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Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 18. - 21. September 2012

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Ökonomisch Deprivierte als Stiefkinder der Forschung  

"Der Begriff »Notlösung«, der häufig in Zusammenhang mit den berufsbedingten Fernbeziehungen genannt wird, kennzeichnet (...) einen (...) Typ von LAT-Partnerschaften (...), der hier als ökonomisch depriviert bezeichnet und in der bisherigen Forschung weitgehend vernachlässigt wurde. (...). Aus dieser Perspektive ist in der bisherigen Forschung zu LAT-Partnerschaften ein gewisser »Wohlstands-Bias« nicht zu übersehen. Während die mutmaßlichen Belastungen der berufsbedingten Mobilität überbetont werden, finden andere Aspekte der beruflichen Lage, wie z.B. Arbeitslosigkeit und Einkommensarmut, kaum Berücksichtigung. Es sind nicht die Mobilitätserfordernisse der berufsbedingten Fernbeziehungen, die sich langfristig negativ auf die Partnerschaftsentwicklung auswirken, sondern die Restriktionen derjenigen Personen, die sich am unteren Ende der Sozialstruktur befinden."
(aus: Daniel & Nadia Lois "»Living apart together« - eine dauerhafte Alternative? in: soziale Welt, Heft 2, 2012, S.136f.)

 
 
       
   

AHLERS, Alice (2012): Soziale Netzwerke steigern Trennungsschmerz.
Facebook fördert Liebeskummer: Wer mit seiner alten Liebe auf Facebook befreundet bleibt oder ihr dort gar nachspioniert, steigert damit den Trennungsschmerz. Experten raten daher zu größtmöglicher Distanz. Online und Offline,
in: Berliner Zeitung Online v. 21.09.

 
   

PETSCHEK, Peter (2012): Allein ist spitze.
Single-Männer: Single-Männern geht's mies, das legt eine Studie nahe: Ohne Frau, so scheint es, können sie einfach nicht glücklich sein. Wer aber seinen alleinstehenden Kumpel mit Verkupplungsversuchen zwangsbeglücken möchte, sei gewarnt - so elend ist das Alleinsein nicht,
in: Spiegel Online v. 21.09.

"Ungünstig für Männer, für mich persönlich aber ohne direkte Folgen ist eine andere Studie, die mir letztens in die Finger kam. Wissenschaftler der Uni Kent hatten sozusagen einen Glücksatlas für Singles erstellt, und dort kam mein Geschlecht gar nicht gut weg. Während Single-Frauen ein hohes Glücksniveau haben, reisen, Freundinnen treffen, viel unternehmen und mittendrin im sozialen Leben sind, wirkt sich ein Single-Leben auf Männer bedrohlich aus: Von Zufriedenheit keine Spur, eher enden die Kerle irgendwann als einsame, Pizza-futternde Sozial-Honks vor der Mattscheibe",

schreibt PETSCHEK. In Deutschland wird das positive Image des Alleinlebens ("Single-Daseins") insbesondere durch Frauen und  Frauenzeitschriften geprägt, z.B. aktuell in der Brigitte  und der Zeitschrift emotion. Spätestens seit Michel HOUELLEBECQs Romanen Ausweitung der Kampfzone und Elementarteilchen gilt der Singlemann als Problemfall.  

 
   

Die Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes zur zusammengefassten Geburtenziffer in den Medien

SCHULZ, Stefan (2012): Deutschland Geburtenzahl verharrt auf niedrigem Niveau.
Deutsche Frauen, die in diesem Jahr 50 werden, haben durchschnittlich 1,61 Kinder zur Welt gebracht - ein historischer Tiefstand. Die Prognose für jüngere Frauen liegt bei 1,36 Kindern. In Ost- und Westdeutschland entwickeln sich die Zahlen unterschiedlich,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.09.

SEIBEL, Andrea (2012): Das Kinderkriegen verlernt.
Deutschland hat eine der niedrigsten Geburtenraten der Welt, und das ändert sich auch nicht, meint der Demografie-Forscher Klingholz,
in: Welt v. 21.09.

Reiner KLINGHOLZ schreckt selbst vor biologistischen Interpretationen wie "biologische Konstante des modernen Menschen" nicht zurück, um seine schlichte Meinungen zur Geburtenentwicklung unters Volk zu bringen.

KLINGHOLZ verabschiedet zwar das Ideal der Bestandserhaltungszahl ("Replacement Fertility") von 2,1, aber nicht den Imperativ der stabilen Bevölkerung:

"Es wäre richtig, sich von der Idee einer »Replacement Fertility« zu verabschieden, also von dem Ziel, im Schnitt 2,1 Kinder zu bekommen. Eine Zahl zwischen 1,6 und 1,8 Kindern wäre für die europäischen Länder vernünftig. Weil wir dann mit einem gewissen Maß an Zuwanderung auf eine stabile Bevölkerung setzen können. Und eine stabile Bevölkerung ist sinnvoll, nicht weil das so schön klingt, sondern weil die ganze Infrastrukturplanung wesentlich einfacher wäre."

Der Soziologe Karl Otto HONDRICH sieht dagegen allein in der  Problemlösungsfähigkeit einer Gesellschaft deren Überleben gesichert und diese hängt nicht von einer stabilen Bevölkerungszahl ab.

Das Argument der Infrastruktur von KLINGHOLZ ist wenig einleuchtend, denn auch Infrastrukturen veralten und müssen deshalb ständig angepasst werden. Das vergreiste Denken der Demografen krankt daran, dass sie ein Ideal geschlossener Systeme verteidigen wollen, das modernen offenen Gesellschaften nicht gerecht wird. Das reicht bis in die Sprache der nationalkonservativ geprägten Demografie hinein: "Geburt" und "Tod" gelten als "natürlich", während Wanderungen nicht dazu gehören.

Das Denken von Demografen wie KLINGHOLZ ist binär, während Wandel mehr ist als nur "schrumpfen" und "wachsen". Das Weltbild von Demografen ist zutiefst unterkomplex. Im Guten wie im Schlechten hat sich die Zukunft noch nie daran gehalten, was Menschen prognostiziert haben. Es wäre deshalb viel vernünftiger genauer hinzuschauen!

SIEMS, Dorothea (2012): Geld macht keine Kinder.
Die Familienpolitik verpufft. Der Sozialstaat droht zu deformieren,
in: Welt v. 21.09.

SCHIERMEYER, Matthias (2012): Die Kinderlein kommen nicht.
Geburten: Lediglich ältere Akademikerinnen verbessern die Statistik,
in: Stuttgarter Zeitung v. 21.09.

 
   

HAAF, Meredith (2012): "Und bin ich Ihnen heroisch genug?".
Dass der Schriftsteller Jonathan Franzen Gegenfragen stellen würde, hätte Meredith Haaf eigentlich ahnen können. Mit 16 verschlang sie seine Texte, später schickte sie ihm absurde Fangeschenke. Aber als sie ihm schließlich gegenüberstand, lernte sie vor allem sich selbst neu kennen,
in: SZ-Magazin Nr.38 v. 21.09.

 
   

DESTATIS (2012): Leichter Rückgang der Geburtenziffer 2011 auf 1,36 Kinder je Frau,
in:
Pressemitteilung Statistisches Bundesamt Wiesbaden v. 20.09.

"Die zusammengefasste Geburtenziffer des Jahres 2011 betrug in Deutschland 1,36 Kinder je Frau. Damit lag sie nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) niedriger als im Vorjahr (1,39) und etwa auf dem Niveau von 2009. Die durchschnittliche Zahl der Geburten ging 2011 bei jüngeren Frauen zurück, während sie bei den Frauen im Alter von Mitte 30 bis Mitte 40 zunahm. In den neuen Ländern war die zusammengefasste Geburtenziffer mit 1,43 Kindern je Frau höher als im früheren Bundesgebiet (1,36)"

meldet das Statistische Bundesamt. Gestern wurden Daten zur Geburtenrate von Akademikerinnen in der Presse lanciert, die Martin BUJARD, Mitarbeiter am Institut für Bevölkerungsforschung im Auftrag des Familienministeriums erhoben hat. Man will offensichtlich einer erneuten Debatte um die Wirksamkeit des Elterngeldes den Wind aus den Segeln nehmen und der im Vergleich zum Vorjahr wieder gesunkenen allgemeinen zusammengefassten Geburtenziffer die gestiegene Geburtenziffer der Akademikerinnen entgegensetzen.

Heute hat das Familienministerium seine Interpretation zur Geburtenentwicklung in Deutschland: Aktuelle Zahlen und Erkenntnisse online gestellt. Zur Kinderlosigkeit der Akademikerinnen heißt es dort:

"Die Kinderlosigkeit von Frauen im Alter von 40 Jahren ist in Deutschland seit 2005 gestoppt. Die Entwicklung der Geburten in den letzten Jahren hat gezeigt, dass nicht der Bildungsstand entscheidend ist, ob und wie viele Kinder Frauen im Laufe ihres Lebens bekommen. Vielmehr gibt es zwischen den verschiedenen Berufsgruppen erhebliche Unterschiede. So gab es seit 1973 einen Geburtenrückgang bei Frauen in den meisten Berufen - dabei in sämtlichen nichtakademischen Berufen - zum Beispiel bei Verkäuferinnen oder Erzieherinnen. Im gleichen Zeitraum haben Frauen in mehreren akademischen Berufsfeldern wieder mehr Kinder bekommen. Dies ist beispielsweise bei Lehrerinnen und Ärztinnen der Fall."

Warum wird uns aber die Studie von Martin BUJARD weiterhin vorenthalten?

SIEMS, Dorothea (2012): Gefährliche gesellschaftliche Schieflage.
Weniger Geburten: Trotz Milliardenausgaben für Elterngeld, Krippenoffensive und höheres Kindergeld kommen zu wenige Kinder. Das hat fatale Folgen für die Politik und die Sozialkassen,
in: Welt Online v. 20.09.

POETZSCH, Olga & Petra KUCERA (2012): Von niedrigen Geburtenzahlen und fehlenden Müttern...,
in:
Statistisches Bundesamt Wiesbaden v. 20.09.

 
   

WINKELMANN, Ulrike (2012): Schröders Traum vom Kinde.
Angeblich mehr Akademikerkinder: Eine Politikerin wollte eine schöne Meldung: Hurra, die studierten Frauen kriegen wieder mehr Kinder. Nur leider lässt sich das so einfach gar nicht sagen,
in: taz.de v. 20.09.

Nun meldet auch Ulrike WINKELMANN Bedenken an, was auf dieser Website bereits gestern anlässlich eines Artikels von Miriam HOLLSTEIN getan wurde:

"Die Zahlen sind allzu schwach. Denn für sein optimistisch-nützliches Ergebnis hat Bujard die Zahlen des Mikrozensus verwendet. (...). Der Mikrozensus erhebt aber seit je nur die Kinder pro Haushalt, nicht aber die von einer Frau insgesamt geborenen Kinder. Ausgezogene Kinder, grad bei Oma urlaubende Kinder oder sonst wie abwesende werden nicht erfasst. Auch die noch nicht geborenen. Dass sich auf solch dünner Datenbasis kaum Aussagen über Kinderhaben und Kinderlosigkeit fällen lassen, wurde vor Jahren erkannt. Doch die Mühlen der Statistiker mahlen langsam, eine Korrektur des Mikrozensus fiel mau aus. Und erst der im kommenden Jahr veröffentlichte Mikrozensus von 2012 wird die Frage nach den tatsächlich geborenen Kindern pro Frau ordentlich erheben."

Welche gravierenden Fehleinschätzungen sich aus dem Mikrozensus hinsichtlich dem Gebärverhalten ergeben können, das zeigt schön ein Schaubild, das einem Artikel von Martin BUJARD entnommen ist, der jedoch einen anderen Zweck verfolgte:

 

Quelle: Stimme der Familie, Heft 2, S.13

Im Schaubild werden beispielsweise die Kinder einer Frau des Jahrgangs 1957 zum einen als Kinder im Haushalt (Erhebungsmethode Mikrozensus) und zum anderen als Kohortengeburtenrate (CFR) dargestellt. Die endgültige Kinderzahl für Frauen des Jahrgangs 1957 wird mit 1,66 Kindern angegeben. Akademikerinnen, die im Vergleich mit Nicht-Akademikerinnen häufig noch mit über 40 Jahren Kinder bekommen, werden durch den Mikrozensus falsch erfasst, wie das Auseinanderklaffen der beiden Kennzahlen (Kinder im Haushalt/CFR) ab dem 40. Lebensjahr zeigt. Das Statistische Bundesamt meldet jedoch jährlich nur die zusammengefasste Geburtenziffer (TFR). Diese liegt durch die Verschiebung des Erstgebäralters (Timing-Effekt) derzeit weit niedriger als die Kohortengeburtenrate (so z.B. für den Jahrgang 1957 im Jahr 2007: 1,37 TFR statt 1,66 CFR). Darauf spielt WINKELMANN an, wenn sie schreibt, dass man bis 2028 warten müsse, um die tatsächliche Kinderzahl der in den 1970er Jahren geborenen Akademikerinnen mit den in den 1960er Jahren geborenen Akademikerinnen vergleichen zu können. Was man aber bereits jetzt sagen kann: Die Geburtenrate der Mitte der 1960er Jahre geborenen Akademikerinnen wurde von den deutschen Bevölkerungswissenschaftlern eindeutig unterschätzt. 

Etwas wäre jedoch anzumerken, denn die Geburtenfolge wird inzwischen jährlich richtig erfasst. Diese konnte bis 2009 nur bei verheirateten Frauen korrekt erfasst werden. Bis 2009 galt sozusagen hierzulande die lebenslange Ehe als amtliche Norm. Es hat also immerhin 40 Jahre gedauert bis die Scheidungsreform auch in der amtlichen Statistik angekommen ist. Von daher ist Skepsis hinsichtlich der amtlichen Erhebungen durchaus angebracht.

Auf sueddeutsche.de findet sich folgende Richtigstellung einer Agenturmeldung:

"Die Nachrichtenagentur dapd hatte gemeldet, Studienleiter Martin Bujard habe gesagt, dass der »Turnaround« bei den Geburten geschafft sei. Dies war auch in einer früheren Fassung dieser Meldung zu lesen. Diese Aussage hat Bujard aber ausdrücklich nicht getroffen. Richtig ist vielmehr, dass abzuwarten bleibt, ob die Geburtenrate nachhaltig ansteigt, wie es nun auch korrekt in der Meldung heißt"  

HOLLSTEIN, Miriam (2012): Mehr Kinder von studierten Müttern.
Der Abwärtstrend bei der Geburtenrate unter gut ausgebildeten Frauen ist gestoppt,
in: Welt v. 20.09.

MENKENS, Sabine (2012): Besser spät als nie,
in: Welt v. 20.09.

HÖHN, Sebastian (2012): Wenn Mama ein Diplom hat.
Geburten: Seit Jahren ist die Geburtenrate unter jungen Akademikerinnen extrem niedrig - die neuen statistischen Zahlen zeigen, dass sich der Negativtrend langsam umkehrt,
in: Berliner Zeitung v. 20.09.

SCHULZ, Stefan (2012): Das Elterngeld wirkt doch.
Geburten: Akademikerinnen bekommen wieder mehr Kinder - aber zu einem späteren Zeitpunkt im Leben. Ist die Einführung des Elterngelds für die Steigerung verantwortlich?
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.09.

 
   

BECKMANN (2012): Leben und lieben in Deutschland: Sind wir auf dem Weg in die Single-Republik?
in: Sendung der ARD v. 20.09.

 
   

BRIGITTE-Dossier: Singles

KALOFF, Susanne/DELVALLE, Barbara/BARTELS, Stephan/THOLL, Tom/ROKAHR, Lisa (2012): Warum ich jetzt gern Single bin.
Fünf Singles erzählen: Es werden immer mehr. Und das ist gut so. Denn unsere Gesellschaft braucht Singles. Nie war es einfacher, allein zu leben - und dabei glücklich zu sein,
in: Brigitte Nr.38 v. 19.09.

Die 5 Geschichten handeln von 6 Singles (2 Männer, 4 Frauen im Alter zwischen 19 und 51 Jahren, Durchschnittsalter: 36,2 Jahre). Alle sind Kurzzeit-Singles (Dauer der Single-Phase zwischen 1-4 Jahren), 3 Singles haben Kinder und alle sind derzeit  partnerlos. Die beiden Männer (Vater und Sohn) leben in einer WG.

Die Porträts sind eher typisch für eine westdeutsche Frauenzeitschrift, aber nicht für die westdeutschen Alleinlebenden, denn Alleinlebende im mittleren Lebensalter sind eher männlich, während im Alter die Frauen dominieren. Die Zahlen, die zum Interview mit Stefan HRADIL präsentiert werden, gelten für Alleinlebende und nicht für Partnerlose.  

OTTENSCHLÄGER, Madlen (2012): "Unsere Gesellschaft braucht Singles".
Denn sie können einiges besser als Paare. Was genau, erklärt der Soziologe Professor Stefan Hradil,
in: Brigitte Nr.38 v. 19.09.

Warum prägt das Bild der unfreiwillig Partnerlosen vielfach immer noch das Bild der Alleinlebenden, obwohl viele statistisch Alleinlebenden keineswegs partnerlos sind? Weil sie eine Projektionsfläche für Nicht-Singles sind, lautet eine Antwort von Stefan HRADIL. Der Soziologe setzt gegen diese Projektionen das Bild der urbanen, gut gebildeten Karrieremenschen im mittleren Lebensalter und der Alleinlebenden mit Kindern:

"Singles haben natürlich Kinder, schließlich wird inzwischen fast jede zweite Ehe geschieden. Und Singles und Alleinlebende helfen unserer Gesellschaft sehr wohl: Sie zahlen Steuern, sind gute Konsumenten. Und sie leisten Beziehungsarbeit".

 
   

HOLLSTEIN, Miriam (2012): Akademikerinnen bekommen mehr Kinder.
Geburten: Eine neue Studie gibt Entwarnung: Der Geburtenrückgang bei sehr gut ausgebildeten Frauen ist gestoppt. Allerdings kommt es auf den Beruf an, den die Frauen ausüben,
in: Welt Online v. 19.09.

"Es war eine alarmierende Nachricht, die vor drei Jahren durch die Republik ging: Deutschland stagniert nicht nur bei der Geburtenrate auf niedrigem Niveau. Vor allem sehr gut ausgebildete Frauen bekommen immer seltener Kinder. Jede Vierte in dieser Gruppe sei auch jenseits der 40 kinderlos, vermeldete damals das Statistische Bundesamt",

schreibt Mariam HOLLSTEIN. Warum gerade 2009? Alarmierende Nachrichten über die Kinderlosigkeit der Akademikerinnen gab es spätestens seit der Spiegel im Jahr 1999 die Baby-Lücke entdeckt hat.

Warum also 2009? Warum nicht 2006 als die Welt mit gefakten Geburtenzahlen SCHIRRMACHERs Pamphlet Minimum hypte und die hohe Akademikerinnenkinderlosigkeit die Einführung des Elterngeldes rechtfertigen sollte? Warum nicht 2005 als zur Durchsetzung des Elterngeldes die Kinderlosigkeit der Akademikerinnen durch das Statistische Bundesamt im Vorfeld des Bundestagswahlkampfes dramatisiert wurde?

Warum also 2009? Als nur noch 25 % - statt wie Jahre lang vorher behauptet - 40 % der Akademikerinnen kinderlos sein sollten? Weil damals erstmals das Elterngeld als wirkungslos kritisiert wurde? Und seitdem immer wieder einmal die Wirkungslosigkeit belegt wurde?

Bereits im Jahr 2005 hieß es in dem Bericht Starke Familie, dass Akademikerinnen mehr Kinder bekommen. Der Wahlkampf war vorüber und das interessierte deshalb nicht mehr.

"Kamen 2005 auf 1000 hoch qualifizierte Frauen über 35 Jahren noch 453 Kinder, so waren es 2009 schon 548. Während die Kinderzahl aller Frauen in den vergangenen zehn Jahren konstant blieb, bekamen Akademikerinnen wieder etwas mehr Kinder",

zitiert HOLLSTEIN eine Studie, über die ansonsten nichts bekannt ist und über die auch auf der Website des BIB bislang nichts zu erfahren ist. Stattdessen nur die Grafik des Monats Kinderzahl hängt von der Bildung ab - aber nur in Westdeutschland von heute.

Der Artikel von HOLLSTEIN vermischt altbekannte Sachverhalte mit Daten, deren Herkunft nicht transparent gemacht werden. Seriöse Berichterstattung sieht anders aus:

"Die Forscher des Bundesinstituts für Bevölkerungsinstitut fanden zudem heraus, dass es erhebliche Unterschiede zwischen den Berufen gibt. 2009 war die Kinderlosigkeit bei Landwirtinnen und nicht erwerbstätigen Frauen (meist Hausfrauen) am geringsten."

Bereits im März hatte die Welt Zahlen für 2008 veröffentlicht, die  einer Broschüre des BIB entstammen. Damals waren es Putzfrauen, nun Landwirtinnen und Hausfrauen. Wobei 2009 nicht die Kinderlosigkeit, sondern nur das Leben ohne Kinder im Haushalt vom Mikrozensus erfragt wurde.

Warten wir also lieber auf die Veröffentlichung der Studie durch das BIB!  

 
       
 

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Zu den News vom 01. - 17. September 2012

   
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[email protected] Stand: 26. September 2012