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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-dasein.de
 
 
 
   

News vom 10. - 15. März 2013

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Die späte Mutterschaft ist technologisch möglich, aber ist sie auch erwünscht? Das Unbehagen an der Reproduktionsmedizin

"Kaum ein Bereich der Medizin provoziert so viel Unbehagen, wirft so viele rechtliche und moralische Fragen auf wie die Reproduktionsmedizin. Warum dürfen in Deutschland Männer ihren Samen spenden, Frauen aber nicht ihre Eizellen? Wie viele Stunden nach der Befruchtung ist ein Embryo ein schützenswertes menschliches Leben? Dürfen Paare eine Leihmutter engagieren? Und dürfen sie ihr ungeborenes Kind auf eine Behinderung untersuchen und gegebenenfalls abtreiben lassen? Die Wissenschaft kann mehr, als viele Menschen ethisch gutheißen wollen; für die Ärzte ist es oftmals ein Dilemma.
Beim Social Freezing stellen sich andere Fragen: Wie alt darf eine Frau sein, um noch schwanger zu werden? 54, wie die Sängerin Gianna Nannini? Die meisten würden das wohl verneinen, aber müsste man dann nicht auch für Männer eine Altersgrenze setzen, bis zu der sie noch Vater werden dürfen?
Vor allem geht es aber um die gesellschaftlichen Auswirkungen dieser Technologie: Deutschland ist bekannt für seine niedrigen Geburtenzahlen. Vor allem gut ausgebildete Frauen werden immer später Mütter oder sie bleiben, wie jede Vierte von ihnen, ihr Leben lang kinderlos. Mit einer Fruchtbarkeitsvorsorge wie dem Social Freezing könnte sich das ändern. Was aber passiert, wenn es tatsächlich zur Massenbewegung wird, zum Normalzustand wie die Pille? Dann könnte die natürliche Schwangerschaft erst recht zum Problem werden. Wenn eine junge Frau mit Anfang 30 Mutter werden will, könnte sie sich die Frage gefallen lassen müssen, warum sie ihre Eizellen nicht einfach einfrieren lässt. Vielleicht bietet der Chef sogar eine Kostenübernahme an.
Natürlich ist es fraglich, ob die Mehrheit der Frauen das überhaupt will: erst mit 40 Kinder zu bekommen. Ist es nicht vielmehr ihr Umfeld, die von Männern bestimmte Arbeitswelt, die das von ihnen verlangt?"
(Christoph Cadenbach im SZ-Magazin vom 8. März 2013)

 
 
       
   

GIGERENZER, Gerd (2013): Nächste Ausfahrt Liebesglück.
Vorabdruck aus dem Buch "Risiko" (3): Was für ein Risiko: Sich auf einen Partner festzulegen, obwohl man all die anderen potentiellen Kandidaten da draußen nicht einmal kennt. Abhilfe verspricht die 37-Prozent-Regel,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.03.

GIGERENZER macht viele Worte um eine Banalität:

"Statt also vom perfekten Partner zu träumen, sollten Sie vielleicht nach jemandem suchen, der »gut genug« für Sie ist, und diesen Menschen auch wertschätzen."

Bei Faustregeln soll man sich angeblich auf Demografen verlassen können:

"Faustregeln, die schnelle Entscheidungen ermöglichen, decken sich mit den tatsächlichen, von Demographen beobachteten Mustern der Partnerwahl".

Daran glaubt er aber selber nicht, sondern setzt lieber auf einen Guru der Ökonomie...

 
   

SIEPMANN, Dennis (2013): Weniger grübeln – mehr riskieren.
In Zeiten extrem hoher Scheidungsraten, hat Clemens Beöthy den Glauben an die Liebe nicht verloren. Er sagt, er habe 1 000 Singles zusammengebracht und lerne dennoch täglich etwas Neues über die Beziehung zwischen Mann und Frau,
in:
Oberhessische Presse Online v. 15.03.

 
   

David Wagner - Leben

KÄMMERLINGS, Richard (2013): David Wagner war der einzig mögliche Preisträger.
Leipziger Buchpreis: Die Jury hat entschieden und den Berliner David Wagner für seinen Roman "Leben" geehrt. Das war konsequent, weil sie kaum ein anderes Schwergewicht dieses Frühjahrs in die Vorauswahl genommen hat,
in:
Welt v. 15.03.

BÜRGER, Britta (2013): In existenzieller Not "hilft einem das Erzählen".
Autor David Wagner über seinen Roman "Leben",
in:
DeutschlandRadio v. 15.03.

David WAGNER u. a. über die Kritik von Jens JESSEN:

"Ihr Buch, Herr Wagner, hat ja von den fünf nominierten für den Leipziger Buchpreis im Vorfeld am meisten Aufmerksamkeit und Lob bekommen, wenngleich es auch einige wenige sehr kritische Rezensionen gab, insbesondere die von Jens Jessen in der »Zeit«. Ihn stört vor allem die Coolness der Lakonie, der Stil also, in dem Sie erzählen. Fühlen Sie sich missverstanden, wenn Ihre Lakonie als aufgesetzte Coolness gedeutet wird?
Wagner: Ach, missverstanden - ich weiß nicht. Der Text ist da, der Text ist offen, jeder muss ihn lesen, und mein Gott, es kann nicht jedem und allen gefallen. Mir war klar: Meine Sprache braucht eine gewisse Schönheit in sich. Also ich habe dieses Stilbewusstsein: Die Sprache muss etwas transportieren. Nein, ich fühle mich nicht missverstanden, kann ich nicht sagen.
Bürger: Aber so eine harte Kritik wie die von Jens Jessen, die mag einem bei solch einem Buch ja auch wie ein Tabubruch vorkommen, also es geht schließlich ja doch auch um Ihre eigene Geschichte zwischen Leben und Tod. Wir haben das ja schon bei vielen anderen Autoren erlebt, (...) dass die jeweilige Art, wie Künstler ihre eigene Krankengeschichte zum Thema machen, dass das auch immer wieder für Kritik gesorgt hat. Haben Sie solche Vorwürfe verletzt auch, oder waren Sie dafür wirklich gewappnet?
Wagner: Na ja, also das ist ja jetzt nicht mein erstes Buch, ich habe ja schon einige geschrieben und ich würde mal sagen, das gehört zum Spiel. Da bin ich dann wirklich cool und lasse es an mir abprallen, weil ich weiß: Ich mache diesen Text, wie ich ihn machen muss. So schön ich ihn machen wollte, habe ich ihn gemacht."

 
   

Rasmus Engler  & Jörn Morisse - Wovon lebst du eigentlich?

SCHEPER, Jan (2013): "Wenig Leute greifen zu Waffengewalt".
Boyband: Die deutsche Musikgruppe Herrenmagazin bringt ihr neues Album heraus. Ein Gespräch über Revolution, Lyrik und Kunst,
in:
TAZ v. 15.03.

 
   

NIEJAHR, Elisabeth (2013): Fünf Mythen übers Ehegattensplitting.
Familienförderung,
in:
Die ZEIT Nr.12 v. 14.03.

Elisabeth NIEJAHR tischt uns fünf Mythen über das Ehegattensplitting auf, die funktional hinsichtlich der befürworteten Reform des Splittings sind und auf die Förderung der Doppelkarrierefamilie abzielen. Dazu gehört u. a. das Feindbild der Babyboomer:

"Es gibt immer mehr ältere Ehepaare, schließlich kommt die vor dem Pillenknick geborene Generation der Babyboomer in die Jahre. In dieser Altersgruppe gibt es momentan viele Männer mit steigenden Gehältern – und Ehefrauen mit stagnierenden Einkommen."

 
   

JESSEN, Jens (2013): Die Liebe zum Vulgären.
Im Fernsehen, in der Mode und der Werbung ist der Prolet zum Star geworden. Was sagt das über unsere Gesellschaft?
in:
Die ZEIT Nr.12 v. 14.03.

Jens JESSEN schreibt für das neubürgerliche Wohlfühlfeuilleton über den Proletenkult. Er hätschelt die Intellektuellen (Proletenkult ist Intellektuellenverachtung) und die Neubürgerlichen (Proletenkult ist Bürgertumsverachtung). Grenzt sich von der dummen Masse ab (Proletenkult ist Entlastung angesichts steigender sozialer Ungleichheit), biedert sich mit den Nerds an ("Es ist der IT-Experte, dem die Gegenwart gehört") und wartet mit Küchentischsoziologie auf:

"In der Liebe zum Vulgären lässt sich ein Maximum an sozialer Inklusion mit einem Minimum an Exklusion verbinden. Man muss nur die Randgruppe der Intellektuellen und Gebildeten ausschließen".

Damit stilisiert sich Jens JESSEN zum Opfer der Mediengesellschaft. Wie heroisch ist das denn?

 
   

KULLMANN, Katja (2013): Adorno stand drauf.
Mein Leid mit der Suche nach der verlorenen Zeit,
in:
junge Welt v. 14.03.

"Die »Recherche du temps perdu« spielt - nach allem was man hört - im Großbürgertum. Ich aber gehöre zum Kleinbürgertum. Und schon in den 80er Jahren, im Deutschunterricht eines westdeutschen Kleinstadtgymnasiums, habe ich mich etwas gewundert, warum uns so viel Großbürgerliteratur zum Lernen aufgegeben wurde. (...). Spätestens mit 16 oder 17 Jahren begann das Seelenweh der gut und besser situierten Damen und Herren der so genannten Weltliteratur mich zu langweiligen. (...).
Als ich Ende 20 war, kapierte ich, daß Marcel Proust als eine Art
»Dandy« zu verstehen ist. Ich kam drauf, weil zur Zeit des Milleniumswechsels das »Dandy«-Ding kurz mal wieder en vogue war. (...). Ich weiß noch, wie ich mir den Proust damals dann doch fast besorgte.
»Er konnte eine Stunde lang wie gebannt vor einem blühenden Rosenstrauch meditieren«, sagte der Schriftsteller Tilman Spengler einmal über Marcel Proust. Genau das ist der Grund, warum ich mich letztlich aber von ihm ferngehalten habe, bis heute. Ich bin die Sorte Mensch, die keine Zeit für Rosenmeditationen hat. Ich bin jemand, der sozusagen in einer Versicherungsfirma arbeitet und hinter einer Klinkerhausfassade wohnt, der Sonderangebote studiert und Preisrätsel löst, um eines Tages vielleicht mal von dort wegzukommen. (...) Wenn es mir gelungen ist, (...) dann, genau dann, packe ich den Proust an. Ich kann es kaum erwarten",

schreibt Katja KULLMANN in der ausgefallenen Literaturbeilage der jungen Welt darüber, warum sie bisher Die Suche nach der verlorenen Zeit von Marcel PROUST nicht gelesen hat. Das ist allemal interessanter als die Literaturbeilage der ZEIT und das Naserümpfen eines Jens JESSEN über den Proletenkult (Außer man hat Distinktionsgewinne so dringend nötig wie das neue deutsche Fassadenbürgertum).

 
   

DÜCKERS, Tanja (2013): Das zweitliebste Buch.
Vom Imperativ der Transparenz und dem Fetisch Information,
in:
junge Welt v. 14.03.

"Wenn ein Schriftsteller ein Zitat aus einem Roman über seinen Schreibtisch hängt, würde man annehmen, er hätte das Buch, aus dem dieses Zitat stammt, auch gelesen. Über meinem Schreibtisch hängt der knappe Satz: »Ah daß ich nicht alle Menschen und nicht überall bin«",

gibt Tanja DÜCKERS preis und erzählt was dieses Zitat mit ihrem Leben zu tun hat.

 
   

WELT, Wolfgang (2013): Der Ulysses in mir.
Wie ich das eine Buch nie lesen brauchte, weil die, die ich schrieb, doch besser waren,
in:
junge Welt v. 14.03.

Wolfgang WELT erzählt, wie er mit seinen Geschichten, doch noch in den bürgerlichen Medien wahr genommen wurde und was das mit James JOYCE, Diedrich DIEDERICHSEN, Peter HANDKE und Jamal TUSCHIK zu tun hat.

 
   

FORDERER, Christof (2013): Fehlendes Kussglück.
Zungen: Alexandre Lacroix hat eine kleine Kulturgeschichte des Kusses geschrieben,
in:
TAZ v. 13.03.

KOSPACH, Julia (2013): French Kiss, Mischtrommel oder Pinsel?
Lebenskunst: Alexandre Lacroix hat einen so lehrreichen wie verspielten Essay über das Küssen geschrieben,
in:
Falter Nr.11 v. 13.03.

 
   

IPPOLITO, Enrico (2013): Nicht gesellschaftsfähig.
Homo-Ehe: Was passiert, wenn Schwule und Lesben heiraten dürfen? Wird dann endlich alles gut? Ein queerer Blick auf die zunehmend homonormativ geführte Debatte,
in:
TAZ v. 13.03.

 
   

David Wagner - Leben

SCHÄFER, Frank (2013): Einmal Unterwelt und zurück.
Leber: David Wagners "Leben", das poetische Protokoll der eigenen Krankengeschichte, verwandelt Trauer in Trost,
in:
TAZ v. 13.03.

STRIGL, Danielia (2013): Das Nebeneinander von Leben und Tod.
Krankenbericht oder Fiktion? David Wagner erzählt vom "Leben" mit einer chronischen Krankheit,
in:
Falter Nr.11 v. 13.03.

 
   

NOWAK, Peter (2013): Wann kommt die Rente mit 69?
Eine von der Bertelsmannstiftung in Auftrag gegebene Studie wird für eine solche Debatte instrumentalisiert,
in:
Telepoli v. 13.03.

Peter NOWAK glaubt, dass die Auftragsstudie der Bertelsmannstiftung nur für die Rente mit 69 instrumentalisiert wird, weil sie auch eine Einbeziehung von Beamten und Selbständigen als Option aufführt. Gegen die Instrumentalisierungsthese spricht dagegen das Fazit der Studie:

"Zusammengenommen kann mit den hier betrachteten Ansatzpunkten zur Verbesserung der Perspektiven für die Rentenfinanzierung – insbesondere mit einer fortgesetzten Verlängerung der Lebensarbeitszeit, die auf die Wirkungen der steigenden Lebenserwartung zielt, mit einem gezielten Ausbau ergänzender kapitalgedeckter Vorsorge sowie mit Maßnahmen zur Erhöhung der Arbeitsmarktdynamik mit mehr Beschäftigung und besseren Qualifikationen – jedoch ein gangbarer Weg gefunden werden, um den demographischen Wandel zu bewältigen, sowohl im Hinblick auf das Alterssicherungssystem als auch im Hinblick auf seine Konsequenzen für Wachstum und Beschäftigung."

Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit gehört neben der Ausweitung der Kapitaldeckung (Profitinteresse der Versicherungsbranche) zur Hauptstoßrichtung der Studie, während der Einbeziehung der Beamten und Selbständigen aus unterschiedlichen Gründen keine wesentliche Rolle beigemessen wird. Richtig sieht NOWAK dagegen die Funktion demografischer Argumente:

"Sozialwissenschaftler wie Christoph Butterwegge wenden sich scharf gegen demografische Argumente für weitere Einschnitte in das Sozialsystem. Der »demografische Niedergang« habe die Funktion, den »neoliberalen 'Um-' bzw. Abbau des Sozialstaats und drastische Leistungskürzungen zu legitimieren«, konstatiert Butterwegge. Der von der Bertelsmann-Stiftung neu entfachte Diskurs bestätigt Butterwegges Warnungen.

 
   

DOSTERT, Elisabeth & Sibylle HAAS (2013): "Die Frühverrentung vernichtet Jobs".
Der Wissenschaftler Axel Börsch-Supan verlangt mehr Durchlässigkeit. Wer länger arbeiten will, sollte das dürfen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 12.03.

Während Martin WERDING in seiner Auftragsstudie die Lebenserwartung mittels eines linearen Trend bis zum Jahr 2060 fortschreibt, ist BÖRSCH-SUPAN hinsichtlich der Entwicklung der Lebenserwartung vorsichtiger:

"SZ: Ab wann brauchen wir die Rente mit 70?
Das hängt davon ab, wie sich die Lebenserwartung weiterentwickelt. Es ist nichts auszuschließen."

 
   

Hans-Ulrich Wehler - Die neue Umverteilung

EKARDT, Felix (2013): Ali Bauarbeiter - Felix Professor.
Der Historiker Hans-Ulrich Wehler prangert mit vielen Zahlen und noch mehr Elan die Ungleichheit in Deutschland an. Sein interessantes Buch wirft freilich mehr Fragen auf, als es klärt,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 12.03.

Felix EKARDT, Jahrgang 1972, Autor von Das Prinzip Nachhaltigkeit. Generationengerechtigkeit und globale Gerechtigkeit und Mitglied der Geburtselite, rezensiert das Buch Die neue Umverteilung, indem er die soziale Gerechtigkeit, das Prinzip, dem Hans-Ulrich WEHLER das Wort redet, gegen die Generationengerechtigkeit ausspielt. Muss die Forderung nach mehr Lebensqualität (qualitatives Wachstum) tatsächlich unweigerlich zur Negierung intragenerationeller Ungleichheit wie bei EKARDT führen?

 
   

Die Studie "Alterssicherung, Arbeitsmarktdynamik und neue Reformen: Wie das Rentensystem stabilisiert werden kann" in den Medien

DRIBBUSCH, Barbara (2013): Mit 68 noch als Girlie an der Kasse sitzen.
Alter: Eine Studie der Ruhr-Universität Bochum wagt eine Langfristprognose bis 2060: Dann ist nur noch ein Drittel der Bevölkerung jünger als 65 Jahre. Deshalb sollten alle in Zukunft noch länger arbeiten,
in:
TAZ v. 12.03.

Die Bertelsmann-Stiftung, das Sturmgeschütz des Neoliberalismus, hat eine Studie zur Reform des Rentensystems in Auftrag gegeben. Bereits die Auswahl des Autors, Martin WERDING (ein Schüler von Hans-Werner SINN) statt z.B. Gerd BOSBACH, ist Garant dafür, dass Kaffeesatzlesen höhere Weihen erfährt.

Wesentlich interessanter als die Studie selbst, die das Papier nicht wert ist, auf das sie geschrieben steht, ist deshalb die umfassendere Methodenstudie, in denen die grundlegenden Annahmen zur Bevölkerungsentwicklung aufgeführt sind. Die Überlegungen von WERDING sind nur bei folgenden Gegebenheiten relevant:

"die zusammengefasste Geburtenziffer bleibt bis 2060 konstant auf dem Wert für 2008 (1,376)
•
die Lebenserwartung bei Geburt steigt entsprechend dem Trend der Jahre von 2000 bis 2008 bei Frauen bis 2060 auf 91,2 Jahre, bei Männern auf 87,7 Jahre
• der Wanderungssaldo erhöht sich bis 2020 wieder auf einen Zuwanderungsüberschuss in Höhe von 150.000 Personen pro Jahr (Zuwanderer: 800.000, Auswanderer 650.000) und bleibt anschliessend bis 2060 konstant." (2013, S.29)

Bereits der Wert 1,376 der zusammengefassten Geburtenziffer entspricht nicht der tatsächlichen heutigen Geburtenentwicklung, die bei den Babyboomern (Geburtsjahrgänge 1955 bis 1970) bei über 1,6 liegt. Dass die Geburtenentwicklung über 50 Jahre konstant bleiben soll - angesichts der familienpolitischen Reformen - ist ebenfalls nicht realistisch.

Entscheidender als die bereits Geborenen, ist die Entwicklung bei denjenigen, die in den nächsten Jahrzehnten geboren werden. Dies findet jedoch keine Berücksichtigung in der Studie, wie die Annahmen zur Geburtenentwicklung bis 2060 deutlich zeigen.

Der Berechnung von WERDING liegen zudem veraltete Daten zur Bevölkerungsfortschreibung zugrunde, die durch den 2011 durchgeführten Zensus deutlich revidiert werden müssen. Warum wurde mit der Studie also nicht zum Vorliegen der Zensusergebnisse gewartet? Könnte es sein, dass man erwartet, dass diese andere Tendenzen nahe legen würden?

Fazit: Die Studie ist alles andere als seriös. Sie soll lediglich das nahe legen, was von der Bertelsmann-Stiftung gewünscht ist: drastische weitere Rentenreformen. Offenbar ist der Stiftung die aktuelle Debatte um die zunehmende Altersarmut ein Dorn im Auge.

 
   

David Wagner - Leben

POROMBKA, Wiebke (2013): Die Geschichte einer schweren Krankheit.
David Wagners neuer Roman "Leben" ist für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Die Geschichte um eine schwere Krankheit, den Kampf ums Überleben und die Frage nach der eigenen Identität weist viele Berührungspunkte zur Biografie des Autors auf,
in:
DeutschlandRadio v. 11.03.

 
   

MÜLLER, Renate (2013): Einer bleibt auf der Strecke.
Nicht nur in der Literatur, auch im Leben nimmt in einer Dreiecksbeziehung meist eine Frau die Geliebtenrolle ein. Doch auch Männer leben heute als Langzeit-Lover ohne Aussicht, die Frau ganz für sich zu haben. Wie gehen sie damit um?
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.03.

 
   

NIENHAUS, Lisa (2013): "Ein Kita-Platz ist wie ein Lottogewinn".
Krippenleiterin Birgit Dinkler über 241 Anwärter auf drei Plätze, Stau am Wickeltisch und die Angst vor schlechter Betreuung fürs Kind,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.03.

 
   

RÜTHER, Tobias (2013): Smells Like Teen Spirit.
Das geheime Buch der Popliteratur: Endlich erscheint "Absolute Beginners" von Colin MacInnes in neuer Übersetzung. Ein Buch über die Wirklichkeit, Mode, Pop, das Leben,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.03.

 
   

David Wagner - Leben

BAUM, Antonia (2013): Nein, du sollst nicht überfahren werden.
David Wagner hat ein Buch über das Kranksein geschrieben: Ein Mann liegt im Bett, wartet auf eine Leber und hat Zeit,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.03.

 
   

STAUN, Harald (2013): Die Zauberformeln des Pop.
Ein Sammelband will die Geschichte des Musikmagazin "Spex" im Stil eines "Greatest Hits"-Albums erzählen. Nichts liegt dem Wesen der Zeitschrift ferner,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.03.

 
   

Hannelore Schlaffer - Die intellektuelle Ehe

JELLEN, Reinhard (2013): "Grundschule weiblichen Denkens".
Hannelore Schlaffer über die "intellektuelle Ehe",
in:
Telepolis v. 10.03.

 
       
 

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[email protected] Stand: 24. März 2013