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Medienrundschau:
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News vom 16. - 30. September 2002
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Spruch
des Monats:
"Einer
meiner ersten bezahlten Jobs bestand in der
freien Mitarbeit als Szene-Reporterin in der
Frankfurter Prinz-Redaktion.
Auch dort wurden Lifestyle-Trends gemacht
beziehungsweise frei erfunden. Oder gab es sie
wirklich? Man konnte nie sicher sein, was zuerst
da war, der Trend oder die Idee des Trends."
(Katja Kullmann
in "Generation
Ally", 2002) |
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Deutschland sind eine unbekannte Grösse. Sie
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STROBEL, Beate (2002): Familie.
Vater, Muter, Kind - die Klassische Kernfamilie gilt als vom
Aussterben bedroht. Die rot-grüne Regierung setzt auf Kinderbetreuung
als Gegenmaßnahmen,
in: Focus Nr.40 v. 30.09.
- STROBEL, Beate (2002): "Etwas ist
schiefgegangen".
Moderne Familienformen meist nicht geplant, sondern Folgen
gescheiterter Beziehungen,
in: Focus Nr.40 v. 30.09.
- Inhalt:
Interview mit dem Soziologen
Walter BIEN vom Deutschen Jugendinstitut in München. Der
Soziologe sieht in der Normalfamilie kein Auslaufmodell, votiert
jedoch für Elternbildung.
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REMKE, Susann (2002): "Prada und zwei Hunde".
Der US-Forscher Joseph Epstein ärgert sich über die
Proletarisierung des Snobs und seziert die Spielarten der modernen
Hochnäsigkeit,
in: Focus Nr.40 v. 30.09.
- Kommentar:
EPSTEIN hat das Buch "Snobbery" veröffentlicht, in
dem er die alte Mitte ("Elitist") gegen die neue Mitte ("Snobs") der
Spassgesellschaft positioniert.
Er
folgt darin der motivationspsychologischen Unterscheidung in
intrinsisch ("Der Elititst geht in die Oper, weil er die Musik
liebt") und extrinsisch ("Der Snob, weil er gesehen werden will").
Da
Motive von einem Publikum jedoch nur zugeschrieben werden können,
ist die Unterscheidung eher ein Kampfbegriff konkurrierender Eliten.
Der Soziologe David RIESMAN spricht hier auch von Innenleitung ("Elitist")
und Außenleitung ("Snob").
Harald
MARTENSTEIN hat im
Tagesspiegel vom 15.09.
den Kulturkampf der beiden Eliten und ihr Verhältnis zu den Massen
unter den Bedingungen der Medien- und Massendemokratie beschrieben.
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- SCHIPP, Anke (2002): Solisten im Sextett.
Ohne kollektive Zwänge, aber mit Haushälterin: Warum eine
Frankfurter Luxus-WG trotz perfekter Organisation nicht reibungslos
funktioniert,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 29.09.
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HENDRIK, Werner (2002): Ball der einsamen Herzen.
In keiner Stadt leben mehr Singles als in Berlin. Und nirgendwo
treibt die Kuppelbranche so bizarre Blüten wie hier,
in: Welt am Sonntag v. 29.09.
- Kommentar:
HENDRIK kennt den Unterschied zwischen
Einpersonenhaushalten (darunter viele Paare) und
Partnerlosen nicht:
"In
nahezu jedem zweiten Haushalt (47 Prozent) lebt lediglich eine
Person, besonders in den Innenstadt-Kiezen Prenzlauer Berg,
Kreuzberg und Mitte. Mehr als 860.000 Menschen fristen ihr Leben auf
Dauer ohne festen Partner - meist mehr erzwungen als erwünscht. Was
für Experten eine demographische Katastrophe darstellt, ist für die
Betroffenen eher emotional fatal. Zumal der überwiegende Teil der
Singles nicht etwa menschenscheue Stadtneurotiker sind, sondern
durchaus bindungswillig."
Partnerlosen
und sonstigen Kontaktsuchenden (z.B. Eheleute mit Lust auf
Abenteuer) präsentiert HENDRIK das reichhaltige Berliner Angebot an
Kontaktbörsen.
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- FAZ (2002): Ein paar Kapitel von der
Oberfläche.
Wo Popjournalismus ist, wächst das Rettende auch: Fünf
Feuilletonisten, an die man sich halten kann,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.09.
- WEIDERMANN, Volker (2002): Joseph Roth.
Die Ich-Maschine,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.09.
- SIEMONS, Mark (2002): Heinrich von Kleist.
Abfall für alle,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.09.
- ILLIES, Florian (2002): Hermann von
Wedderkop.
Relax,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.09.
JÄGER, Lorenz (2002): Siegfried Kracauer.
Faserland,
- in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v.
28.09.
ANGELE, Michael (2002): Stefan George.
Tristesse Royale,
- in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v.
28.09.
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KRAUSE, Tilman (2002): Liberal jetzt,
in: Welt v. 28.09.
- Inhalt:
KRAUSE beschreibt mit dem Begriff
"Spaßgesellschaft"
das Verhältnis von liberalen Eliten zur Masse:
"Zum
Elite-Begriff gehört selbstverständlich auch der Glaube an den
menschlichen Charakter, die Distanz gegenüber allem, was nach Masse
Mensch, nach Nivellierung der Unterschiede, nach Verdrängung,
intellektueller Verzwergung und kultureller Primitivität aussieht.
Für alle diese Degenerationserscheinungen haben wir inzwischen den
Oberbegriff »Spaßgesellschaft«".
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Senioren-Messe untern Funkturm
- LÜDTKE, Insa (2002): Eine neue Familie
basteln.
Das Interesse an alternativen Wohnformen für die zweite
Lebenshälfte nimmt deutlich zu,
in: Tagesspiegel v. 27.09.
- CARSTENSEN, Laura L. (2002): Ein Triumph
der Kultur.
Die Diskussionen übers Altern werden viel zu negativ geführt,
meint die amerikanische Psychologin Laur Carstensen - und plädiert
für eine neue Perspektive,
in: Tagesspiegel v. 27.09.
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- SEIBT, Gustav (2002): Gelebter Pessimismus.
Demographische Zeitenwende: Wird Europa sich allmählich in einen
Geschichtspark verwandeln?
in: Süddeutsche Zeitung v. 27.09.
- Kommentar:
SEIBT hat die Titelgeschichte des Economist vom
23.08.2002 gelesen, in dem es um die unterschiedliche demographische
Entwicklung von Europa und den USA geht.
"Amerika
hat bewiesen, dass die Gleichung von Wohlstand und Geburtenrückgang
nicht zutreffen muss. Seit 1985 hat sich der Bevölkerungstrend dort
umgekehrt," schreibt SEIBT.
Man
muss nur die US-amerikanische Literatur der 80er Jahre studieren, um
festzustellen, dass diese Umkehr in den dortigen Medien keineswegs
das Thema war, sondern es war dort der gleiche griesgrämige
Kulturpessimismus vorherrschend wie hierzulande seit Ende der
80er Jahre.
SEIBT
verschweigt aus gutem Grunde die wahrscheinlichere Erklärung für das
nur zeitweilige Auseinandertriften der Geburtenraten in Europa und
den USA.
Auch
in den USA wurde die Geburtenentwicklung zuerst falsch eingeschätzt,
weil der Aufschub der Geburten nicht berücksicht worden war. In
Europa - speziell in Deutschland - weigern sich die
Bevölkerungswissenschaftler beharrlich - aus demagogischen Gründen -
den Geburtenaufschub in ihren Prognosen ausreichend zu
berücksichtigen:
"Remember
that between 1970 and 1985 American fertility rates were slightly
lower than Europe's. What seems to have happened then was not hat
Americans were having fewer children overall, but that a
generation of women was postponing motherhood. That depressed
America's birth rate in 1970-85, shifted a surge of births by half a
generation, and produced an unusually high rate in the 1990s. That
same population shift is happening in parts of Europe now,
especially in those Mediterranean countries with the lowest
fertility rates."
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ADAM, Konrad (2002): Aufmarsch der Generationen.
Den Achtundsechzigern sind die Neunundachtziger gefolgt, es gab die
Generation Golf und die Generation Berlin, die Generation Blattmacher
und die Fun-Generation. Und täglich wird die Reihe länger,
in: Welt v. 27.09.
- Kommentar:
Beim Begriff "Generation" landet
Konrad ADAM früher oder
später - meist früher - beim Generationenvertrag und damit beim
Sozialstaat. Heute beklagt er die Auflösung der Generationenfolge:
"Um
sich als Generation zu empfinden, blickt man nicht mehr nach oben
oder nach unten, zu den Eltern hinauf oder zu den Kindern hinab. Die
einen sind weit weg im Altersheim gelandet, die anderen vermieden
oder abgetrieben worden."
Da
sehnt sich ADAM doch lieber nostalgisch verklärt nach dem Image der
Flakhelfer- bzw. skeptischen Generation zurück:
"Schicksale,
wie sie die »verlorene«, die Flakhelfer-Generation hinter sich
gebracht hatte, gibt es nicht mehr, typische Einstellungen und
dauerhafte Prägungen, wie sie der »skeptischen« Generation
zugeschrieben wurden, auch nicht."
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- LT (2002): Familien.
Ganztagsschule und Teilzeitanspruch,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 26.09.
- Inhalt:
Der Autor berichtet aus FAZ-Perspektive über das
Thema der rot-grünen Koalitionsverhandlungen.
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- KAUBE, Jürgen (2002): Wir Wunderkinder.
Was ist das für eine Gesellschaft, deren Ideal die Jugend ist?,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 26.09.
- Kommentar:
KAUBE behauptet die Auflösung der Generationfrage
durch die Auflösung der traditionellen Altersstufen. Er bedauert die
dadurch entstandene Diffusität des Erwachsenenbegriffs:
"In
dem Maße, in dem sich Jugendliche, im Unterschied zu Altersgleichen
früherer Epochen, selektive Zugänge zu allen Bereichen der
Erwachsenenwelt erschließen - Sexualität, Konsum, Unterhaltung -,
sozialisieren sie sich innerhalb hierdurch entstehenden Teilkultur
gewissermassen selbst."
Eltern
verlieren dadurch ihre unhinterfragbare Autorität. Noch schlimmer:
Die jugendliche Popkultur differenziert nicht mehr zwischen
Jugendlichen und Erwachsenen! Unter diesen Umständen wird für KAUBE
die Durchsetzbarkeit einer wünschenswerten Verzichtspädagogik zur
reinen Nervensache.
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- HHUP (2002): In medias res,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 25.09.
- Kommentar:
Hinter der FAZ steckt offenbar nicht immer ein kluger
Kopf, weswegen der Autor den Leser auf die Unterschiede
zwischen der New Yorker Realität und der Fiktion von "Sex and the
City" hinweist.
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- DROST, Ralf (2002): Du und deine Welt, ihr
gefallt mir nicht mehr ganz so gut.
Mit zweihundert Jahren starb jüngst unerwartet der Popjournalismus,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 25.09.
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- JÄGER, Lorenz (2002): Die Vergleichlichen.
Joschka Fischer und Guido Westerwelle,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 24.09.
- Inhalt:
JÄGER analysiert die Wahlentscheidung als Abstimmung
über den Lebensstil der Kandidaten:
"Zwischen
Westerwelle und Fischer zu wählen, das bedeutete eben auch, zu
wählen zwischen einem individualistischen Single und einem Mann, der
am Risiko der Familiengründung zwar mehrmals gescheitert, ihm aber
nicht ausgewichen ist und Kinder in die Welt gesetzt hat."
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- ANHÄUSER, Marcus (2002): Die Oma fürs
Grobe...
Mit der Großmutter in der Nähe leben Kinder besser - oder tragen
eine erhöhtes Risiko zu sterben,
in: Süddeutsche Zeitung v. 24.09.
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- HAGER, Angelika (2002): "Wollt ihr den
totalen Kuchen?"
Eben erschien Alice Schwarzers Feminismus-Bilanz "Alice im
Männerland". Im Dezember wird Deutschlands viel gehasste Frau 60. Ein
Gespräch über ein Leben im Fadenkreuz, Untergriffe und die
Hausfrauenwirkung der deutschen Kanzlergattin,
in: PROFIL Nr.39 v. 23.09.
- Kommentar:
Alice SCHWARZER sieht in
Katja KULLMANN, der Autorin von "Generation Ally" eine ihrer
Nachfolgerinnen.
Desweiteren
propagiert sie weiterhin ihre Gebärstreik-These und kürt Superweib
Cherie BLAIR ("Mutter von vier Kindern und eine tüchtige Anwältin
noch dazu") zum Role-Model.
Auf
die Frage nach der fortdauernden Stigmatisierung der kinderlosen
Frau geht SCHWARZER nur widerwillig ein ("Ja, neuerdings scheint die
Mutterschaft wieder zum Pflichtprogramm zu gehören"), um sofort zum
politisch korrekten Thema Mütterfalle überzuwechseln.
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KAMANN, Matthias (2002): Man darf von anderen abhängig sein.
Der Sozialstaat hat auch diese Wahl überlebt. Dem gewinnt Richard
Sennett Positives ab,
in: Welt v. 23.09.
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Richard Sennett - Respekt im Zeitalter der Ungleichheit
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- DECKSTEIN, Dagmar (2002): Zustände wie im
alten Rom.
Die Lügen des deutschen Sozialstaats werden endgültig entlarvt,
in: Süddeutsche Zeitung v. 23.09.
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- GT (2002): Herzensangelegenheiten.
Bridget Jones und die Tories,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 22.09.
- Kommentar:
Geht es bei Bridget Jones um einen Single, der sich
nach dem häuslichen Eheleben sehnt, also Torywähler ist, oder ist
Bridget Jones eine Frau, die um ihre post-feministische
Unabhängigkeit besorgt ist? Offenbar kann diesen Unterschied nicht
jeder sofort erkennen...
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- STOIBER, Edmund (2002): Ein starkes Stück
Analyse.
Edmund Stoiber (CSU) über Meinhard Miegels Buch "Die deformierte
Gesellschaft",
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 22.09.
- Kommentar:
STOIBER plädiert noch einmal auf seine Art für das
Ende der Spassgesellschaft.
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HAGE, Volker (2002): Deutschland im Herbst.
In ihrem neuen Roman "Endmoränen" erzählt Monika Maron von
Lebensentwürfen und Umbrüchen nach dem Ende der DDR - und vom nahenden
Alter,
in: Spiegel Nr.39 v. 21.09.
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Monika Maron - Altern in einer alternden Gesellschaft
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- VESTER, Michael (2002): Schieflagen sozialer
Gerechtigkeit.
Warum die gesellschaftlichen und weltanschaulichen Eliten in
Deutschland an Akzeptanz verlieren. Michael Vester über die Krise der
politischen Repräsentation,
in: Frankfurter Rundschau v. 21.09.
- Inhalt:
VESTER kritisiert die Mythen der neoliberalen
Neue-Mitte-Eliten vom milieuunabhängigen Wechselwähler. VESTER sieht
dagegen einen Generationenkonflikt bei den Vorstellungen zur
sozialen Gerechtigkeit:
"Die
Ergebnisse der Befragung bestätigen keineswegs die gängige These,
dass die Grundeinstellungen der Wählerinnen und Wähler kurz- und
mittelfristig stark schwanken und durch geschickte Medienauftritte
der Politiker beliebig beeinflusst werden können. Die
Grundvorstellungen sozialer Gerechtigkeit ändern sich vielmehr sehr
langsam, vor allem im Rhythmus des Generationenwechsels. Für jede
Generation und für jedes Milieu fungieren sie als langfristig
stabile Maßstäbe, nach denen Erfahrungen bewertet und die sich
wandelnden sozialen Verhältnisse beurteilt werden."
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- NUTT, Harry (2002): Zu öffentlichen
Lernprozessen gezwungen.
Der Philosoph Axel Honneth im Gespräch über einen erweiterten
Gerechtigkeitsbegriff der Grünen und ihren unterschätzten
Reflexionssinn,
in: Frankfurter Rundschau v. 21.09.
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- KNOP, Carsten (2002): Ball der einsamen
Herzen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.09.
- Inhalt:
KNOP berichtet über den US-amerikanischen Marktführer
von Online-Kontaktbörsen Match.com.
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- KEIL, Frank (2002): war da was?
Wie das Wahlkampfthema Familienpolitik am Ende unbemerkt in der
Versenkung verschwand,
in: Frankfurter Rundschau v. 20.09.
- Inhalt:
KEIL analysiert die Familienpolitik unter dem
Gesichtspunkt Werteerziehung und Identitätspolitik. Hier war ihm zu
wenig Katherina REICHE und Susanne GASCHKE.
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- Thema des Tages - Alternde Gesellschaft,
in: Süddeutsche Zeitung v. 19.09.
- VIERING, Jonas (2002): Schluss mit dem
Jugendwahn.
Politiker und Gewerkschafter überlegen, die Arbeitskraft der über
50-Jährigen stärker zu nutzen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 19.09.
- VIERING, Jonas (2002): Skandinavien als
Vorbild.
Altenpolitik in anderen Ländern,
in: Süddeutsche Zeitung v. 19.09.
- Inhalt:
Interview mit Philipp TAYLOR vom interdisziplinären
Zentrum zur Erforschung des Alterns der Universität Cambridge in
Großbritannien.
- VIERING, Jonas (2002): "Die wollen zeigen,
was sie können".
Einige deutsche Unternehmen stellen gezielt ältere Arbeitslose
ein und haben damit großen Erfolg,
- in: Süddeutsche Zeitung v. 19.09.
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- STEINFELD, Thomas (2002): Zimmer mit
Aussicht.
Kein Freund des Islam: MIchel Houellebecq steht vor Gericht,
in: Süddeutsche Zeitung v. 19.09.
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DIEDERICHSEN, Diedrich (2002): Das Leben als After Work Party.
Arbeitsplätze sind zentral? Quatsch. Dass Arbeit das Land regieren
soll, will nur die PDS. Alle anderen wollen schön leben - von den
Kreativen bis hin zu Attac. Gesellschaftskritik entzündet sich an der
Unmöglichkeit anständiger Arbeitslosigkeit,
in: TAZ v. 18.09.
- Inhalt:
DIEDERICHSEN sieht in den Glücklichen Arbeitslosen
die Avantgarde der neosituationistischen Milieus:
"Die
im Situationismus immer wieder versuchte Synthese marxistischer mit
kreativistischen und existenzialistischen Elementen (...) gewann an
Popularität und Selbstverständlichkeit, als die Linke begann, sich
von der heiligen Kuh Arbeit zu verabschieden. In den
neosituationistischen Milieus entstanden Bewegungen, deren
prominenteste sicher die Glücklichen Arbeitslosen in Berlin mit den
aus Jungle World und FAZ bekannten Essays ihres
Theoretikers Guillaume Paoli sind, die die Arbeit aus dem Katalog
der Utopien strichen: Arbeitslosigkeit galt nicht mehr als Problem,
sondern als Errungenschaft des Techno-Turbo-Kapitalismus. Zu
kritisieren blieb, dass die Arbeitslosen weiterhin für ihre
avantgardistische Lebensform bestraft oder bestenfalls therapiert
wurden, statt ihnen zu danken.
Wenn die Arbeit abgeschafft ist, rückt das Leben in den
Mittelpunkt".
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NOLTE, Paul (2002): Der amerikanische Dissens.
Jedediah Purdy kritisiert die ironische, unpolitisch-distanzierte
Haltung der kommerzialisierten Popkultur in den USA. Seine
Streitschrift ist furios, naiv - und voller interessanter Anregungen,
in: TAZ v. 17.09.
- Inhalt:
Paul NOLTE stellt das Buch "Das Elend der Ironie" ("For Common
Things") des Kommunitaristen Jedediah PURDY vor:
"Und
welche Ironie ist es, die Purdy kritisiert? Es ist vor allem die
ironische, unpolitisch-distanzierte Haltung, die in der
kommerzialisierten Popkultur vorgeführt wird, in Sitcoms wie
»Seinfeld« - ein Gestus, der in Deutschland vielleicht in Florian
Illies
»Generation Golf« seine Entsprechung hat. Schön und gut, aber
der Ironie als geistigem und politischem Prinzip wird damit Unrecht
getan (...). Die ironische Haltung in der Politik ist schließlich
ein wichtiges Korrektiv gegen alle Formen von Fundamentalismus und
falscher Verbohrtheit (...).
Aber das ändert nichts daran, dass hier ein wichtiges und
schwungvoll geschriebenes politisches Manifest eines Autors
vorliegt, der nicht nur in Amerika etwas zu sagen hat."
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- SCHIRRMACHER, Frank (2002): Unter Druck.
Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Die Krise der Zeitungskultur,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.09.
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- KISSLER, Alexander (2002): Abstieg ins
Nirgendwo.
In der demographischen Zeitenwende: Die Erfindung des Alters,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.09.
- Kommentar:
KISSLER setzt die kulturpessimistische SZ-Serie fort.
Er kennt nur zwei Modelle des Alterns. Für das weibliche,
unbescheidene Modell steht Trude UNRUH von den Grauen und für das
männliche, bescheidene Modell findet KISSLER nur den römischen
Konsul Vestricius Spurinna. Wo das enden muss ist für KISSLER
ebenfalls klar: in der Gerontokratie!
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom
01. - 15. September
2002
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©
2000-2002
Bernd Kittlaus |
[email protected] |
Stand:
09. Dezember 2002 |
|
Zugriffe
seit
dem 14.Juni 2000 |
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