| |
|
[
News-Hauptseite
]
[ Homepage ]
|
|
| |
|
Medienrundschau:
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
News vom
01. - 08. März 2015
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Zitat
des Monats:
Schweden ist kein Vorbild mehr
"Schweden hat seit den frühen 90er Jahren eine
Transformation durchlebt, die im westlichen Europa ihresgleichen
sucht. Der Kern der Transformation liegt noch nicht einmal in
den Kürzungen auf sämtlichen Feldern des Sozialstaats, obwohl
diese teilweise erheblich sind. Wesentlicher ist, dass sich die
Grundphilosphie neoliberalisiert hat. Risiken wurden - viel
massiver als im Post-Agenda-2010-Deutschland - im Sinne der
Eigenverantwortung auf das Individuum verlagert, und auch
sozialdemokratische Regierungen haben dazu beigetragen. (...).
Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei knapp 8 Prozent - für
ein Land, das bis in die frühen 90en Jahre an Arbeitslosenraten
von unter 3 Prozent gewöhnt war, ist dies eine beunruhigend hohe
Zahl. Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt sogar über 20 Prozent."
(2015, S.23)
"Die Krise des Landes gibt Anlass das deutsche Schwedenbild
kritisch zu hinterfragen. Schweden wird seit Jahrzehnten zu
einem Vorbild, gar zu einem Sehnsuchtsort überhöht, während die
imer deutlicher auftretenden Probleme und Widersprüche ignoriert
werden. Paradoxerweise stammen die Schwedenbewunderer aus
politisch völlig unterschiedlichen Lagern. Für die Linke ist
Schweden seit der Nachkriegszeit das idealtypische
sozialdemokratische Land, und auch die tiefgreifenden
Veränderungen der letzten Jahre konnten diesem Bild wenig
anhaben.
Neoliberale loben das Land für die Reformen der letzten
Jahre, die den richtigen Weg aufzeigen würden." (2015,
S.24)
(Gunnar Hinck
"Schweden: Der Traum ist aus", in: Blätter für deutsche und
internationale Politik, Heft 2, Februar) |
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
WELT
AM SONNTAG-Thema: Die DNA der Liebe.
Das Erbgut
bestimmt das Liebesglück wohl mehr als bislang gedacht. Forscher
sprechen bereits vom Single-Gen, vom Scheidungsgen - und vom Gen
zur Untreue |
JIMÉNEZ,
Fanny (2015): Biologie der Beziehung.
Single-Gene, Scheidungsgene und das
Gen zur Untreue: Welche Rolle spielt die Genetik für die Fähigkeit
zu lieben?,
in:
Welt am Sonntag v. 08.03.
|
|
| |
|
KÖRTE, Peter
(2015): Wie ein abgesplitterter Teil des Universums.
Der Regisseur
Oskar Roehler hat seinen zweiten Roman geschrieben und ihn auch
gleich selbst verfilmt. Im Gespräch erinnert er sich an das
West-Berlin der achtziger Jahre, an Punk, Lust am Untergang und
Schwimmen im Landwehrkanal,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 08.03.
|
|
| |
|
BAUM, Antonia
(2015): Ich wuchs auf einem Schrottplatz auf, wo ich lernte, mich von
Radkappen und Stoßstangen zu ernähren.
Aus dem neuen Roman,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 08.03.
|
|
| |
|
frauentaz-Thema:
Bild der Frau.
8. März:
Mutter. Hure. Schöne. Opfer. Frauen spielen Rollen, nicht nur die
Rapperin Sookee. Manche hassen ihre. Andere hingegen wissen genau,
wie sie zu spielen haben. Wirklich? |
WEISHART, Janet (2015): Immer mit der Ruhe!
Wochenbett: Eine Geburt muss Frau
erst mal verkraften. Mann auch. Ausruhen, sich auf die neue
Situation einstellen und kuscheln mit dem Kind sind jetzt das
Wichtigste. Alles andere kann auch mal acht Wochen lang warten -
wenn man sich gut vorbereitet hat,
in:
TAZ Berlin v. 07.03.
Zum
morgigen Frauentag gibt es in der Berliner Ausgabe ein
Spezial rund um Schwangerschaft und Geburt. In der
Rezension zu Leif RANDTs postdemokratischen Roman Planet
Magnon erfährt man, dass Berlin und der Prenzlauer Berg die
Kugel ist, um die sich das Deutschlanduniversum dreht:
"Würde dieses Planetensystem
Deutschland repräsentieren, dann wäre Blossom, der urbane
Hauptplanet, Berlin und das Kollektiv der Dolfins der Prenzlauer
Berg, die Kulturelite unter den Planetenbewohnern."
Man könnte auch sagen: der
Frauentag wird immer mehr zum Muttertag. Es wäre also an der Zeit
den Frauen- und Muttertag zusammen zu legen. Passend dazu
räsoniert Robert Misik über den
Jargon der Modernisierung:
"Eine Zeit lang bedeutete
Linkssein, modern zu sein, und umgekehrt: Modern zu sein
bedeutete meist, links zu sein".
Modernität ist längst keine
Verheißung mehr und Glück ist das Surrogat einer Postdemokratie,
die keine bessere Zukunft mehr kennt...
|
|
| |
|
KIEHNE, Egon (2015): Bürgervorschlag zum flexiblen Renteneintritt.
Wie man den Schwund an Facharbeitern
abmildern könnte,
in:
Telepolis v. 07.03.
Telepolis adelt nun
Gedankengut, das man längst seit Jahren in der FAZ oder
sonstigen wirtschafts"liberalen" Blättern in ähnlicher Weise lesen
konnte, als "Bürgervorschlag".
Das Prinzip den Renteneintritt an
eine "mittlere Lebenserwartung" zu koppeln ist eine technokratische
Lösung, die hier als Demografisierung gesellschaftlicher Probleme
kritisiert wird.
Warum sollte eine
Lebenserwartung, von der man gar nicht wissen kann, ob sie zum
Zeitpunkt des Renteneintritts der Betroffenen überhaupt
Realität sein wird, den Renteneintritt bestimmen? Warum sollten
lineare Fortschreibungen der Vergangenheit unsere Zukunft bestimmen?
Würde man die Lebenserwartung
(welche überhaupt? Von Säuglingen? von Alten?) zur Richtschnur
machen, dann müsste das Renteneintrittsalter z.B. jährlich neu
bestimmt werden. Schließlich ist die Lebenserwartung keine
Naturkonstante bzw. unumstößliche Gesetzmäßigkeit, sondern das
Ergebnis einer Vielzahl von Faktoren, deren Prognostizierbarkeit zu
wünschen übrig läßt.
Hinzu kommt, dass der
Renteneintritt auch noch an den Bedarf des Arbeitsmarktes gekoppelt
werden soll. Hier als "Schwund an Facharbeitern" bezeichnet. Was
aber, wenn es gar keinen generellen Facharbeitermangel gibt? Müssten
dann nicht branchenspezifische Renteneintrittsalter bestimmt werden?
Warum sollte eine privilegierte
Gruppe (gesund und leistungsfähig noch im hohen Alter) jene
bevormunden, die nicht zu diesem erlauchten Kreis derjenigen
gehören, die zufälligerweise gebraucht werden?
Tatsächlich stehen wir gerade am
Anfang von postdemokratischen Kämpfen, die sich um die
Demografisierung gesellschaftlicher Probleme drehen.
Von Wolfgang STREECK ist im
Januar der Aufsatz
Von der Gesellschaftssteuerung zur sozialen Kontrolle
erschienen. Darin wird der der Weg vom Versuch der technokratischen
Gesellschaftssteuerung zur sozialen Kontrolle als Scheitern
technokratischer Vorstellungen beschrieben. Tatsächlich haben wir es
jedoch auf allen Ebenen mit einer neuen Form von postdemokratischer
Technokratie zu tun, die sich auf neuartige Technologien stützt
(Demografisierung, Roboterisierung, Digitalisierung, Biotechnologien
usw.), die versprechen den Menschen "besser machen zu können". Die
neue Technokratie verspricht jedoch nicht mehr die Gesellschaft,
sondern das Individuum zu steuern.
Im Bereich der Demografisierung
gesellschaftlicher Probleme könnte dieses neue
Technokratieversprechen zuerst seinen Glanz verlieren. Der
Demografie als postdemokratischer Leitwissenschaft steht der
Niedergang wie ihn die Soziologie in den 1970er Jahren erlebt hat,
erst noch bevor...
|
|
| |
|
SZ-MAGAZIN-Thema:
Zerreißprobe -
Zwischen Gut und Böse.
Ein
Frauenheft |
BREDENSTEIN, Lea (2015): Ich dachte kein einziges Mal an Maria.
Unsere Autorin hatte mit dem Partner
ihrer besten Freundin eine Affäre. Passiert ist fast nichts - aber
bis heute kann ihr niemand verzeihen,
in:
SZ-Magazin Nr.10 v. 06.03.
|
|
| |
|
ZERRES, Klaus (2015): Fehlalarm.
Führen vorgeburtliche Gentests dazu,
dass kein behinderten Kinder mehr geboren werden? Sicher nicht,
in:
Die ZEIT Nr.10 v. 05.03.
|
|
| |
|
MAYER, Susanne (2015): liebeskrümel@sibylleberg.
Die Autorin Sibylle Berg wird als
Göttin verehrt, gehasst, betwittert. Sie ist eine Virtuosin des
literarischen Networking. Eine Visite im Berg-Werk, ein Tee in Zürich,
in:
Die ZEIT Nr.10 v. 05.03.
|
|
| |
|
STALA BADEN-WÜRTTEMBERG (2015): Heiraten? Ja, später!
Rund 48 400 Paare in
Baden-Württemberg gaben sich 2013 das "Jawort" - annähernd jede
sechste Ehe wurde zwischen Deutschen und Ausländern geschlossen,
in:
Pressemitteilung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg v. 04.03.
|
|
| |
|
DÖRRE, Klaus
(2015): Unterklassen.
Plädoyer für die analytische Verwendung eines zwiespältigen Begriffs,
in: Aus Politik und
Zeitgeschichte Nr.10 v. 02.03.
|
|
| |
|
THELEN, Peter
(2015): Der Rentenschock.
Trotz gegenteiliger Versprechen der
Politik: Die Rentenkasse wird in Zukunft rote Zahlen schreiben. Nun
schlägt der Präsident der Rentenversicherung Alarm. Er fordert die
Anhebung des Beitragssatzes bereits Anfang 2018,
in:
Handelsblatt v. 02.03.
THELEN, Peter
(2015): Axel Reimann "Der Rentenbeitrag muss im Jahr 2018 wieder
steigen".
Der Präsident der Deutschen
Rentenversicherung warnt: Schon 2019 wird die gesetzliche
Untergrenze von 0,2 Monatsausgaben nicht mehr eingehalten,
in:
Handelsblatt v. 02.03.
|
|
| |
|
TRIPPEL, Katja
(2015): Über die Dörfer.
Stirbt sie oder stirbt sie nicht,
die deutsche Provinz? Die Prognosen sind schlecht, aber das sind sie
schon seit Jahrzehnten, und doch fanden GEO-Reporter auf einer Reise
über Land kräftige, zukunftsfrohe Dörfer. Und kämpferische. Überall
trafen sie auch auf existenzielle Fragen: Sollten wir schwache
Regionen um jeden Preis beleben? Oder sie aufgeben und menschenleere
Naturparadiese schaffen?
in:
GEO, März
"Laut Berlin-Institut haben
westdeutsche Dörfer, von denen man länger als 40 Minuten in die
nächste Großstadt fährt, von 2003 bis 2008 mindestens doppelt so
viele Einwohner eingebüßt wie Dörfer nahe den Speckgürteln. Im
Osten betrug der Schwund fern der Citys rund sieben Prozent,
Tendenz steigend.
Der Exodus folgt einer Regel: Die geografische bestimmt die
demografische Lage",
berichtet Katja TRIPPEL, die
lediglich zwei "Experten"-Positionen zum Thema demografischer Wandel
von deutschen Kommunen vorstellt. Einerseits die neoliberale
Position des Berlin-Instituts, das die Aufgabe des Ziels gleicher
Lebensverhältnisse in Deutschland propagiert und zum anderen die
Langzeitstudie Ländliche Lebensverhältnisse im Wandel des
Thünen-Instituts, das 14 Dörfer (seit 1952 in Westdeutschland 10
Dörfer und seit 1993 zusätzlich 4 ostdeutsche Dörfer) untersucht
hat. Im Gegensatz zum Berlin-Institut, das mit plakativen
Propagandafeldzügen die Demografisierung gesellschaftlicher Probleme
betreibt, zeigt die Langzeitstudie, dass Dörfer sehr verschiedenen
Einflussfaktoren unterliegen. Inwieweit demografische Faktoren eine
Rolle spielen, muss in jedem Einzelfall geklärt werden. Demografie
ist nicht unser Schicksal wie uns die Alarmisten seit der
Jahrtausendwende erzählt haben, sondern kommunale Entwicklungen sind
in erster Linie eine Frage der Politik.
TRIPPEL berichtet aus drei
Dörfern: Bockholte im Emsland, Freienseen im hessischen Vogelsberg
und Mildenburg im ostdeutschen Brandenburg.
"Hauptsächlich Metropolen und
Universitätsstädte prosperieren - auch weil sie die
bildungshungrige Landjugend anziehen. Und derzeit wachsen erstmals
mehr Kleinkinder in Städten heran als draußen im Grünen",
behauptet TRIPPEL. Noch um die
Jahrtausendwende galten Städte als wenig attraktiv für Familien. Im
Jahr 2003 wurde der Prenzlauer Berg in Berlin als Symbol einer neuen
Mütterlichkeit inszeniert.
Nicht nur das Berlin-Institut erklärte dann ab Ende 2004 den
"Baby-Boom" in Berliner Prenzlauer Berg für einen Irrtum. Es ist
keineswegs ein Zufall, dass die Widerlegung dieses "Baby-Booms" mit
dem Agenda-Setting des
Elterngeldes ab September 2004 zusammenfällt. Der Meinungskampf
um den "Baby-Boom" war geprägt von der Durchsetzung des
Elterngeldes. Vor Inkrafttreten des Elterngeldes DURFTE es keinen
Babyboom geben, danach MUSSTE es einen geben. Wenige Jahre später
revidierten die Geburtenpropagandisten also ihre Meinung.
Kaum war das Elterngeld in Kraft getreten, da schrieb ausgerechnet
in der Welt Iris MARX den Baby-Boom in den Städten herbei.
2009 konstatierte dann auch das Berlin-Institut einen
Geburtenanstieg im Szene-Bezirk. Es ist auch kein Zufall, dass
der mediale Fokus auf dem Akademikerbezirk ruhte, denn es ging den
Medien keineswegs um einen allgemeinen Geburtenrückgang, sondern um
einen
gewollten Geburtenanstieg bei Akademikerinnen, deren Kinderlosigkeit
nach der Jahrtausendwende weit überschätzt wurde.
Cloppenburg galt dagegen als Symbol des ländlichen Kindersegens.
In der GEO-Reportage steht Bockholte für diesen Typus:
"622 Einwohner, gut ein Viertel
mehr als vor 20 Jahren, Tendenz steigend."
Wie in Cloppenburg wird auch der
Bockholter Kindersegen auf die Russlanddeutschen zurückgeführt:
"Bockholte ist vor allem dank
seiner Zuzügler gewachsen: Russlanddeutschen, die ab Ende der
1990er Jahre in Werlte Arbeit fanden und im Neubaugebiet Häuser
bauten."
Das hessische Freienseen wird
dagegen im Kampf gegen den Bevölkerungsschwund beschrieben:
"Freienseen hat seit 2006
sieben Prozent seiner Einwohner verloren. Die Gemeinde Laubach, zu
der Freienseen zählt, schrumpft ebenso schnell - und ist so
pleite, dass sie 2012 unter den kommunalen Rettungsschirm es
Landes Hessen schlüpfte. (...).
Laubach dreht sich im Teufelskreis. Der Schwund verursacht eine
finanzielle Misere, die die abgelegene Gemeinde erst recht
unattraktiv macht."
In der Debatte um die Entwicklung der Kommunen herrschte dieses
Paradigma der Abwärtsspirale vor. Es sollte angeblich die
allgemeine Gemeindeentwicklung beschreiben. In Zeiten des
Bevölkerungsrückgangs in Deutschland war dies unumstritten,
seit Deutschland jedoch gegen alle Prognosen wieder wächst, regt
sich Widerstand gegen diese verallgemeinernde Sicht.
Die dritte Gemeinde, nämlich
Mildenburg in Brandenburg, zeigt, dass keineswegs die Demografie,
sondern die geografische Lage (Umlandgemeinde von Berlin) ein
wichtiger Faktor der Gemeindeentwicklung ist.
Aber auch die geografische Lage
ist letztlich nicht allein ausschlaggebend, sondern die Politik hat
Einfluss. Bockkholte verdankte seine Entwicklung z.B. auch einer
Politik, die "strukturschwache Gebiete", wie das vor der
Demografisierung gesellschaftlicher Probleme hieß, förderte:
"Der milliardenschwere
Emslandplan, verabschiedet in den 1950er Jahren, hat die Region
über Jahrzehnte mit moderner Infrastruktur versorgt und
wirtschaftlich gepusht. Subventionen in diesem Ausmaß, auf Pump
vom Staat bezahlt, sind jedoch längst nicht mehr mehrheitsfähig."
Zu deutsch: Die Aufgabe des Ziels
gleicher Lebensverhältnisse oder zumindest eine zeitgemäße
Neuformulierung dieses Ziels verschärft die Gegensätze in
Deutschland.
Es stellt sich die z.B. Frage
warum aufstrebende Branchen in Metropolregionen, die aus allen
Nähten platzen, angesiedelt werden müssen, statt strukturschwache
Gebiete zu fördern. Einfalt statt Vielfalt also?
|
|
| |
|
IP-LÄNDERREPORT-Thema:
Japan.
Land des Schwächelns |
NEIDHART, Christoph
(2015): Abwärts mit Abe,
in:
IP Länderreport Japan, März - Juni
SCHAD-SEIFERT, Annette
(2015): Womenomics,
in:
IP Länderreport Japan, März - Juni
|
|
| |
|
TIME-Thema:
This Baby Could Live To Be 142 Years old.
Dispatches From The Frontiers Of
Longevity |
PARK, Alice
(2015): Age Disrupters.
A Drug From Dirt And Some Siames
Mice Have Researchers Inching Toward The Seemingly Impossible: A
Cure For Aging,
in:
Time v. 23.02./02.03.
SIFFERLIN, Alexandra (2015): Do Married People Really Live Longer?
in:
Time v. 23.02./02.03.
|
|
| |
|
LINDNER, Roland (2015): App zum Anbandeln.
Die Smartphone-App "Tinder"
revolutioniert die Partnersuche: Innerhalb von Sekunden lassen sich
mit paarungswilligen Zeitgenossen Verabredungen arrangieren,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 01.03.
|
|
| |
|
BERGHAMMER, Caroline & Roland VERWIEBE
(2015): Die Verbreitung des Doppelernährer- und Doppelbetreuermodells
in fünf Ländern Europas,
in: WSI-Mitteilungen
Nr.2, S.116-124
|
|
| |
|
ECKHARD, Jan (2015): Abnehmende Bindungsquoten
in Deutschland.
Ausmaß und Bedeutung eines
historischen Trends,
in:
Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Heft 1, März
Jan ECKHARD
spitzt die sehr unterschiedlich
interpretierte
These von der Single-Gesellschaft, die in den 1990er Jahre in erster
Linie als Zunahme überzeugter bzw. dauerhafter Singles
fehlinterpretiert wurde, auf die Zunahme von Bindungsbarrieren
zu. Eine solche Interpretation setzte sich erst Mitte der Nuller
Jahre mehr und mehr durch,
nachdem die Interpretationen der 1990er Jahre sich - auch in der
medialen Öffentlichkeit - als haltlos erwiesen hatten.
Das Interesse an solch einer
Forschung zielt nicht auf die Partnerbindung an sich ab, sondern auf
die Partnerbindung als (erwünschte) Voraussetzung der
Familiengründung. Sie wird in erster Linie getrieben durch die
Demografisierung gesellschaftlicher Probleme:
"Viertens
kann ein fundiertes Wissen um die Entwicklung der Partnerbindung
zur Einschätzung der Konsequenzen des sozialen Wandels dienen,
zumal das Aufkommen an stabilen Bindungen von Bedeutung für die
demografische Entwicklung, für die Subsidiarität der sozialen
Sicherung, für die Lebensbedingungen im Alter, für die
Arbeitsmarktentwicklung u.v.m. ist."
(2015, S.29)
Es zeigt sich jedoch, dass
Untersuchungen zur Partnerbindung zum einen rar und zum anderen
defizitär sind, weil sie nur einen unvollständigen Zugang zum Thema
ermöglichen.
Jan ECKHARD hat vier Datensätze
für seine Analyse der Entwicklung der Partnerbindung untersucht: das
Sozio-ökonomische Panel (SOEP), den Familiensurvey des Deutschen
Jugendinstituts, das Beziehungs- und Familienpanel (PAIRFAM) und den
Survey of Health, Ageing und Retirement in Europe (SHARE).
Erschwert wird die Erforschung
dadurch, dass Partnerbindung unterschiedlich definiert und erfasst
wird, sodass die einzelnen Datensätze lediglich grobe Trends
zeichnen können. Besonders problematisch ist, dass sich die
Untersuchungen jeweils auf ganz spezifische Alters- bzw.
Kohortengruppen beziehen. Man hatte es z.B. versäumt, das bereits
seit Ende der 1970er Jahre bekannte Phänomen der Paare mit
getrennten Haushalten rechtzeitig zu erforschen, sodass jetzt über
deren Entwicklung mehr oder weniger nur spekuliert werden kann.
Ausgerechnet das viel gerühmte Sozio-ökonomische Panel (SOEP)
erfasst das Phänomen erst seit 1992, wobei jedoch aufgrund des
Untersuchungsdesigns die Beziehungsdauer nicht erfasst werden kann.
Das Beziehungs- und Familienpanel wiederum greift nur jeweils ein
paar Jahrgänge heraus (1971-72 Geborene, 1981-82 Geborene und
1991-93 Geborene), wodurch vielleicht eine Kontinuität der
Entwicklung konstruiert wird, die es möglicherweise gar nicht gibt,
weil z.B. die Arbeitsmarktsituation großen Schwankungen unterworfen
ist.
Gerade hinsichtlich des
demografischen Wandels wäre die Frage nach der Entwicklung der
Partnerbindung im Alter wichtig. Ausgerechnet diese Frage jedoch
wird bei ECKHARD stiefmütterlich behandelt.
Die Antwort nach der Entwicklung
der Partnerbindung hängt in erster Linie von der betrachteten
Altersgruppe und der Definition der Partnerbindung ab. Hier zeigen
sich jedoch gravierende Mängel der Untersuchung von ECKHARD. So wird
implizit die Unterscheidung von längerfristiger und kurzfristiger
Partnerbindung an den Definitionen der analysierten Datensätze
festgemacht, d.h. langfristige Partnerbindung sind bei ECKHARD alle
Partnerbindungen, die mindestens ein Jahr dauern. Daraus wird dann
eine Tendenz zur zunehmenden Bindungslosigkeit gestrickt. Warum wird
langfristig nicht als 2, 5 Jahre, 10 Jahre oder gar 20 Jahre
definiert, was im Hinblick auf Familiengründung oder den
demografischen Wandel viel überzeugender wäre? Aufgrund dieser
Einschränkung kommt ECKHARD zu folgendem Schluss:
"Im Ergebnis erfordert die
Frage nach der Entwicklung der Partnerbindung eine differenzierte
Antwort: Versteht man unter Partnerbindung das Vorhandensein einer
gewissen Stabilität der Paarbeziehung, dann ist eindeutig ein
Rückgang der Partnerbindung zu konstatieren. Die Verbreitung von
Beziehungen, die wenigstens ein Jahr lang fortbestehen, hat sich
gemäß allen Umfrageprogrammen in der Jahrgangsabfolge deutlich
vermindert. Geht man hingegen von einer Definition aus, die unter
Partnerbindung auch sehr kurze Beziehungserfahrungen und instabile
Verhältnisse subsumiert, so kann man, wie pairfam zeigt, von einer
weitgehenden Konstanz der Bindungsquoten sprechen."
Diese Schlussfolgerungen sind wie
gesagt sehr gewagt. Der Artikel zeigt jedoch welche Probleme die
Erforschung dieser Frage aufwirft und wie ungenügend die vorhandenen
Datensätze sind, zumal ECKHARD selber darauf hinweist, dass gerade
die Entwicklung bei den über 60-Jährigen unbekannt ist:
"Auf Basis der Daten (ist) noch
nicht abzusehen (...), inwiefern (...) in den höheren Altersstufen
(über 60 Jahren) eine Zunahme der Partnerlosigkeit stattfindet."
Und man möchte hinzufügen: Auch
die Annahme einer Zunahme der Partnerlosigkeit bei den unter
60-Jährigen ist offensichtlich ganz entscheidend von der Definition
langfristiger Bindung bzw. der Abgrenzung von Altersgruppen abhängig
bzw. eine Frage besonderer regionaler Verhältnisse (z.B.
Männerüberschuss in Ostdeutschland).
Die Analyse von ECKHARD hat also
eher explorativen Charakter und zeigt in erster Linie die Defizite
in der Erforschung der Partnerbindung auf.
|
|
| |
|
HEIZMANN, Anne/BRÖCKEL, Miriam/GOLSCHA, Katrin (2015):
An einem Strang ziehen.
Beruflicher Aufstieg und
Partnerschaft,
in: beziehungsweise,
März
Leider gibt der Artikel keinen
Hinweis darauf, ob Paare mit getrennten Haushalten in die
Untersuchung miteinbezogen wurden. Wäre dies nicht der Fall, was
angesichts der LÖSUNG Hausarbeit besser verteilen, sehr
wahrscheinlich ist, darf die Aussagekraft der Studie bezweifelt
werden. Denn: Welches aufstiegsorientierte "hochqualifizierte,
statushomogene Paar" hat nicht entweder eine Haushaltshilfe oder
lebt multilokal? Und falls sie nicht multilokal leben, welche
Pendelkosten fallen an?
|
|
| |
|
STEEG, Lena (2015):
Ruhe, bitte!
In Beziehungen, heißt es, müsse man
absolut ehrlich sein. Das ist das große Missverständnis der modernen
Liebe,
in: Neon, März
|
|
| |
|
STEINITZ, David (2015):
Das Jahr 1950
endet nie.
Junge trifft Mädchen trifft
Geschlechterklischee: Warum wirken viele romantische Komödien von
heute so veraltet?
in: Neon, März
|
|
| |
|
BUCHHOLZ, Jenny (2015):
"Es ist mein
Schicksal, benutzt zu werden".
Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als
die Wahrheit: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und
erklären, warum es sich trotzdem lohnt, sie kennenzulernen,
in: Neon, März
|
|
| |
|
|
|
| |
|
[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 01. - 28. Februar 2015
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Bitte beachten Sie:
single-dasein.de ist nicht verantwortlich für die
Inhalte externer Internetseiten
|
|
| |
|
|
|
| |
|
[ Homepage ] |
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|