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News vom
08. - 31. Mai 2015
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Zitat
des Monats:
Die
Rede von der Single-Gesellschaft als Ausdruck der Zunahme
von Bindungsbarrieren statt der Abnahme von Bindungswünschen
"Für
eine weitergeführte Erforschung der Partnerbindung und der
Entwicklung der Partnerlosigkeit sprechen mehrere Gründe: Erstens
ist die These der »Single-Gesellschaft« keineswegs als Diagnose
bestehender sozialer Verhältnisse gemeint, sondern vielmehr als
eine idealtypische Konstruktion einer möglichen Entwicklungsfolge
der Modernisierung (Beck 1986, S.194ff.; Hradil 1995, S.169ff.) Ob
und in welchem Ausmaß sich die Realität diesem Zustand annähert,
lässt sich nur durch fortgesetzte Forschungsbemühungen beurteilen.
Zweitens handelt es sich bei den Thesen der »Single-Gesellschaft«
und der »paarorientierten Gesellschaft« nur auf den ersten Blick
um gegensätzliche Standpunkte. Denn die Argumente für sinkende
Bindungsquoten gehen im Kern nicht von abnehmenden
Bindungswünschen, sondern vielmehr von wachsenden
Bindungsbarrieren aus und sind somit mit einer weitverbreiteten
Erwünschtheit von Partnerbeziehungen ohne weiteres vereinbar.
Drittens resultiert aus der aktuellen Diskussion um die
Auswirkungen von Globalisierung und Flexibilisierung ein
erneuertes Interesse an den Barrieren für persönliche Bindungen
und an der Verbreitung von Partnerlosigkeit (vgl. z.B. Mills und
Blossfeld 2005; Szydlik 2008). Viertens kann ein fundiertes Wissen
um die Entwicklung der Partnerbindung zur Einschätzung der
Konsequenzen des sozialen Wandels dienen, zumal das Aufkommen an
stabilen Bindungen von Bedeutung für die demografische
Entwicklung, für die Subsidiarität der sozialen Sicherung, für die
Lebensbedingungen im Alter, für die Arbeitsmarktentwicklung u.v.m.
ist (dazu Hradil 1995, S. 146ff.)."
(Jan Eckard "Abnehmende
Bindungsquoten in Deutschland", in: Kölner Zeitschrift für
Soziologie und Sozialpsychologie, Heft 1,
März, S.28f.) |
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HILDEBRANDT, Julia (2015): "Partnerbörsen sind der Hauptheiratsmarkt".
FR-Serie:
Psychologieprofessor Erich H. Witte über die ewige Suche nach dem
perfekten Match und warum Gemeinsamkeiten wichtig für eine Beziehung
sind,
in:
Frankfurter Rundschau v. 30.05.
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taz-Wochenendthema:
Wo die Verdrängten heute wohnen.
Gentrifizierung: Wer sich seine Wohnung nicht mehr leisten kann,
landet nicht immer am Stadtrand - aber meist in einem anderen
Leben. Drei Geschichten über Umzüge und die Frage, ob die
Mietpreisbremse etwas ändern kann |
BAUER, Paddy/SCHNELL, Lisa/UNSLEBER, Steffi
(2015): Die Verdrängten.
Danach: Wer sich die
Miete nicht mehr leisten kann, zieht weg. Eine Folge von
Gentrifizierung. Wo wohnen diese Menschen heute? Wir haben sie
besucht,
in:
TAZ v. 30.05.
"Bis
in die sechziger Jahre kannten Stadtforscher nur das Konzept des
Speckgürtels. Das Stadtzentrum war das Revier der Armen, Alten,
Arbeitslosen und Ausländer.
Aber als Frauen begannen zu arbeiten, wurde das Haus mit Garten
oft eingetauscht gegen die kleinere Wohnung in der Stadt, die
näher am Arbeitsplatz lag. Und auch Singles, von denen es mit den
Jahrzehnten immer mehr gab, wählten als Wohnort eher die
Stadtmitte als deren Randgebiete.
Dadurch wurden Häuser, die in früheren Problemvierteln standen,
für Investoren wertvoll. Bei einigen Vermietern und Hausbesitzern
erwacht an diesem Punkt der Geschäftssinn: Neue Mieter würden ein
Vielfaches von dem zahlen, was im Mietvertrag der Altmieter steht.
Und so beginnt der zweite Schritt der Gentrifizierung: die
Verdrängung. Der Austausch von statusniedrigen Bevölkerungsgruppen
durch statushohe, wie Soziologen es nennen",
erzählen uns die Autoren
politisch korrekt die angebliche Geschichte der Gentrification. In
Wirklichkeit waren diejenigen, die man heutzutage "Singles"
nennt, Teil der Armen, Alten und Arbeitslosen. Davon zeugt z.B. die
Studie
Wohnen Alleinstehender aus dem Jahr 1972.
Erst 1978, mit der
ersten großen Spiegel-Serie über "Singles", wurden aus
alten, armen und arbeitslosen Alleinstehenden "swinging Singles",
wobei der Begriff "Singles" in den 1980er Jahren, d.h. zum Zeitpunkt
der
Entstehung der Gentrificationsforschung in Deutschland,
gleichgesetzt wurde mit dem Begriff "Yuppie". Mit der Umdeutung von
Alleinstehenden in Singles wandelte sich gleichzeitig das Bild der
Unverheirateten. Mit dem
Aufstieg der BECKschen Individualisierungsthese ging das
Feindbild der Single-Gesellschaft einher, das in erster Linie
eine Projektion derjenigen ist, die von der Neoliberalisierung (und
ihren Auswirkungen der Zwangsmobilität und Flexibilisierung) zwar
verängstigt waren, dies gleichzeitig aber verdrängten. Singles (=
Yuppies) wurden zu den idealen Sündenböcken, die uns die
68er-Generation von Ulrich BECK bis Hartmut HÄUßERMANN
präsentierte.
Zu den Singles zählen heutzutage
in erster Linie Eltern, deren Kinder aus dem Haus sind und deren
Ehepartner/in gestorben sind. In zweiter Linie zählen zu den Singles
Paare, die alleinwirtschaften, obwohl sie zusammenwohnen (In der
Nachkriegszeit nannte man solche Verhältnisse
"Onkel-Ehen") bzw. multilokal leben - und deshalb als
Alleinlebende (Einpersonenhaushalte) gezählt werden. Die wenigsten
Singles sind Singles im ursprünglichen Sinne von Partnerlosen. Die
amtliche Statistik wirft alle diese unterschiedlichen Menschen in
den großen Topf "Alleinlebende/Alleinstehende" und verwischt damit
die großen Unterschiede in den Lebensverhältnissen dieser Menschen.
Solange also diese Verlogenheit
tabuisiert wird, wird es in dieser Gesellschaft keine faire
politische Debatte geben. Schließlich sind die bösen Singles immer
die anderen. In Wirklichkeit sind wir jedoch alle
Singles wie uns erst vor kurzem Jan ECKARD darlegte.
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SCHMIDT, Nicole
(2015): Die kleine Schwester der Liebe.
FR-Serie: Die Freundschaft fürs Leben gibt es, glauben die
Deutschen. Und ihre Sehnsucht danach wird immer größer. Aber wann kann
ich jemanden überhaupt einen wahren Freund nennen?
in:
Frankfurter Rundschau v. 29.05.
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GOTTSCHALK, Katrin (2015): Offene Liebe nach Fernseh-Vorbild.
FR-Serie: Sex and the City, Californication, House of Cards: In
TV-Serien wird ewige Treue nicht mehr so recht goutiert. Offene
Beziehungen werden aber auch nicht ohne weiteres genossen. Wie
Fernsehserien unsere Einstellungen prägen und bestärken,
in:
Frankfurter Rundschau v. 28.05.
KNAPP, Ursula (2015): Die Liebe, die keine sein darf.
FR-Serie: Inzest, der Sex unter Geschwistern, ist von Alters her
verfemt. Vor etwa zehn Jahren sorgte jedoch der Fall der Geschwister
Patrick S und Susan K. für Aufsehen. Die damalige Entscheidung des
Bundesverfassungsgerichts ist bis heute umstritten,
in:
Frankfurter Rundschau v. 28.05.
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DÖRHÖFER, Pamela
(2015): Das gebrochene Herz.
FR-Serie: Liebesleid kann zum Tod führen - aber die Heimat der
Gefühle ist das Organ nicht,
in:
Frankfurter Rundschau v. 27.05.
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SCHMOLLACK, Simone
(2015): "Die Idee ist ein wenig lebensfern".
Familienpolitik: Die
Grünen denken darüber nach, jungen Eltern durch ein Kontomodell mehr
Zeit mit ihren Kindern zu ermöglichen. Nichts für Geringverdiener,
sagt die Familienexpertin Barbara König,
in:
TAZ v. 26.05.
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FR-Serie:
Lodernd. Leidend. Lächerlich. Liebe.
Vom Fluch
des romantischen Glücks und dem Drang, ihm zu entkommen. Liebe -
die neue Serie in der FR |
MIKA, Bascha
(2015): "Dieser Kraft ist nicht beizukommen".
Bodo Kirchhoff
spricht mit Bascha Mika über Liebe, Verlangen und die Versöhnung von
Sexualität und Sprache,
in:
Frankfurter Rundschau v. 23.05.
SICK, Helma
(2015): Verliebt, versorgt, verarmt.
Zu viele Frauen
verlassen sich auf die ewige Liebe, statt sich um die eigenen
Finanzen zu kümmern,
in:
Frankfurter Rundschau v. 23.05.
TINÇ, Timur
(2015): Die ewigen Schatzsucher.
Wer heute nicht
glücklich ist, trennt sich schneller als je zuvor,
in:
Frankfurter Rundschau v. 23.05.
Timur TINÇ hat den Soziologen und Paarforscher Karl LENZ befragt,
der den Single-Begriff problematisiert:
"»Wir haben keine Beziehungs-
und Familienstatistik, sondern eine Haushaltsstatistik«, erklärt
der 59-Jährige. Singles würden häufig mit Alleinlebenden
verwechselt. Fernbeziehungen oder Paare, die nicht in der
gleichen Wohnung leben, würden gar nicht erfasst. Außerdem seien
viele der Alleinlebenden verwitwet.
Der Single-Zustand ist zudem ein »temporärer Zustand«, betont
Lenz. In der Forschung werde deshalb von Kettenbiografien
gesprochen."
MÜLLER, Elena
(2015): Die Braut als Monster.
Alles für den Hochzeitstag:
Wenn der Zwang zur Perfektion die Romantik killt,
in:
Frankfurter Rundschau v. 23.05.
DÖRHÖFER, Pamela
(2015): Das letzte Geheimnis bleibt.
Die Wissenschaft weiß
heute viele über die Liebe - aber längst nicht alles,
in:
Frankfurter Rundschau v. 23.05.
GEYER, Steven
(2015): "Chatten hilft nicht".
Die Berliner Ärztin
Dorothee Jaitner behandelt Menschen, die keine Beziehungen eingehen
können - oder wollen,
in:
Frankfurter Rundschau v. 23.05.
MÜLLER, Elena
(2015): Und täglich grüßt ein neuer Mann.
Vom Leben als Single
und einer ziellosen Suche in der Großstadt,
in:
Frankfurter Rundschau v. 23.05.
Der typische Berliner Single, den Elena MÜLLER vorstellt, ist eine
Single-Frau, die dem Clubleben frönt.
JAEGER, Milan
(2015): Geld & Gefühl.
Über die Ökonomie der
Romantik,
in:
Frankfurter Rundschau v. 23.05.
SCHIRACH, Ariadne von
(2015): Gebt Euch hin!
Trotz aller
Endlichkeit und unserer Eitelkeit müssen wir die romantische Liebe
wagen,
in:
Frankfurter Rundschau v. 23.05.
STILLBAUER, Thomas
(2015): "Wir können auch knutschen".
59 Jahre verheiratet:
Lis und Hartmut Schönfeld verraten uns, wie sie das geschafft haben,
in:
Frankfurter Rundschau v. 23.05.
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PFEIFER, David
(2015): Unter Kindern.
Urlauf mit Freunden.
Klingt gut. Nur nicht, wenn die ihren Nachwuchs mitbringen, und man
selbst keinen hat. Da werden Ferien zur Geduldsprobe,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 23.05.
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HULVERSCHEIDT, Claus & Alex RÜHLE
(2015): "Habe ich das überhaupt verdient?".
Als plötzlich einige
Freunde reicher wurden als andere, begann die Journalistin Julia
Friedrichs nachzufragen. Und stieß auf ein gesellschaftliches
Tabu-Thema: den Wohlstand der Erben. Der SPD-Politiker Peer Steinbrück
kennt das aus dem Wahlkampf,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 23.05.
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WERNER, Kathrin
(2015): Mikro in Manhattan.
Der Trend geht zur
winzigen Wohnung in der Metropole - nicht aus Not, sondern weil es
schick ist. Denn wichtiger als die Größe sind immer mehr Stadtbewohner
Lage und Ausstattung. So bleibt auch mehr Platz für Familien,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 23.05.
Man möchte eine
Verhaltensänderung in der Bevölkerung herbeiführen? Ganz einfach:
Man ruft einen Trend aus!
"Die Hälfte der 8,4 Millionen
New Yorker sind Singles. Menschen heiraten später, wenn überhaupt.
Die Zahl der Scheidungen ist hoch. Menschen leben länger und oft
allein. Keine Altersgruppe der Alleinstehenden wächst so schnell
wie die über 65-Jährigen",
lügt uns WERNER an. Natürlich
gibt es in New York keine 4,2 Millionen Alleinlebende, sondern die
Hälfte der Haushalte sind Einpersonenhaushalte, d.h. die Mehrzahl
der New Yorker lebt in Mehrpersonenhaushalten. Weil die Mietpreise
hoch sind und junge Familien die Stadt entdeckt haben, gelten
Singles als Feindbild der Stadtpolitiker.
Hierzulande wird Singles gerne das WG-Leben schmackhaft gemacht, um
die Wohnungsnot zu lindern. Völlig verfehlt, denn gerade WGs
sind die größten Konkurrenten von jungen Familien:
"Stadtplaner hoffen, dass es
sich positiv auf den Mietmarkt auswirkt, wenn Singles mit
mittlerem Einkommen wieder in Einzimmerwohnungen umziehen.
Warum? Die Singles mit drei vollen Gehältern können sich in einer
Wohngemeinschaft für eine Dreizimmerwohnung höhere Mieten leisten
als Familien und haben deshalb den Markt verzerrt -
Mittelklassefamilien sind inzwischen fast komplett aus Manhattan
verschwunden. Dabei sind die meisten New Yorker Wohnungen
ursprünglich für Familien gebaut worden."
In Deutschland sind die
Verhältnisse dagegen nicht vergleichbar, weil Yuppies selten in WGs
wohnen, sondern hierzulande sind des Studenten bzw.
Praktikanten/Berufsanfänger, die in WGs wohnen und mit jungen
Familien konkurrieren. Aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn
viel entscheidender ist der so genannte Remanenzeffekt, d.h.
Witwen/Witwer bleiben nach der
Familienphase weiterhin in ihren Familienwohnungen und sorgen
dadurch für den Wohnungsengpass. Der typische, alleinlebende
Single ist also keineswegs das Problem.
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Sarah Diehl - Die Uhr, die nicht tickt
DIEHL, Alexander (2015): Gute und schlechte Frauen.
Streitschrift: Wie
frei sind Frauen, sich gegen die Mutterschaft zu entscheiden? Dieser
Frage geht Sarah Diehl in einem Buch nach, das sie nun in Hamburg
vorstellt,
in:
TAZ Nord v. 23.05.
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BIB
(2015): Kleinere Universitätsstädte profitieren am stärksten von
Zuzügen.
Grafik des Monats
Mai,
in:
Pressemitteilung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung v. 20.05.
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WELT
AM SONNTAG-Titelgeschichte:
Sind Sie untreu?
Nie war ein
Seitensprung so einfach wie heute. Dennoch gehen nicht plötzlich
alle Menschen fremd. Aber sie spielen häufiger mit dem Gedanken |
GASCHKE, Susanne (2015): Für immer untreu.
Affären und
unverbindlichen Sex außerhalb der festen Beziehung hat es immer
gegeben. Dating-Apps und Internet-Portale erleichtern nun das
Fremdgehen. Wie sich unsere Liebesmoral ändert,
in:
Welt am Sonntag v. 17.05.
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GIAMMARCO, Francesco
(2015): Denn Narzissmus hält ein Leben lang.
Manche Eltern
überschütten ihre Kinder mit Lob: Du bist so toll! Du kannst alles
werden! das soll Selbstbewusstsein bringen. Tut es aber nicht,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.05.
"Narzissmus ist (...) keine
Krankheit, er ist eine Eigenschaft, ein Charakterzug. Jeder Mensch
hat narzisstische Tendenzen, sie sind nur unterschiedlich stark
ausgeprägt. Bei dem Unterschied zwischen Narzissmus und
Selbstbewusstsein kommt es (...) auf die Eltern an",
erklärt uns Francesco GIAMMARCO.
Leider trennt jedoch GIAMMARCO in seinem Artikel nicht zwischen
narzisstischen Tendenzen und der narzisstischen
Persönlichkeitsstörung, sondern vermischt diese beiden Aspekte. Und
wiefern Eltern an narzisstischen Tendenzen ihrer Kinder durch ihren
Erziehungsstil oder "elterliche Wärme" (ein schwammiger Begriff
unter dem sich jeder etwas anderes vorstellen kann) schuld sind,
wenn unsere ganze kapitalistische Kultur diese narzisstischen
Tendenzen unterstützt, wäre eine Frage, die uns dieser
oberflächliche Artikel schuldig bleibt.
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BUDRAS, Corinna
(2015): Braucht Deutschland ein Einwanderungsgesetz?
Deutschland sucht
händeringend nach ausländischen Facharbeitern. Geschickte Werbung
brächte mehr als ein neues Einwanderungsgesetz,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.05.
Mir Innenminister de MAIZERIÈRE im Rücken wendet sich Corinna BUDRAS
gegen die Forderung nach einem Einwanderungsgesetz:
"Zur Debatte gehört, dass die
Zuwanderungszahlen im vergangenen Jahr beeindruckend waren. Knapp
eine halbe Million Menschen haben den Weg nach Deutschland
gefunden",
erklärt uns BUDRAS, um dann die
Regelungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit für EU-Bürger als
ausreichend zu bezeichnen. Ein Ärgernis sind dagegen die Regelungen
für Nicht-EU-Bürger, insbesondere die hohen Flüchtlingszahlen
missfallen ihr:
"Im vergangenen Jahr waren es
rund 200.000 Asylbewerber. Für dieses Jahr wird mit doppelt so
vielen gerechnet".
Das geschah bislang angeblich aus
reiner "Nächstenliebe", soll aber nicht so bleiben. Drei Wege
beschreibt BUDRAS, um Nicht-EU-Bürger im Sinne der Profitinteressen
der Unternehmen einzusetzen. Erstens die Blaue Karte:
"2013 haben 11.290 Personen
eine solche Blaue Karte erhalten".
Mit dem DIHK argumentiert BUDRAS,
dass die Gehaltsgrenze von 48.400 Euro zu hoch sei und deshalb
gesenkt werden müsse. Der zweite Weg sei die Positivliste mit 70
Mangelberufen, die beliebig verlängert werden soll - je nach Bedarf.
Beispielhaft nennt BUDRAS die Gastronomie und den Logistikbereich.
Als letzter Weg wird die Aufnahme eines Studiums an einer deutschen
Hochschule genannt.
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HORN, Karen
(2015):
Die rechte Flanke der Liberalen.
Die liberale Szene in
Deutschland wird von Reaktionären unterwandert. Man denkt
nationalkonservativ, träumt von Abschottung, vom starken Mann Putin
und von der Frau am Herd,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.05.
Karen HORN beklagt als Vorsitzende der Friedrich A. von
Hayek-Gesellschaft, die Unterwanderung des Liberalismus durch
Nationalkonservative. Nicht mehr aus der linken Ecke drohe die
Hauptgefahr, sondern aus der rechten Ecke:
"Der Journalist Michael Miersch
war einer der Ersten, die hörbar aufschrien. Der Mitbegründer und
Miteigentümer des Blogs »Die Achse des Guten« zog sich Ende Januar
mit einem Paukenschlag aus seiner vielgelesenen Seite zurück. Die
liberale, weltoffene, aufgeklärte Haltung des Blogs sei verloren
gegangen, schrieb er traurig".
Wer weniger naiv ist wie Karen
HORN oder Michael MIERSCH, der hat bereits seit Anfang des
Jahrtausends in den Attacken des Welt-Autors und späteren
AfD-Mitbegründers
Konrad ADAM gegen Kinderlose den heutigen nationalkonservativen
Ton vernehmen können.
"An üble Nachrede und
Invektiven gegen Keynesianer und Sozialisten ist man gewöhnt,
jetzt kommen noch Demokratie, Feminismus, Pluralität,
Homosexualität und Atheismus als Feindbilder hinzu",
beklagt HORN, deren
Liberalismuskonzept keinen Mittelweg zwischen individuellen
Persönlichkeitsrechten und "identären Kollektiven" kennt.
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KREMER, Dennis & Christian SIEDENBIEDEL
(2015): Der Streit um den Mietspiegel.
In Berlin hat ein
Gericht den Mietspiegel gekippt. Auch in vielen anderen Städten ist
der Rechnung nicht zu trauen. Das hat Folgen für die Mietpreisbremse,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.05.
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POSCHARDT, Ulf
(2015): "Komplexität ist der Schlüssel zum Verständnis der Welt".
Der
Soziologie-Professor Armin Nassehi erklärt, warum rechte und linke
Sichtweisen naiv sind und warum der politische Liberalismus in der
Krise steckt,
in:
Welt v. 16.05.
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MURAKAMI, Haruki
(2015): Die Offenbarung.
Als es noch Nischen
gab auf der Welt: Wie ich in Tokio ein Jazzlokal eröffnete, um am
Küchentisch Romane zu schreiben, und im Gebüsch eine Brieftaube fand,
die mich darin bestärkte,
in:
Welt v. 16.05.
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PIATOV, Filipp
(2015): Selber schuld.
Akademiker, die über
fehlende Jobs klagen, sind meistens Geisteswissenschaftler. Viele
haben einfach das Falsche studiert,
in:
Welt v. 16.05.
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FR-Titelgeschichte:
Karrierekiller Schwangerschaft.
Warum junge
Akademikerinnen in der Job-Falle landen |
MÜLLER, Elena (2015): Baby Blues.
Weiblich, Anfang 30,
hochqualifiziert: Junge Frauen blitzen bei Arbeitgebern oft ab -
denn sie könnten ja schwanger werden. Es muss ein Sinneswandel her,
da sind sich alle Frauen sicher. Aber nicht nur die Unternehmer
müssen umdenken, auch in der Gesellschaft braucht es Veränderungen,
in:
Frankfurter Rundschau v. 15.05.
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TEUTSCH, Katharina
(2015): Love me tinder.
Liebe im digitalen
Zeitalter: Ein Selbstversuch mit der Flirt-App Tinder, die
paarungsbereite Smartphone-Nutzer zusammenführt,
in:
Die ZEIT Nr.20 v. 13.05.
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STERN-Titelgeschichte:
Mensch, Mama!
Kinder,
Karriere, Kita-Streik - warum das Familienleben so stressig ist.
Und wie Eltern trotzdem glücklich werden |
SELLMAIR, Nikola
(2015): Wie es uns gefällt!
Mütter wollen alles
und das auch noch perfekt: im Büro, bei den Kindern, mit dem Partner
und den Freunden. Dabei ist längst klar: Das ist zu viel. Sechs
Frauen erzählen von Kompromissen, die ihr Leben erleichtern. Die
besten sind die, die sie selbst gewählt haben,
in:
Stern Nr.21 v. 13.05.
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WELT
AM SONNTAG-Titelgeschichte:
Die Kita-strophe.
Die
Kinderbetreuung in Deutschland
steckt in der Krise. Eltern leiden unter fehlenden Plätzen,
schlecht geführten Kitas und frustrierten Erziehern - die jetzt
auch noch streiken |
LAUER, Céline & Marc NELLER (2015): Das gebrochene Versprechen.
Die Bundesregierung
hat Eltern garantiert, dass jedes Kind einen Betreuungsplatz
bekommt. Doch ob das klappt und ob die Kleinen überhaupt gut betreut
werden können, hängt oft genug vom Zufall ab. Eltern klagen gegen
Kommunen, Erzieherinnen streiken, und Experten schlagen Alarm,
in:
Welt am Sonntag v. 10.05.
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SCHIPP, Anke
(2015): Mama, toll, dass du zu Hause bist.
Es gibt sie noch, die
Hausfrau - auch wenn Politik, wirtschaft und die "working mums" sie
mehr und mehr belächeln. Zu Unrecht,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.05.
Anke SCHIPP berichtet nicht über
die typische deutsche Hausfrau, sondern von den privilegierten
Frauen an seiner Seite, die in der oberen Mittelschicht angesiedelt
sind. Als Beispiele dienen eine ehemalige Controllerin mit vier
Kindern, deren Mann eine 60-Studen-Woche habe, und eine ehemalige
PR-Beraterin mit 3 Kindern. Dazu werden dann statistische
Durchschnittswerte präsentiert, die wiederum nichts mit diesem
privilegierten Milieu zu tun haben.
"Früher galten berufstätige
Mütter als Rabenmütter, weil sie sich angeblich nicht richtig um
die Kinder kümmerten. Jetzt ist es umgekehrt: Hausfrauen sind die
Außenseiterinnen, werden wahlweise als Latte Macchiato-Mütter
belächelt, die den ganzen Tag Kaffeetrinken oder als naive
Schneewittchen, die den Feminismus verpennt haben und sich von
einem Mann abhängig machen."
Latte Macchiato-Mütter ist ein
Stereotyp für
gutsituierte Mütter in gentrifizierten Szenebezirken wie dem
Prenzlauer Berg. Werden sie verlassen, dann
droht ihnen - so verkündigt es die Neue Mitte-Presse - der Abstieg
("naive Schneewittchen"). Wie privilegiert dieses Milieu ist, das
erkennt man an den Motiven für ihr "Hausfrauendasein":
"In der Realität ist es (...)
oft so, dass der Mann in einer Position ist, in der ihm keine
Teilzeit gewählt wird. Oder dass er ins Ausland versetzt wird und
die Frau zwangsläufig pausieren muss. Oder dass der Mann schlicht
so viel mehr verdient, dass es einleuchtend ist, wenn er mit der
Geburt der Kinder der Hauptverdiener bleibt".
Willkommen im
Akademikerinnenmilieu! Da Akademikerinnen eine hohe Kinderlosigkeit
zugeschrieben wird, kann die Frau an seiner Seite derzeit noch ihr
Selbstbewusstsein aus ihrem Kinderreichtum ableiten:
"Aber sie kann am Ende trotzdem
stolz darauf sein, in einem Land, das demographische Probleme hat,
vier Kinder großgezogen zu haben."
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BANGEL, Christian
(2015): Mutter und die Arschlöcher.
Was deutsche Mütter
denken und tun, ist nicht privat. Warum die vielen Wutdebatten über
Heimchen und Rabenmütter? Antworten darauf geben die westdeutschen
Siebziger,
in:
ZEIT Online v. 10.05.
Man darf sie schon mal fragen,
warum ausgerechnet dieser Text über Mütterfeindlichkeit als einziger
Text zum ZEIT-Thema
Achtung, Mutter!
im Internet erscheint und nicht in der Print-ZEIT. Was sagt
das über das Leserprofil von Print- vs. Online-ZEIT aus?
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FOCUS-Titelgeschichte:
Die Eltern sind die Dummen!
Wie die
Streikwelle das Land lähmt. Warum Firmen und Staat den Eltern
jetzt helfen müssen |
HOLLWEG, Petra/PLEWNIA, Ulrike/THEWES, Frank/WEBER, Herbert (2015):
Wie viel sind uns die Familien wert?
Der Kita-Streik
zeigt: Das System der Kinderbetreuung steht vor dem Kollaps. Neues
Denken ist gefordert. Und Milliarden Euro. Damit Eltern über die
Erziehung ihrer Kinder endlich selbst entscheiden können,
in:
Focus Nr.20 v. 09.05.
Der Focus nutzt den
Kita-Streik, um gegen die staatliche Kinderbetreuung zu
polemisieren:
"Jahrzehntelang haben sich
die Deutschen einreden lassen, keiner könne Kinderbetreuung so
gut organisieren wie der Staat. Dabei planen die Behörden oft
schwerfällig am Bedarf vorbei. Nach wie vor gewähren die meisten
Bundesländern privaten Initiativen deutlich weniger Zuschüsse
als den eigenen Einrichtungen."
Als Alternative werden
betriebliche Kindergarten genannt. Das hieße jedoch die
Kinderbetreuung der Willkür der Arbeitgeber zu überlassen. Im
Grunde aber, will der Focus das Betreuungsgeld zu einem
Erziehungsgehalt ausbauen, d.h. die Frau soll wieder zurück an den
Herd. Die Lobbyisten hinter dieser Idee sind diverse katholische
Organisationen wie der Familienbund der Katholiken. Da dies
derzeit chancenlos ist, begnügt man sich auch mit der
Privilegierung der haushaltsnahen Dienstleistungen für die obere
Mittelschicht. Das erzkatholische Frankreich gilt hierzulande als
Schlaraffenland:
"Ab drei Kindern zahlen
mittelmäßig verdienende Familien fast keine Steuern mehr",
loben die Autoren. Dass
Frankreich dafür mit einer hohen Jugendarbeitslosigkeit und
Unruhen in den Vorstädten bezahlt, das wird dagegen gerne
verschwiegen.
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SPIEGEL-Titelgeschichte:
...und raus/rauf bist du!
Die Lüge von
der Chancengleichheit - warum schon die Geburt über Bildung und
Aufstieg entscheidet |
MÜLLER,
Ann-Kathrin & Alexander NEUBACHER (2015): Die Chancenlüge.
Bildung:
Wer in Deutschland als Kind armer Eltern geboren wird, gleicht
diesen Nachteil meist nicht mehr aus. Das liegt auch daran, dass der
Sozialstaat seine Milliarden falsch verteilt. Der soziale Aufstieg
wird zum leeren Versprechen,
in:
Spiegel Nr.20 v. 09.05.
Eines der Märchen lautet, dass
Bildung entscheidend für den Aufstieg sei.
Tatsächlich
wird Bildung immer notwendiger und immer unbedeutender zugleich.
Der Elitenforscher
Michael HARTMANN spricht deshalb vom Mythos der
Leistungseliten. Nicht das Bildungssystem ist das Hauptproblem,
sondern die Art und Weise wie der Zugang zu gesellschaftlichen
Positionen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft geregelt ist.
Die Milliarden werden falsch
verteilt. Das stimmt, denn unter Bildung wird in erster Linie der
Bau von Bildungseinrichtungen, statt die Bezahlung von Lehrern
verstanden. Das liegt am falschen Verständnis von Investitionen.
Bildungsinvestitionen sind also vor allem Subventionen für die
Bauwirtschaft, aber nicht Investitionen in das "Humankapital".
Nicht zuletzt wird das Bildungssystem als Mittel der
Bevölkerungspolitik missbraucht. Individualisierung war
deshalb seit Mitte der 1970er Jahre weniger Verheißung, sondern
Verblendung.
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taz-Spezial: Altern
REINHÄCKEL,
Heide (2015): Gemeinsam alt sein.
Alten-WG:
Mehrgenerationenhäuser sind die konkrete Utopie der alternden
Gesellschaft. Wie man solche Konzepte verwirklichen kann, zeigt das
"Leipziger Modell". Zwei Architektinnen, die das Projekt initiieren,
setzten sich dabei auch mit dem Thema Armut auseinander,
in:
TAZ v. 09.05.
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Zu den News vom 01. - 07. Mai 2015
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