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Medienrundschau:
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News vom 16.
- 31. Januar 2002
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- VAHABZADEH,
Susan (2002): Schaum der Vergangenheit.
Es
war einmal ein Zwischenreich... "Was tun,
wenn's brennt?",
in: Süddeutsche Zeitung v.
31.01.
- Kommentar:
"Was
tun, wenn's brennt" von Gregor
Schnitzler läuft
heute in den Kinos der Republik an und
ist deshalb Thema in verschiedenen
Tageszeitungen.
Der Film
spaltet die Kritiker in die Spassfraktion
der Generation Golf und die Ernstler
der Anti-Spassgesellschaft, denen der
Film zu postmodern, d.h. realitätsfern,
ist.
Der
Tagesspiegel hat deshalb gestern gleich
eine Pro- und Contra-Kritik geliefert und
die Süddeutsche Zeitung verbindet eine
Filmkritik und ein Interview mit einer
Reportage vom "echten" Vorbild
eines Hausbesetzers.
Bei der TAZ
wird aus der Perspektive des
"wahren" Häuserkämpfers der
Hausbesetzersozialkitsch und das
Unauthentische kritisiert: "Dass wir
damals Fehlfarben auf Demos vom
Lautsprecherwagen gehört haben, stimmt,
nur haben die wohl nicht die Genehmigung
gegeben, ihren dialektischen Song »Ein
Jahr (Es geht voran)« für diesen Film
zu verwenden. Also hört es der Zuschauer
als aufgepeppte Coverversion von Ex-Selig
Jan Plewka."
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- FUHRIG, Dirk (2002):
Hautenge T-Shirts in Fernost.
Die
neue chinesische Literatur drückt aufs Tempo und
Wei Hui setzt sich mit "Shanghai Baby"
an die Spitze,
in: Frankfurter Rundschau
v. 31.01.
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- PAMPUCH,
Thomas (2002): Die guten alten Jugendforscher.
Onlinedatenbanken
könnten schon heute Forschungsergebnisse viel
besser speichern als herkömmliche Publikationen.
Aber gerade wissenschaftliche Institutionen haben
in Deutschland immer noch große Hemmungen, diese
Technik zu nutzen,
in: TAZ v. 31.01.
- Kommentar:
PAMPUCH kritisiert
anlässlich der Vorstellung des 11.
Kinder- und Jugendberichts, dessen
Ergebnisse auch auf Forschungen des
Deutschen Jugendinstitut (DJI) beruhen,
die Enthaltsamkeit des Instituts in
Sachen Internet-Öffentlichkeitsarbeit.
Das DJI
verfügt mit den Daten des
"Familiensurvey" über das
einzigste repräsentative Datenmaterial,
das über den dominanten Haushaltsansatz
der amtlichen Statistik hinausgeht. Mit
Hilfe des Netzwerkansatzes lässt sich
der Gegensatz "Familien contra
Singles" auflösen. Dies ist
angesichts des bevorstehenden
Familienwahlkampf jedoch politisch
unerwünscht. Die Abhängigkeit der
Wissenschaft(ler) von staatlichen
Geldgebern - rationalisiert als Postulat
der Wertfreiheit - erklärt wohl zum
grossen Teil die Zurückhaltung der
Wissenschaftler, selbst an die
Öffentlichkeit zu gehen.
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- KOCH,
Hannes (2002): "Attac in den
Währungsfonds".
Der
Soziologe Ulrich Beck will Stimmrecht in
transnationalen Organisationen für
Globalisierungskritiker,
in: TAZ v. 31.01.
- Kommentar:
Der Soziologe Ulrich BECK, ein
Sprachrohr der zweitmodernen,
transnationalen Eliten, muss eingestehen,
dass die globalen Nomaden auf die
vor-zweitmodernen Sicherheitsstaaten
angewiesen sind, denn sie haben ein
existentielles - notgedrungen
körperlich-geografisches - Interesse
"an einem sicheren Leben, an
Wohlstand und Bildung".
BECK
fordert deshalb eine
"Weltinnenpolitik", d.h. eine
Politik, die Nationalstaaten dazu zwingen
soll, die zweitmodernen Interessen der
transnationalen Eliten gegen die
erstmodernen Interessen der jeweiligen
Staatsbürger durchzusetzen. Damit dies
auch moralisch korrekt erscheint, werden
die zweitmodernen, transnationalen Eliten
zu Anwälten von Flüchtlingen und
Migranten.
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- TAGESSPIEGEL
(2002): Das gab's noch nie: Hausbesetzer als
Kinohelden.
Der
neue Film von Gregor Schnitzler blendet zurück
in die Zeit des Berliner Häuserkampfs. Packende
Story - oder Vergangenheitsfälschung? Zwei
Meinungen sind besser als keine,
in: Tagesspiegel v. 30.01.
- SCHULZ-OJALA,
Jan (2002): Pro: Brennen lassen!
Ein
Thesenfilm, der die Wahrhaftigkeit liebt,
in: Tagesspiegel v.
30.01.
- MAHRENHOLZ,
Simone (2002): Kontra: Löschen!
Die
unscharfe Erinnerung wird zur Karikatur,
in: Tagesspiegel v.
30.01.
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- IRLE, Katja (2002):
Rückkehr zur Großfamilie.
Die
Genossenschaft Wohnsinn will in Darmstadt Alt und
Jung als Zweck-WG unter einem Dach versammeln,
in: Frankfurter Rundschau
v. 29.01.
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- JOHLER, Jens (2002): Zur Menschenfrage.
Rede eines Freien Bürgers
in zweieinhalb Jahrhunderten,
in: Frankfurter Allgemeine
Zeitung v. 29.01.
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- RIK (2002):
Führerkult,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.01.
- Inhalt:
HOUELLEBECQ hat dem
Nachrichtenmagazin Focus eines seiner
berüchtigten Interviews gegeben, das RIK
für die FAZ-Leser zusammenfasst.
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- WOLFSGRUBER, Axel
(2002): Unheiliger Abend.
Anwälte und Eheberater
registrieren zum Jahresanfang einen massiven
Anstieg von Trennungswilligen,
in: Focus Nr.5 v. 28.01.
- Kommentar:
WOLFSGRUBER
beschäftigt sich mit der Weihnachtskrise
der Ehepaare, von der die Anwälte
profitieren. Wenn die Erklärung jedoch
so einfach wäre, wie der Autor es
darstellt, dann wäre die Abschaffung der
Weihnachtsfeiertage ein Beitrag zur
Stabilisierung der Ehe.
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- DOTZAUER,
Gregor (2002): "Ich bin ein bisschen
reaktionär".
Jonathan
Franzen ist der amerikanische Romanautor der
Saison. Ein Gespräch über Literatur und Erfolg,
in: Tagesspiegel v. 28.01.
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- FAS
(2002): Die 100 wichtigsten deutschen
Intellektuellen.
Geistige
Wirkung ist meßbar: Ein erstes Internet-Ranking
für die gebildeten Stände,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v.
27.01.
- Kommentar:
"Der erste
Gedanke ist natürlich: Könnten wir in
Deutschland auch gebrauchen",
schreibt Georg
DOTZAUER im heutigen Tagesspiegel und fügt
hinzu: "So eine Liste mit den 100
einflussreichsten Intellektuellen, wie
sie Richard A. Posner gerade für Amerika
veröffentlicht hat: errechnet aus allen
Erwähnungen, die 546 zumeist
universitär verankerte Kandidaten durch
ihre wissenschaftlichen und
publizistischen Veröffentlichungen in
Leitartikeln, Essays oder Webkommentaren
zwischen 1995 und 2000 gefunden haben.
Denn was haben wir? Die 100 peinlichsten
Berliner, die 50
meistbegehrten Singles - und in
der nächsten Talkshow schon wieder Guido
Westerwelle als liberalen Vordenker. Gut,
dass zumindest in den Staaten endlich mal
einer anhand einer solchen Aufstellung
darüber nachdenkt, in welchem
Verhältnis Leistung und öffentliche
Präsenz stehen. "
Die FAS hat
DOTZAUER erhört und liefert das
gewünschte Internet-Ranking für
Deutschland. Auf der Basis der
Suchmaschinen Google und
Alltheweb, hat die FAS das Web als
"Intellektuellenmacher"
erforscht.
Single-Dasein.de
hat seinen Beitrag zu dieser neuen
Sportart geleistet. Unter den 100
bekanntesten GOOGLE- und
ALLTHEWEB-Intellektuellen befinden sich Ulrich BECK (Platz 7),
Martin
WALSER (9), Elfriede
JELINEK (15), Alice
SCHWARZER (20), Peter GLOTZ (25), Botho
STRAUß (26), Dietrich
SCHWANITZ (35), Christoph
HEIN (39) und Diedrich
DIEDERICHSEN (84).
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- TRABANT,
Jürgen (2002): Wühlen in Europas Wunden.
Eine
trostlose Suche nach Liebe und Glück: Michel
Houellebecqs Roman "Plattform",
in: Tagesspiegel v. 27.01.
- Inhalt:
Professor TRABANT
begnügt sich nicht mit einer Rezension
von "Plattform", sondern
bewertet auch die Romane "Ausweitung der
Kampfzone" und "Elementarteilchen". Sein
Fazit: "Wie Voltaire ist auch Houellebecq kein
wirklich großer Erzähler. Aber mit
Houellebecq hat Frankreich endlich wieder
etwas Wichtiges und etwas sehr
Französisches beizutragen zum aktuellen
Roman"
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- DPA/LSW (2002): Mehr
Singles und "wilde Ehen",
in: Stuttgarter Zeitung v. 26.01.
- Kommentar:
In
Baden-Württemberg sind die Mehrzahl der
Menschen, die einen Einpersonen-Haushalt
führen, entweder jugendliche Singles in
der Vor-Familien-Phase oder ältere
Witwen in der Nach-Familienphase.
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TAZ-Thema
"25 Jahre Emma"
Vor
25 Jahren gründeten Alice Schwarzer und ihre
Mitstreiterinnen die feministische Zeitschrift
"Emma", die noch heute die klaffende
Lücke zwischen "Amica" und den
"Männermedien" füllt. So streitbar es
war, so viele Gegenreflexe hat das Magazin
hervorgerufen. Eine Alternative gibt es nicht.
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Berliner
Zeitung - Magazin-Thema
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- LAGER,
Sven (2002): Eine Nacht in der Sukhumvit Road.
Das
literarische Kneipenquartett: Ein Gespräch in
der Bangkok Bar, ebendort, über den abwesenden
Herrn Houellebecq, dessen lang erwarteter und
kontrovers diskutierter Sextourismusroman
"Plattform" kommende Woche auf Deutsch
erscheint
in: TAZ v. 25.01.
- Kommentar:
Sven LAGER
debattiert vor Erscheinen der deutschen
Übersetzung über den neuen Roman
"Plattform" von
"HouelleBECK".
Die
Verballhornung des Namens soll wohl
darauf hinweisen, dass es im Denken und
Schreiben des französischen Literaten Michel
HOUELLEBECQ und des
deutschen Soziologen Ulrich BECK mehr
Gemeinsamkeiten als Unterschiede gibt.
Obwohl BECK
- wie der Sozialwissenschaftler Volker
STORK in seiner
Abrechnung mit dem "Phänomen
BECK" durchaus
richtig beschreibt - seine
Individualisierungsthese gegen die
Position von HOUELLEBECQs "Atomisierungsthese" genauso
abgrenzen würde wie vom neoliberalen
"Homo Oeconomicus", so gibt es
doch bei diesen drei Perspektiven
unverkennbar eine grundlegende,
gemeinsame Vorstellung vom Funktionieren
der Gesellschaft als Marktkonkurrenz von
Individuen.
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- KLAUS, Michael (2002):
Frühes Leid.
Von Spießern und Rebellen,
in: Frankfurter Rundschau
v. 25.01.
- Inhalt:
KLAUS erzählt den
Lebenslauf eines Angehörigen der Single-Generation. Es wird
deutlich, dass sich auf dem Wohnungsmarkt
seit Anfang der 70er Jahre so manches
geändert hat:
"Ohne
die Erlaubnis der Eltern keine Trauung,
ohne Trauschein keine Wohnung zu zweit.
Ich musste abwarten.
Der
magische einundzwanzigste Geburtstag
rückte näher. Die Feiern begannen schon
drei Tage vorher. Die letzte Nacht wurde
durchgemacht. Und am Morgen hätten Anna
und ich natürlich zum Standesamt gehen
können. Als Verheiratete hätten wir
dann endlich den Wohnberechtigungsschein
und den Mietvertrag gekriegt. Aber
inzwischen war Anna abgesprungen."
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- SCHLÜTER, Christian
(2002): Intellektueller Volkstribun.
Dank
seines Blicks für feine Unterschiede wurde alles
anders: Zum Tod des französischen Soziologen
Pierre Bourdieu
in: Frankfurter Rundschau
v. 25.01.
- Kommentar:
Der bekannteste
französische Soziologe Pierre BOURDIEU
ist im Alter von 71 Jahren gestoren. Mit
dem Buch "Die feinen
Unterschiede" stellte der die
Politik der Lebensstile in den
Mittelpunkt.
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- FAZ.NET (2002):
Bevölkerungswissenschaftler Birg.
"Wir brauchen ein
anderes Zuwanderungsgesetz,
in: Frankfurter Allgemeine
Zeitung Online v. 24.01.
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- BUHR, Elke (2002):
Alle so anders.
Die aktuelle
Familienkampagne der Bundesregierung,
fotografiert von Herlinde Koelbl,
in: Frankfurter Rundschau
v. 24.01.
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- PFLEIDERER,
Verena (2002): Mit 30 Buchstaben zum
Traumpartner.
Nogambo: Neues
Computersystem sucht bei Single-Party für jedes
einsame Herz einen Partner,
in: Augsburger Allgemeine
v. 23.01.
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- BAUSCHMID,
Elisabeth (2002): Die Amme der Emma.
Die Frau mit dem Heft in der
Hand: "Wenn ich mich klonen könnte..."
in: Süddeutsche Zeitung v.
23.01.
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- Singlefeindlicher
Beitrag:
OBERNDÖRFER, Dieter (2002): Nur Zuwanderung
sichert den Wohlstand Deutschlands.
Dieter Oberndörfer über die
kollektive Verdrängungsmentalität der Politiker
und die verfehlte Ausländerpolitik,
in: Frankfurter Rundschau
v. 22.01.
- Kommentar:
Die FR dokumentiert
eine Erwiderung des emeritierten
Politikwissenschaftlers Dieter
OBERNDÖRFER, der
erster Vorsitzender des Deutschen Rats
für Migration ist. Er vernimmt in BIRGs
Gutachten "die Grundmelodie für den
bevorstehenden Wahlkampf".
OBERNDÖRFER
stimmt mit Herwig BIRG bezüglich
der Faktenlage zur demografischen
Entwicklung überein und kritisiert
deswegen nur dessen Kritik am
Zuwanderungsgesetz. Gemeinsam ist den
beiden Wissenschaftlern die Singlefeindlichkeit, die sich
aus dem Ziel einer "energischen
Familienpolitik" herleitet.
Frankreich hält auch OBERNDÖRFER für
das familienpolitische Musterland. Seine
Einschätzung des bevorstehenden
Verteilungskonfliktes liest sich
folgendermassen:
"Der
Aufbau einer wirklich wirksamen
Familienpolitik wäre überaus
kostspielig und wird daher ganz neue und
tief greifende wirtschaftliche
Umverteilungen notwendig machen. Er wird
in einer Gesellschaft der 'Singles', in
der Familien mit Kindern schon seit
längerem als politische Lobby eine
ungeliebte Minderheit geworden sind, nur
gegen hinhaltenden politischen Widerstand
durchsetzbar sein."
OBERNDÖRFER
setzt Familie mit der Haushaltsfamilie gleich,
d.h. Familienpolitik soll sich zukünftig
auf eine einzige Lebensphase im
Familienbildungsprozess konzentrieren.
Die familieninternen
Generationenbeziehungen der
Familienmitglieder werden damit weiter
aufgelöst und staatlich normiert, d.h.
die Individualisierung der Familie wird
forciert. Eine solche Familienpolitik,
die eine einzige Generation fördert,
forciert den Generationenkonflikt.
OBERNDÖRFER
dramatisiert die
Bevölkerungsentwicklung, indem er im
Vergleich der Geburtenraten von
Deutschland und Frankreich bewusst
unterschiedliche Definitionen der
betrachteten Bevölkerungsgruppen
gegenüberstellt
und somit die
Kinderlosigkeit in Deutschland höher
erscheint, um Frankreich als Vorbild
darstellen zu können:
"Seit
Ende der 70er Jahre betrug die jährliche
Geburtenrate Deutschlands (...) nur 1,35
bis 1,3. Sie lag damit weit unter der
Bestandszahl. Ohne die Zuwanderung von
Ausländern und deutschstämmigen
Aussiedlern hätte sich die Bevölkerung
Deutschlands schon bis heute um zirka
drei bis vier Millionen verringert. Auch
wenn es gelänge, die derzeitige
Geburtenzahlen allmählich auf das
höhere Niveau Frankreichs von 1,7
anzuheben, wären die Auswirkungen auf
die ab 2005 sich beschleunigende
Schrumpfung der Bevölkerung
gering."
Aus der
Darstellung muss man davon ausgehen, dass
OBERNDÖRFER hier die Geburtenrate
"deutscher" Frauen (statt der
Geburtenrate in Deutschland) mit denen
"französischer" Frauen
vergleicht. Dies ist jedoch nicht der
Fall. Das geht erst aus einer Passage
hervor, die sich eine Seite weiter
befindet:
"Wenn
'Ausländer' nicht allein nach ihren
Pässen, sondern auch nach der
ausländischen Herkunft der
Wohnbevölkerung definiert werden, fällt
Deutschland in der Rangordnung der
Aufnahmeländer Europas auch noch weit
hinter Frankreich, Großbritannien und
die Niederlande zurück. Ihre Zuwanderer
kamen zum großen Teil aus ehemaligen
Kolonialgebieten und wurden daher in der
nationalen Statistik nicht unter der
Rubrik 'Ausländer' registriert. Zudem
verringerte sich die Zahl ihrer
Pass-Ausländer kontinuierlich durch
großzügige Einbürgerungsregelungen. So
beläuft sich inzwischen auch die Zahl
der moslemischen Franzosen auf 5,5
Millionen bei einer Gesamtbevölkerung
von nur 58 Millionen (Deutschland 2,3
Millionen Moslems, die meisten aber sind
im Unterschied zu Frankreich nicht
eingebürgert)."
Aus
dieser Passage lässt sich die
Schlussfolgerung ziehen, dass die
Geburtenrate "deutscher" Frauen
im Vergleich mit
"französischen" Frauen gar
nicht so niedrig ist, wie sie eingangs
von OBERNDÖRFER dargestellt wird.
Singles
werden aufgrund
argumentationsstrategischer Überlegungen
zum Buhmann gemacht. Während nämlich
BIRG mit seinen Ausführungen belegen
wollte, dass die Geburtenrate der
deutschen Frauen ohne Zuwanderer auf ein
ausreichendes Niveau zurückzuführen
wäre, bestreitet OBERNDÖRFER gerade
dies. Um zu zeigen, dass Zuwanderung
notwendig ist, muss er deshalb die
Bevölkerungsentwicklung noch stärker
dramatisieren als BIRG dies tut, z.B.
indem er den betrachteten Zeitraum
ausweitet und zur Rhetorik
des Aussterbens greift.
Beiden
Wissenschaftlern sind die Belange der
Singles in der Phase vor der Gründung
eines Familienhaushalts bzw. nach Auszug
der Kinder gleichgültig. Sie sind das
Bauernopfer im Familienwahlkampf. Die
Dramatisierung gilt der Durchsetzung
einer als Familienpolitik getarnten
Bevölkerungspolitik.
Die
Bevölkerungsprognosen divergieren
durchaus, weswegen es aufschlussreich
ist, die Prognosen verschiedener
Institute zu vergleichen. Das Eurostaat-Jahrbuch
2001 (PDF-Format, 1 MB Grösse)
ermöglicht einen Überblick. Wenig
erstaunlich: Die nationale Statistik von
Deutschland ist jene, die mit den
niedrigsten Geburtenraten operiert.
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Titelstory: "Der
künstliche Kindersegen. Boom aus der
Retorte."
- BLECH,
Jörg/LAKOTTA, Beate/NOACK, Hans-Joachim
(2002): Babys auf Rezept.
Jedes 80. Kind in
Deutschland kommt heute aus der
Petrischale. Die einst verteufelte
künstliche Fortpflanzung ist zum
globalen Geschäft geworden. Und die
"Retortenkinder" gedeihen
prächtig. Nur an einem scheitern die
Babymacher bisher - die biologische Uhr
der Frau zu stoppen.
in: Spiegel Nr.4 v. 21.01.
- BLECK,
Jörg & Gerald TRAUFETTER (2002):
"Laborbabys werden mehr
geliebt".
Der Chemiker und
Schriftsteller Carl Djerassi über den
Erfolg der Anti-Baby-Pille, die Trennung
von Sex und Fortpflanzung und die Zukunft
des Kinderkriegens,
in: Spiegel Nr.4 v. 21.01.
- Kommentar:
DJERASSI
widerspricht der landläufigen
These vom
"Pillenknick":
"Der
Rock'n'Roll, die Hippiekultur,
die Drogen, die Frauenbewegung -
all das hat in den sechziger
Jahren eine Rolle gespielt. Die
Pille hat die ganze Revolte nur
erleichtert - und natürlich
angenehmer gemacht."
Seine
Vision für die Zukunft der
wohlhabenden Staaten:
"Ich behaupte, dass
am Ende Verhütungsmittel total
unnötig sein werden. Die
Menschen werden ihre Spermien und
Eier in einer Bank auf Eis legen
können und lassen sich
anschließend
sterilisieren." Damit soll
die bessere Vereinbarkeit von
Beruf und Karriere bei Frauen
ermöglicht werden.
DJERASSI
hält die Reproduktion sogar für
einen Segen für die
traditionelle Familie:
"Die im Labor entstandenen
Kinder sind stets gewünscht: Sie
werden deshalb mehr geliebt als
natürlich gezeugte Kinder, was
die Familie auch sehr stärken
könnte."
Eine
solche Sichtweise ist jedoch zu
einseitig. Wenn dadurch die
biologische Elternschaft
gestärkt wird, dann bedeutet das
gleichzeitig eine Schwächung der
sozialen Elternschaft und damit
werden Scheidungs- und
Waisenkinder noch stärker zu den
Problemkindern dieser schönen
neuen Familienwelt.
- LAKOTTA,
Beate (2002): Drillinge - die
Schattenseite der Fortpflanzungsmedizin.
Zwei Nürnberger
Ärzte fühlen sich von den
Reproduktionsmedizinern missbraucht: Der
eine ist Pränatalmediziner und muss
immer wieder Drillingskinder aus der
Retorte im Mutterleib töten, damit ihre
Geschwister eine Chance haben, der andere
päppelt Mehrlinge im Brutkasten auf.
in: Spiegel Nr.4 v. 21.01.
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- KEIL,
Lars-Broder (2002): Was kommt nach der
Spaßgesellschaft?
Freizeitforscher
Horst W. Opaschowski hält die Angestellten- und
Versorgungsmentalität in Deutschland für
besonders ausgeprägt
in: Berliner Morgenpost v.
20.01.
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SonntagsZeitung-Thema:
Fairplay-at-home
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- WEIDERMANN,
Volker (2002): Unter die Netzhaut.
Der
amerikanische Schriftsteller Jim Knipfel ist
sechsunddreißig und fast völlig erbliindet.
Sein Roman "Blindfisch", der jetzt auf
deutsch erscheint, erzählt von seinem Weg in die
drohende Dunkelheit,
in: Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung v. 20.01.
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- ZIELKE, Anne
(2002): Vernunft in Zeiten der Liebe.
Heiraten nach Plan: Indien
feiert die Love Season,
in: Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung v. 20.01.
- Kommentar:
ZIELKE berichtet von
einem Ehemodell das in westlichen
Ländern unbeliebt ist, ausser bei
Bevölkerungswissenschaftlern, Soziologen
und konservativen Kulturpessimisten:
"93 % der jungen Inder wünschen
sich noch immer eine arrangierte
Hochzeit. Wenn es schiefgeht, kann man es
einfach auf die Eltern schieben."
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- LEHNARTZ,
Sascha (2002): Vor die gläserne Wand gerannt.
Was
Angela Merkel widerfahren ist, passiert auf dem
Weg in Führungspositionen eigentlich ständig,
in: Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung v. 20.01.
- Kommentar:
LEHNARTZ beruft sich
auf Rita SÜSSMUTH, um das Problem von MERKEL zu
umschreiben: ihre Kinderlosigkeit, denn
"die effektivsten Karrierekiller
sind für Frauen in der Wirtschaft immer
noch Kinder".
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- GERMIS,
Carsten (2002): Krippenplätze statt Kindergeld.
Der Kinder- und
Jugendbericht fordert eine neue Politik für die
Familie
in: Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung v. 20.01.
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- FRÖMEL,
Susanne (2002): Ich könnte platzen vor Glück.
Hera
Lind ist die erfolgreichste Autorin Deutschlands
und liebt die Idylle. Intime Einblicke in ein
fast perfektes Leben
in: Welt am Sonntag v.
20.01.
- Kommentar:
Eine Homestory von
FRÖMEL über das Superweib
Hera LIND, dessen
neuestes Buch nicht die erhoffte Auflage
bringt.
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- MÄNZ,
Christina (2002): Weiblich, ehrgeizig, erfolglos.
Viele
der amerikanischen Top-Managerinnen scheiterten
in den vergangenen Monaten. Frauen haben sich in
der Männerdomäne noch lange nicht etabliert
in: Welt am Sonntag v.
20.01.
- Inhalt:
Scheitern ist
weiblich! MÄNZ nimmt den Misserfolg von Angela MERKEL zum
Anlass, um über das Schicksal der
amerikanischen Top-Managerinnen zu
berichten:
"Viel
zu gucken gibt es da allerdings immer
noch nicht. Gerade mal neun der
Top-1000-Unternehmen in den Vereinigten
Staaten werden von Frauen geleitet; in
den Fortune-500-Unternehmen beläuft sich
ihre Zahl auf sechs. Im Jahr 2000 waren
es nur zwei. Und dann auch noch das:
Viele der ambitionierten Business-Ladys,
die die Hitliste der exklusiven
Männer-Enklave Top-Management'
erklommen hatten, scheiterten in den
vergangenen Monaten."
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- KAISER,
Alfons (2002): Namenlos
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.01.
- Kommentar:
KAISER beschäftigt
sich auf der Titelseite angesichts
"1,4 Kinder pro Frau" mit dem
Problem der Namensfindung in
individualisierten Ein-Kind-Familien, die
er fälschlicherweise
zur Regelfamilie macht.
Er folgt
damit zwar der weitverbreiteten Logik von
Ulrich BECK, der die
Neue Mitte mit der Gesamtgesellschaft
gleichsetzt und damit die Mehrheit der
Gesellschaft ignoriert. Aber in einer
Zeitung für die Neue Mitte interessiert
dies sowieso niemand.
KAISER
hält deshalb Namen für "Symptome
sich verändernder Lebensstile. So wie
man sich heute im Individualisierungssog
seine Biographie wie aus dem Setzkasten
zusammenbaut (...) so zeigt man auch gern
Weltläufigkeit im Eigennamen. Man geht
nicht mehr in die Welt hinaus und zeigt
seine Herkunft." Denn der
"Bestand an Vornamen ist größer
als je zuvor. Die Erlebnisgesellschaft hat in
Urlaubsbekanntschaften,
Seriendarstellern, Popmusikern und
Sportgrößen aus aller Welt ein
gigantisches Reservoir an Vorbildern
gefunden. Deren Namen umglänzt Verehrung
oder auch nur Sympathie. Kevin Keegan,
Kevin Costner und die Flut kleiner
deutscher Kevins illustrieren die
Bedeutung der Populärkultur in einer
Zeit, die sich vielfach vom Herkommen
gelöst hat. Das macht Vornamen auch
schlicht und einfach zu
Modeartikeln."
Kulturkritik ist eben
chic und wer Alfons heisst, den
identifiziert man namensmässig
zwangsläufig mit untergegangenen Zeiten.
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- KLÜVER,
Reymer (2002): Gelähmt in ein anderes Leben.
Tumorpatienten
werden medizinisch bestens betreutaber wer
hilft den Zurückgebliebenen, auf den Trümmern
ihrer Familien wieder gehen zu lernen
in: Süddeutsche Zeitung v.
19.01.
- Inhalt:
KLÜVER berichtet
über den Fall eines Mannes, der durch
den Tod seiner 36jährigen Frau zum
alleinerziehenden Vater wurde.
Martina
NICOLAIDIS (siehe ZEIT
vom 10.01.2002) hat
aufgrund ähnlicher Erfahrungen eine
Selbsthilfeorganisation für verwitwete
Mütter & Väter gegründet, die auch
im Web unter www.verwitwet.com präsent
ist.
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- KÄPPNER,
Joachim (2002): Ein Professor für die CSU.
Wie ein
akademischer Außenseiter die Angst schürt, die
Deutschen würden zur Minderheit im eigenen Land
in: Süddeutsche Zeitung v.
19.01.
- Kommentar:
KÄPPNER berichtet
über die Vorstellung des Gutachtens von
Herwig BIRG (siehe FR vom 18.01.) und den
daran anschliessenden Professorenstreit
zwischen BIRG und seinen Kollegen BADE
und OBERNDÖRFER. KÄPPNER behauptet,
dass die Prognosen von BIRG
wissenschaftlich unumstritten seien. Dies
mag vielleicht für Deutschland stimmen,
aber nicht international! Die deutsche
Praxis wird z.B. von dem belgischen
Demografen Ron
LESTHAEGE
kritisiert.
- OBERNDÖFER,
Dieter (2002): Altersheim Deutschland.
Ein drastisches Plädoyer
für mehr Zuwanderung,
in: Süddeutsche Zeitung v.
19.01.
- Kommentar:
Der Freiburger
Politikwissenschaftler OBERNDÖRFER
kritisiert nicht die - keinesfalls
unumstrittene - Prognose von BIRG,
sondern forciert dessen Rhetorik
des Aussterbens noch,
indem er sogar Voraussagen bis zum Jahr
2075 vorträgt. Offenbar möchte er nur
BIRGs These, dass eine Trendwende beim
demografischen Wandel ohne Zuwanderung
möglich sei, widerlegen. Eine solche
Strategie ist um keinen Deut besser als
jene von BIRG, sondern geht auf Kosten
der Singles.
Singlefeindlichkeit statt
Fremdenfeindlichkeit, das darf nicht die
Alternative sein!
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- GRIESE,
Inga (2002): Familienbilder.
Zwei
Frauen, zwei Familienmodelle: Karin Stoiber
organisiert es klassisch - langjährige Ehe, drei
Kinder, Enkel...,
in: Welt v. 19.01.
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- RUTSCHKY,
Michael (2002): Putzfrau
in: Frankfurter Rundschau v. 18.01.
- Kommentar:
Die neue Mitte hat
ein Problem: "Fast jeder
beschäftigt unterdessen eine; und immer
wieder gibt es Schwierigkeiten zu
erzählen - Schwierigkeiten, welche die
Putzfrauen machen, keinesfalls die
Herrschaft."
Im
Gegensatz zu Susanne RIEDEL widmet
sich der Essayist den zentralen Problemen
in den Mitte-Haushalten der Berliner
Republik, die nicht wie RUTSCHKY in einem
großbürgerlichen Haus wohnen.
Früher in
den guten alten autoritären,
frühliberalen Zeiten der Erstmoderne
löste die Dienstmädchenkammer das
Dienstbotenproblem auf elegante Weise.
Vielleicht
hilft in diesem Fall Florian
ILLIES' "Anleitung zum
Unschuldigsein" zur
Überwindung dieser mentalen Barriere auf
dem Weg in die frühliberale Zweitmoderne.
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- HÖFLER,
Barbara (2002): Generation Kukident.
Zu alt fürs Leben? Im Kölner
"Büro Zeitsprung" wehren sich wackere
Mittsechziger gegen die Altersdiskriminierung.
in: Frankfurter Rundschau
v. 18.01.
- Kommentar:
Die alternde 68er-Generation ist zur
"Generation Kukident" geworden
und bereitet gerade die zweite Revolution
vor, diesmal jedoch keine Jugend- sondern
eine Altersrevolte.
Der Verein
"Büro gegen
Altersdiskriminierung" wendet sich
gegen die "neueste" Form der
Diskriminierung. Seit Demografen nur noch
verachtend von "Alterslasten"
und "Vergreisung" parlieren,
ändert sich das gesellschaftliche Klima.
Die
stärkste Altersgruppe stellt zur Zeit
die Generation
Golf als Inbegriff der
Neuen MItte. Sie wird deshalb von allen
Parteien umworben.
Bis sich
das Gewicht zugunsten der Älteren
verschiebt, bleibt den 68ern deshalb nur
die Aufklärung mittels eigener Website: www.altersdiskriminierung.de
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- GRIESE,
Inga (2002): Reicher ER sucht ebensolche SIE.
Seit
über 25 Jahren bahnt sich bei Claudia
Püschel-Knies etwas an. Die Annoncen ihrer
Partnervermittlung haben längst Kultstatus. Ein
Besuch bei der Heiratsvermittlerin
in: Welt v. 18.01.
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- RIEDEL,
Sabine (2002): Illegal.
Geschichte
einer "Perle" aus dem Osten,
in: Frankfurter Rundschau
v. 18.01.
- Kommentar:
RIEDEL erzählt die
Geschichte einer tschechischen
Haushaltshilfe, die im Alter von 18
Jahren als Au-Pair-Mädchen mit einem
Touristenvisum nach Deutschland einreiste
und im Haushalt einer
Vorstadtmittelschichtfamilie arbeitete.
Nach Ablauf ihres Visums arbeitete sie
illegal für eine städtische
Mittelschichtfamilie weiter.
RIEDEL
liefert zwischendurch die spärlichen
offiziellen Fakten, die über solche
Haushaltshilfen bekannt sind und über
die politische Debatte um
Teillegalisierung im Anschluss an eine
grossangelegte Polizeirazzia, die diese
Praxis exemplarisch aufdeckte.
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- HSF (2002):
Spricht das Ruhrgebiet bald Türkisch?
Sprach- und
Integrationsprobleme in den Grossstädten des
alten Industriereviers,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 18.01.
- Inhalt:
HSF hat in
Gelsenkirchen eine Grundschule ausfindig
gemacht, in der die Ausländer in der
Mehrheit sind, um Herwig BIRGs
Bedrohungsszenario zum Thema machen zu
können:
"So
schockierte gerade Heinz Birg,
Bevölkerungswissenschafter an der
Universität Bielefeld, in einem
Zeitungsinterview die Öffentlichkeit:
«Wir denken immer, wenn wir von
Integration sprechen, an eine
deutsche
Mehrheitsgesellschaft, in die eine
Minderheit zu integrieren ist. Es kommt
aber genau umgekehrt. In den
Grossstädten kippt bei den unter
40-Jährigen schon ab 2010 das
Mehrheitsverhältnis Deutscher zu
Zugewanderten. Integration bedeutet dann:
Wie integriere ich mich als Deutscher in
eine neue Mehrheitsgesellschaft aus
Zugewanderten?»"
HSF zitiert
hier die Welt vom 02.01.2002. Dies war sozusagen
die inoffizielle Eröffnung des
STOIBER-Wahlkampfes, denn BIRG hat im
Auftrag der bayrischen Landesregierung
ein Gutachten (siehe FR vom 18.01.)
erstellt, das die Kontroverse Familien
contra Singles forcieren wird.
- FRANKFURTER
RUNDSCHAU (2002): "Von Zuwanderung
profitiert vor allem der Migrant, nicht der
Staat".
Was
der Bielefelder Bevölkerungsforscher Herwig Birg
im Auftrag des Landes Bayern herausgefunden hat /
Die Zusammenfassung seines Gutachtens
in: Frankfurter Rundschau
v. 18.01.
- Kommentar:
Die
FR dokumentiert BIRGs Gutachten für die
Bayrische Landesregierung. Die zentrale
Aussage ist:
"Die
bis 2020 nur mäßige Abnahme des
Arbeitskräftepotenzials um rd. 8 Prozent
bietet den benötigten zeitlichen
Spielraum zur Vorbereitung und
Durchführung einer von Zuwanderungen
unabhängigen, demographisch orientierten
Familienpolitik zur Anhebung der
Geburtenrate. Dies bedeutet, dass das
Ziel, langfristig zu einer demographisch
nachhaltigen Bevölkerungsentwicklung
zurückzukehren, nicht unerreichbar
ist."
Der Begriff
"demographisch orientierte
Familienpolitik" ist die neudeutsche
Sprachregelung für Bevölkerungspolitik.
Wie ist dies zu erreichen?
"Um
das Ziel einer bestandserhaltenden
Geburtenrate von zwei Kinden pro Frau zu
erreichen, müsste sich die
Familienpolitik vor allem auf einen Abbau
der lebenslangen Kinderlosigkeit
konzentrieren."
Eine solche
Zielsetzung läuft zwangsläufig auf eine
Verschärfung der Kontroverse
"Familien contra Singles"
hinaus.
Frankreich
ist BIRGs Vorbild. Obwohl dort
Bevölkerungspolitik eine lange Tradition
hat, ist die dortige Geburtenrate kaum
höher als in Deutschland. Da Frankreich
länger als Deutschland ein Agrarstaat
war, dürfte dort der Geburtenrückgang
erst noch bevorstehen.
Dreh- und
Angelpunkt des Überfremdungsarguments
ist der angebliche Zuwanderungsdruck aus
den Mittelmeeranrainerstaaten:
"Wer
über Zuwanderung spricht, muss auch die
demographische Entwicklung in den
potenziellen Herkunftsländern
berücksichtigen. In unmittelbarer
Nachbarschaft zu Deutschland und Europa -
in den südlichen Anrainerstaaten des
Mittelmeers von Marokko über Algerien,
Tunesien, Libyen und Ägypten bis zur
Türkei".
Gerade
diese Länder zeigen jedoch, dass die
Bevölkerungsentwicklung nicht so
voraussehbar ist, wie BIRG das gerne
behauptet. Im Maghreb, den ehemaligen
französischen Kolonien Algerien, Marokko
und Tunesien hat nach einem Bericht des
französischen Nachrichtenmagazins
L'Express vom 25.01.2001 in den
letzten 30 Jahren ein dramatischer
Geburtenrückgang stattgefunden: von 7,5
Kinder auf etwas mehr als 2 Kinder pro
Frau. Würde man BIRGs Prinzipien einer
linearen Fortschreibung von Geburtenraten
auf diese Länder anwenden, dann gäbe es
dort in 30 Jahren eine Region ohne Volk.
Keiner würde jedoch so etwas für
realistisch halten. Aber genau nach
diesem Grundmuster sind BIRGs Prognosen
für Deutschland gestrickt!
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- SCHADER,
Angela (2002): Arbeitskraftreserven.
Unter den "working
poor" in Amerika,
in: Neue
Zürcher Zeitung v. 17.01.
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- OXFORT,
Christina (2002): Den Generationenvertrag
"leben".
Großes Interesse am Projekt
"Gemeinschaftliches Wohnen"/Haus in der
Blücherstraße im Visier,
in: Wiesbadener Kurier v.
17.01.
- Inhalt:
Bericht über ein
Projekt, bei dem Alleinerziehende,
Singles und Familien verschiedener
Altersstufen, Berufen und Interessen das
gemeinschaftliche Wohnen praktizieren
wollen.
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- HÖPFNER,
Marc (2002): Ich habe einen Traum,
in:
Die ZEIT Nr.4 v. 17.01.
- Kommentar:
Der britische
Bestsellerautor Nick HORNBY träumt
von San Franzisco und erzählt von seiner
nicht-konventionellen Familie, die jeden
Statistiker alter Schule die Haare zu
Berge stehen lassen würde.
Polarisierer
wie Herwig BIRG oder Jürgen
BORCHERT würden
sich die Hände reiben, denn HORNBY ist
in ihren statistikblinden Augen ein
Single, weil er nicht mit seinem Sohn
zusammenwohnt, sondern "ein paar
Meter entfernt wohnt" von seiner
Ex-Frau.
Warum er
seinen Traum nicht lebt, erklärt er
damit, dass seine Familie die
Immobilität erfordert. Auch so kann das
angeblich hochmobile Singleleben
aussehen!
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- GREFE,
Christiane/MAYER, Susanne/THADDEN, Elisabeth
(2002): Was Familien jetzt brauchen.
Alle
wissen, das Leben mit Kindern ist schwierig. Aber
wie helfen? Zum Schluss der ZEIT-Serie über
Familien fragen wir nach Ideen: bei der
zuständigen Ministerin, einem
Verfassungsrechtler, einem Jugendforscher, einer
Grünen-Politikerin,
in: Die ZEIT Nr.4 v. 17.01.
- Kommentar:
Die ZEIT beendet
ihre Familienserie mit 4 Interviews. Die
Familienministerin Christine BERGMANN
darf über Kinderbetreuung ihre sonstigen
altbekannten Positionen reden.
Der
konservative Verfassungsrechtler Paul
KIRCHHOFF darf seine
Vorstellungen über das Erziehungsgeld
für Eltern verbreiten. Offensichtlich
ist er der etwas naiven Ansicht, dass die
Angleichung der Erziehung an die
Erwerbsarbeit auf den finanziellen Aspekt
begrenzbar bleiben könnte. Idylle pur!
Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der
Beruf Mutter dann endgültig von der
biologischen Mutterschaft abgelöst
werden wird. Das Leistungsprinzip muss
dann auch im Privathaushalt eingeführt
werden - Kapitalismus pur und nicht
Familiensozialismus!
Während
der Fragesteller vom SPD-Familienbegriff
"Familie ist da, wo Kinder
leben" (Familie als
Familienhaushalt) ausgeht, antwortet
KIRCHHOF jedoch, indem er einen
statistisch nicht erfassten,
alltagssprachlichen Familienbegriff
benutzt: "Menschen, die keine Kinder
haben, sei es, dass sie keine Kinder
wollen oder dass ihnen dieses Glück
nicht beschieden ist". Während also
der Fragesteller Familie als Minderheit
stilisiert, spricht KIRCHHOFF von Familie
als Mehrheit, aber so, als ob dies die
angesprochene Minderheit wäre. So
einfach lässt sich aneinander vorbei
argumentieren. Dies ist nicht die
Ausnahme, sondern die Regel bei der
Scheinkontroverse Familien contra
Singles.
Ingo
RICHTER spricht über GASCHKEs
"Erziehungskatastrophe". Im
Gegensatz zu GASCHKE sieht er hier jedoch
das Problem nicht in den Mittelschicht-,
sondern bei den Migrantenfamilien und
fordert deshalb Jugendhilfe, statt
Bildung.
Zuletzt
darf die grüne
Familienrebellin Katrin GÖRING-ECKARDT aus der
Generation Golf ihre neoliberale
Familienpolitik vertreten.
GÖRING-ECKARDT sieht zumindest
realistisch, dass eine kompensatorische
Bildungspolitik nur erfolgreich sein
kann, wenn man denjenigen Eltern Zeit mir
ihren Kindern wegnimmt, die ihre Kinder
selbst erziehen wollen. Aus diesem Grunde
vertritt sie konsequenterweise die
Interessen der neuen Mitte: "Am
liebsten würde ich überall kostenlose
Programme für die Bildungsverlierer
auflegen. Aber die Eltern im Engagement
für ihre Kinder einschränken: das
nicht."
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- JESSEN,
Jens (2002): Revolution als Mode.
Das
Bunte, das Laute, die Siebziger und ihre
Gewaltfantasien. Rückblick auf ein Jahrzehnt,
das keine Erwachsenen duldete
in: Die ZEIT Nr.4 v. 17.01.
- Kommentar:
"Das Runde muss
ins Eckige", das ist der Buchtitel
von Helmut
SCHÜMANNs Bundesligageschichte und es ist
gleichzeitig das Motto von Jens JESSEN,
der sich als Anwalt des Eckigen darum
bemüht das Runde zu parieren.
Das Runde
sind die 70er Jahre - nach Meinung von
JESSEN ein Jahrzehnt des Schreckens. Dem
möchte er die goldenen 50er Jahre
entgegensetzen. Seit Gerd KOENEN die 70er
Jahre recyclet hat, ist das Bild dieses
Jahrzehnts festgeschrieben.
JESSEN
spitzt die 70er Jahre nun auf die
Kontroverse "Familien contra
Singles" zu und bringt dies in
Zusammenhang mit dem Terrorismus. Er
spricht zwar vom Jugendwahn und den
"Erwachsenen als maginalisiertes
Volk". Er umkreist damit das Thema
nur, ohne es zu nennen. Jugendlichkeit
ist für JESSEN jedoch gleichbedeutend
mit Kinderlosigkeit und Single-Dasein,
während das Erwachsensein die Gründung
des eigenen "Familienhaushalts"
voraussetzt:
"Wer
seinen Topschnitt in RCDS-Versammlungen
trug und bei Muttern wohnte, konnte alle
Hoffnung auf Geschlechtsverkehr begraben.
Die frühen siebziger Jahre waren die
ersten, die einen Außenseiterhass
züchteten, wie ihn Houellebecq
beschrieben hat."
HOUELLEBECQ ist
unverzichtbares Zitierzeug für
Kulturpessimisten wie JESSEN und dann
kommt er doch noch zum Kern, wenn er
Selbstverwirklichung mit "Freiheit
von den natürlichen
Reproduktionszusammenhängen"
gleichsetzt:
"Die
Frau, die sich nicht runden durfte, war
die Frau, die nicht schwanger und nicht
Mutter, also niemals erwachsen werden
sollte."
JESSEN
übersieht jedoch, dass es ohne die 70er
Jahre heute keine als Familienpolitik
umschriebene Bevölkerungspolitik geben
könnte.
In jenem
Jahrzehnt wurde die Bevölkerungspolitik
der BRD institutionalisiert. 1973 wurde
das Institut für Bevölkerungsforschung
gegründet und 1975 erschien die erste
Ausgabe der "Zeitschrift für
Bevölkerungswissenschaft". Offenbar
waren damals nicht die regressiven Kinder
an der Macht, um ihre Kinderrepublik zu
errichten.
JESSEN
übernimmt mit seiner Kritik an den 70er
Jahren das Selbstverständnis der
68er-Generation.
Diese
68er-Generation hat die
Single-Gesellschaft genauso bekämpft wie
JESSEN heutzutage. Sein Vordenker könnte
sehr gut der 68er Jörg FAUSER sein, der
über seine Generation schreibt:
"vergiß
nicht: wir sind eine Generation von
Trümmerkindern, erst später hat man uns
Computersilos und Zuckerfassaden auf die
Trümmer gestellt, aber wir vergessen sie
nicht. Und wenn wir am Ufer des Babylon
im Schatten des Molochs sitzen, wir
brauchen nur über den Fluß zu blicken,
dort rauchen noch immer die Trümmer.
Manche werden von solcher Sehnsucht nach
ihnen erfaßt, daß sie bei Nacht und
Nebel über den Fluß gehen (...). So
groß kann unsere Liebe zu dieser Welt,
die man uns vorgesetzt hat, niemals sein,
daß wir uns nicht alle nach den alten
Trümmern sehnen".
Dieser Text
ist nicht im Anschluss an den 11.
September entstanden, sondern im Jahr
1979 erschienen. In diesem Roman, der
"Alles wird gut" heisst,
beschreibt FAUSER - ein Denker des
Eckigen - die eigene Wurzellosigkeit und
projeziert sie auf die Grossstadt
München. Seine aus den Trümmern des
Nachkriegsdeutschland entwachsene
Weltsicht kumuliert in einem Satz:
"Es
ist die Berührungsangst, die
Zärtlichkeitsangst, die Lebensangst, die
wie ein endloser Winter durch dieses Land
wandert; ihrer Kälte entkommst auch du
nicht".
JESSEN
kämpft noch immer die alten Kämpfe der
68er Trümmerkinder und kann nicht
akzeptieren, dass Familie und
Single-Dasein keine Gegensätze sind,
sondern normale Phasen im Lebenslauf.
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- STEPHAN, Cora (2002):
Hauptsache wenigstens schwul.
Ein
"Minderheitenstatus" verhilft auch dem
größten Langweiler noch zum farbigen Auftritt,
in: Welt v. 16.01.
- Kommentar:
Cora STEPHAN, die
Kämpferin im Namen der politischen
Korrektness der neuen Mitte und
Weggefährtin des glücklichen
Globalisierers Matthias
HORX, macht sich
Gedanken darüber, warum Angelika MERKEL
keine Chancen als Kanzlerkandidatin
hatte: "die Minderheitenposition ist
ein modernes Schutzschild geworden"
ist ihre Begründung.
Dies ist
so wahr wie falsch, wenn das Stigmata im
Geschlecht gesucht wird. Auch Antje
VOLLMERs Analyse "Die
Solitäre steht allein" im
Tagesspiegel vom 13.01. liegt
deshalb knapp daneben.
MERKELs
Problem war nicht, dass sie eine Frau
ist, sondern dass sie erstens kinderlos,
zweitens geschieden und damit drittens
eine "männliche" Frau ist.
Man stelle
sich einen Familienwahlkampf vor, in dem
sich der Kandidat nicht in den
wahlentscheidenden Homestories als Widerstandskämpfer
der Anti-Singlegesellschaft
präsentieren kann.
Undenkbar
in Zeiten, in denen Vorbilder gefragt
sind und Konzepte durch den schönen Stil
ersetzt werden. Dank der Väterinitiative
von Christine BERGMANN sind jetzt nicht
Mütter gefragt, sondern neue Väter. Wer
ist also der bessere neue Vater?
LandesVATER stoiber oder der VÄTERliche
schröder? Diese Frage wird den
Bundestagswahlkampf entscheiden.
Michael
KÖHLER hat in der Süddeutschen Zeitung
vom 12.01.2002 ("Vaterpass - oder
von der Liebe zum Leben") bereits
einen Vorgeschmack auf das geliefert, was
MERKEL erwartet hätte.
Der
"New Journalism" à la KÖHLER
stellt das Vater-ICH und die Mutterschaft
der Frau in den Mittelpunkt des
Kulturkampfes der neuen Mitte und
kinderlosen, berufstätigen Frauen - also
den typischen Vertreterinnen des 70er Jahre
Feminismus - wird
jegliche Kompetenz abgesprochen:
"Von der (kinderlosen) Gynäkologin
hat sie gewechselt zu einem Frauenarzt,
der Vater von drei Kindern ist",
schreibt KÖHLER mit dem
Stolz eines
Widerstandskämpfers im Namen der
Minderheit Familienhaushalt.
Dass
Scheidung ein Stigma für
Familienwahlkämpfer ist, das hat das
Beispiel Hessen gezeigt. Dort brachte die
Ministerin Marlies MOSIEK-URBAHN ihren
Rücktritt mit einer Scheidung in
Zusammenhang. REINICKE kommentiert dies
im Tagesspiegel
vom 21.08.2001
folgendermassen:
"Die
Ex-Ministerin schreibt, dass die Trennung
von ihrem Mann 'die Glaubwürdigkeit der
werteorientierten Familienpolitik'
behindere. Eine Geschiedene darf nicht
Familienministerin sein. Offenbar soll in
Hessen die heile Familie als stählerne
Norm gelten, alles andere als
minderwertige Abweichung. In Kochs
Country soll nicht nur die Sozialpolitik
aus Wisconsin herrschen - sondern auch
die stickige Moral des 'Bibelgürtels'
der USA. In Wiesbaden riecht es streng
nach Werte-Fundamentalismus. Ohne
Doppelmoral. Zumindest für Frauen."
Kein
Kommentar zum Rücktritt MERKELs von der
Kanzlerkandidatur wies auf diesen Aspekt
der Ehe- und Familienlosigkeit hin, aber
süffissant wurde verlautbart, dass die
GESCHIEDENE, KINDERLOSE angelika merkel
ihre Kandidatur zurückgezogen habe,
keiner versah STOIBER mit
Familienstandsattributen. Die wirkliche
politische Korrektheit manifestiert sich
in der Nachricht selbst und nicht in den
nachgereichten Kommentaren!
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- FLEER,
Cornelia (2002): Dogma ohne Dogma.
In
"Italienisch für Anfänger" leihen
sich dröge Dänen das Temperament des Südens,
in: Jungle World Nr.4 v.
16.01.
- WEGNER,
Sven (2002): Viel Witz, wenig Make-up.
Interview
mit der Dogma-Regisseurin Lone Scherfig,
in: Jungle World Nr.4 v.
16.01.
- ROTHER,
Hans-Jörg (2002): Wenn wir Nervösen uns regen.
Wieviel Dogma braucht der
Süden? Lone Scherfig lehrt "Italienisch
für Anfänger" im Kino,
in: Frankfurter Allgemeine
Zeitung v. 16.01.
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- KOTHENSCHULTE,
Daniel (2002): Der Nomade im Speck.
Mobile Möbel für das
Gepäck des modernen Wanderers: Flüchtiges von
der Kölner Möbelmesse,
in: Frankfurter Rundschau
v. 16.01.
- Inhalt:
"Die Leute
ziehen oft um, und kaufen dann spontan
das eine oder andere dazu, was sie sich
leisten können und irgendwie zu dem
passt, was sie schon haben", zitiert
KOTHENSCHULTE den Chef-Designer Per
WEISS. Sein Markenzeichen: "Unter
jedem Tisch und Schemel stehen (...) die
schlichten Rollen von Krankenhausbetten
für Mobilität." Besser gefällt
dem Autor jedoch die Idee des
Jobnomadentums
"durch den Zeltstoff ausgedrückt,
der sich als ähnlich universell
einsatzfähiger Werkstoff erweist wie
einst Pantons Kunststoffe."
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- KLINGENSTEIN,
Susanne (2002): Generationstexte.
Ende der Verschiedenheit,
in: Frankfurter Allgemeine
Zeitung v. 16.01.
- Kommentar:
KLINGENSTEIN
referiert über ein Treffen der
Literaturwissenschaftler. Sie endet ihren
Bericht damit, dass sie einen
Zusammenhang zwischen Literatur und
Gesellschaftsform herstellt:
"Verbindliche
Kriterien für den
Umgang mit Texten gibt es nur in
dogmatischen Gesellschaften. Für
Demokratien gilt Emersons Wort: 'Jede
Generation muß ihre eigenen Bücher
schreiben.'"
Die neue
Website www.single-generation.de wird sich
u.a. in diesem Sinne zukünftig dem
Generationenthema widmen.
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 01. - 15. Januar
2002
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©
2000-2002
Bernd Kittlaus |
[email protected] |
Stand:
01. Februar 2002 |
|
Zugriffe
seit
dem 14.Juni 2000 |
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