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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
     
       
     
       
   

News vom 01. - 15. August 2001

 
       
     
     
     
       
       
   
  • LEBENSMITTELZEITUNG SPEZIAL (2001): Singles - Individualisten machen mobil,
    in: LebensmittelZeitung Spezial Nr.3, August
    • Kommentar:
      Das Themenmagazin vom August beschäftigt sich ausgiebig mit der problematischen Zielgruppe "Alleinlebende".
            
      Über Singles wird zwar viel geredet - vor allem in politischen Zusammenhängen - , aber es gibt kaum brauchbare Studien, die Wirtschaftsunternehmen Auskunft über das Konsumverhalten der Singles geben könnten.
            
      Der Alleinlebende ist in ökonomischer Hinsicht das unbekannte Wesen. Vor diesem Hintergrund ist das Themenheft ein wichtiger Beitrag. Es wird - im Gegensatz zu vielen anderen Publikationen - versucht dem Single in seiner Vielfalt gerecht zu werden.
            
      Wer sich für Marketingkonzepte, spezielle Singlemärkte und Produkte für Singles interessiert, der wird in dem Themenmagazin umfassend informiert.
    • ROSBACH, Britta (2001): Solisten mit Tücken.
      Singles sind eine komplexe Gesellschaftsgruppe. Bunt gewürfelt, eigenwillig, unbekannt. Und in der Statistik gelten sie als wackelige Größe. Der gemeinsame Nenner: Sie alle müssen selbstständig wirtschaften,
      in: LebensmittelZeitung Spezial Nr.3, August
      • Kommentar:
        ROSBACH sieht im Kriterium "Alleinwirtschaften" die Gemeinsamkeit aller Singlegruppen.
              
        Damit stellt sie jenes Kriterium in den Mittelpunkt, das auch in der Statistik des Bundesamtes in Wiesbaden dominiert. Während jedoch mit dem amtlichen Begriff "Alleinlebende" meist weitreichende Annahmen über die Lebensweise dieser Gruppe verbunden sind, wird bei ROSBACH deutlich, dass von dieser Sichtweise Abschied genommen werden muss.
              
        Nachfolgend eine kleine Auswahl der Artikel aus dem Magazin:
    • ROSBACH, Britta (2001): Das Familien-Credo.
      Alleinlebende sind durchaus auch ein Thema für die Sozialpolitik, meint Familienministerin Christine Bergmann. Doch konkrete Konzepte fehlen,
      in: LebensmittelZeitung Spezial Nr.3, August
      • Kommentar:
        ROSBACH stellt der Familienministerin Fragen, die Singles interessieren. Befriedigende Antworten: Fehlanzeige!
    • ROSENKRANZ, Doris (2001): Dinner for one.
      Wie leben, fühlen, konsumieren Singles? Nur wenig ist darüber bekannt,
      in: LebensmittelZeitung Spezial Nr.3, August
      • Kommentar:
        Von der Soziologin ROSENKRANZ ist 1998 das Buch "Konsummuster privater Lebensformen: Analysen zum Verhältnis von familiendemogragraphischem Wandel und privater Nachfrage" im Deutschen Universitäts-Verlag erschienen. Es ist eines der wenigen Bücher, die sich mit dem Konsumverhalten von Singles beschäftigen.
              
        ROSENKRANZ geht davon aus, dass es DEN Singlekonsument genauso wenig gibt die DEN Single. ROSENKRANZ weist auf einen Sachverhalt hin, der viel zu wenig beachtet wird: Alleinlebende müssen nicht partnerlos sein. Dies muss auch beim Kosumverhalten berücksichtigt werden: "über ein Drittel zwischen 25 und 45 Jahren gibt in Befragungen einen 'festen Partner' an.
        Der allerdings in einem eigenem Haushalt lebt, manchmal sogar in einer anderen Stadt. Diese Form der Beziehungen ('
        Living-apart-together') taucht noch in keiner Statistik auf und bestimmt trotzdem das Konsumverhalten mit. Schmeckt dem fernen Partner der Joghurt oder ein bestimmter Wein, wird eben der gekauft - vorsorglich."
    • RÜCK, Daniela (2001): Das verlockende Tabu.
      Das Geschäft mit dem Single machen viele - etwa die Tourismus-, Unterhaltungs- und Ernährungsbranche. Sie kennen die Bedürfnisse der Alleinlebenden, sprechen sie aber werblich nicht direkt an. Der Begriff Single ist ein Reizwort,
      in: LebensmittelZeitung Spezial Nr.3, August
      • Kommentar:
        Spätestens seit Anfang der 90er Jahre ist der Begriff "Single" durch die sozialpolitische Debatte negativ besetzt. Wer sich heute als Single outet, der muss damit rechnen, dass er als Sozialschmarotzer angepöbelt wird. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Marketingexperten den Begriff meiden.
              
        Nur jene Branchen, die vom Versprechen leben, das Single-Dasein zu beenden, sprechen Partnerlose als Singles an.
              
        RÜCK schreibt, dass das Single-Magazin "Solos", das letztes Jahr als Magazin für "Power-Singles" gestartet ist, "gerade gefloppt" ist. Single-dasein.de hat im Oktober 2000 kritisch über dieses Magazin berichtet.
    • Eine ausführliche Rezension des umfangreichen Themenheftes ist geplant.
 
   
  • STENGEL, Eckhard (2001): Gemeinschafts-Wohnprojekt geht das Geld aus.
    Ein bundesweit offenbar einmaliges Frauenwohnprojekt, der kürzlich eröffnete 38 Millionen Mark teure Bremer "Beginenhof", ist finanziell gescheitert - die Betreiberinnen meinen wegen nicht eingehaltener Förderzusagen des Landes Bremen.

    in: Frankfurter Rundschau v. 15.08.
 
   
  • WEYERER, Godehard (2001): Im Mütterzentrum Salzgitter treffen sich Jung und Alt,
    in: Frankfurter Rundschau v. 15.08.
    • Inhalt:
      WEYERER berichtet über die Idee eines generationsübergreifenden Lebens, das im Salzgitter Mütterzentrum verwirklicht werden soll.
 
   
  • FRICKE, Harald (2001): Aufstieg in die Kombi-Generation.
    Es gibt sie also doch: die automobile neue Mitte, die im geleasten Fünfsitzer, blaumetallic, durch die Republik düst,
    in: TAZ v. 15.08.
    • Kommentar:
      Nach FRICKE ist die "Generation Golf" zur Kombi-Generation aufgestiegen, will heisen, dass jetzt VW Variant gefahren wird, um Hund oder Kind unterzubringen. Vielleicht sollte Mariam LAU nach den Kindern nicht in den deutschen Schlafzimmern suchen, sondern auf den Rücksitzen der deutschen Autos: "man wird den Eindruck nicht los, die kinderlose neue deutsche Mitte verbringe immer größere Strecken ihrer Zeit im Bett", schreibt sie in der Welt vom 15.08.2001...
 
     
   
  • STEPHAN, Beat A. (2001): Das wars doch nicht schon?!
    Autorin Elke Heidenreich über den Verlust von Illusionen und Leidenschaft, die Schönheit des Älterwerdens und das Skandalon des Sterbens.
    in: Brückenbauer Nr.33 v. 14.08.
    • Inhalt:
      Die kinderlose 68erin Elke HEIDENREICH über Deutschland in den 50er Jahren:
            
      "Das Land lag in Trümmern, wir waren die im Krieg gezeugten Kinder, die niemand richtig wollte. Die Väter kamen zerstört aus dem Krieg zurück, und die Mütter, die im Krieg alleine sein mussten, waren hart geworden. Keine Grundlage für eine glückliche Kindheit. Diese Zeit wurde durch ein melancholisches Lebensgefühl geprägt, das in meinen Erzählungen immer wieder aufscheint."
            
      Zu den Kindern der 68er meint HEIDENREICH: "Ich habe selbst keine Kinder, aber viele meiner Freunde sind nicht gerade superglücklich mit ihren Kindern, die sie für allzu bieder halten. Wobei es eine normale Erscheinung ist, dass das Pendel zurückschlägt: Kinder, die ihre Eltern früh beim Vornamen nennen mussten und denen Mutti die Joints drehte, sehnen sich nach einem anderen, bürgerlichen Leben." Beispiele für diese Sicht finden sich bereits in der Literatur, z.B. bei Jess JOCHIMSENs "Dosenmilchtrauma" oder Ulrike KOLBs "Frühstück mit Max" und weiteren Literaten der Generation Golf.
            
      HEIDENREICH sieht sich als Angehörige der ersten "Generation, die entscheiden kann, ob sie Kinder haben will oder nicht." und die Ehe und Familie skeptisch gegenüber steht: "Normalerweise verschwindet in einer Ehe mit der Zeit die Leidenschaft. Sie ist nicht auf eine Dauer von 30 Jahren angelegt. Wie tragfähig und stark die Liebe ist, zeigt sich, wenn die Leidenschaft einmal weg ist. Das Glück in der klassischen Kleinfamilie ist wohl eher die Ausnahme (...). Jeder muss selbst entscheiden, ob er ohne Leidenschaft leben will. Das ist eine Frage des Lebensentwurfs, den wir heute selber wählen können: Wollen wir allein oder zu zweit leben? Wollen wir langfristige Beziehungen oder Veränderung?"
 
   
  • PETSCH, Martin (2001): Das Bett im Wohnzimmer.
    Ungewohnte Transparenz: Ein Wohnexperiment am Teutoburger Plaz,
    in: Berliner Zeitung v. 14.08.
    • Inhalt:
      PETSCH stellt das Wohnhaus Christinenstraße 3 im Berliner Altbauviertel um den Teutoburger Platz vor. U.a. soll die Anlage "als Wohnmodell vor allem für Singles" dienen:
            
      "Die Grenzen der Doppel- und Dreifachnutzung liegen bei traditionellen Wohnvorstellungen und beim Aufkommen turbulenten Familienlebens: Nicht jeder möchte Küche und Wanne als Möbel im Wohnzimmer haben, und manchmal braucht man Ruhe. Die dem Loftwohnen abgeschaute Offenheit fordert ihre Klientel in jeder Hinsicht, gibt ihr aber das Image modernen, kommunikativen Lebens."
 
   
  • VOLLWEITER, Rainer (2001): Im Vordertaunus ist das schwache Geschlecht stark vertreten.
    Frauenüberschuss in Kronberg und Bad Homburg bietet Anlass zu Spekulationen / Neuerdings mehr männliche Babys
    in: Frankfurter Rundschau v. 14.08.
    • Kommentar:
      Was machen Journalisten, wenn sie über die Veröffentlichung neuer statistischer Daten berichten sollen? Sie versuchen unbrauchbare Daten mit einem allgemein interessierenden Thema zu verbinden und heraus kommt dann solch ein Artikel.
            
      Was soll man von Angaben halten, die sich nur auf die regionale Verteilung von Männern und Frauen beziehen, aber sinnvolle Altersgruppen vermissen lassen?
            
      VOLLWEITER jedenfalls spekuliert angesichts des Datendefizits über die Chancen von Frauen auf dem Partnermarkt in zwei hessischen Gemeinden. Man erfährt, dass Frauen der Altersgruppe 0-26 derzeit gute Chancen haben einen Partner zu finden! "Früh gefreit, nie gereut" heisst deshalb sein Motto. Am besten schon für Säuglinge auf Partnersuche gehen.
            
      Offensichtlich gibt es vor allem bei über 60jährigen einen Frauenüberschuss. Über die Chancen im mittleren Alter erfährt man nichts.
            
      Angesichts "globaler Nomaden" scheinen solche regionalen Ungleichgewichte der Geschlechter für Partnersuchende im mittleren Alter an Bedeutung zu verlieren und Fernbeziehungen halten sich sowieso nicht an die Grenzen von Statistikbezirken...
 
   
  • VAN RAHDEN, Till (2001): Macht und Zärtlichkeit.
    Ein Überblick über die neuere historische Forschung zu Männlichkeit und Vaterschaft (Teil II),
    in: Frankfurter Rundschau v. 14.08.
    • Inhalt:
      Fortsetzung der Bestandsaufnahme von VAN RAHDEN (siehe FR vom 07.08.2001). Diesmal steht die Studie Life with Father. Parenthood and Masculinity in the Nineteenth-Century American North (Baltimore 1998) von Stephen FRANK im Mittelpunkt des Beitrags, der nicht das viktorianische England, sondern die USA zum Gegenstand hat.
 
   
  • Newsweek-Thema: "The Truth about Fertility"

    • KALB, Claudia (2001): Should You Have Your Baby Now?
      A group of doctors thinks advances in fertility treatment have given women too much hope. Its new ad campaign is bound to stir up public controversy—and private anguish
      in: Newsweek v. 13.08.
      • Kommentar:
        Bericht über die Kampagne der American Society for Reproductive Medicine (ASRM) gegen späte Mutterschaft. Ziel ist die Aufklärung über die Risiken der späten Mutterschaft. Der Schwerpunkt liegt auf dem Thema "altersbedingte Unfruchtbarkeit". Das hohe durchschnittliche Alter der Erstgebärenden wird von Bevölkerungswissenschaftlern als Hauptursache für die niedrige Geburtenrate verantwortlich gemacht. Hauptzielgruppe der Kampagne sind überzeugte Singles mit Kinderwunsch wie June Cohen:
              
        "Some women conceive easily after 40, and others in their 20s struggle for years unsuccessfully. That margin for hope has convinced June Cohen, 31, that she can wait. Single and loving it, Cohen is aware that it may get harder for her to conceive later in life—'I don’t know that there is a woman alive who isn’t aware of her biological clock,' she says—but she also wants to be the kind of supporting, devoted parent her mother was to her. 'I’m not there yet,' she says. 'I know I want to have kids but I know I want to have them later. And I’m really, absolutely, not worried about that.'"
              
        Es wird zwar die Gefahr gesehen, dass durch die Kampagne Teenagerschwangerschaften ermutigt werden könnten, aber dies wird in Kauf genommen.
              
        In den USA interpretieren mittlerweile Selbsthilfegruppen und Verbände, die gemeinsame Interessen von Unfruchtbaren und Reproduktionsmedizinern vertreten, die einstige feministische Forderung nach "reproductive freedom" einseitig als Freiheit ein Kind zu haben ("freedom to have a baby").
    • NOONAN, David & Karen SPRINGEN (2001): When Dad is a Donor.
      As more single women conceive children through artificial insemination, stigmas and secrecy are falling away
      in: Newsweek v. 13.08.
      • Inhalt:
        Die Samenspende ist in den USA für alleinstehende partnerlose Frauen, die sich mit dem Ende ihrer Gebärfähigkeit konfrontiert sehen, eine Möglichkeit doch noch ein Kind zu bekommen.
              
        War früher die Anonymität der Spender akzeptiert, so gerät sie neuerdings in die Kritik. Kinder, die ihren biologischen Vater kennen möchten, fordern die Offenlegung der Identität ihrer Erzeuger: "donor insemination evolving the way adoption did, with the emphasis shifting from the rights of the biological parents to the rights of the children".
    • BRENNER, Marie (2001): Not Their Mothers' Choices.
      As this author traveled the country, she met many young women who said they’d rather stay home than raise children via nannies and mobile phones

      in: Newsweek v. 13.08.
 
   
  • JANCSY, Irene (2001): Die Ratgeberkatastrophe.
    Bücher über Erziehung gibt es wie Sand am Meer. Meist rückwärts gewandte. Gut, dass die meisten Eltern kaum Zeit haben, sie zu lesen,
    in: Der Standard v. 13.08.
    • Inhalt:
      JANCSY berichtet über die gegenwärtige Erziehungsdebatte:
      "Konjunktur haben Experten, die Strenge und Autorität einfordern. Sie rufen nach Disziplin und Tischmanieren - gerade so, als läge das Geheimnis geglückter Erziehung im Drill vergangener Epochen. Diesem Muster folgt auch jenes Buch, das die heurige Debatte ausgelöst hat: 'Die Erziehungskatastrophe' von
      Susanne Gaschke"
 
   
  • MORELL, Marco (2001): "Es ist wie beim Bergsteigen: Statistik ist der Kompass, der im Nebel den Weg weist."
    Carlo Malaguerra über die Kunst, Zahlen richtig zu lesen, Politiker, die sich im dichten Datenwald verirren, und das kulturelle Kapital der Schweiz
    in: SonntagsZeitung v. 12.08.
    • Inhalt:
      MORELL interviewt den Direktor des Schweizer Bundesamtes für Statistik, der u.a. auf Versuche der politischen Einflussnahme eingeht: "In der Schweiz gehört das Bundesamt der Statistik zum Departement des Innern. Die Tätigkeit unseres Amts geht in politisch heikle Bereiche hinein. Die Versuchung, die Art, wie wir unsere Zahlen präsentieren, zu beeinflussen, ist schon vorhanden." Ein anderes Thema ist die Fehlinterpretation bzw. Ignorierung von statistischen Daten:
      "Haben Sie nicht manchmal das Gefühl, dass Sie Statistiken produzieren, die niemand ernst nimmt?

      Malaguerra: Ich finde Ihre Aussage zu überspitzt. Es stimmt, dass die statistische Kultur in der Schweiz nicht besonders entwickelt ist. Aber Statistiken spielen in der Politik eine immer grössere Rolle. Schauen Sie, man kann nicht eine AHV-Revision machen, ohne eine statistische Grundlage zu haben. Beim Thema Verkehr ist es genauso.
      Gerade die heutigen Probleme bei der Finanzierung der AHV oder beim Verkehr wären aber dank Ihrer Statistiken schon vor Jahren voraussehbar gewesen. Trotzdem ist nichts geschehen.
      Malaguerra: Sie haben Recht. Ich muss auch Kritik an uns selbst richten. Wir haben viele Daten produziert und veröffentlicht. Aber das reicht nicht. Wir müssen die Politiker bei der Anwendung unserer Daten vermehrt beraten, sonst finden sie sich im dichten Datenwald nicht zurecht."
 
   
  • SACK, Adriano (2001): Der Pin-up-Mann.
    Wie der Schauspieler Brad Pitt das Körpergefühl seiner Generation prägte,
    in: Welt am Sonntag v. 12.08.
    • Inhalt:
      SACK stellt die Frage: Was macht Brad PITT zum Phänomen?
            
      "Pitt steht für die Befreiung des maskulinen Narzissmus, die zuletzt zu beobachten war. Er spiegelt sexuelle Selbstbedienungsmentalität bei Frauen und verändertes Körperbewusstsein junger Männer, Schönheitswahn und Verwirrung zwischen den Geschlechtern - Themen, die seit den 80er-Jahren sowohl den Small Talk im Fitness-Center als auch den Diskurs in Gender-Studies-Seminaren prägen."
      PITTs Karriere beginnt mit dem Film "Thelma und Luise".

            
      "Dabei verhieß die Rolle nicht gerade den Durchbruch: Ein junger Mann, der zwei Frauen trifft, mit der einen ins Bett geht, sie beklaut und wieder aus dem Film verschwindet. Eine verhängnislose Affäre, ein Quickie ohne Folgen. Doch die kurze Szene in diesem (wie sich später herausstellte) großen Film etablierte ein Novum: den Mann als Lustobjekt selbstbestimmter Frauen. "
 
   
  • SCHMITT, Uwe (2001): Japans Frauen kratzen am Stolz der Männer.
    Auch wenn die Mehrheit in den alten Grenzen der häuslichen Welt lebt, machen viele Elitefrauen ihren männlichen Artgenossen Beine,
    in: Welt v. 11.08.
    • Inhalt:
      SCHMITT beschreibt die "Generation von Müttern, die in den sechziger Jahren geboren wurde und vielleicht als erste erlebte, dass sie in der Schule ähnlich gefördert wurde wie die Jungen (...). Nach dem Ende des Studiums aber stießen die jungen Japanerinnen in den ersten Bewerbungsgesprächen auf eine Wand der Ablehnung. Arbeit konnten sie wohl haben - mindestens bis zum Wirtschaftseinbruch Anfang der neunziger Jahre -, aber keine Illusionen mehr über die Grenzen ihres beruflichen Aufstiegs. Dienen sollten sie, duften und erblühen als 'Blumen des Büros'. Sie sollten sich nicht prüde anstellen, wenn ihrem Chef einmal die Hand ausrutschte, und endlich einen netten Kollegen erhören und in die Ehe verschwinden, bevor sie welkten.
      Mit jedem Berufsjahr wuchs der Druck. Wohlmeinende Vorgesetzte und besorgte Eltern taten sich zusammen: Allein stehende Frauen, sagten sie, seien verdammt zur Abhängigkeit einer Mätresse oder zur Bitterkeit der Jungfer. Irgendwann gaben sie den Widerstand auf und heirateten. Und sie lebten mit der Ironie, dass sie in die Lebenshaltung ihrer Mütter zurücksanken, während diese, aller Sorge um die Kinder ledig, mit Mitte vierzig ihre erste Freiheit entdeckten. In Sprachkursen und Bildungsreisen, auf Tennisplätzen und Bürgerinitiativen, in Ausstellungen, Konzerten und Teezeremonien begann in den achtziger Jahren die Kraft einer Klientel mit Zeit, Bildung, Geduld und Geld zu wirken, die als "Obasan-Power" sprichwörtlich wurde. Was dieselben Frauen nicht etwa davon abhielt, ihre Töchter und Schwiegertöchter zur endgültigen Erfüllung ihrer Weiblichkeit in der Mutterschaft zu drängen."
 
   
  • DEUTSCHE WELLE (2001): Immer mehr Menschen leben allein,
    in: Tagesthema im Journal. Sendung der Deutschen Welle v. 11.08.
 
   
  • MEISEL, Gerhard (2001): Wenn die Biodesigner sprechen.
    John Kotre fragt nach der menschlichen Biographie,
    in: Tagesspiegel v. 11.08.
    • Kommentar:
      John KOTRE, ein Psychologieprofessor an der University of Michigan hat ein Buch mit dem Titel "Make it count" (deutsch: "Lebenslauf und Lebenskunst - Über den Umgang mit der eigenen Biographie", Hanser Verlag) geschrieben, in dem das Konzept der Generativität des Psychoanalytikers Erik H. ERIKSON eine zentrale Rolle spielt.
            
      Die Vorstellungen des Lebenszyklus-Modell von ERIKSON waren bis in die 70er Jahren unumstritten. Erst mit dem Aufkommen der US-amerikanischen Single-Bewegung gerieten die normativen Anahmen des Konzeptes - das nur die klassische Kleinfamilie als normale Lebensform von Erwachsenen anerkannte - in die Kritik.
            
      Peter STEIN & Henry ETZKOWITZ ("The Life Spiral. Human Needs and Adult Roles", 1978) stellten dem Lebenszyklus-Modell das Konzept der Lebensspirale ("Life Spiral") entgegen. Die Vorstellungen von der Lebensspirale rechtfertigen im Gegensatz zu ERIKSON das Modell der "sexuellen Monogamie" und das Alleinleben: "The life spiral is a nonlinear definition of the life span. It enables us to view individuals woh choose alternate paths of life not as deviants (their definition under stage theory) but as conscious actors who occupy new roles in one or more areas of life."
            
      Wenn KOTRE an das ERIKSONsche Konzept der Generativität anknüpft und es für die Altersphase fruchtbar macht, dann sollen damit die Merkmale des männlichen Erwachsenenlebens auf die Altersphase ausgedehnt werden: "Generativität, also kreatives Weitergeben statt Ruhestandsphantasien heißt die Aufforderung Kotres". Das Konzept dient in diesem Sinne dem "demographischen Umbau der westlichen Gesellschaften", wie MEISEL schreibt.
 
   
  • LEBERT, Stephan & Tanja STELZER (2001): "Jetzt kämpfen Mütter gegen Mütter".
    Wie geht's der deutschen Frau? Gar nicht so gut, sagt Anne Volk. Aber sie hat ein paar Tipps: Redet nicht mit Euren Töchtern über Sex. Und haltet Euch an die Raucher,
    in: Tagesspiegel v. 11.08.
    • Inhalt:
      Interview mit Anne VOLK, der langjährigen Chefredakteurin und jetzigen Herausgeberin der Frauenzeitschrift Brigitte:
            
      "Es ist von den neuen Müttern die Rede.
      Diese Mütter sind nur die eine Fraktion, da hat sich etwas verändert, es gibt nicht mehr diese Grundsolidarität der Gleichaltrigen. Da sind diese Frauen, die ihr Muttersein wie in den 50er, 60er Jahren leben, die bekommen zwei, drei, vier Kinder, und dann gibt es die Mütter, die weiter einen Beruf haben und Karriere machen wollen. Früher gab es Streit zwischen Mutter und Tochter über die Frauenrolle, jetzt zanken sich Mütter und Mütter. Es ist der Angriff der Übermütter, die den Berufstätigen vorwerfen, dass sie ihre Kinder vernachlässigen. Das ist schon gewaltig.
      Auf welche Seite schlägt sich die "Brigitte"?
      Wir haben eher die Haltung, dass man einen Beruf ein Leben lang machen soll, mit Kinderpause oder ohne. Wir würden nie sagen, dass man nicht mit Kindern zu Hause bleiben darf. Aber eine Frau sollte wissen: Eine Ehe ist keine Versicherung mehr."
 
   
  • WEBER, Antje (2001): Stadtansichten (13). Dröhnende Schuhschachtel.
    Matthias Polityckis "Mann von vierzig Jahren" liebt Kneipen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 11.08.
    • Inhalt:
      WEBER stellt den München-Roman „Ein Mann von vierzig Jahren“ von Matthias POLITYCKI vor: "Auf alle Fälle ein Liebesroman (dazu später), ein Neue-Medien-Roman (der Klappentexter entdeckt das Mailen und den @-Klammeraffen), ein 90er-Jahre- Roman (Lumibären beleuchten Gregors Weg) – unbedingt jedoch ein München-Roman, der insbesondere die Kneipenszene derart liebevoll detailliert beschreibt, dass man sofort in die 'Schwabinger Sieben' einfallen möchte, 'a Bia essn' und feststellen: Es ist dort genau so, wie Politycki es beschrieben hat."
 
   
  • MESSMER, Susanne (2001): Helden wie wir.
    Popliteratur war schon immer affirmativ, allein mit Moralargumenten ist ihr nicht beizukommen. Von Rolf Dieter Brinkmann bis zu Christian Kracht - eine kleine Ehrenrettung des Genrebegriffs
    in: TAZ v. 11.08.
    • Kommentar:
      MESSMER gibt sich als Angehörige der Generation Golf zu erkennen: "Popliteraten wie Benjamin von Stuckrad-Barre, Christian Kracht oder Florian Illies haben es geschafft, dass deutsche Literatur sich seit vier, fünf Jahren nicht mehr im Deutschunterricht, in Günter Grass und Patrick Süskind erschöpft - sondern dass endlich mal jemand darüber schreibt, was uns interessiert. Übers Jungsein, diesen privilegierten Zustand des Nicht-mehr-und-noch-nicht. Sie haben es erreicht, dass wir uns endlich mal wieder unterhalten, verstanden und manchmal sogar vertreten fühlen."
            
      Die Autorin verteidigt die Popliteraten gegenüber jenen, die Popliteratur als unkritisch einstufen: "Wenn Moralisten mit ihrer Kritik an der Popliteratur davon ausgehen, dass nur der zu schreiben ein Recht hat, der etwas zu erzählen hat und also etwas Interessantes, Substanzielles erlebt haben muss, dann hauen sie voll daneben. Dann knüpfen sie an ein antimodernes und hochideologisches Konzept von Realismus an, wie es sonst nur noch von konservativen Literaturkritikern propagiert wird.
      Kracht, Stuckrad-Barre und Co. aufgrund ihrer Saturiertheit eine affirmative Haltung vorzuwerfen, trifft nicht den Punkt. Es sind eher ihr formal langweiliger Ansatz, ihr begrenzter Blickwinkel und ihr oft gradliniger Plot, die ihre Literatur nicht vieldeutig genug machen."

            
      Von Christian KRACHT wird im Oktober der Roman "1979" veröffentlicht. Seit seinem Debüt "Faserland" im Jahre 1995 gilt er als der umstrittenste Popliterat. Für Thomas ERNST begründete der Roman "Faserland" gar eine neue Ära in der Popliteratur. Die spannende Frage wird deshalb sein, ob sein neuer Roman "1979" ebenfalls eine neue Ära einleiten kann. Bei single-dasein.de wird darüber im Oktober berichtet.
 
   
  • HASSE, Kai (2001): Landwirt, jung, ledig sucht.
    Wie soll es mit der Agrarwende je was werden, wenn der deutsche Bauer keine Frau findet? Nur glückliche Landwirte züchten gesundes Fleisch. Vielleicht kann das Internet einsamen Landsingles helfen?
    in: Frankfurter Rundschau v. 11.08.
    • Inhalt:
      HASSE testet das Inernet-Angebot Landflirt.de:
            
      "Zugegeben, diese Anzeigen bei Landflirt.de sind amüsant. Doch im Kern helfen sie nicht weiter. Frauen, die mir gefallen, sind weiter weg, und die in der näheren Umgebung möchte man viel näher gar nicht kennen lernen. Und irgendwie find ich keine Eigenschaft, die mir sagen könnte: Die ist es. Denn wir lieben doch alle irgendwie die Natur, sind irgendwo aktiv und sehen uns als humorvollen, sympathischen Zeitgenossen. Und was da nun steht, Kinder, Hunde, Pferde, Pfunde oder Pfänder, wenn es einen erwischt, ist sowieso alles egal."
 
   
  • HEINEMANN, Mirko (2001): Allein in Luxor.
    Vier Jahre nach den Anschlägen auf Touristen wurden in Ägypten viele Reisebeschränkungen aufgehoben. Erkunden lässt sich das Land auch wieder ohne Veranstalter. Doch wie gefährlich ist das Reisen auf eigene Faust?
    in: Frankfurter Rundschau v. 11.08.
    • Inhalt:
      "'Sie fahren allein durch Ägypten?', lautet die Standardfrage von Pauschalreisenden, 'ist das nicht gefährlich?' Eine klare Antwort fällt schwer. Die Menschen leiden unter einem dramatischen Einbruch ihrer Wirtschaftskraft. Ihr Lebensstandard ist eng mit der Anzahl der Touristen im Land verknüpft. Nach einer Reise allein durch Ägypten verbleibt als persönlicher Eindruck: Ägypten ist sicher.
      Trotzdem ist da ein mulmiges Gefühl", meint HEINEMANN.
 
   
  • TERKESSIDIS, Mark (2001): Melodie einer Zeit.
    Im Halseisen der Klischees. Viviane Forrester und Matthias Horx markieren zwei extreme Meinungs-Pole zum Thema Globalisierung,
    in: Freitag Nr.33 v. 10.08.
    • Inhalt:
      TERKESSIDIS stellt der Globalisierungsgegnerin FORRESTER den glücklichen Globalisierer Matthias HORX gegenüber.
            
      "Dass Horx ein lächerlicher Ideologielieferant ist, wäre vielleicht nicht mal so tragisch, wenn er denn irgendwelche brauchbaren Beschreibungen liefern würde. Kürzlich erschien auf Deutsch das Buch des US-amerikanischen Wirtschaftsjournalisten David Brooks über die »Bobos«, die neue »Bildungselite«. Auch Brooks liebt das Objekt seiner Studie und zählt sich gar selbst dazu. Doch sein Buch war voll von interessanten Beobachtungen. Bei Horx findet sich nichts derartiges."
 
   
  • HÄNTSCHEL, Jörg (2001): Reise zum Mittelpunkt der Herde.
    Träumen Nomaden vom elektronischen Schlafplatz? Die Schauplätze des modernen Wohnens liegen in den exterritorialen Räumen zu Lande, zu Wasser und in der Luft
    in: Süddeutsche Zeitung v. 10.08.
    • Inhalt:
      HÄNTSCHELs zentrale These lautet: "Der 'globale Nomade', der überall zu Hause ist, hat sich zum Heldentypus der Gegenwart entwickelt, und mit ihm verändert sich die kollektive Vorstellung vom Wohnen." Auto, Schiff und Flugzeug werden zur ortsunabhängigen Heimat der mobilen Existenz. Transitorische Räume wie Business-Lounges auf Flughäfen werden zeitweilige Heimaten und Flugpläne stiften neuartige Nachbarschaften: "Bisher war Gemeindezugehörigkeit eine Frage des Wohnorts, heute ist es eine des Flugplans. Immer dieselben Gesichter in denselben Maschinen". Dies ist für HÄNTSCHEL die Konsequenz des individualistischen Rebellentums der massenhaft Alleinreisenden, das sich gegen das einstige "idealistische Rebellentum des Alleinreisenden" durchzusetzen beginnt. Seinen literarischen Ausdruck hat dieses letzte Rebellentum im Roman "Up in the Air" von Walter KIRN gefunden.
 
     
   
  • KNIPPHALS, Dirk (2001): "Neue Nachbarschaften schaffen".
    Die große Was-ist-meine-Welt-Frage: Die Schriftsteller Sven Lager und Elke Naters über ihre neue Anthologie "the Buch", ein soziologisches Verständnis von Popliteratur, das Interesse am Leben um einen herum und das Fremdsein im Literaturbetrieb
    in: TAZ v. 10.08.
    • Inhalt:
      Ist die Popliteratur politisch? Die Antwort von Elke NATERS: "Popliteratur ist für mich soziologisch. Es wird viel über Kontakte, Beziehungen, Zusammenleben geschrieben. Und was sollte daran nicht politisch sein?" Elke NATERS und Sven LAGER wollen neue Nachbarschaften schaffen, um der "Literaturwelt, in der man sich nicht sehr zu Hause fühlt, etwas gegenüberstellen."
 
   
  • BLUM, Mechthild (2001): In Bullerbü war die Welt noch in Ordnung.
    Susanne Gaschkes Buch "Die Erziehungskatastrophe" bezichtigt Eltern, Schulen und Medien einer schlimmen Kindererziehung,
    in: Badische Zeitung v. 09.08.
    • Inhalt:
      BLUM sieht die Zunahme der Ein-Eltern-Familien (Alleinerziehenden) - im Gegensatz zu Susanne GASCHKE - nicht als Konsequenz der Frauenbewegung, sondern als Folge der finanziellen Unabhängigkeit berufstätiger Frauen und damit des Wandels der Bildungs- und Arbeitsmarktstrukturen im Nachkriegsdeutschland. Zudem sind für BLUM viele der sogenannten "vollständigen Familien" aufgrund abwesender Väter de facto ebenfalls Ein-Eltern-Familien. BLUM fordert deshalb: "In einer individualisierten, pluralistischen Welt bedarf es individueller, pluralistischer Lösungen. Und eines flexiblen Staates, der sie möglich macht. Darauf lohnt es sich, einen genauen Blick zu werfen. Nicht in einem kurzen Prozess à la Gaschke, sondern in einem langen. Und zusammen mit und nicht gegen Eltern."
 
   
  • BRUHNS, Meike (2001): Politik aus dem Bauch.
    Eine KINDERPARTEI sind die Grünen schon längst, sagt deren Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz, 30. Einige wollen es nur nicht wahrhaben,
    in: MAX v. 09.08.
    • Kommentar:
      BRUHNS porträtiert Ekin DELIGÖZ, die sich für MAX als "hochschwangere Sonnenblume im Roggenfeld" ablichten liess. Ihre Begründung: "Ich finde meinen Bauch wunderschön, deshalb sollen ihn ruhig alle sehen". In der Popmoderne unterliegen eben auch Politiker den Gesetzen des Pop. Die Grünen Claudia ROTH und Kerstin MÜLLER lehnen den Primat der Kinderpolitik ab. Ihre Ablehnung wird jedoch nicht als politischer Standpunkt anerkannt, sondern als persönliches Problem abgetan: "'Die fühlen sich bei dem Wort Kinder gleich in ihrem Lebensentwurf angegriffen.' Die nächste Generation, so Deligöz, könne aber nicht einsehen, dass nicht beides möglich sein soll: Kinder und Karriere." DELIGÖZ wird dagegen als Politikerin vorgestellt, die als Vorbild die geforderte Familie auch lebt: "Sie selbst hat ihr Leben bereits familienfreundlich organisiert. Ehemann Heinz-Jürgen, 29, ist nach Berlin gezogen und hat unweit ihrer Wohnung in Prenzlauer Berg die Kneipe 'Oscars' miteröffnet. So kann er sich tagsüber, wenn sie im Bundestag hockt, um seinen frisch geborenen Sohn kümmern." DELIGÖZ also auf dem Weg zum Familien-Popstar der Partei?
 
   
  • HUEMER, Peter (2001): Die neuen Sexfronten.
    Mariam Lau über das Schicksal der sexuellen Revolution,
    in: Gehört Gehört. Sendung auf Ö1 v. 09.08.
    • Kommentar:
      Mariam LAU rechtfertigt die Ehe im Gespräch mit HUEMER. Zufriedene Ehepaare versus sexuell unzufriedene Singles und das verlöschende Begehren sind die beiden Topoi, die das Credo von LAU bestimmen. Solch allgemeine Aussagen sind jedoch angesichts der Heterogenität der beiden gegenüber gestellten Gruppen mehr als fragwürdig. Die Scheidungszahlen sprechen nicht gerade für die Zufriedenheit der Ehepartner, während bei den Singles mindestens zwischen freiwilligen bzw. unfreiwilligen Partnerlosen und Paaren unterschieden werden muss.
 
   
  • Stern-Coverstory: Eifersucht

    • KOCH, Christoph (2001): Eifersucht.
      Welcher Mann gibt schon zu, dass er seine Frau ungern ausgehen lässt? Welche Frau, dass sie dem Mann bei jeder Dienstreise misstraut? Der Argwohn in der Liebe hat ein miserables Image - völlig zu Unrecht, meinen Wissenschaftler,
      in: Stern Nr.33 v. 09.08.
      • Kommentar:
        Sommer, Sonne, Seitensprung. Auch der Stern hat nichts interessanteres zu berichten, nur die Schwerpunktsetzung unterscheidet den Bericht vom Rest der diesjährigen hochsommerlichen Beiträge zum Thema.
              
        KOCH berichtet über die trendige Perspektive des Evolutionspsychologen David BUSS: "Die Idee, ein Verhaltensprogramm wie die Eifersucht sei erlernt und von der modernen Gesellschaft produziert, wird von Genetikern und Evolutionsforschern lustvoll zertrümmert. Ihre Studien zeigen, dass der bohrende Zweifel an der Treue des Partners universell ist: Jeder Mensch kann Eifersucht verstehen und empfinden, und überall, wo Menschen leben, kann sie sich in zerstörerischer Gewalt entladen. Aus der Traum vom Südseeparadies der freien Liebe, in dem Eifersucht und Monogamie keine Chance haben."
              
        Die Plausibilität solcher Aussagen ergibt sich in erster Linie aus der Dominanz der "seriellen Monogamie" als normatives Beziehungsmuster in den westlichen Industrieländern. Sukzessive Monogamie beinhaltet einen rigiden Treuebegriff, der sowohl die gelebte als auch die kommunizierte Treue umfasst. Wenn die Eifersucht als erwünschtes Gefühl, das auf die Überprüfung der Treue im Alltag ausgerichtet ist, rehabilitiert werden soll, dann wird damit die kulturelle Norm der "seriellen Monogamie" wissenschaftlich gerechtfertigt.
              
        Der gegenwärtige Kulturkampf in den westlichen Ländern stellt nicht die Treue an sich in Frage, sondern nur, ob Treue auch praktiziert (serielle Monogamie) oder nur kommunikativ simuliert werden muss. Im ersten Fall wird der Seitensprung des Partners generell abgelehnt und geahndet, im anderen Fall ist höchstens das Wissen um einen Seitensprung ein Trennungsgrund.
              
        Regine SCHNEIDER hat in dem Buch "Die Liebe kommt, die Liebe geht" die serielle Monogamie mit dem Leitbild des "Paars auf Zeit" verknüpft und die damit verbundenen Chancen beschrieben. Sie möchte damit einen Beitrag zur aktuellen politischen Debatte leisten. In meiner Rezension lesen Sie, ob ihr das gelungen ist.
    • LEYENDECKER, Karolin (2001): "Ich trau dir, aber...",
      in: Stern Nr.33 v. 09.08.
      • Inhalt:
        Meinungen von Interviewten zum Thema Eifersucht
    • KOCH, Christoph (2001): "So wichtig wie Liebe und Sex",
      in: Stern Nr.33 v. 09.08.
      • Inhalt:
        Interview mit dem US-amerikanischen Evolutionspsychologen David BUSS, der die Eifersucht rehabilitieren möchte.
 
   
  • OTT, Notburga (2001): Für den Drei-Generationen-Vertrag.
    Die Familienpolitik bestraft die Familien - damit muss Schluss sein
    in: Die ZEIT Nr.33 v. 09.08.
    • Kommentar:
      OTT hält sich nicht an die hochsommerliche Kampfpause in der Kontroverse "Familien versus Singles", obwohl sie nichts Neues zu berichten weiss...
 
     
   
  • REITZ, Edgar (2001): Als Dialekt zur Folklore wurde.
    Heimat, eine Verlustanzeige: Wie die globale Konsumkultur unsere Erinnerungen und Sehnsüchte verwandelt
    in: Tagesspiegel v. 08.08.
    • Kommentar:
      Der Filmemacher REITZ schreibt wie Martin HECHT (siehe heutige SZ) über die Globalisierung als eine im Bewusstsein aller Menschen durchgesetzte Globalisierung. Die Vielfalt der Heimaten, deren Verlust die Heimatromantiker beklagen, ist dann durch die Weltheimat ersetzt worden. Grundlage dafür ist eine Warenproduktion, die den letzten Winkel der Welt flächendeckend vereinheitlicht hat. In dieser Weltheimat muss die Generationenzugehörigkeit die Ortsidentität als gemeinschaftsstiftendes Gefühl ersetzen:
            
      "Ein deutsches Kind unserer Zeit wird zwanzig Jahre später einem anderen begegnen, das in Spanien, Amerika oder Japan aufgewachsen ist, und vor Rührung weinen, denn es hatte im gleichen Jahr ein Tamagochi, im gleichen Alter einen Rolli. Bei der Kennmelodie von Windows 95 werden eines Tages Hunderttausende von "Usern" Tränen der Erinnerung vergießen. Ganz neue Gefühle sind durch diese frappierenden Gemeinsamkeiten entstanden. Unsere Heimat ist jetzt die Zeit, nicht mehr der Ort. Soll man das noch Heimat nennen?". Die Frage, die REITZ hier stellt, ist eine rhetorische, denn für REITZ kann die Generationenzugehörigenkeit die Ortsidentität nicht ersetzen.
            
      Sein Fazit deshalb: "Das Gemeinschafts-Gefühl einer ganzen Generation versagt, wenn es um die Liebe zu den speziellen Erinnerungen geht."
 
   
  • BUHR, Elke (2001): Was macht eigentlich der...Postfeminismus?
    in: Frankfurter Rundschau v. 08.08.
    • Inhalt:
      BUHR erzählt die Geschichte des Feminismus seit den 70er Jahren im Schnelldurchlauf. Nach BUHR ist der Postfeminismus in Deutschland Mitte der 90er Jahre angekommen. Frauen nannten sich Girlies und Hera LIND schrieb "Superweib". Das Fazit: "Der Postfeminismus wollte nichts erfinden; er wollte genießen. Ein letztes Mal gelang ihm das als Dotcom-Girl, mit Whirlpool im Keller und den Aktien der eigenen Internet-Firma im Schrank. Nur ist die jetzt pleite, und die Jobaussichten schlecht (...). Der Postfeminismus aber war letztens mal wieder beim Spiegel. Sein Bauch wird seitdem immer dicker. Er schult um, auf neue Mutter."
 
   
  • HECHT, Martin (2001): Das Fremdenzimmer,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 08.08.
    • Kommentar:
      Der Heimatromantiker HECHT über die vor-globale Zeit der 60er Jahre - als Gästezimmer noch Fremdenzimmer hießen - und über den Verlust der Fremdheitserfahrung in der globalisierten Welt:
      "Das freudvolle Versprechen des Projekts der Globalität liegt in der Freiheit einer bindungslos-unabhängigen Existenzweise, in der Coolness, ihr selbst eine eigene Identifikationsweise abzuringen, Wurzeln und Halt im Stadium des ewigen Aufbruchs zu finden. Es bedeutet aber auch die Verlusterfahrung, sich auf dieser Suche nicht einmal mehr fremd fühlen zu können und Fremdheit nicht mehr zu erleben, wo sie ihre schönsten Seiten hatte: im Unbekannten, Unerforschten, Ungezähmten."
 
   
  • ROHRHOFER, Barbara (2001): Aufriss im Supermarkt,
    in: Oberösterreichische Nachrichten v. 07.08.
    • Kommentar:
      Anbaggertipps für Frauen, die Mann auf seine Weise nutzen kann: entweder um Anbaggerversuche von Frauen als solche überhaupt zu erkennen oder um seine Chancen zu erhöhen, überhaupt angebaggert zu werden. Tatort ist der Supermarkt, Tatzeit freitagabends vor Ladenschluss. Wer als gestresster Vater ein Bett zum Ausschlafen sucht, der darf dann keine Hipp-Gläser und Höschenwindeln in seinen Warenkorb laden, sondern muss Chips und 3 Minutenminüs einkaufen...
 
   
  • PATRIOT (2001): Wie Singles und Senioren sparen,
    in: Der Patriot v. 07.08.
    • Inhalt:
      Hinweis auf einen Steuerratgeber von Markus KAHR: "Das Buch Steuertipps für Singles (erschienen im Falken-Verlag) zeigt Alleinstehenden Wege auf, wie sie ihre vergleichsweise hohen Abzüge senken können."
 
   
  • VAN RAHDEN, Till (2001): Das tägliche Gebet.
    Ein Überblick über die neuere historische Forschung zu Männlichkeit und Vaterschaft,
    in: Frankfurter Rundschau v. 07.08.
    • Kommentar:
      "Neue Männer braucht das Land" sang Ina DETER in den 80ern, nun hat das Ministerium von Christine BERGMANN stattdessen die Parole "Neue Väter braucht das Land" ausgegeben. Dies hat auch Folgen für die Geschichtsschreibung. Das Bild des Vaters muss revidiert werden. VAN RAHDEN berichtet deshalb über die Neuschreibung des viktorianischen Familienbildes durch die neuere historische Familienforschung. Das Paradigma der Frauenforschung in der Tradition von Karin HAUSEN wird dadurch korrigiert:
            
      "In den 90er Jahren hat die Geschlechtergeschichte die Denkfigur der polarisierten Geschlechtscharaktere zunehmend in Frage gestellt. Heute scheint es kaum noch überzeugend, einen privat-weiblichen Raum der Familie und einen öffentlich- männlichen Raum der Berufswelt und der Politik gegenüberzustellen."
            
      Im Mittelpunkt des Beitrags steht die Studie A Man's Place. Masculinity and the Middle-Class Home in Victorian England (New Haven 1999) des englischen Sozialhistorikers John TOSH, der vier Verhaltensmuster von Vätern im Viktorianischen Zeitalter aufgefunden hat:
            
      "den 'abwesenden Vater', der sich in Beruf und männliche Geselligkeit flüchtete und den privaten Raum der Mutter überließ; den 'tyrannischen Vater', der sich dem wachsenden Ansehen der Mutter entgegenstellte und mit allen Mitteln versuchte, einzelne Aspekte der traditionellen patriarchalen Autorität zu behaupten; den 'distanzierten Vater', der sich von der emotionalen Intimität des Familienalltags fernhielt und seine Aufgabe darin sah, die Kinder, vor allem die Söhne, auf Anforderungen der bürgerlichen Arbeitswelt vorzubereiten; schließlich den 'innigen Vater', der keine Angst vor Spontaneität, Zärtlichkeit und emotionaler Nähe hatte und den engen Kontakt zu den Kindern suchte."
            
      So wie Ina DETER in den 80ern nur den Mann in seiner Partnerrolle meinte, so wird heute der Mann auf die Vaterrolle reduziert...
 
   
  • KAHLWEIT, Cathrin (2001): Ungeplant, aber nicht ungewollt.
    Sie stürzen sich früh in ein Leben mit Kind und träumen von einer intakten Familie–warum Teenager als Mütter oft völlig überfordert sind,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 07.08.
    • Kommentar:
      Junge Mütter sind die Lieblinge der Bevölkerungswissenschaftler, aber Teenager-Mütter sind weniger ein Lösung des Bevölkerungsproblems, sondern eher eine ungelöstes gesellschaftliches Problem.
 
   
  • MERLE, Julia (2001): Große Männer gehen häufiger fremd als kleine.
    Neue US-Studie belegt: Der kleine Mann ist treuer - Sehnsucht nach dem großen Mann ein Relikt aus der Steinzeit
    in: Welt v. 07.08.
    • Kommentar:
      Für Menschen, die innere Werte bereits auf den ersten Blick erkennen möchten. Aber Vorsicht! Die Statistik hat einen Haken: Ihr kleiner Mann könnte untreu sein...
 
     
   
  • BESTE, Ralf & Petra BORNHÖFT (2001): Das Ende der Generation Lila.
    Die SPD hat die Frauenbewegung für tot erklärt. Kanzler Schröder sieht in der Familie die Keimzelle des Staates und die Arbeitsreserve für den Standort Deutschland. Auch unter den jungen Frauen des linken Flügels spielt der Feminismus keine Rolle mehr,
    in: Spiegel Nr.32 v. 06.08.
 
   
  • CZIMMER-GAUSS, Barbara (2001): Ein Drittel der Stuttgarter Singles ist über 60.
    Umzug in kleinere Wohnungen wird selten gewünscht: Senioren möchten "in ihrem Quartier bleiben'',
    in: Stuttgarter Nachrichten v. 06.08.
    • Kommentar:
      Ein Bericht über ein Thema, das in Deutschland totgeschwiegen wird: Die überwiegende Zahl der grossen Wohnungen werden nicht von jungen Singles, sondern von älteren Witwen bewohnt, die ihre Familienwohnung nicht aufgegeben haben.
            
      Wenn wieder einmal darauf hingewiesen wird, dass Singles mehr Wohnfläche für sich beanspruchen als Familien, dann sollte auch hinzugefügt werden, dass es vor allem verwitwete Eltern sind, die alleine in grosszügigen Wohnungen leben.
            
      Die Stadt Stuttgart versucht im Bereich Sozialwohnungen dieser Immobilität durch Umzugsprämien entgegenzuwirken:
            
      "es gibt seit 1970 eine Umzugsprämie, die älteren Leuten den Auszug aus zu großen Sozialwohnungen in kleinere erleichtern soll. 'Wer eine Vier- bis Fünf-Zimmer-Wohnung räumt, bekommt 150 Mark pro Quadratmeter für die Differenzwohnfläche. Wer in eine Privatwohnung umzieht, erhält zwischen 5000 und 6000 Mark pauschal.''
      Auf diese Weise sind seit 1970 mehr als 1200 große Wohnungen frei geworden, was die Stadt acht Millionen Mark gekostet hat."
 
   
  • SCHMELCHER, Antje (2001): Wie oft ist eigentlich noch normal?
    Schlag lieber nach bei Fromm: Ratgeber-Bücher offenbaren, wie weit die Pathologie der Liebe vorangeschritten ist
    in: Welt v. 06.08.
    • Inhalt:
      SCHMELCHER vergleicht neuere Ratgeber zum Thema Liebe & Sex mit dem Klassiker "Die Kunst des Liebens" von Erich FROMM. Gemessen an diesem Buch erscheinen der Autorin die Formen der Liebe seit 1968 als pathologisch. Als Ratgeber werden analysiert: Alex COMFORTs "New Joy of Sex" (1972), "Wenn die Liebe ein Spiel ist, sind dies die Regeln" von Chérie CARTER-SCOTT, Bo COOLSAET "Liebe, Lust und was wirklich zählt" sowohl der angebliche Anti-Ratgeber von Michael MARY "Fünf Lügen die Liebe betreffend", der dieses Jahr medienwirksam vermarktet wurde.
 
   
  • BECKER, Silke (2001): Die Katastrophe im Kopf.
    Späte Mütter gehen das Projekt Familie häufig professionell an. Einige lassen bei der Geburt Blut aus der Nabelschnur einfrieren. Vielleicht können die darin enthaltenen Zellen später Krankheiten heilen, vielleicht auch nicht. Es ist ein spekulatives Geschäft mit der Hoffnung.
    in: Tagesspiegel v. 05.08.
    • Kommentar:
      Ein Komödienthema wird neuerdings in neuer Form wiederentdeckt: die späten Mütter als Reinkarnation der überängstlichen, und deshalb überreagierenden Mütter. Die Folge: überbehütete (overprotected) Kinder. War dies früher ein Vorwurf an eine ganze Müttergeneration, so werden nun - im Einklang mit der gegenwärtigen bevölkerungspolitischen Interessenslage - die späten Mütter zur Zielscheibe solcher Vorwürfe. Ein Thema, dessen Hochkonjunktur noch bevorsteht...
 
   
  • HODEIGE, Christian (2001): Männer an den Herd.
    Ein Kochbuch für Singles,
    in: Badische Zeitung v. 04.08.
    • Kommentar:
      HODEIGE stellt ein Kochbuch vor, das für den frischgebackenen Single-Mann geeignet sein soll: Gertrude FEIN "Das Kochbuch für den Mann" aus dem Eichborn Verlag. Warum das Buch nur für Singles gut sein sollte, ist wohl das Geheimnis des Rezensenten. Immerhin gibt es genügend Männer, die trotz Partnerschaft durchaus ab und zu zum Alleinleben "verdammt" sind. Und zudem soll es zunehmend mehr Frauen geben, für die Kochen ein Fremdwort ist...
 
   
  • MOSER, Ulrike (2001): Unter Barbaren.
    Wie sollen Kinder erzogen werden? Der Konsens darüber ist verloren gegangen. Eine konservative Pädagogik fordert die Rückkehr zu Strenge, Gehorsam und Pflichtbewusstsein,
    in: Die Woche Nr.31 v. 03.08.
    • Inhalt:
      MOSER setzt sich mit Susanne GASCHKEs "Erziehungskatastrophe" und das vom Spiegel herbeigeschriebene "Comeback der Vollzeitmutter" (Nr. 29 v. 16.07.2001) auseinander. MOSER sieht zwar auch die Familie in der Krise: "Weil sie keine Versorgungsinstitution und kein Bündnis für die Ewigkeit mehr ist. Und weil die Arbeitswelt funktioniert, als gäbe es keine Kinder." Sie sieht jedoch keinen Grund, die Forderung nach besserer Vereinbarkeit von Beruf und Familie deswegen aufzugeben.
 
   
  • STECHER, Thorsten (2001): Die Stunde der heiligen Backfische.
    Mit seinen neuesten Superheldinnen Bridget Jones und Amélie Poulain restauriert das Kino einen Frauentyp, den es eigentlich gar nicht mehr geben dürfte,
    in: Weltwoche Nr.31 v. 02.08.
    • Inhalt:
      Nach STECKER berichten die Tagebuchaufzeichnungen der Bridget Jones "nicht von idyllischen Verhältnissen. Im Gegenteil, ihr Thema ist das Schicksal so genannter 'Cosmo-Girls'. Die bemitleidenswerten Frauen aus der englischen Hauptstadt sind über dreissig und haben Lifestyle-Magazine wie Cosmopolitan zur Bibel erklärt. Jetzt müssen sie einsehen, dass die Freuden der weiblichen Selbstverwirklichung ausgeblieben sind. Die Schöpferin von Bridget Jones, die Journalistin Helen Fielding, (...) kommentierte: 'Diese Frauen haben den schicken Wagen und das schicke Apartment, gehen regelmässig ins Fitnesscenter und fragen sich trotzdem: Warum bin ich nicht verheiratet?' (...) Bridget ist die Gewährsdame eines neuen, eher putzigen Feminismus. Nach ihrem Vorbild haben sich in England bereits erste Verhaltensmuster ausgeformt. 'Very BJ' zu sein, gilt als Kompliment an alle, die sich mit etwas Selbstironie und einer grossen Portion Naivität im harten Londoner Frauenalltag zurechtfinden." Für STECKER ist die Film-Bridget Jones eine Reinkarnation des Liebchen aus den fünfziger Jahren.
 
   
  • GASCHKE, Susanne (2001): Neues Glück.
    Kein Grund zur Klage: Den Frauen geht es besser,
    in: Die ZEIT Nr.32 v. 02.08.
    • Kommentar:
      Susanne GASCHKE hat die schwangeren Frauen unter den Bundestagsabgeordneten gezählt, aber im Gegensatz zum Spiegel mag sie daraus keinen neuen Mutterstolz ableiten:
            
      "Frauen können nur Mütter sein, berufstätige Mütter oder nur Berufstätige; niemand schreibt ihnen mehr ernsthaft ein Rollenbild vor. Die neue Freiheit bedeutet allerdings Verantwortung für das eigene Leben. Keine Frau muss mit 17 ein Kind bekommen, einen Macho heiraten oder einen dead-end job ohne Ausbildung anstreben. Und eins garantiert die neue Freiheit nicht: Glück. Wer entscheiden darf, kann falsch entscheiden: bei der Partner- und Berufswahl, in der Kinderfrage, immer wieder, ohne Garantie auf staatliche Rückversicherung. Das ist der Preis der Freiheit."
            
      GASCHKE predigt hier wie Markus SCHROER (TAZ v. 28.07.2001) das Credo eines naiven Optionismus.
 
     
   
  • BUTTINGER (2001): Parasiten-Singles
    in: Oberösterreichische Zeitung v. 01.08.
    • Inhalt:
      Ein Kommtar u.a. zu den japanischen Singles. Nesthocker im Konsumrausch werden von dem japanischen Soziologen Asahiro YAMADA als "parasitäre Singles" bezeichnet.
 
   
  • LINK, Jürgen (2001): Wieso ist die Norm nicht enorm in Form?
    Was Normen sagen, ist noch lange nicht die Norm: Zur gesellschaftlichen Funktion des guten Gewissens in der biopolitischen Debatte,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 01.08.
    • Kommentar:
      LINKs Beitrag weist weit über die Biopolitische Debatte hinaus.
            
      LINK geht von zwei kulturellen Regelungssystemen in modernen Gesellschaften aus: zum einen existiert der historisch ältere "Normativismus", den LINK in der christlichen Ethik und im demokratischen Humanismus verortet sieht, und zum anderen existiert ein Normalismus, der sich aus dem wissenschaftlichen Denken in Normalverteilungen speist. Beide Regelungsmechanismen können kollidieren. Zu den gesellschaftlichen Instanzen, durch die "Normalität" produziert und reproduziert werden, gehören nach LINK Umfragen und natürlich ist das Statistische Bundesamt in Wiesbaden eine zentrale Instanz der Normalitätsproduktion.
            
      Die Kontroverse Familien versus Singles liesse sich im LINKschen Sinne ebenfalls als ein Konflikt zwischen "Normativismus" und "Normalismus" analysieren. Dabei wird jedoch übersehen, dass der Normalismus selber auf normativen Grundlagen beruht, die sich aus den Begrifflichkeiten ergeben. Wenn es um die Definition von Lebensformen geht, dann ist das bereits eine zentrale Vorentscheidung, die statistische Normalverteilungen vorstrukturiert. LINKs Ansatz ist für den Bereich der Kontroverse Familien versus Singles also viel zu oberflächlich.
 
   
  • JELLOUSCHEK, Hans (2001): Die Liebe retten.
    Was Paare wissen sollten, ehe sie sich trennen,
    in: Psychologie Heute, August
  • ERNST, Heiko (2001): Nach dem Happy End wird abjeblendt...
    Die sieben Szenarien der Liebe,
    in: Psychologie Heute, August
 
   
  • Marie Claire-Coverstory: "Single-Frauen und Sex" zum Film-Start von "Bridget Jones"

    • MESCHEDE, Eva (2001): Die Superratten kommen!
      Begleitet werden sie von einer Flut neuer Frauen-Kultfilme,
      in: Marie Claire, August
    • REHFELD, Nina (2001): "Ich bin wie Bridget".
      Sie lebt allein, ist auf der Suche nach einem Seelenverwandten und zieht Missgeschicke magisch an: Die Schauspielerin Renée Zellweger hat erstaunliche Ähnlichkeiten mit ihrer Filmheldin Bridget Jones. Im MARIE-CLAIRE-Interview enthüllt sie ihre liebenswerten Schwächen,
      in: Marie Claire, August
    • SPÄTH, Natalie (2001): Sex and the Single-Girl.
      Zwischen Frust und Lust: sechs Frauen über ihr Liebesleben ohne festen Partner,
      in: Marie Claire, August
 
       
       
   

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Zu den News vom 16. bis 31. Juli 2001

 
       
   
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