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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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News vom 16 - 31. August 2002

 
       
     
     
     
   
Spruch des Monats:
"Einer meiner ersten bezahlten Jobs bestand in der freien Mitarbeit als Szene-Reporterin in der Frankfurter Prinz-Redaktion. Auch dort wurden Lifestyle-Trends gemacht beziehungsweise frei erfunden. Oder gab es sie wirklich? Man konnte nie sicher sein, was zuerst da war, der Trend oder die Idee des Trends."
(Katja Kullmann in "Generation Ally", 2002)
 
       
   
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  • WILLEMSEN, Roger (2002): Schießen Sie auf die Feuilletonisten!
    Elite-Dünkel hier, Label-Faschismus dort - dabei geht es längst um mehr als um den Krieg der Alten gegen Pop,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 31.08.
    • Kommentar:
      WILLEMSEN erklärt den Unterschied zwischen E- und U-Kultur für nichtig, nur um seinen eigenen Unterschied zwischen E- und U-Kultur auf sich selbst masszuschneidern:

            
      "Hier geht es nicht nur um die Schießübungen eines späten Halbstarken (Anm.d.V.: hier ist MRR gemeint) im Pantheon, es geht im größeren Maßstab auch längst nicht mehr um Pop- oder Geheimratsjournalismus, nicht um den engeren oder weiteren Kulturbegriff.
      Es geht nun um Relevanz und ihre Selbstbehauptung gegen eine zeittypische, von kommerziellen Interessen wie von Ressentiment geleitete Geist-Feindlichkeit
 
   
  • KEIL, Christopher (2002): Der Single.
    "Sex and the City" kehrt zu Pro Sieben zurück. Eine Begegnung mit Darren Star, dem Produzenten der Serie,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 31.08.
    • Inhalt:
      Darren STAR hat nach der High School-Serie "Beverly Hills 90210" und der Twentysomething-Serie "Melrose Place" mit "Sex and the City" das Lebensgefühl der Thirtysomething zum Thema gemacht:

            
      "Die triebgesteuerte Singlewelt von New Yorker Westside-Frauen zwischen experimenteller Orgasmusphantasie, tragischen One Night Stands und melancholischer Beziehungssehnsucht"
            
      In den ersten beiden Staffeln ging es dabei um den
      "postmodernen Feminismus einer Zeit, die Monica Lewinsky auf den Titel von Vanity Fair hob und Political Correctness durch Hedonismus ersetzte".

            In Zukunft werden die Protagonisten laut KEIL endlich erwachsen, d.h. es geht um Heiraten und Kinderkriegen:
            "Das heißt nicht, dass sich Sex and the City in Die Waltons verwandelt. Doch wenn bislang die intelligent frivolen Dialoge, die wunderbar fotografierte Inszenierung und die detailgerechte Darstellung der Charaktere herausgehoben worden sind, dann ist die weitere Entwicklung grandios, weil sie die Figuren nicht auf ein Rollenverhalten festlegt. Karriere wird wichtig, Charlotte will heiraten, Miranda bekommt ein Baby, Carrie denkt über feste Beziehungen nach – also über das, worüber eine Frau Mitte 30 nie nachdenken dürfte."
 
   
  • KNIPPHALS, Dirk (2002): Softies an der Macht.
    Die Intellektuellen in den Wochen des Wahlkampfs: Große Leidenschaftlichkeit kommt nicht auf. Zum Aufreger gerät allein Schröders Mythologisierung der Mitte. Und was, verdammt, waren noch mal die Berliner Republik und das rot-grüne Projekt?,
    in: TAZ v. 31.08.
    • Kommentar:
      KNIPPHALS kritisiert den Historiker Paul NOLTE, weil dieser das in der FAZ das Problem der Nachwuchs-Nichtnaturwissenschaftler zum allgemeinen Problem hochgespielt hat.

            
      Dagegen hält er es lieber mit Heinz BUDE und dessen Intellektuellen-Schelte. Es geht dabei um die Überwindung der Errungenschaften der Bonner Republik und um eine Ablösung der Flakhelfer-Generation.
            
      Verschwiegen wird von KNIPPHALS jedoch, dass BUDE darüber frustriert ist, dass seine Marke "Generation Berlin" z.Z. grosse Absatzprobleme hat. Dabei möchte BUDE so gerne Führer einer Jugendbewegung sein.
            
      Beim Aufbruch zu neuen Ufern sind aber offensichtlich die sozial Schwachen auf der Strecke geblieben, weswegen jetzt selbst BUDE nicht mehr nur eine Politik für die sozial Starken fordern kann, sondern auch "Respekt" für die sozial Schwachen übrig hat.
            
      Gefördert müssen jedoch in erster Linie sozial Starke werden, denn diese können abwandern. Sozial Schwache werden nur gewalttätig, weswegen Sicherheit bei der Elite der Neuen Mitte Thema Nr.1 ist (siehe hierzu das Interview von Heinz BUDE in der Frankfurter Rundschau vom 14.06.2002, auf das sich auch KNIPPHALS beruft).
 
   
  • GUTSCH, Jochen-Martin (2002): Sommerhaus, jetzt.
    Selbstbewusstsein verloren, Werte gesucht. Florian Illies weiß, warum die Generation Golf sich nun fragt, ob das Leben der Eltern glücklich macht,
    in: Berliner Zeitung v. 31.08.
    • Kommentar:
      Mit GUTSCH greift ein Angehöriger der Generation Golf in die Debatte um den Absturz seiner Generationseinheit der Modernisierungsgewinner ein, um - wie schon vor ihm Robert JACOBI in der SZ vom 07.08.2002 - seinen Generationsgenossen und sich selbst Mut zu machen. Er zitiert dazu Florian ILLIES:

            
      "Es gab keinen politischen oder ideologischen Impuls. Wir wurden aktiv, als sich Engagement mit Geschäft verbinden ließ. Vielleicht war das ein Probelauf und es gibt in der nächsten Phase ein geläutertes Engagement. Aber das ist jetzt unsere Bewährungsprobe. Wir müssen Trotz zeigen und uns den Dingen stellen."
            
      Und wie stellt sich GUTSCH diese Herausforderung vor?
            
      "Wir nehmen uns nicht so wichtig. Wir schauen uns um. Wir beobachten, wie die anderen so leben. Unsere Vorgänger-Generationen. Dann suchen wir uns ein paar Sachen raus und bauen sie neu zusammen. So wie im Radio. Eine Sammlung der größten Hits der 70er, 80er und 90er. Und wir, wir werden dann das Beste von heute."
 
   
  • OBERNDÖRFER, Dieter (2002): In der Republik ist die Kultur pluralistisch.
    Europa steht vor der großen Aufgabe, die Nationalstaaten überwinden zu müssen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 30.08.
    • Dieter Oberndörfer - Politikziel Geburtenwettlauf
 
   
  • RÜHLE, Alex (2002): Ein Rock durch Deutschland.
    Der Volkskörper taucht aus dem Sprachschlamm auf,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 30.08.
    • Kommentar:
      Katastrophen sind angeblich gut für die Geburtenrate, was RÜHLE zur Prognose veranlasst:

            
      "Schon jetzt spricht man im Osten davon, dass die Zusammenarbeit der Einheimischen mit den Bundeswehrregimentern Hand in Hand gehe mit intensiven Formen der Völkerverständigung: In neun Monaten erwartet man entlang der Deiche einen Babyboom."
 
     
   
  • DRIBBUSCH, Barbara (2002): Auf Stimmenfang mit Doris.
    Die SPD wirbt auf ihren Plakaten mit einem angestaubten Frauenbild,
    in: TAZ v. 30.08.
    • Inhalt:
      Ein Plakattipp von DRIBBUSCH für die CDU:

            
      "Man stelle sich vor: Ein Wahlplakat mit Hiltrud Schröder, sie lässig am Pool, zwei junghübsche Männer um sie herum. Der Slogan: 'Trennen Sie sich von Gerhard Schröder! Ich habe das auch geschafft'. Dazu das CDU-Logo. Vielleicht könnte Stoiber noch als Kellner im Hintergrund agieren. Das Plakat wäre ein Renner"
 
   
  • HILLENKAMP, Sven & Henning SUSSEBACH (2002): Alles Müller?
    Klaus und Birgit Müller: verheiratet, ein Kind. Er geht zur Arbeit, sie bleibt zu Hause. Sind die Grünen zu normal geworden? Ein Hausbesuch bei Schleswig-Holsteins Umweltminister,
    in: Die ZEIT Nr.36 v. 29.08.
    • Kommentar:
      Homestory über die grüne Generation-Golf-Vorzeigefamilie von Klaus MÜLLER. Dagegen erscheint selbst die CDU-Familie von Katherina REICHE progressiv:

            
      "Wollen Grüne kein uneheliches Kind mehr?
      Sie: Nein, wir wollten das ganz groß feiern, und das zu einer Zeit, in der mein Bauch noch nicht allzu dick war."
 
   
  • EEKHOFF, Johann (2002): Streichen statt streicheln.
    Die Reform von Rente und Gesundheit muss auch Besitzstände infrage stellen,
    in: Rheinischer Merkur Nr.35 v. 29.08.
    • Kommentar:
      "Zurzeit werden nur zwei Drittel der Kinder geboren, die erforderlich wären, um die Beiträge in der Rentenversicherung stabil zu halten. Tatsächlich dürften bei dieser Geburtenrate auch nur zwei Drittel der künftigen Rentenansprüche bei der nachfolgenden Generation geltend gemacht werden. Wer eine unveränderte Rente haben möchte, müsste ein Drittel selbst ansparen.
      Noch besser wäre es, die Rentenansprüche sehr viel stärker von der Kinderzahl abhängig zu machen, sodass Eltern mit zwei Kindern weiterhin eine normale Rente aus dem Umlagesystem erhielten, während Kinderlose weitgehend darauf angewiesen wären, selber für ihre Altersvorsorge anzusparen" lautet das Credo von EEKHOFF.

            
      Tatsächlich fehlt es jedoch nicht an Kindern, sondern an Beitragszahlern (siehe hierzu NIEJAHR in der ZEIT von heute). Solange nicht jeder Erwerbsfähige auch Beiträge zur Rentenversicherung leistet ist das Geburtendefizit ein Scheinargument, mit dem vom Problem der Erwerbsarbeitszentriertheit unserer sozialen Sicherungssysteme abgelenkt wird.
            
      Das zweite Problem ist die Besitzstandwahrung für die 68er-Generation und ihre Vorgänger. Um deren Rentenansprüche im vollem Umfang zu gewährleisten, sollen alle nachfolgenden Generationen stärker belastet werden und die Kosten der Umstellung zahlen. Eine solche Praxis fordert den massenhaften Austritt aller jüngeren Generationen aus den sozialen Sicherungssystemen geradezu heraus.
 
   
  • NIEJAHR, Elisabeth (2002): Rentenlügner unter sich.
    Alle Parteien missbrauchen die Alterssicherung im Wahlkampf,
    in: Die ZEIT Nr.36 v. 29.08.
    • Inhalt:
      NIEJAHR weist auf den Zusammenhang zwischen fehlenden Beitragszahlern und Erwerbssystem hin:
      "in Zeiten steigender Arbeitslosigkeit ist ein Anstieg der Lohnnebenkosten kaum zu vermeiden. Die frisch Entlassenen fallen als Beitragszahler aus, und für mehr Arbeitslose werden mehr Ausgaben fällig. Solange die Finanzierung der Sozialsysteme am Faktor Arbeit hängt, wird das so bleiben."
 
   
  • Berichte zur Veröffentlichung der neuesten Scheidungsstatistik

    • RAST (2002): Bayern und die Liebe,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 29.08.
    • FETTIG, Andreas (2002): Bedingt bindungsfähig,
      in: Neue Ruhr-Zeitung v. 28.08.
    • DPA/AP (2002): Berufsstress und überzogene Glückserwartungen lassen Ehen scheitern.
      Zahl der Scheidungen in Deutschland auf dem Höchststand. Nach vorgeschriebenem Trennungsjahr meist Einvernehmlichkeit,
      in: Frankfurter Rundschau v. 28.08.
 
   
  • KRAUSE, Tilman (2002): Allein sein im Geheimnis.
    Produktive Potenziale II: Der Rückzug auf sich selbst,
    in: Welt v. 29.08.
    • Inhalt:
      KRAUSE plädiert für das Alleinsein als einfache Methode der Konfliktbewältigung, die in den Zeiten der Außenleitung (RIESMAN) aus der Mode gekommen ist:

            
      "Die Selbst-Konfrontation zählt schließlich zu den wenigen großen Abenteuern, die auch dem Mittellosen zugänglich sind. Wer sich ihr überlässt, wird in jedem Falle reicher. Reicher an Einsichten über das Menschsein. Und die kommen nicht nur dem Ich, die kommen dann sogar der Gesellschaft zugute."
 
   
  • LÜDKE, Martin (2002): Die Entdeckung der Anus-Vulva-Achse.
    Hans-Ulrich Treichels gehobener Unterhaltunsroman über den akademischen Trottel,
    in: Die ZEIT Nr.36 v. 29.08.
    • Hans-Ulrich Treichel - Der irdische Amor
 
   
  • Neues von Douglas COUPLAND

    • KÜHL, Christiane (2002): Probleme mit der Familie?
      Douglas Coupland kennt sich aus. Er hat über familiäre Schwierigkeiten und über zahlreiche andere Plagen Nordamerikas einen sehr hilfreichen Roman geschrieben,
      in: Die ZEIT  Nr.36 v. 29.08.
    • FACTS (2002): Geklont statt verkorkst.
      Im neuesten Roman von Douglas Coupland nimmt sich der Starautor der Familie an. Eine Freakshow,
      in: Facts Nr.35 v. 29.08.
    • FRIEBE, Holm (2002): Schöne Flecken.
      Douglas Coupland: Beautiful Stains - Fotoprints. Eine Einführung,
      in: Jungle World Nr.36 v. 28.08.
    • COUPLAND, Douglas (2002): Zeitgeist.
      Douglas Coupland über seine Bilder
      in: Jungle World Nr.36 v. 28.08.
 
   
  • SHELL-Studie "Jugend 2002"

    • HARTMANN, Andreas (2002): Die Jugend von heute.
      Der junge Konsument ist nicht mehr das Lieblingskind der Werbung,
      in: Jungle World Nr.36 v. 28.08.
      • Inhalt:
        HARTMANN konstatiert das Ende des Jugendwahns, denn der Jugendliche gehört zu einer Minderheit. Da hilft nur die Flucht nach vorne:

              
        "Schluss mit der Jugend, erwachsen ist man von Geburt an". Von der Shell-Studie "Jugend 2002" hält HARTMANN nicht viel:
              
        "am Ende (...) bietet sie einfach nur unendlich viele Antworten auf Fragen, die man selbst nie gestellt hätte."
    • KEIL, Frank (2002): Sieg der Enkelinnen.
      Die Shell-Studie bringt es an den Tag: Jungen müssen sich in Zukunft noch wärmer anziehen,
      in: Frankfurter Rundschau v. 28.08.
      • Kommentar:
        KEIL stellt die Interpretation der Ergebnisse der Shell-Studie in den Zusammenhang der Debatte um die Krise des Mannes. Nach der von Matthias MATTUSEK lancierten Scheidungsväterkampagne ist das Ergebnis der neuen Jugendstudie endlich wieder ein Thema, das Balsam für die geschundenen Seelen des Modernisierungsopfers Mann ist. KEIL hält es dagegen mit Ulrich BECK, der dem Mann "verbale Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre" attestiert hat und folgert deshalb:

              
        "Deutlich mehren sich die Zeichen eines bevorstehenden mentalen Crashs: Die patriarchale Dividende, also jenes von dem australischen Männerforscher Robert W. Connell beschriebene Phänomen, dass noch der sozial weit abgeschlagene Mann vom öffentlichen Status des Mannes profitiert - real oder auch nur in der Phantasie -, sie wird ausgesetzt. Und zu der bedrückenden Ahnung, dass er selbst zu jener jetzt belegten Funktionsuntüchtigkeit der nach ihm kommenden Mitmänner beigetragen hat, gesellt sich etwas, vor dem er sich nicht wenig fürchtet: die blanke Häme."
 
   
  • LEGGEWIE, Claus (2002): Statt ins Abseits in die Mitte,
    in: TAZ v. 28.08.
    • Inhalt:
      Claus LEGGEWIE plädiert für eine Arbeitsteilung zwischen der Regierungslinke und der Bewegungslinken, um französische Verhältnisse in Deutschland zu vermeiden:

            
      "Ein stärker arbeitsteiliges Verhältnis ist (...) geboten: Der Beitrag der Bewegungen besteht vor allem im Agenda- Setting, in Mobilisierung und Bereitstellung fachlicher Expertise, während Parteien in der Demokratie ihre klassischen Funktionen der Aggregation und Legitimation von Interessen ausspielen können. Die schlechtere Alternative ist, dass sich Regierungs- und Bewegungslinke in eine verschärfte Konfrontation begeben - um am Ende beide im politischen Abseits zu stehen."
 
   
  • RÜTHER, Tobias (2002): Von der Bühne gefallen, aber mitten im Parkett gelandet.
    Bestenfalls scheintot: Warum die anschwellenden Abgesänge auf die Popliteratur und ihren Journalismus ungerechtfertigt sind,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 27.08.
    • Inhalt:
      RÜTHER verteidigt die Popliteraten und -journalisten gegen ihre zahlreichen Kritiker:

            
      "Was die Spex in ihrer Blütezeit zwischen 1985 und 1995 kultivierte, hat die heutigen Popjournalisten nachhaltiger geprägt als der amerikanische 'new journalism' (...).
      Die Spex war stärker noch als Tempo ein Mittler. Hier fiel zuerst der Name Nick Hornby. Für die allerletzte, ungedruckte Ausgabe von Tempo war ein Interview mit dem damals noch unbekannten englischen Autor von 'High Fidelity' vorgesehen. Stünde heute ein neues Buch Nick Hornbys an, rissen sich sämtliche Magazine und Zeitungen Deutschlands um ihn.
      Das markiert den langen Marsch der Subkulturen vom Rand in die Mitte, den Diedrich Diederichsen, der deutsche Popjournalist par excellence, beschrieben hat. Popjournalismus ist heute überall. Wer jetzt den 'Tod des Popjournalismus' proklamiert, wer vom Scheitern der jungen Garde an den Kräften des Markts und der Tradition spricht, der bauscht auf, was eine mehr oder minder freundliche, undramatische Übernahme war."
 
   
  • FUCHS, Oliver (2002): Verwende deine Jugend.
    Der Punk-Sommer 2002 kumuliert in Familienzusammenführungen alter Recken und in den Ausbrüchen der Newcomer-Band "Mia",
    in: Süddeutsche Zeitung v. 26.08.
    • Kommentar:
      Punk lebt! Das ist mittlerweile selbst bei der SZ angekommen und FUCHS darf deshalb Mia's Debütalbum "Hieb & Stichfest" als "Attacke auf die Popspaßgesellschaft", die aus dem "Herzen der Popspaßgesellschaft selber kommt" anpreisen.

            
      Zu dieser Dialektik von Pop und Antipop war bei single-dasein.de schon letztes Jahr das zu lesen, was FUCHS nun verspätet nachreicht: den Zusammenhang zwischen Wirtschaftskrise und Anti-Pop:
            
      "Punk war eine Explosion von Freiheit hoch oben am Himmel, die in einer Wolke aus Gelächter und Verzweiflung, Größenwahn und Selbstzerstörung auf die Erde herabsank. Die westlichen Industrienationen steckten in einer schweren Wirtschafts- und Identitätskrise, als Punk Ende der siebziger Jahre entstand. Jetzt ist wieder Krisenzeit und Punk eine Chance, phantasievoll damit zu leben".
            
      Und Mia soll nun den Soundtrack für die verlorene Generation Golf  liefern:
            
      "Alle Bandmitglieder wohnen in Prenzlauer Berg, dem Viertel mit der größten Szenekneipen-Dichte in Deutschland. Der paradigmatische Einwohner war – bis vor kurzem jedenfalls – jung, trendbewusst und erfolgreich, gleichzeitig Bürger und Bohemien, Besserverdiener und Langschläfer. Jetzt ist ja Krise. Jetzt sitzt man, frisch gekündigt, ganztags beim Nobel-Italiener seiner Wahl, und hört plötzlich ein Gewitter nahen. Blitze aus der Ferne, Wetterleuchten, dann ein Donnerschlag. Kurz darauf stellt man überrascht fest, dass das kein Gewitter ist, sondern Musik. Die ersten paar Takte des Albums von Mia . Und mit einem Mal begreift man, was Punk ist, im Spätsommer 2002: Eine Explosion, ein Schrei, ein dreifach donnerndes 'Fuck you' an alle. Aber eins, das von Herzen kommt."
 
   
  • Berichte zu 1. Hessischer Familientag am 24.08.2002

    • Kommentar:
      In Bensheim hat sich die Familie unter Ausschluss der Singles selbst gefeiert. Mehr als 200.000 Euro hat sich Bensheim, das Hessische Sozialministerium und die Karl Kübel Stiftung das Event kosten lassen.
            
      Jürgen BORCHERT durfte seine altbekannten Thesen zur Familie vortragen. Er ist einer der prominentesten Befürworter bevölkerungspolitischer Massnahmen in Deutschland. Diesen Interessenvertretern geht es nicht mehr um die Besserstellung armer Familien, sondern um Geburtenförderung für Besserverdienende.
            
      Wer wie Katja IRLE "Rentenkürzungen für Kinderlose" fordert, der plädiert für Bevölkerungs- und nicht für Familienpolitik.
    • ALMENRÖDER, Sabine (2002): Diskussionen und Zeit zum Spielen.
      1. Hessischer Familientag: Information und Unterhaltung für 12 000 Besucher in der Bensheimer Innenstadt,
      in: Darmstädter Echo v. 26.08.
    • IRLE, Katja (2002): Mit der Zahl der Kinder steigt das Armutsrisiko.
      12 000 Besucher beim ersten hessischen Familientag in Bensheim. Sozialrichter Borchert mahnt Umverteilung an,
      in: Frankfurter Rundschau v. 26.08.
    • IRLE, Katja (2002): Jetzt müssen Taten folgen,
      in: Frankfurter Rundschau v. 26.08.
 
   
  • GÜRTLER, Detlef (2002): Die Pampers-Netzwerke.
    Deutschlands produktive Potenziale Teil 1: Die Mütter,
    in: Welt v. 26.08.
 
   
  • SIEVERLING, Nicola (2002): "Union hat das falsche Konzept".
    SPD-Bundespolitikerin Renate Schmidt stellte in Altona ihr neues Buch "SOS.Familie" vor. WELT am SONNTAG sprach mit ihr und SPD-Landeschef Olaf Scholz über Kinderbetreuung und Familienpolitik,
    in: Welt am Sonntag v. 25.08.
 
   
  • SCHOENBERGER, Frances (2002). "Ich bin immer noch nicht heiratsfähig".
    Am 27. September wird Gwyneth Paltrow 30 Jahre alt. In WELT am SONNTAG spricht der Superstar über Liebe, Depressionen und die Freundschaft mit Madonna,
    in: Welt am Sonntag v. 25.08.
 
   
  • MÜLLER-VOGG, Hugo (2002): Selbst Glückskinder können arbeitslos werden.
    Früher waren Ausbildung, Einsatzfreude und Mobilität ausschlaggebend für einen "gesicherten" Arbeitsplatz. Heute regiert der gesetzlich vorgeschriebene Zwang zur "Sozialauswahl"
    in: Welt am Sonntag v. 25.08.
    • Kommentar:
      Ein Beitrag zur Neidgesellschaft:
      "Wenn ein Unternehmen Personal abbaut, kann es sich bei dieser Gelegenheit keineswegs von Leistungsschwachen und Leistungsunwilligen trennen. Der gesetzlich vorgeschriebene Zwang zur 'Sozialauswahl' führt dazu, dass jene zuerst gehen müssen, die dem Unternehmen am kürzesten angehören, nicht verheiratet sind und keine Kinder haben. Anders ausgedrückt: Ein Kind kann durchaus den mangelnden Arbeitseinsatz des Vaters oder der Mutter kompensieren - kündigungsrechtlich jedenfalls."
 
   
  • ALBERS, Markus (2002): Macht Geld glücklich?
    Zählt im Leben nur steigendes Einkommen oder auch ziviles Engagement? WELT am SONNTAG bat einen Millionär und einen Attac-Aktivisten zum Streitgespräch,
    in: Welt am Sonntag v. 25.08.
 
     
     
   
  • SCHLAFFER, Hannelore (2002): Vater, Mutter, Kind und Mitgift.
    Jack Goodys Soziographie der Kleinfamilie will zeigen, wie sich Verwandtschafts- und Besitzverhältnisse seit jeher gegenseitig bedingen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 24.08.
 
   
  • LEWITSCHAROFF, Sibylle (2002): Mainmücken und Lüsterweibchen.
    Wo die meisten Frauen wohnen: Würzburg. Deutschland extrem Teil 1,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 24.08.
    • Inhalt:
      LEWITSCHAROFFs Fazit: "Der Frauenüberschuss ist ein Fall frei von Problemen".

            
      Gesucht hat sie den Überschuss unter den älteren Frauen. 1000 Nonnen; eine Frau, die seit kurzem Würzburg regiert und zwei Stiftungen beruhigen die Autorin:
            
      "Juliusspital und Bürgerspital sind Stiftungen, die selbst Weinberge besitzen, mit deren Erlös Alte und Kranke gepflegt werden. Sie haben riesige Gasträume, sehr schöne Innenhöfe, und sind als Alterssitze begehrt, nicht zuletzt, weil jedem Alten täglich ein Glas Wein aus eigener Bocksbeutelflasche kredenzt wird. Kein Wunder, dass Frauen, die ja sowieso älter als Männer werden, bei dieser zuvorkommenden Behandlung mit dem Sterben aufhören.
      "
 
   
  • NZZ-ZEITFRAGEN "Event-Flut"
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 24.08.

    • KEMPER, Peter (2002): Wenn Windelnwechseln zum Event wird.
      Nachruf auf eine erfolgreiche Marketingmetapher,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 24.08.
      • Inhalt:
        Für KEMPER ist "Event" zum Codewort der Spassgesellschaft geworden. Die Suggestivkraft dieser Schlüsselmetapher sei jedoch nach dem 11. September schlagartig verblasst:

              
        "Im Verein mit einer zunehmend lahmenden Konjunktur, den plötzlich platzenden Aktienblasen am Neuen Markt und einer wachsenden Konsumzurückhaltung nach der Einführung des «Teuro» entwickelte sich im zweiten Jahr des neuen Jahrtausends eine ernüchterte Stimmungslage, die dem «Fun-Faktor» der Eventideologie diametral zu widersprechen scheint."
        • Gerhard Schulze - Die Erlebnisgesellschaft
    • Marcus S. KLEINER & Marvin CHLADA (2002): Die neuen Heiligen der Mediengesellschaft.
      Eine Kritik an der Medienkritik,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 24.08.
 
     
   
  • KURZ-SCHERF, Ingrid (2002): Oben buckeln, unten treten.
    Hartz und die Frauen, oder: Auf dem Weg in die autoritäre Gesellschaft,
    in: TAZ v. 23.08.
    • Inhalt:
      Nachdem die DGB-Frauenexpertin Anne JENTER das veraltete Familienbild der Hartz-Kommission gerügt hat, wurde nach KURZ-SCHERF die Wortwahl geändert:

            
      "Nicht 'Familienväter' sollen nun bevorzugt vermittelt werden. Jetzt heißt es: 'Arbeitslose, die besondere Verantwortung für abhängige betreuungsbedürftige Personen oder Familienangehörige tragen'."
            
      Das ist für KURZ-SCHERF jedoch entschieden zu wenig:
            
      Wer sind 'Arbeitslose, die besondere Verantwortung für abhängige betreuungsbedürftige Personen tragen'? Familienväter, Alleinerziehende auch. Und Mütter, deren Ehemänner arbeiten? Wer wird bevorzugt vermittelt, wenn beide Eltern in einer Familie arbeitslos sind? Die Frau? Der Mann? Beide?
      Wenn die Hartz-Kommission eine Fehlinterpretation tatsächlich hätte ausschließen wollen, hätte sie dies vor dem Hintergrund der langen und fortwirkenden Diskriminierung von Frauen auf den Arbeitsmärkten sehr deutlich zum Ausdruck bringen müssen."

            
      Ihr vernichtendes Fazit zum Kommissionsbericht lautet deshalb:
            
      "in seiner Gesamtheit hat er die Tendenz nicht nur zur Frauenfeindlichkeit, sondern zu einer autoritären Gesellschaft, die nach unten tritt und nach oben buckelt. Zwischen Androzentrismus und Autoritarismus besteht seit jeher ein enger Zusammenhang. Deshalb ist die Frauenfrage ein empfindlicher Seismograf für den Fortschritt oder den Rückschritt einer Gesellschaft im Bewusstsein der Freiheit."
 
     
   
  • PEARCE, Fred (2002): Ab 2050 ist wieder viel Platz.
    Neue Hochrechnungen zeigen, dass das Horrorszenario der Bevölkerungsexplosion nicht eintreten wird. Grund: Die Frauen verzichten lieber auf Kinder – auch in der Dritten Welt
    in: Weltwoche Nr.34 v. 23.08.
 
   
  • Filmstart in Deutschland: About a Boy

    • ALANYALI, Iris (2002): Fragt sich, wer hier wen erzieht.
      Brüllend komisch und herrlich traurig: "About a boy" spielt mit dem Erwachsenwerden,
      in: Welt v. 22.08.
    • BARTELS, Gerrit (2002): Großer Junge, kleiner Junge.
      Bisher waren sie auf Teen-Klamauk wie "American Pie" abonniert. Jetzt haben Paul und Chris Weitz Nick Hornbys Roman "About A Boy" verfilmt: als charmante, wenn auch etwas erbauliche Komödie,
      in: TAZ v. 22.08.
    • SANNWALD, Daniela (2002): Reifeprüfung, die zweite.
      Junger Alter trifft alten Jungen: „About a Boy“ mit Hugh Grant – nach einem Roman von Nick Hornby,
      in: Tagesspiegel v. 22.08.
    • LEWEKE, Anke (2002): Endlich erwachsen.
      Vom Hallodri zum Brit-Pop-Papa: Hugh Grant und die Nick Hornby-Verfilmung "About a Boy",
      in: Die ZEIT Nr.35 v. 22.08.
    • FELDVOSS, Marli (2002): Kindlichkeit als Geschlechtsmerkmal,
      "About a Boy" von Chris und Paul Weitz,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 23.08.
    • ZIEGLER, Ulf Erdmann (2002): Tabu und Bekenntnis.
      Unvereinbare Welten mit therapeutischem Potenzial: Hornbys "About a Boy" als Film,
      in: Frankfurter Rundschau v. 23.08.
    • ALTHEN, Michael (2002): Ich bin so frei.
      Hugh Grant macht wieder mal eine gute Figur: "About a Boy",
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 24.08.
 
     
   
  • GIERTH, Matthias (2002): RM-Wahlprüfstein Familienpolitik.
    Ganztagsbetreuung - das neue Zaubermittel?
    in: Rheinischer Merkur Nr.34 v. 22.08.
 
   
  • GASCHKE, Susanne (2002): Event als Politikersatz, Chatroom statt Ortsverein.
    Die "Shell-Jugendstudie 2002",
    in: Die ZEIT Nr.35 v. 22.08.
 
   
  • STREERUWITZ, Marlene (2002): Nur noch der Bauch macht die Frau.
    In den Wahlkampfprogrammen der Parteien kommt Weibliches nur unter einem Aspekt vor: wenn es um die Gebärfunktion geht. Statt von Frauen und Männern wird viel von "Menschen" gesprochen - eine durch und durch entpolitisierende Redeweise,
    in: TAZ v. 21.08.
 
   
  • NOLTE, Paul (2002): Ein Leben wie selbst erdacht.
    Der Soziologe Ralf Dahrendorf brachte den konsenssüchtigen Deutschen bei, den Konflikt zu achten. Statt große Theorieprojekte zu verfolgen, mischte auch er selbst lieber in politischen Debatten mit,
    in: TAZ v. 20.08.
    • Ralf Dahrendorf - Die Krisen der Demokratie
 
   
  • STEPHAN, Cora (2002): Die Bellheims kommen!
    Von wegen "Vergreisung" der Gesellschaft: Die Generation 50+ ist mit allen Wassern gewaschen,
    in: Welt v. 20.08.
 
   
  • Vorstellung der SHELL-Studie "Jugend 2002"

    • RH (2002): Neue Shell-Jugendstudie: Generation Nett,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.08.
    • SCHMOLL, Heike (2002): Null Bock ist out.
      Jugendliche gehen pragmatisch vor: Für sie zählen Leistung, Sicherheit und Macht. Politisches Interesse jenseits der Parteien,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.08.
    • SCHINDLER, Jörg (2002): Die Generation "Ich" hat den Leistungsgedanken perfekt verinnerlicht.
      Deutsche Jugend klopft jedes Engagement auf persönlichen Nutzen ab. Shell-Studie weist auch auf wachsende Resignation hin,
      in: Frankfurter Rundschau v. 20.08.
    • SEDLMAYR, Sebastian (2002): Jugend mixt sich "Wertecocktail".
      14. Shell-Studie: Die jungen Leute von heute sind optimistischer als früher. Nur 44 Prozent wollen zur Bundestagswahl gehen. Jungen möchten vor allem Macht und Einfluss, Mädchen lassen sich bei ihren Entscheidungen mehr von Gefühlen leiten
      in: TAZ v. 20.08.
    • DROBINSKI, Matthias (2002): Die pragmatische Generation,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 20.08.
    • KÄPPNER, Joachim (2002): "Das Wahlalter deutlich senken".
      Der Jugendforscher Klaus Hurrelmann über politische Konsequenzen aus der Studie,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 20.08.
    • SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (2002): Brav, oh!
      Die Shell-Studie verstehen: Ein ABC der Jugend,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 20.08.
 
   
  • HAFNER, Urs (2002): Die "Spassgesellschaft", ein schlechter Scherz.
    Anmerkungen zur Karriere eines Begriffs,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 20.08.
    • Kommentar:
      HAFNER bezieht sich mit seiner Begriffsgeschichte auf den ungenannten Medientheoretiker Lutz HACHMEISTER. Die Analyse von HAFNER konzentriert sich auf den mediendemokratischen Aspekt, wenn er feststellt:
            
      "Die Karriere des Begriffs der «Spassgesellschaft» ist wohl in erster Linie ein Symptom für die Distinktionsstrategien einiger Medienangestellter".
            
      Daneben betont er die moralische Dimension:
            
      "Mit der Verwendung des moralistischen Begriffs lässt sich zudem die Bevölkerung in zwei Klassen scheiden: das vulgäre «Volk» auf der einen Seite, das immer dann lacht, wenn es nicht angebracht ist, und eine geistige Aristokratie auf der anderen Seite, deren Wohlbefinden von jenem schlechten Geschmack beeinträchtigt wird."
            
      Single-dasein.de hat dies bereits vor einem halben Jahr in ähnlicher Weise analysiert, geht jedoch über diesen medien- und kulturpolitischen Strategieaspekt hinaus und verknüpft die Debatte über die Spassgesellschaft mit der Kritik an der Single-Gesellschaft. Erst dann wird der Sinn der Begriffsverwendung deutlich und die Analyse von HAFNER erscheint als zu kurzsichtig:
            
      "Hielten die älteren, auf gesellschaftliche Totalität abzielenden Begriffe - etwa die «kapitalistische Gesellschaft» oder die «postindustrielle Gesellschaft», in gewisser Weise auch die «Informationsgesellschaft» - wenigstens noch eine Aussage über den Modus der Vergesellschaftung bereit, so liegt der analytische Wert des Begriffs der «Spassgesellschaft» bei null."
 
   
  • REIFENRATH, Roderich (2002): Glokal denken.
    Ralf Dahrendorf spricht über die Nöte der Demokratie,
    in: Frankfurter Rundschau v. 19.08.
    • Ralf Dahrendorf - Die Krisen der Demokratie
 
   
  • About two Boys.
    Hugh Grant spielt die Hauptrolle in der Verfilmung von Nick Hornbys Roman "About a Boy": Zwei Gespräche über Kinder und Familie,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 18.08.
    • MÜNCHHAUSEN, Anna von (2002): Nick Hornby schrieb das Buch zum Film "About a Boy".
      Geben Kinder einem Leben Sinn? Darüber mußte der Vater eines autistischen Sohnes länger nachdenken,
      in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 18.08.
      • Buch "About a Boy" von Nick HORNBY
    • SCHIPP, Anke (2002): Hugh Grant spielt in dem Film "About a Boy" die Hauptfigur.
      Seine Kinoerfolge feierte er als Frauenheld - aber liegt ihm auch die Vaterrolle?
      in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 18.08.
      • Film "About a Boy" von Chris & Paul WEITZ
 
   
  • WEIDERMANN, Volker (2002): Jahrgang Riefenstahl.
    1902 wurden sie geboren, 1918 enttäuscht, 1933 in Versuchung geführt: EIne Generation ohne Halt und Haltung,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 18.08.
    • Inhalt:
      Volker WEIDERMANN zeichnet anlässlich des 100. Geburtstages von Leni RIEFENSTAHL - wie bereits Jan BRANDT in der TAZ (03.08.) - den Jahrgang 1902 anhand von Ernst GLAESER (Bestsellerroman "Jahrgang 1902") und Ernst von SALOMON ("Die Geächteten") nach:
            
      "Ein bis an den Rand gefülltes, leeres Leben. Das eint all die orientierungslosen Beschwerdeführer, die aus ihrem Geburtsjahr ein Schicksal formten, ein Leben lang.
      Eine von ihnen sieht man heute noch. Sie lächelt. Sie zuck die Schultern und sagt: 'Eigentlich bin ich unpolitisch.' Und hat damit vollkommen recht."
 
   
  • NOLTE, Barbara (2002): "In Deutschland sterben die Gentlemen aus".
    Rätselhafte Generation: Am Montag wird die neue Shell-Studie vorgestellt – über die Jugend von heute. Marie Pohl ist eine ungewöhnliche Expertin. Sie ist in dieser Sache einmal um die Welt gereist,
    in: Tagesspiegel v. 18.08.
 
   
  • BANZE, Sonja (2002): "Generation nett" hasst nur eines: Den Generationenkonflikt.
    Sie wollen Karriere machen, sie mögen ihre Eltern und den Kapitalismus. Die neue Shell-Jugendstudie präsentiert eine Jugend voller "Ego-Taktiker", HyperRealisten und Ultrapragmatiker,
    in: Welt am Sonntag v. 18.08.
 
     
   
  • EPD (2002): Raucher leben länger als Singles,
    in: TAZ v. 17.08.
    • Kommentar:
      Aus der Meldung geht nicht eindeutig hervor, was ein Single sein soll! Unverheiratet? Ledig? Partnerlos? Und vor allem. Was bedeutet eine solche Klassifizierung, wenn das Single-Dasein nur eine Lebensphase ist? Viele offene Fragen, aber keine Antwort!
 
   
  • FAHRENHOLZ, Peter & Cathrin KAHLWEIT (2002): Bessere Betreuung oder mehr Geld für Familien?
    Streitgespräch zwischen Renate Schmidt (SPD) und Katherina Reiche (CDU). Die Unsions-Frau spricht von der Wahlfreiheit der Eltern, die SPD-Politikerin wirft ihr vor, die Verhältnisse zementieren zu wollen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 17.08.
 
     
   
  • KNUF, Thorsten (2002): Arbeitslose sollen mobiler werden.
    Ledige müssen bundesweite Job-Offerten annehmen,
    in: Berliner Zeitung v. 16.08.
    • Inhalt:
      "Wer ledig ist, muss künftig schon bei kurzer Arbeitslosigkeit im gesamten Bundesgebiet eine Stelle antreten. Wer verheiratet ist oder in einer festen Partnerschaft lebt, aber keine Kinder hat, darf in den ersten sechs Monaten noch eine Stelle ablehnen, die außerhalb des Tagespendelbereichs liegt. Nach diesem ersten halben Jahr hingegen müssen auch diese Arbeitslosen bundesweit mobil sein. Nur wer Kinder hat, darf sich auf Stellen in der weiteren Umgebung seines Wohnorts beschränken", berichtet KNUF über die Pläne der Hartz-Kommission.
 
   
  • POSENER, Alan (2002): Revolutionär der Lust.
    Auch wenn Elvis Presley vor 25 Jahren starb, weist er immer noch den weg,
    in: Welt v. 16.08.
    • Inhalt:
      "Was hier zu Lande von Konservativen gern als Ergebnis von '68' beklagt wird, ist in Wirklichkeit eine Folge von '54'. In diesem revolutionären Jahr (...) nahm Elvis Presley im Sun-Studio in Memphis seine erste Single auf: 'That's All Right (Mama)'. Der Rest ist Geschichte. Unsere Geschichte", deutet POSENER die 50er Jahre als anarchisches Lustjahrzehnt der Kleinbürger, gegenüber denen die 68er wie lustfeindliche Spiessbürger wirken:
            
      "1968? Die Sexpol-Bewegung und die Kommunen mit ihrem pädagogischen Eros, ihrem skandinavischen Ernst und ihrer kollektivistisch verordneten freien Liebe war moralisch wie ein Mädchenpensionat im Vergleich zu der anarchischen Revolution der Lust, die mit den Mitteln der Marktwirtschaft und im Zeichen des Sternenbanners über die Welt kam.
      Bis heute können die deutschen 68er denn auch mit Elvis wenig anfangen."
 
   
  • LEINEMANN, Susanne (2002): Porträt einer ratlosen Generation.
    Das Lachen ist ihr vergangen. Die Generation der Dreißigjährigen, die in den neunziger Jahren zu einer nie da gewesenen Leichtigkeit des Seins gefunden zu haben schien, kommt in Bedrängnis.
    in: Welt v. 16.08.
    • Kommentar:
      Susanne LEINEMANN weiss nicht so recht, ob sie nun zur "Generation Golf", zur "Generation Berlin" oder zu den "89ern" gehört.
            
      Auf alle Fälle gehört sie jedoch der Neuen Mitte an und ihre Zielgruppe sind alle jene, die sich einer dieser Generationenetiketten zugehörig fühlen.
            
      Das generationenprägende Ereignis ist für LEINEMANN der Fall der Mauer - und somit ist sie eine 89erin. Darüber hat sie bereits 1992 das Buch "Aufgewacht. Mauer weg" geschrieben, das nun von den Deutschen Verlagsanstalt wieder aufgelegt wird.
            
      Mit Florian ILLIES wartet sie ungeduldig auf das "politisierende Ereignis", damit aus der Generation im Wartestand eine agierende Generation wird.
            
      Bereits der "Jahrgang 1902" hat auf den großen Moment gewartet, der war aber dann 1933 und wo das hinführte, das kann man nachlesen...
 
     
       
       
   

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