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News vom 11.- 20. Januar 2003
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Zitat
des Monats:
"Wer
jugendlich ist, überschreitet permanent die Grenze zwischen
Berufsleben und Privatleben und damit auch das Modell der
Kleinfamilie als Ort der Regeneration. Diese Jugend ist daher
dem Phänomen des Outburn ausgesetzt. Niemand hält einem mehr den
Rücken frei. Im Gegenteil, die Patchwork-Familie verlangt
mindestens genauso viel Management wie die eigene Karriere.
Beziehungen, Ehen, Familien und Freundschaften gehören längst
der gleichen Innovationslogik an und bilden keineswegs mehr den
lebensweltlichen Gegenpol zur Teilnahme am Markt als Person."
(Leander Scholz
in: Freitag Nr.3
vom 10.01.2003) |
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SCHÜTZE, Elmar & Jan THOMSEN (2003): "Die Jungen werden weniger".
Bevölkerungswissenschaftler Rainer Münz sagt für die Hauptstadt
einen Alten-Boom voraus,
in: Berliner Zeitung v. 20.01.
- Inhalt:
Rainer MÜNZ stimmt dem Vorurteil über Berlins junge
Einwohnerschaft nicht zu:
"Das Durchschnittsalter ist etwa so hoch
wie im Rest Deutschlands. Vor der Wende war das mal anders. Ins alte
West-Berlin zogen junge Männer, die sich die Wehrpflicht ersparen
wollten, andere kamen wegen des Lebensgefühls. Und in Ost-Berlin
lebten gerade in Marzahn und Hellersdorf fast nur junge Familien,
die oft aus anderen Teilen der DDR herzogen. Inzwischen wandern
viele Jüngere aus Berlin ab".
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KNIPPHALS, Dirk (2003): Dorn am Auge.
"Ich bin ein Spießer": Der Handballer Stefan Kretzschmar unterläuft
mit Piercings und öffentlichen Bekenntnissen den Zwang zur Subversion,
in: TAZ v. 20.01.
- Kommentar.
Das neue Bürgertum formiert sich und KNIPPHALS
betätigt sich als sein scheinbarer Frontkämpfer.
In Frankreich ist man als Ex-Hippie
gerade
stolz ein Reaktionär zu sein. In Deutschland ist man deshalb nun
stolz ein Spießer zu sein.
Das ist ungefähr so originell,
als ob man
sich 1967 als Hippie geoutet hätte oder 1983 Mut zur Erziehung gehabt
hätte.
Was KNIPPHALS hier sagen will, das hat
Maxim BILLER bereits in den Tempojahren (1991) geschrieben:
"Wandten sich die Beats gegen die »squares«,
die Spießer, so sind ihre Schüler, Nachfolger und Enkel heute selbst
nichts als »squares« (...), sie reproduzieren lediglich alte
Verhaltensweisen, die einst rebellisch und ein bißchen weise waren".
»Hip to be squares«, mit diesem
Schlachtruf aus den Yuppie-Jahren, lassen sich nur noch offene Türen
einrennen. Der konservative Journalist
David BROOKS hat vor Jahren den Bobo entdeckt. Diese Mischung
aus Ex-Hippie und Yuppie ist das Markenzeichen der Bobokratie, die
sich gerade in der Festung "Neue Mitte" verschanzt. KNIPPHALS ist
einer von ihnen.
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- DOTZAUER, Gregor (2003): Wir leben in einer
gefallenen Welt.
Der amerikanische Schriftsteller Denis Johnson über Christentum,
Willensfreiheit und die Sucht nach Drogen,
in: Tagesspiegel v. 20.01.
- Inhalt:
DOTZAUER unterhält sich mit Denis JOHNSON, Jahrgang
1949, der 2001 in den USA den Reportagenband "Seek: Reports from the
Edges of America & Beyond" veröffentlicht hat, in dem es auch um die
als Feindbild heiß geliebten Hippies geht:
"In mehreren Ihrer
Texte, besonders in der Reportage „Hippies“, schimpfen Sie auf den
Aufbruchsgeist der 60er Jahre. Wollten Sie nie gegen Ihre Eltern
rebellieren?
Ich fühle mich von der FlowerPower-Ideologie regelrecht
abgestoßen. Wir waren die Generation, die im Weißen Haus einen Joint
rauchen wollte, und die glaubte, dass es nie mehr Krieg geben würde,
wenn wir nur endlich an die Macht kommen würden. Das ist doch alles
Quatsch, Die Vereinigten Staaten sind das prüdeste Land, das es
gibt. Man kann sich nicht mal mehr eine Zigarette anzünden, ohne
gleich verhaftet zu werden. Und es ist meine Generation, die dafür
verantwortlich ist. Wir wollten die Welt befreien, und jetzt halten
wir es nicht aus, jemandem zuzuschauen, der seinen Spaß hat. Ich bin
also sehr ärgerlich, und bei jeder Gelegenheit, die sich mir bietet,
haue ich erneut in diese Kerbe. Wir sind eine Bande von Heuchlern,
schlimmer, als es unsere Eltern je waren."
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- MINKMAR, Nils & Volker WEIDERMANN (2003):
Meine Generation - was ist das eigentlich?
Die Schriftstellerin Judith Hermann gibt erstmals Auskunft über ihr
langes Schweigen und ihr neues Buch,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.01.
- Kommentar:
Als "Fräuleinwunder" schrieb sie "Sommerhaus,
später". Als "Mutterwunder" kehrt sie nun mit
"Nichts als
Gespenster" wieder. HERMANN erzählt wie aus einer orientierungslosen
Schulabgängerin durch Stipendiatentum ein Schriftstellerin per
Zufall wurde. Die Handlungsorte des neuen Romans sind ebenfalls die
Folge von Stipendien. Als Teil der Masse Generation möchte sich
HERMANN jedoch nicht fühlen...
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- CASDORFF, Stephan-Andreas/MONATH,
Hans/ULRICH, Bernd (2003): Ist Ihre Stimmung besser als die Lage, Herr
Fischer?
Der Außenminister will den Sozialstaat grundlegend verändern - und
bei den Krankenkassen eine prämie für Jogger. Wie ihn,
in: Tagesspiegel v. 19.01.
- Inhalt:
Joschka FISCHER verteidigt u.a. die Entlassungen von
Singles zugunsten sicherer Beschäftigungsverhältnisse von
Familienvätern und nennt Gründe für die schlechte Stimmung bei der
Generation Golf:
"Vor zwei Jahren wurden in der
Boom-Phase in vielen Branchen Verträge mit jungen Leuten
abgeschlossen, die besser dotiert waren als die Einkommen der
Vorgängergeneration am Ende eines langen Berufslebens. Da wurden
Erwartungshorizonte geschaffen bei der jüngeren Generation, die
natürlich mit dem Zusammenbrechen der Spekulationsblase zu einem
entsprechendem Absturz geführt haben".
Damit ist FISCHER beim zentralen Thema
Generationengerechtigkeit, das die soziale Ungleichheit
innerhalb von Generationen ausblendet.
FISCHER legitimiert mit der
Generationengerechtigkeit zum einen den neoliberalen Abbau des
Sozialstaats (er begrüßt eifrig das
Strategiepapier aus dem Kanzleramt) und andererseits wird mit
dem Begriff "Erbengeneration" selbst Unterschichtler zu Gewinnern im
Generationenkrieg umgedeutet:
"Ich halte gar nichts davon, sich vom
Grundgedanken der Solidarität zu verabschieden. Aber auf der anderen
Seite haben wir nach über 50-jährigem Frieden eine Vermögensbildung
in Westdeutschland, an der auch breite mittlere und teilweise untere
Schichten teilhaben. Deshalb kann die Frage, welchen eigenen Anteil
die Menschen zu ihrer sozialen Sicherung beitragen, anders gestellt
werden als noch in den 70er oder 80er Jahren. Wir haben nun eine
Generation von Erben. Da entstehen auch neue Verantwortlichkeiten".
Eine solche Aussage ist durch die
empirische Sozialforschung keinesfalls gedeckt. Der Soziologe
Marc SZYDLIK
verweist im Gegenteil auf die erhöhte soziale Ungleichheit gerade
innerhalb der Erbengeneration hin.
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FR (2003): Schwester Alpha: Chagrin d'amour/Liebeskummer,
in: Frankfurter Rundschau v. 18.01.
- Inhalt:
Was hilft gegen Liebeskummer, fragt Schwester
Alpha und gibt sich selbst die Antwort:
"Nichts! Eine unglückliche Liebe ist eine
harte Erfahrung, die weder mit Alkohol, noch Schokolade und erst
recht nicht durch kluge Ratschläge leichter wird. Was bleibt ist der
Trost, dass Liebeskummer auch die Kraft hat, das Leben zu verändern.
Nach einer großen Starre beginnt oft eine sehr produktive Phase, in
der sich das Leid ins Gegenteil wandelt. Ist die Verzweiflung
überwunden und stellen Sie sich dem Leben wieder, werden Sie mehr
über sich wissen, als Häschen jemals ahnen konnte.
Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Sie jetzt
erst mal Single sind. Und wie sich das anfühlt, weiß am besten
der Franzose, in diesem Fall Jean-Paul Sartre: »Wer
einsam lebt, hat selten Grund zu lachen.«
Neues Spiel, neues Glück!
Cherchez la femme - ou cherchez l'homme!"
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- ASSMANN, Aleida (2003): Druckerpresse und
Internet.
Auf dem Weg von einer Gedächniskultur zu einer Kultur der
Aufmerksamkeit: Oberfläche, Geschwindigkeit und Supermarkt,
in: Frankfurter Rundschau v. 18.01.
- Inhalt:
ASSMANNs zentrale These lautet:
"Gedächtnis und Aufmerksamkeit stehen für
die unterschiedlichen Strategien mit denen man im typographischen und
elektronischen Zeitalter auf die explosionsartige Vermehrung von
Wissen und Information reagiert".
Mit
Georg FRANCK sieht
sie im Internet eine "Ökonomie der Aufmerksamkeit" walten, die
keineswegs mit einer Demokratisierung der Kultur eingeht:
"es ist keine Frage, dass die
voraussetzungsreiche und aufwendige Infrastruktur der neuen
Technologien neue soziale und kulturelle Ungleichheiten schafft.
(...). Ungleichheit in Form von Hierarchien stellt sich im Internet
auf eine neue Weise wieder her. Die neuen Riesen entstehen durch
Verdichtung medialer Aufmerksamkeit. (...). Die
Aufmerksamkeitsökonomie gilt als die neue Ökonomie des
Informationszeitalters, denn wo die Produktion von Informationen ins
Gigantische wächst, wird das, was Informationen einen Wert zuweist,
immer knapper und wichtiger, nämlich: Aufmerksamkeit.
Die Riesen des Informationszeitalters sind die Stars und Prominenten".
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- KEIL, Frank (2003): Armut und Askese.
Ein Eis muss reichen: Wie der "Kinderreport Deutschland" die
Problemgeschichte des Nachwuchses erzählt,
in: Frankfurter Rundschau v. 18.01.
- Kommentar:
Im Gegensatz zum typischen Sozialpopulismus à la
BORCHERT und KIRCHHOFF unterscheidet KEIL zwischen wohlhabenden und
armen Kindern.
Der "Kinderreport Deutschland", über den
KEIL berichtet, muss mit diesem Dilemma der Polarisierung von
Kindheit leben. Die Folge ist ein:
"Ton des Relativierens bei
gleichzeitiger Bereitschaft, das Dramatische nicht gänzlich
aufzugeben, (...) ein beständiges Gas-Geben bei gleichzeitigem
Bremsen".
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HOFF, Hans (2003): Ein Lob den schütteren Stimmen.
1967 war unser Autor zwölf Jahre alt. Die Frühpubertät im Rheinland
war grausam. Dann aber traten die "Bee Gees" in sein Leben. Jetzt ist
es Zeit für ein spätes Dankeschön - und für einen letzten Gruß an den
leisen Maurice,
in: Süddeutsche Zeitung v. 18.01.
- Inhalt:
HOFF outet sich als leidgeprüfter, frühpubertärer
Zwangs-Hippie (The Who und The Beatles waren den Eltern zu
progressiv):
"Man kam (...) als Anhänger der Gibbs
gut an bei den Mädchen, die mit einem Bee-Gees-Fan auf einer Fete
gerne Blues tanzten, da man als solcher gemeinhin als
zärtlichkeitsbegabt galt. (Geknutscht haben sie trotzdem mit den
Hendrix- Fans.) Mit anderen Jungs konnte man über die Bee Gees nicht
diskutieren".
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OESTREICH, Heide (2003): "Wovor haben Sie Angst?"
Gretchen Dutschke wird vor allem als Pressesprecherin ihres toten
Mannes gesehen. Ein Gespräch über Männer & Frauen, ungeliebten
Kinderdienst sowie Ökonomie & Gewalt 1968 und heute,
in: TAZ v. 18.01.
- Kommentar:
Die 68er gelten allgemein als Idealisten bzw.
als Verfechter postmoderner Werte. Tatsächlich muss manches wohl
wesentlich nüchterner betrachtet werden, z.B. die Heiratsfrage:
"Warum haben Sie eigentlich geheiratet? Das
tat man doch gar nicht?
Uns war egal, was die anderen taten und was nicht. Außerdem bekam
man in Berlin Geld, wenn man heiratete. Und wir hatten kein Geld."
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KUNZ, Harry (2003): Unsicher im Wandel.
Das Konzept der Grundsicherung trägt nicht. Es soll nur den Abbau
von Sozialleistungen kaschieren. Stattdessen sollten lieber Ehrenamt
und Erziehungsarbeit honoriert werden,
in: TAZ v. 17.01.
- Inhalt:
"Ein verändertes Arbeitsverständnis, das durch eine
Aufwertung von Erziehungsleistungen und
ehrenamtlichem Engagement deren gesellschaftliche Relevanz auch
finanziell honoriert", fände KUNZ prima.
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STREERUWITZ, Marlene (2003): Als weißer Mann kann eine Frau schon
überzeugen.
Warum Frau Merkel die Geschlechterfrage nicht stellt: D.H.
Lawrence' "Liebende Frauen" wiedergelesen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 17.01.
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WEGMÜLLER, Philip (2003): Das Disco-Beben.
Eine bunte neue Party-Generation zelebriert das
Saturday-Night-Fieber. Techno-Ideologie ist draussen - die Klubs sind
voll und heiss,
in: Facts Nr.3 v. 16.01.
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ZEIT-Serie "Land ohne Leute" - Teil
3
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NIEJAHR, Elisabeth & Marcus ROHWETTER (2003):
Lasst sie jung aussehen.
Sie haben Geld, Zeit und Lust: Die Wirtschaft entdeckt Menschen
jenseits der 50 als Zielgruppe. Willkommen in der Konsumwelt von
morgen,
in: Die ZEIT Nr.4 v. 16.01.
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YAMAMOTO,
Chikako (2003): Ewig bei Kräften.
Japan - Nation mit dem höchsten Durchschnittsalter:
Selbstdisziplin und High-Tech bestimmen den Alltag,
in: Die ZEIT Nr.4 v. 16.01.
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GERSDORFF, Alexander von (2003): "Die Geburtenkrise ist nur durch
Reformen zu lösen".
Rürup-Kommissionsmitglied Axel Börsch-Supan über Konsequenzen für
die alternde Gesellschaft,
in: Welt v. 16.01.
- Kommentar:
BÖRSCH-SUPAN hält die typische neoliberale Lösung
parat. Diese ist jedoch zu kurz gegriffen, wie
Leander SCHOLZ und
Iris HANIKA
zeigen.
Ein typisches Beispiel für die absurde
neoliberale Phraseologie:
"Die statische Betrachtung, es gebe eine
feste Arbeitsmenge ist falsch (...). Bis 2030 fehlen acht Millionen
Arbeitnehmer, das ist nicht zu ersetzen".
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- DELL (2003): Westdeutschland,
in: Frankfurter Rundschau v. 16.01.
- Kommentar:
DELL hat
SPIEGEL (ungenannt), MERKUR und Willi WINKLER gelesen (über die
verheerenden Folgen des dort verordneten Atheismus ). DELL erkennt
einen Kulturkampf bei der Wiedervereinigung:
"Die großen Weltanschauungskämpfe sind
vorbei (...)? Nein! Die Wiedervereinigung läuft noch. Da kann
Ines
Langelüddecke im Merkur mit Bezug auf Jana Hensels Zonenkinder
die Geburt des ersten Vereinigungsklons verkünden; der
»Ost-West-Zwitter« bleibt die privilegierte Erfahrung derer, die
eine Hälfte ihres Lebens in der DDR und die andere im neuen
Deutschland zugebracht haben. Für den älteren Rest gilt: Die
Wiedervereinigung ist erst dann geglückt, wenn festgestellt wird,
dass man Willy Brandt nicht mehr zitieren kann. Dass zusammenwächst,
was zusammengehört, ist zwölf Jahre danach eher wackeliger Wunsch.
Ignoranz und Unverständnis heißen die Wehen des nicht endenden
Vereinigungsvorgangs. Man kann sich fragen, was der Osten dem Westen
getan hat, dass er unverändert voreingenommen betrachtet wird."
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- BIRKENMAIER, Werner (2003): Gefühlte Rente.
Die Alten sind nicht schuld an der Misere der Sozialkassen,
in: Stuttgarter Zeitung v. 15.01.
- Inhalt:
BIRKENMAIER verteidigt die Renten der heutigen
Rentnergeneration gegen das FAZ/S-Feuilleton.
Seine Kritik richtet sich zum einen
gegen Friedrich Wilhelm
Graf (27.12.2002) und zum anderen gegen
Inge KLOEPER
(10.11.2002).
Seine Gegenargumente zum Eckrentner
bezieht er aus der SZ
vom 08.01.2003. Unter Hinweis auf Meinhard MIEGEL fügt er noch
hinzu:
"Davon abgesehen sind die Rentner nicht
für ein Zwangsumlagesystem verantwortlich zu machen, auf das sie
sich im Alter nun verlassen müssen und das rechtzeitig zu ändern die
Politiker und die organisierten Interessen nicht in der Lage waren".
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MISCHKE, Roland (2003): Wie geil ist Geiz?
Generation Orientierungslos: Wenn Sparsamkeit überlebenswichtig
wird,
in: Welt v. 15.01.
- Inhalt:
MISCHKE berichtet aus dem Innenleben der
privilegierten
Generation Angst:
Lena Ventzki (21) (...) kommt aus
etablierten Verhältnissen, die Mutter Sängerin, der Vater im
Medienbetrieb. »Aber bei denen läuft jobmäßig auch nicht viel, sie
müssen ans Ersparte.« Lenas Jugend bisher: reiten, modische
Kleidung, hübsches Moped, Schauspielunterricht, zum 18. Geburtstag
eine Lebensversicherungspolice, nach dem Abitur Jobben und Shoppen
in New York, ein buntes Autochen – »das alles war normal, das hatten
alle in der Klasse. Wir dachten, das würde immer so weitergehen«.
(...).
Bestandsaufnahme zur Zeitenwende. Eine Generation, die struktureller
Arbeitsplatzvernichtung in ungeahntem Ausmaß ausgeliefert ist wie
einer Naturkatastrophe, dem Postkapitalismus,
Weltwirtschaftsrezession und Regierungsmurkserei – diese Generation
sieht sich als Verlierer. Und blickt neidisch zur
Vorgänger-Generation Golf. »Ich wäre gern so um 1970 geboren«, mault
Lena, »dann hätte ich zehn fette Jahre mehr gehabt. Stattdessen
erwartet uns sinkender Lebensstandard. Ich finde das nicht gerecht.«
Lena und ihr Freund David Roth (22) wohnen bei einer arbeitslosen
Mittdreißigerin, die mal in der IT-Branche jemand war und nie
geglaubt hätte, ihre stuckverzierte Altbauwohnung im Stadtteil
Schöneberg mit unordentlichem Jungvolk teilen zu müssen."
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GREFFRATH, Mathias (2003): Eine Art Turbofeudalismus,
in: TAZ v. 15.01.
- Inhalt:
Der bekennende 68er GREFFRATH versucht sich als
Gegenspieler des
Sessel-Demonstranten MÜLLER-VOGG.
Statt um einen Steuersenkungsprotest
geht es um den Kampf für mehr Staatseinnahmen und die Erhaltung des
Sozialstaats:
"Ich schlage lustvolle kleine Anfänge
vor, etwa eine freiwillige Steuerwehr, die vor der Deutschen Bank
vorfährt, wenn eine ungerechte Steuersenkung ihr Milliardengewinne
schenkt, oder die Zufahrtsstraßen nach Liechtenstein blockiert, bis
das illegal dorthin verbrachte Geld wieder zurückkommt - ohne
Reichenrabatt. Nachts fantasiere ich von gewaltigen Piss-ins, dort,
wo die öffentlichen Örtchen kommerzialisiert wurden".
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URBAN, Paul (2003): Schwarz-grün sehen,
in: Jungle World Nr.4 v. 15.01.
- Inhalt:
URBAN wünscht
Oswald METZGER
viel Glück:
"»Also müssen auch nichtmaterielle Werte
wieder ins Blickfeld rücken: Nachbarschaftshilfe, ehrenamtliches
Engagement, Zeit für sich selbst und die Familie«, empfehlen Sie am
Ende Ihres Bewerbungsschreibens, sodass wir uns eigentlich nur noch
fragen: Was wollen Sie eigentlich werden unter einem Kanzler Roland
Koch? Gesundheitsminister? Wirtschaftsminister? Vizekanzler? Oder
brauchen Sie noch viel, viel mehr Zeit für sich selbst? Nein? Na
dann, viel Glück!"
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- SINN, Hans-Werner (2003): Rente nach der
Kinderzahl,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.01.
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- HUININK, Johannes (2003): Zwischen
Solidargemeinschaft und Luxusgut.
Alte und neue Ungleichheiten - die Familie in Deutschland,
in: Frankfurter Rundschau v. 14.01.
- Kommentar:
Der Subtext im Essay von Johannes HUININK besagt über
weite Strecken genau das Gegenteil dessen, was der Familiensoziologe
als Sozialpopulist zum Thema schreiben muss, um nicht gegen die
ungeschriebenen Regeln der Familienlobby zu verstoßen.
HUININK führt zwar breit aus, dass sich
die Bedeutung der Familie radikal verändert habe. Diese Änderungen
hatten jedoch so gut wie keinen Einfluss auf die
Ungleichheitsdimension:
"Die Schichthomogamie unter den Paaren
der Elterngeneration ist zwar immer noch relativ hoch, und Bildungs-
und Berufschancen werden, wie die Pisa-Studie zeigt, nach wie vor
»vererbt«. All das beruht aber nicht mehr auf sozialen Regeln,
sondern ist das Ergebnis individueller Interessen und struktureller
Opportunitäten".
Die Herkunft ist also nach wie vor der
entscheidende Faktor bei der Zuweisung von Lebenschancen. Das ist
nicht nur materialistisch zu verstehen, sondern auch im Sinne des
Milieus, wie
Michael HARTMANN anhand einer empirischen Studie bewiesen hat.
HUININK entfaltet dann das typische
sozialpopulistische Szenario. Er bedient die Neidgefühle von Eltern
auf Kinderlose (ohne den
identitätstheoretischen Aspekt zu erwähnen) und argumentiert
unter Vernachlässigung von Alters- und Geschlechtseffekten bei der
Einkommenssituation, dass Eltern gegenüber Kinderlosen generell
benachteiligt seien. Eine solche Position bezeichnet
Christoph BUTTERWEGGE dagegen als sozialpolitische Demagogie.
Nach fast der Hälfte der
Ausführungen kommt jedoch die entscheidende Wende, indem HUININK
fragt, ob nicht umgekehrt die Kinder- oder Familienlosigkeit im
Lebensverlauf als eine neue Form sozialer Deprivation angesehen
werden muss.
Diese Umkehrung der Perspektive wird
jedoch nur halbherzig vorgetragen, obwohl HUININK im Laufe der
Argumentation deutlich vor Augen führt, dass die Herkunft auch bei
den Chancen bei der Familiengründung das Drehbuch schreibt. So
schreibt er zwar, "dass wirtschaftlich benachteiligte Männer ohne
qualifizierte Ausbildung und Tätigkeit erst spät und vergleichsweise
häufig gar nicht heiraten oder keine Kinder bekommen". Erwähnt wird
jedoch nicht, dass ein Großteil dieser Männer die größte Grupppe der
Alleinlebenden im mittleren Lebensalter stellen.
Für die USA - das Musterland des
Neoliberalismus - hat Sylvia Ann HEWLETT in ihrem umstrittenen
Buch "Creating a Life" darauf hingewiesen, dass unter den
erfolgreichen Männern nur 19 % kinderlos sind. Leider wird nicht
nach den Herkunftsmilieus unterschieden, sodass der Anteil der
Herkunft auf die Kinderlosigkeit unklar bleibt. In der oberen
Mittelschicht sind Kinder also ein Symbol für Erfolg.
Was im mittleren Lebensalter
bereits ein Nachteil ist, das wird im Alter weiter verstärkt.
Die Rückkehr der Altersarmut ist bereits unter der Regierung KOHL
vorprogrammiert worden und wird von der jetzigen Regierung weiter
forciert. Kinderlose werden nicht vorrangig aufgrund des
Pflegeproblems - das in sozialpopulistischen Darstellungen an erster
Stelle steht - im Alter schlechter dastehen, sondern weil kaum
jemand von ihnen den
Status eines "Eckrentners" erreichen wird.
HUININK geht davon aus, dass sich die wirtschaftliche Bedeutung der
Familie wieder
den vormodernen Zeiten annähern wird. Diese Prognose ist
sicherlich nicht zu gewagt.
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- HAAS, Lucien (2003): Klein heißt keineswegs
rein.
Haushalte mit wenig Personen verbrauchen mehr Natur,
in: Frankfurter Rundschau v. 14.01.
- Kommentar:
HAAS verbreitet die selben Halbwahrheiten wie
KÜCHEN, nur ausführlicher. Naturschützer
sollen nicht nur die Natur, sondern gleich die Großfamilie mit
schützen!
Länderübergreifende
Haushaltsvergleiche, die sich als Vergleiche von Lebensverhältnissen
ausgeben, sind mehr als fragwürdig.
Bereits innerhalb eines Landes
divergieren die Erhebungsverfahren. Zwischen den Ländern jedoch sind
die Probleme noch viel größer. Der Demograph Christopher PRINZ hat
im Jahr 1995 in dem Buch "Cohabiting, Married or Single?" den
Vergleich der Lebensformen in Europa aufgrund fehlender Daten so
einschränken müssen, dass von einem Vergleich verschiedener
Lebensformen nur bedingt gesprochen werden kann.
Der französische Soziologe
Jean-Claude KAUFMANN weist 1994 darauf hin, dass sich die
Haushaltskonzepte in Europa danach unterscheiden lassen, ob das
Wirtschaften oder das Wohnen Ausgangspunkt ist.
In Dänemark, Frankreich und Spanien
existieren allein aufgrund der Tatsache, dass jede Person nur einen
einzigen Haushalt führen kann, weniger Haushalte. Hier ist also die
Identität von Alleinwirtschaften und Alleinwohnen gegeben. Dagegen
ist in Deutschland die doppelte Haushaltsführung möglich.
Zum Unterschied zwischen Frankreich und
Deutschland heißt es z.B.:
"les sous-locataires et
pensionnaires font partie du ménage en France alors qui'ils sont
comptés séparément en Allemagne".
In Großbritannien verkündet Dr. Jonathan SCALES im Jahr 2002 stolz,
dass man nun mit dem Britischen Haushalts-Panel Survey die Gruppe
der
"Living apart together", also Paare ohne gemeinsamen Haushalt
erfassen kann.
Seit über 20 Jahren ist dieses
Phänomen bekannt.
Jetzt entdeckt man
plötzlich den Mythos Single.
Bisher hatte man
Paare und Partnerlose nicht unterscheiden wollen. Nun ist jedoch
die große Sehnsucht nach der Liebe angesagt und es ist das möglich,
was die ganze Zeit schon möglich gewesen wäre. Es existieren also
für die vergangenen 30 Jahre in Großbritannien keine Daten zu diesem
Phänomen.
Wenn also nicht nur die
europäischen Länder gravierende Unterschiede bei der Erfassung
aufweisen, wie groß müssen die Unterschiede erst bei 141
verglichenen Ländern sein? Wenn diese Wissenschaftler dann noch
behaupten, dass sie die Lebensverhältnisse vergleichen können, dann
grenzt dies an Hybris.
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SCHIMMANG, Jochen (2003): Die gestörte Nachtruhe der Nation.
Eine Anthologie und eine Ausgabe der "Neuen Rundschau" sind den
Themen Schlaf und Schlaflosigkeit gewidmet,
in: TAZ v. 14.01.
- Kommentar:
"Der Schlaf und sein negatives Pendant, der
unerträgliche Wachzustand, rücken immer dann ins Blickfeld des
allgemeinen Interesses, wenn die gesellschaftliche Befindlichkeit
zwischen den Extremen der Hyperaktivität und der Erschöpfung
pendelt. Diesen Zustand scheinen wir erreicht zu haben, worauf der
Kollaps des Neuen Marktes ebenso hindeutet wie das erste Atemholen
der Berliner Republik und der Generation Berlin.
Über den Schlaf und seine Schwester, die Schlaflosigkeit, sind in
der vergangenen Zeit mehrere Romane erschienen, und dem Zeitgeist
entsprechend beschäftigt sich das letzte Heft der Neuen
Rundschau mit dem Schlaf respektive seiner Abwesenheit",
schreibt Jochen SCHIMMANG geradewegs als ob er keinen Anteil daran
hätte.
Der Rezensent hat jedoch zum einen mit
dem
Buch "Die Murnausche Lücke" das Thema selbst ausführlich
behandelt und zum anderen mit "Aus der Müdigkeit kommend" einen
Beitrag zu dem Neuen-Rundschau-Heft geliefert.
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DPA (2003): Kritik an Zweitwohnungssteuer.
Bund der Steuerzahler spricht sich gegen neue Abgabe in Frankfurt
aus,
in: Welt v. 14.01.
- Kommentar:
Auf die Reflexe des Bundes der Steuerzahler kann man
sich genauso verlassen wie auf das Amen in der Kirche.
Aber ohne diese Reflexe würde der Bürger
erst gar nicht erfahren, warum Haushalte und ihre Erfassung nicht
nur ein statistisches Problem sind, sondern auch politische
Interessen die Haushaltsstatistik beeinflussen.
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KÜCHEN, Marina (2003): Der Single-Haushalt ist schuld!
Die zunehmende Individualisierung der Gesellschaft belastete die
Umwelt schwer,
in: Welt v. 13.01.
- Kommentar:
KÜCHEN argumentiert sozialpopulistisch
korrekt:
"der Pro-Kopf-Verbrauch von Energie und
Ressourcen ist in Single-Haushalten höher als in Familien. Kurz
gesagt: Single-Haushalte schädigen die Natur mehr als Familien".
Diese Argumentation klingt nur auf den
ersten Blick plausibel, denn KÜCHEN vergleicht Äpfel (Haushalte) mit
Birnen (Familien).
Der Gegensatz zu Single-Haushalten sind Familienhaushalte und nicht
Familien!
Dies mag manchem wie
Haarspalterei erscheinen, gehört stattdessen jedoch zur zentralen
Lebenslüge unserer Gesellschaft.
Verfolgt man die Argumentation
weiter, dann kommt man zum entscheidenden Fehlschluss der Autorin:
"Zunächst bedeuten mehr Haushalte
mehr Wohneinheiten, für die mehr Land und Baumaterial beansprucht
wird."
Dies ist eine Halbwahrheit! Es
gibt viel mehr Haushalte als Wohnungen.
Die Vermehrung der Haushalte hat u.a.
auch steuerpolitische Gründe.
Das zeigt uns eine Nachricht der
OSTSEE-ZEITUNG von heute. Silke ZSCHÄCKEL schreibt dort über eine
geplante Zweitwohnungssteuer in Greifswald:
"Die Statistik geht von 5340
Nebenwohnern aus. Da die Steuer aber auf die Wohnung und nicht pro
Kopf erhoben wird, könnte die Stadt für rund 1100 Nebenwohnungen
Steuern kassieren."
Im Zuge des Nachdenkens über neue
Einnahmequellen haben die Universitätsstädte eine Vorreiterrolle bei
der Zweitwohnungssteuer eingenommen. Früher hat oftmals ein Student
seinen Zweitwohnsitz erst gar nicht angemeldet.
Viele Alleinwirtschaftende
leben in Wohngemeinschaften oder als Paar, beziehen also keineswegs
eine eigene Wohnung.
Von der Haushaltsgröße kann also
keineswegs direkt auf einen erhöhten Ressourcenverbrauch geschlossen
werden.
Die Zunahme der Single-Haushalte
ist zum einen ein statistisches Artefakt der Erhebung oder das
Ergebnis politischer Interessen und nur zum anderen Teil die Folge
eines
vermehrten AlleinWOHNENs!
Hinzu kommt, dass der Mobilitätszwang
das Problem erhöht, denn nicht nur Studenten und Singles, sondern
auch Familienväter gehören zu jenen, die die Anzahl der
Single-Haushalte in die Höhe treibt. Bei ZSCHÄCKEL liest man über
die steuerpolitische Seite:
"Die Mitglieder des
Finanzausschusses stehen der Zweitwohnungssteuer (...) recht
aufgeschlossen gegenüber. Sie betonen aber, dass das
erstrebenswertere Ziel sein müsste, (...) lieber mehr Leute für
einen Hauptwohnsitz zu gewinnen. Parallel zur Zweitwohnungssteuer
müssten also die Anreize steigen, den Hauptwohnsitz in Greifswald zu
nehmen. Dies trifft natürlich in erster Linie auf die Studenten und
Singles zu. Leute, die hier arbeiten und deren Familie an einem
anderen Ort lebt, werden kaum Haupteinwohner".
Die erste - zwar mit
Bundes- und Landesmitteln finanzierte, aber keineswegs befriedigende
Studie - zu diesem virulenten Thema wurde gerade unter dem Titel
"Mobil, flexibel, gebunden" veröffentlicht. Dort wird nur die
Spitze des Eisbergs sichtbar, da die Datenlage mehr als
unbefriedigend ist.
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- AUGSTEIN, Jakob (2003): Fürchtet euch nicht!
Steht die Union vor einer konservativen Revolution?,
in: Süddeutsche Zeitung v. 13.01.
- Inhalt:
AUGSTEIN schreibt über die allgemeine
Begriffskonfusion hinsichtlich dessen, was Konservatismus bedeutet.
Ausgehend von
Angela MERKELs
ordnungspolitischen Vorstellungen, die er in die Nähe des
Thachterismus rückt, geht er anhand der Konservatismusbegriffe von
Paul NOLTE (24.10.2002 in der ZEIT),
Oswald METZGER und
Hans D. BARBIER
der fehlenden konservativen Substanz nach, um festzustellen:
"Wenn die Mitte das
Normale ist und das Vernünftige allen offensteht, wofür braucht es
dann aber eines konservativen Projekts? Was bleibt zu verteidigen,
wenn nichts mehr angegriffen wird? Auf den wenigen Plätzen, die noch
umkämpft sind, gewinnt Roland Koch: Ausländer, das deutsche Blut.
Aber sonst?"
Damit ist AUGSTEIN
wieder bei Angela MERKEL angekommen, der er eine thatcheristische
Revolution nahe legt:
"Wenn hierzulande das
Verhältnis von Freiheit, Pflicht und Gerechtigkeit tatsächlich
umgepolt würde, wäre das ein radikales Projekt. Nur eines wäre es
nicht: konservativ. (...). Für die Bundesrepublik wäre es eine
andere Weltanschauung, ein neues Gesellschaftsmodell. Solche
Revolutionen brauchen ihre Helden, solche Botschaften ihre
Propheten. Wie Margaret Thatcher es war – und Angela Merkel es ist?"
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- KREYE, Andrian (2003): Hauptstadt des Jetzt.
Die Bohème ist weitergezogen: New York entwickelt sich vom
Kraftzentrum der Künste zum Umschlagplatz der Kulturindustrie,
in: Süddeutsche Zeitung v. 13.01.
- Kommentar:
Die Bohème ist hier nicht mehr, behauptet
Andrian KREYE. Hier - das ist das mythische Manhattan:
"Modern und Free Jazz, Abstrakter
Expressionismus, die Beatniks, Pop Art, Punk, Performancekunst und
Hip Hop waren allesamt Bewegungen, die ihren Ursprung auf den 26
Quadratmeilen felsigem Boden zwischen dem Hudson und dem East River
nahmen".
Schuld ist für KREYE die Globalisierung,
die die Stadtsoziologin Saskia SASSEN in ihren Auswirkungen für die
Städte beschrieben hat. Bei KREYE liest sich das so:
"Der Paradigmenwechsel der Kulturstadt
New York ist der Endpunkt einer Entwicklung, die der New Yorker
Bankier David Rockefeller fast im Alleingang in Bewegung setzte –
eine grundlegende Umwälzung der örtlichen Geografie, die keinen
Platz für für Experimente ließ".
Die Folge ist für KREYE:
"Die letzten Nischen
sind nun erobert. Die Bohème ist weitergezogen. Nach Brooklyn erst,
dann auch nach Queens und in die Bronx. Doch hier funktioniert das
Urbanlabor nicht mehr. Die einzigartige Geografie von Manhattan
sorgte all die Jahre dafür, dass Kulturindustrie, Sub- und
Hochkulturen auf engstem Raum nebeneinander existierten."
Am Ende bleibt eine visionslose
Vision:
"Vielleicht ist die Suche nach einem Ort der Impulse bald schon so
antiquiert wie die Nostalgie nach der Pariser Bohème des 19.
Jahrhunderts (...). Vielleicht waren die Pop- Phänomene von
Manchester, Seattle und Berlin nur das letzte Aufbäumen eines
Weltbildes, das sich bald überholt. Und wenn die Zukunft kein
Zentrum mehr hat, dann ist New York schon bereit. Denn am Ufer des
Hudson etabliert sich die einstmals zukunftsweisende Metropole als
mächtige Hauptstadt des Jetzt."
Vielleicht kommt es aber auch ganz
anders, denn nach der Bohème ist vor der Bohème. Man muss sich nur
von dem Gedanken verabschieden, dass diese zukünftig von der Jugend
getragen wird...
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- SCHMITT, Peter-Philipp (2003): Vorläufig
ausgeludert.
Verona, Naddel und Co. passen nicht mehr in die schlechten Zeiten,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.01.
- Kommentar:
Schluss mit lustig ist nach SCHMITT jetzt in der
Luderliga. Hatte
Katja KULLMANN in "Generation Ally" die Luder noch als Bedrohung
erlebt, so entdeckt SCHMITT wieder das gutbürgerliche Konzept der
Schlampe, um die Luderliga auseinander zu dividieren.
In der Bundesliga spielen nur noch
Verona FELDBUSCH und die Salem-Schülerin Ariane SOMMER. Abgestiegen
sind dagegen Jenny Elvers und Naddel. Sie haben das Klassenziel
nicht erreicht:
"wichtigestes Ziel eines Luders: die Ehe
mit einem wohlhabenden und vorzugsweise schon ergrauten Mann".
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- MM (2003): Jenseits.
Moral mit Houellebecq,
in: Frankfurter Rundschau v. 11.01.
- Inhalt:
Der Autor widmet sich
HOUELLEBECQs
Stellungnahme im Le Figaro, bei der es um die "moralische
Lufthoheit" geht:
"Houellebecq (...)
bleibt (...) ein Meister der Luftblase, ein exzellenter Provokateur,
der unter den polemischen Girlanden seines Textes eine klare
Botschaft formuliert. Sie lautet: Die politischen Grabenkämpfe, die
sich das intellektuelle Frankreich diesen Herbst liefert, sind
pseudo-politisch und werden längst auf dem Terrain der Moral
ausgefochten."
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- SCHIMMANG, Jochen (2003): Wer fernsieht,
braucht eigentlich gar nicht mehr raus.
Gartenzwerg, Eigenheim und Regionalexpress: Kolja Mensing erzählt
grandiose Geschichten vom Weltkulturerbe der Provinz,
in: Frankfurter Rundschau v. 11.01.
- Inhalt:
Jochen SCHIMMANG, der in dem
Bestseller "Der schöne Vogel Phönix" (1979) die Flucht aus der
ostfriesischen Provinz ins Berlin des
roten Jahrzehnts zum Thema gemacht hat, lobt
MENSINGs Geschichten, die die Veränderungen seit jener Zeit
sichtbar machen:
"wohin?
In die Metropole natürlich, ins neue Berlin, wo Kolja Mensing in der
Kochstraße den Literaturteil der taz redigiert und wo alle sich
furchtbar Mühe geben, das Metropolengefühl herzustellen und der von
Heinz Bude diagnostizierten
»Generation Berlin« anzugehören. Dass die ökonomische Potenz
keineswegs in Berlin konzentriert und die kulturelle Deutungsmacht
nach wie vor auf viele Submetropolen verteilt ist, ficht den
Neometropolitaner nicht an. Und der ist es schließlich, der das neue
Berlin mangels einer alten Hauptstadtpopulation überhaupt erst
schafft, denn unablässig strömt er aus Schwaben,
aus dem Ruhrgebiet, aus Westerstede oder aus Franken dorthin.
Und deshalb kommt Mensing zu dem so melancholischen wie zutreffenden
Resümee, dass der Siegeszug Berlins in Wahrheit der der Provinz ist,
und fragt: »Einst ging man in die Stadt, um der Provinz zu
entkommen. Aber wohin soll man gehen, wenn überall Provinz ist?«
Die Frage lässt sich schwer beantworten. Dagegen kann man mit gutem
Gewissen sagen, dass dies das Klügste ist, was seit sehr langer Zeit
über die Provinz in Deutschland geschrieben worden ist."
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- MESSMER, Susanne (2003):
Strapazen der Entgrenzung.
Wenn die Welt alles ist, was im Fall ist: Wohin fällt
dann, wer sich Hals über Kopf in sie stürzt?,
in: Frankfurter Rundschau v.11.01.
- Inhalt:
MESSMER geht bis zum 1. Weltkrieg zurück und
beschreibt das Umkippen des Dadaismus anhand der beiden
Protagonisten Hugo BALL und Richard HÜLSENBECK.
Die unterschiedlichen
Entwicklungen der beiden Dadaisten erklärt MESSMER als
Reaktionen auf die damalige tödliche Langeweile, die sie
auch in der Popliteratur wieder erkennt. Dies exemplifiziert
sie an den
Büchern "Angela Davis löscht ihre Website" von Andreas
NEUMEISTER und an
Marc FISCHERs "Jäger".
Ihre Sympathie gehört eindeutig
ersterem und sie erteilt der neuen Ernsthaftigkeit in der
Tradition von Ernest Hemingway eine klare Absage:
"nicht
nur, weil im Buch immer wieder von Ernest Hemingway die Rede
ist, fühlt man sich immer wieder an dessen Schilderungen
einer verlorenen Generation nach dem Ersten Weltkrieg
erinnert. Wie diese sind auch Marc Fischers Männer
Zivilisationskritiker, die ihre verlorene Stärke mit
Sportsgeist und Durchhaltevermögen, einer Vorliebe für alles
Triebhafte, für Bewährungssituationen und pausenlosen
Aktivismus, mit Fischen, Boxen, Saufen und Sex kompensieren.
Die Grenzsituation des Todes, der Gewalt, des individuellen
Kampfs mit der Natur, dieser ungebrochene, pathetische
Heroismus und diese unerträglich übertriebene Männlichkeit
wirkt bei Marc Fischer geradezu abgeschrieben. Vergeblich
sucht man nach letzten Resten von Ironie"
In den beiden Protagonisten
erkennt MESSMER Ähnlichkeiten zu lebenden Personen:
"Seine beiden Helden sind Männer
aus dem Medienbetrieb. Der eine, Gursky, ein Art Stefan
Raab, ist ein erfolgreicher Showmoderator ohne Vornamen,
dessen Job darin besteht, Zeitungsartikel zu kommentieren
und seine Gäste zu beleidigen. Der andere, Lukas von
Schweitzer, der stark an
Christian Kracht erinnert, ist ein Schriftsteller, der
viel Geld hat, dauernd auf Reise ist und nur Beige trägt;
sein
erstes Buch »Villeroy & Boch«, wird als Revolution in
der deutschen Literatur gefeiert weil er »voller Haß und
Verachtung Deutschland beschreibt, egal ob es um Nazis,
Hans-Josef Strauß, den Nemax, Euro oder Zuwanderer geht«."
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- KÄMMERLINGS, Richard (2003): Der Diskurs
tanzt.
Volle Speicher: Moritz Baßlers Pop-Literaturwissenschaft,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.01.
- Inhalt:
KÄMMERLINGS versucht STUCKRAD-BARREs hymnische
Rezension der neuen CD von Herbert GRÖNEMEYER im SPIEGEL mit dem
popkulturellen Avantgarde-Selbstverständnis in
"Tristesse Royale" anhand von Moritz BAßLERs Theorie über den
deutschen Pop-Roman zu erklären und ist damit mitten in einer
Rezension zu
BAßLERs Buch "Der deutsche Pop-Roman".
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- HUMMEL, Katrin (2003): Kinder, Kinder,
Kinder.
Im Landkreis Cloppenburg wären die Renten noch sicher - wenn es den
Rest Deutschlands nicht gäbe,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.01.
- Kommentar:
HUMMEL berichtet aus Emstek, dem kinderreichsten Ort
in ganz Deutschland. 189 Neugeborene bei 10.250 Einwohnern im Jahr
2000 meldet HUMMEL.
Gleichzeitig ist dort die
Arbeitslosenquote am niedrigsten, aber es herrscht Überproduktion
von Schweinefleisch ("jede Stunde werden 600 Schweine
geschlachtet").
Ob die Renten sicher wären, wäre
jedoch keineswegs ausgemacht, denn wer sollte denn das ganze
Schweinefleisch essen, wenn es Restdeutschland nicht gäbe?
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- SPIEß, Katharina & Gert WAGNER (2003):
Gutscheine statt Kindergeld.
Ein besonderes Problem in der Armutsbekämpfung,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.01.
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Thema des Tages: Müssen Kinderlose
höhere Beiträge zur Pflegeversicherung zahlen?
- THURNER-FROMM, Barbara (2003): Urteil mit
Tücken.
Unterschiedliche Pflegebeiträge
in: Stuttgarter Zeitung v. 11.01.
- Inhalt:
THURNER-FROMM weist auf die Probleme hin:
"Die Bundesregierung will den Auftrag durch unterschiedliche
Beiträge für Eltern und Kinderlose erfüllen. Doch das hat Tücken.
Die Probleme beginnen schon damit, dass das Urteil die Neuregelung
nur für diejenigen verlangt, die gesetzlich versichert sind. Wenn
aber schon Familienförderung bei der Pflege, warum dann nicht für
alle, egal ob privat oder sozial versichert? (...). Und wie lange
sollen Eltern in den Genuss der Besserstellung kommen? Bis die
Kinder aus dem Haus sind oder lebenslang?"
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ADAM, Konrad (2003): Was Kinder wert sind,
in: Welt v. 11.01.
- Kommentar:
Konrad ADAM dankt dem Bundesverfassungsgericht.
Ansonsten gibt es nur Altbekanntes aus der Feder eines
Singlefeindes.
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- WINKLER, Willi (2003): In Tirannos!
Über das inzwischen folgenlose Pathos der veröffentlichten Meinung,
in: Süddeutsche Zeitung v. 11.01.
- Kommentar:
Willi WINKLER regt sich über das "ewige Jaccusieren" der
Leitartikler auf und kommt dabei nicht zufällig auf BARING und die
Feuilleton-Revoluzzer zu sprechen:
"Arnulf Baring, der seinen späten
Ruhm dem Fernsehen verdankt (ob es nicht doch blöd macht, das
Fernsehen?), rief mirabeauesk zum Ballhaus-Schwur auf.
»Bürger, auf die
Barrikaden!« forderte er und wies wenigstens zwei Jahrhunderte
oder doch drei Spalten in die Schranken. Vom Bürger trompetete er,
und meinte doch nur den unterdrückten und ausgebeuteten
Leihwagen-Nutzer.
Diese historische Reprise war nicht ohne Reiz, aber geradezu
Franzjosefs-Format gewann der chinaböllrige Aufstand, als die
Jammerei wg. erhöhter Dienstwagenbesteuerung usw. gar kein Ende mehr
nehmen wollte. Ganz wie im Greuelmärchen aus uralten Zeiten schrie
es Skandal! und Schweinerei! und Unrechtsstaat! Vom Zurückweichen
von den »Stränden der Zivilisation« wurde gemenefaselt, von
»Versteinerungsprozessen in vormodernen, gerontokratischen
Gesellschaften« geflennt, zu vergleichen doch nur mit der
»ägyptischen am Ausgang des Neuen Reiches«.
Wem da nicht die hellen Lachtränen in die Augen schießen, der hat
den Ernst der Lage noch immer nicht begriffen."
Als Nestbeschmutzer betätigt sich
WINKLER jedoch nicht, denn auch bei der SZ könnte man fündig werden.
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WACKWITZ, Stephan (2003): Das Buch aus Sand.
Teddy, der Inkommensurable (1): Die "Dialektik der Aufklärung" von
Theodor W. Adorno und Max Horkheimer als heiliger Text gelesen - um
tote Buchstaben mit lebendigem Geist zu erfüllen,
in: TAZ v. 11.01.
- Inhalt:
Stephan WACKWITZ eröffnet eine TAZ-Serie zum 100. Geburtstag von
Theodor W. ADORNO. Er erzählt (s)eine Geschichte pubertärer,
bildungsbürgerlich inspirierter Konsum- pardon! Literaturerfahrung
anhand der "Dialektik der Aufklärung". Oftmals spielt dabei das
andere Geschlecht die entscheidende Rolle, so auch hier:
"Im Frühling zuvor, 1970, war ich
als Zögling des Uracher »Evangelisch-Theologischen Seminars« ein
verlängertes Wochenende zu einem Informationsbesuch und Probewohnen
im Tübinger Stift eingeladen (...). Ich lernte an diesem Wochenende
(...) ein sehr blondes und meiner Erinnerung nach bestrickend
grünäugiges Mädchen kennen, deren unverhohlen demonstriertem
Interesse an mir ich trotz heftiger Sehnsucht und Geschmeicheltheit
erwartungsgemäß und wie damals üblich aufgrund meiner entsetzlichen
Scham, Selbstablehnung und Angst nur mit ironisch-verklemmter
Distanz begegnen konnte (...).
Dieses Mädchen (...) sagte damals, auf einer Böschungsmauer über dem
Neckar zwischen Hölderlinturm und Brücke sitzend, wahrscheinlich, um
mich zu beeindrucken, sie lese im Deutschunterricht unter der Bank
heimlich »Traditionelle und Kritische Theorie« von Max Horkheimer.
(...). Ich aber, der ich mit neunzehn das himmelblaue
Fischerbändchen mit Horkheimers grundlegendem Aufsatz zwar schon
verschiedentlich gesehen, aber immer einen weiten Bogen um es
gemacht hatte und mich darüber jetzt plötzlich ganz
unverhältnismäßig schämte, beschloss, ihr nicht mehr unter die Augen
zu treten, als bis ich nicht nur »Traditionelle und Kritische
Theorie« gelesen, sondern mir überhaupt solidere Kenntnisse »in
Theorie« verschafft haben würde. (...).
Und obwohl die ganze schöne Überlegung sowieso nur eine
Unehrlichkeit und Lüge vor Gott und den Menschen und vor allem mir
selbst gewesen ist, die vergessen machen sollte, dass ich mich nicht
getraut und es in der Folge dann vor Verklemmtheit auch wirklich
nicht über mich gebracht habe, von der Adresse und Telefonnummer,
die sie mir bei unserem Abschied, bevor ich wieder in die
Klosterschule zurückfahren musste, in die Hand gedrückt hat, den
einzig vernünftigen Gebrauch zu machen und sie einmal anzurufen.
(...). Und der Kauf der »Dialektik der Aufklärung« war somit auch
der verzweifelt-ungeeignete Versuch, einen Moment auf der
Böschungsmauer über dem Neckar zwischen Hölderlinhaus und Brücke
wiederzubeleben. Ich hatte von Anfang an vor, den toten Buchstaben
mit lebendigem Geist zu erfüllen."
-
Hans-Ulrich Treichel - Don Juan und die Folgen mangelnder
Verführungskunst
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- TAGESSPIEGEL (2003): Schattenkabinett.
"GQ": Frank Schirrmacher wäre der bessere Bildungsminister,
in: Tagesspiegel v. 11.01.
- Kommentar:
Das Männermagazin GQ hat einen Headhunter mit
der Bildung eines Dreamteams für Deutschland beauftragt. Danach
würde der Kanzler Hans-Olaf HENKEL heißen und der würde die
vorgeschlagenen Minister gar nicht erst aufstellen, denn HENKEL hat
sein Dreamteam bereits in der Zeitschrift Capital Nr.19 vom
05.09.2002 selbst aufgestellt. Darin kommt Frank SCHIRRMACHER nicht
vor, dafür jedoch WESTERWELLE statt SCHIRRMACHER und Meinhard
MIEGEL.
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom
01. - 10. Januar 2003
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© 2000-2003
Bernd Kittlaus |
[email protected] |
Stand:
14. Mai 2003 |
|
Zugriffe
seit
dem 14.Juni 2000 |
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