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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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News vom 01. - 15. September 2002

 
       
     
     
     
   
Spruch des Monats:
"Einer meiner ersten bezahlten Jobs bestand in der freien Mitarbeit als Szene-Reporterin in der Frankfurter Prinz-Redaktion. Auch dort wurden Lifestyle-Trends gemacht beziehungsweise frei erfunden. Oder gab es sie wirklich? Man konnte nie sicher sein, was zuerst da war, der Trend oder die Idee des Trends."
(Katja Kullmann in "Generation Ally", 2002)
 
       
   
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  • MARTENSTEIN, Harald (2002): Ist Hallenski ein Menschenrecht?
    Nach dem 11. September, vor den Wahlen: Warum die Spaßgesellschaft bei manchen verhasst ist - und trotzdem triumphiert,
    in: Tagesspiegel v. 15.09.
    • Inhalt:
      MARTENSTEIN verteidigt die Spaßgesellschaft gegen ihre Verächter und erklärt das Proletariat zum kulturellen Sieger der Spaßgesellschaft. Die Rolle der Elite und ihr Verhältnis zu den Massen beschreibt er fol
      gendermaßen:
            
      "Wer zur Elite der einflussreichen Meinungsmacher gehören möchte, wer geistige Macht gewinnen will, der muss sich den Maßstäben, dem Geschmack und der Tonlage der Masse anpassen. Verliert die Gesellschaft dadurch ihre Innovationskraft, wird sie statisch? Erstaunlicherweise nicht. Denn der Massengeschmack ist wandelbar, er reagiert sensibel vor allem auf die Charakterrolle des „Rebellen“. Wo ein halbwegs glaubwürdiger „Rebell“ auftaucht, dort bewegt sich der Geschmack früher oder später hin, meistens jedenfalls. Die Spaßgesellschaft hat Verwendung für alles Mögliche, nur die Charakterrolle des Aristokraten ist ihr fremd, desjenigen, der den Betrieb aus der Distanz betrachtet, der nicht dazu gehören will und sich trotzdem als Elite empfindet. Die Angepassten und die Rebellen – so heißen die beiden Hauptrollen in der Spaßgesellschaft. Die einen biedern sich an, die anderen riskieren etwas."
 
   
  • HENGSBACH, Friedhelm (2002): Die Zukunft liegt in der "personennahen Arbeit".
    Friedhelm Hengsbach SJ über den Abschied von der industriellen Arbeitsgesellschaft und neue Formen von Erwerbsarbeit und Beschäftigungspolitik,
    in: Frankfurter Rundschau v. 13.09.
 
   
  • ROSENBERGER, Katharina (2002): Die Mutter als Dazuverdienerin.
    Der Rechtsruck in Europa und seine Konsequenzen für Frauen und Frauenpolitik,
    in: Frankfurter Rundschau v. 13.09.
    • Kommentar:
      ROSENBERGER möchte zwischer guter Individualisierung und bösem Individualismus unterscheiden,
      um an diesem Unterschied den Gegensatz zwischen fortschrittlicher Frauen- und konservativer Familienpolitik festzumachen:

            
      "Es müsste klarer und deutlicher als bisher der Unterschied zwischen Individualisierung und Individualismus herausgearbeitet werden. Individualisierung, die Frauen Chancen eröffnet, weil damit von traditionellen Abhängigkeiten herausgetreten werden kann. Demgegenüber steht Individualismus, der Gruppen auflöst, zerstört, der das ökonomische Ich gegen die Citoyenne platziert, der schließlich der Frauenpolitik und der Umverteilungspolitik die Grundlage entzieht. An deren Stelle wird die Keimzelle, die Gemeinschaft der Familie, platziert.
      Unter Verdeutlichung dieses Unterschiedes zwischen Individualisierung und Individualismus müsste eine Frauenpolitik formuliert werden, die bei der individuellen Freiheit ansetzt und zur Realisierung politische Gestaltung praktiziert."
 
   
  • KNIPPHALS, Dirk (2002): Mehrheit für die Normfamilie.
    Die zutiefst konservative Gesellschaftspolitik der Union hinkt der Realität hinterher - doch auch die rot-grüne Regierung betreibt nur eine halbherzige Modernisierung,
    in: TAZ v. 12.09.
    • Inhalt:
      KNIPPHALS entrüstet sich: "es komme jetzt bitte niemand mit Katherina Reiche! Ohne Trauschein Kinder zu bekommen mag innerhalb gewisser katholischer Milieus immer noch als Skandal oder emanzipativer Akt gehandelt werden. In Wirklichkeit aber sollte es mittlerweile doch nur noch eins sein: vollkommen normal".
 
   
  • GREINER, Ulrich (2002): Müssen manche drunten sterben?
    Richard Sennett quält sich (und seine Leser) mit der Ungleichheit von Menschen,
    in: Die ZEIT Nr.38 v. 12.09.
    • Richard Sennett - Respekt im Zeitalter der Ungleichheit
 
   
  • SCHMIDT, Thomas E. (2002): In die Prada-Tasche gemurmelt.
    Cool und neu und das Ohr am Herzen der ravenden Klasse - für einen Augenblick sah es so aus, als entwickelten die Jüngeren ihre eigene Sprache. Aber leider: Popliteratur und Popjournalismus welken dahin,
    in: Die ZEIT Nr.38 v. 12.09.
 
   
  • LEITHÄUSER, Johannes (2002): Wenn es ernst wird, macht es der Kanzler selbst.
    Familienministerin Bergmann hat eher im Hintergrund agiert,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.09.
    • Inhalt:
      LEITHÄUSER lässt 4 Jahre rot-grüne Familienpolitik Revue passieren.
 
   
  • WINKELMANN, Ulrike (2002): We're the kids in America.
    Natürlich gibt es noch Antiamerikanismus. Allein durch Pop-Kultur geht der nicht weg. Doch so lange die Amerikaner cool bleiben, läßt sich auch cool mit ihnen umgehen,
    in: TAZ v. 11.09.
 
   
  • WOOD, Geneviève (2002): Flirten gegen die Stoppuhr.
    Speed Dating: Wie Hamburger Frauen und Männer in einem Café nach ihrem Traumpartner suchen - im Sieben-Minuten-Takt,
    in: Hamburger Abendblatt v. 07.09.
 
   
  • KORNELIUS, Stefan (2002): Epoche 9/11,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 07.09.
    • Kommentar:
      "Die Welt erlebte eine Zäsur, einen Epochenbruch, der sich zwar lange zuvor schon angekündigt hatte, mit dem 11. September aber seinen kalendarischen Fixpunkt erhielt. Die Attentate wirkten wie ein Katalysator: Sie beschleunigten politische Trends, beförderten den ökonomischen Niedergang, legten sich wie ein Virus auf die lebenswichtigen Organe der Gesellschaften in aller Welt und drangen selbst in die Tiefenschichten des ganz persönlichen Lebens ein – in den Glauben, in die Moral.
      Geblieben sind vor allem Angst und Verunsicherung", schreibt KORNELIUS in seinem Leitartikel.

            
      Lässt man das Datum weg, dann wird die
      Formelhaftigkeit der Sätze
      deutlich. Diese Sätze hätten genauso gut im Jahr 1973 mit Blick auf 1972 oder im Jahr 1978 mit Blick auf den deutschen Herbst 1977 geschrieben worden sein können.

            
      Es macht zudem deutlich, dass der Geist unserer Zeit identisch ist mit dem
      Geist der 70er Jahre.
      Seit dieser Zeit gab es in der politischen Rhetorik keine Änderung mehr. Seit damals ist die Rede vom Ende der Spaßgesellschaft ständig wiederkehrendes Ritual. Das nächste Ereignis, das dieses Ritual auslöst, das kommt so sicher wie das Amen in der Kirche.

            
      Aber es ist ebenfalls sicher, dass weiterhin solche Sätze geschrieben werden wie jene von Mike HEPPNER, Jahrgang 1972, in der Welt von heute:
            
      "Ich bin es leid, über den 11. September zu schreiben. Gerade bin ich von meinem Computer aufgestanden und habe meine Freundin wach geküsst. Ich liebe sie, genauso wie ich mein Land liebe, und ich bin froh, dass es den beiden nach diesem beschissenen Jahr gut geht."
            
      So lange der persönliche Alltag und die politische Rhetorik zweierlei sind, so lange werden beide nebeneinander her existieren, ohne dass sich einer um den anderen kümmert.    
 
   
  • TOST (2002): Landschaften,
    Eine literarische Serie in der Wochenendbeilage der SZ,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 07.09.
    • Kommentar:
      Die SZ hat mit der Serie über die "demographische Zeitenwende" bereits vorbereitet, was sie mit der Serie über deutsche Landschaften fortsetzt: die Verachtung der Stadt (Singles) und die Idyllisierung der vorstädtischen oder sogar ländlichen Lebensweise (Familien).

            
      Der Glaube an die Natürlichkeit der "bäuerlichen Lebensweise" ist der Grundstock aller Verfechter der Gegenmoderne in der Tradition von Wilhelm Heinrich RIEHL.
  • LEWITSCHAROFF, Sibylle (2002): Und die Hügel umher sind lustig.
    Serie Deutsche Landschaften (1),
    in: Süddeutsche Zeitung v. 07.09.
 
   
  • GRIESE, Inga & HOFFINGER, Isa (2002): Freundinnen.
     
    Sorry, Männer. 41 Prozent der Frauen ist die Freundin wichtiger als der Partner. Allerdings - immerwährende Freundschaften sind nicht länger "in". Aber man muss ja nicht jeden Trend mitmachen. Wer beides will, guckt "Sex and the City" und liest "Cosmopolitan"
    in: Welt v. 07.09.
 
   
  • MARTENSEIN, Harald (2002): Politik nach Kindchenschema.
    Verheiratet, urban, ein Kind – unser Autor wird von den Parteien umworben. Noch nie wurde den Familien so viel versprochen wie vor dieser Wahl. Ein Familienvater hat die Kandidaten in seinem Wahlkreis gefragt: Was tun Sie für mich, wenn ich Sie wähle?,
    in: Tagesspiegel v. 06.09.
 
   
  • BISKY, Jens (2002): Angenehm leer.
    In der demographischen Zeitenwende: Ziellos mobil,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 04.09.
    • Kommentar:
      Es ist nichts als blanker Zynismus, wenn BISKY die Probleme eines strukturschwachen Gebietes - und damit die räumliche Dimension sozialer Ungleichheit - in ein Modell der zukünftigen Entwicklung der Altengesellschaft in Deutschland umdeutet.

            
      Dieser Zynismus hat System und ist durchaus kein zufälliger Einzelfall, sondern er ist paradigmatisch für die neue Art den Verteilungskampf zu verfechten.
      Neue Mythen braucht das Land!
      Das ist das Motto der bevölkerungspolitisch motivierten Sozialpopulisten.

            
      Im Jahr 1966 wurde in den USA der Roman Make Room! Make Room! (deutsch: New York 1999) von Harry HARRISON veröffentlicht. Damals war die Bevölkerungsexplosion ein weit verbreitetes Schlagwort und
      HARRISON
      malte sich aus, wie New York im Jahr 1999 aussehen würde. Er beschrieb die Metropole als 40 Millionen-Stadt,
      in der die Menschen wegen Nahrungsmittelknappheit Soylent Green (Menschenfleisch!) verabreicht bekommen.

            
      Besser bekannt dürfte der Film von Richard FLEISCHER sein: "Jahr 2022 ... die überleben wollen" (im Original "Soylent Green", USA 1973).  Anfang der 70er Jahre musste man die Geschichte bereits ins Jahr 2022 verlegen, um noch glaubwürdig zu erscheinen.
            
      Heutzutage reden Bevölkerungswissenschaftler nicht mehr von einer Bevölkungsexplosion, denn auch die Weltbevölkerung nimmt nicht in dem Maße zu, wie das die Bevölkerungsexperten Mitte der 60er Jahre prognostiziert haben.
            
      BISKYs Szenario des leeren Landes wird in 30 Jahren genauso überholt sein wie heutzutage das Science-Fiction-Szenario "New York 1999".
      New York City hatte im Jahr 2001 etwas mehr als 8 Millionen Einwohner. Und das ist gut so! 
 
   
  • MÜLLER, Felix (2002): Warhols großes Kind.
    Ist Pop Luxus? Der Autor der "Generation X", Douglas Coupland, malt viel lieber, als dass er schreibt,
    in: Welt v. 04.09.
    • Douglas Coupland - Generation X und die Entstehung der Bobos

 
   
  • HAFFEL, Charlotte (2002): Die Dienstags-Therapie.
    Die Sommerpause ist vorbei. Seit Dienstag laufen die neuen Folgen der preisgekrönten Fernsehserie "Sex and the City",
    in: Welt v. 04.09.
 
   
  • RIED (2002): Akademie für Singles lehrt: Nutzen Sie jede Gelegenheit!
    in: Oberösterreichische Nachrichten v. 02.09.
    • Inhalt:
      Die Therapeuten Christine und Maximillan SCHALLAUER bieten einen Workshop für  Partnerlose an, die mit ihrem Single-Dasein unzufrieden sind und die Ursache im persönlichen Verhalten sehen .

            
      Zielsetzung: "Die Singles sollen (...) lernen, selbstbewusst alleine zu leben oder sich auf die nächste Partnerschaft vorbereiten".
            
      Die Defizite der Partnerlosen werden in 3 Bereichen gesucht:
      1) lebensgeschichtlich entstandenes Fehlverhalten  
      2) Kontaktaufnahme und Beziehungsaufbau
      3) defizitäres partnerbezogenes Verhalten (speziell Erotik)
      • Hans-Ulrich Treichel - Don Juan und die Folgen mangelnder Verführungskunst 
 
   
  • SCHAERTL, Marika (2002): Neurotisch? Wir?
    Die New Yorkerin Candace Bushnell hält die Stadt für die weltbeste,
    in: Focus Nr.36 v. 02.09.
    • Inhalt:
      Interview mit Candace BUSHNELL. Die New Yorkerin hat den Roman "Sex and the City" geschrieben.
 
   
  • SCHEEL, Kurt (2002): Hass auf die Massen.
    Kurt Scheel legt sich mit Adorno an,
    in: Tagesspiegel v. 02.09.
    • Kommentar:
      SCHEEL, ein Theoretiker der Single-Generation und Mitherausgeber der Zeitschrift MERKUR kritisiert die kulturpessimistische Sicht von ADORNO und dessen Adepten:

            
      "Die Spaßgesellschaft ist das schlechthin Falsche, und die Speerspitze der Spaßgesellschaft ist das Fernsehen."
            
      Der Autor unterstellt der Frankfurter Schule einen "Hass auf die Kulturindustrie und Verachtung der Massen". 
 
   
  • STOSCH, Simone von (2002): Die Liebe ist an allem schuld.
    Warum es bald wieder weniger Scheidungen geben könnte,
    in: Tagesspiegel v. 02.09.
    • Kommentar:
      Eine übliche Erklärung der hohen Scheidungsraten ist, dass überzogene Ansprüche der Ehepartner als Ursache genannt werden. Dies glaubt auch STOSCH.

            
      Eine alternative Erklärung kommt jedoch ohne solche psychische Faktoren aus, denn aufgrund der Alterung der Gesellschaft gibt es einfach
      mehr Menschen im scheidungsfähigen Alter
      als noch vor einigen Jahren!

            
      Während in anderen Zusammenhängen andauernd vom demografischen Wandel gesprochen wird, ist es ziemlich erstaunlich, dass gerade bei den Scheidungen dieser Faktor außer Acht gelassen wird.
            
      Berlin weicht vom Scheidungsmuster ab. Auch das ist aus der abweichenden Altersstruktur von Grossstädten erklärbar. Es gibt viele Menschen, die noch nicht geheiratet haben und viele Menschen, die bereits verwitwet sind (Singles also). Die Familien und Ehepaare, deren Kinder bereits ausgezogen sind,  wohnen dagegen im Umland bzw. auf dem Land.
      Welchen Anteil also die Psyche und welchen Anteil der demografische Wandel an der Scheidungsrate hat, das wäre zu klären und nicht vorschnell zugunsten der Psyche aufzulösen.
 
   
  • HEIMGÄRTNER, Sabine (2002): Liebe auf Zeit.
    Zurück zur Familie: Wenn in Frankreich die Ferien enden, ist auch Schluss mit Tausenden von Seitensprüngen,
    in: Tagesspiegel v. 02.09.
    • Inhalt:
      Die traditionelle Familie führt in den Sommermonaten in Frankreich zur Situation, dass der Ehemann wieder arbeiten muss, während die nicht-berufstätige Ehefrau mit den Kindern weiterhin Urlaub macht. In dieser Zeit werden Ehemänner oftmals zu "maribataires" wie HEIMGÄRTNER berichtet:

            
      "»Maribataires« heißen die temporär untreuen Gatten, ledige Ehemänner, ein französisches Wortspiel aus »mari« für Ehemann und »celibataire« für Single.
 
   
  • DÖRING, Diether (2002): Keine Kinder, große Sorgen.
    Der Sozialstaat der Zukunft wird verstärkt auf Eigenleistungen angewiesen sein, 
    in: Frankfurter Rundschau v. 02.09.
    • Diether Döring - Die Zukunft der Alterssicherung
  • BUNZENTHAL, Roland (2002): Mehr Markt oder mehr Solidarität - das ist die Frage.
    In der Krise braucht der Sozialstaat in den nächsten Jahren nachhaltig wirkende Akzentsetzungen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 02.09.
 
   
  • BETANCUR, Karin Ceballos (2002): "Generation Zukunft" beim Arbeitsamt.
    IT-Experten, Werber, Journalisten stehen staunend ohne Job da - oder als Ich-AG am Existenzminimum,
    in: Frankfurter Rundschau v. 02.09.
    • Inhalt:
      "2132 arbeitslose Journalisten meldete die Bundesanstalt für Arbeit Ende Juli; viele warten in den Redaktionen noch auf ihre Kündigung. Finstere Prognosen zeichnen das Ende des Qualitätsjournalismus", schreibt BETANCUR und eine Journalistin aus der Generation Golf darf ihrem Frust Ausdruck verleihen.
  • HARPPRECHT, Klaus (2002): Katerstimmung und Alarmmeldungen.
    Zäsur im deutschen Zeitungswesen - die Wirtschaftskrise macht erstmals en gros Journalisten arbeitslos,
    in: Frankfurter Rundschau v. 02.09.
    • Kommentar:
      Klaus HARPPRECHT - ein Angehöriger der Flakhelfer-Generation - über seine Kollegen:

            
      "Die Medienmenschen zählten, kein Zweifel, bisher zu den verwöhntesten Kindern der Republik, und manche warfen sich in die Brust, als seien sie die neue Herrenrasse".
            
      HARPPRECHT sieht heutzutage die Kultur bedroht:
            
      "Die wichtigen Tageszeitungen und die bedeutenden Wochenblätter sind - neben dem Buch, einigen kleinen Radio- und Fernsehprogrammen (à la Arte und 3 Sat) - die letzten Bastionen der Kultur im Mediendschungel".
            
      Es ist bezeichnend, dass das Internet in seinem Denken keine Rolle spielt und deshalb die Überwindung der Krise in der Gründung einer weiteren Tageszeitung gesehen wird:
            
      "Denn niemals zuvor waren so viele Talente verfügbar, junge und unverbrauchte, alte und erfahrene, die sich mit einer unvergleichlichen Motivierung ans Werk machen könnten: Sie schrieben sozusagen um ihr Leben." 
 
   
  • AMEND, Christoph & Stephan LEBERT (2002): "Stoiber beraten? Klar, wenn's ums Land geht".
    Heinz Bude, Vordenker der "Berliner Republik", glaubte an Gerhard Schröder. Und an diese Stadt. Jetzt ist er wieder einen Schritt weiter. Er sagt: Berlin muss wie Washington werden,
    in: Tagesspiegel v. 01.09.
    • Kommentar:
      "Im Grunde ahnen alle nach 1960 Geborenen, dass es für sie nicht mehr hinhaut. Was ist also für uns Sicherheit? Ich glaube, dass die Familie das dritte, große Thema ist. Eltern machen doch längst die positive Erfahrung, dass sie ihren Lebensstandard nur halten können, wenn der Opa und die Oma ihnen etwas zusteckt, 1000 Euro mal so nebenbei, weil sie ja genug haben. Das ist wirklich etwas Stabilisierendes, darauf verlässt man sich – und nicht auf die Riester-Rente", sagt Heinz BUDE im Interview.
            
      Damit knüpft er an die Erkenntnisse des Altersforschers Martin KOHLI an, der die
      innerfamilialen Transferzahlungen zwischen den Haushalten der Kinderlosen und den Familienhaushalten
      in einer großangelegten Studie untersucht hat.
 
   
  • SCHIMMANG, Jochen (2002): Das falsche Versprechen.
    Glück für alle - das ar die Lüge des Sozialismus. Der Kapitalismus übernahm sie, und kaum jemand hat es bemerkt,
    in: Tagesspiegel v. 01.09.
    • Kommentar:
      Der Schriftsteller Jochen SCHIMMANG ("Die Murnausche Lücke") kritisiert den Machbarkeitswahn in der Politik und fordert Einsicht hinsichtlich der Grenzen menschlichen Handelns:

            
      "Als nicht totalitäres Modell möchte ich vorschlagen, Politik bewusst in den Rahmen der Brüchigkeit und Begrenztheit unserer Handlungen und unserer Existenz zu stellen. (Dafür ist das Hochwasser natürlich ein so kraftvolles Sinnbild, dass man sich fast schämt, es zu benutzen.) (...). Dass Glück eine gesellschaftliche Kategorie sei, war die Lüge des Sozialismus. Der aufgeklärte Kapitalismus hat sie klammheimlich übernommen, und kaum jemand hat es bemerkt. Nun ist der Glaube an seine Glücksversprechen im Großen und Ganzen zusammengebrochen, und die Aufräumarbeiten können beginnen."
 
   
  • CADUFF, Reto (2002): Familie wird etwas verrückt Tolles.
    Mit seinem Roman «Generation X» hat Starautor Douglas Coupland einst Jugendlichkeit und gnadenlosen Individualismus verherrlicht. Jetzt stimmt er ein Hohelied auf die Familie an. Egal, wie gestört die ist,
    in: SonntagsZeitung v. 01.09.
    • Douglas Coupland - Generation X und die Entstehung der Bobos

 
   
  • TENZER, Eva (2002): Heiratsanzeigen.
    Anspruchsvolle Großstadtpflanzen. Städterinnen stellen andere Ansprüche an einen potenziellen Partner als Frauen, die auf dem Land leben,
    in: Psychologie Heute Nr.9, September
 
   
  • VALTIN, Renate & Christine WAGNER (2002): Traummänner gibts in Ostdeutschland.
    Berliner Studie stellt eine erfreuliche Tendenz zur Partnerschaftlichkeit bei Jugendlichen fest,
    in: Psychologie Heute Nr.9, September
 
   
  • MEYWALD, Ellen (2002): Hauptsache nicht allein.
    Warum viele unglückliche Paare zusammenbleiben,
    in: Psychologie Heute Nr.9, September
 
   
  • BRAUN, Walter (2002): Der hohe Preis des Erfolgs.
    In den USA ist jede dritte Frau in einer Spitzenposition ungewollt kinderos,
    in: Psychologie Heute Nr.9, September
    • Kommentar:
      BRAUN stellt die Thesen von Sylvia Ann HEWLETT ("Creating a Life: Professional Women and the Quest for Children") vor, ohne jedoch auf die US-amerikanische Kontroverse darüber einzugehen (siehe hierzu ausführlich die TIME-Titelgeschichte vom 15.04.2002).
 
   
  • BUCHNER, Kathrin (2002): Babyalarm in der City.
    "Sex and the City", unsere liebste TV-Serie, kommt wieder. Doch nichts ist mehr, wie es war. Unsere Heldinnen sind schwanger und/oder heiraten. Gedanken eines Fans in der Krise,
    in: Marie Claire Nr.9, September
    • Inhalt:
      Der unverheiratete und kinderlose weibliche Yuppie Anfang 30 und in der Medienbranche beschäftigt, ist angesichts der Heirat von "Sex and the City"-Erfinderin Candace BUSHNELL und der Schwangerschaft von SatC-Hauptdarstellerin Sarah Jessica PARKER in der Krise!

            
      Und die US-amerikanische Kampagne gegen späte Mutterschaft (siehe NEWSWEEK-Titelgschichte "The Truth about Fertility" vom 27.08.2001 und TIME-Titelgeschichte vom 15.04.2002) tut ihr übriges:
            
      "Mit 28 nimmt die Fruchtbarkeit ab, habe ich gelesen. Mit 30 ist sie nur noch zu zwei Dritteln vorhanden. Ab 35 fällt sie auf 50 Prozent. Bei über 40-Jährigen schrumpft die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, schwanger zu werden, auf zwei Prozent. Den Amerikanerinnen wird ihr biologisches Verfallsdatum derzeit mittels Kampagne der American Society for Reproductive Medicine eingehämmert. Das Poster mit der Babyflasche in Form eines Ziffernblattes findet sich in jeder gynäkologischen Praxis. Es will uns sagen: Deine Eierstöcke altern schneller als du!"
            
      Was tun, wenn das psychische Reifestadium dem der Geschlechtsorgane weit hinterher hinkt?
      BUCHNER will weder als 40jährige dem  "Club der kinderlosen, aber erfolgreichen Frustfregatten" angehören, noch den erstbesten Mann zum Vater machen:

            
      "ist er überhaupt der Richtige? Und verwechselt er, der nur unregelmäßig mit Aufträgen versehene Werbetexter, das Kinderaufziehen nicht mit einer zwölfstündigen Legoland-Spielidylle? Statt Existenzangst Flucht ins Hausmannsdasein? WErde ich rechtzeitig einen anderen Samenspender finden, wenn ich ihn ziehen lasse? Werde ich für immer allein bleiben?"
            
      Als Ausweg bleibt nur die Verdrängung.
      Was bei BUCHNER fast eine Sinnkrise auslöst, das begrüsst dagegen die Süddeutsche Zeitung vom 31.08.2002
       
 
   
  • KAY, Deborah (2002): Wie angelt man sich einen Millionär?
    Patti Strangers 'Millionaire's Club' hilft superreichen Singles bei der Suche nach der Traumfrau,
    in: Marie Claire Nr.9, September
 
   
  • LEONELLI, Elisa (2002): Flirten: Kein Trick ist ihm zu billig!
    Am 9. September wird er 42. Aber eigentlich ist Hugh Grant der ewige Lausbub geblieben. Mit Marie Claire spricht der Star über Sportwagen, schlechten Geschmack und seltende Single-Leiden,
    in: Marie Claire Nr.9, September
    • Film "About a Boy" von Chris & Paul WEITZ
 
       
       
   

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