selbst dann verwundert es, dass sich die Antworten immer zu 100 Prozent aufsummieren, was ja bedeuten würde, dass jeder Befragte auch geantwortet hat. Gab es also keine Antwortverweigerer, was unwahrscheinlich ist? Dann wird uns aber zumindest die Verweigerungsquote verschwiegen, die ja eine wichtige Information darüber ist, inwiefern die Umfrage qualitativ hochwertig ist.

Behält man das als Problematik im Hintergrund, dann vertrauen fast zwei Drittel der Bevölkerung NICHT oder nur sehr bedingt den Mainstreammedien (60 %). Gerade diejenigen, die ihr Vertrauen verloren haben, haben sich in nur 8 Jahren fast verdreifacht. Da keine Angaben zur Sozialstruktur gemacht werden, kann auch nicht nachvollzogen werden, welche Gruppen sich von den Medien distanziert haben. Die Fragen sind zudem so gestellt, dass sich Befragte gar nicht angemessen äußern können:

"Medien berichten grundsätzlich nicht über berechtigte Meinungen, wenn sie diese für unerwünscht halten.

Die Medien und die Politik arbeiten Hand in Hand, um die Bevölkerungsmeinung zu manipulieren."

Diese beiden Fragen werden als wissenschaftlich UNgerechtfertigte Kritik abgetan, obwohl diese Kritik in weniger plumper Form durchaus gerechtfertigt wäre. Man hätte die Antwortmöglichkeiten einfach etwas anders gestalten können, z.B.:

"Medien berichten selten über Meinungen, wenn sie diese für unberechtigt halten.

Medien verstehen sich eher als Politikvermittler statt als Aufklärer über den Lobbyismus."

Tanjev SCHULTZ, einer der Kommunikationswissenschaftler ist ein ehemaliger SZ-Journalist, bei dem sich persönliche Meinung mit Umfragewerten vermischt:

"Die Leser unterschätzen in der Regel (...) den Binnenpluralismus. Da gibt es bei vielen Themen oft sehr unterschiedliche Meinungen."

Diese Aussage lässt sich leicht widerlegen, denn dann müssten in unseren Mainstreamzeitungen täglich Pro-und-Contra-Artikel erscheinen. Diese sind jedoch äußerst selten, wie jeder selbst überprüfen kann.

Den Kritikern wird der Irrglaube vorgehalten, dass Eigentümer den Journalisten verordnen, was sie zu schreiben haben. Dies ist natürlich barer Unsinn, denn es soll davon ablenken, dass in den Redaktionen Selbstzensur herrscht. Wer will schon seinen Arbeitsplatz verlieren? Schließlich stehen genügend potenzielle Journalisten in Wartestellung. Zudem sind die meisten Zeitungen stark auf Anzeigenkunden angewiesen.

Das Feindbild sind die sozialen Medien, wobei dies insofern Verdummung ist, weil auf der Gegenseite auch viele Journalisten arbeiten. Selbstkritik ist nur in sehr geringem Maße vorhanden, z.B. wenn SCHULTZ auf Besserwisserei, mangelhafte Fehlerkultur oder die "Grundgnadenlosigkeit" bei den Kommentatoren der Qualitätsmedien zu sprechen kommt, die nicht unschuldig an der Verrohung des öffentlichen Diskurses sind. Dies dürfte jedem einleuchten, da ja etliche Rechtspopulisten, die nun beschimpft werden, lange Zeit selber in Mainstreammedien tätig waren.

"Journalisten leben natürlich in einer Blase. Sie stammen häufig aus einem bestimmten akademischen Milieu, oft linksliberaler Prägung, haben selbst wiederum viel mit Journalisten zu tun. Der Zugang zu anderen Lebenswelten fällt ihnen schwer",

meint SCHULTZ. Dem kann man unumwunden zustimmen!

 
       
   

FREITAG (2017): A - Z Linke Liebe.
Dating: Die USA mal wieder. Eine Lehrerin im Bundesstaat Utah forderte ihre Schüler in einer Hausaufgabe zum Ausgehen auf. Mit auf den Weg gab sie einen Verhaltenskodex, sexistisch wie aus den 1950er Jahren. Das kann "uns" natürlich nicht passieren: Linke lieben anders. Das Lexikon der Woche,
in:
Freitag Nr.4 v. 26.01.

 
       
   

SCHWARZ, Carolina (2017): "Ja, ich darf das".
Patchwork: Lisa Cossham ist Teilzeitmutter. Eine Woche leben ihre Kinder bei ihr, eine Woche beim Exmann. Er wird dafür gelobt - und sie kritisiert,
in:
Freitag Nr.4 v. 26.01.

 
       
   

PUSCHNER, Sebastian (2017): "Es geht um das eine reichste Prozent in Deutschland".
Ulrich Schneider kämpft als Chef der Paritäter mit Leib und Seele für eine echte Umverteilungspolitik,
in:
Freitag Nr.4 v. 26.01.

 
       
   

ENGARTNER, Tim (2017): Der Staat macht es lieber privat.
Infrastruktur: Wohnungen, Krankenhäuser und jetzt die Autobahnen. Der anhaltende Ausverkauf der öffentlichen Daseinsvorsorge befördert die Ungleichheit. Schluss damit,
in:
Freitag Nr.4 v. 26.01.

 
       
   

Die DIW-Studie zu Einkommensverteilung und Armutsrisiko in den Medien

KAUFMANN, Stephan (2017): Ungleichheit nimmt wieder zu.
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung legt neue Zahlen vor,
in:
Frankfurter Rundschau v. 26.01.

DAMM, Haidy (2017): Einkommenskluft wird größer.
DIW-Studie: Altersarmut steigt besonders in Ostdeutschland,
in:
Neues Deutschland v. 26.01.

 
       
   

NARAT, Ingo (2017): Gemeinsam abwärts.
So massiv wie zuletzt in der heißen Phase der Finanzkrise haben Anleger im vergangenen Jahr Aktienfonds verkauft. Auch bei Mischfonds waren sie vorsichtiger,
in: Handelsblatt
v. 26.01.

 
       
   

SCHNELL, C. & R. KRIEGER (2017): Unerwünschte Avance.
Die italienische Großbank Intesa Sanpaolo würde gerne den größten Versicherer des Landes Generali kaufen. Wettbewerber wie Allianz oder Axa halten sich zurück. Zu groß ist die Gefahr, in ein innenpolitisches Ränkespiel zu geraten,
in: Handelsblatt
v. 26.01.

KRIEGER, Regina (2017): Italienische Verhältnisse.
Finanzbranche in der Krise,
in: Handelsblatt
v. 26.01.

KRIEGER, Friederike & Patrick HAGEN (2017): "Wir haben keine Ideen, aber Größe".
Axa-Chef Thomas Buberl möchte lieber mit Start-ups kooperieren, anstatt große Übernahmen zu stemmen. So kann der Versicherer von der Kreativität der jungen Gründer profitieren. Interesse an der Generali hat er nicht,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 26.01.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

FERBER, Michael (2017): Pensionskassen 2016 im Plus.
Starke Immobilienanlagen,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 26.01.

"Die Vorsorgeeinrichtungen kamen im Durchschnitt im vergangenen Jahr auf eine Rendite von 3,41%, wie eine am Dienstag publizierte Auswertung der Grossbank UBS zeigt", berichtet Michael FERBER.

 
       
   

25.01.2017

 
       
   

GROßMANN, Lisa (2017): Elternschaft in Deutschland.
Gastwirtschaft: Die feministische Perspektive fehlt,
in:
Frankfurter Rundschau v. 25.01.

SAUER, Stefan (2017): Von wegen familienfreundlich.
Analyse: Familie und Beruf zu vereinbaren, ist für viele Eltern ein Balanceakt. Vor allem Väter wollen mehr Zeit für ihre Kinder. Doch viele Betriebe erfüllen diese Wünsche nicht,
in:
Frankfurter Rundschau v. 25.01.

 
       
   

DIW-Wochenbericht: Einkommensverteilung und Armutsrisiko

GRABKA, Markus M. & Jan GOEBEL (2017): Realeinkommen sind von 1991 bis 2014 im Durchschnitt gestiegen – erste Anzeichen für wieder zunehmende Einkommensungleichheit,
in:
DIW-Wochenbericht Nr.4 v. 25.01.

"Einkommensungleichheit insgesamt zugenommen – insbesondere in der ersten Hälfte der 1990er Jahre, in den Jahren von 1999 bis 2005 sowie in der Zeit ab 2009. Zwischenzeitlich stagnierte sie oder sank sogar. Auch das Risiko, arm zu sein, ist zuletzt wieder gestiegen.",

heißt es in der Zusammenfassung der Studie. Als Lösung wird zweierlei besonders hervorgehoben: zum einen die Eindämmung des Niedriglohnsektors und zum anderen die Besserstellung der Alleinerziehenden. Zur Entwicklung des Armutsrisikos bei den  Rentnern heißt es:

"Der Anteil der Personen im Rentenalter, die von Armut bedroht sind, liegt indes weiterhin unter dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Je nach Region zeigen sich aber deutliche Unterschiede. In der Gruppe der 65- bis unter 75-Jährigen hat das Armutsrisiko in Ostdeutschland zwischen 2002 und 2014 um acht Prozentpunkte auf zuletzt 15 Prozent zugenommen, während es in Westdeutschland nur leicht zwischen zwölf und 14 Prozent schwankte. Das deutlich steigende Armutsrisiko der Älteren in Ostdeutschland rührt daher, dass in den vergangenen Jahren vermehrt Personen in den Ruhestand eingetreten sind, die – auch aufgrund oftmals längerer Arbeitslosigkeit – geringere Altersbezüge erhalten als frühere Rentnerinnen und Rentner. Hinzu kommt, dass die betriebliche oder private Altersvorsorge in Ostdeutschland eine eher geringe Rolle spielt." (S.79)

DIW (2017): "Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander".
Interview mit Markus M. Grabka,

in:
DIW-Wochenbericht Nr.4 v. 25.01.

"Eine Gruppe ist mir in den letzten Jahren besonders aufgefallen, das sind die älteren Menschen in Ostdeutschland im Alter von 65 bis 75 Jahren. Diese hatten um die Jahrtausendwende noch ein geringeres Armutsrisiko als die entsprechenden Personen in Westdeutschland. In den vergangenen zehn Jahren jedoch ist das Armutsrisiko der ostdeutschen Rentner um sieben Prozentpunkte gestiegen. Das heißt, es hat sich in dieser Zeit verdoppelt. Damit ist auch wieder das Thema Altersarmut in Deutschland angekommen",

erklärt Markus M. GRABKA zur Entwicklung des Altersarmutsrisiko in Ostdeutschland.

 
       
   

Martin Schulz - Ein Wunschkandidat der Eliten wird Kanzlerkandidat der SPD

Eine kürzlich veröffentlichte Umfrage unter Deutschlands Eliten ergab, dass Martin SCHULZ, der als Europapolitiker alle neoliberalen Projekte durchgewunken hat, mit Abstand (48 %) vor Olaf SCHOLZ und Sigmar GABRIEL (18 %) in der Gunst der Eliten ganz oben steht. Sein Vorteil: Anders als seine Konkurrenten ist er ein bundespolitisch unbeschriebenes Blatt, dem noch ein wohlgefälliges Image verpasst werden kann. SCHULZ muss nun im Wahlkampf zeigen, wofür er steht. Jene, die der Agenda-Partei-SPD skeptisch gegenüber stehen, sehen keinen Anlass zum Jubel.

HEBEL, Stephan (2017): Was will Schulz?
Leidartikel: Der ehemalige Präsident des EU-Parlaments ist persönlich bestens für die Kanzlerkandidatur der SPD geeignet. Aber steht er auch für echte Alternativen,
in:
Frankfurter Rundschau v. 25.01.

RIEL, Aert van (2017): Der große Unbekannte.
Martin Schulz ist seit vielen Jahren Europapolitiker. Unklar ist, wofür der SPD-Kanzlerkandidat innenpolitisch steht,
in:
Neues Deutschland v. 25.01.

 
       
   

Lobbyismus der Versicherungswirtschaft bei der Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD)

KROHN, Philipp (2017): Bundesregierung hört auf Versicherungsmakler.
Befürchtete Schlechterstellung wird nicht kommen. Branchenvertreter wünschen sich weitere Nachbesserungen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung
v. 25.01.

"Versicherungsvertriebs-Richtlinie (IDD). (...). Bevor der Gesetzentwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium ins Kabinett ging, gab es einen lauten Aufschrei der Versicherungsmakler und des Bundesverbands der Sachverständigen für das Versicherungswesen",

behauptet Philipp KROHN. Der laute Aufschrei bestand zumindest in der Zeitungsöffentlichkeit aus einem einzigen FAZ-Artikel von KROHN: Versicherungsmakler laufen Sturm gegen neue Regeln. Lobbyarbeit verläuft fast immer völlig geräuschlos. Erst wenn dies nicht ausreicht, dringt etwas in die Öffentlichkeit  Und dabei geht es immer um die Abwehr von Maßnahmen, die die Profite der Branche schmälern könnten, während die Interessen der Verbraucher unberücksichtigt bleiben.

"Mit dem Provisionsabgabeverbot, der Zulässigkeit von Provisionen und der eingeschränkten Transparenz in der Offenlegung ihrer Bezahlung habe der Verband schon viel erreicht",

zitiert KROHN die Erfolge der Versicherungsmakler, die von dem Verband Deutscher Versicherungsmakler (VDVM) und dem Bundesverband der Deutschen Versicherungskaufleute (BVK) durchgesetzt wurden. Zuletzt wird uns dargelegt, dass die beiden Verbände durchaus unterschiedliche Interessen haben: Dabei geht es um die Einschränkung von Wettbewerb, von der die Kunden profitieren könnten.

Der Artikel von KROHN erscheint genau eine Woche, nachdem der korrigierte Gesetzesentwurf vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Den ursprünglichen Referentenentwurf vom 21. November 2016 hat das Bundeswirtschaftsministerium inzwischen aus dem Netz genommen. Die Einwände des Bundes der Versicherten zum Gesetzesentwurf waren dagegen keiner Zeitung überhaupt eine Erwähnung wert.

 
       
   

WINEI (2017): Bildung allein schützt vor Armut nicht.
Der Kandidat der Linken für die Nachfolge im Amt des Bundespräsidenten ist der Armutsforscher Christoph Butterwegge. Jetzt stellte er im Potsdamer Landtag seine Agenda vor,
in:
Neues Deutschland v. 25.01.

 
       
   

PFEIFFER, Hermannus (2017): Versicherer rechnen sich den Tod schön.
In den Sterbetafeln gehen die Unternehmen von längerer Lebenserwartung aus- und lassen sich dies bezahlen,
in:
Neues Deutschland v. 25.01.

Hermannus PFEIFFER berichtet im Vorfeld einer Pressekonferenz des Lobbyverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) über die Problematik der Restlaufzeit von Verträgen, die bei Rentenversicherungen eine zentrale Rolle spielen. Je nach Sterbetafeln von Lebensversicherungen berechnen die Unternehmen unterschiedliche Sicherheitsmargen. Versicherte werden zwar am Risikoüberschuss der Versicherer beteiligt, dennoch geht das gemäß Verbraucherschützer zu Lasten der Kunden.

"Der Unterschied der Lebenserwartung zwischen der bei einer realistischen Tafel und einer besonders extremen Ausprägung kann (...) durchaus 15 Jahre betragen. Die angenommen Verrentungsdauer erhöht sich dadurch um etwa 50 %. Je nachdem welche Tafel angesetzt wird, ergibt sich dann eine deutlich geringere Rente",
(Ausschussdrucksache 18[11]903 vom 20.01.2016, S.18)

heißt es dazu in einer Stellungnahme des Bundes der Versicherten in einer Anhörung zur Alterssicherung am Montag.

 
       
   

FROMME, Herbert (2017): Im Klub der Großen.
Die Bank Intesa und die Allianz haben offenbar Interesse am Versicherer Generali,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 25.01.

PILLER, Tobias (2017): Generali versucht Befreiungsschlag.
Der Versicherer kauft Aktien von Intesa Sanpaolo und will so seine Übernahme durch die Bank verhindern,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung
v. 25.01.

 
       
   

FRANK, Arno (2017): Links, cool, selbstbesoffen.
Haltung: In akademisch gebildeten linken Milieus scheint man von der unbedingten Richtigkeit eigener Standpunkte überzeugt und liegt damit schon falsch,
in:
TAZ v. 25.01.

Arno FRANK plaudert aus den 1990er Jahren als er in Marburg studierte und nebenbei auf dem Bau jobbte und Maurer kennen lernte. Der Maurer steht für einen Arbeitertypus, der ins linke Bild von der Arbeiterklasse passt:

"die Maurer, die ich kennengelernt hatte, gingen in den Puff oder verdämmerten mit einem Bier vor der Glotze. Sie lasen Bild und den damals neuen Focus, nicht Konkret oder die taz."

Weit weg ist dieses Bild des Arbeiters bzw. Nicht-Akademikers nicht vom bürgerlichen Klischee der Unterschicht. Nur ist dieses Bild vom typischen Arbeiter keineswegs zutreffend für jene Nicht-Akademiker, die in den Medien ausgeblendet werden.

Dieses Bild erklärt höchstens, warum Nicht-Akademiker von den Linken verachtet werden. FRANK gehört zu den Verunsicherten unter den selbstgefälligen Linken. Aber auch ihn könnten nur Wahlergebnisse wirklich überzeugen, dass es so nicht weitergehen kann. Das scheint das Problem zu sein: erst wenn die selbstgefällige Mitte abgewählt wurde, kann Anderes entstehen. Ohne diese Erfahrung wird es kein Umdenken geben und das ist das wirklich Erschreckende, denn es führt dazu, dass die AfD an die Macht kommen wird.

Wie der gegenwärtige Blasenjournalismus funktioniert, der gegenüber der gesellschaftlichen Realität immun ist, zeigt ein aktueller FAS-Artikel

 
       
   

MÜLLER, Hans Christian (2017): Es wird eng auf der Welt.
Grafik des Tages: Die Weltbevölkerung wächst,
in:
Handelsblatt v. 25.01.

 
       
 

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Zu den News vom 19. - 24. Januar 2017
 

   
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Bernds@single-dasein.de Stand: 07. Februar 2017