| |
|
[
News-Hauptseite
]
[ Homepage ]
|
|
| |
|
Medienrundschau:
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
News vom
15. - 31. Juli 2015
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
Sommerthema:
Sind Singles schuld an der Wohnungsnot in Deutschland? - Eine
Bibliografie der Debatte
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Zitat
des Monats:
Das Internet hilft Asexuellen beim Austausch über ihre sexuelle
Orientierung
"Laut einer Studie von SimiliarWeb von 2014, spielten sich 12,5
Prozent des gesamten Internettraffics in Deutschland auf
Sex-Seiten ab. Da erscheint es fast unglaublich, dass es Menschen
gibt, denen Sex egal ist, die gar kein Verlangen danach verspüren.
Wer dermaßen anders ist, als der Rest der Welt, schreit das nicht
gerade laut in sie hinein. Erst dank verschiedener Plattformen im
Internet haben
Asexuelle anfangen können, sich über ihre sexuelle
Orientierung auszutauschen – und die dummen Sprüche, die damit
einher gehen."
(Katrin Gottschalk
"Liebe ohne Sex",
Frankfurter Rundschau v. 03.06.2015) |
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
HANDELSBLATT-Wochenendthema:
Max & Mustafa.
Wie viel
Zuwanderung braucht/verträgt unsere Volkswirtschaft? Flüchtlinge
in Deutschland: 75 Fragen, 75 Antworten |
DELHAES, Daniel
(2015):
Der Mensch von draußen.
Der Strom der Flüchtlinge fordert die Gesellschaft heraus. Bund und
Länder aber wirken bislang überfordert. Nur ein klares
Zuwanderungskonzept kann dafür sorgen, dass am Ende Bürger und
Migranten profitieren,
in:
Handelsblatt v.
31.07.
|
|
| |
|
ILLINGER, Patrick
(2015):
Der volle Planet.
Weltbevölkerung,
in:
Süddeutsche Zeitung v.
31.07.
"28 Länder in Afrika werden
ihre Bevölkerung in den kommenden 35 Jahren verdoppeln. Bis 2100
soll der Kontinent 4,4 Milliarden Menschen beherbergen - so viele,
wie 1980 auf der gesamten Erde wohnten. Und das ausgerechnet in
Afrika, wo der Klimawandel sich auf dramatische Weise zeigt und
das sowieso schon karge Ackerland zunehmend verdorrt. Man muss
kein Orakel befragen, um zu ahnen, dass die heutigen
Flüchtlingsströme nur Vorboten künftiger Migrationswellen sind",
meint Patrick ILLINGER. Im Jahr
1969 erschien das Buch Die menschliche Springflut des
Spiegel-Chefredakteurs Claus JACOBI. Dort heißt es:
"Europa wird nach den
gegenwärtigen Zuwachsraten seine Einwohnerzahl in achtundachtzig
Jahren, Amerika in siebzig Jahren verdoppeln. Bald werden daher
auch in der alten und der neuen Welt rigorose Maßnahmen zur
Geburtenbeschränkung notwendig sein." (S.204)
Was ist daraus zu lernen?
Offenbar sieht die Zukunft immer so aus wie die Gegenwart! Haben wir
gerade einen Geburtenboom, dann muss das auch in Zukunft so sein.
Haben wir gerade einen Flüchtlingsboom, dann muss das in Zukunft
auch so sein. Die Realität kennt jedoch keine lineare Entwicklung,
sondern ist gekennzeichnet durch Brüche und Diskontinuitäten.
Sah JACOBI in den 1960er Jahren
noch das Heil von China in einer 1-Kind-Politik, so beschreibt nun
ILLINGER die Folgen des verordneten Geburtenrückgangs als "heillos
überalternde Gesellschaft". Dabei liegen die Prognosen von JACOBI
nicht einmal 50 Jahre zurück, während uns die UN Zahlen für das Jahr
2100 liefert. Geht es noch absurder?
Übrigens konnte JACOBI weit und
breit keinerlei Migrationswellen erkennen, denn Gastarbeiter war
damals eher noch ein Fremdwort und die Flüchtlingswellen der
Nachkriegszeit waren längst aus dem Kurzzeitgedächtnis der Medien
getilgt.
|
|
| |
|
taz-Tagesthema:
denn eins ist unsicher: die Rente.
Kapitalfehler: Versicherungskonzerne steigen aus der klassischen
privaten Rentenversicherung aus, weil sie sich wegen der
Niedrigzinsen nicht mehr lohnt. Damit steht das ganze System auf
der Kippe |
KRÜGER, Anja
(2015): Auslaufmodell Lebensversicherung.
Altersvorsorge: Mit der Hannover Talanx gibt der erste große
deutsche Lebensversicherer die traditionelle Lebensversicherung auf.
Die Branche will Kunden keine Garantien mehr geben,
in:
TAZ v.
30.07.
PONTIUS, Jakob
(2015): "Es geht um kurzfristigen Profit".
Der Finanzmathematiker Axel Kleinlein sieht keine Gefahr für die
Branche der Versicherer – sondern eine Gefährdung der Kunden,
in:
TAZ v.
30.07.
|
|
| |
|
SZ-Tagesthema:
Deutschlands ruhelose Rentner.
Sie reisen, lesen viel, schreiben sich an Hochschulen ein. Einige
gründen sogar Unternehmen. Der Alltag alter Menschen hat sich in den
vergangenen Jahren stark gewandelt. Viele können dank guter Gesundheit
ihr Leben länger genießen. Ist also alles gut für die Generation 65
plus? Ganz so rosarot sieht es dann doch nicht aus
ÖCHSNER, Thomas
(2015): Der Reiz der späten Jahre.
Mit 66 fängt es bei vielen tatsächlich erst richtig an. Wie sich das
Leben der Älteren ändert,
in:
Süddeutsche Zeitung v.
30.07.
Thomas ÖCHSNER berichtet über die
Erhebung des Statistischen Bundesamtes zu
den 65-Jährigen und Älteren, wobei der Anstieg der
erwerbstätigen Alten - diese Steigerung ist in neoliberaler Hinsicht
erwünscht, um die Sozialversicherung zu entlasten - hervorgehoben
wird. Das wird in erster Linie als individueller Gewinn vermarktet
bzw. als Notwendigkeit, um der Altersarmut zu entgehen.
KOSTRZEWA, Anne
(2015): In alter Frische.
Warum eine Reisekauffrau als Rentnerin eine eigene Firma gegründet
hat - und damit auch noch erfolgreich ist,
in:
Süddeutsche Zeitung v.
30.07.
|
|
| |
|
CREUTZBURG, Dietrich
(2015): Die Deutschen arbeiten bis zum Umfallen.
Immer mehr Ältere arbeiten Jahre länger, als sie müssten - trotz der
"Rente mit 63". Der Anteil der über 65 Jahre alten Erwerbstätigen hat
sich verdoppelt. Meist sind es Selbständige, weniger oft aber auch
Leute, die das Geld unbedingt nötig haben,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v.
30.07.
Dietrich CREUTZBURG weist darauf
hin, dass die Erhebung des Statistischen
Bundesamtes die Folgen der "Rente mit 63" noch nicht erfasst, der
Trend zum längeren Arbeiten dadurch aber nicht gebrochen wird:
"Hochrechnungen lassen darauf
schli8eßen, dass die umstrittene Neuregelung seit Mitte 2014 etwa
100.000 Beschäftigte aus sozialversicherungspflichtiger Arbeit
vorzeitig in den Ruhestand gelockt hat. Doch ist der Trend zum
Arbeiten im Ruhestandsalter so stark, dass er davon wohl nur
vorübergehend gebremst werden kann."
|
|
| |
|
ZEIT-Titelthema:
Der Fluch der frühen Rente.
Ein Leben
lang träumen wir vom wohlverdienten Ruhestand. Dann ist er da -
und wir müssen lernen, ohne Kollegen, Pflichten und Visitenkarten
auszukommen |
AHR, Nadine
(2015): Herr Vahl hört auf.
Dossier: Nie zuvor gingen so viele Deutsche in Rente wie heute.
Manfred Vahl ist einer von ihnen. Er wohnt in Hamburg, war 49 Jahre
bei der Bahn und freut sich auf seinen Ruhestand. Doch der ist
anders als erwartet,
in:
Die ZEIT Nr.31 v.
30.07.
"Einer von über 800.000 Deutschen
im vergangenen Jahr. Es sind so viele wie noch nie zuvor, und es
werden immer mehr. Großteils haben sie ihr ganzes Berufsleben in
einem einzigen Unternehmen verbracht. Bei ihrer Einstellung haben
sie nicht über die beste Work-Life- Balance geredet. Sie kannten das
Wort gar nicht. Auch Herr Vahl hat immer viel gearbeitet. Um etwas
zu schaffen, um voranzukommen und sich etwas leisten zu können. Die
Menschen, die jetzt in Rente gehen, stehen finanziell besser da als
alle Rentner- Generationen vor ihnen. Herr Vahl ist Beamter, er wird
Pensionär. Auch im Ruhestand wird er genug Geld haben . Die
Menschen, die jetzt in Rente gehen, sind auch fitter, sie fühlen
sich jünger als frühere Rentner-Generationen",
beschreibt Nadine AHR den
Hintergrund der Story. Es gibt viele Bücher über den Ruhestand, aber
ausgerechnet das Buch In Rente von Wolfgang PROSINGER, einem
Journalisten, der den neuen neoliberalen Mainstream in Sachen
Ruhestand beschreibt und der angeblich die Wahrheit über den letzten
Lebensabschnitt verkündet, wird hervorgehoben.
Tatsächlich gibt es diese
Menschen, für die der Ruhestand ein Einschnitt ist, weil der Betrieb
für sie das Leben ist. Für diejenigen jedoch, die die neue
Unternehmenskultur des flexiblen Kapitalismus kennen und die auch
jenseits der Erwerbsarbeit sinnvolle Tätigkeiten gefunden haben, ist
der Ruhestand kein Einschnitt, dessen Unstrukturiertheit Sorge
bereitet, sondern eine Möglichkeit dem Leben bessere Seiten
abzugewinnen.
Natürlich darf in solch einem
neoliberalen Mainstream-Artikel auch nicht der Frührentner fehlen,
der mit 65 stirbt, wo doch im Schlager
danach erst das Leben so richtig beginnt...
Und weil der Sozialstaat umgebaut
wird, ist zudem mehr ehrenamtliches Engagement erforderlich. Dies
wird jedoch als individueller Gewinn vermarktet: wegen der Kontakte
und der Gesundheit wird es getan und nicht weil es den Sozialstaat
entlastet:
"Er würde auch gerne bei der
Armentafel Essen austeilen. »Weil ich dann wieder mehr mit Menschen
unterschiedlichen Alters zu tun hätte«, sagt er. Aber auch, weil er
wieder eine Aufgabe haben will. Herr Vahl möchte noch etwas
schaffen, nicht für Geld, sondern für andere. Und dabei für sich
selbst".
Der Soziologe Stephan LESSENICH
u.a. beschreiben dieses privilegierte Mittelschicht-Leben im
Ruhestand, das AHR im Artikel zeichnet, im Buch
Leben im Ruhestand als neues gesellschaftliches Leitbild
des produktiven Alters, das an die Stelle des traditionellen
Ruhestandes getreten ist.
NIEJAHR, Elisabeth & Kolja RUDZIO
(2015):
Und jetzt?
Wer nicht mehr arbeitet, ist seine Pflichten los. Das kann zum
Problem werden. Wie man es im Ruhestand schafft, der Langeweile und
der Einsamkeit zu entkommen,
in:
Die ZEIT Nr.31 v.
30.07.
Ein beliebtes neoliberales
Märchen lautet, dass die frühe Rente ein Fluch sei. So verkürzen
Elisabeth NIEJAHR & Kolja RUDZIO Studien zum Satz: "Auf die frühe
Rente folgte der Tod". Ist aber die Arbeitssituation der 1980er
Jahre mit der heutigen Arbeitssituation vergleichbar? Sind
Stahlarbeiter beispielhaft für die heutige Sozialstruktur
Deutschlands? Ist es nicht wesentlich entscheidender wie gesund
jemand ist, bevor er in Rente geht und welche Einstellung er zum
Ruhestand hat? Ist der Zwang zu ungeliebter Arbeit etwa gesund?
Das Forschungsteam um den
Soziologen Stephan LESSENICH hat dagegen den Ruhestand nicht so
schwarz-weiß gemalt wie Vertreter des Neoliberalismus à la NIEJAHR
& RUDZIO und ihrer wissenschaftlichen Gewährsleute, die das
Modell des aktivierenden Sozialstaats verfechten. In der 2014
erschienenen Studie
Leben im Ruhestand werden ganz unterschiedliche "Welten
des Nacherwerbslebens" vorgestellt.
Nicht der Ruhestand an sich
gefährdet die Gesundheit, sondern Altersarmut. Aber in der ZEIT
lesen wir nicht von armen Menschen, sondern von Kreativen, bei
denen Arbeit und Freizeit keine getrennten Welten sind, sondern
die Arbeit hat mehr oder weniger Freizeitcharakter, während die
Freizeit mehr oder weniger Arbeitscharakter hat. In solch einer
Welt hat der Ruhestand eine ganz andere Bedeutung als für
Arbeitnehmer.
Langeweile und Einsamkeit? Das
ist keine Frage des Ruhestands, sondern kann in jeder Lebensphase
auftreten.
|
|
| |
|
MÄRZ, Ursula
(2015): Kämpft für eure Putzfrauen!
Der Feminismus sollte sich endlich mit sozialer Ungleichheit
befassen statt ewig mit dem "kleinen Unterschied" zwischen den
Geschlechtern. Über die Folgen eines Klassikers von Alice Schwarzer,
der vor vierzig Jahren erschien,
in:
Die ZEIT Nr.31 v.
30.07.
|
|
| |
|
FR-Tagesthema:
Fit, aktiv, einflussreich.
Die
Generation 65 plus ist so gesund wie nie zuvor, bildungshungrig
und mobil, politisch entscheidend. Doch nicht alle Rentnerinnen
und Rentner teilen dieses Glück |
DOEMENS, Karl
(2015): ...und dann Sprachen lernen.
Wer heutzutage in Rente geht, denkt oft nicht zuerst an den
Ruhestand,
in:
Frankfurter Rundschau v.
30.07.
ARNTZ, Jochen
(2015): Die Zielgruppe der Politik.
Parteien wissen um die Macht der Senioren,
in:
Frankfurter Rundschau v.
30.07.
Die Parteien wissen um die
Ohnmacht der Senioren, wäre die richtige Schlagzeile, denn keine
Altersgruppe ist so heterogen wie die über 65Jährigen. Deshalb
machen die Parteien zwar vor den Wahlen jede Menge Versprechungen,
die sie dann nach der Wahl schnell vergessen. So hat z.B. Rot-Grün
zwar den demografischen Faktor wieder abgeschafft, jedoch nur, um
einen Nachhaltigkeitsfaktor einzuführen, dessen Auswirkungen noch
gravierender sind...
"Und es ist sicher kein
Zufall, dass man in einem demografisch und demokratiepraktisch
derart verfassten Land immer noch lange auf einen
Kindergartenplatz warten muss",
erzählt uns Jochen ARNTZ. Es
wäre jedoch falsch dafür die Alten verantwortlich zu machen, statt
die Mütterkriege um Hausfrauenehe contra berufstätige Mütter.
DOEMENS, Karl
(2015): Neu denken über das Alter.
Opas Ohrensessel ist ein Bild von gestern. Die Rentner von heute
sind voller Tatendrang. Das könnte die Gesellschaft viel stärker
nutzen,
in:
Frankfurter Rundschau v.
30.07.
Karl DOEMENS beschreibt den
typischen Rentner aus dem Akademikermilieu, den er als Leitbild
für die Gesellschaft präsentiert.
|
|
| |
|
KAMANN, Matthias (2015): Die jungen Alten.
Die Erwerbstätigkeit bei Senioren steigt. Viele pflegen
aufopferungsvoll Angehörige zu Hause. Frauen aber droht Einsamkeit im
demografischen Wandel,
in:
Welt v.
30.07.
"Biologisch stehen Frauen zwar
auf der demografischen Gewinnerseite: Sie leben länger. In den
Jahren 2010 und 2011 hatten 65-jährige Männer ein statistische
Rest-Lebenserwartung von gut 17 Jahren, aber gleichaltrigen Frauen
standen noch fast 21 Jahre bevor. Doch sozial verlieren dadurch
die Frauen. Denn sie bleiben nach dem Tod ihrer Ehemänner allein
zurück. Verschärfend kommt dabei hinzu, dass Frauen meist ältere
Männer heiraten und diese dann entsprechend lange überleben",
behauptet Matthias KAMANN. Dies
stimmte für das 20. Jahrhundert (zu allererst für die Generation der
Kriegerwitwen), ob es für das 21. Jahrhundert stimmt, ist eher
unwahrscheinlich, denn die Unterschiede in der Lebenserwartung von
Männern und Frauen haben abgenommen und bei der Partnerwahl geht der
Trend zu gleichaltrigen bzw. jüngeren Männern im Vergleich zu
früheren Generationen.
|
|
| |
|
KRUG, Uli (2015):
Ein Wutausbruch aus dem Untergrund.
JW-Serie (2):
Zuerst kam der Bebop, eine Revolte des Stils gegen Rassentrennung
und Ödnis. Dann machten die Mods eine noch explosivere Entdeckung: den
Blues,
in:
Jungle World Nr.31 v.
30.07.
|
|
| |
|
Pressekonferenz
"Die Generation 65 + in Deutschland" des Statistischen
Bundesamts |
DESTATIS (2015):
Erwerbstätigkeit älterer Menschen nimmt zu,
in: Pressemitteilung des
Statistischen Bundesamtes
v. 29.07.
|
|
| |
|
DORBRITZ, Jürgen & Gabriele VOGT (2015):
Rasanter demografischer Wandel – Deutschland und Japan im Vergleich,
in:
Bevölkerungsforschung Aktuell
Nr. 4
v. 28.07.
Der
Artikel von
Jürgen DORBRITZ &
Gabriele VOGT beschränkt sich leider
nicht auf die Faktenlage, sondern versucht die Entwicklung der
beiden Länder theoretisch einzuordnen, d.h. statt eines Vergleichs
der Bevölkerungsentwicklung beider Länder dominiert die
Interpretation der Entwicklung.
"Das christlich geprägte
Deutschland ebenso wie das von konfuzianischen Werten dominierte
Japan erleben beide extreme Kinderlosigkeit und ausgeprägte
Alterung",
schreiben die DORBRITZ & VOGT.
Ein Schaubild zeigt jedoch nur die Entwicklung der Geburtenrate
(TFR)..
Nur ein kurzer Abschnitt erwähnt die Kinderlosigkeit in beiden
Ländern:
"Die Anteile nichtehelich
geborener Kinder sind mit 2,15 % (2010) in Japan extrem niedrig.
In Deutschland werden gegenwärtig etwas mehr als ein Drittel
aller Kinder von unverheirateten Frauen zur Welt gebracht. Für
Japan gilt, dass Ehelosigkeit zu Kinderlosigkeit führt und damit
das Geburtenniveau begrenzt wird.
Hara (2008: 42) gibt die Kinderlosigkeit für den
Geburtsjahrgang 1960 mit 12,7 % an und verweist darauf, dass für
den Jahrgang 1970 ein Wert von 30 % erwartet wird. Als
häufigsten Grund für Kinderlosigkeit geben die japanischen
Frauen an, dass kein geeigneter Partner verfügbar sei (Hara
2008: 53). Für Frauen ab Mitte 30, die unverheiratet und
kinderlos sind, ist der Begriff
»Makeinu« geprägt worden, was so
viel wie »im Kampf geschlagener Hund« bedeutet.
In Deutschland ist die hohe Kinderlosigkeit (Geburtsjahrgang
1970: 21,9 %) vor allem durch die Situation im früheren
Bundesgebiet zu erklären."
Von Deutschland wissen wir,
dass das Niveau der Kinderlosigkeit bis Ende der Nuller Jahre weit
überschätzt wurde, weil von einem engen Zusammenhang zwischen
Ehelosigkeit und Kinderlosigkeit ausgegangen wurde.
Kinderlosigkeit wurde nicht statistisch erfasst, sondern lediglich
geschätzt als Haushalte ohne Kinder. Über die Glaubwürdigkeit der
japanischen Statistik zur Kinderlosigkeit werden wir jedoch nicht
informiert.
Betrachtet man den von DORBRITZ
& VOGT zitierten Aufsatz
Increasing Childlessness in Germany
and Japan: Toward a Childless Society? von Toshihiko HARA,
dann wird deutlich wie alt die hier vorgestellten Daten
tatsächlich sind: Sie stammen aus einer Erhebung von 2005. Da die
Erhebung alle 5 Jahre stattfindet, müssten inzwischen zumindest
Daten aus dem Jahr 2010, wenn nicht gar aus dem Jahr 2015
vorliegen. Auch in Japan scheint Kinderlosigkeit nicht erhoben,
sondern nur geschätzt zu werden:
"If one assumes that
nevermarried women remaining single at ages 45–49 are childless,
then childlessness has increased from 4.4% for the 1935 cohort to
8.2% for the 1960 cohort, progressively. By adjusting the
proportion of childlessness in married women to the proportion
based on the total population of women and then adding the
proportion of never-married women, approximately, one can estimate
childlessness of the women in sum. According this rough estimation,
childlessness in Japan increased from 7.5% for the 1935 cohort to
12.7% for the 1960 cohort. It’s still lower than the 21.8% in
Western Germany but higher than the 5.9% in Eastern Germany for
the 1960 cohort." (2008, S.45f.)
HARA vermutete aufgrund der
Fortschreibung der Paritätsverteilung von Geburten, dass die
Kinderlosigkeit bei japanischen Frauen zukünftig höher sein wird
als in Deutschland:
"According to the assumption of
the parity distribution in the latest population projections for
Japan (December 2005) by NIPSSR (2007b), childlessness will
increase from 12.7% for the 1955 cohort up to 30% for the 1970
cohort, beyond the present level in Germany, and reach 37.4% for
the 1985 cohort. On the other side, the share of women with two
children is estimated to decline from 47.1% to 36%, and finally to
33.1%. In other words, childless women will comprise the largest
female cohort in Japan in the future." (2008, S.48)
Von Deutschland wissen wir
inzwischen, dass der
Frauenjahrgang 1970 keineswegs die
geschätzten ein Drittel Kinderloser erreichte. DORBRITZ & VOGT
beziffern den Anteil auf 21,9 %. Es bleibt also abzuwarten, ob die
japanischen Schätzungen nicht ebenfalls zu hoch sind.
Das Fazit von DORBRITZ & VOGT ist eher vage
gehalten und gibt - abgesehen von ein paar Zahlen zum Anteil über
65-Jähriger - lediglich Trends wieder:
"Beide Bevölkerungen gehören
zu den ältesten der Welt. In Japan verläuft der Alterungsprozess
allerdings schneller als in Deutschland und ist weiter
vorangeschritten (...). Das liegt daran, dass erstens die
japanischen Babyboomer früher geboren wurden, daher älter als
die deutschen sind und damit früher in das Rentenalter
eintreten. Zweitens verzeichnet Japan eine höhere
Lebenserwartung als Deutschland, wodurch der Alterungsprozess
beschleunigt wird. Drittens verfügt Japan nicht über eine
Zuwanderung, die Alterungseffekte mildern könnte.
Die Unterschiede im Alterungsprozess veranschaulichen die
Anteile der Personen, die 65 Jahre oder älter sind: 1990 war der
Anteil in Deutschland mit 15,3 % noch höher als in Japan (12,1
%). Im Jahr 2012 betrug der Anteil in Japan bereits 24,2 %,
während in Deutschland nur ein Anstieg auf 21,1 % zu verzeichnen
war.
Eine weitere Besonderheit Japans ist, dass die Alterung der
Bevölkerung von einem einsetzenden Schrumpfungsprozess begleitet
wird. Beide, die natürliche Bevölkerungsbilanz und die
Wanderungsbilanz, haben seit kurzem negative Vorzeichen. Für
Deutschland werden zwar auch Rückgänge der Bevölkerungszahl
prognostiziert, diese wurden bisher aber fast immer durch eine
starke Zuwanderung verhindert."
|
|
| |
|
WIECHMANN, Thorsten
(2015): Das Schrumpfen akzeptieren.
Europas Städte im demografischen Wandel,
in: Aus Politik und
Zeitgeschichte Nr.31-32 v. 27.07.
"Ein einheitliches
Begriffsverständnis darf (...) nicht vorausgesetzt werden. In
einem weiten Sinne wird jede Form der Veränderung der
Bevölkerung eines Gebietes als demografischer Wandel tituliert.
Der gegenwärtig diskutierte Wandel wird jedoch primär von zwei
Triebkräften bestimmt: erstens vom dauerhaften Absinken der
Geburtenrate unter das gesellschaftliche Reproduktionsniveau
sowie zweitens vom anhaltenden Anstieg der Lebenserwartung.
Mitunter wird aber auch die Veränderung von Haushaltsgrößen und
-strukturen, die Veränderung von Lebensstilen sowie der
steigende Bevölkerungsanteil von Menschen mit
Migrationshintergrund unter dem Begriff des demografischen
Wandels subsumiert",
erklärt uns Thorsten WIECHMANN.
Man wundert sich, dass ausgerechnet die Migration, die seit
Jahrzehnten die Städte prägt, nicht als "Triebkraft" des
demografischen Wandels hervorgehoben wird. Der
Politikwissenschaftler Christian RADEMACHER spricht deshalb vom
demografischen Wandel als Ideologie. Wer das Schrumpfen zum
Hauptproblem macht, der muss offenbar von Zuwanderung schweigen!
Dazu passt, dass die Daten sich
auf die Jahre 1990 bis 2010 beziehen, während die gegenwärtige
Entwicklung ausgeblendet wird. Es geht auch nicht um Städte
(100.000 und mehr Einwohner) wie der Titel suggeriert, sondern
lediglich um Gemeinden ab 5.000 Einwohner. Selbst im betrachteten
Zeitraum dürfte es erstaunen, dass Schrumpfung kein Problem ist,
das innerhalb von Europa in erster Linie ein deutsches Problem
ist. Die Türkei, die uns gerne als "virile" Bevölkerung
beschrieben wird, hatte prozentual gesehen einen annähernd
gleichen schrumpfenden Gemeindeanteil wie Deutschland (22 % im
Vergleich zu 23 %). Die meisten schrumpfenden Gemeinden hatte
Ungarn (51 %) und Polen (32 %). Selbst wenn man die vom Schrumpfen
betroffenen Einwohnerzahlen nimmt, liegt Ungarn (66 %) und Polen
(36 %) vor Deutschland (25 %) und Italien (ebenfalls 25 %).
Davon abgesehen ist die
Kategorisierung in Gemeindetypen fragwürdig. Bedeutet Schrumpfung
in der ländlichen Türkei nicht etwas ganz anderes als im
städtischen Deutschland? Suggeriert die Einteilung nicht
Vergleichbarkeit wo keine vorhanden ist? Der
Politikwissenschaftler Christian RADEMACHER hat bereits für
Deutschland deutlich gemacht, dass die
Typen der privaten, neoliberalen Bertelsmann-Stiftung
fragwürdig sind, weil sie intransparent sind. Um wie viel
fragwürdiger sind solche Typen, wenn sie im europäischen Rahmen
verwendet werden?
|
|
| |
|
LESSENICH, Stephan
(2015): Mexikaner Europas.
Die Vorbilder der "Dr. Schäuble"-Strategie und warum sie einen neuen
Kolonialismus etabliert,
in:
Süddeutsche Zeitung v.
27.07.
|
|
| |
|
FRITZEN, Florentine (2015): Die starken Freunde des Elterngelds.
Gerät nach der "Herdprämie" auch der Liebling der deutschen Politik
ins Visier? Da sei Karlsruhe vor,
in:
Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung v.
26.07.
BOLLMANN, Ralph (2015): Betreutes Bezahlen.
Für das Betreuungsgeld sind die Länder zuständig. Das Geld dafür
wollen sie trotzdem vom Bund. Welch ein Irrsinn,
in:
Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung v.
26.07.
|
|
| |
|
REHFELD, Nina (2015): Das Weibchen von New York.
Eine Journalistin hat unter den Superreichen an der Upper East Side
gelebt - und schildert deren Frauen in einem Buch als Luxusprimaten,
die heftig um ihren Rang buhlen,
in:
Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung v.
26.07.
|
|
| |
|
Das Single-Dasein in Schweden
DEININGER, Roman (2015): Ewiges Bullerbü.
Alle lieben die tollen Schweden, die Weltmeister in Wohlstand, Glück
und vor allem: Gleichberechtigung. Aber immer progressiv sein zu
müssen - das ist manchmal ganz schön anstrengend,
in:
Süddeutsche Zeitung v.
25.07.
|
|
| |
|
TUTT, Cordula (2015): "Wir wollen in Deutschland mehr Kinder".
Annegret Kramp-Karrenbauer: Die Saar-Ministerpräsidentin zum Streit
ums Betreuungsgeld und zu dem Familienbild ihrer Unions-Partei,
in:
Wirtschaftswoche Nr.31 v.
24.07.
Annegret KRAMP-KARRENBAUER
verteidigt das Betreuungsgeld, plädiert für ein Familiensplitting
und ist gegen das volle Adoptionsrecht für
gleichgeschlechtliche Paare. Alleinerziehende kommen dagegen
lediglich als SozialhilfeempfängerInnen in den Blick.
|
|
| |
|
KRUG, Uli (2015): Hauptsache, du siehst gut aus.
JW-Serie (1):
Die Mods stellten Stil über Schichtzugehörigkeit, machten die
Moderne zur Mode und ließen die Vergangenheit hinter sich,
in:
Jungle World Nr.30 v.
23.07.
In Zeiten der neuen
Klassengesellschaft erinnert Uli KRUG an das
Swinging London der Mods, also an jene Zeit, in der unser Individualisierungsglaube
entstand:
"erste Jugendkultur, die als
solche bezeichnet werden kann, weil in ihr generationelle
Zugehörigkeit und musikalisch-modischer Habitus den individuellen
Lebensstil wohl zum ersten Mal in der westlichen Sozialgeschichte
mehr bestimmten als die Zugehörigkeit zu einer bestimmten
sozialen Schicht oder ethnischen Gruppe."
Inzwischen überwiegt das
hässliche Gesicht dieses Individualisierungsversprechens:
Neoliberalismus und Hartz sind lediglich die Kehrseite des Pop. Stil
mündete in Distinktion und neues Bürgertum sowie dessen
Zwillingsbruder: die Unterschicht.
Die Mods waren Bestandteil der
Konsumgesellschaft, während die Gesetze des Sozialstaats
ausgeblendet blieben...
|
|
| |
|
DESTATIS (2015): 2,1 % weniger Ehescheidungen im Jahr 2014,
in: Pressemitteilung des
Statistischen Bundesamtes
v. 23.07.
|
|
| |
|
BIB (2015): Immer weniger Menschen trauen sich ein zweites Mal.
Grafik
des Monats,
in: Bundesinstitut für
Bevölkerungsforschung v. 22.07.
|
|
| |
|
GREEN, Anna (2015): Eat Pussy, Not Pork,
in:
Vice Online v.
22.07.
"Dass Veganer sich gern mit
Ihresgleichen paaren, ist keine Seltenheit. So habe ich mich nicht
nur auf Tinder schon das ein oder andere Mal über die Erfolgsquote
der »Vegans only« Strategie gewundert — es gibt inzwischen
Dating-Seiten, Blind Dating Events und auch Facebook-Gruppen für die
veganen Singles dieser Welt, berichtet Anne GREEN. Im Mittelpunkt
des Artikels stehen jedoch die Vorstellungen von Veganern über
Partnerschaften mit Nicht-Veganern.
|
|
| |
|
taz-Schwerpunkt:
Und wer betreut jetzt die CSU?
Verlierer: Erst wird die Maut gestoppt, jetzt verbietet Karlsruhe
auch noch das bundesweite Betreuungsgeld: Seehofers gescheitertes
Lieblingsprojekt |
SCHMOLLACK,
Simone (2015): Nur in Bayern mit Mutti allein.
Reaktionen: SPD und Opposition begrüßen das Urteil. Bayern kündigt
an, das Betreuungsgeld weiter zu zahlen. Nun entbrennt ein Streit,
was mit dem Geld künftig passieren soll,
in:
TAZ v.
22.07.
SCHMOLLACK,
Simone (2015): Jetzt muss der Kitaausbau kommen.
Kommentar zum gekippten Betreuungsgeld,
in:
TAZ v.
22.07.
|
|
| |
|
SZ-Tagesthema: Karlsruhe
kippt Betreuungsgeld.
Sie wurde als Herdprämie geschmäht, doch von Hunderttausenden Familien
in Anspruch genommen. Nun hat das Bundesverfassungsgericht die
umstrittene Sozialleistung als grundgesetzwidrig verworfen. Der Streit
ist damit noch nicht beendet. Die CSU will den Zuschuss retten. Und
viele Eltern fragen sich: Für wen gibt es noch Geld?
JANISCH, Wolfgang
(2015): Auch Verlierer haben Glück.
Die CSU setzt sich beim Betreuungsgeld zwar nicht durch. Trotzdem
könnte sie sich eigentlich freuen,
in:
Süddeutsche Zeitung v.
22.07.
HEIDENREICH, Ulrike
(2015): Schluss, aus, vorbei?
Wie sich das Urteil des Verfassungsgerichts auf Familien mit kleinen
Kindern auswirkt,
in:
Süddeutsche Zeitung v.
22.07.
|
|
| |
|
SIEMS, Dorothea (2015): Der Ruin der Familienhilfen.
Kommentar,
in:
Welt v.
22.07.
ALEXANDER, Robin (2015): Das Betreuungsgeld ist gefloppt - außer
bei den Wählern.
Nach dem Nein durchs Verfassungsgericht sieht die Union wie ein
Verlierer aus. An der Wahlurne hat die "Herdprämie" aber nicht
geschadet,
in:
Welt v.
22.07.
MENKENS, Sabine (2015): Manuela Schwesig, die strahlende Verliererin.
Für die Familienministerin war die formale Niederlage in Karlsruhe
ein Sieg. Sie hat das Betreuungsgeld bekämpft,
in:
Welt v.
22.07.
GÖBEL, Heike (2015): Familienpolitische Ideale.
Kommentar,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v.
22.07.
|
|
| |
|
CASPARI, Lisa (2015): Wer finanziert die Wahlfreiheit?
Union und SPD zanken übers Betreuungsgeld: Die Familienministerin
darf das frei gewordene Geld nicht behalten. Und Horst Seehofer darf
es nicht einfach selbst auszahlen,
in:
ZEIT Online v.
22.07.
|
|
| |
|
FR-Tagesthema:
Wohin mit dem Betreuungsgeld?
900
Millionen Euro = 27000 Erzieherinnen |
SIEVERS, Markus
(2015): Was tun mit den Millionen?
Nach dem Urteil zum Betreuungsgeld werden im Bundeshaushalt hunderte
Millionen Euro frei. Was plant die Regierung mit dem Geld?
in:
Frankfurter Rundschau v.
22.07.
|
|
| |
|
PANY, Thomas (2015): Bundesverfassungsgericht kippt Betreuungsgeld.
Voraussetzungen für eine Gesetzgebungskompetenz des Bundes sind
nicht erfüllt. Auch die "Wahlfreiheit" ist dafür ein unzureichendes
Argument,
in:
ZEIT Online v.
21.07.
|
|
| |
|
SADIGH, Parvin (2015): Die Kein-Kind-Politik.
Karlsruhe kippt das Betreuungsgeld. Vielleicht hört nun auch das
Gezerre an den Müttern auf. Denn das hat vor allem ein Ergebnis:
weniger Kinder,
in:
ZEIT Online v.
21.07.
|
|
| |
|
FR-Tagesthema:
Für die Tonne?
Das
Betreuungsgeld sorgt seit Jahren für Ärger - nicht nur in der
Politik. Heute entscheidet das Verfassungsgericht, ob es
abgeschafft wird |
KNAPP, Ursula
(2015): Herdprämie droht das Aus.
Das BVerfG entscheidet heute über das Betreuungsgeld. Während das
Gesetz vor allem aus Sicht der Emanzipation und der frühkindlichen
Förderung in die Kritik geraten ist, geht es in Karlsruhe darum, ob
der Bund solche Gesetze erlassen darf,
in:
Frankfurter Rundschau v.
21.07.
|
|
| |
|
PRANTL, Heribert (2015): Zeitenwende: Das Altern als Glücksfall für
die Gesellschaft.
Ein neuer Gesellschaftsvertrag,
in:
Der Bürger im Staat,
Heft 2-3
HRADIL,
Stefan
(2015): Die Alterung der Bevölkerung.
Die demographische Entwicklung in Deutschland,
in:
Der Bürger im Staat,
Heft 2-3
SCHMIDT, Manfred G. (2015): Auf dem Weg in die Gerontokratie?
Alter und Politik,
in:
Der Bürger im Staat,
Heft 2-3
VOGEL, Claudia & Sonja NOWOSSADECK (2015): Aktives Alter(n):
Freiwilliges Engagement im Alter.
Freiwilliges Engagement - eine Norm für gelingendes Altern?
in:
Der Bürger im Staat,
Heft 2-3
BÖRSCH-SUPAN, Axel (2015): Armut im Alter.
Altersarmut wirksam verhindern,
in:
Der Bürger im Staat,
Heft 2-3
SCHMITZ, Jutta (2015): Lust oder Frust? - Erwerbstätigkeit im
Rentenalter im Kontext aktueller Deutungen.
Erwerbsarbeit im Rentenalter,
in:
Der Bürger im Staat,
Heft 2-3
HEINZE, Rolf G.
(2015): Wohn- und Lebensformen im Alter: Selbständigkeit erhalten,
Integration fördern.
Daheim statt Heim!
in:
Der Bürger im Staat,
Heft 2-3
WURM, Susanne & Anke-Christine SAß (2015): Gesundes Leben im Alter -
geht mit dem Alter alles nur bergab?
Gesundheit und Krankheit im Alter,
in:
Der Bürger im Staat,
Heft 2-3
KLIE, Thomas
(2015): Wege in eine sorgende Gesellschaft?
Quo vadis Pflege?
in:
Der Bürger im Staat,
Heft 2-3
KÖKGIRANK, Gürcan & Anna-Lena
KÖKGIRANK
(2015): Älterwerden in der Fremde.
Altwerden in einem fremden Land,
in:
Der Bürger im Staat,
Heft 2-3
SCHRUPP, Antje (2015): "Methusalems Mütter" - Vom Feminismus und der
Frauenbewegung lernen.
Das kreative Potenzial des Feminismus,
in:
Der Bürger im Staat,
Heft 2-3
|
|
| |
|
HÄRDER, Max & Konrad FISCHER
(2015): Die 800-Millionen-Euro-Frage.
Familienpolitik: Das Verfassungsgericht könnte das Betreuungsgeld
kippen. Das ist nicht nur in Bayern beliebt. Daher ist Streit ums Geld
nach dem Urteil garantiert,
in:
Wirtschaftswoche Nr.30 v.
17.07.
|
|
| |
|
GIERSBERG, Georg (2015): Die richtige Arbeit
ist schwer zu finden.
Noch nie waren so viele Menschen in Deutschland beschäftigt wie
heute. Dennoch suchen andere verzweifelt eine Stelle, weil sie
arbeitslos oder mit ihrer Arbeit unzufrieden sind,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v.
15.07.
Die Wirtschaftspresse hat ein
Problem: Sie muss die Interessen ihrer Anzeigenkunden befriedigen,
d.h. einen Fachkräftemangel ausrufen, der angeblich aufgrund des
demografischen Wandels besteht. Andererseits bröckelt die
Leserbindung angesichts der Tatsache, dass hoch qualifizierte
Akademiker in Zeiten des angeblichen Fachkräftemangels trotz
intensiver Suche keine Arbeit finden. Die Wirtschaftspresse hat also
ein Glaubwürdigkeits- und Profitproblem. Das Dilemma versucht Georg
GIERSBERG durch folgenden Erklärungsversuch zu lösen:
"Nachrichten vom Arbeitsmarkt
sind widersprüchlich und vor allem für den Einzelnen häufig mit
der eigenen Erlebniswelt nicht in Einklang zu bringen. Für einen
jungen Junior-Produktmanager in einem internationalen Konzern ist
es schwer zu begreifen, warum er auf seine vielen Bewerbungen bei
anderen Unternehmen kaum Gesprächsangebote bekommt, wo doch
angeblich Fachkräftemangel herrscht. In einer solchen Situation
(...) nerven alle positiven Meldungen über die steigende
Beschäftigung oder über den Rückgang der Arbeitslosigkeit.
Aber nach wie vor gehört beides zu einer realistischen Darstellung
des Arbeitsmarktes: Einerseits werden händeringend Mitarbeiter
gesucht, andererseits tippen sich Bewerber die Finger wund und
finden keine neue Stellte. Schließlich gibt es trotz aller
Beschäftigungshöchststände noch immer fast 3 Millionen
Arbeitslose, davon viele Langzeitarbeitslose."
Der demografische Wandel spielt
bei dieser Erklärung keinerlei Rolle, sondern wird erst wieder am
Ende des Artikels als mögliche zukünftige Bedrohung der Wirtschaft
an die Wand gemalt:
"Bis 2020 könnte sich die Lage
deutlich verschärfen. Bis dahin gehen sehr viele gutausgebildete
Facharbeiter in Rente",
wird ein Lobbyverband der
Unternehmer aus Berlin-Brandenburg zitiert. Damit es auch der
dümmste FAZ-Leser kapiert, wird diese mögliche Entwicklung
(schließlich wird im Konjunktiv gesprochen) von GIERSBERG als
Entwicklung zum "dramatischen Fachkräftemangel" - ganz ohne
Konjunktiv - stilisiert. Schließlich sitzen der FAZ die
Anzeigenkunden aus der Wirtschaft im Nacken!
Seit ca. 50 Jahren wird uns immer
wieder ein zukünftiger Arbeitskräftemangel aufgrund des
demografischen Wandels prophezeit, der jedoch nie eingetroffen ist.
Sollte es ausgerechnet jetzt anders sein? Und was wäre daran so
schlecht, außer dass die Wirtschaft endlich bessere
Arbeitsbedingungen schaffen müsste? Oder wird nicht doch die
fortschreitende Roboterisierung und Digitalisierung sowie ein
technologischer Wandel, den sich heute kaum jemand vorzustellen
vermag, einen (Fach-)Arbeitskräftemangel ganz und gar illusorisch
machen?
|
|
| |
|
|
|
| |
|
[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 01. - 14. Juli 2015
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Bitte beachten Sie:
single-dasein.de ist nicht verantwortlich für die
Inhalte externer Internetseiten
|
|
| |
|
|
|
| |
|
[ Homepage ] |
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|