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Medienrundschau:
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News vom 01.
- 15. August 2001
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- LEBENSMITTELZEITUNG
SPEZIAL (2001): Singles - Individualisten machen
mobil,
in:
LebensmittelZeitung Spezial Nr.3, August
- Kommentar:
Das Themenmagazin
vom August beschäftigt sich ausgiebig
mit der problematischen Zielgruppe
"Alleinlebende".
Über
Singles wird zwar viel geredet - vor
allem in politischen Zusammenhängen - ,
aber es gibt kaum brauchbare Studien, die
Wirtschaftsunternehmen Auskunft über das
Konsumverhalten der Singles geben
könnten.
Der
Alleinlebende ist in ökonomischer
Hinsicht das unbekannte Wesen. Vor diesem
Hintergrund ist das Themenheft ein
wichtiger Beitrag. Es wird - im Gegensatz
zu vielen anderen Publikationen -
versucht dem Single in seiner Vielfalt
gerecht zu werden.
Wer sich
für Marketingkonzepte, spezielle
Singlemärkte und Produkte für Singles
interessiert, der wird in dem
Themenmagazin umfassend informiert.
- ROSBACH,
Britta (2001): Solisten mit Tücken.
Singles
sind eine komplexe Gesellschaftsgruppe.
Bunt gewürfelt, eigenwillig, unbekannt.
Und in der Statistik gelten sie als
wackelige Größe. Der gemeinsame Nenner:
Sie alle müssen selbstständig
wirtschaften,
in: LebensmittelZeitung Spezial Nr.3,
August
- Kommentar:
ROSBACH
sieht im Kriterium
"Alleinwirtschaften"
die Gemeinsamkeit aller
Singlegruppen.
Damit stellt sie jenes Kriterium
in den Mittelpunkt, das auch in
der Statistik des Bundesamtes in
Wiesbaden dominiert. Während
jedoch mit dem amtlichen Begriff
"Alleinlebende" meist
weitreichende Annahmen über die
Lebensweise dieser Gruppe
verbunden sind, wird bei ROSBACH
deutlich, dass von dieser
Sichtweise Abschied genommen
werden muss.
Nachfolgend eine kleine Auswahl
der Artikel aus dem Magazin:
- ROSBACH,
Britta (2001): Das Familien-Credo.
Alleinlebende
sind durchaus auch ein Thema für die
Sozialpolitik, meint Familienministerin
Christine Bergmann. Doch konkrete
Konzepte fehlen,
in: LebensmittelZeitung Spezial Nr.3,
August
- Kommentar:
ROSBACH
stellt der Familienministerin
Fragen, die Singles
interessieren. Befriedigende
Antworten: Fehlanzeige!
- ROSENKRANZ,
Doris (2001): Dinner for one.
Wie
leben, fühlen, konsumieren Singles? Nur
wenig ist darüber bekannt,
in: LebensmittelZeitung Spezial Nr.3,
August
- Kommentar:
Von der
Soziologin ROSENKRANZ ist 1998
das Buch "Konsummuster
privater Lebensformen: Analysen
zum Verhältnis von
familiendemogragraphischem Wandel
und privater Nachfrage" im
Deutschen Universitäts-Verlag
erschienen. Es ist eines der
wenigen Bücher, die sich mit dem
Konsumverhalten von Singles
beschäftigen.
ROSENKRANZ geht davon aus, dass
es DEN Singlekonsument genauso
wenig gibt die DEN Single.
ROSENKRANZ weist auf einen
Sachverhalt hin, der viel zu
wenig beachtet wird:
Alleinlebende müssen nicht
partnerlos sein. Dies muss auch
beim Kosumverhalten
berücksichtigt werden:
"über ein Drittel zwischen
25 und 45 Jahren gibt in
Befragungen einen 'festen
Partner' an.
Der allerdings in einem eigenem
Haushalt lebt, manchmal sogar in
einer anderen Stadt. Diese Form
der Beziehungen ('Living-apart-together')
taucht noch in keiner Statistik
auf und bestimmt trotzdem das
Konsumverhalten mit. Schmeckt dem
fernen Partner der Joghurt oder
ein bestimmter Wein, wird eben
der gekauft - vorsorglich."
- RÜCK,
Daniela (2001): Das verlockende Tabu.
Das
Geschäft mit dem Single machen viele -
etwa die Tourismus-, Unterhaltungs- und
Ernährungsbranche. Sie kennen die
Bedürfnisse der Alleinlebenden, sprechen
sie aber werblich nicht direkt an. Der
Begriff Single ist ein Reizwort,
in: LebensmittelZeitung Spezial Nr.3,
August
- Kommentar:
Spätestens
seit Anfang der 90er Jahre ist
der Begriff "Single"
durch die sozialpolitische
Debatte negativ besetzt. Wer sich
heute als Single outet, der muss
damit rechnen, dass er als
Sozialschmarotzer angepöbelt
wird. Es ist daher nicht
verwunderlich, dass
Marketingexperten den Begriff
meiden.
Nur jene Branchen, die vom
Versprechen leben, das
Single-Dasein zu beenden,
sprechen Partnerlose als Singles
an.
RÜCK schreibt, dass das
Single-Magazin "Solos",
das letztes Jahr als Magazin für
"Power-Singles"
gestartet ist, "gerade
gefloppt" ist. Single-dasein.de
hat im Oktober 2000 kritisch
über dieses Magazin berichtet.
- Eine
ausführliche Rezension des umfangreichen
Themenheftes ist geplant.
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- STENGEL,
Eckhard (2001): Gemeinschafts-Wohnprojekt geht
das Geld aus.
Ein bundesweit offenbar
einmaliges Frauenwohnprojekt, der kürzlich
eröffnete 38 Millionen Mark teure Bremer
"Beginenhof", ist finanziell
gescheitert - die Betreiberinnen meinen wegen
nicht eingehaltener Förderzusagen des Landes
Bremen.
in:
Frankfurter Rundschau v. 15.08.
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- WEYERER,
Godehard (2001): Im Mütterzentrum Salzgitter
treffen sich Jung und Alt,
in: Frankfurter Rundschau v. 15.08.
- Inhalt:
WEYERER berichtet
über die Idee eines
generationsübergreifenden Lebens, das im
Salzgitter Mütterzentrum verwirklicht
werden soll.
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- FRICKE,
Harald (2001): Aufstieg in die Kombi-Generation.
Es
gibt sie also doch: die automobile neue Mitte,
die im geleasten Fünfsitzer, blaumetallic, durch
die Republik düst,
in: TAZ v. 15.08.
- Kommentar:
Nach FRICKE ist die
"Generation
Golf" zur
Kombi-Generation aufgestiegen, will
heisen, dass jetzt VW Variant gefahren
wird, um Hund oder Kind unterzubringen.
Vielleicht sollte Mariam LAU nach den
Kindern nicht in den deutschen
Schlafzimmern suchen, sondern auf den
Rücksitzen der deutschen Autos:
"man wird den Eindruck nicht los,
die kinderlose neue deutsche Mitte
verbringe immer größere Strecken ihrer
Zeit im Bett", schreibt sie in der
Welt vom 15.08.2001...
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- LAU,
Mariam (2001): Bis dass die Ritze euch scheidet.
Von
Eichenbett und Matratzenlager zu Kuschelhöhle
und ergonomischer Multifunktionsfläche:
Schlafzimmer im Wandel
in:
Welt v. 15.08.
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- STEPHAN,
Beat A. (2001): Das wars doch nicht schon?!
Autorin
Elke Heidenreich über den Verlust von Illusionen
und Leidenschaft, die Schönheit des
Älterwerdens und das Skandalon des Sterbens.
in: Brückenbauer Nr.33 v.
14.08.
- Inhalt:
Die kinderlose
68erin Elke HEIDENREICH über Deutschland
in den 50er Jahren:
"Das
Land lag in Trümmern, wir waren die im
Krieg gezeugten Kinder, die niemand
richtig wollte. Die Väter kamen
zerstört aus dem Krieg zurück, und die
Mütter, die im Krieg alleine sein
mussten, waren hart geworden. Keine
Grundlage für eine glückliche Kindheit.
Diese Zeit wurde durch ein
melancholisches Lebensgefühl geprägt,
das in meinen Erzählungen immer wieder
aufscheint."
Zu den
Kindern der 68er meint HEIDENREICH:
"Ich habe selbst keine Kinder, aber
viele meiner Freunde sind nicht gerade
superglücklich mit ihren Kindern, die
sie für allzu bieder halten. Wobei es
eine normale Erscheinung ist, dass das
Pendel zurückschlägt: Kinder, die ihre
Eltern früh beim Vornamen nennen mussten
und denen Mutti die Joints drehte, sehnen
sich nach einem anderen, bürgerlichen
Leben." Beispiele für diese Sicht
finden sich bereits in der Literatur,
z.B. bei Jess
JOCHIMSENs "Dosenmilchtrauma" oder Ulrike
KOLBs "Frühstück mit Max" und
weiteren Literaten der
Generation Golf.
HEIDENREICH sieht sich als Angehörige
der ersten "Generation, die
entscheiden kann, ob sie Kinder haben
will oder nicht." und die Ehe und
Familie skeptisch gegenüber steht:
"Normalerweise verschwindet in einer
Ehe mit der Zeit die Leidenschaft. Sie
ist nicht auf eine Dauer von 30 Jahren
angelegt. Wie tragfähig und stark die
Liebe ist, zeigt sich, wenn die
Leidenschaft einmal weg ist. Das Glück
in der klassischen Kleinfamilie ist wohl
eher die Ausnahme (...). Jeder muss
selbst entscheiden, ob er ohne
Leidenschaft leben will. Das ist eine
Frage des Lebensentwurfs, den wir heute
selber wählen können: Wollen wir allein
oder zu zweit leben? Wollen wir
langfristige Beziehungen oder
Veränderung?"
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- PETSCH,
Martin (2001): Das Bett im Wohnzimmer.
Ungewohnte
Transparenz: Ein Wohnexperiment am Teutoburger
Plaz,
in: Berliner Zeitung v.
14.08.
- Inhalt:
PETSCH stellt das
Wohnhaus Christinenstraße 3 im Berliner
Altbauviertel um den Teutoburger Platz
vor. U.a. soll die Anlage "als
Wohnmodell vor allem für Singles"
dienen:
"Die
Grenzen der Doppel- und Dreifachnutzung
liegen bei traditionellen
Wohnvorstellungen und beim Aufkommen
turbulenten Familienlebens: Nicht jeder
möchte Küche und Wanne als Möbel im
Wohnzimmer haben, und manchmal braucht
man Ruhe. Die dem Loftwohnen abgeschaute
Offenheit fordert ihre Klientel in jeder
Hinsicht, gibt ihr aber das Image
modernen, kommunikativen Lebens."
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- VOLLWEITER,
Rainer (2001): Im Vordertaunus ist das schwache
Geschlecht stark vertreten.
Frauenüberschuss in Kronberg und
Bad Homburg bietet Anlass zu Spekulationen /
Neuerdings mehr männliche Babys
in: Frankfurter Rundschau
v. 14.08.
- Kommentar:
Was machen
Journalisten, wenn sie über die
Veröffentlichung neuer statistischer
Daten berichten sollen? Sie versuchen
unbrauchbare Daten mit einem allgemein
interessierenden Thema zu verbinden und
heraus kommt dann solch ein Artikel.
Was soll
man von Angaben halten, die sich nur auf
die regionale Verteilung von Männern und
Frauen beziehen, aber sinnvolle
Altersgruppen vermissen lassen?
VOLLWEITER
jedenfalls spekuliert angesichts des
Datendefizits über die Chancen von
Frauen auf dem Partnermarkt in zwei
hessischen Gemeinden. Man erfährt, dass
Frauen der Altersgruppe 0-26 derzeit gute
Chancen haben einen Partner zu finden!
"Früh gefreit, nie gereut"
heisst deshalb sein Motto. Am besten
schon für Säuglinge auf Partnersuche
gehen.
Offensichtlich gibt es vor allem bei
über 60jährigen einen
Frauenüberschuss. Über die Chancen im
mittleren Alter erfährt man nichts.
Angesichts
"globaler Nomaden"
scheinen solche regionalen
Ungleichgewichte der Geschlechter für
Partnersuchende im mittleren Alter an
Bedeutung zu verlieren und Fernbeziehungen halten
sich sowieso nicht an die Grenzen von
Statistikbezirken...
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- VAN RAHDEN,
Till (2001): Macht und Zärtlichkeit.
Ein Überblick über die
neuere historische Forschung zu Männlichkeit und
Vaterschaft (Teil II),
in: Frankfurter Rundschau
v. 14.08.
- Inhalt:
Fortsetzung der
Bestandsaufnahme von VAN RAHDEN (siehe FR vom
07.08.2001). Diesmal
steht die Studie Life
with Father. Parenthood and Masculinity
in the Nineteenth-Century American North
(Baltimore 1998) von Stephen FRANK im
Mittelpunkt des Beitrags, der nicht das
viktorianische England, sondern die USA
zum Gegenstand hat.
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- KALB,
Claudia (2001): Should You Have Your Baby
Now?
A group of
doctors thinks advances in fertility
treatment have given women too much hope.
Its new ad campaign is bound to stir up
public controversyand private
anguish
in: Newsweek v.
13.08.
- Kommentar:
Bericht
über die Kampagne der American
Society for Reproductive Medicine
(ASRM) gegen späte Mutterschaft.
Ziel ist die Aufklärung über
die Risiken der späten
Mutterschaft. Der Schwerpunkt
liegt auf dem Thema
"altersbedingte
Unfruchtbarkeit". Das hohe
durchschnittliche Alter der
Erstgebärenden wird von
Bevölkerungswissenschaftlern als
Hauptursache für die niedrige
Geburtenrate verantwortlich
gemacht. Hauptzielgruppe der
Kampagne sind überzeugte Singles
mit Kinderwunsch wie June Cohen:
"Some
women conceive easily after 40,
and others in their 20s struggle
for years unsuccessfully. That
margin for hope has convinced
June Cohen, 31, that she can
wait. Single and loving it, Cohen
is aware that it may get harder
for her to conceive later in
life'I dont know that
there is a woman alive who
isnt aware of her
biological clock,' she
saysbut she also wants to
be the kind of supporting,
devoted parent her mother was to
her. 'Im not there yet,'
she says. 'I know I want to have
kids but I know I want to have
them later. And Im really,
absolutely, not worried about
that.'"
Es
wird zwar die Gefahr gesehen,
dass durch die Kampagne
Teenagerschwangerschaften
ermutigt werden könnten, aber
dies wird in Kauf genommen.
In
den USA interpretieren
mittlerweile Selbsthilfegruppen
und Verbände, die gemeinsame
Interessen von Unfruchtbaren und
Reproduktionsmedizinern
vertreten, die einstige
feministische Forderung nach
"reproductive freedom"
einseitig als Freiheit ein Kind
zu haben ("freedom to have a
baby").
- NOONAN, David
& Karen SPRINGEN (2001): When Dad is
a Donor.
As more
single women conceive children through
artificial insemination, stigmas and
secrecy are falling away
in: Newsweek v.
13.08.
- Inhalt:
Die
Samenspende ist in den USA für
alleinstehende partnerlose
Frauen, die sich mit dem Ende
ihrer Gebärfähigkeit
konfrontiert sehen, eine
Möglichkeit doch noch ein Kind
zu bekommen.
War früher die Anonymität der
Spender akzeptiert, so gerät sie
neuerdings in die Kritik. Kinder,
die ihren biologischen Vater
kennen möchten, fordern die
Offenlegung der Identität ihrer
Erzeuger: "donor
insemination evolving the way
adoption did, with the emphasis
shifting from the rights of the
biological parents to the rights
of the children".
- BRENNER, Marie
(2001): Not Their Mothers' Choices.
As this author
traveled the country, she met many young
women who said theyd rather stay
home than raise children via nannies and
mobile phones
in: Newsweek v.
13.08.
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- JANCSY,
Irene (2001): Die Ratgeberkatastrophe.
Bücher
über Erziehung gibt es wie Sand am Meer. Meist
rückwärts gewandte. Gut, dass die meisten
Eltern kaum Zeit haben, sie zu lesen,
in: Der Standard v. 13.08.
- Inhalt:
JANCSY berichtet
über die gegenwärtige
Erziehungsdebatte:
"Konjunktur haben Experten, die
Strenge und Autorität einfordern. Sie
rufen nach Disziplin und Tischmanieren -
gerade so, als läge das Geheimnis
geglückter Erziehung im Drill
vergangener Epochen. Diesem Muster folgt
auch jenes Buch, das die heurige Debatte
ausgelöst hat: 'Die
Erziehungskatastrophe' von Susanne
Gaschke"
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- MORELL, Marco
(2001): "Es ist wie beim Bergsteigen:
Statistik ist der Kompass, der im Nebel den Weg
weist."
Carlo
Malaguerra über die Kunst, Zahlen richtig zu
lesen, Politiker, die sich im dichten Datenwald
verirren, und das kulturelle Kapital der Schweiz
in: SonntagsZeitung v.
12.08.
- Inhalt:
MORELL interviewt
den Direktor des Schweizer Bundesamtes
für Statistik, der u.a. auf Versuche der
politischen Einflussnahme eingeht:
"In der Schweiz gehört das
Bundesamt der Statistik zum Departement
des Innern. Die Tätigkeit unseres Amts
geht in politisch heikle Bereiche hinein.
Die Versuchung, die Art, wie wir unsere
Zahlen präsentieren, zu beeinflussen,
ist schon vorhanden." Ein anderes
Thema ist die Fehlinterpretation bzw.
Ignorierung von statistischen Daten:
"Haben Sie nicht manchmal das
Gefühl, dass Sie Statistiken
produzieren, die niemand ernst nimmt?
Malaguerra: Ich finde Ihre Aussage zu
überspitzt. Es stimmt, dass die
statistische Kultur in der Schweiz nicht
besonders entwickelt ist. Aber
Statistiken spielen in der Politik eine
immer grössere Rolle. Schauen Sie, man
kann nicht eine AHV-Revision machen, ohne
eine statistische Grundlage zu haben.
Beim Thema Verkehr ist es genauso.
Gerade die heutigen
Probleme bei der Finanzierung der AHV
oder beim Verkehr wären aber dank Ihrer
Statistiken schon vor Jahren voraussehbar
gewesen. Trotzdem ist nichts geschehen.
Malaguerra: Sie haben Recht. Ich muss
auch Kritik an uns selbst richten. Wir
haben viele Daten produziert und
veröffentlicht. Aber das reicht nicht.
Wir müssen die Politiker bei der
Anwendung unserer Daten vermehrt beraten,
sonst finden sie sich im dichten
Datenwald nicht zurecht."
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- SACK,
Adriano (2001): Der Pin-up-Mann.
Wie
der Schauspieler Brad Pitt das Körpergefühl
seiner Generation prägte,
in: Welt am Sonntag v.
12.08.
- Inhalt:
SACK stellt die
Frage: Was macht Brad PITT zum Phänomen?
"Pitt
steht für die Befreiung des maskulinen
Narzissmus, die zuletzt zu beobachten
war. Er spiegelt sexuelle
Selbstbedienungsmentalität bei Frauen
und verändertes Körperbewusstsein
junger Männer, Schönheitswahn und
Verwirrung zwischen den Geschlechtern -
Themen, die seit den 80er-Jahren sowohl
den Small Talk im Fitness-Center als auch
den Diskurs in Gender-Studies-Seminaren
prägen."
PITTs Karriere beginnt mit dem Film
"Thelma und Luise".
"Dabei verhieß die Rolle nicht
gerade den Durchbruch: Ein junger Mann,
der zwei Frauen trifft, mit der einen ins
Bett geht, sie beklaut und wieder aus dem
Film verschwindet. Eine verhängnislose
Affäre, ein Quickie ohne Folgen. Doch
die kurze Szene in diesem (wie sich
später herausstellte) großen Film
etablierte ein Novum: den Mann als
Lustobjekt selbstbestimmter Frauen.
"
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- SCHMITT,
Uwe (2001): Japans Frauen kratzen am Stolz der
Männer.
Auch
wenn die Mehrheit in den alten Grenzen der
häuslichen Welt lebt, machen viele Elitefrauen
ihren männlichen Artgenossen Beine,
in:
Welt v. 11.08.
- Inhalt:
SCHMITT beschreibt
die "Generation von Müttern, die in
den sechziger Jahren geboren wurde und
vielleicht als erste erlebte, dass sie in
der Schule ähnlich gefördert wurde wie
die Jungen (...). Nach dem Ende des
Studiums aber stießen die jungen
Japanerinnen in den ersten
Bewerbungsgesprächen auf eine Wand der
Ablehnung. Arbeit konnten sie wohl haben
- mindestens bis zum Wirtschaftseinbruch
Anfang der neunziger Jahre -, aber keine
Illusionen mehr über die Grenzen ihres
beruflichen Aufstiegs. Dienen sollten
sie, duften und erblühen als 'Blumen des
Büros'. Sie sollten sich nicht prüde
anstellen, wenn ihrem Chef einmal die
Hand ausrutschte, und endlich einen
netten Kollegen erhören und in die Ehe
verschwinden, bevor sie welkten.
Mit jedem Berufsjahr wuchs der Druck.
Wohlmeinende Vorgesetzte und besorgte
Eltern taten sich zusammen: Allein
stehende Frauen, sagten sie, seien
verdammt zur Abhängigkeit einer
Mätresse oder zur Bitterkeit der
Jungfer. Irgendwann gaben sie den
Widerstand auf und heirateten. Und sie
lebten mit der Ironie, dass sie in die
Lebenshaltung ihrer Mütter
zurücksanken, während diese, aller
Sorge um die Kinder ledig, mit Mitte
vierzig ihre erste Freiheit entdeckten.
In Sprachkursen und Bildungsreisen, auf
Tennisplätzen und Bürgerinitiativen, in
Ausstellungen, Konzerten und
Teezeremonien begann in den achtziger
Jahren die Kraft einer Klientel mit Zeit,
Bildung, Geduld und Geld zu wirken, die
als "Obasan-Power"
sprichwörtlich wurde. Was dieselben
Frauen nicht etwa davon abhielt, ihre
Töchter und Schwiegertöchter zur
endgültigen Erfüllung ihrer
Weiblichkeit in der Mutterschaft zu
drängen."
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- DEUTSCHE
WELLE (2001): Immer mehr Menschen leben allein,
in:
Tagesthema im Journal. Sendung der Deutschen
Welle v. 11.08.
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- MEISEL,
Gerhard (2001): Wenn die Biodesigner sprechen.
John
Kotre fragt nach der menschlichen Biographie,
in: Tagesspiegel v. 11.08.
- Kommentar:
John KOTRE, ein
Psychologieprofessor an der University of
Michigan hat ein Buch mit dem Titel
"Make it count" (deutsch:
"Lebenslauf und Lebenskunst - Über
den Umgang mit der eigenen
Biographie", Hanser Verlag)
geschrieben, in dem das Konzept der
Generativität des Psychoanalytikers Erik
H. ERIKSON eine zentrale Rolle spielt.
Die
Vorstellungen des Lebenszyklus-Modell von
ERIKSON waren bis in die 70er Jahren
unumstritten. Erst mit dem Aufkommen der
US-amerikanischen Single-Bewegung
gerieten die normativen Anahmen des
Konzeptes - das nur die klassische
Kleinfamilie als normale Lebensform von
Erwachsenen anerkannte - in die Kritik.
Peter
STEIN & Henry ETZKOWITZ ("The
Life Spiral. Human Needs and Adult
Roles", 1978) stellten dem
Lebenszyklus-Modell das Konzept der
Lebensspirale ("Life Spiral")
entgegen. Die Vorstellungen von der
Lebensspirale rechtfertigen im Gegensatz
zu ERIKSON das Modell der
"sexuellen Monogamie" und das
Alleinleben: "The life spiral is a
nonlinear definition of the life span. It
enables us to view individuals woh choose
alternate paths of life not as deviants
(their definition under stage theory) but
as conscious actors who occupy new roles
in one or more areas of life."
Wenn KOTRE
an das ERIKSONsche Konzept der
Generativität anknüpft und es für die
Altersphase fruchtbar macht, dann sollen
damit die Merkmale des männlichen
Erwachsenenlebens auf die Altersphase
ausgedehnt werden: "Generativität,
also kreatives Weitergeben statt
Ruhestandsphantasien heißt die
Aufforderung Kotres". Das Konzept
dient in diesem Sinne dem
"demographischen Umbau der
westlichen Gesellschaften", wie
MEISEL schreibt.
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- LEBERT,
Stephan & Tanja STELZER (2001): "Jetzt
kämpfen Mütter gegen Mütter".
Wie
geht's der deutschen Frau? Gar nicht so gut, sagt
Anne Volk. Aber sie hat ein paar Tipps: Redet
nicht mit Euren Töchtern über Sex. Und haltet
Euch an die Raucher,
in: Tagesspiegel v. 11.08.
- Inhalt:
Interview mit Anne
VOLK, der langjährigen Chefredakteurin
und jetzigen Herausgeberin der
Frauenzeitschrift Brigitte:
"Es
ist von den neuen Müttern die Rede.
Diese Mütter sind nur die eine Fraktion,
da hat sich etwas verändert, es gibt
nicht mehr diese Grundsolidarität der
Gleichaltrigen. Da sind diese Frauen, die
ihr Muttersein wie in den 50er, 60er
Jahren leben, die bekommen zwei, drei,
vier Kinder, und dann gibt es die
Mütter, die weiter einen Beruf haben und
Karriere machen wollen. Früher gab es
Streit zwischen Mutter und Tochter über
die Frauenrolle, jetzt zanken sich
Mütter und Mütter. Es ist der Angriff
der Übermütter, die den Berufstätigen
vorwerfen, dass sie ihre Kinder
vernachlässigen. Das ist schon gewaltig.
Auf welche Seite
schlägt sich die "Brigitte"?
Wir haben eher die Haltung, dass man
einen Beruf ein Leben lang machen soll,
mit Kinderpause oder ohne. Wir würden
nie sagen, dass man nicht mit Kindern zu
Hause bleiben darf. Aber eine Frau sollte
wissen: Eine Ehe ist keine Versicherung
mehr."
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- WEBER, Antje (2001):
Stadtansichten (13). Dröhnende Schuhschachtel.
Matthias Polityckis
"Mann von vierzig Jahren" liebt
Kneipen,
in: Süddeutsche Zeitung v.
11.08.
- Inhalt:
WEBER stellt den
München-Roman Ein Mann von vierzig
Jahren von Matthias
POLITYCKI vor:
"Auf alle Fälle ein Liebesroman
(dazu später), ein Neue-Medien-Roman
(der Klappentexter entdeckt das Mailen
und den @-Klammeraffen), ein 90er-Jahre-
Roman (Lumibären beleuchten Gregors Weg)
unbedingt jedoch ein
München-Roman, der insbesondere die
Kneipenszene derart liebevoll detailliert
beschreibt, dass man sofort in die
'Schwabinger Sieben' einfallen möchte,
'a Bia essn' und feststellen: Es ist dort
genau so, wie Politycki es beschrieben
hat."
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- MESSMER,
Susanne (2001): Helden wie wir.
Popliteratur
war schon immer affirmativ, allein mit
Moralargumenten ist ihr nicht beizukommen. Von
Rolf Dieter Brinkmann bis zu Christian Kracht -
eine kleine Ehrenrettung des Genrebegriffs
in: TAZ v. 11.08.
- Kommentar:
MESSMER gibt sich
als Angehörige der Generation
Golf zu erkennen:
"Popliteraten wie Benjamin
von Stuckrad-Barre, Christian
Kracht oder Florian
Illies haben es geschafft,
dass deutsche Literatur sich seit vier,
fünf Jahren nicht mehr im
Deutschunterricht, in Günter Grass und
Patrick Süskind erschöpft - sondern
dass endlich mal jemand darüber
schreibt, was uns interessiert. Übers
Jungsein, diesen privilegierten Zustand
des Nicht-mehr-und-noch-nicht. Sie haben
es erreicht, dass wir uns endlich mal
wieder unterhalten, verstanden und
manchmal sogar vertreten fühlen."
Die Autorin
verteidigt die Popliteraten gegenüber
jenen, die Popliteratur als unkritisch
einstufen: "Wenn Moralisten mit
ihrer Kritik an der Popliteratur davon
ausgehen, dass nur der zu schreiben ein
Recht hat, der etwas zu erzählen hat und
also etwas Interessantes, Substanzielles
erlebt haben muss, dann hauen sie voll
daneben. Dann knüpfen sie an ein
antimodernes und hochideologisches
Konzept von Realismus an, wie es sonst
nur noch von konservativen
Literaturkritikern propagiert wird.
Kracht, Stuckrad-Barre und Co. aufgrund
ihrer Saturiertheit eine affirmative
Haltung vorzuwerfen, trifft nicht den
Punkt. Es sind eher ihr formal
langweiliger Ansatz, ihr begrenzter
Blickwinkel und ihr oft gradliniger Plot,
die ihre Literatur nicht vieldeutig genug
machen."
Von Christian
KRACHT wird im Oktober der
Roman "1979" veröffentlicht.
Seit seinem Debüt "Faserland"
im Jahre 1995 gilt er als der
umstrittenste Popliterat. Für Thomas
ERNST begründete der
Roman "Faserland" gar eine neue
Ära in der Popliteratur. Die spannende
Frage wird deshalb sein, ob sein neuer
Roman "1979" ebenfalls eine
neue Ära einleiten kann. Bei
single-dasein.de wird darüber im Oktober
berichtet.
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- HASSE, Kai
(2001): Landwirt, jung, ledig sucht.
Wie soll es mit der Agrarwende je
was werden, wenn der deutsche Bauer keine Frau
findet? Nur glückliche Landwirte züchten
gesundes Fleisch. Vielleicht kann das Internet
einsamen Landsingles helfen?
in: Frankfurter Rundschau
v. 11.08.
- Inhalt:
HASSE testet das
Inernet-Angebot Landflirt.de:
"Zugegeben, diese Anzeigen bei Landflirt.de sind
amüsant. Doch im Kern helfen sie nicht
weiter. Frauen, die mir gefallen, sind
weiter weg, und die in der näheren
Umgebung möchte man viel näher gar
nicht kennen lernen. Und irgendwie find
ich keine Eigenschaft, die mir sagen
könnte: Die ist es. Denn wir lieben doch
alle irgendwie die Natur, sind irgendwo
aktiv und sehen uns als humorvollen,
sympathischen Zeitgenossen. Und was da
nun steht, Kinder, Hunde, Pferde, Pfunde
oder Pfänder, wenn es einen erwischt,
ist sowieso alles egal."
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- HEINEMANN,
Mirko (2001): Allein in Luxor.
Vier Jahre nach den Anschlägen
auf Touristen wurden in Ägypten viele
Reisebeschränkungen aufgehoben. Erkunden lässt
sich das Land auch wieder ohne Veranstalter. Doch
wie gefährlich ist das Reisen auf eigene Faust?
in: Frankfurter Rundschau
v. 11.08.
- Inhalt:
"'Sie fahren
allein durch Ägypten?', lautet die
Standardfrage von Pauschalreisenden, 'ist
das nicht gefährlich?' Eine klare
Antwort fällt schwer. Die Menschen
leiden unter einem dramatischen Einbruch
ihrer Wirtschaftskraft. Ihr
Lebensstandard ist eng mit der Anzahl der
Touristen im Land verknüpft. Nach einer
Reise allein durch Ägypten verbleibt als
persönlicher Eindruck: Ägypten ist
sicher.
Trotzdem ist da ein mulmiges
Gefühl", meint HEINEMANN.
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- TERKESSIDIS,
Mark (2001): Melodie einer Zeit.
Im
Halseisen der Klischees. Viviane Forrester und
Matthias Horx markieren zwei extreme
Meinungs-Pole zum Thema Globalisierung,
in: Freitag Nr.33 v. 10.08.
- Inhalt:
TERKESSIDIS stellt
der Globalisierungsgegnerin FORRESTER den
glücklichen
Globalisierer Matthias HORX
gegenüber.
"Dass
Horx ein lächerlicher Ideologielieferant
ist, wäre vielleicht nicht mal so
tragisch, wenn er denn irgendwelche
brauchbaren Beschreibungen liefern
würde. Kürzlich erschien auf Deutsch
das Buch des US-amerikanischen
Wirtschaftsjournalisten David
Brooks über die »Bobos«, die neue
»Bildungselite«. Auch Brooks liebt das
Objekt seiner Studie und zählt sich gar
selbst dazu. Doch sein Buch war voll von
interessanten Beobachtungen. Bei Horx
findet sich nichts derartiges."
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- HÄNTSCHEL, Jörg
(2001): Reise zum Mittelpunkt der Herde.
Träumen Nomaden vom
elektronischen Schlafplatz? Die Schauplätze des
modernen Wohnens liegen in den exterritorialen
Räumen zu Lande, zu Wasser und in der Luft
in: Süddeutsche Zeitung v.
10.08.
- Inhalt:
HÄNTSCHELs zentrale
These lautet: "Der 'globale Nomade',
der überall zu Hause ist, hat sich zum
Heldentypus der Gegenwart entwickelt, und
mit ihm verändert sich die kollektive
Vorstellung vom Wohnen." Auto,
Schiff und Flugzeug werden zur
ortsunabhängigen Heimat der mobilen
Existenz. Transitorische Räume wie
Business-Lounges auf Flughäfen werden
zeitweilige Heimaten und Flugpläne
stiften neuartige Nachbarschaften:
"Bisher war Gemeindezugehörigkeit
eine Frage des Wohnorts, heute ist es
eine des Flugplans. Immer dieselben
Gesichter in denselben Maschinen".
Dies ist für HÄNTSCHEL die Konsequenz
des individualistischen Rebellentums der
massenhaft Alleinreisenden, das sich
gegen das einstige "idealistische
Rebellentum des Alleinreisenden"
durchzusetzen beginnt. Seinen
literarischen Ausdruck hat dieses letzte
Rebellentum im Roman "Up in
the Air" von Walter KIRN gefunden.
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- KNIPPHALS,
Dirk (2001): "Neue Nachbarschaften
schaffen".
Die
große Was-ist-meine-Welt-Frage: Die
Schriftsteller Sven Lager und Elke Naters über
ihre neue Anthologie "the Buch", ein
soziologisches Verständnis von Popliteratur, das
Interesse am Leben um einen herum und das
Fremdsein im Literaturbetrieb
in: TAZ v. 10.08.
- Inhalt:
Ist die Popliteratur
politisch? Die Antwort von Elke NATERS:
"Popliteratur ist für
mich soziologisch. Es wird viel über
Kontakte, Beziehungen, Zusammenleben
geschrieben. Und was sollte daran nicht
politisch sein?" Elke NATERS und
Sven LAGER wollen neue Nachbarschaften
schaffen, um der "Literaturwelt, in
der man sich nicht sehr zu Hause fühlt,
etwas gegenüberstellen."
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- BLUM,
Mechthild (2001): In Bullerbü war die Welt noch
in Ordnung.
Susanne Gaschkes Buch
"Die Erziehungskatastrophe" bezichtigt
Eltern, Schulen und Medien einer schlimmen
Kindererziehung,
in: Badische Zeitung v.
09.08.
- Inhalt:
BLUM sieht die
Zunahme der Ein-Eltern-Familien
(Alleinerziehenden) - im Gegensatz zu Susanne
GASCHKE - nicht als
Konsequenz der Frauenbewegung, sondern
als Folge der finanziellen
Unabhängigkeit berufstätiger Frauen und
damit des Wandels der Bildungs- und
Arbeitsmarktstrukturen im
Nachkriegsdeutschland. Zudem sind für
BLUM viele der sogenannten
"vollständigen Familien"
aufgrund abwesender Väter de facto
ebenfalls Ein-Eltern-Familien. BLUM
fordert deshalb: "In einer
individualisierten, pluralistischen Welt
bedarf es individueller, pluralistischer
Lösungen. Und eines flexiblen Staates,
der sie möglich macht. Darauf lohnt es
sich, einen genauen Blick zu werfen.
Nicht in einem kurzen Prozess à la
Gaschke, sondern in einem langen. Und
zusammen mit und nicht gegen
Eltern."
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- BRUHNS,
Meike (2001): Politik aus dem Bauch.
Eine
KINDERPARTEI sind die Grünen schon längst, sagt
deren Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz, 30.
Einige wollen es nur nicht wahrhaben,
in: MAX v. 09.08.
- Kommentar:
BRUHNS porträtiert
Ekin DELIGÖZ, die sich für MAX als
"hochschwangere Sonnenblume im
Roggenfeld" ablichten liess. Ihre
Begründung: "Ich finde meinen Bauch
wunderschön, deshalb sollen ihn ruhig
alle sehen". In der Popmoderne
unterliegen eben auch Politiker den
Gesetzen des Pop. Die Grünen Claudia
ROTH und Kerstin MÜLLER lehnen den
Primat der Kinderpolitik ab. Ihre
Ablehnung wird jedoch nicht als
politischer Standpunkt anerkannt, sondern
als persönliches Problem abgetan:
"'Die fühlen sich bei dem Wort
Kinder gleich in ihrem Lebensentwurf
angegriffen.' Die nächste Generation, so
Deligöz, könne aber nicht einsehen,
dass nicht beides möglich sein soll:
Kinder und Karriere." DELIGÖZ wird
dagegen als Politikerin vorgestellt, die
als Vorbild die geforderte Familie auch
lebt: "Sie selbst hat ihr Leben
bereits familienfreundlich organisiert.
Ehemann Heinz-Jürgen, 29, ist nach
Berlin gezogen und hat unweit ihrer
Wohnung in Prenzlauer Berg die Kneipe
'Oscars' miteröffnet. So kann er sich
tagsüber, wenn sie im Bundestag hockt,
um seinen frisch geborenen Sohn
kümmern." DELIGÖZ also auf dem Weg
zum Familien-Popstar der Partei?
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- HUEMER,
Peter (2001): Die neuen Sexfronten.
Mariam
Lau über das Schicksal der sexuellen Revolution,
in: Gehört Gehört.
Sendung auf Ö1 v. 09.08.
- Kommentar:
Mariam LAU
rechtfertigt die Ehe im Gespräch mit
HUEMER. Zufriedene Ehepaare versus
sexuell unzufriedene Singles und das
verlöschende Begehren sind die beiden
Topoi, die das Credo von LAU bestimmen.
Solch allgemeine Aussagen sind jedoch
angesichts der Heterogenität der beiden
gegenüber gestellten Gruppen mehr als
fragwürdig. Die Scheidungszahlen
sprechen nicht gerade für die
Zufriedenheit der Ehepartner, während
bei den Singles mindestens zwischen
freiwilligen bzw. unfreiwilligen
Partnerlosen und Paaren unterschieden
werden muss.
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Stern-Coverstory:
Eifersucht
- KOCH,
Christoph (2001): Eifersucht.
Welcher Mann
gibt schon zu, dass er seine Frau ungern
ausgehen lässt? Welche Frau, dass sie
dem Mann bei jeder Dienstreise misstraut?
Der Argwohn in der Liebe hat ein
miserables Image - völlig zu Unrecht,
meinen Wissenschaftler,
in: Stern Nr.33 v.
09.08.
- Kommentar:
Sommer,
Sonne, Seitensprung. Auch der
Stern hat nichts interessanteres
zu berichten, nur die
Schwerpunktsetzung unterscheidet
den Bericht vom Rest der
diesjährigen hochsommerlichen
Beiträge zum Thema.
KOCH berichtet über die trendige
Perspektive des
Evolutionspsychologen David BUSS:
"Die Idee, ein
Verhaltensprogramm wie die
Eifersucht sei erlernt und von
der modernen Gesellschaft
produziert, wird von Genetikern
und Evolutionsforschern lustvoll
zertrümmert. Ihre Studien
zeigen, dass der bohrende Zweifel
an der Treue des Partners
universell ist: Jeder Mensch kann
Eifersucht verstehen und
empfinden, und überall, wo
Menschen leben, kann sie sich in
zerstörerischer Gewalt entladen.
Aus der Traum vom Südseeparadies
der freien Liebe, in dem
Eifersucht und Monogamie keine
Chance haben."
Die Plausibilität solcher
Aussagen ergibt sich in erster
Linie aus der Dominanz der
"seriellen Monogamie"
als normatives Beziehungsmuster
in den westlichen
Industrieländern. Sukzessive
Monogamie beinhaltet einen
rigiden Treuebegriff, der sowohl
die gelebte als auch die
kommunizierte Treue umfasst. Wenn
die Eifersucht als erwünschtes
Gefühl, das auf die
Überprüfung der Treue im Alltag
ausgerichtet ist, rehabilitiert
werden soll, dann wird damit die
kulturelle Norm der
"seriellen Monogamie"
wissenschaftlich gerechtfertigt.
Der gegenwärtige Kulturkampf in
den westlichen Ländern stellt
nicht die Treue an sich in Frage,
sondern nur, ob Treue auch
praktiziert (serielle Monogamie)
oder nur kommunikativ simuliert
werden muss. Im ersten Fall wird
der Seitensprung des Partners
generell abgelehnt und geahndet,
im anderen Fall ist höchstens
das Wissen um einen Seitensprung
ein Trennungsgrund.
Regine SCHNEIDER hat in dem Buch
"Die Liebe kommt, die Liebe
geht"
die serielle Monogamie mit dem
Leitbild des "Paars auf
Zeit" verknüpft und die
damit verbundenen Chancen
beschrieben. Sie möchte damit
einen Beitrag zur aktuellen
politischen Debatte leisten. In
meiner Rezension lesen Sie, ob
ihr das gelungen ist.
- LEYENDECKER,
Karolin (2001): "Ich trau dir,
aber...",
in: Stern Nr.33 v.
09.08.
- Inhalt:
Meinungen
von Interviewten zum Thema
Eifersucht
- KOCH,
Christoph (2001): "So wichtig wie
Liebe und Sex",
in: Stern Nr.33 v.
09.08.
- Inhalt:
Interview
mit dem US-amerikanischen
Evolutionspsychologen David BUSS,
der die Eifersucht rehabilitieren
möchte.
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- OTT,
Notburga (2001): Für den
Drei-Generationen-Vertrag.
Die
Familienpolitik bestraft die Familien - damit
muss Schluss sein
in:
Die ZEIT Nr.33 v. 09.08.
- Kommentar:
OTT hält sich nicht
an die hochsommerliche Kampfpause in der
Kontroverse "Familien versus
Singles", obwohl sie nichts Neues zu
berichten weiss...
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- DANIELS,
Corinna (2001): Sexy Single sucht...
.
. . und der Amateursoziologe John Miller findet:
Kontaktanzeigen sind Konzeptkunst
in:
Welt v. 09.08.
- Kommentar:
Die Kontaktanzeige
wird zum Kunstwerk...
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- REITZ,
Edgar (2001): Als Dialekt zur Folklore wurde.
Heimat,
eine Verlustanzeige: Wie die globale Konsumkultur
unsere Erinnerungen und Sehnsüchte verwandelt
in: Tagesspiegel v. 08.08.
- Kommentar:
Der Filmemacher
REITZ schreibt wie Martin
HECHT (siehe heutige SZ)
über die Globalisierung als eine im
Bewusstsein aller Menschen durchgesetzte
Globalisierung. Die Vielfalt der
Heimaten, deren Verlust die
Heimatromantiker beklagen, ist dann durch
die Weltheimat ersetzt worden. Grundlage
dafür ist eine Warenproduktion, die den
letzten Winkel der Welt flächendeckend
vereinheitlicht hat. In dieser Weltheimat
muss die Generationenzugehörigkeit die
Ortsidentität als
gemeinschaftsstiftendes Gefühl ersetzen:
"Ein
deutsches Kind unserer Zeit wird zwanzig
Jahre später einem anderen begegnen, das
in Spanien, Amerika oder Japan
aufgewachsen ist, und vor Rührung
weinen, denn es hatte im gleichen Jahr
ein Tamagochi, im gleichen Alter einen
Rolli. Bei der Kennmelodie von Windows 95
werden eines Tages Hunderttausende von
"Usern" Tränen der Erinnerung
vergießen. Ganz neue Gefühle sind durch
diese frappierenden Gemeinsamkeiten
entstanden. Unsere Heimat ist jetzt die
Zeit, nicht mehr der Ort. Soll man das
noch Heimat nennen?". Die Frage, die
REITZ hier stellt, ist eine rhetorische,
denn für REITZ kann die
Generationenzugehörigenkeit die
Ortsidentität nicht ersetzen.
Sein Fazit
deshalb: "Das Gemeinschafts-Gefühl
einer ganzen Generation versagt, wenn es
um die Liebe zu den speziellen
Erinnerungen geht."
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- BUHR, Elke
(2001): Was macht eigentlich
der...Postfeminismus?
in: Frankfurter Rundschau v. 08.08.
- Inhalt:
BUHR erzählt die
Geschichte des Feminismus seit den 70er
Jahren im Schnelldurchlauf. Nach BUHR ist
der Postfeminismus in Deutschland Mitte
der 90er Jahre angekommen. Frauen nannten
sich Girlies und Hera LIND
schrieb "Superweib". Das
Fazit: "Der Postfeminismus wollte
nichts erfinden; er wollte genießen. Ein
letztes Mal gelang ihm das als
Dotcom-Girl, mit Whirlpool im Keller und
den Aktien der eigenen Internet-Firma im
Schrank. Nur ist die jetzt pleite, und
die Jobaussichten schlecht (...). Der
Postfeminismus aber war letztens mal
wieder beim Spiegel. Sein
Bauch wird seitdem immer dicker. Er
schult um, auf neue Mutter."
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- HECHT, Martin (2001):
Das Fremdenzimmer,
in: Süddeutsche Zeitung v. 08.08.
- Kommentar:
Der Heimatromantiker
HECHT über die
vor-globale Zeit der 60er Jahre - als
Gästezimmer noch Fremdenzimmer hießen -
und über den Verlust der
Fremdheitserfahrung in der globalisierten
Welt:
"Das freudvolle Versprechen des
Projekts der Globalität liegt in der
Freiheit einer bindungslos-unabhängigen
Existenzweise, in der Coolness, ihr
selbst eine eigene Identifikationsweise
abzuringen, Wurzeln und Halt im Stadium
des ewigen Aufbruchs zu finden. Es
bedeutet aber auch die Verlusterfahrung,
sich auf dieser Suche nicht einmal mehr
fremd fühlen zu können und Fremdheit
nicht mehr zu erleben, wo sie ihre
schönsten Seiten hatte: im Unbekannten,
Unerforschten, Ungezähmten."
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- ROHRHOFER,
Barbara (2001): Aufriss im Supermarkt,
in:
Oberösterreichische Nachrichten v. 07.08.
- Kommentar:
Anbaggertipps für
Frauen, die Mann auf seine Weise nutzen
kann: entweder um Anbaggerversuche von
Frauen als solche überhaupt zu erkennen
oder um seine Chancen zu erhöhen,
überhaupt angebaggert zu werden. Tatort
ist der Supermarkt, Tatzeit freitagabends
vor Ladenschluss. Wer als gestresster
Vater ein Bett zum Ausschlafen sucht, der
darf dann keine Hipp-Gläser und
Höschenwindeln in seinen Warenkorb
laden, sondern muss Chips und 3
Minutenminüs einkaufen...
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- PATRIOT
(2001): Wie Singles und Senioren sparen,
in: Der Patriot v. 07.08.
- Inhalt:
Hinweis auf einen
Steuerratgeber von Markus KAHR: "Das
Buch Steuertipps für Singles (erschienen
im Falken-Verlag) zeigt Alleinstehenden
Wege auf, wie sie ihre vergleichsweise
hohen Abzüge senken können."
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- VAN
RAHDEN, Till (2001): Das tägliche Gebet.
Ein
Überblick über die neuere historische Forschung
zu Männlichkeit und Vaterschaft,
in: Frankfurter Rundschau
v. 07.08.
- Kommentar:
"Neue Männer
braucht das Land" sang Ina DETER in
den 80ern, nun hat das Ministerium von
Christine BERGMANN stattdessen die Parole
"Neue Väter braucht das Land"
ausgegeben. Dies hat auch Folgen für die
Geschichtsschreibung. Das Bild des Vaters
muss revidiert werden. VAN RAHDEN
berichtet deshalb über die Neuschreibung
des viktorianischen Familienbildes durch
die neuere historische Familienforschung.
Das Paradigma der Frauenforschung in der
Tradition von Karin HAUSEN wird dadurch
korrigiert:
"In
den 90er Jahren hat die
Geschlechtergeschichte die Denkfigur der
polarisierten Geschlechtscharaktere
zunehmend in Frage gestellt. Heute
scheint es kaum noch überzeugend, einen
privat-weiblichen Raum der Familie und
einen öffentlich- männlichen Raum der
Berufswelt und der Politik
gegenüberzustellen."
Im
Mittelpunkt des Beitrags steht die Studie
A Man's Place.
Masculinity and the Middle-Class Home in
Victorian England
(New Haven 1999) des englischen
Sozialhistorikers John TOSH, der vier
Verhaltensmuster von Vätern im
Viktorianischen Zeitalter aufgefunden
hat:
"den
'abwesenden Vater', der sich in Beruf und
männliche Geselligkeit flüchtete und
den privaten Raum der Mutter überließ;
den 'tyrannischen Vater', der sich dem
wachsenden Ansehen der Mutter
entgegenstellte und mit allen Mitteln
versuchte, einzelne Aspekte der
traditionellen patriarchalen Autorität
zu behaupten; den 'distanzierten Vater',
der sich von der emotionalen Intimität
des Familienalltags fernhielt und seine
Aufgabe darin sah, die Kinder, vor allem
die Söhne, auf Anforderungen der
bürgerlichen Arbeitswelt vorzubereiten;
schließlich den 'innigen Vater', der
keine Angst vor Spontaneität,
Zärtlichkeit und emotionaler Nähe hatte
und den engen Kontakt zu den Kindern
suchte."
So wie Ina
DETER in den 80ern nur den Mann in seiner
Partnerrolle meinte, so wird heute der
Mann auf die Vaterrolle reduziert...
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- KAHLWEIT,
Cathrin (2001): Ungeplant, aber nicht ungewollt.
Sie
stürzen sich früh in ein Leben mit Kind und
träumen von einer intakten Familiewarum
Teenager als Mütter oft völlig überfordert
sind,
in: Süddeutsche Zeitung v.
07.08.
- Kommentar:
Junge Mütter sind
die Lieblinge der
Bevölkerungswissenschaftler, aber
Teenager-Mütter sind weniger ein Lösung
des Bevölkerungsproblems, sondern eher
eine ungelöstes gesellschaftliches
Problem.
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- MERLE,
Julia (2001): Große Männer gehen häufiger
fremd als kleine.
Neue
US-Studie belegt: Der kleine Mann ist treuer -
Sehnsucht nach dem großen Mann ein Relikt aus
der Steinzeit
in:
Welt v. 07.08.
- Kommentar:
Für Menschen, die
innere Werte bereits auf den ersten Blick
erkennen möchten. Aber Vorsicht! Die
Statistik hat einen Haken: Ihr kleiner
Mann könnte untreu sein...
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- GAEHME,
Tita (2001): Barbara Vinken: Die deutsche Mutter,
Der lange Schatten eines Mythos,
in:
Politische Literatur.
Sendung des DeutschlandRadio
v. 06.08.
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- BESTE,
Ralf & Petra BORNHÖFT (2001): Das Ende der
Generation Lila.
Die
SPD hat die Frauenbewegung für tot erklärt.
Kanzler Schröder sieht in der Familie die
Keimzelle des Staates und die Arbeitsreserve für
den Standort Deutschland. Auch unter den jungen
Frauen des linken Flügels spielt der Feminismus
keine Rolle mehr,
in: Spiegel Nr.32 v. 06.08.
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- CZIMMER-GAUSS, Barbara
(2001): Ein Drittel der Stuttgarter Singles ist
über 60.
Umzug
in kleinere Wohnungen wird selten gewünscht:
Senioren möchten "in ihrem Quartier
bleiben'',
in:
Stuttgarter Nachrichten v. 06.08.
- Kommentar:
Ein Bericht über
ein Thema, das in Deutschland
totgeschwiegen wird: Die überwiegende
Zahl der grossen Wohnungen werden nicht
von jungen Singles, sondern von älteren
Witwen bewohnt, die ihre Familienwohnung
nicht aufgegeben haben.
Wenn
wieder einmal darauf hingewiesen wird,
dass Singles mehr Wohnfläche für sich
beanspruchen als Familien, dann sollte
auch hinzugefügt werden, dass es vor
allem verwitwete Eltern sind, die alleine
in grosszügigen Wohnungen leben.
Die Stadt
Stuttgart versucht im Bereich
Sozialwohnungen dieser Immobilität durch
Umzugsprämien entgegenzuwirken:
"es
gibt seit 1970 eine Umzugsprämie, die
älteren Leuten den Auszug aus zu großen
Sozialwohnungen in kleinere erleichtern
soll. 'Wer eine Vier- bis
Fünf-Zimmer-Wohnung räumt, bekommt 150
Mark pro Quadratmeter für die
Differenzwohnfläche. Wer in eine
Privatwohnung umzieht, erhält zwischen
5000 und 6000 Mark pauschal.''
Auf diese Weise sind seit 1970 mehr als
1200 große Wohnungen frei geworden, was
die Stadt acht Millionen Mark gekostet
hat."
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- SCHMELCHER,
Antje (2001): Wie oft ist eigentlich noch normal?
Schlag
lieber nach bei Fromm: Ratgeber-Bücher
offenbaren, wie weit die Pathologie der Liebe
vorangeschritten ist
in:
Welt v. 06.08.
- Inhalt:
SCHMELCHER
vergleicht neuere Ratgeber zum Thema
Liebe & Sex mit dem Klassiker
"Die Kunst des Liebens" von
Erich FROMM. Gemessen an diesem Buch
erscheinen der Autorin die Formen der
Liebe seit 1968 als pathologisch. Als
Ratgeber werden analysiert: Alex COMFORTs
"New Joy of Sex" (1972),
"Wenn die Liebe ein Spiel ist, sind
dies die Regeln" von Chérie
CARTER-SCOTT, Bo COOLSAET "Liebe,
Lust und was wirklich zählt" sowohl
der angebliche Anti-Ratgeber von Michael
MARY "Fünf Lügen die Liebe
betreffend", der dieses Jahr
medienwirksam vermarktet wurde.
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- BECKER,
Silke (2001): Die Katastrophe im Kopf.
Späte
Mütter gehen das Projekt Familie häufig
professionell an. Einige lassen bei der Geburt
Blut aus der Nabelschnur einfrieren. Vielleicht
können die darin enthaltenen Zellen später
Krankheiten heilen, vielleicht auch nicht. Es ist
ein spekulatives Geschäft mit der Hoffnung.
in: Tagesspiegel v. 05.08.
- Kommentar:
Ein Komödienthema
wird neuerdings in neuer Form
wiederentdeckt: die späten Mütter als
Reinkarnation der überängstlichen, und
deshalb überreagierenden Mütter. Die
Folge: überbehütete (overprotected)
Kinder. War dies früher ein Vorwurf an
eine ganze Müttergeneration, so werden
nun - im Einklang mit der gegenwärtigen
bevölkerungspolitischen Interessenslage
- die späten Mütter zur Zielscheibe
solcher Vorwürfe. Ein Thema, dessen
Hochkonjunktur noch bevorsteht...
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- HODEIGE,
Christian (2001): Männer an den Herd.
Ein Kochbuch für Singles,
in: Badische Zeitung v.
04.08.
- Kommentar:
HODEIGE stellt ein
Kochbuch vor, das für den
frischgebackenen Single-Mann geeignet
sein soll: Gertrude FEIN "Das
Kochbuch für den Mann" aus dem
Eichborn Verlag. Warum das Buch nur für
Singles gut sein sollte, ist wohl das
Geheimnis des Rezensenten. Immerhin gibt
es genügend Männer, die trotz
Partnerschaft durchaus ab und zu zum
Alleinleben "verdammt" sind.
Und zudem soll es zunehmend mehr Frauen
geben, für die Kochen ein Fremdwort
ist...
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- MOSER, Ulrike
(2001): Unter Barbaren.
Wie sollen Kinder erzogen
werden? Der Konsens darüber ist verloren
gegangen. Eine konservative Pädagogik fordert
die Rückkehr zu Strenge, Gehorsam und
Pflichtbewusstsein,
in: Die Woche Nr.31 v.
03.08.
- Inhalt:
MOSER setzt sich mit
Susanne
GASCHKEs
"Erziehungskatastrophe" und das
vom Spiegel herbeigeschriebene "Comeback
der Vollzeitmutter" (Nr. 29 v.
16.07.2001)
auseinander. MOSER sieht zwar auch die
Familie in der Krise: "Weil sie
keine Versorgungsinstitution und kein
Bündnis für die Ewigkeit mehr ist. Und
weil die Arbeitswelt funktioniert, als
gäbe es keine Kinder." Sie sieht
jedoch keinen Grund, die Forderung nach
besserer Vereinbarkeit von Beruf und
Familie deswegen aufzugeben.
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- STECHER,
Thorsten (2001): Die Stunde der heiligen
Backfische.
Mit
seinen neuesten Superheldinnen Bridget Jones und
Amélie Poulain restauriert das Kino einen
Frauentyp, den es eigentlich gar nicht mehr geben
dürfte,
in: Weltwoche Nr.31 v.
02.08.
- Inhalt:
Nach STECKER
berichten die Tagebuchaufzeichnungen der
Bridget Jones "nicht von idyllischen
Verhältnissen. Im Gegenteil, ihr Thema
ist das Schicksal so genannter
'Cosmo-Girls'. Die bemitleidenswerten
Frauen aus der englischen Hauptstadt sind
über dreissig und haben
Lifestyle-Magazine wie Cosmopolitan zur
Bibel erklärt. Jetzt müssen sie
einsehen, dass die Freuden der weiblichen
Selbstverwirklichung ausgeblieben sind.
Die Schöpferin von Bridget Jones, die Journalistin
Helen Fielding, (...)
kommentierte: 'Diese Frauen haben den
schicken Wagen und das schicke Apartment,
gehen regelmässig ins Fitnesscenter und
fragen sich trotzdem: Warum bin ich nicht
verheiratet?' (...) Bridget ist die
Gewährsdame eines neuen, eher putzigen
Feminismus. Nach ihrem Vorbild haben sich
in England bereits erste Verhaltensmuster
ausgeformt. 'Very BJ' zu sein, gilt als
Kompliment an alle, die sich mit etwas
Selbstironie und einer grossen Portion
Naivität im harten Londoner Frauenalltag
zurechtfinden." Für STECKER ist die
Film-Bridget
Jones eine Reinkarnation
des Liebchen aus den fünfziger Jahren.
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- GASCHKE,
Susanne (2001): Neues Glück.
Kein
Grund zur Klage: Den Frauen geht es besser,
in: Die ZEIT Nr.32 v.
02.08.
- Kommentar:
Susanne
GASCHKE hat die schwangeren
Frauen unter den Bundestagsabgeordneten
gezählt, aber im
Gegensatz zum Spiegel mag sie
daraus keinen neuen Mutterstolz ableiten:
"Frauen können nur Mütter sein,
berufstätige Mütter oder nur
Berufstätige; niemand schreibt ihnen
mehr ernsthaft ein Rollenbild vor. Die
neue Freiheit bedeutet allerdings
Verantwortung für das eigene Leben.
Keine Frau muss
mit 17 ein Kind bekommen, einen Macho
heiraten oder einen dead-end
job ohne Ausbildung
anstreben. Und eins garantiert die neue
Freiheit nicht: Glück. Wer entscheiden
darf, kann falsch entscheiden: bei der
Partner- und Berufswahl, in der
Kinderfrage, immer wieder, ohne Garantie
auf staatliche Rückversicherung. Das ist
der Preis der Freiheit."
GASCHKE
predigt hier wie Markus
SCHROER (TAZ v. 28.07.2001) das Credo
eines naiven Optionismus.
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- BUTTINGER
(2001): Parasiten-Singles
in: Oberösterreichische Zeitung v. 01.08.
- Inhalt:
Ein Kommtar u.a. zu
den japanischen Singles. Nesthocker im
Konsumrausch werden von dem japanischen
Soziologen Asahiro YAMADA als
"parasitäre Singles"
bezeichnet.
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- LINK, Jürgen
(2001): Wieso ist die Norm nicht enorm in Form?
Was Normen sagen, ist noch
lange nicht die Norm: Zur gesellschaftlichen
Funktion des guten Gewissens in der
biopolitischen Debatte,
in: Frankfurter Allgemeine
Zeitung v. 01.08.
- Kommentar:
LINKs Beitrag weist
weit über die Biopolitische Debatte
hinaus.
LINK geht
von zwei kulturellen Regelungssystemen in
modernen Gesellschaften aus: zum einen
existiert der historisch ältere
"Normativismus", den LINK in
der christlichen Ethik und im
demokratischen Humanismus verortet sieht,
und zum anderen existiert ein
Normalismus, der sich aus dem
wissenschaftlichen Denken in
Normalverteilungen speist. Beide
Regelungsmechanismen können kollidieren.
Zu den gesellschaftlichen Instanzen,
durch die "Normalität"
produziert und reproduziert werden,
gehören nach LINK Umfragen und
natürlich ist das Statistische Bundesamt
in Wiesbaden eine zentrale Instanz der
Normalitätsproduktion.
Die
Kontroverse Familien versus Singles
liesse sich im LINKschen Sinne ebenfalls
als ein Konflikt zwischen
"Normativismus" und
"Normalismus" analysieren.
Dabei wird jedoch übersehen, dass der
Normalismus selber auf normativen
Grundlagen beruht, die sich aus den
Begrifflichkeiten ergeben. Wenn es um die
Definition von Lebensformen geht, dann
ist das bereits eine zentrale
Vorentscheidung, die statistische
Normalverteilungen vorstrukturiert. LINKs
Ansatz ist für den Bereich der
Kontroverse Familien versus Singles also
viel zu oberflächlich.
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- JELLOUSCHEK,
Hans (2001): Die Liebe retten.
Was Paare wissen sollten,
ehe sie sich trennen,
in: Psychologie Heute,
August
- ERNST, Heiko
(2001): Nach dem Happy End wird abjeblendt...
Die sieben Szenarien der
Liebe,
in: Psychologie Heute,
August
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Marie
Claire-Coverstory: "Single-Frauen und
Sex" zum Film-Start von "Bridget
Jones"
- MESCHEDE,
Eva (2001): Die Superratten kommen!
Begleitet werden sie
von einer Flut neuer Frauen-Kultfilme,
in: Marie Claire,
August
- REHFELD,
Nina (2001): "Ich bin wie
Bridget".
Sie lebt allein, ist
auf der Suche nach einem Seelenverwandten
und zieht Missgeschicke magisch an: Die
Schauspielerin Renée Zellweger hat
erstaunliche Ähnlichkeiten mit ihrer
Filmheldin Bridget Jones. Im
MARIE-CLAIRE-Interview enthüllt sie ihre
liebenswerten Schwächen,
in: Marie Claire,
August
- SPÄTH,
Natalie (2001): Sex and the Single-Girl.
Zwischen Frust und
Lust: sechs Frauen über ihr Liebesleben
ohne festen Partner,
in: Marie Claire,
August
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Zu den News vom 16. bis 31. Juli
2001
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©
2000-2001
Bernd Kittlaus |
[email protected] |
Stand:
07. April 2002 |
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Zugriffe
seit
dem 14.Juni 2000 |
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