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Medienrundschau:
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Zitat
des Monats:
Während in den 1990er Jahren
Soziologen aufgrund der Alterung der Bevölkerung die
Single-Gesellschaft prophezeiten, besagt die Empirie nun:
Immer mehr ältere Menschen leben mit einem Partner zusammen
"Der Anteil älterer Menschen, die mit ihrem Partner einen
gemeinsamen Haushalt bewohnen, ist zuletzt stark angestiegen.
Während 1996 nur etwas mehr als die Hälfte der 70- bis
79-Jährigen in einer Partnerschaft lebte, so sind es gegenwärtig
bereits zwei Drittel. Ein ähnlicher Trend zeigt sich bei
Menschen im Alter von 80 und mehr Jahren: Hier wuchs der Anteil
von 26% auf nunmehr 41%. Dies hat das Bundesinstitut für
Bevölkerungsforschung (BiB) auf Basis des Mikrozensus berechnet,
bei dem Partnerschaften in einem gemeinsamen Haushalt erfasst
werden. Die wichtigste Ursache für den Anstieg liegt in der
Verschiebung der Geschlechterproportion. So gab es noch vor zwei
Jahrzehnten bei älteren Menschen einen starken Frauenüberschuss,
da Männer in dieser Altersgruppe durch den Zweiten Weltkrieg
dezimiert waren. Mittlerweile ist die Altersstruktur bei älteren
Männern und Frauen wieder etwas ausgeglichener. Hinzu kommt,
dass heute Partnerschaften ohne Trauschein weitgehend akzeptiert
sind, weshalb auch ältere Menschen häufiger zusammenleben, ohne
verheiratet zu sein."
(Pressemitteilung
des Statistischen Bundesamtes v. 21.12.2016)
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18.01.2017
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BUSLEI, Hermann/HAAN, Peter/KEMPTNER, Daniel Kemptner (2017): Rente
mit 67.
Beitragssatz wird stabilisiert
– egal, ob tatsächlich länger gearbeitet wird,
in:
DIW-Wochenbericht Nr.3 v. 18.01.
"Hier wird (...) auf Basis
eines Simulationsmodells für drei Beschäftigungsszenarien gezeigt,
dass die Entlastung auf der Beitragsseite auch dann weitgehend
gewährleistet ist, wenn ein beträchtlicher Teil der Beschäftigten
nicht erst mit 67 in Rente geht. Der Grund dafür sind Abschläge
auf die Rentenzahlungen bei frühzeitigem Renteneintritt. Je nach
tatsächlichem Renteneintrittsalter ergeben sich daher
substantielle Unterschiede in der durchschnittlichen Rente nach
Abschlägen. Auf individueller Ebene können die Abschläge zu einem
deutlichen Einkommensrückgang und damit zu einer signifikanten
Erhöhung des Armutsrisikos im Alter führen. Zur Sicherung der
Einkommen im Alter erscheint es geboten, die Beschäftigung bis zum
neuen Regelrenteneintrittsalter durch arbeitsrechtliche und
rentenrechtliche Regelungen zu unterstützen und auch durch
effektive Weiterbildung zu fördern. Zudem sollten Regelungen zur
Absicherung gegen Altersarmut geprüft werden, zum Beispiel eine
Ausweitung der Grundsicherung im Alter und eine gezielte Erhöhung
der Erwerbsminderungsrenten",
fasst der Beitrag das Ergebnis
zusammen. Die Erkenntnis ist keineswegs überraschend, sondern die
Rente mit 67 wurde von Anfang an von den Gegnern als reine
Rentenkürzung kritisiert.
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Die Ostrentenangleichung in den Medien
THELEN, Peter
(2017): Neues Milliarden-Grab in der Rentenpolitik.
Rentenangleichung Ost: Obwohl die
Löhne im Osten immer noch niedriger sind als im Westen, will Andrea
Nahles die Ostrenten bis 2024 auf Westniveau anheben. Zur Kasse geben
werden dafür mal wieder die Versicherten,
in:
Handelsblatt
v. 18.01.
Um die Versicherten geht es Peter THELEN nicht. Sein Argument, dass
von der Ostrentenangleichung wieder nur eine kleine Gruppe der
Arbeitnehmer profitiert, ist verlogen, denn sonst müsste THELEN eine
Anhebung des Rentenniveaus befürworten, von denen alle profitieren.
Dagegen hat jedoch THELEN immer wieder polemisiert. Wenn er mögliche
Beitragssatzsenkungen in den Vordergrund stellt, dann vertritt er
die Interessen der Spitzenverdiener oberhalb der
Beitragsbemessungsgrenze und der Arbeitgeber, denn die restlichen
Arbeitnehmer profitieren von unersetzlichen - und gegenüber der
Kapitaldeckung lukrativeren - Leistungen der Rentenversicherung.
Die wahren
Gründe nennt uns THELEN erst ganz zum Schluss, wenn er uns das
Modell der Arbeitgeber präsentiert, das angeblich "kostenneutral"
ist, was bereits dadurch entlarvt wird, dass es eine Senkung des
westdeutschen Rentenniveaus vorsieht, d.h. die Zeche würden
Arbeitnehmer im Westen zahlen und die Arbeitgeber würden sich noch
stärker als bisher entsoldidarisieren können. Die ostdeutschen
Arbeitgeber profitieren bereits jetzt von niedrigen
Beitragsbemessungsgrenzen. Sie sparen sich damit pro Arbeitnehmer
bis zu 650 Euro monatlich an Beiträgen zur Renten- und
Arbeitslosenversicherung. THELEN stellt diese Einsparungen jedoch
dreist als Verlustrechnung der Arbeitgeber dar. Auch der
Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung wird längst nicht mehr
hälftig bezahlt, sondern Arbeitgeber profitieren sowohl von
Entgeltumwandlungen als auch von geplanten Entlastungen durch das
Betriebsrentenstärkungsgesetz.
Fazit: THELEN will uns
Arbeitnehmer für dumm verkaufen, indem er die Interessen der
Arbeitgeber so darstellt, als ob es unsere wären. Das Gegenteil ist
jedoch der Fall. Nichtsdestotrotz ist die Kritik an der
Ostrentenangleichung insofern berechtigt, dass die Kosten
im kürzlich
geänderten Gesetzesentwurf nicht etwa dem Steuerzahler (wie
ursprünglich geplant), sondern größtenteils den Beitragszahlern
aufgebürdet wird (mehr
hier).
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17.01.2017
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LOOMAN, Volker
(2017): Neujahrsputz bei Versicherungen,,
in: Frankfurter
Allgemeine
Zeitung
v. 17.01.
Volker LOOMAN hat wieder einmal
die Luxussorgen von Spitzenverdienern im Auge:
"Ein angestellter Anwalt ist 37
Jahre alt und verdient netto 6.000 Euro im Monat. Er ist mit einer
angestellten Zahnärztin verheiratet, die zwei Jahre jünger ist.
Sie bringt jeden Monat netto 4.000 Euro nach Hause. Das Ehepaar
hat zwei Kinder, die vier und zwei Jahre alt sind, und lebt in
einem Eigenheim."
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16.01.2017
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BMAS
(2017): Verbreitung der Altersvorsorge 2015 (AV 2015) - End- und
Methodenbericht,
in: Bundesministerium für Arbeit und
Soziales
v. 16.01.
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DESTATIS (2017): Knapp 2,9 Millionen Pflegebedürftige im Dezember
2015,
in:
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 16.01.
"Im Dezember 2015 waren in
Deutschland 2,86 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des
Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI). Wie das Statistische Bundesamt
(Destatis) weiter mitteilt, hat die Zahl der Pflegebedürftigen im
Vergleich zum Dezember 2013 um 234 000 (+ 8,9 %) zugenommen. 83 %
der Pflegebedürftigen waren 65 Jahre und älter, mehr als ein Drittel
(37 %) war mindestens 85 Jahre alt. Die Mehrheit der
Pflegebedürftigen war weiblich (64 %).
Annähernd drei Viertel (73 % oder 2,08 Millionen) aller
Pflegebedürftigen wurden zu Hause versorgt. Davon wurden 1,38
Millionen Pflegebedürftige in der Regel allein durch Angehörige
gepflegt. Weitere 692 000 Pflegebedürftige lebten ebenfalls in
Privathaushalten, sie wurden jedoch zusammen mit oder vollständig
durch ambulante Pflegedienste versorgt. Gut ein Viertel (27 % oder
783 000 Pflegebedürftige) wurde in Pflegeheimen vollstationär
betreut.
Im Vergleich mit Dezember 2013 ist die Zahl der in Heimen
vollstationär versorgten Pflegebedürftigen um 2,5 % (+ 19 000)
gestiegen. Bei der Pflege zu Hause ist die Zunahme mit + 11,6 % (+
215 000 Pflegebedürftige) deutlich höher, was auch auf die Reformen
der Pflegeversicherung zurückzuführen ist", meldet das Statistische
Bundesamt, das außerdem die
Pflegestatistik 2015 veröffentlicht hat.
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KNUF, Thorsten
(2017): Das Eigenheim muss warten.
Immer weniger junge Menschen können
sich ein Haus oder eine Wohnung leisten,
in: Frankfurter
Rundschau
v. 16.01.
Thorsten KNUF sorgt sich um die Privilegierten der Mittelschicht.
Die Altersgruppe der 25- bis 45-Jährigen sei angeblich die
Verlierer-Generation. Verlorene Generationen reihen sich seit den
1970er Jahren aneinander. Im Rückblick haben sich die angeblichen
Verlierer-Generation jedoch als Trugbild erwiesen, denn
entscheidender sind die immer größer werdenden Klassenunterschiede.
Die geringere Eigenheimquote weist eher auf Wandlungsprozesse hin,
denn anders als früher, wollen Doppel-Karriere-Familien nicht mehr
im Speckgürtel der Städte wohnen, sondern innenstadtnah. Das war
schon immer zu teuer für viele Familien. Zudem steigt die
Eigentumsquote mit dem Alter, weshalb eine Großgruppe, in der
25-Jährige mit 45-Jährigen zusammengefasst werden, wenig
Aussagekraft hat. Diejenigen, die sich Eigentum leisten können,
gründen zudem immer später eine Familie, d.h. der Kauf von
Wohneigentum wird in ein höheres Alter verlegt. Dies hängt auch
damit zusammen, dass der Neoliberalismus zu immer größerer Mobilität
zwingt, was Wohneigentum unlukrativ macht.
Fazit: Diejenigen, die sich noch
nie Wohneigentum leisten konnten, sind die wirklichen Verlierer
dieser Entwicklung. Darüber schweigt die Studie und auch der
Journalist.
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HÄNTZSCHEL, Jörg
(2017): Klasse machen.
Der Kampf gegen die Eliten in den
USA ist ein alter Kulturkampf. Davon lebt auch Donald Trump,
in: Süddeutsche
Zeitung
v. 16.01.
Jörg HÄNTZSCHEL berichtet über
einen Zeitschriftenartikel von Joan WILLIAMS, Professorin für
Familienrecht an der Universität von Kalifornien,
in der Harvard Business Review, in dem den weißen
Arbeitern in den USA ein Ressentiment gegen das Akademikermilieu
unterstellt wird:
"One little-known element of
that gap is that the white working class (WWC) resents
professionals but admires the rich. Class migrants (white-collar
professionals born to blue-collar families) report that »professional
people were generally suspect« and that managers are college kids
»who don’t know shit about how to do anything but are full of
ideas about how I have to do my job,« said Alfred Lubrano in
Limbo. Barbara Ehrenreich recalled in 1990 that her
blue-collar dad »could not say the word doctor without the
virtual prefix quack. Lawyers were shysters…and
professors were without exception phonies.« Annette Lareau
found tremendous resentment against teachers, who were perceived
as condescending and unhelpful."
Bei HÄNTZSCHEL wird daraus:
"Verhasst, weil die Arbeiter
täglich mit ihrer Autorität in Beführung kommen. Und weil ihnen
der Zugang zu deren Schicht ohne akademischen Abschluss verwehrt
ist. Der amerikanische Traum verspricht den Aufstieg vom
Tellerwäscher zum Millionär, nicht den vom Tellerwäscher zum
Arzt."
Hochstapler zeigen jedoch immer
wieder, dass offenbar der akademische Abschluss gar nicht vonnöten
ist, um als Akademiker anerkannt zu werden. Und dass der akademische
Abschluss durch jene entwertet wird, die sich ihre Abschlussarbeiten
schreiben lassen oder akademische Ehren erhalten, selbst wenn sie es
nicht so genau nehmen. Hinzu kommt, dass durch Tendenzen der
sozialen Schließung das Akademikermilieu keineswegs mehr das Ansehen
wie früher hat, weil inzwischen viele Menschen zwar einen
akademischen Titel haben, aber keine adäquaten Berufe - nicht etwa,
weil sie die Fähigkeiten nicht hätten, sondern weil ihr Habitus
nicht dem entspricht, was von den Professionen erwartet wird. Es
sind also keineswegs reine Ressentiments, die den Akademikern
entgegenschlagen, sondern die Tatsache, dass immer mehr Menschen in
der Lage sind, die Ungerechtigkeiten der angeblichen
Leistungsgesellschaft zu durchschauen. Das System ist morsch und das
ist immer spürbarer auch für jene, die als Nicht-Akademiker
ausgegrenzt werden.
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Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte
FORSTER, Christof
(2016): Hartes
Ringen um die Rentenreform.
Kommission legt verbessertes
Kompensationsmodell vor,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 16.01.
Christof FORSTER berichtet über
einen weiteren Etappensieg der Neoliberalen bei der geplanten
Rentenreform in der Schweiz. Die Sozial- und Gesundheitskommission
des Nationalrats (SGK) hat Kompensationen der Verluste durch die
Senkung des Umwandlungssatzes in der AHV abgelehnt. Zudem hält die
Kommission weiterhin an der Erhöhung des Renteneintrittsalters
fest. Außerdem konnten die Neoliberalen eine Erhöhung des
Bundeszuschusses für die AHV abwehren. Im März soll die
Schlussabstimmung über die Reform stattfinden.
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15.01.2017
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BRECH, Sarah Maria & Fanny JIMÉNEZ
(2017): Du, du, nur du allein.
Gesellschaft: Singles sind einsam,
traurig und krank. Davon sind ihre besten Freunde noch immer
überzeugt. Nur: Es stimmt nicht. Neue Studien zeigen, dass Frauen
immer glücklicher werden, je länger sie allein leben,
in:
Welt am Sonntag kompakt
v. 15.01.
Wenn Fakten nicht mehr heilig sind,
bewirbt die Springer Presse den Medienkongress 2017. Leider sind der
WamS kompakt die Fakten längst nicht mehr heilig. Vor allem,
wenn es um so genannte Singles geht, werden uns besonders gerne
Lügenmärchen erzählt.
"DePaulo gilt als eine der
weltweit bedeutendsten Experten mit mehr als 100
Veröffentlichungen zu diesem Thema. In den USA ist die Zahl der
Singles in den vergangenen Jahrzehnten rasant angestiegen, hat sie
herausgefunden. Waren es 1970 noch 28 Prozent, gaben 2014 schon 45
Prozent an, keinen Partner zu haben",
behaupten BRECH & JIMÉNEZ. Die
Zahlen sind zum einen dreist abgeschrieben aus der amerikanischen
Zeitschrift New York Magazine.
Dort heißt es:
"In 1970, there were 38 million
single people in the U.S., and they made up just 28 percent of the
population. In 2014, there were 107 million and they comprised 45
percent of the population."
(The New Science of Single People von Jesse Singal)
Aus "single people" machten die
Autorinnen "partnerlos". Der Begriff Single wird im Amerikanischen
jedoch genauso wie im Deutschen in vielen Varianten benutzt. Die
Zahlen hat nicht etwa Bella DePAULO herausgefunden, wie uns die
Journalistinnen weismachen wollen, sondern sie stammen vom
US-amerikanischen Statistikamt.
Auf deren Website heißt es nämlich:
"107 million
Number of unmarried people in America 18 and older in 2014. This
group made up 45 percent of all U.S. residents 18 and older.
Source: America’s Families and Living Arrangements: 2014, Table
A1"
Der Begriff "unmarried" steht
nicht für partnerlos, sondern für unverheiratet. Dies zeigt, dass
Journalisten auch in den selbst ernannten Qualitätszeitungen Fakten
nicht heilig sind. Oder warum wird aus dem Familienstand
unverheiratet die Partnerlosigkeit, obwohl beides ganz
unterschiedliche Lebensformen darstellen?
"In Deutschland ist der Trend
ähnlich. Dem Soziologen Jan Eckhard zufolge ist die Zahl der
Singles in den vergangenen 20 Jahren um 50 Prozent gestiegen. 1993
gaben 23 Prozent an, partnerlos zu sein, 2014 waren es 35
Prozent",
heißt es bei BRECH & JIMÉNEZ.
Auch das ist dreist abgeschrieben, diesmal bei der Spiegel-Titelgeschichte
im Oktober.
Dort heißt es:
"Nach Auswertungen des
Heidelberger Soziologen
Jan Eckhard ist die Zahl der Singles in
den vergangenen 20 Jahren um 50 Prozent gestiegen. Waren 1993 noch
23 Prozent der Deutschen ohne festen Partner, gaben 2014 35
Prozent der Befragten an, in keiner festen Beziehung zu leben.
Eckhards Quelle ist das Sozio-oekonomische Panel (SOEP), die
größte sozialwissenschaftliche Langzeitstudie in Deutschland."
Weder ist die Altersgruppe
unmissverständlich angegeben, weil kurz zuvor im Spiegel-Bericht
noch von 25-35-Jährigen gesprochen wird, noch geht eindeutig
hervor, ob es um partnerlose Deutsche oder um Partnerlose in
Deutschland geht - beides wäre möglich und nicht dasselbe (mehr auch
hier). Der SOEP
kann zumindest Partnerlose von Paaren unterscheiden im Gegensatz zu
vielen anderen Forschungsdesigns.
Nimmt man wissenschaftliche
Aufsätze von Jan ECKHARD zur Hand, dann wird dort von Bindungsquoten
gesprochen, weil es hier nicht um dauerhafte Partnerlosigkeit,
sondern um die Dauerhaftigkeit von Partnerschaften geht. Außerdem
werden vom SOEP nur Partnerschaften erfasst, die länger als ein Jahr
dauern, d.h. es ist eine Frage der Definition inwiefern vom Anstieg
der Partnerlosigkeit gesprochen werden kann. Veränderungen gibt es
in erster Linie bei der Beziehungsstabilität.
"SOEP und Familiensurvey, die
kurzfristige Beziehungen unter-erfassen, zeigen übereinstimmend
einen Anstieg der Partnerlosigkeit in Deutschland seit Beginn der
1990er Jahre. So dokumentiert das SOEP für die deutsche Bevölkerung
zwischen 18 und 60 Jahren ein Absinken der allgemeinen Bindungsquote
von 82 Prozent im Jahr 1993 auf 75 Prozent im Jahr 2009 (Eckhard
2015: 50)"
(2016, S.82),
schreiben Jan ECKHARD und Thomas
KLEIN in ihrem Aufsatz
Partnerlosigkeit in Deutschland und im internationalen Vergleich aus
dem Jahr 2016. Die Autoren betrachten jedoch nur den
Zeitraum 1993 - 2009 und kommen hier für die 18- bis 60-Jährigen der
deutschen Bevölkerung auf eine Zunahme der Partnerlosigkeit
(definiert als Bindungslosigkeitsquote) von 18 auf 25 Prozent. Die
Frage nach der Zunahme der Partnerlosigkeit ist in erster Linie eine
Normative, wie die Autoren nach einem Vergleich verschiedener
Datensätze zeigen:
"Im Ergebnis erfordert die Frage
nach der Entwicklung der Partnerlosigkeit eine differenzierte
Antwort: Versteht man unter Partnerbindung das Vorhandensein einer
gewissen Stabilität der Paarbeziehung, dann ist eindeutig ein
Rückgang der Partnerbindung und somit ein Anstieg der
Partnerlosigkeit zu konstatieren. Geht man hingegen von einer
Definition aus, die unter Partnerbindung auch sehr kurze
Beziehungserfahrungen und instabile Verhältnisse subsumiert, so ist
von einer weitgehenden Konstanz der Bindungs- bzw.
Partnerlosigkeitsquoten zu sprechen."
(2016, S.382)
BRECH & JIMÉNEZ suggerieren
uns aber sogar einen Trend, der darauf basiert, dass die USA uns
Deutschen immer einen Schritt voraus sind, aber sie vergleichen
Äpfel (Unverheiratetsein) mit Birnen (Partnerlosigkeit). Denn wenn
man die Zahl der Unverheirateten nimmt, was die Journalistinnen ja
für die USA getan haben, dann ist Deutschland den USA weit voraus,
denn bei uns sind nicht nur 45 % der Bevölkerung unverheiratet,
sondern 2014 waren es nach dem Statistischen Jahrbuch 2016
fast 56 % (vgl. Tabelle 2.1.12, S.33). Die kulturellen Unterschiede
werden von den Journalistinnen also beim Single-Dasein ausgeblendet,
weshalb sich die Befunde von DePAULO keineswegs einfach auf
Deutschland übertragen lassen. Bei uns ist das Unverheiratetsein
wesentlich unproblematischer als in den USA, dagegen fokussiert sich
die Stigmatisierung in Deutschland auf die Dimensionen
Partnerlosigkeit und Kinderlosigkeit.
Der Artikel ist auch ansonsten
wenig aussagekräftig, da von Singles gesprochen wird, ohne dass klar
wird, wer jeweils gemeint ist: Unverheiratete, Alleinlebende, Paare
ohne gemeinsamen Haushalt oder Partnerlose. Dies sind verschiedene
Lebensformen, deren Leben sich durchaus ganz unterschiedlich
gestalten kann.
"Weil ein genauerer Blick auf
Singles überfällig war, stieg Bella DePaulo tief ein in die 19.582
Studien zu Partnerschaften und 501 Studien zu Singles, die sie für
den Zeitraum zwischen 2000 und 2015 fand. 814 davon blieben übrig,
die sie sinnvoll auswerten konnte: (...).
Je genauer die Wissenschaftlerin aber hinsah, desto mehr
grundsätzliche methodische Fehler entdeckte sie. Da wurden zum
Beispiel regelmäßig 20-Jährige Singles und 40-jährige Geschiedene
zusammen in eine Gruppe gesteckt und mit den verheirateten Paaren
verglichen. So rechnete man die gescheiterten Paare aus der
Paarstatistik heraus und schob sie den Singles zu",
schreiben die Journalistinnen,
als ob das uns Lesern einen Erkenntnisgewinn bringen würde. Offenbar
wissen die Journalistinnen nicht, über was sie schreiben. Ihr
einziges Fallbeispiel ist eine alleinwohnende 57-jährige Frau, die
als Heilpraktikerin in einer Großstadt mit ca. 300.000 Einwohnern
lebt und deren letzte Partnerschaft vor 11 Jahren endete. Ist diese
Frau überhaupt repräsentativ für Partnerlosigkeit in Deutschland
oder soll sie nur ein - gar nicht so neues Stereotyp bestätigen?
Soziologen sehen das Problem der Partnerlosigkeit in erster Linie
bei jungen Männern. Auch Witwen und weniger Witwer haben (noch)
großen Anteil an der Partnerlosigkeit in Deutschland. Die kinder-
und partnerlose Karrierefrau ist zwar in den Medien sehr präsent,
weil dort diese Spezies auch weit verbreitet ist -
gesamtgesellschaftlich spielt sie dagegen eher keine große Rolle.
"Es gab so gut wie keine
Studien, die Singles im Zentrum ihres Interesses stellten. Meist
waren sie nur zu einem Zweck interessant: Als Kontrollgruppe, als
Folie, gegen die man die Paarbeziehungen stellen konnte",
schreiben BRECH & JIMÉNEZ. Das
vernachlässigt die Tatsache, dass Singlestudien meist politisch
motiviert sind - insbesondere in Deutschland bevölkerungs- und
sozialpolitisch. Ihr Negativimage rührt in erster Linie daher, dass
sie als Sündenbock herhalten müssen. Ihnen wird die Schuld an der
Wohnungsnot, dem
Aussterben der Deutschen, den Umweltproblemen usw.
zugeschrieben. Da der Singlebegriff so dehnbar ist, wurde schon von
Single-Gesellschaft gesprochen, andererseits sind Singles immer
die anderen.
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KREMER, Dennis
(2017): Welcher Fonds ist der beste?
Die Deutschen haben viele
Milliarden in Fonds investiert. Schauen wir einmal nach, ob das Geld
dort gut angelegt ist,
in: Frankfurter
Allgemeine
Sonntagszeitung
v. 15.01.
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14.01.2017
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DAHLKAMP, Siliva/HÜLSEN, Isabell/MÜLLER, Ann-Katrin/SEITH, Anne
(2017): Reden ist Geld.
Familie: In kaum einem anderen
EU-Land hält sich die klassische Rollenverteilung so beharrlich wie in
Deutschland: Er verdient das Geld, sie kümmert sich um die Familie.
Das ist gefährlich, für Männer und für Frauen,
in:
Der Spiegel Nr.
v. 14.01.
Der neoliberale Spiegel sorgt sich um die obere Mittelschicht
und fordert Reformen, die die Spaltung der Gesellschaft weiter
vertiefen werden. Sollten die Forderungen umgesetzt werden, dann
steht den Doppel-Karriere-Familien der oberen Mittelschicht
zukünftig ein Heer der Dienstbotenklasse gegenüber. Die Zwiebel der
nivellierten Mittelstandsgesellschaft würde dann zur Pyramide
werden. Das individualisierte Milieu sieht sich als Modell für eine
Gesellschaft der Individuen, in der die traditionellen
Solidarsysteme verschwinden sollen.
Um dieses Modell durchzusetzen,
gelten nicht mehr das Paar, die Familie oder sonstige
Gemeinschaftsformen als Maßstab, sondern das eigenverantwortliche,
geschlechts- und klassenlose Individuum. Aus dieser Sicht sind alle
Bindungen zuallererst gescheiterte Bindungen. Der Trennungsfall wird
zum Normalfall und die Bindung zur Ausnahme erklärt. Die
Single-Gesellschaft wird damit zum normativen Fluchtpunkt. Unter den
Bedingungen sozialer Ungleichheit hat dies jedoch fatale Folgen:
Diese Ökonomisierung des Sozialen führt in eine Klassengesellschaft,
die dem Elend des 19. Jahrhunderts in nichts nachstehen wird.
Es erstaunt kaum, dass uns in den
Fallbeispielen nur die Gewinner dieser neuen Klassengesellschaft
vorgestellt werden:
1) Tina Rademacher, 44 Jahre, Topmanagerin, die ihren Job für ihre
zwei Kinder aufgab, weil die obere Mittelschicht ein Opfer unserer
Arbeitnehmergesellschaft ist
2) Christina Veicht, 54 Jahre, 3 Kinder, gelernte Theaterpädagogin,
die nach der Babypause und einer Scheidung (der Ex war selbständiger
IT-Berater) gemäß Rentenbescheid nur eine Rente von 316,6 Euro im
Monat bekommt. Hier wird bewusst verschwiegen, dass nicht alle
Ansprüche von Frauen Inhalt des jährlichen Rentenbescheids sind:
"Weil die Rentenansprüche aus
der Ehezeiten nur »abgeleitete Ansprüche« sind, informiert die
Rentenkasse in ihrer jährlichen Renteninformation (...). nicht
über die individuellen Rentenerwartungen, die sich aus der Ehe
ergeben" (2016, S.89),
kritisiert Kristina VAILLANT in
dem Buch
Die verratenen Mütter. Wie die Rentenpolitik Frauen in die Armut
treibt. Es verwundert zudem, dass die Journalistinnen zwar
das 2014 erschienene Buch
Die verratene Generation von BYLOW & VAILLANT, aber nicht
das aktuelle Buch zitieren. Offenbar, weil dort die Situation noch
stärker dramatisiert wird:
"Rund die Hälfte der
westdeutschen Frauen der Jahrgänge 1962 bis 1966 wird einer Studie
zufolge mit einer Rente unter 600 Euro im Monat leben müssen. Sie
sind existenziell abhängig von ihrem Partner - oder arm.",
wird uns erklärt. Wie kommt diese
Zahl zustande? Bei BYLOW & VAILLANT heißt es:
"Über sechseinhalb Millionen
Frauen sind heute zwischen 45 und 55 Jahre alt (...). Etwa ein
Drittel von ihnen, das sind über zwei Millionen Frauen, werden
voraussichtlich eine Rente von maximal 600 Euro bekommen." (2014,
S.60)
Die Autorinnen verweisen dabei
auf die schon 2012 erschienene Studie
Die Lebens- und Erwerbsverläufe von Frauen im mittleren Lebensalter
von Barbara RIEDMÜLLER & Ulrike SCHMALRECK, die in ihrer Studie
die Geburtsjahrgänge 1962 bis 1966 untersucht haben. BYLOW &
VAILLANT haben diese Zahlen einfach auf die Jahrgänge 1958 bis 1968
übertragen. Wie, das verschweigen sie uns. Was jedoch noch
gravierender ist: RIEDMÜLLER & SCHMALRECK differenzieren in ihrer
Studie bei den westdeutschen Babyboomerinnen zwischen 7
Lebensverläufen. Daraus greifen sich sowohl VAILLANT als auch die
Spiegel-Journalistinnen nur jene wenigen heraus, die besonders stark
betroffen sind, gleichzeitig aber nur eine Minderheit dieser
Babyboomer-Frauen betrifft.
"Die »Bildungsstarke« mit
langen Ausbildungszeiten, hohem Qualifikationsniveau und guter
Arbeitsmarktintegration sowie die »Langzeitarbeitslose« mit langen
und häufigen Phasen der Arbeitslosigkeit. Diese beiden Typen
zählen unter der Kohorte zu den kleinsten Gruppen mit einem Anteil
von 6 bzw. 7%. Den quantitativ stärksten Typ mit 21% bildet die
Vollzeiterwerbstätige. (...). Neben der höheren
Erwerbsorientierung der Babyboomerinnen zeigt sich bei ihnen ein
Bedeutungsverlust an reinen Hausfrauenbiografien. Mit einem Anteil
von 19% sind unter den Babyboomerinnen weniger Familienorientierte
zu finden, als unter den älteren Frauen (25%). Im Vergleich zu der
älteren Kohorte hat sich der Anteil der Zwei-Phasen Frauen unter
den jüngeren Frauen fast verdoppelt (von 9% auf 16%). Den siebten
Biografietyp bildet die Mischerwerbstätige. Jede neunte
Babyboomerin gehört diesem Cluster an (11%)"
(2012, S.39f.),
beschreiben RIEDMÜLLER&
SCHMALRECK die Biografie-Typen der Babyboomer-Frauenjahrgänge
1962-1966. Die Journalistinnen verfälschen also diesen Befund
dahingehend, dass sie den Typus Bildungsstarke zum Typus
Langzeitarbeitslos bzw. Hausfrauenbiografie stilisieren, indem den
Babyboomer-Frauen zum einen schlechte Arbeitsmarktchancen und zum
anderen lange Babypausen andichten, obwohl die Studie andere
Interpretationen nahe legt: Akademikerinnen gehören überwiegend zu
den Gewinnerinnen und nicht zu den Verliererinnen.
Während uns die westdeutschen
Frauen als Problemfall beschrieben werden, heißt es dagegen bei
RIEDMÜLLER & SCHMALRECK, dass gerade den ostdeutschen Frauen das
größere Altersarmutsrisiko droht:
"Unter den hier untersuchten
Kohorten weisen die ostdeutschen Babyboomerinnen die stärkste
Arbeitsmarktorientierung auf. Gleichzeitig sind sie dadurch
stärker als die gleichaltrigen westdeutschen Frauen von
Arbeitslosigkeit betroffen und damit auf Transfereinkommen
angewiesen. Etwa jede sechste Babyboomerin der neuen Länder zählt
zum Typ der Lang-zeitarbeitslosen. Sowohl das eigene Einkommen als
auch das bedarfsgewichtete Haushalts-einkommen dieser Frauen ist
alarmierend gering. So dass für diesen Typ ein erhöhtes
Armutsrisiko besteht."
(2012, S.56)
Die Studie, auf die sich die
Journalistinnen berufen, widerspricht sogar fundamental der
öffentlichen Debatte. Vor allem kinderlose Frauen der Babyboomer
sind bei der gesetzlichen Rente benachteiligt:
"Kinderreiche Frauen der
Geburtsjahrgänge 1947 bis 1951 erzielen 15,1 Rentenpunkte. Der
Wert für kinderlose Frauen liegt dagegen deutlich höher bei 21,4
Entgeltpunkten. Bei den Babyboomerinnen erreichen hingegen die
Frauen mit drei und mehr Kindern trotz kürzere Dauer der
sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung die höchste Anzahl an
persönlichen Entgeltpunkte (25,7) und erzielen damit das höchste
prognostizierte Renteneinkommen. Dennoch würde dies aktuell einer
geringen Rente von rund 700 Euro 20 entsprechen. Babyboomerinnen
ohne Kinder erzielen dagegen nur 22,2 Entgeltpunkte (610 Euro).
Für die Babyboomerinnen deuten die Daten daraufhin, dass die
Anzahl der Kinder sich rentensteigernd auswirkt."
(2012, S.62)
Dabei muss berücksichtigt werden,
dass durch die 2014 erhöhte Mütterrente sich die Situation der
Geburtsjahrgänge 1947 bis 1951 verbessert hat, auch wenn sie immer
noch nicht gleich gestellt sind. Die durchschnittliche Rentenhöhe
wird also nicht - wie uns suggeriert wird, durch die Zahl der Kinder
gedrückt, sondern im Gegenteil durch die niedrigeren Renten der
kinderlosen Babyboomer-Frauen.
Nimmt man die Studie zum
Ausgangspunkt und nicht deren Falschdarstellung, dann zeigt sich
einmal mehr, wie Studien im Interesse der oberen Mittelschicht
missbraucht werden.
3) Martin Fischer, 40, jobbt als
Wachmann und freier Sporttrainer, und muss für zwei Kinder Unterhalt
zahlen. Typischerweise gehört er damit nicht zur oberen
Mittelschicht. Er dient den Journalistinnen zu einer Kritik des
Unterhalts- bzw. Sorgerechts und des fehlenden Vorsorgegedankens:
"Statt dass sie für den Fall
der Trennung Vorsorge treffen, ähnlich wie man es für den
Todesfall oder einen Wohnungsbrand macht, ist Geld allenfalls ein
alltägliches Streittrema. 41 Prozent der Deutschen wissen laut
Umfragen nicht einmal, was der Partner verdient. Es gilt das
Prinzip Hoffnung, dass die eigene Ehe nicht zu dem Drittel jener
gehört, die auseinandergehen."
4) Volker Baisch,
Unternehmensberater in Sachen Familienfreundlichkeit, bekommt
sozusagen kostenlose Werbung durch den Spiegel. Er steht für
jene Privilegierten, die keine Geldsorgen haben, sondern mehr Zeit
für die Familie haben wollen.
Neoliberalen ist vor allem das
Ehegattensplitting ein Dorn im Auge, da es den
Doppel-Karriere-Familien der oberen Mittelschicht Steuervorteile
vorenthält, während die Einverdienerehe privilegiert ist. Dazu wird
das traditionelle Neidpaar par excellence aus der Mottenkiste
gezerrt:
"Eine Bibliothekarin
beispielsweise, die einen Chirurgen geehlicht hat, muss sich damit
bei einer Scheidung wahrscheinlich auf den sozialen Abstieg
vorbereiten."
Gerne wird auch die
Zahnarztgattin als Beispiel genommen. Solche Paarkonstellationen
sind heutzutage eher selten und sie sollen es nach Willen der
neoliberalen Single-Gesellschaft auch werden. Die Klasse mit Hilfe
eines Partners zu wechseln, gilt in der angeblichen
Leistungsgesellschaft zudem verpönt. Reich soll sich mit reich und
arm mit arm paaren, so die neoliberale Vorstellung der neuen
Klassengesellschaft. Damit das auch geschieht, wird uns die
französische Klassengesellschaft als Vorbild empfohlen. Dort sorgt
das Familiensplitting zur Stabilisierung der Klassengesellschaft.
Das liest sich dann ganz harmlos:
"Je mehr Kinder, desto
günstiger wird das Familieneinkommen versteuert. Ein hohes
Einkommen der Frauen wird, anders als in Deutschland, steuerlich
nicht bestraft".
Bekanntlich haben Geringverdiener
dabei das Nachsehen.
5) Rüdiger Peters, Topmanager bei
Porsche, steht für die fehlende Vereinbarkeit von Karriere und
Vaterschaft.
Fazit: Normalos kommen hier so
gut wie nicht vor. Der Spiegel ist eine fast reine
Akademikerveranstaltung der oberen Mittelschicht! Ausnahmen
bestätigen höchstens die Regel.
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BEEGER, Britta (2017): Bloß nicht dran denken!
Viele junge Menschen sind durch die
Rentendebatte verunsichert. Sie glauben, mehr privat für das Alter
vorsorgen zu müssen - und tun es trotzdem nur selten. Ein Blick in die
Gefühlslage,
in: Frankfurter
Allgemeine
Zeitung
v. 14.01.
Neoliberale sind inzwischen schon im Panikmodus aufgrund des
befürchteten Bundestagswahlkampfes. Die Regierungsparteien haben mit
ihren Rentenreformen alles getan, um einen Rentenwahlkampf zu
provozieren.
Britta BEEGER muss bis ins Jahr
2014 zurückgehen, um Satiriker aufzuspüren, die sich über die
Riester-Rente lustig gemacht haben. Offenbar sieht es um die
unlukrative Riester-Rente noch zu gut aus. Da sich BEEGER aber als
Sprachrohr der Finanzmarktakteure versteht, steht es um die
Riester-Rente natürlich schlecht.
"Zwei von drei Befragten
zwischen 30 und 59 Jahren gaben an, verunsichert zu sein, wie es
um die Zukunft des Rentensystems steht. Fast genauso viele
zweifeln, ob sie ihren Lebensstandard im Alter halten können -
Tendenz steigend. (...). Der Anteil, der auf jede materielle
Planung verzichtet, ist demnach in den vergangenen zwei Jahren von
18 auf 23 Prozent gestiegen",
zitiert BEEGER eine
Allensbach-Umfrage, von der sie verschweigt, dass sie im Auftrag der
Versicherungslobby durchgeführt wurde.
Die Lobbyorganisation GDV veröffentlicht die Studienergebnisse nur
in Auszügen. Allein schon die Tatsache, dass 30 Jährige und
59-Jährige in einen Topf geworfen werden, lässt an der Seriosität
der Umfrage zweifeln. Es wird nicht zwischen den Geschlechtern und
zwischen Altersgruppen differenziert, weshalb die Aussagen von
BEEGER auch nicht von der Umfrage gedeckt sind.
Uns werden drei Beispiele für die
Befindlichkeit der Mittelschicht-Deutschen (andere interessieren die
FAZ sowieso nicht!) präsentiert:
1) 31-jährigen Akademiker, der im
öffentlichen Dienst beschäftigt ist:
"Er hat das Vertrauen verloren.
Riester, Rürup, daran glaubt er nicht. Auch nicht, dass die
Berater bei seiner Bank wirklich in seinem Interesse handeln. So
kommt es, dass er bislang nichts unternommen hat, trotz der Sorge,
dass es im Alter nicht reichen könnte",
beschreibt BEEGER diesen Typus.
Normalerweise ist jemand, der im öffentlichen Dienst arbeitet
sowieso durch eine Betriebsrente abgesichert, weshalb das Beispiel
eher zeigt, um welche privilegierte Klientel es BEEGER geht.
2) 30-jährige Frau mit dualer
Ausbildung, die nach einigen Jahren Arbeit nochmals studiert. Ihr
attestiert BEEGER Überforderung angesichts der tollen Angebote zur
privaten Altersvorsorge. Dazu passt dann die Argumentation:
"So groß ist die
Verunsicherung, dass viele junge Leute sogar automatische
Sparreglungen befürworten würden, beispielsweise zum
Berufseinstieg."
Im Gesetzesentwurf zum
Betriebsrentenstärkungsgesetz ist dieses Nudging (sanfter Zwang) auf
Betreiben der Profiteure vorgesehen. BEEGERs Darstellung
rechtfertigt diese Vorgehensweise.
3) 27-jährige Frau, die sich
beruflich neu orientiert und deshalb von Altersvorsorge erst mal
nichts wissen will.
Eine Umfrage im Auftrag der
Metallrente hat sogar 17- bis 27-Jährige zur Altersvorsorge befragt.
BEEGER jammert, dass sich die Einstellungswerte dieser Altersgruppe
in Sachen private Altersvorsorge verschlechtert haben.
Jammert uns BEEGER also
stellvertretend für die Finanzmarktakteure vor, dass die private
Altersvorsorge auf angeblich unbegründete Ablehnung stößt, gilt das
Gegenteil für die gesetzliche Rente. Wie schon
Bert RÜRUP wettert nun auch BEEGER
mittels neoliberalen Satzbausteinen gegen eine Stabilisierung des
Rentenniveaus. Das Feindbild ist hier zum einen Reiner HOFFMANN
(DGB), der für ein Rentenniveau von 50 Prozent plädiert und Andrea
NAHLES, die eine Untergrenze bei 46 Prozent bis 2045 in ihrem
Gesamtkonzept vorgesehen hat. Neoliberale Propaganda erkennt man
durch zwei Stoßrichtungen:
1) Die Bedeutung des
Rentenniveaus für die Altersarmut wird geleugnet bzw. verharmlost
2) Altersarmut wird auf den Bezug der Grundsicherung im Alter
reduziert.
Das Rentenniveau setzt BEEGER mit
der Bruttostandardrente gleich, das sie mit 1.372 Euro angibt. Die
Deutsche Rentenversicherung beziffert es dagegen mit 1.342 Euro
(Jahresdurchschnitt 2016). Nach Abzug der Sozialabgaben bleiben
dagegen nur 1.197 Euro übrig. Davon gehen dann noch Steuern nach dem
Alterseinkünftegesetz ab, sodass für den Konsum wesentlich weniger
übrig bleibt. In der öffentlichen Debatte wird meist mit dem höheren
Prozentanteil der Nettostandardrente (48 %) statt der
Bruttostandardrente (44,5 %) argumentiert. Warum also verwendet
BEEGER jenen Wert, der ein höheres Alterseinkommen vorgaukelt?
"Legen die Preise weiterhin nur
moderat zu, ist damit sogar die Kaufkraft höher als heute - die
Rentner werden sich von ihrem Geld also mehr leisten können."
Die Inflation hat in Deutschland
zuletzt um 1,7 % zugelegt, was angesichts der desolaten Lage der
privaten Altersvorsorge eher gegen zukünftige Kaufkraftgewinne
spricht, zumal die Rechnung von BEEGER weder Sozialabgaben noch
Steuern berücksichtigt. Wir haben es hier also mit Schönfärberei zu
tun.
BEEGER wirft Gewerkschaften und
den Parteien vor, sie würden Verunsicherung in Sachen Altersarmut
betreiben. Die wahren Verunsicherer sind Neoliberale wie Bodo
SCHÄFER, die vorrechnen, dass eine
38-jährige Topmanagerin eine gesetzliche Rente auf
Grundsicherungsniveau zu erwarten hat!
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WIEDUWIELT, Hendrik (2017): Mehr Steuern bei Altersvorsorge?
Bundesfinanzhof rührt an Vorteilen
von Pensionskassen,
in: Frankfurter
Allgemeine
Zeitung
v. 14.01.
Hendrik WIEDUWILT berichtet über ein Urteil des Bundesfinanzhofs,
das steuerliche Vorteile für Einmalzahlungen bei Pensionskassen
unterbinden will:
"Die Richter bezweifeln
(dass)(...), die Beiträge im Rahmen der Gehaltsumwandlung
steuerfrei sein dürfen, wenn das Kapitalwahlrecht besteht."
Dies beträfe Angestellte, die
nicht den Spitzensteuersatz bezahlen müssen.
Die Folgen des Urteils sind jedoch noch nicht sicher abschätzbar.
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CREUTZBURG, Dietrich (2017): SPD verspricht Familien mehr Geld.
Bundestagsfraktion beschließt
Schwerpunkte im Wahljahr,
in: Frankfurter
Allgemeine
Zeitung
v. 14.01.
Dietrich CREUTZBURG berichtet über die Beschlüsse der Agenda-SPD zum
Wahljahr.
Beschlüsse zur Rentenpolitik sucht man vergeblich!
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HOFFMANN, Catherine (2017): Aus dem Häuschen.
Geldanlage: Vom Immobilienboom
profitieren nur Wohlhabende. Das muss sich ändern,
in: Süddeutsche
Zeitung
v. 14.01.
Catherine HOFFMANN
bemüht die umstrittene und noch
unveröffentlichte Studie von Moritz SCHULARICK,
um Immobilien als Altersvorsorge anzupreisen:
"Die Immobilie ist die ideale
Altersvorsorge - solang es um die eigenen vier Wände geht und
nicht um Zinshäuser. (...).
Wer verhindern will, dass sich einkommensschwache Haushalte allein
auf die staatliche Rente verlassen, deren Niveau weiter sinken
wird, muss die private Vorsorge stärken - allerdings anders als
heute.
So sollte man den Hauskauf wieder staatlich fördern",
meint HOFFMANN. Schon die
Förderung der Riester-Rente war eine Totgeburt, weil Geringverdiener
kein Geld übrig haben. Ein Hauskauf ist dagegen völlig außer
Reichweite. "Einkommensschwach" muss man also eher mit Mittelschicht
übersetzen - vielleicht sogar mit oberer Mittelschicht? Denn nur
diese könnte überhaupt an einen Hauskauf in München oder Hamburg
denken.
"Eine andere Möglichkeit wäre,
dafür zu sorgen, dass die Deutschen verstärkt in Aktien
investieren. Allein mit der Dividende guter Unternehmen lässt sich
langfristig jede Zinsanlage schlagen",
lockt HOFFMANN als Sprachrohr des
Deutschen Aktieninstituts. Und nicht zuletzt bringt HOFFMANN das
Lieblingsprojekt von Schwarz-Grün ins Spiel: den Staatsfonds.
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BEISE, Marc (2017): Die Zeit des Stillstands.
Samstagessay: Im September 2017
wird ein neuer Bundestag gewählt und eine neue Regierung.
Wirtschaftspolitisch wird die Zeit bis dahin trostlos. Aber auch die
vergangenen Jahre waren nicht viel besser. Ein Klageruf,
in: Süddeutsche
Zeitung
v. 14.01.
Marc BEISE, neoliberaler Einpeitscher bei der SZ, beklagt in
postdemokratischer Manier Wahlen als Menetekel unserer armen Eliten,
die unter dem Wahlvolk leiden müssen. Denn wir wissen nicht, was gut
für uns ist. BEISE sind die Beiträge zur Sozialversicherung zu hoch.
In diesem Gejammer finden sich Arbeitgeber und Besserverdiener
gleichermaßen vereint. Die Besserverdiener schauen neidisch auf die
Spitzenverdiener jenseits der Bemessungsgrenzen.
"Übrigens könnte der Beitrag
zur Rentenkasse heute deutlich niedriger liegen, hätte die
Koalition nicht viel Geld durch ihre Beschlüsse zur Rente mit 63
und der Mütterrente gebunden",
jammert BEISE. Während die Rente
mit 63 spottbillig ist, müssten für die Mütterrente eigentlich die
Steuerzahler und nicht die Beitragszahler aufkommen. Verschwiegen
wird die Entsolidarisierung der Arbeitgeber, die sich längst aus der
paritätischen Beitragszahlung verabschiedet haben und die Kosten der
Einheit, die weitgehend auch den Beitragszahlern zu Unrecht
aufgebürdet wurden.
Aber Neoliberalen wie BEISE geht es ja nicht wirklich nur um zu hohe
Beiträge zu Sozialversicherungen, sondern um die Zerschlagung des
Sozialstaats bzw. um die Verteidigung von Besitzständen der
Besserverdienenden.
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LAMBECK, Fabian (2017): Auch um die Mittelschicht kümmern.
Sabine Zimmermann und Jan Korte
fragen sich, wie die Linke auf dei Wahlerfolge der AfD reagieren soll,
in:
Neues Deutschland
v. 14.01.
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13.01.2017
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Die Ostrentenangleichung in den Medien
BMAS
(2017): Entwurf eines Gesetzes über den Abschluss der
Rentenüberleitung (Rentenüberleitungs-Abschlussgesetz),
in: sozialpolitik-portal.de
v. 13.01.
Der Referentenentwurf beziffert die Mehrkosten für die GRV durch die
Ostrentenangleichung folgendermaßen:
Tabelle:
Finanzierung der
Ostrentenangleichung bei
gleich bleibender Entgeltentwicklung in Ost und West |
| Jahr |
Mehrkosten GRV |
Finanzierung
durch Beiträge |
Finanzierung durch
Bundeszuschuss |
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2018 |
0,6 Mio. € |
0,6 Mio. € |
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2019 |
1,4 Mio. € |
1,4 Mio. € |
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2020 |
1,8 Mio. € |
1,8 Mio. € |
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2021 |
2,3 Mio. € |
2,3 Mio. € |
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2022 |
2,7 Mio. € |
2,5 Mio. € |
0,2 Mio. € |
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2023 |
3,2 Mio. € |
2,4 Mio. € |
0,8 Mio. € |
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2024 |
3,7 Mio. € |
2,3 Mio. € |
1,4 Mio. € |
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Ab 2025 |
3,9 Mio. € |
1,9 Mio. € |
2,0 Mio. € |
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Quelle: BMAS-Referentenentwurf v. 13.01.2017, S.3;
eigene Berechnungen |
Bei dieser Kostenentwicklung wird
angenommen, dass sich die Löhne in Ost und West nicht weiter
annähern. Entsprechende Annäherungen vermindern die Mehrausgaben,
was in erster Linie dem Bundeszuschuss zugute käme. Von daher lässt
sich jetzt schon sagen, dass sich die Bundesarbeitsministerin Andrea
NAHLES (SPD) vom Finanzminister Wolfgang SCHÄUBLE über den Tisch
ziehen ließ. Die Dummen sind hier die Beitragszahler, die einmal
mehr versicherungsfremde Leistungen schultern müssen.
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BRANKOVIC, Maja (2017): Ökonomen überzeugten mit Konjunkturprognosen
für 2016.
Wachstum nur leicht überschätzt.
Ifo-Institut gelingt eine Punktlandung,
in: Frankfurter
Allgemeine
Zeitung
v. 13.01.
Das Ifo-Institut lag bei der Inflation 100 Prozent daneben -
Punktlandungen sehen anders aus!
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12.01.2017
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Das
Erwerbsminderungsrenten-Leistungsverbesserungsgesetz in den Medien
BMAS
(2017): Gesetz zur Verbesserung der Leistungen bei Renten wegen
verminderter Erwerbsfähigkeit und zur Änderung anderer Gesetze
(EM-Leistungsverbesserungsgesetz),
in: sozialpolitik-portal.de
v. 12.01.
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Bilanz:
10
Jahre Elterngeld
SPIEß, Katharina & Katharina WROHLICH (2017): Das Elterngeld ist ein
Erfolg.
Gastbeitrag: Die Unterstützung für
Mütter und Väter hilft Familien. Es gibt aber noch viel zu
verbessern,
in: Frankfurter
Rundschau
v. 12.01.
SPIEß & WROHLICH verteidigen das Elterngeld, indem sie die
Erhöhung der Geburtenrate aus dem Zielekatalog streichen, denn im
Gesetzesentwurf wurde das bevölkerungspolitische Ziel, das Renate
SCHMIDT und Ursula von der LEYEN in der öffentlichen Debatte in
den Vordergrund rückten, verschämt versteckt. Sie stellen also
vier der fünf Ziele als Erfolg dar, während das Problem der
Geburtenrate als "Zusammenspiel der vielen familienpolitischen
Maßnahmen" gesehen wird. Der Artikel behandelt ausführlicher
das Thema eines Beitrags aus dem aktuellen
DIW-Wochenbericht.
GARZÓN, Fabiola Rodriguez (2017): Schwanger mit Kalkül.
Gastwirtschaft: Kinderkriegen nur
nach Abwägen aller Variablen?
in: Frankfurter
Rundschau
v. 12.01.
Fabiola Rodriguez GARZÓN erklärt uns, dass die Begründungen der
Ökonomen für Leistungen wie das Elterngeld keinen Bezug zur
Realität haben sollten, sondern das Kinderkriegen solle sich im
Alltag frei von ökonomischen Vorstellungen abspielen. Anders
formuliert: Ökonomen schreiben ihre Gutachten nur in Bezug auf den
selbstreferentiellen Rahmen des politischen Systems, der nichts
mit unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit zu tun haben soll.
Warum brauchen wir also noch Ökonomen?
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BULLION, Constanze von (2017): Die schlechtere
Hälfte.
Über ihr gesamtes Erwerbsleben
hinweg verdienen Frauen in Deutschland weniger als Männer, das zeigt
eine neue Studie. Nicht nur Teilzeitarbeit und schlecht ausgehandelte
Gehälter sind die Ursache - es hat auch etwas mit der Branche zu tun,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 12.01.
BULLION, Constanze von (2017): Vom Lebensabend
einer Mutter.
Kommentar: Gleichstellung,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 12.01.
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ZYDRA, Markus (2017): Haus schlägt Aktie.
Die meisten Geldprofis gehen bis
heute davon aus, dass Aktien die lukrativste Geldanlage sind. Eine
Untersuchung beweist nun, dass Immobilien mehr bringen. Sollte also
jeder ein Haus kaufen? So einfach ist es nicht,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 12.01.
Markus ZYDRA liefert einen einseitigen Bericht ab,
der nur auf Sensation aus ist, aber nicht die
unrealistischen Annahmen der noch
unveröffentlichten Studie von Moritz SCHULARICK nennt. Ausführlicher
und weniger reißerisch hat das Handelsblatt schon
im November
über die Studie berichtet.
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FROMME, Herbert (2017): Verdi plant eigenes Versorgungswerk,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 12.01.
Herbert FROMME berichtet, dass
die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ein Versorgungswerk nach dem
Vorbild der Metallrente plant:
"Vorbild könnte die Metallrente
sein. Die Einrichtung wird seit 2001 von der IG Metall und dem
Arbeitgeberverband Gesamtmetall betrieben und verwaltet zurzeit
650 000 Betriebsrentenzusagen. Die Metallrente arbeitet mit den
Versicherern Allianz, Ergo, R+V und Swisslife zusammen"
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PAPON, Kerstin
(2017): Neues Rekordjahr für Indexfonds.
Inzwischen sind gut 3,4 Billionen
Dollar in den kostengünstigen ETF investiert. Doch die Branche wandelt
sich: 2016 kauften Anleger erstmals mehr Fonds auf Anleihen als auf
Aktien,
in: Frankfurter
Allgemeine
Zeitung
v. 12.01.
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11.01.2017
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Bilanz:
10
Jahre Elterngeld
SPIEß, Katharina & Katharina WROHLICH (2017): Elterngeld und
Geburtenrate – ein vielfach überstrapazierter Zusammenhang!
Beitragssatz wird stabilisiert
– egal, ob tatsächlich länger gearbeitet wird,
in:
DIW-Wochenbericht Nr.1/2 v.
11.01.
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FABRICIUS, Michael (2017): Preisboom sogar im Allgäu.
In den teuren Metropolen gerät der
Aufschwung ins Stocken. Die Käufer wandern ab in die Provinz,
in:
Welt
v. 11.01.
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DPA/ND (2017): Rot-Rot-Grün zieht vor Gericht.
Thüringens Regierung will
rechtliche Bedenken gegen Volksgehren prüfen lassen,
in:
Neues Deutschland v. 09.01.
"Derweil wird im Freistaat um das zentrale Argument
für die Gebietsreform gestritten: Die Thüringer werden weniger.
Kommunalpolitiker bezweifeln die entsprechende Prognose der
Statistiker öffentlich, das Statistische Landesamt verteidigt
seine Berechnungen. Er habe keinerlei Verständnis dafür, wenn
Kommunalpolitiker »ein knallhartes Rechenmodell« anzweifelten,
sagte der Präsident des Amtes, Günter Krombholz",
heißt es in dem Bericht. Das ist
schon merkwürdig. Das Statistische Bundesamt hat in einer
Überprüfung ihrer Bevölkerungsvorausberechnungen der letzten Jahre
ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Berechnungen keineswegs
die zukünftige Entwicklung treffsicher prognostizieren. Jetzt tut
das Landesamt so, als ob die Prognosen Wahrheiten wären. Dass die
Rechenmodelle mathematisch korrekt sind, ist ja gar nicht das
Problem. Prognosen stehen und fallen mit ihren Annahmen und diese
sind Festlegungen und können deshalb durchaus in Frage gestellt
werden. Es zeigt sich jedoch, dass der Umgang mit Prognosen oder
Bevölkerungsvorausberechnungen durchaus interessengeleitet ist.
"Thüringen hat derzeit etwa
2,17 Millionen Einwohner. Nach der Prognose des Landesamtes werden
2030 nur noch etwa 1,95 Millionen Menschen im Freistaat leben,
fünf Jahre später nur noch etwa 1,88 Millionen Menschen. 2015
wurden jedoch so viele Kinder wie seit 1990 nicht mehr geboren:
17.934.
Zuletzt hatte etwa die Präsidentin des Thüringischen
Landkreistages, Martina Schweinsburg (CDU), angezweifelt, dass die
Prognose des Landesamtes zutreffend sei",
wird uns berichtet. Die
Babyboomer werden dem Bericht zufolge als "Generation, die nach 1950
geboren wurden" bezeichnet.
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10.01.2017
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BURFEIND, Sophie & Lea HAMPEL
(2017): Kinder, das kostet!
Eltern geben heute Hunderttausende
Euro je Kind aus, bis es sich selbst versorgt. Warum Nachwuchs immer
teurer wird - und welche Anschaffungen besonders sinnlos sind,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 10.01.
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KROHN, Philipp (2017): Sichere Altersvorsorge?
Die Riester-Rente war im Prinzip
richtig. Die Beitragsgarantien müssen aber hinterfragt werden,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 10.01.
Philipp KROHN ist ein
Durchlauferhitzer für die Interessen von Arbeitgeber und
Finanzmarktakteure. Als Ziel formuliert KROHN die
"Altersvorsorge gleichmäßiger
auf die drei Säulen gesetzliche Rente, betriebliche und private
Vorsorge zu stellen".
Gleichmäßig würde bedeuten, den
Anteil der gesetzlichen Rente auf ein Drittel zu reduzieren, während
die Kapitaldeckung einen Anteil von zwei Dritteln für sich
beanspruchen könnte. Angeblich sei die Kapitaldeckung weniger
anfällig für "demographische Umbrüche", was natürlich völliger
Unsinn ist, vielmehr führt sie zu einer dauerhaften Instabilität der
Alterssicherung. Versicherte sind dem Kapitalmarkt ausgeliefert, was
nicht einmal der Marktgläubige KROHN leugnen kann:
"Die deutsche
Versicherungswirtschaft hat die damalige Regierung zu diesen
Schritten ermutigt. Aus heutiger Sicht muss man sagen, dass sie
ihren Mund reichlich voll genommen hat, indem sie garantierte
Zahlungen bis zum Lebensende versprach. Dabei lässt sich die
Entwicklung der Kapitalmärkte noch nicht einmal über ein Jahrzehnt
vorhersagen."
Aus der Sicht der
Marktverherrlicher ist die Politik Schuld an dem Fiasko der
Kapitaldeckung, obgleich die USA zeigt, dass der deregulierte Markt
kein Garant für eine sichere Altersvorsorge ist:
"In den Jahren 2001/2002 und
2008/2009 stürzten die Börsenkurse regelrecht ab. Bilder von
amerikanischen Pensionären, die wieder arbeiten mussten,
verbreiteten sich."
Solche wiederkehrenden Crashs
sind jedoch zu schnell vergessen. Und anderes als die neoliberale
Propaganda, die schon seit den 1990er Jahren mantraartig wiederholt
wird, kennen Jüngere gar nicht mehr.
Ganz dreist wird es, wenn KROHN
uns verschweigt, dass es die Versicherungswirtschaft selber war, die
neue Kapitalregeln forderte, die nun als "hohe Kapitalaufschläge"
gegeißelt werden. Das kann man nur
in der SZ
bei Herbert FROMME nachlesen:
"Die Bundesregierung hat auf
Anregung der Versicherer 2011 eine spezielle Rückstellung
eingeführt, mit der die Gesellschaften die Verpflichtungen aus den
hohen Zinsgarantien bedecken müssen. (...). Fast die gesamte Summe
haben die Kunden der Lebensversicherer mit schlechteren
Garantiezinsen aufgebracht, nur in wenigen Fällen haben die Eigner
Geld eingeschossen."
KROHN lobt nun die Tatsache, dass
die Finanzmarkt- und Arbeitgeberlobby in der Anhörung zum
Betriebsrentenstärkungsgesetz ihre Interessen erfolgreich
durchsetzen konnten: Höhere Fördersätze und die Enthaftung der
Arbeitgeber nennt KROHN explizit.
Seit einiger Zeit mäkeln nun die
Lobbyisten der
betriebsinternen Durchführungswege, dass sie benachteiligt
werden:
"Der Verzicht auf Garantien
soll den betriebsnäheren Varianten verwehrt bleiben",
verkündet uns KROHN deren
Anliegen, wobei er nur die Direktzusage nennt.
Fazit: Obwohl also KROHN die
Abschaffung von Beitragsgarantien fordert, will er für die
betriebsnäheren Varianten die Garantien beibehalten, denn hier
sollen sie als Lockmittel dienen und nicht etwa zum Vorteil der
Arbeitnehmer.
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09.01.2017
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FROMME, Herbert
(2017): Doppelt abkassiert.
Kunden des notleidenden
Lebensversicherers Prisma Life bezahlten Honorar und zusätzlich
Provisionen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 09.01.
Herbert FROMME berichtet über die
Machenschaften des Liechtensteiner Lebensversicherers Prisma Life,
dessen Kunden fast ausschließlich in Deutschland beheimatet sind.
Eigner des Lebensversicherers ist der Ostdeutsche Sören PATZIG, dem
gleichzeitig die Vertriebsgesellschaft AFA gehört, über den die
Mehrzahl der Policen vertrieben wurden. Warum die Machenschaften
erst jetzt aufgedeckt wurden, verrät uns FROMME jedoch nicht.
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RÜRUP, Bert (2017): Die linke Rentenillusion.
Der Chefökonom: Ohne
Zusatzversorgung gelingt Alterssicherung nicht,
in:
Handelsblatt v. 09.01.
Bert RÜRUP Mitverantwortlicher der
Teilprivatisierung der gesetzlichen Rente, verteidigt
erneut seine
Position. Gegner ist die Linkspartei, deren rentenpolitische
Position bewusst falsch dargestellt wird, indem sie auf die Anhebung
des Rentenniveaus reduziert wird, während die Forderung nach einer
Mindestrente gegen die Altersarmut außen vor bleibt.
"Es besteht (...) kaum ein
Zusammenhang zwischen der Höhe des Rentenniveaus, der Gefahr von
Altersarmut und der individuellen Versorgungslücke",
behauptet dreist der neoliberale
Kapitaldeckungsfundamentatlist. Das Rentenniveau setzt die Norm für
alle Renteneinkommen nach dem Äquvialenzprinzip. Es bestimmt deshalb
auch die Umstände unter denen Altersarmut zu erleiden ist. Von daher
gibt es einen ganz klaren Zusammenhang zwischen Rentenniveau und
Altersarmut, den RÜRUP leugnet.
Der Zusammenhang wurde durch
verschiedene Reformen seit Anfang der 1990er Jahre deutlich
gelockert, indem die Berechnung verändert und zusätzliche Faktoren
wie der Riester-Faktor und der Nachhaltigkeitsfaktor eingeführt
wurden. In den letzten 15 Jahren hat nicht etwa die demografische
Entwicklung, sondern vor allem der Riester-Faktor das Rentenniveau
gesenkt. Das unlukrative Kapitaldeckungsverfahren, das vor allem
Geringverdiener schädigt, und über den Riester-Faktor zugleich das
Rentenniveau senkt, hat die Versorgungslücke gravierend vergrößert.
Während RÜRUP
noch im Oktober
einen 30 Jahre andauernden "massiven Alterungsschub"
prognostizierte, spricht er nun von einer "leicht entspannenden
demografischen Perspektive". Von Peitsche hat er nun also auf
Zuckerbrot umgesattelt. Nichts hat sich jedoch in der Zwischenzeit
an der demografischen Lage verändert, nur die Rhetorik!
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HÄRING, Norbert (2017): Neues Jahr, neues Glück.
Prognosen: Nach einer Studie sind
Konjunkturprognosen kaum besser als das Raten von Wirtschaftsdaten.
Gemeinschaftsprognosen sind wertvoller,
in:
Handelsblatt v. 09.01.
Norbert HÄRING berichtet über
eine noch unveröffentlichte Studie, bei der Ulrich FRITSCHE & Artur
TARASSOW vom IMK die Prognosen führender Wirtschaftsinstitute für
die Jahre 2005 bis 2014 ausgewertet haben.
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CREUTZBURG, Dietrich (2017): Immer mehr Ruheständler arbeiten.
Die Zahl erreicht neue
Höchststände. Gearbeitet wird meist jedoch nicht aus wirtschaftlicher
Not, sondern aus einem anderen Grund,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v.
09.01.
Dietrich CREUTZBURG verkündet uns den Anstieg der
arbeitenden Rentner aus seiner neoliberalen Sicht. Die Rente ab 63
wird von Neoliberalen seit ihrem Beschluss mit dem Rentenpaket 2014
als Teufelszeug gegeißelt. Dumm nur, dass die Zahlen diese
Verteufelung nicht hergeben:
"Allerdings dämpft sie den
Beschäftigungsaufbau nicht mehr so stark wie zu Beginn: Mitte 2016
gab es laut Arbeitsagentur in der Altersgruppe von 60 bis 65
Jahren 1,96 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte;
gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 6 Prozent."
Die Spaßarbeiter unter den
Rentnern halten sich in Grenzen, weshalb unsere Aufmerksamkeit auf
die hohen Steigerungsraten gelenkt werden:
"Neue Daten der Bundesagentur
für Arbeit zeigen, dass im vergangenen Jahr erstmals mehr als
200.000 Ruheständler einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit
nachgingen. Dies ist ein Anstieg um 52 Prozent seit dem Jahr 2011
– obwohl das Renteneintrittsalter seither um fünf Monate angehoben
wurde."
Bei Rentnern findet man kaum
Normalarbeitsverhältnisse, sondern eher Minijobs oder
Solo-Selbständigkeit. Aus neoliberaler Perspektive wird das als
Erfolg verbucht.
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Das
bedingungslose Grundeinkommen in der Debatte
BLASCHKE, Ronald
(2017): Die intelligente Alternative.
Finnlands Experiment mit
Erwerbslosen geht am Ziel eines existenzsichernden Grundeinkommens
weit vorbei,
in:
Neues Deutschland v. 09.01.
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WELT
(2017): Wer Geld verdienen will, zieht nach Wolfsburg.
Die Stadt ist Spitzenreiter beim
Einkommen, der Erzgebirgskreis Schlusslicht. Ein Grund: die ungleiche
Verteilung der Geringverdiener,
in:
Welt v. 09.01.
Agenturmeldung über eine Antwort auf eine Anfrage der
Linkspartei-Abgeordneten Sabine ZIMMERMANN, deren Ergebnisse sie als
Verstoß gegen die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in
Deutschland interpretiert. Der folgenden Tabelle sind die Ergebnisse
der besten und schlechtesten vier Kreise bzw. kreisfreien Städte zu
entnehmen:
| Kreise/kreisfreie
Städte mit höchstem Bruttomonatseinkommen |
Kreise/kreisfreie
Städte mit niedrigstem Bruttomonatseinkommen |
| Wolfsburg (4.610
Euro) |
Görlitz (2.068 Euro) |
| Ingolstadt (4.545
Euro) |
Kreis Elbe-Elster
(2.060 Euro) |
| Ludwigshafen (4.491
Euro) |
Kreis
Vorpommern-Rügen (2.057 Euro) |
| Erlangen (4.486 Euro) |
Erzgebirgskreis
(2.036 Euro) |
Es wird jedoch keine Jahreszahl angegeben. Gemäß Pressemeldung lag das
Medianbruttoeinkommen in Deutschland bei 3.084 Euro. Dies war im Jahr
2015 der Fall, sodass davon ausgegangen werden muss, dass auch die
anderen Zahlen für 2015 und nicht etwa für 2016 gelten.
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SIEMS, Dorothea (2017): Nie zuvor ist es der Mehrheit der Deutschen so
gut gegangen.
Die Schere zwischen Arm und Reich
öffnet sich weiter, so eine häufige Klage. Doch eine Analyse zeigt ein
anderes Bild. Die Löhne steigen, die Beschäftigung auch. Selbst die
echte Armut geht zurück,
in:
Welt v. 09.01.
Dorothea SIEMS liest den neuen Armutsbericht als Beruhigungspille
gegen die gefühlte Armut.
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08.01.2017
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RADDY, Nina
(2017): Studium, Familie, Leben, alles auf einmal.
Als Student Kinder zu bekommen, das
klingt wie ein Wahnsinnsvorhaben. Dabei gibt es durchaus Argumente für
ein Leben zwischen Kita und Mensa,
in: Frankfurter
Allgemeine
Sonntagszeitung
v. 08.01.
"Laut aktuellen Erhebungen des
Deutschen Studentenwerks sind etwa 5 Prozent aller Studierenden in
Deutschland Eltern mit mindestens einem Kind. Die Hälfte davon ist
verheiratet, ein gutes Drittel in einer festen Partnerschaft, 13
Prozent sind alleinerziehend",
fasst Nina RADDY die
ernüchternden Zahlen zum Studieren mit Kind zusammen. Die Einführung
des Elterngelds verfolgte andere Ziele, denn es belohnt späte
Elternschaft.
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Zu den News vom 01. -
07.
Januar 2017
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