| |
|
[
News-Hauptseite
] [ Homepage ]
|
|
| |
|
Medienrundschau:
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Zitat
des Monats:
Wie Neoliberale mit politischem Framing den Sozialstaat
dämonisieren
"Die
Vorstellung, dass soziale Absicherung dem Bürger nicht hilft,
sondern ihm ganz im Gegenteil schadet, steckt in dem Frame der
Sozialfalle oder auch Sozialhilfefalle (...). Wer
in der Falle sitzt, hat die Kontrolle über die Situation
verloren. Er ist dem Fallensteller ausgeliefert, er ist Opfer.
Wer in einer Falle sitzt, hat nur ein Ziel: seine Freiheit
wiederzugewinnen, um sich wieder bewegen und den zuvor
eingeschlagenen Weg fortsetzen zu können.
Die metaphorische Übertragung des Fallen-Frames auf
Sozialleistungen (...) vergibt die Rolle des »Bösewichts« an den
Staat - seine Fürsorge wird zur beabsichtigten Schädigung des
Empfängers, denn der sitzt in der Falle, sobald er Leistungen
bezieht. (...).
Der Frame blendet gedanklich aus, dass auch jene, die
Sozialleistungen beziehen, sich weiterhin - und oft gerade durch
diese Hilfe! - persönlich und beruflich entwickeln und auf ihre
Lebensziele zubewegen.
Er blendet aus, dass Bezieher gerade ohne Hilfe
Gefährdungen im Sinne sozialer und finanzieller Not ausgesetzt
sind und zumindest einen Teil ihrer Bewegungsfreiheit verlieren."
(Elisabeth Wehling,
"Politisches Framing", 2016, S.128f.)
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
21.03.2017
|
|
| |
|
|
|
| |
|
REINSCH, Melanie
(2017): Ungleicher Start ins Leben.
Deutscher Kinder- und Jugendmonitor
zeigt, wie ungerecht Chancen verteilt sind. Kitaplätze für alle
Flüchtlinge gefordert,
in:
Frankfurter Rundschau v. 21.03.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
THIELE, Lukas
(2017): Glücklich im Norden.
Laut Weltglücksreport sind die
Norweger das glücklichste Volk. Deutschland landet auf Rang 16,
in:
Frankfurter Rundschau v. 21.03.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
BRÜSS, Manfred (2017): Komplexe Anforderungen für Aufnahme in die
KVdR,
in:
versicherungsjournal.de v. 21.03.
Manfred BRÜSS berichtet über eine kleine Anfrage der Grünen (Bundestags-Drucksache
18/11251), die zeigt, dass diese längst eine Klientelpartei der
Besserverdienenden
ist. Sie sorgen sich um
Beamtenehefrauen, die durch die so genannte
9/10-Regelung von der kostengünstigen Krankenversicherung der
Rentner ausgeschlossen werden könnten. Offenbar sind die Grünen
jedoch erst durch Zeitungsartikel aufgeschreckt worden, denn ihre
Anfrage wurde erst gestellt, nachdem das Thema bereits in der
Öffentlichkeit lanciert worden war.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Landtagswahl im
Saarland
DELHAES, Daniel (2017): Ich und Herr Schulz.
Titel Der CDU-Wahlkampf: Am Sonntag
will die CDU mit einem Sieg an der Saar den Freudentaumel der SPD
beenden. Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer setzt auf
Mobilisierung,
in:
Handelsblatt v. 21.03.
Daniel DELHAES liefert keine objektive Berichterstattung, sondern
eine Wahlkampfhilfe für die amtierende CDU-Ministerpräsidentin.
"Wie spannend das Rennen an
der Saar ist, zeigen die jüngsten Umfragen. Bei der einen liegt
die CDU mit 37 zu 32 Punkten klar vor der SPD, bei der anderen
nur noch mit 35 zu 34. Im ersten Fall gäbe es ein Patt zwischen
SPD und Linke sowie CDU und AfD, womit eine Neuauflage der
CDU-geführten Großen Koalition sicher wäre. Im anderen Fall
stände eine Mehrheit für Ror-Rot",
erklärt uns DELHAES. Seriöser
Journalismus hätte sowohl das Institut als auch das Erhebungsdatum
der Umfrage genannt. Nichts davon lesen wir bei DELHAES, der
lediglich politische Statements von CDUlern präsentiert, die sich
an die Ergebnisse der ersten Umfrage klammern.
Auf der Website
wahlrecht.de ist nachzulesen, dass die erste Umfrage von
der Forschungsgruppe Wahlen (14.-16.03.) im Auftrag des ZDFs
durchgeführt wurde, während die zweite Umfrage von Infratest dimap
(13.-15.03.) im Auftrag der ARD stammt.
Fazit: So verliert die
Mainstreampresse noch mehr an Glaubwürdigkeit! Mit einer
behaupteten Gegnerschaft von Fakten und Stimmungen, wie der
Leidartikel suggeriert, hat das nichts zu tun...
HILDEBRAND, Jan (2017): Wahlkampf mit Verlustängsten.
Leidartikel: Politik kann das
Gefühl von Unsicherheit nicht leugnen,
in:
Handelsblatt v. 21.03.
"Der Unterschied zu Populisten
liegt nicht in der Frage, ob ein Problem benannt wird, sondern, ob
auch eine vernünftige Lösung angeboten wird",
lautet die Populismusdefinition
von Jan HILDEBRAND. Diese Definition verschiebt das Problem
lediglich. Die Definitionsmacht liegt damit bei jenen, die
behaupten, sie wüssten was "vernünftig" ist. Aber wer würde schon
behaupten, dass seine Lösung unvernünftig sei?
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Die
Gebietsreform in der Debatte
HAAK, Sebastian
(2017): Ein seltenes Schauspiel.
In Thüringen liegen sich die
rot-rot-grüne Regierung, die CDU-Fraktion und das Landtagspräsdium
gehörig in den Haaren,
in:
Neues Deutschland v. 21.03.
DPA/ND (2017): Unterschriften gegen Gebietsreform.
Mit dem landesweiten Thüringer
Bürgeraufruf soll das Projekt gestoppt werden,
in:
Neues Deutschland v. 21.03.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
20.03.2017
|
|
| |
|
|
|
| |
|
BALK, Julia & Norbert HÄRING (2017):
Ja, ich will - Karriere machen"
.
Studien zeigen: Frauen fürchten
Nachteile bei der Partnersuche, wenn sie Job-Ehrgeiz zeigen,
in:
Handelsblatt v. 20.03.
BALK & HÄRING präsentieren uns Studien, die belegen sollen, dass
hochqualifizierte Karrierefrauen Nachteile für ihre Karriere
befürchten. Das - so suggeriert der Artikel zudem, erkläre die
mangelnde Verbreitung von Frauen in Führungspositionen. Keine dieser
Studien wurde jedoch mit Statistikdaten erhoben, sondern sind
Ergebnisse von Experimenten, über deren Interpretation man sich
streiten kann.
Demgegenüber behaupten Alice
EAGLY & Marcel ZENTNER in ihrer international vergleichenden Studie
A sociocultural framework for understanding partner preferences of
women and men: integration of concepts and evidence, dass
sich die Partnerwahlpräferenzen von Frauen ändern, wenn die
Gleichstellung in einem Land fortschreitet.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
PROBST, Robert (2017): Vom gelingenden Leben.
Philipp Lepenies plädiert für eine
andere Definition von Armut,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 20.03.
Eine andere Definition von Armut? Das jedenfalls will uns Robert
PROBST weismachen, der uns das Buch Armut. Ursachen, Formen,
Auswege des ehemaligen KfW-Ökonomen Philipp LEPENIES vorstellt.
Man kennt diesen Verwirklichungs-Ansatz von Armatya SEN seit den
Agenda 2010-Reformen in Deutschland.
Nur wird er hierzulande gerne auf das Fordern verkürzt und gegen den
Ansatz relativer Armut ausgespielt. Und genau das ist das Problem:
Seine Befürworter stellen ihn regelmäßig in einen Gegensatz zur
Umverteilungspolitik. Ein solcher Gegensatz ist jedoch völlig falsch,
denn Chancengleichheit nützt nur jenen, die am Anfang des Lebens oder
mitten im Leben stehen, aber nicht jenen, die älter sind und deren
Chancen längst hinter ihnen liegen.
Bildung ist kein Allheilmittel, sondern nur eine notwendige und nicht
hinreichende Bedingung, um in unserer Erfolgsgesellschaft zu bestehen.
Das massenhafte Scheitern wird auch im
Sozialinvestitionsstaat die Regel sein, denn je mehr Menschen
einen Hochschulabschluss besitzen und desto weniger es dafür
angemessene Arbeitsplätze gibt, desto weniger nutzt Bildung und
desto mehr wird soziale Herkunft zur Ressource für den sozialen
Aufstieg.
Fazit: Umverteilungspolitik ist auch im Sozialinvestitionsstaat
notwendig. Dies gilt vor allem im Blick auf die Altersarmut.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Landtagswahl im
Saarland
SCHMIDT-LUNAU, Christoph (2017): Machtlos im Saarland.
Landtagswahl: Wenn am 26. März im
kleinsten Bundesland gewählt wird, könnten Grüne und FDP den Einzug
ins Parlament verpassen. Schrille Wahlplakate sollen das ändern,
in:
TAZ v. 20.03.
Christoph SCHMIDT-LUNAU stellt uns die Kandidaten der
Besserverdiener-Klientelparteien von Grünen (Öko-FDP) und FDP vor,
die sich nicht wirklich voneinander unterscheiden.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte
GMÜR, Heidi
(2017): "Es ist eine Frage der Lernfähigkeit".
Sozialminister Alain Berset
verteidigt den AHV-Zuschlag und warnt davor, die Erhöhung des
Frauenrentenalters als Spaziergang zu sehen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 20.03.
Bei Heidi GMÜR ist die Wut über den Ausgang der Schlussabstimmung
in ihre Fragestellungen eingeschrieben. Der SP-Sozialminister
kontert die Vorwürfe und Unterstellungen jedoch souverän und läßt
sich erst gar nicht auf deren beschränkte Sichtweise ein.
FORSTER, Christof
(2017): Taktische Meisterleistung, eine Kehrtwende und eine
Hypothek.
Die Allianz zwischen SP und CVP
drückt der Rentenreform den Stempel auf,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 20.03.
Christof FORSTER rekapituliert noch einmal den Verlauf der
Reformallianzen, wobei er mit der neoliberalen
Mitte-Rechts-Allianz sympathisiert:
"Ein halbes Jahr vor Beginn
der Kommissionsberatung setzen sich die Ständeräte Felix
Gutzwiller (fdp), Alex Kuprecht (svp) und Schwaller zusammen.
Martin Kaiser vom Arbeitgeberverband stellt sich beratend zur
Seite. Sie wollen die von Berset geprägte Reform des Bundesrats
in eine Mitte-Rechts-Vorlage abändern."
Das Feindbild dieser
neoliberalen Allianz
nennt FORSTER "Mitte-Links-Allianz" und besteht aus den
Hauptakteuren Alain BERSET (sp), Paul RECHSTEINER (sp;
Gewerkschafter) und Urs SCHWALLER (cvp). Letzterer gilt FORSTER
als Zünglein an der Waage.
Neben der Umfallerpartei CVP
sieht FORSTER auch Fehler auf Seiten der Neoliberalen.
Fazit: Die Neoliberalen sind
demokratieunfähig. Kompromisse sind ihnen zuwider. Ihre Interessen
sehen sie als alternativlose Sachzwänge. Einen Ausgleich zwischen
Reich und Arm wollen sie im Namen der Generationengerechtigkeit
mit aller Macht verhindern.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
19.03.2017
|
|
| |
|
|
|
| |
|
HUMMEL, Katrin
(2017): Ich liebe dich.
"Bis Monat", sagte Klaus zu seiner
Partnerin. Doch sie sah ihn nie wieder. Was passiert mit uns, wenn
geliebte Menschen einfach abtauchen? Und warum tun sie das?
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.03.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Wie die FAS
sich ihre ängstliche Mitte zusammenbastelt
SERRAO, Marc Felix (2017): Die ängstliche Mitte.
Die AfD gilt als Partei der
Abgehängten. Aber stimmt das? Eine neue Studie sagt: Ihre Anhänger
stammen aus der Mitte der Gesellschaft,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.03.
Marc Felix SERRAO will uns weismachen, dass sich die
AfD-Anhängerschaft hauptsächlich aus der Mittelschicht rekrutiert.
Dummerweise stimmt das keineswegs mit den Daten der Studie von
BERGMANN/DIERMEIER/NIEHUS überein. So ist zwischen 2014 und 2016
der Anteil der AfD-Sympathisanten (von Wählern wird gar nicht
gesprochen!) mit einem hohen Bildungsabschluss (Abitur/Hochschule)
von 38 Prozent auf 25 gesunken. Nicht-Akademiker machen also
mindestens 75 Prozent der AfD-Wähler aus.
Bei den Einkommen werden uns
von SERRAO nur Durchschnittswerte angegeben, die keinerlei
Aussagekraft haben, weil dann bekannt sein müsste, ob die
AfD-Anhänger die gleiche Haushaltsstruktur wie die
Gesamtbevölkerung aufweisen, was eher unwahrscheinlich ist. Da die
Zugehörigkeit zur
IW-Mittelschicht jedoch gravierend differiert, ob jemand
Single ist oder Mitglied einer zwei-Kind-Familie ist, lassen die
Durchschnittswerte keinen Rückschluss auf die Situation der
AfD-Anhänger zu. Ein Familienvater mit zwei Kindern
müsste gemäß IW 2.950-5.540 €
verdienen,
um zur Mittelschicht im engeren Sinne zu gehören. bei 2.500 Euro
läge er also darunter. Dies gälte für kinderreiche Familien noch
viel mehr.
Als Abgehängte definiert SERRAO
Arbeitslose:
"Er liegt bei drei Prozent.
Die AfD schneidet zwar besonders gut in Wahlkreisen mit hoher
Arbeitslosigkeit ab. Aber aus eigener Betroffenheit? Das gäben
die Daten nicht her, schreiben die Forscher."
SERRAO liest das Ergebnis aber
gerade so, als dass die Daten dies hergeben würden. Nicht jeden
Arbeitslosen kann man nämlich als Abgehängten bezeichnen. Dazu
wären aber Informationen über die Dauer der Arbeitslosigkeit
notwendig, die offenbar fehlen.
Fazit: Wir warten lieber auf
die Veröffentlichung der Studie statt uns von der FAS eine
Ideologie
aufschwätzen zu lassen!
|
|
| |
|
|
|
| |
|
DORNES, Martin (2017): Freispruch für den Kapitalismus.
Standpunkt: Die Arbeit macht uns
krank, der Leistungsdruck ist unerträglich, die Wirtschaft beutet uns
aus. So heißt es allerorten. Ist aber Quatsch,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.03.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
ENKE, Julia (2017): Alle Prosa ist Protest.
Literatur-Spezial zur Leipziger
Buchmesse: Warum der Roman nur als Gesellschaftsporträt eine Gegenwart
und eine Zukunft hat: Über Karine Tuil und ihr Buch "Die Zeit der
Ruhelosen",
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.03.
Julia ENKE stellt uns Michel HOUELLEBECQ als Schriftstellerideal
vor, um dann zu erklären, dass man keine "Ich-Romane oder
biographischen Berichte" mehr lesen sollte, weil diese kein
Gesellschaftspanorama bieten könnten. Stattdessen stellt sich uns
das Buch "Die Zeit der Ruhelosen" der französischen Autorin Karine
TUIL vor, der ein solches Gesellschaftspanorama bieten soll. Das
Figurenkabinett entstammt jedoch vor allem der oberen Mittelschicht:
ein reicher Unternehmer, eine Journalistin (seine Frau), und ein
schwarzer Politiker, der es ohne Hochschulbildung zum Berater des
Präsidenten gebracht hat, und last but not least ein traumatisierter
Afghanistan-Soldat.
Man kennt diesen 08/15-Literaturmainstream zu Genüge, weshalb man
lieber biografische Berichte lesen sollte: z.B. Didier ERIBONs
Rückkehr nach Reims und Christian BARONs
Proleten Pöbel Parasiten. Man lernt durch diese Bücher viel
mehr über die Zustände in der Gesellschaft als durch jene Bücher des
Literaturbetriebs, die uns von den Eliten mit ihrem eingeschränkten
Blickwinkel vorgestellt werden.
Karine Tuil, wird uns von ENKE
als aus einer tunesisch-jüdischen Familie stammend und als
Einwandererkind in der Pariser Banlieue aufgewachsen, vorgestellt.
Wobei suggeriert wird, dass dieser Vorort etwas mit jenem Vorort zu
tun haben könnte, in dem vor 12 Jahren Unruhen ausgebrochen seien.
Oder warum sollte uns sonst diese Info gegeben werden?
"Sie heisst Karine Tuil, wurde
vor 41 Jahren als Tochter tunesischer Juden in Paris geboren und
lebt dort heute mit ihrem Mann und ihren drei Kindern direkt an
der Seine. Sie hat Jura studiert",
heißt es dagegen
in einem NZZ-Artikel.
TUIL gehört also zum Literatur-Establishment.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
OBERHUBER, Nadine (2017): Der Mythos vom Haus.
FAS-Serie Geldirrtümer (22): Eine
Immobilie ist eine Geldanlage, die nie an Wert verliert. Das ist ein
Irrtum, der Hausbesitzer teuer zu stehen kommen kann,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.03.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
SCHERFF, Dyrk (2017): Warum steigen die Kurse immer weiter?
Eine Börsenregel besagt: Steigende
Zinsen sind Gift für Aktien. Jetzt erhöht Amerika den Leitzins, und
trotzdem legen die Kurse zu. Zeit zum Umdenken,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.03.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
KREMER, Dennis (2017): Wo gibt's die besten Fonds?
Die Deutschen haben so viel Geld in
Fonds investiert wie nie. Höchste Zeit zu prüfen, ob sie auch die
richtigen Fonds gekauft haben,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.03.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
PEITSMEIER, Henning (2017): In Audis Bann.
Wohnen in Ingolstadt: Wohl und Wehe
der oberbayrischen Metropole hängen bislang am größten Arbeitgeber.
Doch in der Dieselkrise sucht die Stadt eine Identität jenseits des
Autos,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.03.
"Ingolstadt ist quasi schuldenfrei, die Arbeitslosigkeit liegt unter 2
Prozent, und die Stadt wächst seit Jahrzehnten mit dem wichtigsten
Arbeitgeber um die Wette: Ingolstadt ist Audi-Stadt. Ende der
fünfziger Jahre wohnten 50.000 Menschen hier, heute sind es mehr als
130.000. (...).
Jetzt da Audi (...) tief in den Skandal um manipulierte Dieselautos
verstrickt und mit Milliardenbelastungen konfrontiert ist, kommen auch
auf Ingolstadt härtere Zeiten zu",
beschreibt Henning
PEITSMEIER die bayerische Großstadt Ingolstadt mit deren Wachstum die
Stadtplanung nicht mitgehalten hat, weshalb die Innenstadt verödet ist
und die Vorstädte und Pendlerströme ausufern. Die Wohnungspreise
stehen in keinem Verhältnis zur Lebensqualität der Industriestadt. Und
was passiert mit der Stadt nach einem Niedergang der
Automobilindustrie?
|
|
| |
|
|
|
| |
|
PLICKERT, Philip (2017): Die armen Männer von Amerika.
Der Sonntagsökonom: Ist China
schuld daran, dass amerikanische Männer keine Frauen zum Heiraten
finden?
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.03.
Philip PLICKERT berichtet über die Studie
When Work Disappears: Manufacturing Decline and the Falling
Marriage-Market Value of Men von AUTOR/DORN/HANSON vom
Februar 2017, wonach die Globalisierung (untersucht wird nur der
Einfluss der China-Konkurrenz) nicht nur zum Niedergang der
Industrie im "Rost-Gürtel" der USA geführt hat, sondern auch zum
Heiratsengpass für die weiße Industriearbeiterschaft. PLICKERT
interpretiert dies jedoch dahingehend, dass die Globalisierung nur
vorübergehend zu Verlierern führt. Das dürfte den Betroffenen jedoch
reichlich egal sein!
|
|
| |
|
|
|
| |
|
BOLLMANN, Ralph & Christian SCHUBERT (2017): Vorwärts!
Der französische
Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron ist der neue Star der
Linksliberalen in Europa. Von seinem deutschen Pendant Martin Schulz
unterscheidet ihn einiges,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.03.
BOLLMANN & SCHUBERT singen ein Loblied auf den französischen
Präsidentschaftskandidaten Emannuel MACRON. Sie streichen besonders
seine Haltung gegen die Arbeiterschaft heraus:
"Er trägt gern gutgeschnittene
Anzüge und enganliegende Mäntel. In einer Zeit als Wirtschaftsminister
blaffte er Streikende an, sie sollten richtig arbeiten, dann könnten
sie sich auch das teure Tuch leisten und müssten ihn nicht dafür
kritisieren."
|
|
| |
|
|
|
| |
|
18.03.2017
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Die Kinderfreibeträge in der Rentenversicherung in den Medien
PENNEKAMP, Johannes (2017): Zypries-Rentenplan entlastet Eltern um
260 Euro im Jahr.
ZEW: Für Kinderfreibeträge in der
Rentenversicherung müssten Beiträge aber um 0,6 Prozentpunkte
steigen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.03.
"Die Forscher legen ihrer
Simulationen einen Kinderfreibetrag von 7248 Euro je Kind bei
den Arbeitnehmerbeiträgen in der Rentenversicherung zugrunde.
Die geringeren Zahlungen für Eltern führten dazu, dass ihr
verfügbares Einkommen im Schnitt um etwa 260 Euro im Jahr
steigen würde. Wer zwei Kinder hat, gewinnt 290 Euro hinzu,
Eltern eines Kindes 182 Euro, errechneten ZEW-Ökonom Andreas
Peichl und seine Ko-Autoren. Paare ohne Kinder müssten hingegen
auf 24 Euro verzichten",
erklärt uns Johannes PENNEKAMP
und bleibt damit weit hinter den Zahlen zurück, die uns
gestern die
Wirtschaftswoche präsentierte. Die FAZ suggeriert
damit, dass untere Einkommen mehr davon hätten, was jedoch
unsinnig ist.
Die
Ungleichheit mag sich verringern, weil es wesentlich mehr
Schlechterverdiener als Besser- und Spitzenverdiener gibt.
Dennoch profitieren Einkommensstärkere mehr von Freibeträgen, denn
schließlich muss man erst einmal so viel verdienen, um den
Freibetrag voll absetzen zu können.
Nachprüfbar ist die Berechnung
nicht, weil das Gutachten noch nicht veröffentlicht wurde. (Das
ZEW-Gutachten
Kinderfreibeträge in der Sozialversicherung wurde
inzwischen veröffentlicht, Stand: 22.03.17)
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte
GUJER, Eric
(2017): So lässt sich Zukunft nicht gestalten.
Der Schweiz fehlt die Kraft,
echte Reformen zu verabschieden. Meistens siegt die Politik des
kleinsten gemeinsamen Nenners. Das Land blockiert sich auf diese
Weise selbst,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.03.
Eric GUJER verachtet die Politik wie alle Neoliberalen, die sich
eine postdemokratische Expertokratie wünschen, die in erster Linie
die Interessen der Reichen im Blick hat.
STALDER, Helmut
(2017): Abstimmung wird heftig.
Bürgerliche gehen gegen die
Rentenreform in Stellung - Referendum von links,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.03.
FORSTER, Christof
(2017): Bersets langersehnter Sieg.
Der Sozialminister hat seinen
Spielraum bis an die Grenze ausgereizt,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.03.
GMÜR, Heidi
(2017): Das Glossar zur Debatte.
Vom qualifizierten Mehr bis zur
"schwarzen CVP",
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.03.
Heidi GMÜR präsentiert ein Glossar aus Sicht eines
postdemokratischen Neoliberalismus, der Politik als missliebige
Einschränkung seiner Interessen betrachtet, wobei die FDP als
Bewahrer dieser Interessen betrachtet wird. Da fallen dann
Wutbürger-Begriffe wie "Babyboomer-Tsunami",
um die Interessen der Bürger zu diffamieren.
SCHOENENBERGER, Michael
(2017): Rentenalter 67 wird unausweichlich.
Kommentar,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.03.
Das einzig Positive an der beschlossenen Reform ist für Michael
SCHOENBERGER, dass diese ein Renteneintrittsalter von 67
unausweichlich werden lässt. Man wird bis 2030 warten müssen, um
zu sehen, ob die Neoliberalen recht behalten werden.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
17.03.2107
|
|
| |
|
|
|
| |
|
DOERFLER, Kordula (2017): Zuzug hält Deutschland jung.
Der Demografiegipfel befasst sich
kaum mit den Chancen der Zuwanderung,
in:
Frankfurter Rundschau v. 17.03.
Kordula DOERFLER ist offenbar hinsichtlich der
Bevölkerungsvorausberechnung nicht auf dem Laufenden, denn sie
zitiert noch aus der Variante 2 der 13. koordinierten
Bevölkerungsvorausberechnung vom April 2015, obwohl
das
Statistische Bundesamt seine Vorausberechnung kürzlich aktualisiert
hat. Die Zahlen für die erwerbsfähige Bevölkerung für das Jahr
2060 wurden um ca.1,7 Millionen erhöht. Bei dieser Berechnung ist
jedoch die steigende Geburtenrate immer noch nicht angemessen
berücksichtigt. Sollte diese weiter steigen, ist auch die jetzige
Aktualisierung hinfällig.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Die Kinderfreibeträge in der Rentenversicherung in den Medien
HAERDER, Max
(2017): Familie soll sich wieder lohnen.
Sozialabgaben: Kleine Einkommen
sollen nach der Wahl entlastet werden - aber wie? Das
Wirtschaftsministerium hat nun einen ersten Vorschlag geprüft,
in:
Wirtschaftswoche Nr.11 v. 17.03.
Die FAZ hat sich schon
vor 2 Tagen begierig auf das Thema gestürzt. Nun präsentiert
HAERDER eine ZEW-Studie im Auftrag des Wirtschaftsministerium:
"Ein verheiratetes Paar mit
zwei Kindern, in dem ein Elternteil Alleinverdiener ist, hätte
»bis zu 1.355 Euro jährlich mehr zur Verfügung«, heißt es in dem
Gutachten. Im Durchschnitt aller Haushalte mit einem
sozialversicherten Beschäftigten sei mit 594 Euro Entlastung pro
Jahr zu rechnen."
Angeblich sollen davon untere
und mittlere Einkommen stärker profitieren als einkommensstärkere
Haushalte. Das hätte man lieber im Original gelesen, denn von
Freibeträgen profitieren in der Regel zuallererst Besser- und
Spitzenverdiener. Dass sich die neoliberalen Mainstreamzeitungen
begierig auf das Thema stürzen spricht ebenfalls nicht dafür, dass
untere Einkommen davon profitieren. Das Gutachten ist jedoch
derzeit noch nicht online verfügbar. Es heißt also abwarten!
|
|
| |
|
|
|
| |
|
10 Jahre
Elterngeld in der Debatte
LOTTRITZ, Kerstin
(2017): Elterngeld ist kein Urlaubsgeld.
Viele Paare reisen mit Kind
wochenlang während der Jobpause. Das ist nicht Sinn der Sache,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 17.03.
SPOERR, Kathrin & Sabine MENKENS
(2017): Soll man das Elterngeld für den Familienurlaub nutzen?
Pro: Kathrin Spoerr. Contra: Sabine
Menkens,
in:
Welt v. 17.03.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
MÜLLER, Benedikt & Michael BAUCHMÜLLER (2017): Alle in die Stadt.
In Deutschland wird so viel gebaut
wie seit zwei Jahrzehnten nicht. Investoren kämpfen um Grundstücke in
den Großstädten, neue Wohnungen sind teuer. Bis sich die Lage dort
entspannt, wird noch viel Zeit vergehen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 17.03.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte
SDA
(2017): Knappmöglichstes Ja zur Rentenreform.
Mit dem Ja des Parlaments zur
Vorlage mit AHV-Zuschlag und Erhöhung der Mehrwertsteuer ist eine
wichtige Hürde genommen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 17.03.
FORSTER, Christof (2017):
Verhärtete Fronten.
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 17.03.
SCHÖCHLI, Hansueli
(2017): Zwei Milliarden Mehrausgaben pro Jahr.
Der Vorschlag zur Rentenreform
bringt der AHV im Vergleich zum Nichtstun ein starke
Ausgabensteigerung,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 15.03.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
16.03.2017
|
|
| |
|
|
|
| |
|
STERN-Titelgeschichte:
Die hart arbeitende Mitte.
Gehören Sie dazu? Der Stern sprach
mit den Menschen, die in diesem Jahr die Wahlen entscheiden
|
GERWIEN, Tilman (2017): Die Mitte.
Viele Menschen in Deutschland
fühlen sich von der Politik alleingelassen. Ihre Sorgen sind zu einem
Machtfaktor geworden, seit SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz gezielt
um die "hart arbeitende Mitte" wirbt. Wer sind diese Menschen? Und was
bewegt sie?
in:
Stern Nr.12 v. 16.03.
Der Stern, dessen Auflage
sinkt, entdeckt nun die hart arbeitende Mitte und will vom
Gefühlsstau um Martin SCHULZ profitieren. Dazu hat sie sich
ausgerechnet die Lobbyorganisation der Arbeitgeber, das IW Köln, als
Partner ausgesucht, um die Mitte zu definieren. Der Artikel grenzt
die Mitte folgendermaßen ab und bebildert sie mit Beispielen:
|
Tabelle: Zugehörigkeit nach
Einkommensschichten (monatliches Haushaltsnettoeinkommen) im
Jahr 2014 |
| |
Single |
Kinderloses Paar |
Ein-Kind-Familie* |
Zwei-Kind-Familie* |
|
Einkommensreiche |
über 4.400
€ |
über 6.590
€ |
über 7.910
€ |
über 9.230
€ |
Obere Mitte
(150-250 %
Medianeinkommen) |
2.640-4.400
€ |
3.960-6.590
€ |
4.750-7.910
€ |
5.540-9.230
€ |
Mitte im engen Sinn
(80-150 %
Medianeinkommen) |
1.410-2.640
€ |
2.110-3.960
€ |
2.530-4.750
€
|
2.950-5.540
€ |
Untere Mitte
(60-80 %
Medianeinkommen) |
1.050-1410
€ |
1.580-2.110
€ |
1.900-2.530
€ |
2.220-2.950
€ |
|
Einkommensarme |
bis 1.050
€ |
bis 1.580
€ |
bis 1.900
€ |
bis 2.220
€ |
|
Quelle: Stern v.
16.03.2017, S.33;
IW Trends 1/2017, S.6;
Anmerkungen: * nur Kinder unter 14 Jahren (wird beim Stern
unterschlagen!) |
GERWIEN strickt sich seine eigene
Mitte, indem er die statistische Mitte des IW Köln (40 Millionen)
mit der gefühlten Mitte einer Forsa-Umfrage (59 % der Deutschen) in
einen Zusammenhang bringt, der so überhaupt nicht existiert:
"59 Prozent der Deutschen
zählen sich laut einer aktuellen Forsa-Umfrage für den stern zur
»hart arbeitenden Mitte«. Von ihnen wiederum haben 60 Prozent das
Gefühl, dass sich die Politiker nicht ausreichend um ihre Sorgen
und Bedürfnisse kümmern - beinahe 22 Millionen Menschen."
Nur auf
Stern Online wird deutlich, dass die Forsa-Umfrage
("gefühlte Mitte") mit der statistischen Mitte des IW Köln nicht
identisch ist. Dort heißt es:
"59 Prozent der Erwachsenen
zählen sich nach einer Studie des Meinungsforschungsinstituts
Forsa im Auftrag des stern dazu. Das sind hochgerechnet 36,3
Millionen Bürger. Zur »hart arbeitenden Mitte« fühlen sich vor
allem zugehörig die Angestellten (87 Prozent), die Arbeiter (79
Prozent), die Altersgruppe der 45- bis 59-Jährigen (80 Prozent)
und die der 30- bis 44-Jährigen (75 Prozent). Auffälligerweise
rechnen sich nur 55 Prozent der SPD-Anhänger dazu, aber 66 Prozent
der Unions-Wähler, 68 Prozent der FDP-Anhänger und 77 Prozent der
AfD-Wähler (...).
60 Prozent der Bürger der »hart arbeitenden Mitte« haben das
Gefühl, dass sich die Politiker nicht in ausreichendem Maße um
ihre Interessen, Sorgen, Bedürfnisse und Probleme kümmern. Forsa
nennt diese Gruppe die »abgehängte Mitte«. Hochgerechnet zählen
21,8 Millionen Menschen dazu. Hier sind vor allem Ostdeutsche,
Männer, Arbeiter und AfD-Wähler überproportional vertreten."
Die rund 40 Millionen Menschen
finden sich in der Pressemeldung
Seit Jahren stabil des IW Köln vom 15. Februar. Dort heißt
es:
"Wer 80 bis 150 Prozent des
mittleren Einkommens zur Verfügung hat, zählt laut IW-Studie zur
Mittelschicht. Das ist eine sehr enge Definition, trotzdem fielen
2014 rund 40 Millionen Menschen in Deutschland in diese Kategorie"
Die gefühlte "hart arbeitende
Mitte" ist folglich enger als die IW-Mittelschicht. Warum, das wird
deutlich, wenn man die Mittelschicht nach Bevölkerungsgruppen und
ihrer Stellung in der Gesellschaft gliedert:
Tabelle: Bevölkerung in
Deutschland nach Stellung im Beruf und Einkommensschicht im
Jahr 2014 |
| |
Untere
Mitte |
Mitte im
engeren Sinne |
Obere Mitte |
Nicht zur
Mitte gehörend |
Anzahl in
Millionen |
|
Anteil an
Gesamtbevölkerung |
16,4 %
(13,3 Mio.) |
47,8 %
(38,7 Mio.) |
16,0 %
(13,0 Mio.) |
19,9 %
(16,1 Mio.) |
81,0 Mio. |
|
Un- und angelernte
Arbeiter |
29,6 %
(1,4 Mio.) |
45,5 %
(2,1 Mio.) |
4,1 %
(0,2 Mio.) |
20,8 %
(1,0 Mio.) |
4,6 Mio. |
|
Facharbeiter,
Vorarbeiter, Meister |
14,6 %
(0,6 Mio.) |
68,6 %
(2,9 Mio.) |
10,1 %
(0,4 Mio.) |
6,7 %
(0,3 Mio.) |
4,2 Mio. |
|
Einfache Angestellte |
19,8 %
(1,1 Mio.) |
53,8 %
(3,1 Mio.) |
10,3 %
(0,6 Mio.) |
16,1 %
(0,9 Mio.) |
5,8 Mio. |
|
Qualifizierte
Angestellte |
9,9 %
(1,0 Mio.) |
58,7 %
(5,8 Mio.) |
24,6 %
(2,4 Mio.) |
6,8 %
(0,7 Mio.) |
9,9 Mio. |
|
Hochqualifizierte oder
leitende Angestellte |
3,3 %
(0,2 Mio.) |
40,8 %
(2,6 Mio.) |
40,7 %
(2,6 Mio.) |
15,3 %
(1,0 Mio.) |
6,3 Mio. |
|
Selbständige ohne
Mitarbeiter |
9,5 %
(0,2 Mio.) |
37,1 %
(0,9 Mio.) |
28,3 %
(0,7 Mio.) |
15,5 %
(0,4 Mio.) |
2,3 Mio. |
|
Selbständige mit
Mitarbeitern |
3,4 %
(0,1 Mio.) |
35,1 %
(0,5 Mio.) |
30,2 %
(0,4 Mio.) |
31,4 %
(0,4 Mio.) |
1,4 Mio. |
|
Beamte im unteren und
mittleren Dienst |
6,7 %
(0,04 Mio.) |
65,7 %
(0,39 Mio.) |
26,5 %
(0,16 Mio.) |
1,1 %
(0,01 Mio.) |
0,6 Mio. |
|
Beamte im gehobenen und
höheren Dienst |
2,5 %
(0,1 Mio.) |
36,9 %
(0,7 Mio.) |
48,3 %
(0,9 Mio.) |
12,4 %
(0,2 Mio.) |
1,9 Mio. |
|
Arbeitslose |
17,4 % |
21,3 % |
2,4 % |
58,9 % |
3,4 Mio. |
|
Rentner |
22,7 % |
49,6 % |
9,1 % |
18,7 % |
17,1 Mio. |
|
Pensionäre |
2,3 % |
46,8 % |
40,6 % |
10,3 % |
1,5 Mio. |
|
Studenten |
12,6 % |
38,9 % |
12,1 % |
35,4 % |
2,5 Mio. |
|
Sonstige* |
19,5 % |
45,6 % |
10,7 % |
24,2 % |
19,4 Mio. |
| |
|
|
|
|
|
|
Quelle: Stern v.
16.03.2017, S.34;
IW Trends 1/2017, S.13; eigene Berechnungen
Anmerkungen: * Zu den Sonstigen werden vom IW Köln Kinder, in
Ausbildung befindliche, Nicht-erwerbstätige usw. gezählt, was
beim Stern unterschlagen wird |
Nur rund 19 Millionen Menschen
der Mittelschicht im engeren Sinne sind erwerbstätig und könnten
sich damit zur hart arbeitenden Mitte zählen. Da sich jedoch 36,3
Millionen Bürger dazu zählen, begreift sich also auch die untere
Mitte (ca. 4,8 Millionen) und die obere Mitte (ca. 8,4 Millionen)
mit zusammen ca. 13,2 Millionen dazu. Und selbst diese 32,2
Millionen der Mitte im weiten Sinne werden noch um 4 Millionen
übertroffen. Die Erwerbstätigen, die vom IW Köln als Einkommensarme
und Einkommensreiche gelten, umfassen rund 4,7 Millionen, d.h.
schlussendlich könnten sich fast alle Erwerbstätigen zur hart
arbeiten Mitte zählen. Und was ist mit den hart arbeitenden
Hausfrauen? Betrachtet man die Angaben des Sterns, dann fragt
man sich eher, was uns verschwiegen wird, wenn sich nur 79 % der
Arbeiter und 87 % der Angestellten dazu bekennen. Auch wenn sich die
Anzahl der Erwerbstätigen seit 2014 (ca. 37 Millionen) erhöht hat,
sind die Zahlen der Umfrage nicht mit der IW-Köln-Statistik in
Einklang zu bringen.
Im Dezember 2016 waren in
Deutschland fast 32 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig
beschäftigt. Die restlichen über 10 Millionen Menschen gingen einer
nicht-sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach.
Im Artikel erfährt der Begriff
der "Abgehängten" von GERWIEN eine Umdeutung:
"Die »Abgehängten« - das sind
nicht irgendwelche Leute in verarmten Randmilieus. Sie finden sich
mitten in der Gesellschaft. Im ganz normalen Leben."
Ursprünglich wurde der Begriff
"abgehängtes Prekariat"
nach dem Debakel der SPD infolge der Agenda 2010-Reform geprägt
und bestimmte dann als sogenannte Unterschicht die
Debatten um die Hartz-Gesetzgebung. Nun also wird der Begriff
umgedeutet, um ihn auf die "vergessene Mitte" zu münzen.
HOFFMANN, Andreas (2017): Was die Politik für die Mitte plant.
Vorschläge der Parteien zu den
wichtigsten sozialpolitischen Themenfeldern im Wahljahr,
in:
Stern Nr.12 v. 16.03.
Weil die Parteien ihre Wahlprogramme erst Mitte des Jahres
verabschieden, bietet der Artikel keine
brauchbaren Informationen.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
THIELE, Lukas (2017): Wer arm ist, stirbt früher.
Zahlen des Robert-Koch-Instituts
bestätigen Zusammenhang zwischen Geld und Gesundheit,
in:
Frankfurter Rundschau v. 16.03.
Lukas THIELEs Bericht basiert auf der
gestrigen Pressemeldung des Robert-Koch-Instituts (RKI), bei der
wiederum auf eine Studie über
Einkommen und Lebenserwartung aus dem Jahr 2012 verwiesen
wird.
"Männer und Frauen mit einem
Einkommen unterhalb der Armutsrisikogrenze haben im Vergleich zu
den hohen Einkommensbeziehern eine um 11 bzw. 8 Jahre geringe
mittlere Lebenserwartung bei Geburt",
heißt es in der RKI-Pressemeldung,
die THIELE zitiert. In der Pressemeldung des DIW dagegen heißt es:
"Frauen aus armutsgefährdeten
Haushalten haben (...) eine um dreieinhalb Jahre geringere
Lebenserwartung als wohlhabende Frauen. Männer aus
armutsgefährdeten Haushalten und solche mit prekären Einkommen
leben durchschnittlich fünf Jahre kürzer als ihre wohlhabenden
Geschlechtsgenossen."
Hier geht es nicht um die
Lebenserwartung bei Geburt, sondern um die Lebenserwartung von
65-Jährigen. Betrachtet wurden dabei die Geburtsjahrgänge 1919 -
1944.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
CREUTZBURG, Dietrich & Philipp
KROHN (2017): Später Widerstand gegen Nahles' Zielrente.
Ein Garantieverbot für
Betriebsrenten würde den Markt fundamental verändern - Oppposition und
Versicherer wollen den Plan kippen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.03.
CREUTZBURG & KROHN wollen die Linkspartei als Verbündete der
Versicherungswirtschaft darstellen. Dazu reißen sie eine Passage aus
der
Rede von Martin W. BIRKWALD vor dem Bundestag am 10. März aus
ihrem Kontext heraus und unterschlagen, dass es ihm in erster Linie um
die Stärkung der gesetzlichen Rente geht, während die Konditionen des
Betriebsrentenstärkungsgesetzes für ihn zu Lasten der Arbeitnehmer
gehen:
"Union und SPD sagen den Menschen
mit diesem Gesetz: Gib den Versicherungskonzernen und den
Versorgungswerken noch mehr von deinem Lohn, und lass uns dann mal
sehen, was die Aktienmärkte in Zukunft hergeben. Wenn es gut läuft:
okay. Wenn es schiefläuft: Pech gehabt. (...).
»Zielrente« nennen Sie das. Sagen Sie »Pokerrente«. Das wäre
ehrlicher.
Wozu verpflichten Sie die Arbeitgeber? Frau Nahles hat es gesagt: zu
15 Prozent. 15 Prozent des Gehalts muss die Chefin oder der Chef
zukünftig für die betriebliche Altersvorsorge der Beschäftigten
dazubezahlen. Frau Nahles, auf meine Frage, wie viel der Arbeitgeber
oder die Arbeitgeberin an Sozialversicherungsbeiträgen wirklich spart,
wenn die Beschäftigten eine Entgeltumwandlung vornehmen, also ihre
Betriebsrente überwiegend selbst finanzieren, haben Sie geantwortet:
insgesamt 20,7 Prozent. Wir Linken sagen: Die Arbeitgeber dürfen
keinen einzigen Cent an der betrieblichen Altersvorsorge ihrer
Beschäftigten verdienen."
Die Risiken für Arbeitnehmer
leugnen CREUTZBURG & KROHN im Interesse der Profite von Arbeitgebern
und Finanzdienstleistern. Wichtiger ist ihnen der Wegfall von
Haftungsrisiken für Arbeitgeber. Bekanntlich ist die FAZ kein
Freund von Lebensversicherungen, denen an einer Beibehaltung von
Garantien gelegen ist:
"Die R+V ist der zweitgrößte
deutsche Anbieter für Betriebsrenten und betreibt als alleiniger
Versicherungspartner das
Chemie-Versorgungswerk",
umreißen sie ihr Feindbild.
Frank-Henning FLORIAN von der R+V wird mit seinem Befürchtungen
zitiert:
"Im Markt könnten sich
Fondsgesellschaften überbieten, um mit einer riskanteren Anlage
Versicherungen herauszudrängen."
Als Negativbeispiel bringt er die
Pensionäre des US-Energiekonzerns Enron und das Beispiel der
Karstadt-Kaufhauskette vor:
"Ansprüche der Betriebsrentner von
Karstadt werden heute vom Pensionssicherungsverein bedient, weil die
im Wert verfallenden Gebäude der Kaufhauskette als Sicherheit in ein »Contracual
Trust Arrangement« eingebracht wurden."
Solche Probleme wischen
CREUTZBURG & KROHN jedoch mit der Unternehmensberatung EY und einem
Fondsgesellschaftslobbyisten von Fidelity International schnell
beiseite.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
KNOP,
Carsten (2017): Pensionsverpflichtungen im Dax so hoch wie nie.
Und die Mittelständler leiden unter
dem Sinkflug des HGB-Rechnungszinses,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.03.
Rekordniveaus bei den Pensionsverpflichtungen sind keine
Neuigkeiten, sondern werden uns
regelmäßig verkündet so wie Rekordniveaus bei den Sozialausgaben.
Welche Relevanz solche Aussagen haben, bleibt jedoch unklar, weil
Carsten KNOP nur die PR der Unternehmensberatung Mercer wiedergibt.
Mercer ist im Geschäft der betrieblichen Altersversorgung aktiv. Die
Interessen derjenigen, für die diese Leistungen notwendig sind,
bleiben bei dieser Art von Propaganda außen vor.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
SOMMER, Ulf (2017): Vorsprung durch Effizienz.
Wettbewerbsfähigkeit: Ein
exklusiver Blick in 300.000 Bilanzen zeigt: Deutschlands Unternehmen
wirtschaften immer produktiver - trotz steigender Personalkosten,
in:
Handelsblatt v. 16.03.
Der Wirtschaftsstandort Deutschland sei zu teuer, lautet eine
beliebte Klage der Arbeitgeberlobby, wenn es um den Sozialstaat
geht. Tatsächlich hat die Ausbeutung der Arbeitskraft in Deutschland
in den letzten 15 Jahren rasant zugenommen. Die Lohn- und
Sozialabgabenentwicklung blieb hinter der Produktivität der
Mitarbeiter zurück. Daran haben die Lohnzuwächse in den letzten
Jahren nichts geändert.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
HERZ, Carsten (2017): "Versicherer müssen über neue Ideen nachdenken".
Marcus Severin: Der
Blackrock-Manager über das Ende der klassischen Lebensversicherung und
den Anfang einer Fusionswelle,
in:
Handelsblatt v. 16.03.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
WSA (2017): Länger leben.
Eltern werden älter als Kinderlose,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 16.03.
Eltern werden älter als Kinderlose? So führt die SZ ihre
Leser in die Irre, denn es handelt sich um eine Studie, die
lediglich Aussagen trifft zu zwischen 1911 und 1925 in Schweden
geborene Menschen. Über das Studiendesign erfahren wird nichts,
sodass der Leser keine Möglichkeit besitzt, sich selber ein Bild zu
machen. Der SZ geht es also lediglich um das Mantra, dass
Familie besser ist als Kinderlosigkeit. Welchen Wert eine Studie
hat, die Ergebnisse aus einer Zeit präsentiert als Kinderlosigkeit
wesentlich stärker stigmatisiert war als heutzutage, wird erst gar
nicht als Problem gesehen.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
15.03.2017
|
|
| |
|
|
|
| |
|
RIPPEGATHER, Jutta
(2017): Mit Jobs gegen die Landflucht.
Finanzbehörden verlagern Stellen
aus Großstädten an kleinere Ämter,
in:
Frankfurter Rundschau v. 15.03.
Bislang verstärkt der Staat mit seiner Zentralisierung von Behörden
die räumlichen Disparitäten zusätzlich zur Privatwirtschaft. Dieser
neoliberale Standortwettbewerb gerät nun angesichts der stärker
gewordenen Antiglobalisierungsfront unter Rechtfertigungsdruck. Das
hessische Finanzministerium will nun mit einer Dezentralisierung den
ländlichen Raum stärken, wobei die Bergstraße nicht unbedingt zum
ländlichen Raum gezählt werden kann.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
ASTHEIMER, Sven
(2017): Wer schuftet für die Babyboomer?
Migranten stellen die Demographie
auf den Kopf. Leichter wird es dadurch nicht,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.03.
Sven ASTHEIMER kommt
noch
einmal auf den
Demografiebericht der Bundesregierung zu sprechen, in dem die
Bevölkerungsvorausberechnungen der vergangenen Jahrzehnte radikal
infrage gestellt werden, weil sich sowohl die Zuwanderung als auch
die Geburtenrate nicht an die bisherigen Annahmen der
Bevölkerungswissenschaftler gehalten hat.
Auch
in der Welt
war man aufgrund einer weniger weitreichenden Aktualisierung der
Bevölkerungsvorausberechnung entsetzt, weil damit die neoliberale
Argumentation zu kollabieren droht. Auch ASTHEIMER versucht nun die
neoliberale Argumentation zu retten, indem er auf Unsicherheiten
verweist. Dies hätte bislang auch schon gegolten, interessierte
Neoliberale jedoch nie! Sie pochten lieber auf die
Alternativlosigkeit ihrer Horrorszenarien. Wie fadenscheinig das
ist, zeigt sich am Ende, wenn ASTHEIMER wieder die Kopplung des
Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung fordert und damit
droht, dass sonst die Elite auswandert. Solche Drohungen kennen wir
zuhauf von Konrad ADAM, ehemaliger FAZler, der nun bei der AfD seine
Keule schwingt!
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Die Kinderfreibeträge in der
Rentenversicherung in den Medien
SCHÄFERS, Manfred & Henrike ROßBACH (2017): Ein Kinderfreibetrag in
der Rentenversicherung?
Reformüberlegungen von
SPD-Finanzpolitikern und Wirtschaftsministerin Zypries,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.03.
SCHÄFERS & ROßBACH haben den 17-seitigen Zehn-Punkte-Plan für
inklusives Wachstum von Brigitte Zypries gelesen (auf der
Website des Ministeriums gibt es nur ein
9-seitiges Papier zu lesen) und auf wahlkampftaugliche Aspekte
abgeklopft. Sie stellen vor allem den Kinderfreibetrag in der
Rentenversicherung heraus, der Besser- und Spitzenverdienern zugute
käme. Dieser Punkt wird gerade einmal mit einem einzigen Satz beim
Punkt 6 erwähnt, was nicht für seine Wichtigkeit spricht. Deshalb
haben sich SCHÄFERS & ROßBACH fürr Forderung auch noch die
persönliche Meinung des SPD-Abgeordneten Carsten SCHNEIDER dazu
eingeholt, um dem Leichgewicht mehr Beachtung zu schenken:
"Für Familien finde ich
persönlich den Vorschlag eines Kinder-Freibetrags bei den
Rentenversicherungsbeiträgen interessant, aber nur, wenn wir aus
Steuermitteln sicherstellen, dass Rentenansprüche nicht gemindert
werden."
Den Vorschlag das
Ehegattensplitting durch ein Realsplitting zu ersetzen, missfällt
den Autoren:
"Mit einem Ersatz des
Ehegattensplittings durch das Realsplitting würde die gelebte Ehe
der gescheiterten gleichgestellt und höher als heute belastet."
|
|
| |
|
|
|
| |
|
PFEIFFER, Hermannus (2017): Das Geschäft mit der Rente.
Fintechs versuchen, Kapital aus der
Vorsorgedebatte zu schlagen. Doch die Anlageformen sind riskant,
in:
Neues Deutschland v. 15.03.
Hermannus PFEIFFER berichtet über die Finanzdienstleistungsfirma
My Pension des ehemaligen Goldman-Sachs-Bankers Rogier
MINDERHOUT, der mit Internetkostenvorteilen bei Vertriebspersonal
und Verwaltung gegenüber den traditionellen Lebensversichern und
Fondsanbietern punkten will.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
KUHN, Philipp (2017): Mit Eispickeln gegen die Gentrifizierung.
Ein Restaurant in Berlin-Kreuzberg
ist zum Hassobjekt militanter Linker geworden. Dei Betreiberin ist
Kollateralopfer eines alten Kampfs. Viele hier halten günstige Mieten
für ein Grundrecht,
in:
Neues Deutschland v. 15.03.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
HERMANN, Rudolf (2017):
Island stürmt voran.
Die Insel im Nordatlantik
verzeichnet ein Wachstum, das den grossen Knall von 2008 ganz
vergessen macht,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 15.03.
Rudolf HERMANN berichtet über hohe Wachstumszuwächse, die sich in
erster Linie auf den Tourismus stützt. Ob das nicht nur ein
Strohfeuer ist, wird die Zukunft zeigen.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte
FORSTER, Christof (2017):
Auf Wiedersehen in der Einigungskonferenz.
Bei der Rentenreform bestehen
nach der letzten Debatte im Nationalrat weiter Differenzen zwischen
den beiden Kammern,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 15.03.
Gestern berichteten bereits zwei Politikwissenschaftler über das
Prozedere der Einigungskonferenz, die in den allermeisten Fällen
einen Kompromiss findet, dem die beiden Kammern dann doch noch
zustimmen. Letztlich geht es nur noch um die Kompensation der
Renteneinbußen. Die Neoliberalen beharren auf einer Kompensation
in der zweiten Säule, um eine Umverteilung von oben nach unten zu
verhindern. Wie in Deutschland wollen die Neoliberalen die
gesetzliche Rentenversicherung unbedingt schwächen und die
Kapitaldeckung stärken. Damit werden zum einen die
Profitinteressen der Finanzdienstleister und zum anderen der
Besser- und Spitzenverdiener bedient.
Über die Beschlüsse der
Einigungskonferenz wird morgen in den beiden Kammern abschließende
beraten.
Online berichtet die NZZ, dass sich der Ständerat mit
seiner Forderung nach einer Kompensation in der ersten Säule
durchgesetzt hat. Die Neoliberalen schäumen deshalb.
ENZ, Werner (2017): Doppelt vergoldete Neurentner.
Kommentar: Umverteilung im
BVG-Geschäft,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 15.03.
Werner ENZ berichtet aus neoliberaler Perspektive über die
Bilanzmedienkonferenz der Helvetia Versicherung und deren
Schweizer Leben-Geschäft.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
14.03.2017
|
|
| |
|
|
|
| |
|
HANDELSBLATT-Titelthema:
Gefährliches Spiel mit der Rente.
Mehr als 100 Milliarden Euro
kostet nach exklusiven Berechnungen die neue Rentenpolitik der
Regierung. Doch damit nicht genug: Die Wahlkämpfer versprechen
bereits weitere Wohltaten. Bezahlen müssen das Arbeitnehmer und
Unternehmen
|
THELEN, Peter
(2017): Die Kosten der schwarz-roten Rentenpolitik.
Wahlkampf um die Rente: Neue
Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft belegen: Schon die
Rentenpolitik in dieser Legislatur belastet künftige Generationen mit
einem dreistelligen Milliardenbetrag. Dabei hat der der
Rentenwahlkampf noch gar nicht begonnen,
in:
Handelsblatt v. 14.03.
Weil sich der SPD-Kanzlerkandidat Martin SCHULZ bislang zur
Rentenpolitik nicht konkret geäußert hat, bläst das Handelsblatt
nun Berechnungen der Arbeitgeberlobby IW Köln zu den angeblichen
Kosten des Rentenpakets 2014 zum Titelthema auf. Basis ist das IW
Policy-Paper
Kosten der schwarz-roten Rentenpolitik – eine Heuristik von
Jochen PIMPERTZ.
Die Annahmen zur Berechnung von
PIMPERTZ werden von Peter THELEN unterschlagen, sodass die
Unsicherheiten
sowohl hinsichtlich der Mütterrente als auch - insbesondere bei der
abschlagsfreien Rente ab 63 - einfach ausgeblendet werden. Bei der
Mütterrente übernimmt PIMPERTZ einfach die impliziten Annahmen der
Bundesregierung aus deren Gesetzesentwurf, wobei diese nochmals
vereinfacht werden:
"Wie hoch die nominalen
Ausgaben für die zusätzliche Anerkennung der
Kindererziehungszeiten ausfallen, lässt sich zwar nicht anhand
tatsächlicher Fallzahlen überprüfen, aber immerhin über eine
Hochrechnung der ursprünglich erwarteten Fallzahlen mithilfe der
Entwicklung des Aktuellen Rentenwertes realitätsnäher bestimmen,
als es im ursprünglichen Gesetzentwurf dokumentiert wird.
Dazu wird – so die vereinfachende Annahme – die Entwicklung des
Aktuellen Rentenwerts West laut Rentenversicherungsbericht 2016
ins Verhältnis gesetzt zu dem ab 1. Juli 2014 gültigen Aktuellen
Rentenwert, um so eine Umrechnung der ursprünglichen Werte auf den
jeweils aktuellen nominalen Wert zu ermöglichen (BMAS, 2016a, 46).
Mit diesem vereinfachten Verfahren wird implizit unterstellt, dass
sich das Verhältnis der Inanspruchnahme durch west- und
ostdeutsche Rentner nicht verändert und auch das Verhältnis der
Aktuellen Rentenwerte für West- und Ostdeutschland über die
betrachtete Zeit konstant bleibt." (2017, S.6f.)
PIMPERTZ rechnet mit dem höheren
Rentenwert (West), der am 01.07.2014 28,61 Euro betragen hat.
Ostdeutsche Mütter erhielten jedoch 2,22 Euro weniger, sodass
bereits bei dieser Annahme von überhöhten Kosten ausgegangen wird.
Im Jahr 2016 beträgt der Abstand immer noch 1,79 Euro, die
unterschlagen werden.
Durch das beschlossene Gesetz zur Ostrentenangleichung soll sich der
Rentenwert bis 2025 angleichen, was bei der Berechnung von PIMPERTZ
ebenfalls nicht berücksichtigt wird, stattdessen wird die Differenz
fortgeschrieben. Da die Mütterrente der Hauptkostentreiber des
Rentenpakets war, führen falsche Annahmen zu krassen Fehlern bei den
Kosten.
Bei den Kosten zur abschlagfreien
Rente ab 63 versucht THELEN die Berechnungen des IW schönzufärben:
"Die Kosten der Rente ab 63
kann das IW nicht ganz so präzise vorhersagen. (...). Dabei geht
es um die Menschen, die seit 2014 vor Erreichen der gesetzlichen
Altersgrenze ohne den eigentlich vorgeschriebenen Rentenabschlag
von 3,6 Prozent in Rente gingen. Der sprunghafte Anstieg der
Zugänge bei der Rente für besonders langjährig Versicherte spricht
(...) dafür, dass ohne die Abschlagsfreiheit die meisten nicht
vorzeitig in Rente gegangen wären.
2013, im Jahr vor dem Inkrafttreten der Reform, bezogen 16.197
Männer und Frauen erstmals eine Rente für langjährig Versicherte.
2014 waren es über 151.000 und 2015 bereits fast 275.000. Zwischen
2014 und 2017 machten laut Schätzung des IW über 925.400 von der
Möglichkeit Gebrauch, abschlagsfrei jenseits des 63. Lebensjahrs
in Frührente zu gehen. Allein die Gewährung der Abschlagsfreiheit
kostete die Beitragszahler über 2,5 Milliarden in den vier Jahren,
davon 1,2 Milliarden Euro allein im Wahljahr 2017."
Man kann diese Darstellung als
Versuch sehen, die Anzahl der Reformgewinner künstlich zu erhöhen.
Das Jahr 2013 ist kein realistischer Maßstab, weil viele natürlich
ihren Renteneintritt aufgeschoben haben, um in den Genuss besserer
Konditionen zu kommen. Die Differenz ist also verzerrt.
Hinzu kommt, dass die Bundesregierung in ihrem Gesetzesentwurf für
das Jahr 2017 mit 2 Milliarden Euro Kosten rechnete, das wären also
800 Millionen Euro mehr als das
was uns THELEN nun als
sensationelles Ergebnis präsentiert.
Fazit: TEHLEN produziert in
seiner Titelgeschichte viel heiße Luft. Die Kosten der Mütterrente
werden vom IW zu hoch angesetzt und bei der abschlagsfreien Rente ab
63 zeichnet sich eher eine geringere Inanspruchnahme ab als vom
Gesetzgeber angenommen.
THELEN, Peter
(2017): Kompromiss für Rot-Rot-Grün.
SPD-Rentenkonzept,
in:
Handelsblatt v. 14.03.
Mangels Neuigkeiten zur
Rentenniveaustabilisierung, hat Peter THELEN nochmals das
Gesamtkonzept zur Alterssicherung von Andrea NAHLES hervorgeholt, um
uns mit Altbekanntem zu langweilen!
THELEN, Peter
(2017): Gefährliche Versprechen.
Kommentar: Keine neuen
Rentengeschenke! Die Geschenke dieser Legislaturperiode sind teuer
genug,
in:
Handelsblatt v. 14.03.
Peter THELEN bezeichnet die IW-Berechnungen als "Schocktherapie für
Rentenwahlkämpfer", d.h. sie wurden gezielt als
Arbeitgeber-Propaganda zugeschnitten, um weitere
Leistungsausweitungen - sinnvoll oder nicht - zu verhindern. Es
konnte gezeigt werden, dass dieses Papier von PIMPERTZ unzulässige
Vereinfachungen enthält, die von THELEN nochmals verzerrt
dargestellt wurden.
THELEN stellt die Mütterrente in
den Vordergrund, deren Ausweitung lediglich von der CSU als
Wahlkampfthema ins Spiel gebracht wird. Stattdessen will THELEN den
Debattenkatalog für den Rentenwahlkampf auf eine Untergrenze für das
Rentenniveau und Leistungsaufwendungen für Erwerbsgeminderte
einschränken.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Neugestaltung
von Fonds-Riesterverträgen durch die Anbieter
REZMER, Anke
(2017): Besser sparen für das Alter.
Die umstrittene Riester-Rente wird
neu ausgerichtet. Große Fondsanbieter reagieren auf Niedrigzinsphase
und Marktschwankungen. Verbraucherschützer und Analysten raten, auf
die Kosten zu achten,
in:
Handelsblatt v. 14.03.
Während die institutionellen
Anleger Aktien mehr und mehr meiden, wird in der Altersvorsorge
den Privatkunden die Aktie als Nonplusultra verkauft. Anke REZMER
berichtet nun über Fondsanbieter wie Union Invest, Deutsche AM und
Deka, die ihre Fonds-Riester-Angebote ihren Profitinteressen
anpassen. Während eine Grafik den Bestand ausgewählter Anbieter
auf 6 Millionen Riester-Verträge beziffert, nennt eine andere
Grafik nur 3,15 Millionen Fondsverträge insgesamt. Die Differenzen
der Zahlen werden von REZMER nicht erläutert, die so tut, also ob
Union Investment allein auf 1,8 Millionen Fonds-Riester-Verträge
kommt.
SEIBEL, Karsten
(2017): Anbieter wollen Riester stutzen.
Garantie für die eingezahlte Summe
steht auf dem Spiel. Marktführer setzt auf mehr Aktien,
in:
Welt v. 14.03.
Karsten SEIBEL erklärt uns, dass die Beitragsgarantien bei
Riester-Verträgen Unfug seien, denn entscheidend sei die
Kaufkraft. Diese Argumentation soll uns die Risikoabwälzung und
damit die Profitsteigerung der Finanzbranche schmackhaft machen.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
KROHN, Philipp (2017): Versicherungsrisiko Zinswende.
Kommentar: Es ist erschreckend,
wie sehr die bevorzugte Form der Altersvorsorge in Deutschland leidet,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.03.
"Hohe Milliardengewinne der großen börsennotierten Gesellschaften
passen (...) nur schwerlich zu ihrem nun laut angestimmten
Wehklagen",
meint Philipp KROHN, der das Niedrigzinsniveau
nun als geringere Gefahr als eine Zinswende für die
Lebensversicherer einschätzt:
"Der Niedrigzins hat die Kurse
festverzinslicher Wertpapiere nach oben getrieben und für ein
großes Volumen an Bewertungsreserven in den Versicherungsbilanzen
gesorgt. Das gipfelte in der Auseinandersetzung, ob diese auch auf
gekündigte oder auslaufende Verträge angerechnet werden sollen.
Diesen Streit hat der Gesetzgeber mit dem
Lebensversicherungsreformgesetz 2014 beendet. Seither dürfen
Versicherer Bewertungsreserven einbehalten, um ihre Kollektive zu
stärken.
Am Horizont scheint für die Versicherer aber nun eine ganz andere
Gefahr auf, die eine womöglich noch größere Herausforderung mit
sich brächte: ein abrupter Zinsanstieg."
Fazit: KROHN bereitet uns auf
einen bevorstehenden Wandel des Wehklagens bei den
Lebensversicherern vor. Daraus folgt: egal was auch immer geschieht:
Die Lebensversicherer sind immer die Opfer, nie die Täter!
|
|
| |
|
|
|
| |
|
KROHN, Philipp (2017): Mehr Übersicht über die Rente.
Versicherer befürworten
einheitliche Darstellung,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.03.
Philipp KROHN stellt eine nicht-repräsentative Studie vor, wonach
sich die Lebensversicherer für eine säulenübergreifende Darstellung
ihrer Rentenansprüche auf einer Renteninformation aussprechen.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte
FERBER, Michael (2017):
Gefährliche "Plünderung" der Pensionskasse..
Was beim Vorbezug von
Zweite-Säule-Geldern zu beachten ist,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 14.03.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
13.03.2017
|
|
| |
|
|
|
| |
|
BRÜSS, Manfred (2017): Betriebsrenten-Stärkungsgesetz wird noch
nachjustiert,
in:
versicherungsjournal.de v. 13.03.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
DRÄBING, Theresa
(2017): Der Renten-Kniff.
Wer vorzeitig in den Ruhestand
gehen will, sollte die Möglichkeiten der Flexi-Rente nutzen,
in:
Frankfurter Rundschau v. 14.03.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
HERMANN, Rudolf (2017):
Schwedens Arbeiterherz schlägt in Göteborg.
Die Industriemetropole steht im
Schatten der Hauptstadt Stockholm - dabei hat sie ihren eigenen
Charme,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 13.03.
HERMANN, Rudolf (2017):
Die Hauptstädter und die anderen.
Übermächtige Kapitalen schaffen
in Nordeuropa eine Zweiklassengesellschaft besonderer Art,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 13.03.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte
FORSTER, Christof (2017):
Das Loch in der AHV.
Beide Reformvarianten sind nicht
nachhaltig,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 13.03.
Wiederholung des bereits zigmal
vorgetragenen neoliberalen Mantras.
VATTER, Adrian & Rahel FREIBURGHAUS (2017):
Bei der AHV droht ein Scherbenhaufen.
Warum Einigungskonferenzen im
Parlament oft scheitern,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 13.03.
VATTER & FREIBURGHAUS erklären uns, warum Einigungskonferenzen oft
NICHT scheitern, also das genaue Gegenteil von dem, was die
Headline suggeriert:
"Zwischen 1902 - dem Jahr der
Einführung der Einigungskonferenz - und 1989 fanden nur 15
Einigungskonferenzen statt (..). In 12 dieser 15 Fälle haben
zudem beide Räte der gemeinsamen Vermittlungslösung zugestimmt.
Seit der Festsetzung neuer Spielregeln, die eine Beschränkung
auf maximal drei Runden der Differenzbereinigung vorsehen, zeigt
sich jedoch eine starke Zunahme von Einigungskonferenzen:
Zwischen Oktober 1992 und Dezember 2016 bestanden bei insgesamt
122 Geschäften auch nach je drei Beratungen im National- bzw.
Ständerat Differenzen (...). Nur in 12 der 122 Fälle wurde die
Vermittlungslösung von einem der beiden Räte abgelehnt."
|
|
| |
|
|
|
| |
|
[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 01. -
11.
März 2017
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Bitte beachten Sie:
single-dasein.de ist nicht verantwortlich für die
Inhalte externer Internetseiten
|
|
| |
|
|
|
| |
|
[ Homepage ] |
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|