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Medienrundschau:
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News vom 01. -
03. Juni 2016
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Zitat
des Monats:
Der
demografische Wandel ist kein gutes Argument zugunsten der
Kapitaldeckung
"Nicolas
Barr von der London School of Economics (...) erklärt: »Aus
wirtschaftlicher Sicht ist der demografische Wandel kein gutes
Argument zugunsten kapitalgedeckter Systeme.« Besser seien ein
über Steuern und Abgaben finanzierter Sozialstaat und
Investitionen in Bildung, damit künftige Generationen mittels
einer hohen Produktivität das Geld für die Versorgung der
Rentner und Kranken erwirtschaften können."
(Daniel Baumann & Stephan Hebel
"Gute
Macht-Geschichten", 2016, S.99)
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ROTH, Johanna (2016): Wer schwanger wird, hat Pech.
Gleichstellung: Mit dem ersten
Gedanken an Kinder kommen Verwerfungen zwischen den Geschlechtern zum
Vorschein, die man lange vorbei glaubte,
in:
TAZ v. 03.06.
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HAERDER, Max (2016): Kassensturz.
Blickpunkte: Sind wir im Alter alle
arm? Ist Riester gescheitert? Arbeiten wir bald bis zum Umfällen?
Politiker schüren in der Rentenpolitik Ängste, malen zu schwarz und
wecken teure Sehnsüchte. Zeit für nüchterne Zahlen und bessere Ideen,
in:
Wirtschaftswoche Nr.23 v. 03.06.
Martin GREIVE hat in
der Welt gerade den Rentenwahlkampf beerdigt und dafür
einen Steuersenkungswahlkampf eröffnet. Nun fährt ihm Max HAERDER in
die Parade und eröffnet erneut den Rentenwahlkampf.
Die Wirtschaftswoche
stellt uns die 73-jährige Frau Mustermann vor, die so etwas wie die
arbeitende Mitte Deutschlands repräsentiert. Ein Zufall, dass das IW
Köln gerade die Notwendigkeit eines
Renteneintrittsalter von 73 Jahren errechnet hat?
HAERDER rechnet uns nun vor, dass
Deutschland gerade ein "stilles Senioren-Wirtschaftswunder" erlebt.
Wird uns nicht landauf landauf vorgejammert, dass die Rente ab 63
alles zunichte gemacht hat, was die Agenda 2010 mühsam an
Errungenschaften auf dem Gebiet der Rente erreicht hatte? Damit das
Seniorenwirtschaftswunder nicht mehr still bleibt, posaunt uns nun
HAERDER die Ohren voll:
"Im Jahr 2000 gingen Frauen und
Männer im Schnitt mit 62,3 Jahren in Rente, 2014 lag die Grenze
bereits bei 64,1 Jahren. Zur Jahrtausendwende hatten von den
damals 60- bis 64-Jährigen nur 20 Prozent einen Job. 15 Jahre
später sind es deutlich mehr als doppelt so viele: 53 Prozent.
Selbst unter den über 65-Jährigen steigt die Zahl derer, die
arbeiten gehen, seit Jahren kontinuierlich an."
Widersprüche und Halbwahrheiten
erblickt HAERDER lediglich in der Politik, aber nicht in den
neoliberalen Mainstreammedien. Deshalb stellt er uns den Ökonomen
Reinhold SCHNABEL vor, denn der hält sich an Zahlen, die nicht
lügen, statt an
Menschen, die fühlen. Dumm nur, dass uns gleichzeitig eine
Wirtschaftswoche-Serie vorführt,
dass Zahlen sehr wohl lügen können.
SCHNABEL soll uns neue
Erkenntnisse ermöglichen, verkündigt uns vollmundig HAERDER. SCHABEL
hat jedoch die Rechnungen seiner Kollegen nur ergänzt -
weshalb das Ergebnis keine neue Erkenntnis ist, sondern lediglich
alter Wein in neuen Schläuchen.
Während andere Ökonomen einfach
nur z.B. eine Stabilisierung des Niveaus der gesetzlichen Rente bei
47,7 Prozent annahmen und dann den Beitragssatz steigen ließen, geht
SCHNABEL her und hält den Beitragssatz bei 22 Prozent stabil, d.h.
dann müsste der Bundeszuschuss entsprechend steigen. Im Jahr 2030
würden dafür 136 Milliarden Euro benötigt werden. Offenbar sollen
die Leser angesichts dieser Zahl einen Schock bekommen, weil sie
selber nicht einmal den Bruchteil dieses Betrags je im eigenen
Geldbeutel hatten und deshalb gar nicht abschätzen können, was
dieser Betrag im Rahmen des Bundeshaushaltes überhaupt bedeutet.
HAERDER jedenfalls, erzählt uns etwas ganz vollkommen Unsinniges:
"Um das Stabilitätsversprechen
zu erfüllen, müsste der allgemeine Bundeszuschuss aus Steuern an
die Rentenkasse bis 2030 von heute 64 Milliarden Euro auf dann 136
Milliarden mehr als verdoppelt werden. Wohlgemerkt: pro Jahr."
Zum einen wird uns nicht gesagt,
auf welchen Annahmen diese Berechnungen beruhen, was unseriöser
Journalismus ist. Die meisten Berechnungen orientieren sich jedoch
an den Annahmen des
Rentenversicherungsberichts 2015. Dieser nennt folgende Annahmen
zur Bevölkerungsentwicklung:
"Die Annahmen zur
Bevölkerungsentwicklung orientieren sich an der 13. koordinierten
Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes, der
die Ergebnisse des Zensus 2011 zugrunde gelegt wurden. Ferner
wurde die Veränderung der Lebenserwartung angepasst und die
tatsächlichen Wanderungssalden der letzten Jahre berücksichtigt.
Die mittlere fernere Lebenserwartung von 65-jährigen Frauen wird
von heute bis zum Jahr 2030 um rund 1,3 Jahre auf 22,5 Jahre
ansteigen. Bei Männern wird ein Anstieg von 1,3 Jahren auf dann
19,1 Jahre erwartet. Die zusammengefasste Geburtenziffer bleibt
annahmegemäß langfristig auf dem gegenwärtigen Niveau von rund
1,4. Darüber hinaus wird langfristig von einer jährlichen
Nettozuwanderung von 200 000 Personen jährlich ausgegangen."
Die
13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen
Bundesamtes war bereits bei Erscheinen im April 2015 wegen der
viel höheren Zuwanderung und der gestiegenen Geburtenrate überholt.
Eine
aktuelle Prognose des IW Köln kommt dagegen zu viel höheren
Erwerbstätigenzahlen, sodass die Entwicklung des Verhältnisses von
Beitragszahlern und Rentenempfängern als zu pessimistisch
eingeschätzt werden muss.
Im Mai hatte
uns Jochen PIMPERTZ im Auftrag der Unternehmenslobby INSM
vorgerechnet, dass die Mehrkosten bis 2030 lediglich 28 Milliarden
Euro betragen würden. Mit welchen Rechentricks kommt also SCHNABEL
auf seine mehr als doppelt so hohe Summe?
Fazit: Glaube keiner Statistik,
die Du nicht selber gefälscht hast. Solange also die Annahmen von
SCHNABEL nicht offen gelegt sind, sollten wir uns nicht mit solchen
unseriösen Zahlenangaben abspeisen lassen. Also: Zahlen auf den
Tisch!
Als nächstes stellt uns HAERDER
einen ehemaligen Bankberater vor, der aufgrund der
Glaubwürdigkeitskrise von Bankberatern jetzt als "unabhängiger"
Berater arbeitet. Mehr als die üblichen Floskeln ist hier nicht zu
vernehmen. Wer zur privaten Altersvorsorge berät, der muss natürlich
die gesetzliche Rente schlecht reden, weshalb diese zur "Wette auf
die gesellschaftliche Produktivität" stilisiert wird. Wette soll
Glücksspiel oder Spekulation bedeuten. Unser ehemaliger Bankberater
muss es ja wissen!
"Diese Umlage wäre schon
heute ein ziemlich dürres Gestellt, würde es nicht an allen Enden
durch Steuermilliarden gestützt",
raunt uns HAERDER zu. Ein dürres
Gestell? Die Rentenversicherung wurde schon für vieles missbraucht,
z.B. zum Lastesel der Wiedervereinigung, zur Entlastung von
Unternehmen (Frührente!) oder zur Aufbesserung der Altersversorgung
von Müttern (Erziehungszeiten). Dies aus Steuermitteln zu bezahlen
wäre mehr als gerecht - wurde aber meist nur von den Beitragszahlern
geschultert. Also wo ist das Problem?
Nach unserem Bankberater wird uns
Thomas SCHÄFER mit seiner Deutschlandrente gepriesen. Diese soll der
privaten Altersvorsorge auf die Beine helfen, weil diese ansonsten
zu unlukrativ ist. Sanfter Zwang ist dafür notwendig.
"Schließlich bleiben gerade
noch gut zehn Jahre, bis die ersten Babyboomer dem Berufsleben den
Rücken kehren. Spätestens in 15 Jahren wird aus einer ganzen
Generation meist gut verdienender Leistungsträger eine riesige
Zahl an Leistungsempfängern geworden sein",
jammert uns HAERDER die Ohren
voll. Wenn uns stattdessen die Situation auf dem Ausbildungsmarkt
bzw. in den Universitäten vor Augen geführt werden soll, werden aus
den vielen Leistungsträgern vorwiegend Trottel, denen man nur unter
größten Mühen überhaupt das Nötigste beibringen kann. Und warum
waren dann in den 1990er Jahren und Anfang des Jahrtausends so viele
dieser supertollen Leistungsträger arbeitslos? Werden uns die
Generationen gerade so präsentiert, dass wir unseren Journalisten
ihre Jammerarien abkaufen? Offenbar werden wir Leser als dement
betrachtet, die heute nicht mehr wissen, was vor 10, 20 oder 30
Jahren Sache war.
HAERDER spielt Möchtegern-Spiegel-Autor,
wenn er uns Nikolausgeschichten erzählt, als ob wir bei den
Erfindern der Deutschlandrente zu Hause gewesen wären. Mehr Fakten
wären nützlicher als solche Homestory-Allüren.
Zuletzt wird uns Axel
BÖRSCH-SUPAN als Papa des Nachhaltigkeitsfaktors vorgestellt. Mit
seinen Beratertätigkeiten sollen wir uns beeindruckt fühlen. Die
Kopplung des Renteneintrittsalters an die durchschnittliche
Lebenserwartung, die uns in der Rentendebatte auch schon Wolfgang
SCHÄUBLE um die Ohren gehauen hat, ist auch so eine Idee des
neoliberalen Ökonomen, den uns die FAZ als Nachfolger von
Bert RÜRUP aufgeschwatzt hat, weil der sich nahtlos ins neoliberale
Portfolio der Wirtschaftsweisen eingereiht hätte. Statt Rente mit 70
wie bei SCHÄUBLE sollen wir nach BÖRSCH-SUPANs Vorstellungen erst im
Jahr 2055 die Rente mit 69 nötig haben. Der Ökonom erscheint
angesichts von Drohungen mit der Rente mit 73 als richtiger
Humanist.
"In den Siebzigerjahren hatte
ein 65-jähriger Mann nun einmal noch etwa elf Jahre zu leben.
Heute sind dem durchschnittlichen Rentner sechs weitere Jahre
geschenkt. Bei den Frauen sind aus 13 Jahren Rente schon mehr als
21 Jahre geworden. Ein wundervoller Sieg der Medizin",
lullt uns HAERDER ein. Wir sollen
nämlich gar nicht zum Nachdenken kommen, denn sonst könnten wir
feststellen, dass die 65-Jährigen der 70er Jahre in den Jahren 1905
- 1914 geboren worden sind. Waren da nicht etwa zwei Weltkriege
dazwischen? Und die Wunder der Medizin schrumpfen schnell zusammen
auf das Fehlen von Bombenangriffen und Tod auf den Schlachtfeldern
des Vaterlandes. Deshalb taugen Präventionsoffensiven und eine
bessere Gesundheitsvorsorge nur sehr bedingt. Frieden und gute
Arbeitsbedingungen sowie hohe Lebensqualität sind wesentlich
ausschlaggebender als die gepriesenen Wunder der Medizin.
Fazit: Auf die Präsentation
nüchterner Zahlen warten wir nach dem Ende des Artikels immer noch.
Besoffene Zahlen haben wir stattdessen reichlich präsentiert
bekommen, wenn man darunter Zahlen versteht, die nicht
nachvollziehbar sind. Also wo bleiben die transparenten Zahlen, mit
denen wir uns selber ein Bild machen können? Stattdessen soll das
Fehlen von Fakten durch Home-Story-Elemente, Musterfrauen und zur
Wahrheit aufgeblasenen Berechnungen verschleiert werden (bitte beim
Kollegen HOYER nachlesen!).
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HOYER, Niklas (2016): Das
Geheimnis von Dietzhölztal.
Serie Die Tücken der Statistik (4):
Mittelwerte suggerieren unumstößliche Wahrheit. Dabei lässt sich mit
ihnen eine gewünschte Aussage herbeizaubern,
in:
Wirtschaftswoche Nr.23 v. 03.06.
Niklas HOYER erklärt uns u.a. am
Beispiel der hessischen Gemeinde Dietzhölztal den Unterschied
zwischen dem arithmetischen Mittel (Durchschnittseinkommen) und dem
Medianeinkommen, dessen Berechnung im Falle der relativen Armut
oftmals als lächerlich abgetan wird, hier jedoch auf der
Gemeindeebene wird es uns als dem Durchschnittseinkommen überlegen
präsentiert, weil es den verzerrenden Einfluss von Spitzenverdienern
beseitigt. Auch zur ökonomischen Definition von Schichtgrenzen wird
es herangezogen (z.B.
hier).
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Das bedingungslose Grundeinkommen in der Debatte
GÖBEL, Heike (2016): Ewig lockt das Grundeinkommen.
Kommentar: Dieses Angebot könnte
eine Dynamik in Gang setzen, die zu einer Mangelgesellschaft führt,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 03.06.
Heike GÖBEL fragt angesichts der Debatte um ein bedingungsloses
Grundeinkommen, ob sich das Subsidaritätsprinzip der christlichen
Soziallehre überlebt hat. Eine rhetorische Frage, die nur mit nein
beantwortet werden kann. GÖBEL sieht im bedingungslosen
Grundeinkommen eine "Hängematte", die mit einer "Steuerkeule"
einhergeht und unweigerlich in eine "sozialistische
Mangelgesellschaft" mündet.
GÖBEL sieht beim Sozialstaat
dennoch Verbesserungsbedarf, denn das Geld komme oftmals nicht
dort an, wo es am dringendsten benötigt würde.
THEILE, Charlotte (2016): 2300 Euro netto - ganz ohne Arbeit,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 03.06.
Charlotte THEILE nennt jeweils vier Vor- und Nachteile. Zuletzt
kommt das Totschlagargument:
"Eine Idee, die nur auf
nationaler Ebene Sinn ergibt, kann keine Idee der Zukunft sein."
TUMA, Thomas (2016): Alte Idee, neue Freunde.
Leidartikel: Abrechnung mit der
bizarr bunten Fan-Schar des Grundeinkommens,
in:
Handelsblatt v. 03.06.
Für Thomas TUMA ist das bedingungslose Grundeinkommen lediglich
eine Art "Luxus-Hartz ohne Druck der Arbeitsagentur". Und die
Tragfähigkeit des Konzepts sei sowieso längst ausdiskutiert,
weshalb die Debatte lediglich eine
"bizarre Mischung aus
ultraliberaler Staatsferne und Herz-Jesu-Sozialismus"
ist, aber keine Antwort auf die
Industrie 4.0.
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HERGERT,
Stefanie (2016): Im Blech Valley.
Prognos Zukunftsatlas: Eine
Grenzregion der Superlative: Die beiden Landkreise rund um
Friedrichshafen und Lindau profitieren von einer starken Industrie.
Doch das weiß kaum jemand - vor allem viele Fachkräfte nicht, die von
den Firmen dringend gesucht werden,
in:
Handelsblatt v. 03.06.
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REUTERS (2016): Die ungeliebte Lebensversicherung.
Der Druck auf die Konzerne zum
Verkauf ihrer Altbestände wird größer,
in:
Handelsblatt v. 03.06.
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BALCEROWIAK, Rainer (2016): Wohnen nur für Gutverdiener.
In vielen deutschen Städten wird der
Wohnungsmarkt immer angespannter,
in:
Neues Deutschland v. 03.06.
Rainer BALCEROWIAK berichtet über
eine
Analyse der Wohnsituation in 20 Großstädten über 300.000
Einwohner, die von Dörte NITT-DRIEßELMANN im Auftrag des HWWI und
einer Privatbank durchgeführt wurde. Die Analyse ist jedoch
oberflächlich, denn es wird lediglich die Haushaltsgröße mit der
Zimmeranzahl korreliert. Dieser Ansatz ist unzureichend, denn Single
ist nicht gleich Single:
"Das Angebot an
1-Zimmer-Wohnungen in den größten Städten Deutschlands ist im
Vergleich zu der Anzahl der Single-Haushalte so gering, dass in
Essen rein rechnerisch 13 Single-Haushalte auf eine
1-Zimmer-Wohnung kommen. Und selbst in München, der Stadt mit dem
höchsten Anteil an 1-Zimmer-Wohnungen im Vergleich, liegt das
Verhältnis bei 4 zu 1",
rechnet NITT-DRIEßELMANN vor.
Dabei wird vernachlässigt, dass viele Studenten in
Wohngemeinschaften statt in einem 1-Zimmer-Appartement wohnen. Sie
belegen dann 3-4 Zimmer-Wohnungen und konkurrieren mit jungen
Familien. Dies gilt insbesondere für große Universitätsstädte. Es
wäre also zumindest eine Analyse der Altersverteilung der
Einpersonenhaushalte notwendig gewesen, um ein realistisches Bild zu
erhalten. Auch Witwen/Witwer wohnen oftmals in größeren Wohnungen
und nicht im 1-Zimmer-Apartment. Nicht berücksichtigt wird auch,
dass die Wohnbedürfnisse von Paaren ohne gemeinsamen Haushalt nicht
unbedingt mit denjenigen von Partnerlosen identisch sind, ganz davon
abgesehen, dass gerade unverheiratet zusammenlebende Paare in
Statistiken vielfach als zwei Singles gezählt werden.
Solche Korrelationsstudien sind
zudem ungeeignet über die Wohnwünsche verschiedener Haushalte
Aussagen zu treffen. Studenten, Berufsanfänger, Partnerlose, Paare
ohne gemeinsamen Haushalt, getrennt wirtschaftende Paare,
Witwen/Witwer werden in Haushaltsstatistiken als "Singles"
klassifiziert als ob deren Lebenssituation nicht vollkommen
verschieden wären und entsprechend auch die Wohnwünsche breit
gefächert sind.
Fazit: Fehleinschätzungen
aufgrund unzureichender Analysen sorgen dafür, dass das
Wohnungsangebot und der weitere Bedarf selten den Wünschen der
Mieter entspricht. Analysen, die neben der Haushaltsgröße weder das
Alter, das Einkommen, noch die Lebenssituation berücksichtigen, sind
höchstens interessengeleitete PR, aber keine seriöse Analyse.
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CHZ
(2016): Vom Krisengebiet zum Szeneviertel.
Der Leipziger Osten hat ein ganz schlechtes
Image. Doch genau dort liefern sich Bauträger Bieterwettkämpfe um
unsanierte Mehrfamilienhäuser, und die Mieten steigen stärker als
anderswo - eine völlig unerwartete Entwicklung,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 03.06.
Der Artikel berichtet von Bauträgern in Leipzig, die sich auf die
Sanierung von maroden denkmalgeschützten Wohnhäusern spezialisiert
haben, weil aufgrund der guten Abschreibungsmöglichkeiten solche
Häuser mit hohem Profit an Kapitalanleger weiterverkauft werden
können. Da in Leipzig die innenstadtnahen Viertel bereits
gentrifiziert sind, wird nun auf Ortsteile im Leipziger Osten,
speziell Volkmarsdorf, zurückgegriffen, die aufgrund ihrer
Bausubstanz aus der Gründerzeit noch Profite versprechen. Zielgruppe
sind nicht Einheimische sondern zugezogene Yuppies, die sich um den
ehemals schlechten Ruf nicht kümmern, sondern hohe Mieten für
Komfortwohnungen zahlen.
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WELTER, Patrick (2016): Japan verschiebt die höhere Mehrwertsteuer.
Die Regierung hat Angst vor einem
Rückfall in die Deflation und sieht deshalb von ihrem Zeitplan für die
Steuererhöhung ab. Stattdessen will der Regierungschef seine
umstrittene Abenomics beschleunigen. Kritiker warnen vor den Folgen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 03.06.
WELTER, Patrick (2016): Offenbarungseid in Japan.
Leidartikel: Wieder verschiebt Abe
die Steuererhöhung. Das ist richtig und falsch zugleich,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 03.06.
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SCHIERITZ, Mark (2016):
Tod eines Dogmas.
Staat und Markt: Ausgerechnet der
Internationale Währungsform ruft das Ende des Neoliberalismus aus -
und was kommt jetzt,
in:
Die ZEIT Nr.24
v. 02.06.
Mark SCHIERITZ verteidigt den Neoliberalismus gegen
seine Verächter. Lediglich in den USA sieht er keinen weiteren
Bedarf mehr dafür, dagegen sei in Frankreich noch reichlich Bedarf
an Neoliberalismus.
In Sachen Deutschland verweist er
lediglich auf Angela MERKEL, die als Wohltäterin dargestellt wird.
Der Neoliberalismus also am Ende?
Keineswegs! Lediglich die neoliberale Rhetorik wird derzeit an die
Stimmungslage angepasst. Die Ziele bleiben weiterhin neoliberal.
Dies zeigt sich an der Rentendebatte: Stärkung der gesetzlichen
Rente? Fehlanzeige! Selbst die
Gewerkschaften als Arbeitnehmervertreter setzen lieber auf die
Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge.
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FREITAG-Wochenthema:
Hopp, Schwiiz!
Unsere Nachbarn stimmen über ein Grundeinkommen ab |
REUTER, Timo (2016): Marathonlauf in die Zukunft.
Etappe: Am kommenden Sonntag stimmt
die Schweiz als erstes Land über ein bedingungsloses Grundeinkommen
ab. Ein Besuch beim Vordenker der Initiative,
in:
Freitag Nr.22 v. 02.06.
VONTOBEL, Werner (2016): Schluss mit dem Sesseltanz!
Vision:
Bei der Frage nach dem Grundeinkommen geht es letztlich um einen
neuen Gesellschaftsvertrag. Der wäre dringend notwendig,
in:
Freitag Nr.22 v. 02.06.
BUTTERWEGGE, Christoph (2016): Das Lebensmodell eines
Lottogewinners.
Kritik: Wenn eine Utopie die Suche
nach realistischen Alternativen ablenkt, schadet sie mehr, als sie
nützt. Ein Verriss,
in:
Freitag Nr.22 v. 02.06.
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FÜLLER,
Christian (2016):
Falsche Gleichungen.
Bildung: Die Zahl der Abiturienten
und Studierenden wächst - das soziale Gefälle aber auch. Ein Buch
erklärt, warum,
in:
Freitag Nr.22 v. 02.06.
Christian FÜLLER stellt das Buch
Die Abstiegsgesellschaft von Oliver NACHTWEY als
Erklärungsalternative zum Buch
Du bleibst, was du bist von Marco MAURER gegenüber.
Angeblich ist der Aufstieg von Arbeiterkindern kein Problem mehr:
"Der Aufstieg aus Migranten-
und Arbeiterfamilien in die Hochschulen war noch nie so einfach
wie heute."
Der Begriff Aufstieg ist hier
jedoch völlig fehl am Platz, denn den gibt es höchstens auf dem
Arbeitsmarkt. Tatsächlich ist die Fixierung der Debatten um
Chancengleichheit im Bildungssystem eine verkürzte Sicht auf die
soziale Mobilität. Andererseits neigt FÜLLER wiederum dazu den
Zusammenhang von Bildung und Arbeitsmarkt ins andere Extrem der
Unabhängigkeit von sozialer Herkunft aufzulösen. Keineswegs sind
Akademikerkinder im gleichen Maße vom Abstieg bzw. von fehlenden
beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten bedroht wie
Nicht-Akademikerkinder. Die Probleme von High Potentials mit denen
anderer Arbeiter gleichzusetzen ist doch wohl eher einer elitären
Sicht geschuldet, die Individualisierung nicht als neoliberales
Versprechen, sondern als gesellschaftliche Realität auffasst. Oliver
NACHTWEY spiegelt die Sicht einer solchen elitären
gesellschaftlichen Gruppe folgendermaßen wieder:
"Erzählt die Literatur von
der sozialen Gegenwart, schildert sie Geschichten des Scheiterns,
der Unsicherheit, Abstiege und Abstürze. In dem Tatsachenroman
Möbelhaus (2015) rekapituliert ein unter dem Pseudonym Robert
Kisch schreibender ehemaliger Journalist seinen eigenen sozialen
Abstieg von der Edelfeder zum Möbelverkäufer. Es ist die
Geschichte eines langen Abrutschens, in dieser Form vielleicht
einzigartig. Aber sie zeugt auch vom Wandel einer ganzen Branche,
die noch vor wenigen Jahren berufliches Prestige, selbstbestimmte
Tätigkeiten und gute Einkommen versprach. Diese Welt des
Journalismus gibt es so nicht mehr oder allenfalls noch für
wenige" (NACHTWEY 2016, S.9)
Von der Edelfeder zum
schlichten Verkäufer? Das ist die Umkehr des Tellerwäscher-Mythos.
Solche Einzelfälle werden gerne zu Massenschicksalen
verallgemeinert.
"Ich kenne viele
Journalisten, die schon seit Langem keine Texte geschrieben haben,
weil sie nicht mehr gefragt sind",
wird diese Edelfeder
in einem Spiegel-Artikel zitiert. Nähme man statt des
Journalisten aber die Putzfrau, dann könnte man
in der FAS
lesen, dass zwischen Empirie und gefühlter Realität Welten liegen.
In drei Teilen zum Thema
Die netten Jahre sind vorbei wurden ähnliche
Absturz-Geschichten von Frank HERTEL ("Knochenarbeit")
und von Katja KULLMANN ("Echtleben")
vorgestellt.
Aber ist die Geschichte vom
Absturz einer Edelfeder zum Möbelverkäufer tatsächliche eine wahre
Geschichte oder nur die Neuerfindung eines Kreativen in der
Schaffenskrise, der sich als Buchautor eine neue Existenz aufgebaut?
Inzwischen ist bereits der zweite Roman dieser Edelfeder erschienen,
die eigentlich Guido ECKERT heißt, und dem Babyboomer-Jahrgang 1964
angehört. Welcher schlichte Möbelverkäufer hätte aber eine solche
Möglichkeit besessen? Es ist eindeutig: das soziale und kulturelle
Kapital ("Habitus") macht den Unterschied aus. Es ist die Antwort
auf die Frage: Bin ich noch Bohème oder schon Unterschicht, die
Christiane RÖSINGER vor einigen Jahren bereits stellte. Aber wer aus
den Wolken des Journalismus fällt, der darf von seinen ehemaligen,
immer noch weich wattierten Kollegen nicht unbedingt Verständnis
erwarten, sondern Distinktion:
"Die prekären Verhältnisse
sind das eine. Der Verlust kultureller Codes, die den Abstand zur
Normalwelt des Kleinbürgertums sicherten, ist das andere. Wer
gestern glänzende Reportagen schrieb und heute als Verkäufer im
Möbelhaus steht, hat sich nicht nur auf der Stufenleiter der
Gehaltsklassen nach unten bewegt. Er hat in der undefinierten
Kastenordnung der deutschen Gesellschaft einen Wechsel vollzogen,
der aus ihm einen anderen Menschen macht. (...). In seiner
Karriere gab es ein paar Unfälle, vermutlich auch ein paar
ungeschickte Entscheidungen. (...). (E)r arbeitet an vorderster
Front des Kapitalismus, wo dessen Kampfgesetze nicht in die Watte
feuilletonistischer Betrachtungen gehüllt, sondern schier
körperlich spürbar sind. Noch härter ist allenfalls die Arbeit im
Callcenter, dieser tödlichen Endstation für überzählige Medien-
und Kulturleutchen" (Ursula MÄRZ in der Zeit v. 29.04.2015)
NACHTWEY konstruiert gemäß FÜLLER
in Absehung solcher gesellschaftlicher Distinktionsverhältnisse eine
Art Multitude - ein Sammelbecken der "Frustrierten", die
angeblich ein gleiches Schicksal teilt. Deshalb wird am Schluss von
FÜLLER auch die Frage nach der Politisierungsmöglichkeit dieser
"frustrierten" Masse gestellt. Mehr als eine Absage an Klassenkampf
und Rechtspopulismus ist bei FÜLLER deshalb auch nicht zu finden.
Aber hat FÜLLER den Soziologen NACHTWEY überhaupt richtig
verstanden? Der schreibt nämlich:
"Was die Chancengleichheit
betrifft, ist es keine neue Nachricht, dass Kinder aus
Arbeiterfamilien ebenhäufig nicht dieselben Bildungschancen haben.
Im gesellschaftlichen Wettkampf um Chancen bleiben trotz der
formalen Gleichheit am Ende doch diejenigen mit dem geringeren
kulturellen Kapital auf der Strecke, während die von vornherein
Bessergestellten zuweilen auch ohne besondere eigene Leistungen
Erfolge erzielen." (2016, S.12)
Die Studien des Elitenforschers
Michael HARTMANN über den Selektionsmechanismus Habitus auf dem
Arbeitsmarkt sind in dieser Hinsicht aufschlussreich. Bildung ist
keine hinreichende, sondern lediglich eine notwendige Bedingung von
sozialem Aufstieg. Auch in einer Abstiegsgesellschaft (lediglich
eine simple Umkehrung der BECKschen Fahrstuhlmetapher!) sind nicht
alle gleich betroffen, sondern das soziale Milieu mit seinen
spezifischen Habitusmustern dienen auf dem Arbeitsmarkt als
Selektionskriterium, wenn die Bildung keinen Ansatzpunkt mehr dafür
bietet. Gleich und gleich gesellt sich gern - nicht nur auf dem
Heiratsmarkt!
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THELEN, Peter (2016): Mehr Betriebsrenten per
Tarifvertrag.
IG-Metall-Chef Hofmann stellt
Bedingungen: "Wir wollen Einfluss nehmen auf Leistungsangebot und
Anlagepolitik,
in:
Handelsblatt v. 02.06.
"Mit dem 2001 gegründeten
Versorgungswerk Metallrente ist die IG Metall heute schon
Vorreiter beim Ausbau der betrieblichen Altersversorgungen. Von
der Metallindustrie bis zum Textilhandwerk reichen inzwischen die
Branchen, die die attraktiven Konditionen nutzen, die die
Versicherungswirtschaft Metallrente wegen der Mengenvorteile von
Gruppenverträgen bietet",
berichtet Peter THELEN über die
Einbindung der Gewerkschaften in das System der betrieblichen
Altersversorgung in Deutschland. Vor diesem Hintergrund muss gefragt
werden, ob das Eintreten des DGB, d.h. der Dachorganisation der
Gewerkschaften für eine Stabilisierung des Niveaus der gesetzlichen
Rente eher nur halbherzig betrieben wird - nur aus einem Grund, um
sich höhere Profite durch die Stärkung der betrieblichen
Altersversorgung zu sichern.
Fazit: Bei den Gewerkschaften
gibt es einen internen Interessenkonflikt zwischen eigenen
Profitinteressen und der Vertretung der Interessen der Arbeitnehmer.
Der
Neue Heimat-Skandal hat in der Vergangenheit gezeigt, dass eine
solche Interessenverquickung sehr gefährlich ist.
Hinzu kommt, dass inzwischen auch
die betriebliche Altersversorgung von der Niedrigzinsphase
beeinträchtigt wird, wie die Senkung des
Garantiezinses bei der NLP zeigt.
Mit Forderungen nach einer
Enthaftung der Arbeitgeber (Wer trägt dann das Risiko einer
Insolvenz? Die Arbeitnehmer?), der Ersetzung von
Versicherungsmaklern durch einen
sanften Zwang
(Opt-out-Modell), wollen sich die Gewerkschaften konkurrenzlose
Profite sichern (Partnerschaften von Gewerkschaft und
Versicherungswirtschaft zu Lasten der gesetzlichen Rente?), die auch
noch durch staatliche Förderung flankiert werden sollen. Der Wegfall
der Beiträge
zu den Kranken- und Pflegeversicherung sollen die Betriebsrente
außerdem lukrativer machen.
Die IG Metall fordert deshalb im
Einklang mit der Lobby der bei den Betriebsrenten involvierten
Finanzdienstleister die Abschaffung der Anrechnung auf die
Grundsicherung im Alter. Einziger Dissens zu den
Unternehmenslobbyisten:
"Arbeitgeber (sollen)
gesetzlich verpflichtet werden, die Kostenvorteile, die sie durch
die Sozialabgabenfreiheit der Einzahlungen in eine Betriebsrente
haben, an die Arbeitnehmer weiter(zu)geben."
THELEN weist darauf hin, dass
diese Gewerkschaftsforderungen auch durch
zwei
Gutachten für das Finanz- und das Arbeitsministerium unterstützt
werden.
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MÖTHE, Alexander (2016): Gründerstolz und
Vorurteil.
Prognos Zukunftsatlas: In Chemnitz
hat sich abseits der Ost-Metropolen wie Leipzig eine lebhafte
Start-up- und Technologieszene entwickelt. De Prognos Zukunftsatlas
bescheinigt dem ehemaligen Karl-Marx-Stadt eine höchst kapitalistische
Dynamik,
in:
Handelsblatt v. 02.06.
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RASCH, Michael (2016): Auferstanden aus Ruinen.
Starke Belegung des deutschen
Immobilienmarktes - Übertreibungen und Überhitzungen in Metropolen und
grossen Städten,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 02.06.
"Nachdem der Markt vor 2010 zum Teil für über ein Dezenium im
Dornröschenschlaf gewesen war, ist er nun erwacht",
freut sich
Michael RASCH über den Immobilienmarkt in Deutschland. Bei Krediten
und der Verschuldung sieht RASCH noch Luft nach oben.
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NEUES DEUTSCHLAND-Tagesthema:
Internationaler Kindertag.
Kinderarmut in
der Bundesrepublik bleibt ein Massenphänomen. Auch in Zeiten einer
stabilen Konjunktur gehen die Zahlen nicht zurück. Sozialverbände
fordern nun eine Kinderpauschale
LAMBECK, Fabian (2016): Die Armut der Eltern trifft den Nachwuchs.
Zahl der Betroffenen 2015 leicht
gestiegen,
in:
Neues Deutschland v. 01.06.
POELCHAU, Simon (2016): Jedes Kind soll gleich viel wert sein.
Verbände fordern Pauschale von 250
bis 300 Euro,
in:
Neues Deutschland v. 01.06.
JUNG, Hagen (2016): Wo Armut zur Abtreibung
drängt.
Finanzielle Sorgen bewegen in
Mecklenburg-Vorpommern viele Frauen zum Schwangerschaftsabbruch,
in:
Neues Deutschland v. 01.06.
Hagen JUNG erklärt uns anlässlich eines Fachkongresses
Schwanger in Mecklenburg-Vorpommern, dass zwar 2015 im reichen
Bayern fast 12.000 Abtreibungen vorgenommen worden sind und im
armen Meckenlenburg-Vorpommern nur ca. 2600. Wenn man dies jedoch
auf die jeweilige Bevölkerung umrechnet, dann gibt es in
Mecklenburg-Vorpommern prozentual mehr Frauen, die abgetrieben
haben als in Bayern. Nicht die Religiosität oder andere Ursachen,
sondern die Einkommensverhältnisse sind dafür gemäß JUNG schuld.
Dies belegt er mittels Armutsbericht des Paritätischen
Wohlfahrtsverbandes und den darin veröffentlichten Armutsquoten,
die er mit den Schwangerschaftsabbruchquoten vergleicht. Bremen
belegt bei diesen Vergleich sowohl bei Armut als auch beim
Schwangerschaftsabbruch Platz 1. Obwohl jedoch
Mecklenburg-Vorpommern (Platz 2) ärmer ist als Berlin (Platz 3),
liegt Berlin bei den Schwangerschaftsabbrüchen vorne. Offenbar ist
der Zusammenhang hier doch nicht ganz so eindeutig und lässt sich
am ehesten bei den Extremen belegen.
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JOSWIG, Gareth (2016): Jedes siebte Kind ist
von Armut bedroht.
Geld: Die Zahl der Kinder, die von
Hartz IV abhängig sind, steigt. Insbesondere alleinerziehende Mütter
leiden unter Armut. Linkspartei-Chefin Katja Kipping fordert nun eine
Grundsicherung für unter 15-Jährige,
in:
TAZ v. 01.06.
Gareth JOSWIG berichtet - in einem Mini-Tagesthema - über eine
Berechnung von Sabine ZIMMERMANN (Linkspartei), die für 2015 einen
Anstieg der Hartz IV-Empfänger unter 15-Jahren gefunden hat - trotz
Rückgang der Arbeitslosigkeit. Ausschlaggebend seien dafür die
Alleinerziehenden, die ein hohes Armutsrisiko hätten.
Dazu gibt es einen
Wohlfühlkommentar (trugen nicht auch die Grünen die
Hartz-Reformen mit?) und einen
Erlebnisbericht der Schriftstellerin Kirsten FUCHS.
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SZ-Tagesthema: Kinderarmut
in Deutschland
HEIDENREICH, Ulrike (2016): Kindheit ohne Aussicht.
Ihre Zähne sind schlechter, sie
treiben weniger Sport. Sie können nicht so gut rechnen, sie fühlen
sich ausgegrenzt. Bei jungen Menschen macht Armut früh viel kaputt.
Vor allem aber fehlt ihnen etwas, was sicht mit Geld nicht wieder
aufwiegen lässt,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 01.06.
Kinderarmut ist ein doppeldeutiger Begriff, deren zwei Bedeutungen
in neoliberaler Manier gerne getrennt behandelt werden:
Kinderarmut bedeutet zum einen die geringe Zahl an Nachwuchs und
ist damit bevölkerungspolitisch zu lösen, zum anderen wird
Kinderarmut als ein Problem sozialer Ungleichheit betrachtet, das
dann sozialpolitisch zu lösen ist.
Beide Dimensionen der
Kinderarmut stehen in Deutschland im Widerspruch. Die
Bevölkerungspolitik setzt auf mehr Kinder von Gebildeten. Dies ist
Ziel der nachhaltigen Familienpolitik, dessen Zentralelement das
2007 eingeführte Elterngeld ist. Kinder sind im Rahmen dieser
Politik nicht gleich viel Wert. Das Motto lautet: Wer hat, dem
wird gegeben.
Der Kollateralschaden einer solchen Elitenpolitik ist die Zunahme
sozialer Ungleichheit, die dann sozialpolitisch - mit steigenden
Kosten - repariert werden muss. Diese Rahmenbedingungen werden in
den Artikeln von Ulrike HEIDENREICH und Thomas ÖCHSNER
ausgeblendet. Um die Einwanderung in die Sozialsysteme zu
verringern und dafür zu sorgen, dass Sozialhilfemütter das
Kinderkriegen als Geldquelle missbrauchen, wurden die
Sozialleistungen drastisch gekürzt. Die Verfechter eines
aktivierenden Sozialstaates sehen sowie nicht das Hauptproblem im
finanziellen Bereich, sondern im Missbrauch von Sozialleistungen.
Ulrike HEIDENREICH kümmert sich
deshalb auch nicht um die aktuellen Daten zur materiellen Armut
("Mal sind es 0,7 Prozent mehr, mal zwei Prozent weniger, es ist
regional immer unterschiedlich"), sondern greift in die
Mottenkiste, um genehme Studien hervorzukramen, die den Bedarf an
Aktivierung aufzeigen - ohne dies explizit zu nennen. Der Leser
denkt sich seinen Teil sowieso dazu. Das Aktivierungsmantra dröhnt
inzwischen in jedem Kopf.
ÖCHSNER, Thomas (2016): Verirrt im Förderdschungel.
Es gibt Hilfe. Nur kommt sie nicht
dort an, wo sie am nötigsten ist,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 01.06.
Thomas ÖCHSNER stellt zuerst die Forderungen eines Bündnisses von
Sozialverbänden vor, die eine Kinderpauschale fordern, um sie dann
mit einem Zitat der Bundesarbeitsministerin Andrea NAHLES ("Frau,
gläubig, links"?) als unsinnig abzuspeisen:
"Die Verbesserung von
Transferleistungen führt nicht dazu, dass strukturell das
Problem wirklich gelöst wird."
Nur die Eltern in Arbeit zu
bringen, wäre eine Lösung. Fordern statt Fördern könnte man auch
diese Variante des aktivierenden Sozialstaats nennen.
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FROMME, Herbert (2016): Erste Pensionskasse senkt Betriebsrenten.
Eine Talanx-Tochter reduziert den
Garantiezins. Betroffen sind 80.000 Mitarbeiter in kleinen Betrieben,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 01.06.
Herbert FROMME berichtet über die Senkung des Garantiezinses von
3,25 auf 1,25 Prozent bei der Neue Leben Pensionskasse (NLP). Davon
sind ca. 80.000 Mitarbeiter bei rund 10.000 Arbeitgebern betroffen,
denn die Senkung betrifft auch Altverträge. Die Pensionskasse hat
sich genauso wie die Arbeitgeber Hintertürchen offen gelassen, um
eine solche Senkung unter Duldung durch die Finanzaufsicht (Bafin)
möglich zu machen. Aufgrund spezieller Unternehmenskonstruktionen
bei der Talanx-Tochter können die Profite unangetastet bleiben - die
Versicherten zahlen dagegen die Zeche.
Das Beispiel zeigt, was auf jene
zukommt, die blauäugig auf die betriebliche Altersversorgung setzen.
Angesichts der Euphorie unserer Mainstreammedien, die sich
insbesondere für die Stärkung der betrieblichen Altersversorgung bei
der anstehenden Rentenreform einsetzen, um die gesetzliche Rente
weiter zu schwächen, sollte dies hellhörig machen. Wer auf die
private (dazu gehört auch die betriebliche) statt auf die
gesetzliche Altersversorgung setzt, der könnte ein böses Erwachen
erleben. Die Kapitaldeckung ist dem Umlageverfahren keinesfalls
überlegen, auch wenn deren Profiteure und ihre Handlanger bei den
Medien uns das einreden wollen.
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MEISTER, Martina (2016): Endspiel um Frankreich.
Leidartikel: Im aktuellen
Arbeitskampf wird sich entscheiden, ob unser Nachbarland noch
reformierbar ist oder ob Populisten vom rechten und linken Rand sein
Schicksal bestimmen - mit allen Konsequenzen für die Europäische
Union,
in:
Welt v. 01.06.
Martina MEISTER predigte uns in der Frankfurter Rundschau
Frankreich als Vorbild, nun - nach dem Wechsel zur Welt,
predigt MEISTER den Franzosen das Vorbild Deutschland und hält die
Franzosen für Sozialromantiker. Als Mutter hat MEISTER jedoch gerne
von der französischen Sozialromantik profitiert. Jetzt verordnet sie
den Franzosen harte Einschnitte à la
Agenda 2010:
"Die deutschen Erfahrungen mit
der Agenda-Politik belegen es. Dafür jedoch sind eben Schnitte
nötig, und nun wird darum gerungen, wie tief sie gehen müssen."
In der für jüngere Leser
konzipierten
Welt kompakt wurde der Begriff "Agenda" weggelassen.
Und wenn Frankreich so tolle demografische Daten hat, wie uns
Deutschen immer erklärt wurde, warum soll Frankreich dann Reformen
nötig haben? Ist also der demografische Wandel gar kein Problem,
sondern nur Ausrede?
In der taz
berichtet heute Guillaume PAOLI über französische Zustände wie in
Russland, die in Deutschland ignoriert werden, weil unsere Eliten
die Agenda 2010 als Exportschlager für Europa betrachten. Der
Artikel von MEISTER belegt dies eindrucksvoll. Man wundert sich
höchstens, dass die Überschrift nicht: Endkampf in Frankreich lautet
- so deutlich wollte man es selbst bei Springer wohl nicht
sagen. Endspiel klingt dagegen verharmlosend, oder ist es ein
Hinweis, dass darauf, dass die Europameisterschaft im Chaos
versinken könnte?
"Neuerdings wird jedoch auf
Panikmodus umgeschaltet, aber nur deshalb, weil die Fußball-EM im
Streikchaos zu versinken droht",
schreibt PAOLI.
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STAIGER, Martin (2016): Wie
die Rente sicher bleibt,
in: Blätter für deutsche und
internationale Politik
Nr.6, Juni
Martin STAIGER fordert eine substanzielle Reform der
gesetzlichen Alterssicherung und damit eine Abkehr von privater bzw.
betrieblicher Altersversorgung wie sie derzeit vom neoliberalen
Mainstream forciert wird.
Angeblich stehen dem hohe Kosten
in Form von massiven Beitragssatzerhöhungen entgegen. STAIGER
widerlegt den Mythos einer demographischen Katastrophe, die uns in
Form der Babyboomer heimsucht.
Denn wer schon den demografischen
Wandel für ökonomische Probleme verantwortlich mache, der solle
nicht nur die Nachteile für die Sozialversicherungen, sondern auch
die Vorteile auf dem Arbeitsmarkt berücksichtigen. Nach dem Motto
wer A sagt, muss auch B sagen, besichtigt STAIGER den Rückgang der
Arbeitslosigkeit, der eben nicht auf die Agenda 2010, sondern auf
die verbesserte demografische Lage auf dem Arbeitsmarkt zurückgeht.
Fazit dieser Sichtweise: die zukünftigen Belastungen durch die
Neurentner können durch die verbesserte Situation auf dem
Arbeitsmarkt mehr als aufgefangen werden.
Sein Vorschlag: Wegfall des
Nachhaltigkeitsfaktors in der Rentenformel und stattdessen
entsprechend des Verhältnisses von Beitragszahlern und
Rentenempfängern eine Mischfinanzierung zwischen Beiträgen und
Steuern. In dem Maße wie sich das Verhältnis verschlechtern würde,
müsste die Steuerfinanzierung steigen und umgekehrt.
Dafür gibt es keine Spielräume?
Auch dieses Argument lässt STAIGER nicht gelten. Bereits die
Berechnungen des IW Köln, die keineswegs eine Rente mit 73 notwendig
machen - wie das in den Medien gerne unkritisch wiedergegeben wird,
zeigen im Gegenteil die Potenziale jenseits von
Beitragssatzerhöhungen auf. Das setzt voraus, dass man wie STAIGER
auch die "unregistierten" Arbeitslosen und die unfreiwillig
Teilzeitbeschäftigten mitberücksichtigt.
Und die Belastungen für die junge
Generation? Auch das ist lediglich eine Mär, denn selbst die
sozialstaatskritische FAS gibt zu, dass bei sinkenden
Bevölkerungszahlen das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf größer wird.
Wenn bei stagnierender oder sinkender Bevölkerungszahl die
Produktivität steigt und aufgrund besserer Arbeitsbedingungen die
Löhne auf dem Arbeitsmarkt steigen, dann kann auch eine zahlenmäßig
kleinere Generation (ganz abgesehen davon, dass hier die Zuwanderung
noch unberücksichtigt ist) die Kosten der Rentenversicherung, von
deren Ausbau sie ja auch selber profitieren würde, tragen ohne
überfordert zu werden.
Aber was ist mit dem Ende der
Arbeit? Es ist auffällig, dass die Debatte um das Ende der Arbeit
(Industrie 4.0) gerade in jenem Moment forciert wurde, als die
unerwünschte Debatte um die Stärkung der gesetzlichen Rente anhob.
Vorher wurde in den Mainstreammedien die drohende Vollbeschäftigung
verkündet und den jungen Generationen paradiesische Zustände auf dem
Arbeitsmarkt prophezeit. Kaum ist die Debatte um die Stärkung der
gesetzlichen Rente abgeflaut, finden sich dagegen wieder Stimmen,
die das Ende der Arbeit als Unsinn bezeichnen.
Fazit: Der Beitrag von STAIGER
zeigt, dass der demografische Wandel keineswegs einseitig als
Problem betrachtet werden darf. Nur wer die einzelnen Effekte
isoliert betrachtet, wie das Neoliberale gerne tun, der lenkt von
der Gesamtschau ab, die offenlegt, dass die Demografie keineswegs
eine Katastrophe ist, sondern ein Begleitumstand, der jede
Gesellschaft bzw. Wirtschaft betrifft. STAIGER zeigt mit seinem
Beitrag dankenswerterweise die Einseitigkeit der neoliberalen
Sichtweise auf den demografischen Wandel auf.
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LUCKE, Albrecht von (2016): Gegen '68 -
Grün-Schwarz und der Kulturkampf der AfD,
in: Blätter für deutsche und
internationale Politik
Nr.6, Juni
Albrecht von LUCKE sieht die Grünen angesichts der
grün-schwarzen Koalition in Baden-Württemberg ins konservative Lage
gewechselt. Dies sei alternativlos aufgrund der Schwäche von
Rot-Rot-Grün. Deshalb sei nun die neue Frage, was Konservatismus vom
Reaktionären trennt. LUCKE fordert eine Neubestimmung des
Verhältnisses von Nationalstaat und EU. Einer Entgegensetzung von
Nationalstaat und Zivilgesellschaft der staatsfernen Linken kann er
deshalb genauso wenig abgewinnen wie einer reinen
Renationalisierung. In HABERMAS' Verfassungspatriotismus sieht er
den zeitgemäßen aufgeklärten Konservatismus. Einen solchermaßen
gesinnungsethisch verstandenen Wertkonservatismus verbindet LUCKE
mit einer ökologisch begründeten
Kritik an der westlichen
Konsumgesellschaft. Ob mit einem solch elitären Programm jedoch der
AfD die Wähler abspenstig gemacht werden kann, darf bezweifelt
werden.
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SAUM-ALDEHOFF, Thomas (2016): In Liebe verschränkt.
Wie müssen zwei Liebespartner
beschaffen sein, damit ihre Beziehung gedeiht? Franz Neyer und
Christine Finn haben erforscht, welche Persönlichkeitszüge zu einer
glücklichen Partnerschaft beitragen und wie das Zusammenleben die
beiden reifen lassen,
in:
Psychologie Heute, Juni
Die Psychologen Franz J. NEYER & Christine FINN
erklären uns wie Partnerschaft funktioniert:
"Gute Voraussetzungen haben
(...) Menschen, die nicht zu Ängstlichkeit oder Depressivität
neigen und ein hohes Selbstwertgefühl haben".
Aber auch für selbstunsichere
Menschen ist nicht alles verloren:
"Man kann Selbstunsicherheit
kompensieren mit einvernehmenden Eigenschaften wie Zugewandtheit,
Umgänglichkeit, Zuverlässigkeit."
Partnerschaften tragen gemäß
NEYER zur Persönlichkeitsreifung bei. Was aber, wenn junge
Erwachsene keinen Partner finden. Sind diese gegenüber Gebundenen
etwa entwicklungsmäßig benachteiligt? Auf 7-8 % der Bevölkerung
schätzt NEYER den Bevölkerungsanteil an Personen ohne
Partnerschaftserfahrung bzw. mit Kurzzeitbeziehungen. Männer
definieren sich stärker über ihren Wert auf dem Partnermarkt als
Frauen und empfinden deshalb ihr Single-Dasein stärker als
persönliche Niederlage, meint NEYER, der zwei Ursachen für fehlende
Partnerschaftserfahrung nennt: entweder psychische Probleme oder
Schüchternheit. Schüchterne bräuchten jedoch nur mehr Zeit als
andere einen Partner zu finden.
SAUM-ALDEHOFF, Thomas (2016): Wenn Nähe unzufrieden
macht.
Menschen mit einem hohen Bedürfnis
nach Autonomie brauchen Distanz zum Partner,
in:
Psychologie Heute, Juni
Thomas SAUM-ALDEHOFF berichtet über eine
Untersuchung von Birk HAGEMEYER u.a. mit zusammenwohnenden Paaren
und Living apart together Paaren (LAT), also Paaren ohne gemeinsame
Wohnung, die gewollt und nicht wegen ihrer beruflichen Situation
getrennt wohnen. Die Lebensform des living apart togehter kommt
jenen Paare zugute, die mehr Autonomie als Nähe benötigen.
Zusammenwohnen ist für solche Paare nicht zuträglich. Was aber, wenn
der eine mehr Nähe oder Autonomie braucht als der Partner? Dazu
liefert der Artikel keine Strategie.
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SAUM-ALDEHOFF, Thomas (2016): "Ja, was hat er
denn?".
Zu betagten Menschen spricht man am
besten wie zu Kindern - und 6 weitere Mythen rund um das Alter,
in:
Psychologie Heute, Juni
Thomas SAUM-ALDEHOFF hat aus 32 Mythen des Alters
aus dem Buch Great myths of aging von Joan T. ERBER & Lenore
T. SZUCHMANN sieben ausgesucht, die er kurz vorstellt.
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TULL, Claire-Lise (2016): Die späten Jahre.
Drei Bücher beleuchten die Frage:
Wie kann man mit Würde und Freude älter werden, wenn in der
Gesellschaft die "Ideologie ewiger Jugendlichkeit" herrscht?
in:
Psychologie Heute, Juni
Claire-Lise TULL stellt drei Bücher über das
Altern in Zeiten des Jugendkultes dar: Ewige Jugend von
Robert Pogue HARRISON ist ein kulturpessimistisches Pamphlet, Julia
ONKENs Im Garten der neuen Freiheiten klagt darüber, dass es
Frauen im Alter schwerer hätten als Männer (die dann sowieso meist
schon gestorben sind) und Kerstin SCHWEIGHÖFER stellt uns in 100
Jahre Leben Porträts von weiblichen Methusalems vor, die eher
abschreckendes Beispiel sind:
"Es zeigt, dass viele Frauen
tatsächlich ihr Leben mehr auf die Partnersuche ausgerichtet haben
als Männer und dabei auch in finanzielle Abhängigkeit geraten."
Fazit: Männer haben gemäß
weiblicher Autorinnen keine Probleme mit dem Alter, denn sie müssen
nicht um ihre
Schönheit bangen, wenn sie überhaupt alt werden. Männer schreiben im
Gegensatz zu Frauen lieber kulturpessimistische Pamphlete. Kein
Wunder also, dass Männer lieber keine Bücher lesen!
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NIEBERDING, Mareike & Marco MAURER
(2016): Ich liebe dich, aber freu dich nicht zu früh.
Zwei Menschen lernen sich neu kennen
und verlieben sich ineinander. Doch recht schnell begreifen sie: Jeder
hat seine Eigenheiten. Und nicht alle sind einem sympathisch. Was soll
man tun - sie aushalten oder sie kritisieren?
in: Neon, Juni
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BRENNER-BECKER, Katrin
(2016): Wie können Paare mit unerfülltem Kinderwunsch ihre Liebe
bewahren?
Sagen Sie mal, Frau Katerle,
in: Neon, Juni
Täglich wurde uns in den Nuller
Jahren erklärt, dass der Kinderwunsch in Deutschland keine
Selbstverständlichkeit mehr ist, sondern eine Kultur der
Kinderlosigkeit entstanden sei. Nun erklärt uns Stephanie KATERLE,
Autorin von Wir ohne dich. Wie Paare mit unerfülltem Kinderwunsch
ihre Liebe bewahren:
"Schwangerschaft und Geburt gelten
in vielen Köpfen als Selbstverständlichkeiten, die »natürlich«
abzulaufen haben."
Kann Kinderhaben für die einen eine
Selbstverständlichkeit sein und für andere nicht? Oder ist nur die
Frage des Kinderkriegens keine Selbstverständlichkeit mehr, während
die körperlichen Vorgänge von Schwangerschaft und Geburt immer noch
eine Selbstverständlichkeit sind - und dies in einer Zeit, in der die
Reproduktionsmedizin medial allgegenwärtig ist? Oder rühren die
Probleme heutzutage daher, dass uns ständig eingeredet wird, dass wir
nicht dem heutigen Schwangeren- und Elternideal entsprechen?
Wir sind zu alt, um Kinder zu kriegen - oder zu jung. Wir sind zu
arm (die kriegen sowieso
zu viele Kinder) oder nicht reich genug (die kriegen nicht genug
Kinder). Wir sind zu dick oder zu dünn. Wir sind zu krank oder zu
gesund (dann machen wir alles mögliche, aber keine Kinder).
Solange Frauen in Deutschland nicht
die bevölkerungspolitisch ideale Kinderzahl bekommen, werden wir eher
von unerfüllten Kinderwünschen lesen als von
Schwangerschaftsabbrüchen, die Frauen vornehmen müssen, weil sie
offenbar fruchtbarer waren als sie dachten...
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BUCHHOLZ, Jenny (2016): Ehrliche Kontaktanzeigen,
in: Neon, Juni
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 28. -
31.
Mai 2016
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Bitte beachten Sie:
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[ Homepage ] |
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