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Stella Bettermann: alleinerziehende Yuppie-Mom

 
       
     
       
     
       
   

Stella Bettermann in ihrer eigenen Schreibe

 
   
  • BETTERMANN, Stella (2001): Mama Solo wunderbar?
    Eine neue Untersuchung belegt: Alleinerziehende leben nicht schlechter als andere Eltern,
    in: Focus Nr.19 v. 07.05.
 
       
   

Stella Bettermann im Gespräch

 
   
  • fehlt noch
 
       
   

Mama solo! (2001).
Das Rettungsbuch für Single-Mütter
Frankfurt a/M: Eichborn

 
   
 
 

Klappentext

"Nein, Single-Mamas sind nicht auf Rosen gebettet. Finanziell klamm, kaum Freizeit, wenig Unterstützung, aber dafür viele, die es besser wissen. Die erziehungsbewußten, mitleidigen oder ökologisch korrekten Übermuttis zum Beispiel, die einen Nachmittag auf dem Spielplatz zur Qual machen können, und gegen deren geballte Erziehungsmacht die Ratschläge eines seltenen Gastes namens Papa reine Erholung sind.

Alles kein Untergang, sagt Stella Bettermann und erzählt unterhaltsam ihre Geschichte. Von der einsamen Entbindung in der Klinik und den ersten Wochen in der Pampers-Falle, von Erfahrungen mit Tagesmüttern, sich rar machenden Freunden und dem schwierigen Wiedereinstieg ins Berufsleben, vom Urlaub mit Kind bis zum Date mit Anhang: am Ende steht für alle Leserinnen das Gefühl, nicht allein zu sein."

 
 
 
       
   
  • Rezensionen:

    • MAYER, Susanne (2001): Wollt ihr die totale Mutter?
      Beschimpfungen, Verdächtigungen, Belehrungen: Barbara Vinken und andere Frauen streiten über das Leben mit Kindern,
      in: Die ZEIT Nr.26 v. 21.06.
      • Inhalt:
        MAYER kritisiert den ideologischen Streit zwischen Vollzeitmütter-Ideologinnen wie Ulrike HORN und Karrieremütter-Ideologinnen wie Barbara VINKEN. Auf der Strecke bleiben nach Meinung von MAYER diejenigen Mütter, die mit einem Teilzeitjob Geld für ein Leben mit Kindern verdienen wollen. Einzig das Buch von Stella BETTERMANN findet vor MAYER Gnade, da es Spaß am Muttersein vermittelt...
    • SCHÄFER, André (2001): Mama solo,
      in: Service Zeit Familie. Sendung des WDR Fernsehen v. 10.10.
    • KOHAUS, Tina & Bettina TARAKI (2001): Mütter im Zank.
      Frau-TV über den Streit zwischen Voll- und Teilzeit-Müttern im Schatten eines Mythos,
      in: Frau TV. Sendung des WDR Fernsehen v. 11.10.
 
   
  • Alleinerziehende in den Medien:

    • Aktion "Ich bin kein Single" des Verbandes VAMV

      • Kommentar:
        Die Debatte in den USA gibt auch für Deutschland den Kurs vor. Dort gilt die Familie als Leistungsträger und die allein Erziehenden sind als "unvollständige Familie" per se leistungsunfähiger als "Vollfamilien". In Deutschland waren solche Argumentationen lange Zeit Tabu, werden jetzt jedoch angesichts leerer Kassen wieder aktuell.
              
        Da allein Erziehende überdurchschnittlich oft zu den Sozialhilfeempfängern gehören, sind sie zwangsläufig Adressaten der Missbrauchsdebatte.
              
        Typisch hierfür ist die Argumentation des Volkswirtschaftlers Gerd G. WAGNER (WELT v. 31.01.2002), der die "Transferabhängigkeit" von allein Erziehenden abbauen möchte:
              
        "Sozialhilfe, die für Kinder gezahlt wird, kann von Eltern auch für ihren eigenen Konsum missbraucht werden. Betreuung hingegen kommt unmittelbar den Kindern zugute (...).
        Auf diesen Ausbau (...) sollten sich Bund und Länder deshalb konzentrieren. Die Transferabhängigkeit von allein Erziehenden würde dann weit gehend verschwinden, und die Diskussion über Arbeitsanreize könnte sich auf die kinderlosen Sozialhilfeempfänger konzentrieren."

              
        Der Druck auf die allein Erziehenden wird sich erhöhen. Daran ändern auch Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht nichts. Verfassungsrichter wie Paul KIRCHHOFF sehen allein Erziehende sowieso als Familien zweiter Klasse an.
      • DW (2002): Schröders jüngste Schwester ist verärgert über Rot-Grün.
        Die allein Erziehende macht ihrem Bruder politische Vorwürfe,
        in: Welt v. 07.01.
      • RATH, Christian (2002): Alleinerzieher ohne Freibetrag.
        Das macht auch Kanzlers Schwester Ilse nervös. Daher zieht sie mit 94 Alleinerziehenden vors Verfassungsgericht, um den gestrichenen Steuerfreibetrag wiederzubekommen
        in: TAZ v. 18.02.
      • RATH, Christian (2002): Avantgarde gegen das Ehegattensplitting.
        Die Verfassungsklage der Alleinerziehenden kann Erfolg haben,
        in: TAZ v. 18.02.
      • KNAPP, Ursula (2002): Familien zweiter Klasse.
        Steuern zahlen wie Singles? Allein Erziehende ziehen dagegen vor das Bundesverfassungsgericht
        in: Frankfurter Rundschau v. 18.02.
      • DPA/Reuters (2002): Diskussion über steuerliche Vorteile für Eltern.
        Grüne fordern Reform bei Ehegatten-Splitting. Scheel: Bei weiterer Schlechterstellung der allein Erziehenden wird es ungemütlich,
        in: Süddeutsche Zeitung v. 18.02.
      • KERSCHER, Helmut (2002): Der Urlaub ist gestrichen.
        Allein Erziehende klagen in Karlsruhe gegen Steuer-Nachteile
        in: Süddeutsche Zeitung v. 19.02.
        • Kommentar:
          KERSCHER berichtet, dass die Streichung der Steuerklasse II auf ein BVG-Urteil unter der Federführung des Richters Paul KIRCHHOFF zurückgeht. Die Richter argumentierten damals mit dem "Missbrauch des Freibetrags" durch Alleinerziehende:
                
          "Es wurden nicht mehr allein Erziehende mit Paaren verglichen, sondern verheiratete und unverheiratete Paare. Letztere tarnten sich jedoch häufig als allein Erziehende und kassierten so den Freibetrag, monierte Karlsruhe sinngemäß."
                
          Wenn die Aktion nun "Ich bin kein Single" heisst, dann beinhaltet das auch eine gewisse unfreiwillige Ironie, denn partnerlose Alleinerziehende werden manchmal zu den Singles gezählt. Das Gericht hat jedoch gerade den "Missbrauch" durch Alleinerziehende mit Partner angeprangert.
                
          Die Aktion hätte konsequenterweise "Ich lebe nicht in einer Partnerschaft" heissen müssen. Dies würde auch zu den Porträts passen, die anlässlich der Aktion in den Zeitungen erscheinen: es sind immer alleinerziehende Partnerlose, deren prekäre Situation dargestellt wird. Angesichts der Debatte um die Leistungsfähigkeit der Familie, werden die leistungswilligen - aber partnerlosen - Yuppie-Moms der Generation Golf als Normalfall präsentiert und nicht die Sozialhilfeempfänger.
      • OTT, Ursula (2002): Mutter, Kind und Vater Staat.
        Nicht alle Alleinerziehenden sind wirklich solo: Modernes Beziehungspatchwork und Vier-Eltern-Familie überfordern die deutsche Finanzbürokratie
        in: Die Woche Nr.10 v. 01.03.
        • Kommentar:
          Ein lesenswerter Artikel, der sich den Problemen der Alleinerziehenden von der begrifflichen Ebene nähert.
                
          Ausgangspunkt der Problembeschreibung ist für OTT die Definition der Alleinerziehenden durch das Statistische Bundesamt. Die familienhaushaltszentrierte Statistik interessiert sich nicht für die Partnerschaftsverhältnisse derjenigen, die Alleinerziehende genannt werden.
                
          Konservative Staatsrechtler wie Paul KIRCHHOFF haben diesen Umstand genutzt, um im Bundesverfassungsgerichtsurteil den Missbrauch zum Ausgangspunkt ihrer Revision (Streichung der Steuerklasse II für Alleinerziehende) zu machen. OTT nennt die verschiedenen Möglichkeiten, die Alleinerziehende besitzen, um sich Vorteile gegenüber Ehepaaren zu verschaffen:
                
          "Viele gut verdienende Mittelschichtler haben in den vergangenen Jahren ganz bewusst auf den Gang zum Standesamt verzichtet. Nicht weil sie die Ehe spießig finden, sondern weil der Alleinerziehenden-Status eine Menge Vorteile bringt: Man rückt auf der Warteliste für die Kinderkrippe nach oben, man bezahlt weniger Kindergartenbeitrag. Und bis vor kurzem bezahlte man auch weniger Steuern, weil man vom 'Haushaltsfreibetrag' profitierte."
                
          Während also unverheiratete Paare mit Kind zu den Gewinnern der bisherigen Gesetzeslage gehörten, sind die alleinerziehenden Partnerlosen die Verlierer der Neuordnung.
                
          Zwischen den Yuppie-Moms unter den Alleinerziehenden (z.B. Stella BETTERMANN) und den "Welfare-Families" liegen Welten, die bei OTT jedoch nur ungenügend berücksichtigt werden.
      • Neu:
        KUTTER, Kaija (2002): Hamburger Frauen fertig beraten.
        Die Hansestadt fällt frauenpolitisch um Jahrzehnte zurück: Die neue Frauensenatorin Schnieber-Jastram will nur noch "Vater-Mutter-Kind"-Familien fördern. Alle Beratungsprojekte büßen Mittel ein. Wer geht morgen zum 8.-März-Empfang ins Rathaus?
        in: TAZ v. 07.03.
        • Kommentar:
          KUTTER berichtet aus Hamburg, wo der konservative Senat das umsetzt, was in den USA bereits seit der Clinton-Ära Normalität ist: alleinstehende Mütter werden als leistungsunfähige, unvollständige Familien attackiert.
                
          Katja GELINSKY hat diese konservative Doktrin in der FAZ vom 06.03. so zusammengefasst: "staatliche Einflußnahme und Kontrolle des Privatlebens erzwängen jene, die Sozialhilfe, Jugendämter und Gerichte in Anspruch nähmen, weil sie kein geordnetes Familienleben führten. Wer vom Staat in Ruhe gelassen werden wolle, dem sei vor allem eines zu empfehlen: heiraten und verheiratet bleiben."
                
          Mit der Formel von der "Familie als Leistungsträger der Gesellschaft" wird die Durchökonomisierung der Familie im Einklang mit den neoliberalen Forderungen nun auch auf die Familie selbst angewandt. Nach dem Markt wird damit das angeblich "letzte Bollwerk gegen den Kapitalismus" (HOUELLEBECQ) ebenfalls marktförmig modernisiert.
                
          Wenn also die organisierten alleinstehenden Mütter mit der Aktion "Ich bin kein Single" ihr Heil in der Abgrenzung gegen Kinderlose suchen, dann zeugt das von einer gewissen Kurzsichtigkeit.
                
          Susanne GASCHKE, eine Angehörige der Generation Berlin, hat die US-amerikanische Rhetorik bereits in der ZEIT vom 29.11. 2002 auf Deutschland übertragen und wenn man KUTTER glauben darf, dann setzt die CDU-Familiensenatorin Birgit SCHNIEBER-JASTRAM diese Linie bereits in Hamburg um.
 
   

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© 2000-2002
Bernd Kittlaus
[email protected] Erstellt: 20. Februar 2002
Update: 13. März 2002
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