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News vom
15. - 28. Februar 2013
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Zitat
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Generationengerechtigkeit als unbrauchbares Kriterium für
den Vergleich generationsspezifischer Lebenschancen
"Während im Jahr 2008 auf einen Rentner 3,5 Beitragszahler
kamen, werden 2030 nur noch 2,3 Erwerbstätige einen Rentner
finanzieren.
Mit solchen Argumenten wurde die Vorstellung eingeführt,
Generationengerechtigkeit sei Renditegerechtigkeit.
Die Generation der um 1940 geborenen Kriegskinder stellt sich
als die große Gewinnerin des Nachkriegs dar, während sich die um
1960 Geborenen als die großen Verlierer der langen Friedenszeit
begreifen müssen. Aber kann man das Zahlen von
Rentenbeiträgen überhaupt mit einem Anspruch auf Rendite
verbinden? Populär wurde der Gedanke, die Generationen sollten
über Anlagestrategien jeweils für sich selber sorgen, in den
Neunzigerjahren. Nach 2008 würde indessen keiner mehr so
argumentieren. Denn gerade die Pensionsfonds wurden in den
Strudel der Kapitalvernichtung gerissen. Was als kontinuierliche
Entwicklung berechnet wurde, entpuppte sich plötzlich als
ziemlich diskontinuierlicher Verlauf. (...).
Generationengerechtigkeit stellt (...) lediglich ein Motiv, aber
kein begründbares Kriterium und schon gar kein brauchbares
Verfahren für die vergleichende Beurteilung von
generationsspezifischen Lebenschancen dar. (...).
Das Prinzip der Generationengerechtigkeit beruht auf dem Glauben
an eine lineare Entwicklung der Welt. Nur unter dieser
Voraussetzung lässt sich ernsthaft annahmen, dass Lasten und
Gewinne sich gleichmäßig entwickelten. Wenn jedoch die Sprünge,
Kehrtwendungen und Auswüchse gewöhnlich sind, dann ist eine
Gerechtigkeit zwischen Generationen undenkbar."
(Heinz Bude in der
Süddeutschen Zeitung vom 23. Januar 2013) |
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JURT, Pascal (2013): "So obskur, wie es gerade noch ging".
Die Anfang der achtziger Jahre in Köln gegründete Zeitschrift Spex
prägte wie kaum ein anderes Medium das Schreiben über Pop und Kultur
in Deutschland.
Diedrich Diederichsen erzählt von seinen Spex-Jahren,
in: Jungle World Nr.9 v. 28.02.
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WEBER, Julian (2013): "Ich war immer nüchtern".
Subkultur: Der Künstler und Buchautor Wolfgang Müller über den Muff
der späten 70er Jahre, die queeren Wurzeln des Punks und die
Westberliner Resterampen-Atmosphäre,
in: TAZ v. 28.02.
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SCHMOLLACK, Simone (2013): Stadt-Land-Gefälle.
Kitas: In den Metropolen fehlen Betreuungsplätze, auf dem Land
nicht, sagen Lobbyverbände,
in: TAZ v. 27.02.
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Marie-France Hirioyen - Solotanz
NEUBAUER, Michael (2013): Chancen der Einsamkeit: "Es erlaubt, man selbst zu
sein".
BZ-INTERVIEW mit der Psychotherapeutin Marie-France Hirioyen über
die Lust auf das Alleinleben und die Chancen der Einsamkeit,
in: Badische Zeitung v. 25.02.
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GOETTLE, Gabriele (2013): Von Böcken, die gärtnern.
Ein Nachmittag bei LobbyControl in Berlin,
in: TAZ v. 25.02.
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Profil-Titelgeschichte:
Die Ich-Sucht.
Wie der Narzissmus zur Überlebenstechnik des Einzelnen wurde - und
die Gesellschaft gefährdet |
ERNST, Michaela (2013): Lasst uns roh und munter sein!.
Narzissmus ist zur allein selig machenden Überlebenstechnik
geworden. Rüpel geben den Ton an, das gesellschaftliche Klima wird
täglich rauer. Wie die grassierende Ich-Sucht uns krank macht, und
wer dabei unter die Räder kommt
in: Profil v. 25.02.
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HUMMEL, Katrin (2013): Schön, dich kennenzulernen.
Samenspende: Ein Gericht hat
entschieden: Menschen, die ihre Geburt einer Samenspende verdanken,
dürfen wissen, wer ihr Erzeuger ist. Für die 30 Jahre alte Astrid ist
es die Erfüllung eines Traums. Doch ihren Vater zu finden, ist gar
nicht so einfach,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.02.
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FRITZEN, Florentine (2013): Geschleifte Bastionen.
Kaum jemand traut sich noch zu sagen, er sei gegen ein
Adoptionsrecht für Lebenspartner. Oder ist einfach niemand mehr
dagegen?
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.02.
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KLUTE, Hilmar (2013): Allein.
Zuschauen, entspannen, nachdenken. Nix twittern, mit niemandem
reden. Herrlich! Ein Loblied auf die Einsamkeit,
in: Süddeutsche Zeitung v. 23.02.
"Immer
wieder liest man von Menschen, die so lange alleine waren, bis
es anfing im Hausflur zu riechen. (...)(Die) traurige
Seite des Alleinseins (...) überschattet (...) alle anderen
Facetten, denn das Alleinsein ist im Zeitalter der
Allgegenwart von Freunden und der Allverfügbarkeit von
Ablenkungen, meist digitaler Art, mehr als unpopulär
geworden",
kritisiert
Hilmar KLUTE. Wer allein sein will, der gilt schnell als
Gestörter:
"Alleine sein heißt heute
Single sein,
Nerd oder Autist. (...) Heute halten viele das Alleinsein
für eine gefährliche soziale Störung, von der man insbesondere
alte Menschen fernhalten muss. Deshalb werden sie betreut wie
Kranke".
Nichtsdestotrotz wird
heutzutage dem Alleinsein - wenn es als Event (z.B. als
Auszeiten im Kloster) oder als Therapie daherkommt:
"Das Alleinsein gehört wie
das Entspannen, das Essen und das Nichtausgebrannt sein zu den
Lebenstechniken, die offenbar behutsam wieder erlernt werden
müssen. Und wie bei allen Dingen, die wir verlernt haben,
steht eine ganze Industrie bereit, uns wieder auf die Sprünge
zu helfen. Denn wenn
das Alleinsein ein Baustein für die Optimierung ist, kann
es sogar als Therapie eingesetzt werden."
Die "Verkitschung des
Alleinseins als Erleuchtungshilfe" fängt für KLUTE mit den
Büchern von Paul COELHO ("Die Schriften von Accra") an. Eine
Kulturgeschichte des Alleinseins müsste die Bilder von Carl
SPITZWEG (der Einsame als Sonderling) und Edward HOPPER sowie
das Werk von Gottfried BENN ("Feier der Solitude") umfassen.
KLUTEs Fazit:
"Das Alleinsein ist ein
Zustand, den klügere Menschen zur Optimierung ihrer Sinne und
Fertigkeiten benutzen, für weniger helle Köpfe ist das
Alleinsein eine Leerstelle, die gefüllt werden muss."
Wenn man "klügere Menschen"
mit den Kreativen und "weniger helle Köpfe" mit der Masse
gleichsetzt, erklärt das den schlechten Ruf des Alleinseins,
wie man bereits 1991 bei dem
Soziologen Peter GROSS und seiner Soziologie des
Nicht-Sozialen nachlesen konnte. Das Alleinsein als
Optimierung der Sinne und Fertigkeiten wurde auf
single-generation.de bereits im Jahr 2006 u. a. anhand des
Buches
Einsamkeit von Ulf POSCHARDT vorgestellt. Es ging
dabei um
das neue Ethos der Einsamen.
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DUBEL, Heinrich (2013): Warten auf Sid Vicious.
Wie der Punk nach Hannover kam (I): Als die Sex Pistols ihr Debüt in
London gaben, war in der Provinz von Punk keine Spur. Unser Autor
langweilt sich mit dem lokalen Moped-Rowdyclub an der Straßenecke, bis
eines Tages in der Disko ein bisher unbekannter Musikstil zu hören
ist,
in: TAZ Nord v. 23.02.
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RASCHE, Uta (2013): "Wir malen keine Horrorszenarien".
Krippenplätze in Deutschland: Die
Landkreise können den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz erfüllen.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung des Deutschen Landkreistags,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung Online v. 22.02.
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Bislang herrschte
allenthalben Alarmismus in Sachen Krippenplätze. Nun plötzlich
die argumentative Kehrtwende. Warum? Die Antwort gibt RASCHE
am Ende:
"Der Deutsche Städtetag
erwartet in Großstädten einen Betreuungsbedarf von 40 bis 50
Prozent. Er geht weiterhin davon aus, dass nicht alle seine
Mitglieder den Rechtsanspruch erfüllen können. Er hat sogar
Rechtsgutachten darüber erstellen lassen, ob Städte von Eltern
wegen eines fehlenden Platzes verklagt werden könnten. Dabei
kam heraus, dass dann, wenn die Städte nachweisen, sich um den
Ausbau bemüht, aber kein Personal gefunden zu haben, kein
Schadensersatz fällig wird".
Der gesetzliche
Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz soll also unterlaufen
werden. Dazu
diente in der bisherigen familienpolitischen Argumentation das
von der CSU durchgesetzte, aber weiterhin umstrittene
Betreuungsgeld.
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Martin Kippenberger - Café Central
AREND, Ingo (2013): Wer ist dieser Mann?
Kultur: Er gilt als einer der wichtigsten Künstler der letzten
Jahrzehnte. Berühmt ist er nicht nur für seine Arbeiten: Martin
Kippenberger ist untrennbar verbunden mit Kreuzbergs Boheme und dem
SO 36. Der Hamburger Bahnhof ehrt ihn ab heute mit einer
Retrospektive,
in: TAZ Berlin v. 22.02.
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Tissy Bruns - Die Republik der
Wichtigtuer
BIRNBAUM,
Robert (2013):
Träumen bleibt möglich.
Zum Tod von Tissy Bruns,
in: Tagesspiegel v. 22.02.
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PRÜFER, Tillmann (2013): Die Last des Äußeren.
Schöne Männer: Den Männern
dämmert es, dass inzwischen auch Frauen bei der Partnerwahl auf das
Äußere achten. Aber was bedeutet das?
in:
ZEITmagazin v. 21.02.
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FREITAG-Wochenthema: Abgelehnt!
Unser Familienrecht wird Kindern nicht gerecht
KAILITZ, Susanne (2013): Kinder lassen sich nicht scheiden.
Familienrecht: Rollenbilder von
Vätern und Müttern haben sich verändert. Kinder leben heute häufig
in Patchworkfamilien. Warum aber wird vor Gericht diese neue
Realität ignoriert?
in:
Freitag Nr.8 v. 21.02.
"Jede dritte Ehe wird in
Deutschland geschieden. Rund die Hälfte der knapp 188.000
Paare, die jährlich ihren Bund fürs Leben vor einem Richter
aufheben lassen, hat minderjährige Kinder. Ungezählt sind die
Trennungskinder, die aus Partnerschaften ohne rechtliche
Begründung stammen",
begründet KAILITZ die
Reform des Familienrechts.
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BAUREITHEL, Ulrike (2013): Hauptsache in behüteten Verhältnissen.
Adoptionsrecht: Auch bei
gleichgeschlechtlichen Paaren dürfen die Kinder nun von neuen
Partnern adoptiert werden,
in:
Freitag Nr.8 v. 21.02.
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STREIDL, Barbara (2013): Chaotisch, veraltet, verschwenderisch.
Fortschritt: Büro-Papa und
Kochschürzen-Mama - so wollen viele nicht mehr leben. Es ist Zeit das
Ehegattensplitting abzuschaffen,
in:
Freitag Nr.8 v. 21.02.
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WAGNER, Gert G. (2013): Die Vermessung des Wohlstands.
Debatte: Wachstum ist längst nicht
alles das hat selbst die Politik eingesehen. Sie muss sich ändern.
Aber wie?
in:
Freitag Nr.8 v. 21.02.
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WAGNER, David (2013): Warum wir so klein sind.
Voilà: David Wagner neues Buch wurde
für den Pries der Leipziger Buchmesse nominiert. Das ist eine gute,
eine richtige Entscheidung, finden wir, und laden Sie ein "Leben" bei
uns zu lesen,
in:
Freitag Nr.8 v. 21.02.
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Debatte zur Single-Initiative
SASSINE-HAUPTMANN, Nathalie (2013): Die Single-Initiative.
Frauen, Väter, Schwule und Lesben,
Schwarze, Behinderte: Alle haben eine Lobby. Nur Singles nicht,
obwohl sie oft stark benachteiligt sind. Das soll sich jetzt ändern,
in:
Berner Zeitung Online v. 21.02.
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FRANZ, Marcus (2013): Wenn Kinderlosigkeit zum Lebensziel wird, liegt
Welt im Sterbebett.
Ein gewolltes Leben ohne Kinder kann
keine gültige Maxime sein, wenn man eine funktionierende Gesellschaft
haben möchte,
in:
Die Presse v. 21.02.
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PANY, Thomas (2013): Die Doppelverdienerfamilie als "neues Ideal".
Der Zukunftsforscher Opaschowski
spricht von einem Kulturwandel in Deutschland,
in:
Telepolis v. 20.02.
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BARTELS, Gerrit (2013): Die Tödliche Doris und das Westberlin der
80er-Jahre.
Vorwärts in die Vergangenheit:
Der Berliner
Künstler Wolfgang Müller streift durch das Westberlin vor dem
Mauerfall. Ein wahre Fundgrube für alle Postpunks, die in
Erinnerungen schwelgen wollen - und eine Hommage an die von Müller
gegründete Künstlergruppe "Die Tödliche Doris",
in:
DeutschlandRadio
v. 19.02.
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SCHACK, Ramon (2013): Bevölkerungswachstum und Bildungspolitik.
Im Iran hat der schnellste
Geburtenrückgang der Welt stattgefunden,
in:
Telepolis v. 19.02.
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SCHAAF, Julia (2013): Möhren im Kilopack.
Alle haben heutzutage ihre Lobby:
Frauen. Väter. Kinder. Alleinerziehende. Senioren. Homosexuelle. Aber
Singles? Ein junger Unternehmer will nun eine Interessenvertretung
etablieren,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.02.
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Julia SCHAAF stellt Lukas
BROSSEDER, Geschäftsführer der Partnervermittlungen
eDarling und
Shop a Man vor,
der mit einer
Single-Initiative auch den gesellschaftspolitischen
Diskurs über Singles beeinflussen möchte.
BROSSEDER ist nicht der
Erste, der Singles politisch organisieren möchte. Keine
Initiative ist jedoch bislang über Absichtserklärungen
hinausgekommen. Seit 2009 gibt es gar in Berlin eine
Single-Partei, von deren Aktivitäten in der Öffentlichkeit
jedoch nichts zu hören ist.
Angesichts der
Heterogenität der Alleinlebenden bzw. Partnerlosen dürfte die
politische Organisation auch schwer sein. Nicht einmal die
Soziologie ist willens oder fähig den "Single" zu erforschen:
"Stefan Hradil, (...) der
emeritierte Professor aus Mainz, der in den Neunzigern eine
der wenigen ernsthaften Single-Studien erstellt hat",
stellt SCHAAF den einzigen
erwähnten Single-Experten vor. Dessen "ernsthafte Studie" war
lediglich eine Zusammenwürfelung diverser Ergebnisse damaliger
Single-Studien und zudem eine
1994er Auftragsarbeit für das Bundeskanzleramt, die 1995
erschien.
Im Jahr 2008 gab es eine Nachfolgestudie, die unerwähnt
bleibt.
Ansonsten befindet sich die
Singleforschung mehr oder weniger im seligen Tiefschlaf -
sieht man von Abfallprodukten aus der Forschung zum
demographischen Wandel ab. Dies liegt u. a. auch daran, dass
durch die Debatte um den demografischen Wandel Singles noch
mehr ins gesellschaftliche Abseits geraten sind, als in den
1990ern.
Damals stilisierten Populisten wie Ulrich BECK und
Stefan HRADIL den Single zum Pionier eines modernen
Lebensstils - während der Brockhaus den Single
entsprechend dem politischen Mainstream bereits als
gesellschaftlichen Problemfall thematisierte. SCHAAF zitiert
dazu HRADIL:
"Die Debatte um die
demographische Entwicklung in Deutschland (...) habe dazu
geführt, dass kritische Stimmen lauter würden: Nicht nur der
mitleidige Blick auf den Single als defizitäres Wesen nehme
zu. Mehr oder weniger unterschwellig werde Singles auch
Egoismus unterstellt, weshalb sie für das Scheitern des
Generationenvertrags mit verantwortlich gemacht würden."
Der Soziologe Stefan HRADIL gehörte zu jenen, die diesen
Wertewandel selig verschlafen haben und ihn erst
nachträglich - nach dem 11. September und dem Zusammenbruch
der New Economy - begründeten.
So z.B. 2003:
"Die Gegentendenzen weg von
der »Versingelung« werden von den gesellschaftlichen
»Frühwarnsystemen« - nein, damit meine ich nicht die
Soziologie, die ist kein Frühwarnsystem, die hinkt mit ihrem
Zwang, Entwicklungen durch Massendaten nachweisen zu müssen,
hinter den Spitzen der Entwicklung zwangsläufig hinterher,
sondern ich meine mit »Frühwarnsystemen« die Künste, die
Literatur, die Filmemacher, die Theaterautoren und dann
auch die Werbung - schon seit einiger Zeit registriert."
Es ist kaum verwunderlich,
dass damals die Literatursoziologie Aufschwung nahm
(mehr
hier und
hier). Auf meiner Fernuni-Website wurde schon vor der
Jahrtausendwende mit Hinweis auf die
Bücher von Michel HOUELLEBECQ der gesellschaftliche
Wertewandel beschrieben. Zuvor hatte ich mich mit meiner
Magisterarbeit zum Single-Dasein aus dem Jahr 1998 u. a.
mit dem Wertewandel - anhand des Bedeutungswandels des
Single-Begriffs - befasst, der sich
zuerst in den USA zeigte. 2010 beschreibt HRADIL den
Umschwung folgendermaßen:
"Singles gelten seit etwa
Mitte der neunziger Jahre immer seltener als Wegweiser und
immer häufiger als Warnleuchten. Sie signalisieren seither
weniger Wege als vielmehr gefahrvolle Holzwege der
Lebensführung Singles stehen vornehmlich für Defizite an
Gemeinsamkeit, für Einsamkeit und Hilflosigkeit. Fernsehserien
wie
Ally McBeal und
Sex and the City, Kinofilme wie
Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück (2001)
präsentieren die Kämpfe einsamer Frauen mit dem Singledasein
und ironisierten das Alleinleben. Veranstalter von
TV-»Kuppelshows«, Internetpartnerbörsen und speed dating-Events
sehen Singles als Defizitwesen. Sie unterstellen von
vornherein, dass jede(r) Single einsam ist und eine(n)
Partner(in) sucht. Stattdessen wird in der Werbung, die immer
mehr auf strahlende, ihre Babys fütternde Eltern setzt, die
Gemeinsamkeit gefeiert..."
Zur Interessenvertretung
schreibt HRADIL:
"Während die Förderung für
die Familie zum Selbstläufer wird und dank breiter
Unterstützung einer Lobby schon kaum mehr bedarf, existiert
bezeichnenderweise kein Interessenverband für Singles. Auch
die Singles selbst treten kaum für eigene Interessen ein, sie
üben sich stattdessen in der Bekundung forcierter
Familienfreundlichkeit."
Ob die Initiative von Lukas
BROSSEDER mehr als ein PR-Gag sein wird, das bleibt
abzuwarten.
Typischerweise werden in
dem Artikel von SCHAAF ein männlicher und ein weiblicher
Yuppie (neudeutsch: High Potenzial) als Repräsentanten
vorgestellt: Alleinlebend und partnerlos im mittleren
Lebensalter - eine Minderheit unter den 16 Millionen
Single-Haushalten, denn die meisten Alleinlebenden sind
jüngere oder ältere Alleinlebende oder haben im mittleren
Alter einen Partner, der in einem anderen Haushalt lebt bzw.
sind Alleinerziehende und werden vom Verband alleinerziehender
Mütter und Väter vertreten (die wollen partout keine Singles
sein!).
Oder anders formuliert: Die
Interessen von "Singles" zerfallen in die Interessen von
Frauen, Vätern, Alleinerziehende, Senioren und Homosexuelle.
Übrig bleiben die politischen Interessen von Partnersuchenden,
Partnerlosen und Kinderlosen. Gibt es hier aber
Gemeinsamkeiten, die politisch organisationsfähig sind? Kampf
gegen Rundfunkgebühren? Ein Aufreger (Ökonomie der
Aufmerksamkeit!), der höchstens für Kampagnen reicht, aber
mehr?
Einzelzimmerzuschläge (hier existiert bereits der
Lobbyverband Freundeskreis Alleinreisender e.V.),
Verpackungsgrößen?
Alleinesser sind nicht identisch mit Alleinlebenden,
sondern auch die
Individualisierung der Familie erfordert hier ein Umdenken
des Handels.
Wer wagt sich aber im
heutigen gesellschaftlichen Klima z.B. an die politische
Interessenvertretung der Kinderlosen?
HRADIL sieht zumindest die
Interessen der Yuppies bzw. High Potenzials gut vertreten:
"Das Singleleben mag in
Zeiten der Familienhausse politisch unkorrekt sein und als
schlechtes Beispiel vorgeführt werden. Die massiven Interessen
von Unternehmen und politischen Instanzen werden dafür sorgen,
dass die Lebensbedingungen von Singles nicht zu sehr
beschnitten werden."
Aus dieser optimistischen
Sicht wäre also die Organisierung von Singleinteressen, was
immer diese überhaupt sind, überflüssig.
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SPOERR, Kathrin (2013): Das Wunschkind.
Titelgeschichte: Eigentlich läuft
alles nach Plan im Leben von Gabriela Schmidt*. Nur eines fehlt: ein
Baby. Jahrelang lässt sie sich ärztlich behandeln, um schwanger zu
werden ohne Erfolg. Und der Kinderwunsch wird mit jedem Scheitern
größer. Unsere Autorin hat sie bei ihrem letzten Versuch begleitet,
in:
Welt am Sonntag v. 17.02.
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VÖLPEL,
Eva (2013): "Wir brauchen Zeitkonten".
Arbeitszeit: Die aktuelle Forderung
nach einer 30-Stunden-Woche muss mit der Geschlechterfrage, verbunden
werden, sagt die Forscherin Karin Jurczyk,
in:
TAZ v. 16.02.
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taz Berlin: Trendbezirk Neukölln?
MESSMER,
Susanne (2013): Trödelmöbel und Tütenlampen.
Trend: Bis vor Kurzem galt Neukölln
als aufregend, inzwischen steht der Stadtteil in den meisten
Reiseführern. Wird er nun von Touristen zertrampelt? Ein
Realitycheck,
in:
TAZ Berlin v. 16.02.
"Ja, immer mehr
Freunde aus Prenzlauer Berg und Kreuzberg sind in den letzten
Jahren nach Neukölln gezogen. Die zitty teilte mit:
»Neukölln rockt« - und machte dort die
neuen Hipster aus. Dass aber Neukölln inzwischen in den
meisten Reiseführern auftaucht? Dass der »Lonely Planet«
meint,
Neukölln sei das »Lower Eastside aus dem New York der
Achtziger«? Und der neue »Berlin-Merian« behauptet,
Neukölln sei das wichtigste »Laboratorium«
Berlins, dieser »Kreativhauptstadt« des »Alles ist möglich«?"
berichtet Susanne MESSMER
("Ich war noch niemals in Neukölln!"), um dann ein Gegenbild
von Neukölln zu entwerfen, das der
taz-Linie entspricht, in deren Mittelpunkt der
Schillerkiez steht.
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GÜRGEN,
Malene (2013): Geheimtipp für alle.
Stress: Plötzlich steht der eigene
Laden im Reiseführer und wird von den Billigfliegern überrannt. Was
tun? Gibt es ein Leben nach dem "Lonely Planet"?
in:
TAZ Berlin v. 16.02.
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 01. -
14. Februar 2013
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