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Rezensionen:
- KOCH,
Hans-Albert (2001): Das Verdienst der
Frauen.
Moderata Fontes
Dialog in neuer Übersetzung,
in: Neue
Zürcher Zeitung v.
09.10.
- MAIDT-ZINKE,
Kristina (2001): Venezianischer
Feminismus.
Verschwörung der
Frauen: Moderata Fonte und ihre Damen
plaudern über die Unzulänglichkeiten,
Laster und Fehler der Männer,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 15.11.
- LÜHE,
Marion (2001): Befreit euch, Frauen.
Moderata
Fonte forderte das schon um 1590.
Geholfen hat's wenig,
in: Welt
v. 01.12.
- Neu:
HERRMANN,
Ulrike (2001): Scheiß auf die Typen.
Schon
400 Jahre vor "Sex and the
City" wusste Moderata Fonte, dass
Männer einfach niederträchtig sind -
und das mit zwei Ausrufezeichen
in: TAZ
v. 18.12.
- Kommentar:
HERRMANN
stellt das Buch "Das
Verdienst der Frauen" von
Moderata FONTE vor.
Das
Buch wurde bereits 1592
publiziert und spielt im
"Manhattan der
Renaissance": Venedig.
HERRMANN
sieht die Fernsehserie "Sex
and the City" in
der Tradition des
Frauengesprächs, das als
literarische Gattung bereits vor
über 400 Jahren von Moderata
FONTE erfunden worden ist.
Allerdings sind die damalige
Verhältnisse kaum mit denen von
heute zu vergleichen:
"Ledige
Frauen werden nicht toleriert und
als »Bräute Christi« mit Jesus
zwangsvereint. 1581 lebten über
die Hälfte der Patrizierinnen in
den fast fünfzig venezianischen
Klöstern, 1642 waren es sogar
über 80 Prozent. Denn ihre
männlichen Verwandten hatten
nicht die Neigung oder nicht die
Mittel, die hohen Mitgiften
aufzubringen. Da kam die
»Nonnenhölle« billiger, falls
man sich nicht entschloss, die
unverheiratete Schwester im
eigenen Haushalt
auszubeuten".
Anerkannt
ist das Alleinsein auch heute
noch nicht - selbst in Manhattan.
"Alleinsein ist wie
Aussatz", formuliert das
drastisch HERRMANN, aber die
finanzielle Abhängigigkeit ist
für viele Singles heute
weggefallen.
Während
heutzutage auch Single-Frauen die
Muse zum
"Frauengespräch"
haben, war dies zu Zeiten der
Renaissance das Privileg der
reichen Ehefrauen oder reichen
Witwen. Eine solche reiche Witwe
ist auch die Hauptperson des
Buches "Das Verdienst der
Frauen". Es handelt von
sieben "Gentildonne",
die sich regelmässig in einem
venezianischen Palastgarten
treffen, um - modern gesprochen -
über die Männerwelt
herzuziehen.
Obwohl
diese Frauen "den
männlichen Machtmissbrauch
kritisieren und das Recht auf
Bildung und Selbstbestimmung
einfordern - ihre Rolle als
Hausfrau und Mutter hinterfragen
sie nicht", moniert
HERRMANN.
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