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Medienrundschau:
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News vom 01. - 10. Januar 2003
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Zitat
des Monats:
"Wer
jugendlich ist, überschreitet permanent die Grenze zwischen
Berufsleben und Privatleben und damit auch das Modell der
Kleinfamilie als Ort der Regeneration. Diese Jugend ist daher
dem Phänomen des Outburn ausgesetzt. Niemand hält einem mehr den
Rücken frei. Im Gegenteil, die Patchwork-Familie verlangt
mindestens genauso viel Management wie die eigene Karriere.
Beziehungen, Ehen, Familien und Freundschaften gehören längst
der gleichen Innovationslogik an und bilden keineswegs mehr den
lebensweltlichen Gegenpol zur Teilnahme am Markt als Person."
(Leander Scholz
in: Freitag Nr.3
vom 10.01.2003) |
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- Der lesenswerte
Artikel:
SCHOLZ, Leander (2003): Schuld hat, wen es trifft.
Innere Globalisierung. Ein paar Anmerkungen zum Verteilungskampf
zwischen Jung und Alt,
in: Freitag Nr.3 v. 10.01.
- Kommentar:
Leander SCHOLZ gehört zu den wenigen kritischen
Stimmen im Land, die in das allgemeine Neue-Mitte-Geheul nicht
einstimmen und stattdessen hinter dem
Versuch die Singles zu Sündenböcken zu machen, die Probleme
dieser Gesellschaft aufscheinen lässt:
"Wer jugendlich ist, überschreitet
permanent die Grenze zwischen Berufsleben und Privatleben und damit
auch das Modell der Kleinfamilie als Ort der Regeneration. Diese
Jugend ist daher dem Phänomen des Outburn ausgesetzt.
Niemand hält einem mehr den Rücken frei. Im Gegenteil, die
Patchwork-Familie verlangt mindestens genauso viel Management wie
die eigene Karriere. Beziehungen, Ehen, Familien und Freundschaften
gehören längst der gleichen Innovationslogik an und bilden
keineswegs mehr den lebensweltlichen Gegenpol zur Teilnahme am Markt
als Person."
Im Gegensatz zum
sozialpopulistischen Diktum, dass die
Familie ein Bollwerk gegen den Kapitalismus sei, zeigt SCHOLZ
auf, dass die individualisierte Familie längst das Ebenbild der
modernen Ökonomie ist.
Nostalgie ist jedoch fehl am Platz:
"Es ist schon
bemerkenswert, wie schnell sich die Sehnsucht nach dem alten
autoritären Nationalstaat und dem alten neurotischen Familienmodell
wieder beleben lässt, wenn sie erst einmal überholt sind".
Es gibt kein
Zurück zu den alten Zuständen und hinzu kommt:
"Der
Generationenvertrag kann nicht erneuert werden, nicht weil eine
Partei nicht mehr will oder egoistisch ist, sondern weil sich die
Bedingungen dafür grundlegend geändert haben".
SCHOLZ erteilt jenen
einen klare Absage, die die gegenwärtigen Probleme auf den
demografischen Wandel reduzieren möchten:
"Das Problem ist nicht, dass
die Bevölkerung kleiner wird. Das Problem der letzten Jahrzehnte
besteht darin, dass sich die produktiven Kräfte grundlegend
verschoben haben und dass Arbeit für einen nicht unerheblichen Teil
der Gesellschaft zu einer Einnahmequelle unter anderen geworden ist,
während
für andere ihre schnell verbrauchte Humanressource das einzige
Kapital darstellt."
Am Anfang steht die
neoliberale Maxime "Gewinne privatisieren, Verluste
vergemeinschaften". Sozialpopulisten wie
Konrad ADAM,
Paul KIRCHHOFF oder
Jürgen BORCHERT gehören zu jenen, die diese neoliberale Maxime
nicht nur auf die Ökonomie, sondern auch auf die Familie anwenden
wollen. Abgewandelt kann man ihr Credo zusammenfassen:
"Kinderglück privatisieren,
Kinderkosten vergemeinschaften".
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HEINZ, Chris (2003): So werde ich Elite,
in: Freitag Nr.3 v. 10.01.
- Kommentar:
HEINZ führt die
Erkenntnisse des Soziologen Michael HARTMANN über den Mythos der
Leistungselite allgemeinverständlich, aber überzeichnet vor
Augen:
"Natürlich kann nicht jeder
Blödmann Manager werden. Oder sind Sie vielleicht Manager? Na bitte,
ich auch nicht. Ein paar Voraussetzungen braucht es schon: (...)
Herkunft (80 Prozent aller Führungskräfte kommen aus dem gehobenen
Bürgertum) sowie eine gesunde Kurzsichtigkeit (Leo Kirch).
(...) Von allzu viel Fachwissen raten die Experten ab. Wichtiger ist
die Persönlichkeit und ein hohes Selbstwertgefühl.
(...)
Examensnoten halten die Personalchefs großer Konzerne (...) für
nicht so wichtig. 48 Prozent der Führungskräfte haben in der Schule
angeblich geschwänzt, 27 Prozent gemogelt, 15 Prozent sind sitzen
geblieben. Wer weiß, vielleicht hätte ich doch das Zeug zur
Führungskraft."
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HAHN, Anne (2003): Der Müßiggangster genießt und schweigt.
Verweigerung ohne Trotz. Der glückliche Arbeitslose Guillaume Paoli
plädiert für "Mehr Zukerbrot, weniger Peitsche",
in: Freitag Nr.3 v. 10.01.
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ULRICH, Bernd (2003): Krise + Knappheit = Charisma.
Die Grünen suchen nach ihrer Rolle bei der Wende zum Weniger,
in: Tagesspiegel v. 10.01.
- Inhalt:
"Der Nachteil am Funktionieren ist (...) das
Funktionärshafte. Die Grünen haben mit ihren Personalwechseln in
Partei und Fraktion vorerst einen Charismaverlust erlitten.
(...)
Unwichtig ist diese Frage nicht in einer Zeit, da die Politik nichts
mehr zu verteilen hat, da Glaubwürdigkeit und Orientierung gefragt
sind und derweil programmatische Unterschiede verwischen. Selbst
wenn Joschka Fischer einen sozialdemokratischen Text spricht, was er
oft tut, wirkt das trotzdem noch urgrün. Auch wenn Rezzo Schlauch
Neoliberales von sich gibt, so hat man immer noch das Gefühl, hier
redet ein Unverfärbbarer. Wenn hingegen Jüngere neoliberal sprechen,
hören sie sich sofort an wie FDPler", mäkelt ULRICH.
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- MERKEL, Angela (2003): Die
zweiten Gründerjahre der Republik.
Warum die neue Soziale Marktwirtschaft die größte
gesellschaftspolitische Aufgabe des 21. Jahrhunderts ist. Die
CDU-Vorsitzende über Staat und Ökonomie in Zeiten der Globalisierung,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.01.
- Kommentar.
Angela MERKEL setzt sich als Eiserne Lady II. in Szene:
"weniger Staat in der Wirtschafts- und Sozialpolitik, aber mehr
Verantwortung des Staates in der Innen- und Außenpolitik".
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- KOCH, Claus (2003): Reden, wenn nichts mehr
geht,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.01.
- Kommentar:
"Sozialpolitiker und Wirtschaftsjournalisten können
schwerlich begreifen, was dem Historiker vollkommen
selbstverständlich ist: Dass es soziale Organisationsformen gibt,
die einmalig gelungen sind und sich daher nicht reparieren oder
wiederholen lassen" meint KOCH und fügt hinzu:
"Nun (...) verblasst der sozialstaatliche Code (...). Die künftigen
Solidaritäten, die auch keine rein deutschen mehr sein können,
brauchen einen ganz neuen Code.
Erst aber muss der
alte hinweggetan werden. Das braucht noch eine Generation,
vielleicht nur zehn Jahre, und ein anderes Volksleben.
Notreparaturen sind immerhin möglich und nötig. Aber etwas Ganzes
wird aus der Sache nicht mehr."
Dies sollen die Journalisten
und Intellektuellen kommunizieren, tun es aber angeblich nicht
genug.
Es ist als ob KOCH
am FAZ-Stammtisch gesessen hätte und
GEYERs Kritik an
Harald SCHMIDT nochmals SZ-altersmilde aufwärmen möchte:
"Gesagt sein lassen muss sich das
harte Wort auch das Feuilleton. Auch wenn es munter auftreten darf,
es darf seinen Funken der Aufklärungslust nicht durch Juxerei
verschütten, wie es heute auch in den besten Zeitungen viel zu oft
geschieht". Denn:
"Deutschland fehlt es an der
Potenz, in die Krise zu geraten. Es mag wirtschaftlich noch auf
lange Zeit niedergehen, die soziale Ungleichheit mag in gleichem
Schritt zunehmen einen Anlass zur Krise kann man daraus nicht
erwarten. Es fehlt schon die Kraft zur Klage."
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- AFP/dpa (2003): Trauerfall.
Kultserie "Sex and the City" wird mangels neuer Ideen eingestellt,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.01.
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PILZ, Michael (2003): Trau keinem unter 40!
In der Krise entdeckt die Pop-Industrie einen neuen Käuferkreis:
den "reifen Konsumenten",
in: Welt v. 10.01.
- Inhalt:
PILZ beschäftigt sich mit den Folgen des
demografischen Wandels für die Musikbranche und macht die 14- bis
29-Jährigen als zunehmend bedrohte "Günstlinge der Werbewirtschaft"
aus. PILZ zitiert einen Manager aus der Musikbranche:
"»Der freundliche Teenager setzt
immer weniger Trends«, sagt Tim Renner, Deutschlandchef des größten
Musikkonzerns Universal. »Dass von der Zielgruppe die Entwicklungen
der gesamten Gesellschaft ausgehen, können wir getrost abhaken.
Unsere Aufgabe ist es also den 40jährigen Gelegenheitskäufer zu
aktivieren. Für diese Zielgruppe brauchen wir Künstler und Formate.
Sämtliche Inhalte, die wir ihr anbieten, müssen hochwertig und
bequem zu kriegen sein.«
Das sind die sogenannten Schläfer, die es zu erwecken gilt. Auf
diese »Sleepers» hat die Industrie die Markt- und
Konsumgüterforschung angesetzt und wurde durch entsprechende Befunde
nur bestärkt. Der Über-40-Jährige blickt stolz auf eine Jugend als
aktiver Plattenkäufer zurück. In gewohnter Art beschloss er ungefähr
mit 25 Jahren, dass sich sein Geschmack nun nicht mehr ändern müsse.
Er verlor die Fähigkeit, bei Neuem Unterschiede wahrzunehmen. Alles
elektronisch oder postmodern Erzeugte, Techno oder HipHop, fand er
abstoßend. Sein Argwohn wuchs. Und traute er sich ins CD-Geschäft,
genierte er sich vor den jungen Snobs und Schnöseln an der Theke.
Also schlich er heim und fand bei einer 74-er Bob-Dylan-Pressung
Trost.
Dort müsse man den tief im Innern kaufsüchtigen Konsumenten wieder
abholen".
PILZ hofft trotzdem, dass die
Jugend On the Long Run doch Trendsetter bleibt.
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-
ZEIT-Serie "Land ohne Leute" - Teil
2
-
MÜNZ, Rainer (2003): Mehr Kinder, mehr Macht.
Europa schrumpft, die USA wachsen. Auch die Einwohnerzahl
entscheidet darüber, wer künftig in der Welt den Ton angibt,
in: Die ZEIT Nr.3 v. 09.01.
- Kommentar:
NIEJAHR hat vor einer Woche in
der ZEIT die Stoßrichtung vorgegeben, dass "der Machtkampf
zwischen Staaten auch in Kreißsälen und Wochenbetten entschieden
werden kann".
Nun darf der
Bevölkerungswissenschaftler
Rainer MÜNZ die
Normalisierung auf dem Felde der Bevölkerungspolitik in der
ZEIT einleiten und die machtpolitische Dimension ausführen.
Bevölkerungspolitik als Ideologie
verdankt sich in erster Linie seiner machtpolitischen Dimension.
In der deutsch-französischen Rivalität und dem
Schrecken von Sedan kommt jener bevölkerungspolitische Mythos
zum Tragen, der nun reaktiviert werden soll.
MÜNZ geht einerseits auf diese
Tradition ein und andererseits wird
jener Ball
aufgegriffen, den der ECONOMIST vor einiger Zeit vorgelegt hat.
Am Ende steht die Instrumentalisierung des Gebärens nicht mehr im
Zeichen des deutsch-französischen Geburtenwettlaufs, sondern wird
auf die globale Ebene des Zusammenpralls der Kulturen gehoben. Die
Geschichte darf nun endlich auch auf diesem Feld zurückkehren.
-
BLUME,
Georg (2003): Großeltern im Schrebergarten.
Wie Tradition und Sozialismus in China das Altwerden erleichtern,
in: Die ZEIT Nr.3 v. 09.01.
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NAUMANN,
Michael (2003): Die Leichenschänder.
Die 68er sind längst verschwunden. Es waren nur wenige. Doch in der
konservativen Presse werden sie täglich wiederbelebt. Irgendeiner muss
ja schuld sein an Deutschlands Misere,
in: Die ZEIT Nr.3 v. 09.01.
- Kommentar:
Vor einer Woche hat Bernhard
SCHLINK im SPIEGEL die 68er-Generation an der Macht gesehen und
heute will NAUMANN keine 68er mehr kennen.
Offenbar schreiben beide zwar über
68er, aber während SCHLINK die 68er-Generation meint, schreibt
NAUMANN über die 68er-Bewegung. Das ist durchaus nicht dasselbe. Den
Unterschied hat z.B. Heinz BUDE in dem
Buch "Das Altern einer Generation" dargelegt.
"Schauprozesse laufen zumeist in der
Welt, die selbst in der Hand von einigen konvertierten,
ehemaligen 68ern zu sein scheint, die immer neue Abrechnungen mit
ihrer eigenen Biografie zu Papier bringen" schreibt NAUMANN.
Dies ist eher ungenau, denn es
handelt sich um mehrere Grüppchen, für die die 70er Jahre zum
prägenden Jahrzehnt geworden sind. Der kleinste gemeinsame Nenner
ist deshalb die Begriffshülse "68er", die mit den
unterschiedlichsten Bedeutungsgehalten angereichert werden kann.
Zu diesem 68er-Debattierclub gehören
einerseits die 68er-"Hasser" wie Tilman KRAUSE oder der Angehörige
der 68er-Generation
Konrad ADAM, Konvertiten wie
Alan POSENER und der von NAUMANN genannte Michael STÜRMER,
Pflasterstrand-Geschädigte wie
Matthias HORX und
Cora STEPHAN, Aktivistentöchter wie
Mariam LAU und 68er wie
Michael RUTSCHKY.
Solange die Begriffshülse "68er"
Feuilleton-Debatten ermöglicht, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen,
solange also kein
überzeugendes Nachfolgermodell mit demselben Spaß- bzw.
Neidfaktor gefunden ist, solange bleiben uns die 68er erhalten - ob
es NAUMANN passt oder nicht. Immerhin spielt er bei diesem
Gesellschaftsspiel selbst mit.
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- ÖCHSNER, Thomas (2003): Schönrechnerei bei
der Rente,
in: Süddeutsche Zeitung v. 08.01.
- Kommentar:
Die neoliberalen Besitzstandwahrer haben bereits
unter der Regierung KOHL das Rentenniveau für die
Nach-68er-Generationen drastisch heruntergesetzt. Dies ist den
meisten Bürgern nur verborgen geblieben, weil die Sozialpopulisten
viel vom Eckrentner und wenig von den realen Verhältnissen reden.
ÖCHSNER resümiert deshalb:
"der viel zitierte »Eckrentner«.
Dieser Durchschnittsverdiener bringt es nach 45 Versicherungsjahren
auf eine Monatsrente von 1151 Euro. So viel bekommen aber nur wenige
Frauen und gerade einmal 50 Prozent der westdeutschen Männer. Viele
von ihnen sehen nun zum ersten Mal schwarz auf weiß, dass ihre Rente
weit geringer sein wird".
Diejenigen Neoliberalen, die heute so
viel von Generationengerechtigkeit reden,
verschweigen erstens, dass die zukünftigen Rentner bereits gegenüber
Flakhelfer- und 68er-Generation gravierend benachteiligt wurden und
zweitens, dass die Versicherungsjahren-Schere INNERHALB der
Nach-68er-Generationen weit auseinanderklafft.
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- BÜSER, Wolfgang (2003): Arbeitslose müssen
umziehen.
Wohnungswechsel für einen neuen Job gilt als zumutbar.
Arbeitsplatzverlust muss den Behörden früher als bisher gemeldet
werden. Bescheid wissen, Nachteile vermeiden: Das Hartz-Konzept (1),
in: Süddeutsche Zeitung v. 08.01.
- Inhalt:
BÜSER klärt über die
singlefeindliche Zumutbarkeitsregel auf, die dem Vermittler -
positiv gesagt - Entscheidungsspielraum und - negativ gesagt -
Repressionsmöglichkeiten an die Hand gibt:
"Für Arbeitslose ohne familiäre
Bindungen bedeutet die Neuregelung nicht zwangsläufig, dass ihnen
ein Umzug vom ersten Tag der Arbeitslosigkeit an zuzumuten ist. Hier
besteht Entscheidungsspielraum für den Vermittler, der eine Prognose
dazu treffen muss, ob eine Beschäftigungsaufnahme in den ersten drei
Monaten der Arbeitslosigkeit innerhalb des zumutbaren Pendelbereichs
zu erwarten ist. Ist dies der Fall, so wird ein Umzug vom vierten
Monat der Arbeitslosigkeit an zumutbar. Bei negativer Prognose muss
allerdings vom ersten Tag an Umzugsbereitschaft bestehen."
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SEIBT, Gustav (2003): Mülltüte.
Dieser Staat ist nicht das Eigentum seiner Angestellten,
in: Süddeutsche Zeitung v. 08.01.
- Kommentar:
Wenn sich ein Bildungsbürger mit beamtenähnlicher
Mentalität im Angestelltenfeuilleton über einen Streik im
öffentlichen Dienst ärgert und die
Zivilgesellschaft als Streikbrecher
instrumentalisieren möchte, dann ist ein
anderer Pensionsberechtigter nicht weit:
"Da hat das bürgerliche Berlin in
Gestalt von Arnulf
Baring jüngst die Bürger auf die Barrikaden gerufen, unter
anderem, um einem jahrzehntelangen Leben über die Verhältnisse ein
Ende zu machen.
Die Barrikade wäre jetzt da, wenn der Streik käme, und sie sähe aus
wie eine Mülltüte."
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- IMUE (2003): Ach, Deutschland: nie wieder
Spitze,
in: Süddeutsche Zeitung v. 08.01.
- Kommentar:
BÖLL ist auf den Hund gekommen!
Der Grund ist trivial, aber nicht zufällig.
Norbert NIEMANN hat in der
ZEIT
vom 02.01.2003 eine Hommage auf einen Vater der Ernstler -
Heinrich BÖLL - verfasst. Der hat u.a. den
Roman "Haus ohne Hüter" geschrieben, in dem das auch heute noch
populäre Modell der Onkel-Ehe behandelt wird. Und da in der SZ so
gerne ausgestorben und lamentiert wird, ist es von einem Haus ohne
Hüter nicht weit bis zum Aussterben des - nein, ausnahmsweise nicht
des deutschen Zweibeiners, sondern - des vierbeinigen Hofhundes.
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- BRUCKMAIER, Karl (2003): Die Welt ist ein
Fjord.
Norwegen wiederholt die Geschichte der Neuen Deutschen Welle,
in: Süddeutsche Zeitung v. 08.01.
- Kommentar:
BRUCKMAIER geht zuerst auf
TEIPELs Bestseller "Verschwende Deine Jugend" ein, um ihm dann
die Vernachlässigung u.a. der Hannoveraner Szene um den
STERN-Kolumnisten Hollow Skai vorzuwerfen, nur um dann am Beispiel
Norwegen den Verwertungszyklus von Popstilen aufzuzeigen.
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- GRETHER, Kerstin (2003): Die Hamburger
Schule im Chill Out.
Bis auf Weiteres eine Demonstration: Das Zick Zick-Label macht
"Geräusche für den Tag danach",
in: Frankfurter Rundschau v. 08.01.
- Inhalt:
Auch bei GRETHER geht es um
"Verschwende Deine Jugend", aber nun um den Film, in dem der
Schauspielter STADLOBER eine Rolle spielt. Damit ist GRETHER in
Hamburg und bei Alfred HILSBERG, der einen Sampler auf den Markt
geworfen hat.
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- VEIEL, Axel (2003): Im Schatten der Palmen.
Der Traum deutscher Rentner vom Lebensabend auf Mallorca und was
daraus wird,
in: Frankfurter Rundschau v. 08.01.
- Kommentar:
Das Feindbild Rentner ist eng verbunden mit der
spanischen Insel Mallorca. VEIEL berichtet aus dem deutschen
Rentnerparadies mit dem hohen Neidfaktor.
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- METZGER, Oswald (2003): Keine
Nibelungentreue.
Es ist Zeit für eine schwarz-grüne Koalition,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.01.
- Kommentar:
Heute darf
SCHIRRMACHERs
Liebling, der Öko-FDPler METZGER, an die FAZ-Krisenfront. Das
50er-Jahre-Credo von METZGER lautet:
"Sparen für das Alter heißt
Konsumverzicht heute. Also müssen auch nichtmaterielle Werte wieder
ins Blickfeld rücken: Nachbarschaftshilfe, ehrenamtliches
Engagement, Zeit für sich selbst und die Familie. »Weniger ist
mehr!« als Metapher läßt sich sowohl grün wie schwarz positiv
beleuchten."
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HORX, Matthias (2003): Mehr Energie für die Zukunft,
in: Welt v. 08.01.
- Kommentar:
Matthias HORX, der Hans Dampf in allen zukünftigen Gassen,
kritisiert auf den ersten Blick das Generationenkonzept und
damit Bernhard
SCHLINK, der im SPIEGEL über die erschöpfte 68er-Generation
geschrieben hat.
Auf den zweiten Blick steht HORX dem
68er SCHLINK bei seinem Grundanliegen eines Elitenkonsens der Neuen
Mitte als mächtiger Besitzstandswahrerkoalition bei. Dabei stören
die alten Grabenkämpfe von früher nur.
Lasst uns Eliten das
Kriegsbeil begraben, um die Ansprüche der sozial Schwachen an den
Niedriglohnsektor zu verweisen, so lässt sich das Credo von HORX
umschreiben.
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- Fernsehtipp:
Dienstag 07.01.2003; 22.15-23.00
Single sein - glücklich sein?
Familienstand: ledig, geschieden, verwitwet,
in: SFB 1 - Berlin Fernsehen
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- PLATH, Jörg (2003): Staatsbelegschaft auf
Trab.
Über die Zukunft des Arbeitens und des Konsumierens,
in: Frankfurter Rundschau v. 07.01.
- Kommentar:
PLATH war auf
einer "Tagung, die vor kurzem das Essener Zukunftsforschungsinstitut
Z-punkt veranstaltete. Das Wiesbadener Bundesforschungsinstitut für
Bevölkerungsforschung sowie Siemens, Daimler-Chrysler, Karstadt, TUI
und Hypovereinsbank stellten ihre Zukunftsprognosen vor."
Das war - wie nicht anders zu
erwarten - wenig erbaulich. PLATH spickt seinen Artikel mit den aus
ZEIT und
Süddeutscher bekannten Plattitüden aus dem Horrorkabinett der
Kulturpessimisten, garniert es ein wenig mit dem Konsumoptimismus
der Krisengewinnlerbranchen, um schlussendlich dort zu landen, wo
unsere Neue-Mitte-Eliten gewöhnlich enden, beim angeblich
Unabänderlichen:
"Z-punkt-Direktor Karlheinz
Steinmüller projektiert drei Szenarien: die Katastrophe, die
glückliche Gesundschrumpfung und den unverhofften Babyboom. Gegen
das letzte Szenario spricht jede Wahrscheinlichkeit, das erste muss
nicht eigens geplant werden".
Mit der
Wahrscheinlichkeit ist es glücklicherweise so wie mit dem richtigen
Leben: sie kümmert sich nicht im Mindesten um ihre Interpreten.
Diese narzisstische Kränkung verträgt kaum ein Kulturpessimist...
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- KASTNER, Ruth (2003): "Wir tun, als gäbe es
die Kinder nicht...".
Arme Familien? Eltern zahlen zu viele Steuern und haben
zu wenig Zeit, beklagt die Hamburger Familienexpertin
Susanne Mayer. Sie fordert eine radikal andere Politik nach dem
Vorbild Skandinaviens,
in: Hamburger Abendblatt v. 07.01.
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- SCHIRRMACHER, Frank (2003): Die große Angst.
Im Maschinenraum der Kultur: Zu unserer Liste neuer Phobien,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.01.
- Kommentar:
SCHIRRMACHER stellt im Feuilleton 462
Möglichkeiten seine Angst zu benennen vor.
Genüsslich stellt er die Angst in einen Kontext, die ihm genehm ist:
"»La grande
peur« - die große Angst -, das war der Leitbegriff für die
Zerfallsprozesse der bürgerlichen Gesellschaften, die schließlich
zum Ersten Weltkrieg führten. Aus dieser großen Angst sind,
begleitet von den Hervorbringungen einer weltlich seelsorgerischen
Industrie, unzählige kleine, kleinste, komische und schließlich
irrwitzige Ängste geworden."
Danach
verknüpft er den Zerfall mit dem Denken von Ernst JÜNGER:
"Es ist, als
würde man in einen Maschinenraum blicken, den Ernst Jünger in seinem
in jeder Hinsicht so aktuellen Buch »Das abenteuerliche Herz«
beschrieb".
Man
kann aber auch ganz woanders hinblicken: Es ist, als würde man in
eine Redaktionsstube blicken...
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- THUSWALDNER, Anton (2003): Angst vor dem
großen Wort.
Wenn der Mensch ausbleibt: Franz Innerhofers Holl-Zyklus,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.01.
-
Franz Innerhofer - Die Holl-Trilogie
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- HANIMANN, Joseph (2003): Rekrut Houellebecq,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.01.
- Inhalt:
HANIMANN berichtet über den Artikel von HOUELLEBECQ
im französischen Le Figaro.
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- HOUELLEBECQ, Michel (2003): L'homme de
gauche est mal parti,
in: Le Figaro v. 06.01.
- Inhalt:
Michel HOUELLEBECQ meldet sich erstmalig zum Thema "neue
Reaktionäre" zu Wort. Er bekennt sich zu diesem
"Intellektuellen-Club", der seine Existenz dem
Buch von Daniel Lindenberg verdankt.
HOUELLEBECQ denkt u.a. das auf den
ersten Blick Unmögliche: die Synthese von Friedrich NIETZSCHE und
Katholizismus.
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- SCHIRRMACHER, Frank (2003): "Das System
steuert in seine akute Gefährdung hinein".
Ordnung des Landes (4): "Wie fand ich Barings Artikel
herzerfrischend!". Hans D. Barbier trifft Otto Graf Lambsdorff, der in
Eltern und ihren Kindern die revolutionäre Hoffnung des Landes sieht,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.01.
- Kommentar:
SCHIRRMACHER unter alten Kameraden, die über
das Krisendeutschland schwadronieren.
Der Flick-Skandal-gestählte Graf und
BARBIER sitzen zusammen mit SCHIRRMACHER im Ohrensessel und
philosophieren über den ausbleibenden Aufstand der Jugend. Dabei
geht es zu, wie anderenorts am Stammtisch der Neuen-Mitte-Eliten:
"LAMBSDORFF: Was
wäre, wenn man sich mit dem vielleicht vernünftigen, vielleicht
absurden, jedenfalls revolutionären Vorschlag beschäftigen würde,
die Eltern von Kindern mit mehr Stimmrechten auszustatten?
BARBIER: Davon würde ich abraten.
Die stimmen nur für mehr Kindergeld.
BARBIER: So ist es".
So sieht der neue
Qualitätsjournalismus aus, der bei Feuilleton-Revolutionären hohes
Ansehen genießt...
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HACKER, Doja (2003): "Ich bin aber nicht traurig".
Im Westen umschwärmt, im Osten beschimpft: Die junge Liepzigerin
Jana Hensel hat mit ihren Kindheitserinnerungen "Zonenkinder" einen
Riesenerfolg - und überraschende Schwierigkeiten,
in: Spiegel Nr.2 v. 06.01.
- Kommentar:
Am 07.10.2002 hat Reinhard MOHR hier
Jana Hensels "Zonenkinder" gelobt.
Jetzt berichtet HACKER über die
zwiespältige Aufnahme des Buches bei den Ossis und den Wessis. HACKER
geht auf die Verrisse von Jens BISKY (SZ), Martin Z. SCHRÖDER
(Literaturen), Ingo AREND (Freitag) und Peter RICHTER (FAZ) ein.
Rahmenhandlung ist ein Porträt von Kai BIERMANN, das in der
Stuttgarter Zeitung erscheinen soll.
Im Mittelpunkt steht das kollektive
WIR, das Jana HENSEL zum Vorwurf gemacht wird: "So schnell (...) hat
noch kein Hippie seinem Gegenüber das Du aufgedrängt wie dieses Buch
dem Leser das Wir" zitiert HACKER den FAZ-Kritiker.
Erklärt werden soll das von Alexander
FESTs These, dass sich der individualisierte Westen über
Gemeinsamkeiten freue, während der Osten - vom Kollektivieren
gebrandmarkt - Verallgemeinerungen ablehne.
Ausgerechnet das Buch "Generation
Golf" von Florian ILLIES soll diese These stützen. Offenbar vergisst
das Feuilleton schnell, denn das WIR von ILLIES wurde von den
westdeutschen Kritikern nicht einhellig begrüßt und
Katja KULLMANNs "Generation Ally" wurde ihr WIR ebenfalls um die
Ohren gehauen. Aber das interessierte niemand, nicht einmal den
SPIEGEL, der nun Jana HENSEL unter seine Fittiche nimmt.
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- ULRICH, Bernd (2003): Auf die Deutschen
wetten.
Warum sich Schröder und Fischer so schwer tun mit den sozialen
Zumutungen,
in: Tagesspiegel v. 06.01.
- Kommentar:
"Sozialabbau auf breiter Front.
Das alles ist unausweichlich" heißt das Credo von ULRICH, der mit
seinen Kumpanen aus den anderen Neue-Mitte-Zeitungen dafür Sorge
trägt, dass die rot-grüne Regierung auf Sozialabbau-Kurs bleibt.
Das Problem ist jedoch, dass der
Sozialstaat nach Meinung von ULRICH die Funktion des
"antifaschistischen Schutzwalls" innehatte. Diese Funktion müssen
nach dem Ausfall des Sozialstaats andere Institutionen übernehmen.
Der mündige Bürger z.B. oder eben die Medien...
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- RUTSCHKY, Michael (2003): Diskurs über den
Döner.
Die Erfindung des Kulturoptimismus: Alle reden vom Verfall - wir
nicht. Ein Essay zur Lage,
in: Tagesspiegel v. 05.01.
- Kommentar:
RUTSCHKY widmet sich seinem Lebensroman:
der Wiederkehr der 70er Jahre und
ihrer Abwehr. Das Glaubensbekenntnis von RUTSCHKY lässt sich auf eine
Dreifaltigkeit unseres Kulturalltags zurückführen.
Der Kulturoptimismus erzeugt sein
Gegenteil erst: den Kulturpessimismus, der sich im Hochfeuilleton -
SCHIRRMACHER würde sagen - im Qualitätsjournalismus - manifestiert. Um
dem immer schneller drehenden Hamsterrad der Distinktionen von
Kulturoptimismus und - pessimismus zu entkommen, gibt es nur das
HEIDEGGERsche "Man", das RUTSCHKY in die Atome Schweigen und heroische
Tat zerlegt.
Und schon sind wir mitten im
existenzialistischen
Erfahrungshunger. Vom
Soldatentod über die RAF bis zum Zusammenprall der Kulturen lässt
sich mit RUTSCHKY die Spur der Verwüstung im Namen des
Erfahrungshungers verfolgen. Entkommen? Genauso zwecklos wie bei
ADORNO und HORKHEIMER?
Das ist eine andere Geschichte, die
sich an dem jungen R. durchexerzieren ließe.
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Eine verspätete und eine
überfällige Debatte:
GEBHARDT, Miriam (2003): Die Besserwisser.
Psycho-Talk ist überall. Sex, Karriere, Mord: Wir glauben, wir
können alles deuten. Wie eine Wissenschaft ruiniert wird,
in: Tagesspiegel v. 05.01.
- Kommentar:
20-30 Jahre zu spät kommt Miriam GEBHARDT mit ihrer
These von der Psychologisierung des Alltags, heute müsste
stattdessen von der Soziologisierung des Alltags gesprochen werden.
Während der Psycho-Talk im
Niedergang begriffen ist, erlebt der Sozio-Talk seit Anfang der 90er
Jahre seinen unaufhaltsamen Aufstieg zur ersten Deutungsmacht im
Lande.
Als Beitrag zur Mediengeschichte wäre
der Artikel interessant, aber GEBHARDT tut so, als ob es sich hier
um DAS Problem dieser Gesellschaft handeln würde. Bezeichnenderweise
ist bei GEBHARDT die Psychologie fast identisch mit der in der
Psychologie doch recht randständigen Psychoanalyse.
Wer heute noch FREUD als
Mittelpunkt des Alltagsgesprächs auffasst, der hat sich vielleicht
in einen Woody- ALLEN-Film der 70er-Jahre verirrt. Die
Sozio-Gespräche der heutigen Paare sind stattdessen geprägt vom
Individualisierungsgerede.
Seit dem
Bestseller "Das Chaos der Liebe" von Ulrich BECK und Elisabeth
BECK-GERNSHEIM ist die Richtschnur unseres Alltags geprägt von dem
soziologischen Vokabular, das Anfang der 80er Jahre erfunden wurde,
um die Deutungsmacht Psychoanalyse zu ersetzen. Dies ist durchaus
gelungen, man muss nur den TAGESSPIEGEL lesen.
Wenn GEBHARDT die Psychologie als
Sozialtechnologie kritisiert, dann gehört sie selbst zu den Kindern
von Ulrich BECK. In 20-30 Jahren lesen wir dann im TAGESSPIEGEL
etwas über die Soziologisierung des Alltags. Das interessiert dann
zwar niemand mehr, aber dann ist es endlich cool.
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- BLASBERG, Marian (2003): Acht Frauen in 40
Minuten.
Verbaler Quickie für Verklemmte. Die schnelle Nummer: Beim
Speed-Dating lernen Kuppelwillige Singles gleich mehrere potenzielle
Partner an einem Abend kennen,
in: Süddeutsche Zeitung NRW v. 04.01.
- Kommentar:
BLASBERG war im Düsseldorfer Café "Coyote Ugly",
wo "Meet and Flirt" einen Speed-Dating-Abend veranstaltete. Diese
Geschäftsidee rettete die 28jährige Marcelle RIESENFELD vor dem
typischen Schicksal ihres Studiengangs Soziologie. Statt sich in das
Akademikerarbeitslosenheer der Generation Golf einzureihen, verdient
RIESENFELD nun an Yuppies:
"Die Agentur, sagt Riesenfeld, habe sie
gegründet, weil sie auch aus eigener Erfahrung weiß, »dass es gerade
Singles oft an Freizeitkontakten« mangele. Und um dem Abhilfe zu
schaffen, lade sie mal zur Weinprobe, mal zum Brunch oder mal zum
Sport. Und was ist mit der großen Liebe? Ist denn nicht gerade die
Verheißung, bei einer der Veranstaltungen den Richtigen zu treffen,
die Geschäftsgrundlage? Nein, das könne man so nicht sagen. »Singles
wollen doch vor allem eins: beschäftigt werden«. Und es seien
weniger die Erniedrigten und Beleidigten, die zu ihr kämen, die
Verzweifelten in Liebesangelegenheiten, als jene, die mit ihrer
Firma verheiratet sind und einen kleinen Seitensprung ins
Freizeitglück ins Auge fassen."
BLASBERG empfindet die
Geschäftstüchtigkeit der Soziologin offenbar als moralisch unkorrekt
("Außer Kupplerin Marcelle sieht am Ende niemand richtig glücklich
aus") und diejenigen, die sich diesem Ritual unterwerfen, müssen
irgendwie nicht ganz normal sein ("verbaler Quickie für Verklemmte")
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- DECKSTEIN, Dagmar (2003): Alter neu denken,
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.01.
- Kommentar:
DECKSTEIN denkt das Alter nicht neu, sondern
neoliberal, d.h. das Alter soll im "Zeitalter der Wissensarbeit"
produktiv gemacht werden.
Unter dem Deckmantel
der "Generationengerechtigkeit" verhandeln die Neue-Mitte-Eliten
zur Zeit den Abbau des Sozialstaats und die Rückkehr zur
Klassengesellschaft.
Ein Teilziel ist hier die Verlängerung
der Lebensarbeitszeit. Unter dem Begriff "Zwangsverrentung", der
DECKSTEINs Ansatz als Befreiung erscheinen lässt, soll der "Anspruch
auf Vorruhestand und Altersteilzeit" - in der Diktion von DECKSTEIN
als "nahezu Menschenrecht" diskreditiert - auf die neoliberale
Müllhalde...
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- FAZ (2003): Auf dem Weg zu mehr Wachstum,
Beschäftigung und Gerechtigkeit.
Aus dem Strategiepapier des Kanzleramtes,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.01.
- Kommentar:
Die FAZ druckt Teile des Papiers ab, das die
neoliberale Neue Mitte von rechts bis links entzückt.
Es fällt öfters einmal der
Begriff "Gerechtigkeit" - aber wohlweislich ohne
das Adjektiv "sozial"! Im Zentrum steht der Abbau des
Sozialstaats.
Ausführlich wird das Beispiel einer
fünfköpfigen Familie ausgeführt, die von der Sozialhilfe lebt. Diese
Spezies der kinderreichen Familie ist zwar nach landläufiger Meinung
vom Aussterben bedroht und auch das Strategiepapier weist an
zentralen Stellen auf diesen demografischen Wandel hin, aber wenn es
der Argumentation dient, dann müssen quantitativ irrelevante
Extremfälle herhalten, um die Notwendigkeit des Abbaus auch weniger
klugen Köpfen eindringlich vor Augen zu führen. Zu diesem Thema hat
Ulrike HERRMANN in
der TAZ vom 21.12.2002 bereits alles Notwendige gesagt.
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- KÄMMERLINGS, Richard (2003): Deutsche
Meister: "Kettcar".
Traumtore mit letzter Kraft,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.01.
- Kommentar:
Richard KÄMMERLINGS hat sich dem Popjahr 2002
gewidmet. U.a. feiert er das gelungene Comeback von
Peter HEINs Fehlfarben:
"Ihnen gebührt die Palme für den
markantesten Plattentitel der Saison: "Knietief im Dispo" ist in
unseren depressiven Zeiten schon zum geflügelten Wort geworden. Wenn
auch ihre deutschrockende Musik das Irritationsniveau der Texte
nicht halten kann, ist es Hein durch eine List der Vernunft noch
einmal gelungen, seine persönliche Befindlichkeit mit der
geistigen Situation
einer Zeit zu synchronisieren, die sich im »Club der schönen
Mütter« vergnügt, während die sozialen Sicherungssysteme
einstürzenden Altbauten gleichen".
Wessen Geistes Kind die Gruppe "Kettcar"
ist, das kann sich nun jeder selbst denken...
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- KOHLENBERG, Kerstin (2003): Wo das Herz
rechts schlägt.
Meghan und Steve Stier lieben Barbecue-Abende und fahren ein
sicheres Auto, sie wollen ein Kind und lesen den konservativen
Newsletter. Eine amerikanische Familie, mitfühlend und
traditionsbewusst. Es ist diese Idee vom Leben, die George Bush im
Irak verteidigen will,
in: Tagesspiegel v. 04.01.
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- PEF (2003): Geburtenrate steigt wieder
langsam an.
Drei Prozent mehr Neugeborene - Erwerbsfähige werden immer älter,
in: Salzburger Nachrichten v. 04.01.
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HERRMANN, Ulrike (2003): Klassenkampf von oben.
"Generationengerechtigkeit" heißt das neue Schlagwort. Doch es
führt in die Irre: Es gibt keinen Kampf zwischen den Generationen -
sondern zwischen Reich und Arm,
in: TAZ v. 04.01.
- Inhalt:
HERRMANN zeichnet zuerst die politische
Karriere des Begriffs "Generationengerechtigkeit" nach:
"Norbert Blüm hat den Begriff für seine
Rentenreform benutzt, 1998 hat ihn die FDP für sich entdeckt. Die
Liberalen können zufrieden sein mit ihrem Marketingerfolg:
Inzwischen sind alle Parteien bemüht, als die Vorkämpfer der
Generationengerechtigkeit zu erscheinen. Und jüngst wurde die neu
entdeckte Generationengerechtigkeit noch weiter aufgewertet: Sie ist
nun sogar Anliegen eines Expertengremiums - der Rürup-Kommission,
die ihre Ergebnisse im Herbst 2003 vortragen wird."
Wo einige
Feuilleton-Revolutionäre den Krieg der Generationen schüren möchten,
da existiert jedoch Generationensolidarität.
HERRMANN zitiert den
Soziologen Marc SZYDLIK, der die familiären
Generationenbeziehungen anhand des umfangreichen Berliner
Alterssurvey empirisch untersucht hat. HERRMANN sieht deshalb nicht
den Krieg zwischen den Generationen, sondern den Krieg der Reichen
gegen die Armen als charakteristisch für die Gegenwart und die
Zukunft an:
"Die Wohlhabenden wollen sich ein
Proletariat leisten, trotz Bevölkerungsschwund.
Die
Solidargemeinschaft ist nicht
im Jahre 2030 gefährdet, weil Alt gegen Jung kämpft, sie löst
sich jetzt schon auf. Und nach allem, was man bisher aus der
Rürup-Kommission hört, wird sie nicht dazu beitragen, die sozialen
Unterschiede in Deutschland zu verkleinern. Im Gegenteil: Private
Vorsorge begünstigt jene, die genug haben, um vorzusorgen. Aber
Klassenkampf ist ja ein so unappetitliches Wort, und außerdem ist es
ein Klassenkampf von oben, das ist auch nicht vorgesehen. Also reden
wir uns lieber einen Krieg der Generationen ein."
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- TÖDTMANN, Claudia (2003): Kampf an allen
Fronten.
Eine aktuelle Studie liefert wenig Hoffnung für Frauen im Job:
Wenig Unterstützung gibt es von Chefs oder Kollegen - und erst recht
nicht vom Partner,
in: Handelsblatt v. 03.01.
- KERBER, Bärbel (2003): Kinder sind
Karrierekiller.
Karrierefrauen sind im geheimen Gebärstreik. Der Grund: Es fehlen
Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder, und die Vorurteile gegen
Mütter im Job sind zu stark,
in: Handelsblatt v. 03.01.
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- HUMMEL, Katrin (2003): Sauber, hübsch,
bescheiden.
Wo die Trauben nicht zu hoch hängen: Deutsche Männer suchen sich
Frauen in Moldawien,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 03.01.
- Kommentar:
HUMMEL berichtet von einem Mann, der von deutschen
Emanzen -
houellebecqmässig - genug hat und sein Glück bei russischen
Frauen sucht. Während HUMMEL nicht gerade den typischen FAZ-Leser
präsentiert, hat Thomas KIRSCHNER mit seinem
Buch "Liebe ohne Grenzen" gerade auch den typischen FAZ-Leser im
Auge.
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- RUTSCHKY, Michael (2003): Mäßigung.
Die Freuden des Verzichts,
in: Frankfurter Rundschau v. 03.01.
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- GÄRTNER, Peter (2003): Kinderrabatt für
Häuslebauer.
Ostgemeinde gibt jungen Familien billiges Bauland,
in: Stuttgarter Nachrichten v. 03.01.
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NIEJAHR, Elisabeth (2003): Land ohne Leute.
Die vergreiste Repblik. Deutschland verliert jährlich 200000
Einwohner, da mehr Menschen sterben als geboren werden. Es wächst ein
demografisches Problem ungeheuren Ausmaßes heran, doch die Politiker
ignorieren es,
in: Die ZEIT Nr.2 v. 02.01.
- Kommentar:
NIEJAHR ist unter die Apokalyptiker gegangen.
Mit ihrer Krisenrhetorik und dem
Bedauern, dass eine pronatalistische, d.h. eine direkt
geburtenfördernde, Politik noch nicht allgemein durchgesetzt ist,
folgt sie den "konservativen Revolutionären"
Arnulf BARING und
Meinhard MIEGEL.
Die Krise ist die Stunde der
Exekutive. Es muß gehandelt werden. Demokratische Gepflogenheiten
und Interessensätze werden machtpolitisch hinweggefegt. MACHIAVELLI
und Carl SCHMITT sind die Paten dieses antidemokratischen
Politikstils. Krisenrhetorik dient der Einschränkung von
Denkalternativen und damit der Perspektivenverengung. Zweifel dürfen
gar nicht erst aufkommen.
In
diesem Sinne präsentiert NIEJAHR den Super Gau der
Bevölkerungsentwicklung.
Während der
Bevölkerungswissenschaftler Herwig BIRG den ideologischen
Charakter bevölkerungswissenschaftlicher Prognosen erst gar nicht
leugnet, plappert NIEJAHR lediglich jene Slogans nach, mit denen
Demografen die Prognosefähigkeit ihrer Wissenschaft behaupten:
"Einwohnerzahlen sind leichter zu
prognostizieren als beispielsweise der Klimawandel. Die Alten von
morgen sind schließlich heute schon auf der Welt".
Das mag - abgesehen vom Ausbleiben
nicht erwünschter lokaler Katastrophen - stimmen, aber wieviel Junge
bis dahin auf die Welt kommen werden, das steht genauso wenig fest
wie die nicht weniger entscheidende Frage, wo diese Menschen leben
werden.
Vor einigen Tagen hat der
österreichische Bevölkerungswissenschaftler
Wolfgang LUTZ in einem
FAS-Interview die angeblich so treffsicheren UN-Prognosen der
Vergangenheit als unzutreffend bezeichnet. Die prognostizierte
Bevölkerungsexplosion der Weltbevölkerung findet nicht statt. Noch
schlimmer: der zentrale Glaubenssatz der Demografen, wonach der
Entwicklungsstand einer Nation eng mit der Geburtenrate verknüpft
ist, ist in dieser simplen Form nicht aufrecht zu erhalten. Die
Gleichung arm = viele Geburten & reich = wenige Geburten stimmt so
nicht.
"Simplify your life" mag ja ein
gesellschaftlicher Trend sein, wenn es jedoch um wissenschaftliche
Glaubwürdigkeit geht, dann sollte man diesen monokausalen
Erklärungsmythen mißtrauen.
In dem 1997 erschienenen
Buch "Familie leben" rechnet der Familiensoziologe Hans BERTRAM
mit der Ideologie von Meinhard MIEGEL ab. MIEGEL hat seine Thesen
zur Bevölkerungsentwicklung nicht erst in dem Buch "Die deformierte
Gesellschaft" niedergeschrieben, sondern bereits 1994 zusammen mit
Stefanie WAHL das "Ende des Individualismus" prophezeit.
Die empirischen Daten der
Längsschnittuntersuchung des Deutschen Jugendinstituts stützen
MIEGELs Kritik an der hedonistischen und individualistischen Kultur
in Deutschland nicht. Postmaterialistische Werte verhindern nicht
per se, dass aus Singles Eltern werden. Die Frage, "unter welchen
Umständen Postmaterialisten bereit sind, Kinder zu bekommen" ist
deshalb nicht so einfach zu beantworten wie sich das MIEGEL und
Konsorten wünschen.
Christine CARL hat zum Thema gewollte Kinderlosigkeit ein Buch
veröffentlich, das die Problemvielfalt aufzeigt.
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VOGEL, Dita (2003): Vom Brain-Drain zur Elternfrage,
in: Blätter für deutsche und internationale Politik, Januar
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- FRANCK, Georg (2003): Mentaler Kapitalismus,
in: Merkur, Januar
- Inhalt:
Georg FRANCK verknüpft die "Ökonomie der
Aufmerksamkeit" mit Christopher LASCHs kulturpessimistischer "Kultur
des Narzißmus" zum mentalen Kapitalismus:
"Den Königsweg der Sachen und Zeichen
ins subjektive Erleben stellt das Versprechen dar, daß ihr Konsum
die Person unwiderstehlich macht. Es versteht sich, daß in einer
Gesellschaft, in der das Einkommen an Aufmerksamkeit in den
Vordergrund rückt, der Konsum im Sog der Selbstwertschätzung steht.
Konsum im Sog der Selbstwertschätzung bedeutet, daß das Konsumieren
zur Arbeit an der Attraktivität der Person wird. Diese Arbeit
eröffnet der Werbung (...) die Rolle einer Lebensberatung in Sachen
Attraktivität. (...). Der Kult um die Attraktivität der eigenen
Person ist das, was der Sozialpsychologe Christopher LASCH als die
Kultur des Narzißmus beschreibt."
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Die "Sieger" im Essaywettbewerb "Unter 28"
- LANGELÜDDECKE, Ines (2003): Gehen und
bleiben,
in: Merkur, Januar
- Inhalt:
LANGELÜDDECKE, Jahrgang 1976, auf der Suche nach der
richtigen Zugehörigkeit:
"Bin ich Ossi, Wessi, Wossi - oder etwa
ein Ost-West-Zwitter wie Jana Hensel in ihrem
Buch Zonenkinder schreibt? (Gern wäre ich natürlich
Avantgarde, wie
Wolfgang Engler behauptet, der anscheinend große Hoffnungen auf
die Bewohner meines Landstriches setzt.)
- DEHÉZ, Dustin (2003): Fast eine Apologie
auf die Achtundsechziger,
in: Merkur, Januar
- Inhalt:
Umzingelt von den 68ern in der Regierung und den
68ern in der CDU sucht DEHÉZ, Jahrgang 1978, nach dem
generationsstiftenden Schlüsselereignis und findet es im 11.
September 2001.
- HARTMANN, Bernd (2003): Neue
Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten,
in: Merkur, Januar
- SCHABACK, Joscha (2003): Das Land zu
ironisch, die Arbeitslosenzahl zu hoch, das Theater zu schlecht:
Weshalb ich trotzdem in Deutschland studiere,
in: Merkur, Januar
- Inhalt:
SCHABACK, Jahrgang 1975, zählt sich angesichts der
Jobkrise der Generation Golf zur Generation Angst.
Der Arbeitsgesellschaft geht die Arbeit
aus, davon ist er überzeugt und dennoch haben Arbeitslose mit
Identitätsproblemen zu kämpfen und für vogelfreie Teilzeitkräfte,
wie sie von Mark SIEMONS in
"Jenseits des Aktenkoffers" beschrieben werden, ist das
Allerwichtigste endlich eine feste Stelle zu bekommen.
Angesichts solch trister
Zukunftsaussichten hält Wolfgang ENGLER in dem
Buch "Die Ostdeutschen als Avantgarde" die ultimative Lösung
bereit: den sanften, d.h. sozialstaatlich ermöglichten "Ausstieg aus
der Arbeitsgesellschaft".
- ADAM, Ulrich (2003): Warum ich nicht in
Deutschland studiere,
in: Merkur, Januar
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KULLMANN, Katja (2003): Zwischen Profit und Sehnsucht.
Katja Kullmann begab sich für EMMA auf eine Reise durch die
wundersame Welt von Botox: Die Ware, die Verkäufer, die Kundinnen,
in: Emma , Januar-Februar
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BAYER, Felix (2002): Yesterday's Papers.
Von Popjournalisten und Feuilletonrevolutionären,
in: SPEX Nr.1-2, Januar-Februar
- Inhalt:
BAYER behandelt den
"Freundlichen
Aufruf zur Revolte" von Sascha LEHNARTZ als popkulturelles
Phänomen, bei dem ein generationsspezifischer Sound mit einer
generationsspezifischen Haltung verknüpft wird. Dies ist für BAYER
der archimedische Punkt, wo das Unpolitische ins Politische
umschlägt.
Dabei könnte die Sache so einfach sein.
Wenn man Niklas LUHMANN auf das Phänomen der Selbstreferentialität
verkürzt, kann man jene, die dem Aufruf Folge leisten als Uncoole
entlarven, die sich in der schönen neuen Welt der Codes verlaufen
haben.
BAYER will dieser
FAS-Auslegung
nicht folgen...
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom
25. - 31. Dezember
2002
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© 2000-2003
Bernd Kittlaus |
[email protected] |
Stand:
23. Januar 2003 |
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Zugriffe
seit
dem 14.Juni 2000 |
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