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Medienrundschau:
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News vom
02. - 08. September 2005
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- Thema des
Monats:
Chronologie der deutschen Single-Debatte (I): Die 1970er Jahre
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Zitat
des Monats:
"Allein
in den Urlaub reisen - vielen Menschen ist diese Vorstellung ein
Graus. Und doch wächst die Zahl der Single-Reisenden stetig. Für
ihre alljährliche Reiseanalyse hat die Forschungsgemeinschaft
Urlaub und Reisen (F.U.R.) immerhin 7,5 Millionen Trips gezählt,
die von Alleinreisenden unternommen wurden. Wobei es mit 58
Prozent
vor allem Frauen sind, die ohne Begleitung in die schönsten
Wochen des Jahres starten.
(...).
Alleinreisende sind nicht automatisch Singles. (...).
Manche wandeln eben ganz bewußt auf Solopfaden. Das gilt
aber nicht für ältere Reisende: »Unsere Mitglieder sind
überwiegend über 55 Jahre alt, weiblich und ohne Partner. Fast
alle wären lieber keine Alleinreisenden«, ist die Erfahrung von
Ingrid Schaller vom Freundeskreis Alleinreisender in Hamburg.
»Und bei uns sind sie das dann auch nicht.«
Der
Freundeskreis hilft auch bei der Suche nach Reisepartnern.
Ingrid Schaller wünscht sich jedoch mehr Veranstalter, die ein
größeres Augenmerk auf die reisenden Singles legen. (...).
Doch
die Alleinreisenden sind schwer zu fassen. Kaum eine Zielgruppe
präsentiert sich so heterogen: ein Querschnitt durch alle
Altersgruppen und Interessengebiete."
(Elke
Gersmann in der Welt am Sonntag vom 21. August 2005)
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NIEJAHR, Elisabeth & Jörg LAU (2005): "Ich werbe für Ehe und Familie".
Ein Gespräch mit Paul
Kirchhof über seinen Konservatismus, die Rolle der Frau in der
Gesellschaft, den freiheitlichen Staat und die Bilanz der
Achtundsechziger,
in: Die ZEIT Nr.37 v. 08.09.
- Kommentar:
Elisabeth NIEJAHR & Jörg LAU behandeln
Paul KIRCHHOF, einen Angehörigen
der 68er-Generation, mit Samthandschuhen, dennoch zeigt sich sein
rückständiges Familienbild:
"ZEIT:
Was halten Sie von der Definition, wonach Familie dort ist, wo
Kinder sind?
Kirchhof:
Jede Beziehung zwischen Elternteil und Kind ist Familie im Sinne des
Verfassungsrechts, selbstverständlich gilt der Schutz auch der
Alleinerziehenden mit ihrem Kind. Andererseits möchte ich mit
Nachdruck öffentlich dafür eintreten, dass die Menschen als Mann und
Frau zusammenleben, also in potenzieller Elternschaft, damit wir
eine Zukunft haben.
Alleinerziehen
ist eine rechtliche Kategorie, d.h.
Alleinerziehende sind nicht etwa per se
Partnerlose, sondern sie können mit einem Mann zusammen
wohnen.
Als
Mann und Frau zusammenleben kann deshalb hier nur heißen, dass Herr
KIRCHHOF einzig eheliche Familienverhältnisse akzeptiert.
Des
Weiteren plädiert KIRCHHOF für einen Sozialstaat, der die
Unternehmen aus ihrer Verantwortung für Nachwuchs entlässt und
stattdessen kinderlose, zwangsversicherte Arbeitnehmer in die
Pflicht nehmen will.
Beamte, z.B. Richter, bleiben in
diesem Modell außen vor.
Single-dasein.de
hat das als
Katholisierung der Berliner Republik
beschrieben:
"ZEIT:
Gleichwohl wollen Sie zwischen Familien und Kinderlosen umschichten.
Kann der Staat so überhaupt Einfluss auf die Geburtenrate nehmen?
Kirchhof:
Die meisten jungen Menschen wollen Kinder, insofern muss der Staat
keinen Willen wecken, sondern nur Barrieren wegräumen. Wir brauchen
erstens die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und müssen
zweitens die Benachteiligung der Eltern in den sozialen
Sicherungssystemen beenden. Das bedeutet beispielsweise, bei der
Rente Erziehungsleistungen stärker zu berücksichtigen. Im
Sozialsystem werden Erziehungszeiten zwar anerkannt, aber sie sind
bisher ein kleiner Bonsai-Baum, sie müssen zur deutschen Eiche
werden."
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MAYER,
Susanne (2005): Familie geht doch.
Europa fehlen die Kinder. Im
Wahlkampf herrscht dazu dröhnendes Schweigen. Aus Unwissenheit?
Pessimismus? Lektüretipps für Politiker,
in: Die ZEIT Nr.37 v. 08.09.
- Kommentar:
Susanne MAYER klagt darüber, dass
Katastrophismus in Sachen Kinderlosigkeit nicht geduldet wird.
Das
muss man sich einmal vorstellen, Katastrophismus in Sachen
Kinderlosigkeit allüberall und Frau MAYER bedauert, dass diese
Hysterie nicht honoriert wird.
In
dem Beitrag wird das Buch Schrumpfende Gesellschaft von
Franz-Xaver KAUFMANN vorgestellt.
Wissenschaftlich
soll es gemäß Frau MAYER sein, obwohl dieses Etikett der Autor nicht
einmal selber an sein Buch pappen würde, denn seine Thesen sind
hochgradig spekulativ, sozusagen eher Theologie als Soziologie.
Gläubige
braucht es schon, um dem zu folgen, was KAUFMANN in dem Buch
zusammengetragen hat. Fakten soll es geben, aber die Faktenlage ist
in Sachen Kinderlosigkeit eben alles andere als gesichert.
KAUFMANN
gehört zur Fraktion der Familienfundamentalisten und das heißt: Das
Ziel - Bevölkerungsvermehrung - heiligt jedes Mittel.
Der
Götze, den KAUFMANN anbetet, ist eine magische Zahl: 2,1.
Im Gegensatz zu seinem Kollegen Karl Otto HONDRICH sieht
KAUFMANN einen engen Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum =
Wohlstand und Bevölkerungswachstum. Entgegen jeglicher Historie wird
dieser auch noch als durchgehend positiv beschrieben.
In
diesem Zusammenhang sollte man die Lektüren der 60er Jahre zur
Bevölkerungsexplosion hervorkramen. Der Zusammenhang zwischen
Wohlstand und Bevölkerungsvermehrung wurde damals - genau umgekehrt
zu heute - als negativ beschrieben.
Ein
Blick in die Geschichte könnte so manches relativieren, was
heutzutage zu diesem Thema geschrieben wird.
In
ihrem familienfundamentalistischen Rundumschlag streift Susanne
MAYER auch die Bücher von Ulrich DEUPMANN, Meike DINKLAGE und Viola
ROGGENKAMP.
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HOFMANN,
Gunter (2005): Vertrauter Untergangsgesang,
in: Die ZEIT Nr.37 v. 08.09.
- Inhalt:
Gunter HOFMANN geht zwar mit den Analysen von
Meinhard MIEGEL in seinem neuen Buch
"Epochenwende" weitgehend konform,
aber er kritisiert dessen mangelhaftes Marketing, das durch die
Konzentration auf die Folgen, statt auf die Ursachen charakterisiert
ist:
"Die
Rückwirkungen der Demografie auf die Sozialsysteme, sein Leib- und
Magenthema, sind inzwischen bekannt. Oft nagelt er auch
Selbstverständlichkeiten fest, die Grüne und andere Ökologen längst
entdeckten. Aber bei ihm wird die Analyse überwuchert von der
Anklage schuldig sei eine herrschende Mentalität, Sittenverfall,
Hedonismus, Konsumismus, Egoismus, Vandalismus, Terrorismus. Nicht
mögliche strukturelle Ursachen oder inhärente Logiken der
herrschenden Ökonomie spießt Miegel auf, schuld seien (vor allem)
die Folgen, die sie auslösten. Dass die Leute materialistisch
verführbar seien, sei der Systemfehler. Einen Ruck, damit die
Marktwirtschaft floriert, möchte Miegel uns ja trotzdem verordnen."
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MANGOLD, Ijoma (2005): Stadt gegen Land.
Der große Graben (7). Parasiten im Speckgürtel: Warum wir die City
brauchen
Gigantische Pendlerströme fallen Tag für Tag in die Großstädte ein.
Doch bislang wollten immer weniger Menschen in den Metropolen wohnen.
Jetzt feiert die Stadt Renaissance,
in: Süddeutsche Zeitung v. 08.09.
- Kommentar:
Man muss sich fragen, warum die
Suburbanisierung lange Zeit KEIN
Thema der Stadtforschung war.
Warum
befassten sich die selbstgefälligen Stadtforscher mit den
innenstadtnahen Wohngebieten, während zur
gleichen Zeit die Vorstädte explodierten und das Reihenhaus zur Norm
der Mittelschichten wurde?
Der
Einzige und sein Eigenheim war bis um die Jahrtausendwende der
blinde Fleck einer
Stadtforschung, die yuppiefixiert war.
Nun,
da Yuppies sich Kinder als Statussymbol bzw. zur
Selbstverwirklichung angeschafft haben und als
Family Gentrifier (Monika ALISCH) die Städte entdecken, richtet
sich der Blick auf die Suburbanisierung.
Ijoma
MANGOLD befasst sich nicht mit dieser
Geschichte der Stadtforschung und ihren
Fehldeutungen, sondern gänzlich
unhistorisch wird dem Optionalismus gefrönt:
"In
der Wirklichkeit ist der Stadt/Land-Gegensatz heute gerade keiner
hermetisch getrennter Welten mehr. Durch vielfache mobile
Ausnutzungs- und Parasitärbeziehungen sind beide eng miteinander
verflochten. Und ob einer in der Stadt oder auf dem Land wohnt, ist
kein lebenslanges Schicksal mehr, sondern eine Frage der Optionen.
Urbanität und Provinzialität sind bewegliche Lebensformen geworden,
die man von einer biografischen Etappe zur nächsten wechseln kann."
Die
Renaissance der Städte wird seit einiger Zeit ausgerufen. Ob sich
die Entwicklungen aber an Manifeste oder politische Gutachten wie
jene über den demografischen Wandel halten, das wird die Zukunft
zeigen müssen...
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SIEMS, Dorothea (2005): Unterhaltsansprüche von Kindern werden
gestärkt.
Justizministerin Zypries
bringt Gesetz ein - Ansprüche von Ex-Ehepartnern sollen künftig
nachrangig sein - Union hat ähnliche Pläne
in: Welt v. 08.09.
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STATISTISCHES BUNDESAMT:
Pressemeldung
"Deutliche Ost-West-Unterschiede im Ausmaß der Kinderlosigkeit"
(06.09.2005)
- Kommentar:
Das
Statistische Bundesamt in Wiesbaden
greift in den Bundestagswahlkampf ein.
Das
Thema der kinderlosen Akademikerinnen - ist nicht zuletzt seit dem
Angriff von
Doris SCHRÖDER-KÖPF auf die kinderlose Akademikerin Angela MERKEL
- im Brennpunkt des öffentlichen Interesses.
In
der Zeitschrift Wirtschaft und Statistik, Ausgabe August, ist
der Aufsatz Kinderlosigkeit von Frauen im Spiegel des
Mikrozensus. Eine Kohortenanalyse der Mikrozensen 1987 bis 2003
von Klaus Jürgen DUSCHEK und
Heike WIRTH erschienen, auf dem die
Pressemeldung basiert (Der Aufsatz ist als PDF-Datei über die
Pressemeldung downloadbar).
Leider
wird in der Publikation die Auseinandersetzung der Autoren mit der
Kritik an ihrem Ansatz nur unzureichend deutlich.
Die
wegweisenden Arbeiten von
Christian SCHMITT zum Thema werden nicht einmal erwähnt.
Der
Beitrag von Manfred SCHAREIN & Rainer UNGER vom Bundesinstitut für
Bevölkerungsforschung ist den Autoren nur eine Fußnote wert.
Der
Mikrozensus weist gravierende Mängel hinsichtlich der Erfassung der
Kinderlosigkeit auf, weswegen im Jahr 2006 eine Zusatzerhebung
geplant ist (siehe hierzu auch
Reiner KLINGHOLZ in der heutigen FAZ). Offenbar ist dem Bundesamt jedoch weniger an Seriosität
gelegen, sondern an Öffentlichkeitswirksamkeit. Der Zweck heiligt
wieder einmal die Mittel.
Zu
dem unterschiedlichen Geburtenverhalten in Ost und West sowie zu den
gravierenden Mängeln der Geburtenstatistik hat
Michaela KREYENFELD wichtige Arbeiten vorgelegt.
-
CHEH (2005): Kinderlosigkeit.
Im Westen seltener Kinder,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.09.
-
SIEMS, Dorothea (20059: Akademikerinnen immer öfter kinderlos.
Ostdeutsche bekommen mehr
Nachwuchs - Neue Zahlen vom Statistischen Bundesamt,
in: Welt v. 07.09.
-
KAMANN, Matthias (2005): Keine Partner, keine Kinder,
in: Welt v. 07.09.
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KLINGHOLZ, Reiner (2005): Plädoyer für eine
Volkszählung.
Staat ohne Daten: Wir wissen nicht mehr, wer in diesem Land lebt,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.09.
- Kommentar:
Bei der FAZ gibt es den Text für 1,50
Euro. Auf der
Homepage des Berlin-Instituts
gibt es den ungekürzten Artikel unter der Überschrift "Land ohne
Daten" kostenlos.
Zum
Thema Kinderlosigkeit heißt es dort:
"Auch
wie viele Kinderlose es in Deutschland gibt, lässt sich nicht
verlässlich ermitteln. Standesämter melden zwar die Zahl der
Geburten, aber ob es sich dabei um ein erstes, zweites oder drittes
Kind handelt, wird nur notiert, wenn die Mutter verheiratet ist. Ob
eine Ledige Kinder hat, darf aus Persönlichkeitsschutzgründen nicht
erfasst werden. Die
seltsame Erhebungspraxis führt dazu, dass beispielsweise eine
verheiratete Frau, die drei Kinder hat, sich anschließend scheiden
lässt und ein viertes Kind bekommt, in der Statistik nicht als
Mutter von vier Kindern gezählt wird. Registriert wird einzig das
Ereignis einer Geburt.
Auch
der
Mikrozensus, eine jährliche Stichprobenerhebung von einem Prozent
der Bevölkerung, die eigentlich den Arbeitsmarkt analysieren
soll und oft als Hilfsmittel für die nicht durchgeführte
Volkszählung herangezogen wird, hilft nicht weiter. Denn dabei wird
nur nach der Zahl der im jeweiligen Haushalt lebenden Kinder
gefragt. Das Gesetz - ein deutsches Unikum - verbietet die Frage
nach der tatsächlichen Zahl der Kinder einer Mutter, weil dabei in
Gegenwart eines möglicherweise nicht eingeweihten Partners die
Existenz früherer Kinder aus anderen Beziehungen ins Gespräch kommen
könnte. Aufgrund dieses Gesetzes gehen alle Frauen als kinderlos in
die Statistik ein, deren erwachsene Kinder schon das Haus verlassen
haben.
Michaela KREYENFELD
vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock hält
deshalb die immer wieder zitierte Kinderlosigkeitsquote von 40
Prozent bei Akademikerinnen für übertrieben. Zumindest ist sie nicht
zu belegen."
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HEIDBRINK, Ludger (2005): Eros der Freiheit.
Udo Di Fabios Verteidigung
der bürgerlichen Gesellschaft,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 07.09.
- Inhalt:
"Wenn
man genauer hinschaut, finden sich zwischen den Zeilen Spenglers
Untergangsphilosophie wieder, die Entzauberungskritik von Klages,
Nietzsches Erneuerung des Mythos, aber auch Adornos Lob des
Nichtidentischen",
meint Ludger HEIDBRINK zum Buch
"Kultur der Freiheit" von Udo Di FABIO, den er als zeitgemäßen
Konservativen charakterisiert.
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STEINBERGER, Petra (2005): Frauen gegen Männer.
Der große Graben (6). Wo ist Alice Schwarzer oder:
Der Markt wird es nicht richten
Was das Geschlecht angeht, steht man das ganze Leben nur auf einer
Seite. Das macht ein bisschen intolerant. Die Fronten sind klar: Der
Mann geht arbeiten, die Frau bekommt die Kinder. Oder?
in: Süddeutsche Zeitung v. 06.09.
- Kommentar:
STEINBERGER behauptet, Frauen hätten mehr
Empathie als Männer. Das muss bezweifelt werden!
Die
Autorin beschäftigt sich nicht mit Frauen, sondern mit erwerbstätigen
Frauen im mittleren Lebensalter. In erster Linie geht es hier um
Mutterschaft, aber nicht wirklich: im Mittelpunkt steht das
Gebärpotential. Weder junge, noch ältere Frauen sind für STEINBERGER
ein Thema.
Die
Geschlechterfrage muss sich der Leser deshalb selbständig erarbeiten,
indem er z.B. die Artikel von Gerhard MATZIG und
STEINBERGER vergleicht. Beide beschäftigen sich mit der Reproduktion.
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- NUTT, Harry (2005): Die Falle zwischen
Flexibilität und Abhängigkeit.
Die soziale Frage (1): Ist
die projektierte Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik von Angela Merkels
Partei womöglich eine späte Rache von oder an Erich Honecker?
in: Frankfurter Rundschau v. 06.09.
-
Sighard Neckel - Lebensstile in der Neidgesellschaft
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ENGELMANN, Jan (2005): Die Politik - ein seltenes Gut.
Political Studies (X und
Schluss): Die Luxuslinke predigt Wein, die Poplinke beweint ihre
eigene Entpolitisierung. Wo sind die Grundoppositionen hin, die früher
so schön halfen? Und wer kam nur auf diese seltsame Idee, dass Politik
Spaß bringen soll?
in: TAZ v. 06.09.
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DORN, Thea (2005): Wieso sind die Schwarz-Gelben die Bösen?
Die neue Eintracht der
Einzelgänger: Anmerkungen zu den aktuellen Schriftsteller-Auftritten
im Wahlkampf,
in: Welt v. 06.09.
- Inhalt:
"Wichtiger
als Frauenpolitik ist eine Frau ganz vorn in der Politik. Es ist
wahr, Deutschland liegt weit hinten, was etwa Ganztagsbetreuung für
Kinder und damit die Entlastung von berufstätigen Müttern angeht.
Aber Deutschland ist auch ein Neandertal, was die Beschreibungs-,
Rezeptions- und Verhaltensmuster im Umgang mit Frauen in
Führungspositionen angeht",
meint
Thea DORN.
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HÖGE, Helmut (2005): Die neue Wende.
Wirtschaft als das Leben selbst,
in: junge Welt v. 06.09.
- Inhalt:
Helmut HÖGE beschäftigt sich anlässlich eines
FAZ-Artikels
mit Meinhard MIEGEL und dessen neuem Buch
"Epochenwende":
"Zwei
Kernaussagen hat die FAZ aus Miegels schlängelnder Argumentation,
die vom Brutpflegeinstinkt auf das Bruttosozialeinkommen und von
diesem auf Darwin und die 68er kommt, aufgeblasen: »Man muß sie
gesehen haben, die Jungen und Mädchen Asiens, in ihren
frischgewaschenen Blusen, wie sie fröhlich schnatternd den Schulbus
besteigen. Sie können die Schule kaum erwarten.«/ »Die unfrohe
Botschaft für die Völker des Westens lautet: Ihr wart einmal etwas
Besonderes. Ihr seid es nicht mehr.«
Miegels
Schwanken zwischen Darwin und Lamarck wird durch diese
FAZ-Hervorhebungen und den FAZ-Titel »Ein Gespenst geht um in
Europa« zum »Kampf zweier Linien« eines Ex-Maoisten, bis auf dessen
kommunistisch-pädophilen Zellkern gewissermaßen."
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WESTPHALEN, Joseph von (2005): Seufzen, aber Farbe bekennen.
Auch nicht mehr das, was sie
mal waren? Folge III: Die stöhnenden Unterstützer. Sie verfolgten das
rot-grüne Treiben aus der Distanz. Gerne würden sie nun sehen, wie
Schwarz-Gelb "den Arsch hinhält" - müsste genau das nicht verhindert
werden,
in: TAZ v. 05.09.
- Inhalt:
"Woher
sollen im Augenblick Visionen und Utopien kommen? Die einzig
sichtbare Vision ist die des Herrn Kirchhof. Der Mann wird von
Wirtschaftsjournalisten, die einst bis zum Börsensturz an das Wunder
der New Economy glaubten, als »faszinierende Persönlichkeit«
empfunden. Man kann in ihm auch einen durchgedrehten Scharlatan
sehen, einen bartlosen Rasputin, der von einer überforderten Angela
Merkel als Wunderheiler angeheuert wurde.
Falls
diese faszinierende Persönlichkeit je ihre Vorstellungen durchsetzen
sollte, ist damit zu rechnen, dass die Sache wie im alten Russland
mit Mord und Totschlag endet, denn irgendwann würde doch der eine
oder andere Rentner oder Wenigverdiener den Kolossalbetrug kapieren
und das große Messer zücken",
meint Joseph von Westphalen.
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- MÄRZ, Ursula (2005): Heim suchen.
Es gibt immer weniger
Familien, aber immer mehr Familiensinn. Über Geschichte und Utopie von
Lebensgemeinschaften,
in: Tagesspiegel v. 04.09.
- Inhalt:
"Keine
Familie war ohne Schatten, ohne irgendein Problem, ohne ihr Drama.
Auch die eigene nicht Vater Lehrer, Mutter Hausfrau, zwei Kinder
, über die sich sagen lässt, dass sie erhalten blieb, dass ihr
äußerer Erhalt auch nie in Frage stand und dass sie sich, im
Vergleich mit den Verhältnissen rundum, glaubte, geordnet, normal,
gesichert nennen zu dürfen.
In
dem Mietshaus, wo sie im Erdgeschoss wohnte, lebten fünf Parteien.
Unter dem Dach hauste ein junges, noch kinderloses Ehepaar, das sich
regelmäßig lautstark stritt, ohrfeigte, versöhnte und im Hausflur
penetrante Gerüche nach Bier und Schweiß hinterließ. Im ersten Stock
saß ein stilles Ehepaar, das den einzigen Sohn im Zweiten Weltkrieg
verloren hatte und aus Schlesien vertrieben worden war.
Die
Familie daneben war insofern etwas kurios, als sie im Ruf schroff
ungleicher Intelligenzverteilung ihrer vier Mitglieder stand. (...).
Im Erdgeschoss gegenüber lebte ein alter Mann mit seiner
unverheirateten, auch schon älteren Tochter, die tagsüber ins Büro
ging. Sie wirkten vereinsamt und isoliert.
Das
also war sie die heile Welt der deutschen Kleinbürgerfamilie in
den fünfziger und sechziger Jahren. In den Häusern daneben und auf
der anderen Straßenseite sah es nicht besser, das heißt: nicht
geordneter oder unproblematischer aus. (...).
Kurzum:
Jede dieser Familien wich vom offiziellen Ideal der gesunden
glücklichen Keimzelle der Gesellschaft mehr oder weniger ab. In
jeder wurde das, was der jüngste Familienbericht der Bundesregierung
gestelzt als »Humanvermögen« bezeichnet, auf irgendeine Weise
verschleudert. Würde man das oben beschriebene Szenario zum
Sittenroman verarbeiten, berichtete dieser in erster Linie von
familialen Beschädigungen diverser Natur. Dies aber in einer ein
knappes halbes Jahrhundert zurückliegenden Zeit, von der die
heutigen Prediger der so genannten richtigen Familie behaupten,
damals sei sie noch nicht in der Krise, nicht vom Verschwinden,
nicht vom Single-Individualismus, nicht von der Frauenemanzipation,
nicht von der Gebärfaulheit bedroht gewesen.
Die Rede vom drohenden Ende des Familienmodells gehört zu den
Standards jedweder, rechter wie linker Gesellschaftskritik",
merkt
Ursula MÄRZ zur Familiendebatte an."
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- SCHERFF, Dyrk (2005): Die Reichen
profitieren am meisten.
Wer zahlt, wer gewinnt? Besserverdienende werden belastet.
Behauptet Paul Kirchhof. Experten beweisen das Gegenteil. Die Zeche
zahlt, wer durchschnittlich verdient und viel absetzt - und der Staat,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 04.09.
- Inhalt:
5 Beispiele hat die FAS berechnet:
1) Krankenschwester (36.000 Euro, ledig, wohnt
im Schwesternwohnheim)
2) Unternehmensberater (80.000 Euro, ledig, Pendler)
3) Bankangestellter (60.000 Euro, zwei Kinder)
4) Geschäftsführer (300.000 Euro, zwei Kinder)
5) Abteilungsleiter (150.000 Euro, ein Kind, Pendler)
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- SEIDL, Claudius & Heinrich WEFING
(2005): Wir brauchen eine außerparlamentarische Opposition.
Unsere Gesellschaft verpraßt das Vermögen und die Ressourcen ihrer
Kinder und Enkelkinder - und wenn sich das nicht schnell ändert,
drohen dramatische Konsequenzen: Die Rentenkassen werden sich leeren,
die sozialen Sicherungssysteme kollabieren. Junge
Bundestagsabgeordnete wehren sich. Eine Krisensitzung,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 04.09.
- Kommentar:
Alexander BONDE (Grüne), Günter KRINGS (CDU),
Swen SCHULZ (SPD) und Daniel BAHR (FDP) - allesamt Politiker aus der
Generation Golf - schwadronieren über Generationengerechtigkeit.
Um
sich zu profilieren ist ihnen JEDES Mittel recht, selbst vor
sozialpolitischer Demagogie wird da
nicht zurückgeschreckt:
"Krings:
Die wirtschaftliche Krise heute, die hat mit Demographie noch gar
nichts zu tun. Aer darüber muß man notfalls hinwegsehen. Man darf
dann schon mal sagen: Die Schwierigkeiten, die wir jetzt haben, das
sind die Vorboten der künftigen Katastrophen".
Darf
man diese Politiker überhaupt noch ernst nehmen, wenn sie
wissentlich Lügen in Umlauf bringen?
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POSENER, Alan (2005): Zicken für den Sieg.
Doris Schröder-Köpf über die
Rivalin ihres Mannes: "Angela Merkel verkörpert mit ihrer Biographie
nicht die Erfahrung der meisten Frauen",
in: Welt am Sonntag v. 04.09.
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- PRALLE, Uwe (2005): Der Traum vom
Cyberspace.
Die technologischen Visionen des Romanciers William Gibson,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 03.09.
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William Gibson - Mustererkennung
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HORX, Matthias (2005): Die Geburt der Zukunft.
Werden wir klonen? Kommen
unsere Nachkommen aus der Retorte? Wie realistisch sind die
Schreckensvisionen der Science Fiction? Ein Blick in die virtuelle
Kristallkugel,
in: Welt v. 03.09.
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- KAHLWEIT, Cathrin (2005): Rückkehr zur
Familie,
in: Süddeutsche Zeitung v. 03.09.
- Inhalt:
Für KAHLWEIT liegt der
Mangel an Nachwuchs im "Wesen
gebildeter Wohlstandsgesellschaften begründet".
Das
Mega-Thema der folgenden Jahre lautet deshalb gemäß KAHLWEIT:
"Es
wird darum gehen, wie gegen den
Geburtenrückgang im Allgemeinen und die
niedrige Kinderquote bei gut ausgebildeten Frauen im Besonderen
vorzugehen ist."
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- MANGOLD, Ijoma (2005): Die müde Haut
Alteuropas.
Matthias Polityckis Sehnsucht nach barbarischer Vitalität,
in: Süddeutsche Zeitung v. 03.09.
- Kommentar:
Droht irgendwo der Untergang des Abendlandes,
da ist
Ijoma MANGOLD nicht weit.
Das
Brechmittel namens Matthias POLITYCKI
wird von MANGOLD ausgiebig gewürdigt:
"Mit
»Weißer Mann - was nun?« hat Matthias Politycki einen ultimativen
Abgesang auf das Abendland geschrieben, auf die schleichende
Apokalypse des Westens in Dekadenz und Kraftlosigkeit", lobt
MANGOLD, dem sonst zumeist der Rauch und Pulverdampf fehlt.
MANGOLD
war in der ersten Reihe gesessen als der sympathische POLITYCKI
seinen neuen Roman im schicken Münchner Glockenbachviertel
vorstellte.
Da
der ernst-jüngernde MANGOLD auf seinem Felde keinerlei Konkurrenz
duldet, wird POLITYCKI am Ende hart attackiert:
"So
hat man in Europa schon einmal gesprochen - in jener Dekadenzperiode
um die vorletzte Jahrhundertwende, als man im Namen Nietzsches die
Rückkehr des Barbarischen beschwor, um sich von seinem Ennui
abzulenken. Thomas Mann hat diesem Milieu mit dem »Kridwiß'schen
Kreis« im »Doktor Faustus« ein Denkmal gesetzt, wo Herren, denen die
»Schwindsucht au fen Wangen glüht«, einem Immoralismus der Stärke
frönen und für »schöne Ruchlosigkeit und italienische Giftmorde«
schwärmen."
MANGOLD
empfiehlt jedenfalls Viagra, statt sinnstiftender,
ersatzreligiöser Politikentwürfe.
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MATZIG, Gerhard (2005): Eltern gegen Kinderlose.
Der große Graben (6).Der Krieg der Köpfe: Norm und Normalität
Familienmenschen und Singles, Kinderlose und Kinderhabende: Auch
abseits der Fragen zu Kleinkindbetreuung und Rentensicherung gehjört
der Streit um das Thema Kinder zu den jämmerlichsten Fehlleistungen
der Gesellschaft,
in: Süddeutsche Zeitung v. 02.09.
- Kommentar:
Gerhard MATZIG liefert einen
Frontbericht der besonderen Art. Es hätte gute Ansätze gegeben.
Endlich hätte das sozialpopulistische Konstrukt
"Single-Gesellschaft" grundlegend hinterfragt werden können. Aber so
mutig ist MATZIG nicht!
"Das
negativ besetzte, übrigens völlig unscharfe Wort
»Singlegesellschaft« ist genau wie der negativ besetzte Begriff
»Rabenmutter« eine deutsche Schöpfung",
erklärt uns MATZIG.
Dies
ist falsch! Lange bevor Ulrich BECK den Begriff
"Single-Gesellschaft" in die deutsche Debatte einführte, erschien in
der
US-amerikanischen NEWSWEEK ein
Bericht über die Single-Gesellschaft ("singles-oriented society",
16.07.1973).
Richtig
ist dagegen, dass nirgendwo ein derart verbissener, geradezu
eschatologischer Kampf von Elternlobbyisten gegen Kinderlose geführt
wird.
Für
die Schweiz hat der Soziologe
François HÖPFLINGER schon vor Jahren festgestellt, dass dieser
Kulturgraben zwischen der deutsch- und
französisch-/italienischsprachigen Schweiz - also entlang der
Sprachgrenzen - verläuft.
Es
wäre also völlig falsch, anzunehmen, dass die jetzige Situation
neuartig - gerne auch von den 68ern verursacht - sei.
Die
Wurzeln dieses Kulturkampfes müssen wahrscheinlich in der Weimarer
Republik, oder noch früher gesucht werden.
MATZIG
rollt nochmals die
Medien-Story um Paul KIRCHHOFs Kinderglück
auf. Auch die Stern-Titelgeschichte über das
"Land ohne Kinder" fehlt nicht (NIEJAHRs
ZEIT-Porträt über Doris SCHRÖDER-KÖPF war wohl zu aktuell) fehlt
nicht. Selbst der
Sommerloch-Weltwoche-Artikel "Kinderwahnsinn"
über selbstgefällige Eltern (übrigens keine deutsche, sondern ein
britische Erfindung. Dort läuft diese "smuged parents"-Debatte schon
länger).
Das
ist höchstens für die schlecht informierte SZ-Leserschaft
interessant, für single-dasein.de-Leser ist das alles schon
bekannt.
Dass
MATZIG ein bisschen über den
Bestseller von Frank SCHIRRMACHER
nörgelt (Pseudo-Abgrenzung!),
Susanne MAYERs Kinderland-Buch
heraushebt, dies führt dann direkt zu der Mainstream-Meinung von
MATZIG:
"Schon
in wenigen Jahren werden wir also ein gigantisches Seniorenstift
bewohnen, in dem Kinder aufgrund ihrer Exotik entweder beschützt
oder bedroht sein werden."
Dagegen
kein Wort darüber, dass Eltern in den mittleren Lebensjahren die
absolute Mehrheit (enger Familienhaushaltsbegriff), sogar die
Zwei-Drittel-Mehrheit (weiter haushaltsübergreifender
Familienbegriff) stellen. Kein Wort darüber, dass Familie die
statistische Norm ist, d.h. Normalität und Normativität auf Seiten
der Eltern ist.
Die
Single-Gesellschaft ist ein Produkt der herrschenden Single-Lüge.
Darüber
kann auch MATZIGs "Touran"-Werbungsbeispiel nicht hinwegtäuschen.
Das hysterische Reden über die kinderlose Gesellschaft ist Ausdruck
des neuen Familienfundamentalismus.
Der
Soziologe Karl Otto HONDRICH spricht hier von der
"demografischen
Gefahrenbeschwörungsgemeinschaft".
Ach
ja, MATZIG ist hinsichtlich der Akademikerinnen-Kinderlosigkeit
reichlich desinformiert, denn er braucht auch noch einen
politisch korrekten Skandal:
"42
Prozent der deutschen Frauen mit Hochschulausbildung haben keine
Kinder. In Schweden sind es acht Prozent. Das ist der
eigentliche Skandal."
Der
eigentliche Skandal ist, dass dies in einer angeblichen
Qualitätszeitung steht.
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GEYER, Christian (2005): Ihre Welt.
Die Kanzlergattin kennt ihren Vorwurf,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 02.09.
- Inhalt:
Kinderglück auf!-GEYER pflichtet
SCHRÖDER-KÖPF in der Sache gegen
die kinderlose MERKEL bei:
"Frau
Merkel verkörpert mit ihrer Biographie nicht die Erfahrungen der
meisten Frauen. Die beschäftigt, wie sie Familie und Job unter einen
Hut bekommen, ob sie nach der Geburt für mehrere Jahre aussteigen
wollen oder wie sie ihre Kinder am besten erziehen. Das ist nicht
Merkels Welt."
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- SIEVERS, Markus (2005): Spiegel räumt
Fehler ein.
Kirchhofrechnung stimmt nicht,
in: Frankfurter Rundschau v. 02.09.
- Kommentar:
Ist unsere Mitte-Presse noch unabhängig?
Offenbar greifen die Medien gerne auf Think Tanks zurück, die ihnen
eigene Recherchen ersparen.
KIRCHHOFs
Institut liefert die Berechnungen für KIRCHHOF und MIEGELs Institut
liefert für MIEGEL, Hans-Werner SINN liefert für SINN usw.
Nur
selten wird diese gängige Praxis aufgedeckt wie im Falle KIRCHHOF:
"In
seiner aktuellen Ausgabe versucht das Nachrichtenmagazin, die Kritik
an den sozialen Auswirkungen der Kirchhof-Pläne zu entkräften. Zum
Beleg griff der Spiegel allerdings nicht auf Berechnungen von
unabhängigen Experten, etwa von Steuerberatern oder von
Wissenschaftlern, zurück. Stattdessen verwendete er Zahlen von
Kirchhofs eigenem Institut. Dabei lieferte dieses »Institut für
Finanz-und Steuerrecht« im Falle eines Managers mit 300 000 Euro
Jahresgehalt Angaben für die heutige Steuerlast, die Fachleute beim
Lesen des Artikels rasch als nicht korrekt identifizierten."
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GOETZE, Karl Heinz (2005): Reif für die Insel.
Lümmel.
Michel Houellebecqs neuer Roman "Die
Möglichkeit einer Insel",
in: Freitag Nr.35 v. 02.09.
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vom 01. September 2005
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