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Medienrundschau:
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News vom
01. - 10. Juli 2014
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Zitat
des Monats:
Wie die
Singlephase zur normalen Lebensphase geworden ist
"Blickt
man nur etwa 60, 70 Jahre zurück, galt es als suspekt, allein zu leben,
und wer keinen Partner hatte, fühlte sich oft ausgegrenzt. Ledige
Frauen,
»ewige Jungfern«, standen im Verdacht, frigide zu sein oder sonst
einen Makel zu haben,
unverheiratete Männer galten als Käuze.
Doch Deutschland hat sich gewandelt. Je größer die Bildungschancen für
alle wurden, desto geringer war die Notwendigkeit, einen solventen
Partner finden zu müssen. Die wachsende Zahl der Alleinlebenden rief die
Wissenschaft auf den Plan: Eine der ersten großen Studien zum Thema
verfasste der Soziologe
Stefan Hradil 1995 (...). Sie hieß
(...)
»Die Single-Gesellschaft« (...).
Damals ging man davon aus, dass
»Single« eine selbst gewählte Lebensform sei, für die sich besonders
karrierefixierte Menschen entschieden. (...).
Zwischen Paaren und Alleinstehenden gibt es gibt es (...) immer noch
eine Trennlinie (...): Die gegenseitigen Vorbehalte erinnern an den
Konflikt zwischen berufstätigen und nicht berufstätigen Müttern. Man
wertet sich gegenseitig ab. (...).
Dabei ist die Trennlinie in Wahrheit längst fließend. Wer heute
Single ist, war gestern meist Teil einer Paarbeziehung, jede dritte Ehe
wird geschieden. Zwei Drittel aller Singles sind nach etwas zwei Jahren
sowieso wieder liiert.
Der Mensch braucht beides. Autonomie, um sich weiterzuentwickeln.
Bindung, um sich sicher zu fühlen."
(Inga Olfen, Nina Poelchau & Cathrin Wißmann
"Ich habe 728 Verehrer"
im Stern Nr.27 v. 26.06.2014, S.73f.) |
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KULLMANN, Katja
(2014): Alles Gute, Macker!
Mythen: Am 16. Juli wäre Jörg Fauser
70 geworden. Die einen feiern ihn als Rebell, andere werfen ihm
Männergepose vor. Der zarte Zweifel in seinen Texten wird gern
überlesen,
in:
Freitag Nr.28 v. 10.07.
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FREITAG (2014): A - Z Junggesellinnen,
in:
Freitag Nr.28 v. 10.07.
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WANGERIN, Claudia
(2014): Chancen für die Zeitung.
Gedruckte Tagespresse nicht am Ende,
Internet nur »nachrangiger Grund« für sinkende Auflagen: Neue Studie
ging gezielt anderen Faktoren auf den Grund,
in:
junge Welt v. 10.07.
"»Wo in Mehrpersonenhaushalten
die Chancen steigen, daß die unterschiedlichen Zeitungsteile von
unterschiedlichen Personen gelesen werden, fragen sich
Alleinlebende, warum sie denn zum Beispiel für einen Sportteil
oder einen Wirtschaftsteil oder einen Kulturteil bezahlen sollen,
den sie überhaupt nicht lesen«, schreibt Vogel. »Die Gefahr, in
der Zeitung zu wenig von dem zu finden, was individuell
interessiert, steigt in Einpersonenhaushalten bereits rein
statistisch betrachtet deutlich an.« Die Zunahme sogenannter
Singlehaushalte wird daher in der Studie als weiterer Grund für
die sinkende Bereitschaft zum Abonnement genannt",
zitiert Claudia WANGERIN die
Studie
Talfahrt der Tagespresse: Eine Ursachenanalyse des
Kommunikationswissenschaftlers Andreas VOGEL. In der Studie wird
jedoch weit differenzierter auf den Wandel der Lebenswelten
eingegangen, so z.B. auch auf die Folgen der zunehmenden
Kinderlosigkeit:
"In Stadtstaaten ist der Anteil
der Frauen, die dauerhaft ohne Kind bleiben, höher als in
semiurbanen Gemeinden. Am niedrigsten ist diese Quote hingegen in
ländlichen Gemeinden. Damit lebt ein wachsender Anteil der Frauen
familienfern. Trotz aller familienunabhängigen Interessen und
Lebenszielen unterscheidet sich nicht nur der Alltag dieser Frauen
erheblich von dem der Mütter in Familien.
Dies bezieht sich verständlicherweise besonders das Interesse an
allen Themen, die in der Region die nächste Generation betreffen:
Kindergärten, Spielplätze, Schulen, Musikschulen,
Jugendeinrichtungen. Weite Teile des Sport- und sonstigen
Vereinsleben mit ihren Festen und Veranstaltungen werden von
Erwachsenen oft deshalb als relevant und interessant wahrgenommen,
weil ihre Kinder oder Enkel sich dort aufhalten. Denkt man an
Kommunion und Konfirmation, so wird auch das Interesse an
kirchlichen Gemeinden anders ausgeprägt sein.
Soweit die Politik die Planung und Gestaltung entsprechender
kinder- und jugendbezogener Infrastruktur vornimmt und diskutiert,
gelten die soeben erörterten Unterschiede gleichfalls für die
entsprechende Politikberichterstattung.
Dies sind alles Themen, die mit nicht unerheblichen Anteilen in
der Berichterstattung der lokalen Tagespresse präsent sind.
Dauerhaft kinderlose Frauen und Männer dürften diese
Themenkomplexe eher am Rande, oder mit geringem Involvement oder
aber mit ganz anderen Schwerpunkten der Berichterstattung
interessieren.
Kinder lenken somit die Aufmerksamkeit ihrer Eltern deutlich auf
das lokale Umfeld und die entsprechende lokale Berichterstattung
und verstärken so insgesamt die Bindung an die Region." (S.50ff.)
Sollen also Zeitungen darauf
reagieren, indem sie eine zielgruppenspezifische Berichterstattung
einführen oder wäre es nicht sinnvoller das gegenseitige Verständnis
zu fördern statt wie gegenwärtig die einzelnen Bevölkerungsgruppen
gegeneinander aufzuhetzen und auszuspielen? Die Blickverengung der
Studie liegt wohl darin begründet, dass es um den "Auflagenrückgang
von Regionalzeitungen" geht, und damit der Lokalteil von
Regionalzeitungen im Mittelpunkt steht. Der Rückgang der
überregionalen Tagespresse tritt dagegen in den Hintergrund, obwohl
der zunehmende Bedeutungsverlust auch der angeblichen
Qualitätszeitungen offensichtlich ist.
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zitty
BERLIN-Titelgeschichte: Nimm mich!
Wie Berliner
Singles die Liebe
finden |
DUDZIAK, Johannes & Lydia BRAKEBUSCH (2014): Nimm mich!
Wie Berliner Singles die Liebe
finden,
in:
zitty Berlin Nr.15 v. 10.07.
"Rund 3,5 Millionen Menschen
wohnen in Berlin. Mehr als eine Million leben laut Statistischem
Bundesamt in Single-Haushalten. Das heißt natürlich nicht, dass alle
Berliner, die alleine wohnen, auch partnerlos sind oder einen
Partner suchen. Aber die Auswahl ist groß",
formulieren DUDZIAK & BRAKEBUSCH
vorsichtiger als in den üblichen Presseberichten. Nichtsdestotrotz:
Wer
Partnersuchende auf Alleinlebende einengt, der vernachlässigt
Alleinerziehende und Menschen, die in Mehrpersonenhaushalten leben
genauso wie jene
Verheirateten bzw. Unverheirateten, die zwar noch einen Partner
haben, aber bereits wieder auf der Suche nach einem neuen Partner
sind.
Dass der statistische Blick nur
die Alleinlebenden ins Visier nimmt, das ist einer gewissen
Milieublindheit zuzuschreiben.
BRAKEBUSCH, Lydia (2014): Klick, klick, Date.
Online verlieben,
in:
zitty Berlin Nr.15 v. 10.07.
DUDZIAK, Johannes (2014): Drei Minuten Nähe.
Tango tanzen,
in:
zitty Berlin Nr.15 v. 10.07.
DUDZIAK, Johannes (2014): Zwischen zwei Romanzen.
Baggern,
in:
zitty Berlin Nr.15 v. 10.07.
ZITTY (2014): Liebe für alle.
Ein Guide für den Datingdschungel,
in:
zitty Berlin Nr.15 v. 10.07.
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MÜNCHRATH, Jens & Axel SCHRINNER
(2014): Deutschland stehen "Goldene Zwanzigerjahre" bevor.
Das Forschungsinstitut Prognos erwartet ab 2020 ein goldenes Jahrzehnt
für die deutsche Wirtschaft - doch bis zum Absturz ist es nicht weit,
in:
Handelsblatt v. 09.07.
Prognosen haben einen typischen
Verlauf: sie streben einem Höhepunkt entgegen, danach geht es bergab
- egal wann diese Prognosen innerhalb der letzten Jahrzehnte
erstellt wurden. Höhepunkt und Niedergang werden von den Annahmen
bestimmt. Sagt uns das etwas über die Zukunft? Nein! Aber es sagt
viel über die Vergangenheit aus, denn diese wird in Szenarien
einfach in die Zukunft fortgeschrieben. Daraus folgt aber auch: Die
Halbwertzeit von Prognosen reicht nur bis zum nächsten Trendbruch.
Das kann eine Konjunkturschwankung genauso sein wie demografische
Trends. Nichts ist beständiger als die Fehlprognose.
Die goldenen 20er sind im übrigen
lediglich eine Variation des Wahlkampf-Buches
Die fetten Jahre des Handelsblatt-Autors Dirk
Heilmann und des
Präsidenten des Handelsblatt Research Institute Bert RÜRUP aus
dem Jahr 2012.
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Die Broschüre
"Familienleitbilder in Deutschland" in der Debatte
RASCHE, Uta
(2014): Das Leitbild-Wirrwarr.
Erfolgreich im Job, Spitze daheim: überbordende Anforderungen machen
das Müttersein unattraktiv,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.07.
ROSENFELD, Dagmar
(2014): Kind und Karriere - eine Fiktion.
Die Politik hat zwar Infrastruktur und finanzielle Möglichkeiten
geschaffen, die der Vereinbarkeit von Familie und Beruf dienen
sollen. Doch an der niedrigen Geburtenzahl hat das kaum etwas
geändert,
in:
Rheinische Post Online v. 07.07.
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HUMMEL, Katrin (2014): Willst du das echt wissen, Schatz?
Das liebe Geld, die eigene
Vergangenheit, der Seitensprung: In vielen Beziehungen gibt es
Geheimnisse. Warum Partner nicht alles teilen müssen,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 06.07.
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BLÜMNER, Heike (2014): Mein Haus, meine Yacht, mein Mann.
Er ist reich und betagt, seine
Partnerin schön und jung. Eine neue Studie macht mit dem Klischee der
Trophäen-Frauen Schluss,
in:
Welt am Sonntag v. 06.07.
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RÖSINGER,
Christiane
(2014): Urban Gardening ist keine Politik.
Urbanität: Initiativen für
Partizipation und soziale Innovation in der Stadt präsentiert die
Ausstellung "We-Traders. Tausche Krise gegen Stadt" im Kunstraum
Kreuzberg,
in:
TAZ Berlin v. 04.07.
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Berlin, Techno und der Easyjetset. Oder wie
Techno zur einflussreichsten Hauptstadtkultur geworden ist
HARTMANN,
Andreas
(2014): Midlife-Crisis im Nachtleben.
Clubsterben: Die wilden Jahre sind
vorbei: Das Weekend und das Cookies verabschieden sich. Neu daran
ist: Sie tun es freiwillig,
in:
TAZ Berlin v. 04.07.
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RADISCH, Iris
(2014): Ab in die Ehe-Ruine.
Ein willkommener Ausweg aus der Liebesunordnung der sexuell befreiten
Gesellschaft: Die Zwangsheirat im Privatfernsehen,
in:
Die ZEIT Nr.28 v. 03.07.
Iris RADISCH versucht zu erklären, warum die Idee der
Zwangsverheiratung ausgerechnet in der Mitte der Gesellschaft
neuerdings als attraktiv erscheint. Ausgangspunkt ist eine neue aus
Dänemark importierte TV-Realityshowidee:
"Die Idee, Fremde miteinander
zu verheiraten kommt aus Dänemark. Sat.1 findet sie prima und
spielt sie nach. Drehbeginn ist jetzt, gesendet wird im Herbst.
Hunderte haben sich bereits darum beworben, eine Zwangs-Ehe
einzugehen."
RADISCH beschreibt die
postmoderne Partnerwahl als Überforderung, was anhand der
zusammengefassten Scheidungsziffer und Beispielen aus der Welt der
politischen Elite illustriert wird. Ihre Diagnose: Der
"Generation der
Patchwork- und Scheidungskinder" fehlen die Vorbilder.
Nichtsdestotrotz ist das
bürgerliche Familienideal immer noch die Folie, vor dem das
"Menschenversuchsfernsehen" (RADISCH) zu sehen ist. Aber die Erosion
dieser traditionellen Familie sei nicht mehr aufzuhalten, wie
RADISCH im Hinblick auf eine
Auftragsstudie der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung erklärt:
"Gerade hat eine aktuelle
Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung den Christdemokraten wieder
bescheinigt, wie weit ihr Familienbild von der Wirklichkeit in
Deutschland entfernt ist.
Familie, heißt es inzwischen, ist überall da, wo Kinder sind. Und
das sind dann eben die zwei, die Ralf eigentlich mit Jutta hat,
und das eine, das Eva und Ralf bekommen haben, bevor Eva und
Barbara dann das Kind adoptiert haben".
Familie ist nicht da wo Kinder
sind, sondern nur noch dort wo erwünschte Geburten sind, denn in
Deutschland wandelt sich die Familienpolitik, die auf einen
"Lastenausgleich" abstellte, zu einer Bevölkerungspolitik, die auf
einen "Leistungsausgleich" abzielt. Gerechtfertigt wird dieser
Paradigmenwechsel, z.B. in dem Buch
Demografie und Demokratie von Jens KERSTEN, Claudia NEU und
Berthold VOGEL, mit dem Bevölkerungsrückgang.
Verfechter einer solchen
Politisierung des Wohlfahrtsstaates streben die
Demografisierung gesellschaftlicher Probleme an, obwohl durchaus
umstritten ist, inwiefern ein zeitweiser und moderat verlaufender
Bevölkerungsrückgang überhaupt ein Problem ist. Verfechter einer
Politisierung argumentieren mit Extremfällen und stilisieren diese
zum Normalfall. In der Stadtentwicklungsdebatte wurde und wird z.B.
die "schrumpfende Stadt" zum neuen Prototyp der Stadtentwicklung
erhoben, und avanciert damit zum neuen Leitbild der Stadtplanung. In
der Realität existieren jedoch wachsende und schrumpfende Städte
nebeneinander. Ausschlaggebend dafür ist jedoch weniger der
Bevölkerungsrückgang an sich, sondern städtebauliche Fehlanreize
beim Aufbau Ost bzw. Stadtumbau Ost, der Wandel von der Industrie-
zur Dienstleistungs- bzw. Wissensgesellschaft (und damit der
Niedergang altindustrieller Städte, die den Strukturwandel noch
nicht geschafft haben) sowie die Entwicklung der
Beschäftigungssituation, die das innerdeutsche Wanderungsgeschehen
dominiert. Im Jahr 2003 haben GATZWEILER/MEYER/MILBERT in dem
Beitrag
Schrumpfende Städte in Deutschland? Fakten und Trends den
Unterschied zwischen gesamtdeutschem Bevölkerungswachstum und die
Auseinanderentwicklung der Kreise folgendermaßen beziffert:
"Hinter dem Gesamtbild einer um
3 % wachsenden Bevölkerung in Deutschland verbergen sich (...) ein
um gut 7 % wachsender Teil und ein um knapp 5 % schrumpfender
Teil." (2003, S.568)
Nicht die Ursachen dieser
Polarisierung in wachsende und schrumpfende Kreise steht jedoch im
Fokus der Debatte, sondern die einfache Fortschreibung dieses
Momentanbildes in die fernere Zukunft.
Es ist gerade diese
Demografisierung der gesellschaftlichen Probleme, die die
Zukunftsfähigkeit in Deutschland bedrohen könnte, weil starkes
Schrumpfen als Ausgangspunkt politischen Handelns die positiven
Entwicklungen aus dem Blick verliert, die als Ansatzpunkt geeigneter
wären.
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GÖTZE, Hanne Kerstin
(2014): Gestresste Kinder in der Krippe.
Wer sein Kind zu Hause behalten will, muss sich dafür rechtfertigen.
Wer sein Kind in die Kinderbetreuung gibt, nimmt Schäden in Kauf.
Rechtfertigen muss er sich dafür aber nicht,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 03.07.
Die Stillberaterin Hanne Kerstin GÖTZE kritisiert mit Hilfe der
Bindungs- und Hirnforschung die Krippenbetreuung:
"Alle Indizien weisen darauf
hin, dass die Situation für die Krippenkinder selbst bei bester
Betreuung emotional zu strapaziös ist."
Im Gegensatz zur Überschrift, die
auf das Rabenmütter-Stereotyp
abzielt, kritisiert der Bericht die Politik:
"(Warum investiert) unsere
Gesellschaft vorwiegend in eine teure Ersatzbetreuung (...) und
nicht in das Original - die Betreuung in der Familie"?
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MPIDR
(2014): Entscheidend ist die Bildung.
Ein Absinken hoher Geburtenraten setzt alleine noch kein
Wirtschaftswachstum in Gang,
in:
Demografische Forschung aus erster Hand, Nr.2, Juli
In den Beitrag geht es um die
"demografische Dividende", einen bevölkerungspolitischen Mythos, der
z.B. beim
neoliberalen Demographismus eine zentrale Rolle spielt. Was das
jedoch ist, das ist durchaus umstritten. CUARESMA/LUTZ/SANDERSON
beschreiben den Mythos folgendermaßen:
"Dieser Begriff steht für den
Effekt, dass in ehemals kinderreichen Ländern in Folge des
Rückgangs der Geburtenraten oftmals ein wirtschaftlicher
Aufschwung zu beobachten ist. Dem Modell zufolge kommt es durch
die sinkende Kinderzahl zu einem temporären Anstieg des Anteils
der erwerbstätigen Bevölkerung. Dieser produktive Teil der
Gesellschaft hat in den folgenden Jahrzehnten weniger Kinder und
alte Menschen zu versorgen, was wiederum in der Regel dazu führt,
dass in dem Land mehr konsumiert und investiert wird. Das wiederum
kurbelt die Wirtschaft an. Der Effekt der Demografischen Dividende
hatte zur Folge, dass viele Regierungen, vor allem die der ärmeren
Länder, Programme zur Geburtenkontrolle lancierten"
Diesem "naturalisierenden Modell"
(Christian RADEMACHER) stellen die Autoren ein Modell gegenüber, bei
dem nicht der Geburtenrückgang per se, sondern Bildungsinvestitionen
ausschlaggebend für das Wirtschaftswachstum sind.
"Naturalisierende Modelle" sind
gegenwärtig z.B. im Zusammenhang mit "schrumpfenden Gemeinden und
Städten" in Mode, bei denen das
"Denken in Abwärtsspiralen" vorherrscht. Die "demografische
Dividende" ist sozusagen der Gegenpol dazu. Naturalisierende Modelle
schreiben der Bevölkerungsentwicklung eine geradezu schicksalhafte
Bedeutung zu, obgleich ganz andere Faktoren für gesellschaftliche
Entwicklungen entscheidend sind.
MPIDR
(2014): Keine Kitas, keine Kinder.
Dass Frauen in Deutschland im Vergleich zu Nachbarländern so wenig
Nachwuchs bekommen, liegt in erster Linie an mangelnden
Betreuungsangeboten,
in:
Demografische Forschung aus erster Hand, Nr.2, Juli
Während derzeit gerne falsche
Familienleitbilder für die niedrige Geburtenrate verantwortlich
gemacht werden, weisen KLÜSENER/NEELS/KREYENFELD am Beispiel
Belgiens auf die Bedeutung der Familienpolitik hin.
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HERRMANN, Ulrike
(2014): Das System Schirrmacher.
Macht: Der verstorbene "FAZ"-Herausgeber
galt als wichtiger Intellektueller und Trendsetter, auch bei Linken.
Dabei war er nur ein raffinierter Konservativer,
in:
TAZ v. 02.07.
"Er war kein »Trendsetter«,
obwohl dies oft behauptet wird. Stattdessen war Schirrmacher stets
der Allerletzte, der auf einen Trend aufsprang. Dass die Menschen
älter werden, war eine Binse, als Schirrmacher 2004 seinen
»Methusalem-Komplott« veröffentlichte. Dass weniger Kinder geboren
werden, wusste auch schon jeder, als 2006 »Minimum« folgte. (...).
Schirrmacher war kein Seismograf für Themen, sondern für Stimmungen.
Er traf den Zeitgeist und lieferte eine Erzählung, die stets die
gleiche und völlig unabhängig von den Inhalten seiner Bücher war. Ob
Schirrmacher über 100-Jährige oder über Big Data schrieb - immer
rief er eine »anthropologische Krise« aus. Wenn Schirrmacher
schrieb, ging es »um nichts weniger als eine Revolution«. In jedem
Buch postulierte er eine »neue Ära«, die »unaufhaltsam« und mit »der
Wucht einer Naturgewalt« das bestehende System zermalmte. Er
fabulierte im Stil des Schauermärchens: Der Einzelne führe einen
»Überlebenskampf«, den er gern auch »darwinistischen
Überlebenskampf« nannte, kritisiert Ulrike HERRMANN. Dass
SCHIRRMACHER als
oberster Schrumpfologe der Babyboomer-Generation kein
Trendsetter war, war
längst auf dieser Website zu lesen.
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SCHMOLLACK, Simone (2014): Die Betreuerin.
Wahnsinn: Wenn in der Familie jemand
zum Pflegefall wird, haben die Angehörigen nicht nur mit Krankheit und
Trauer zu kämpfen, sondern vor allem mit den Behörden. Eine Chronik
über die deutsche Bürokratie,
in:
TAZ v. 02.07.
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WALTHER, Rudolf
(2014): Der
Exodus wird weder theoretisch noch praktisch eingelöst.
Frankfurt: "Westend", die
Zeitschrift für Sozialforschung, wurde umgestaltet. Bei der
Vorstellung des Hefts stritt man über entpolitisierten Messianismus,
in:
TAZ v. 02.07.
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Dienstleistungsmetropole Frankfurt - Die Family Gentrifier als neue
Gruppe auf dem Wohnungsmarkt
PALM, Christian
(2014): Die auseinanderwachsende Stadt.
Arm und Reich gehen sich aus dem Weg. Der Bau neuer Stadtteile
verstärkt den Trend, dass sich die Quartiere unterschiedlich
entwickeln. Die Politik hat wichtige Instrumente aus der Hand
gegeben, dies zu verhindern,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 02.07.
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Die Broschüre
"Familienleitbilder in Deutschland" in der Debatte
WELT
(2014): Hausfrauenehe darf kein Leitbild mehr sein.
Ausgerechnet die Konrad-Adenauer-Stiftung geht mit der
Familienpolitik der Regierung hart ins Gericht. Ende "ideologischer
Diskurse" gefordert,
in:
Welt v. 01.07.
Die Welt zitiert die
Rangfolge der Familienformen, bei der die unvollständige Familie
(Alleinerziehende) im Sinne des bürgerlichen Familienideals immer
noch das Bewusstsein der Bevölkerung prägt:
"Auch in der Bevölkerung ist
der Studie zufolge das verheiratete Paar nach wie vor ein
zentrales Modell des Zusammenlebens. Volle 100 Prozent der vom
Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) 2013 befragten
5000 Bürger zwischen 20 und 39 Jahren sehen das so. Doch das
Spektrum der Familienformen habe sich erweitert: Mit 97 Prozent
Zustimmung genieße auch das unverheiratete Paar eine große
Akzeptanz. Homosexuelle Paare (88 Prozent) mit eigenen Kindern
würden etwas häufiger als Familie definiert als
Patchworkfamilien (85 Prozent) oder als die alleinerziehende
Mutter (82 Prozent)."
RASCHE, Uta
(2014): Das Leitbild-Wirrwarr.
Nicht allein fehlende Krippenplätze sind der Grund dafür, dass die
Geburtenzahl in Deutschland sinkt. Vielmehr macht das Durcheinander
konkurrierender Familien-Leitbilder einer Studie zufolge insbesondere
Frauen zu schaffen,
in:
faz.net v. 01.07.
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SCHMOLLACK, Simone
(2014): Teuer und rückwärtsgewandt.
Über die Mütterrente,
in: TAZ v. 01.07.
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TAUBERT, Greta (2014): Die Schwarm-Stadt.
Nirgendwo boomt der Arbeitsmarkt so
sehr wie in Leipzig. Die Autorin, die in der Stadt lebt, erklärt das
Geheimrezept,
in: Capital, Juli
Der Ökonom Harald SIMONS hat den Begriff
"Schwarm-Stadt" geprägt, um die angeblich "unerklärliche"
Anziehungskraft von Städten zu bezeichnen:
"Aus der umliegenden öden
ostdeutschen Provinz ziehen junge Leute wie Vögelschwärme in die
verheißungsvollen urbanen Zentren. Irgendwann ist mal einer aus
der Dorfjugend vorgeflogen, hat in Leipzig eine Nacht auf einem
illegalen Elektro-Open-Air durchgetanzt, saß mit anderen
Langweile-Migranten und ausreichend Bier sommerabends auf der
Sachsenbrücke oder wusste sich, überwältigt von der Übermacht der
Möglichkeiten."
Für die Erklärung dieses
Hip-Phänomens wurden z.B.
Hipster-Theorien oder der Begriff
"Symbolische Gentrifizierung" erfunden.
BAHRKE, Michael & Hanno KEMPMANN (2014): Hier
geht's ab!
Die Wirtschaft brummt in Bayern,
aber lahmt im Osten. Ach ja? Interessant wird es, wenn man nicht nur
das Wirtschaftsniveau, sondern die Dynamik betrachtet,
in: Capital, Juli
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STORMER, Carsten (2014): Sie folgen dem Herzen.
Wer in Indien aus Liebe heiraten
will, dem drohen Entführung, Folter und Tod durch die eigenen
Verwandten. Doch eine geheime Gruppe schützt verfolgte Paare. Sie
nennt sich "Love Commandos",
in: Neon, Juli
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WEBER-STEINHAUS, Fiona (2014):
Lass uns keine
Freunde bleiben.
Wir hängen sehr an alten Freunden.
Zu Unrecht! Ein Plädoyer für weniger Selbstbetrug - und für neue
Menschen,
in: Neon, Juli
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MOORSTEDT, Tobias (2014):
Die Stadt gehört
uns!
Das Stadtleben wird immer teurer und
eintöniger. Wir müssen etwas tun. Acht leuchtende Beispiele,
in: Neon, Juli
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BUCHHOLZ, Jenny (2014):
"Ich weine
ständig".
Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als
die Wahrheit: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und
erklären, warum es sich trotzdem lohnt, sie kennenzulernen,
in: Neon, Juli
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 24. - 30. Juni 2014
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