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Medienrundschau:
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News vom
18. - 31. Januar 2016
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WELT
AM SONNTAG-Titelgeschichte:
Der fatale Traum vom Eigenheim.
Ein eigenes Haus ist der größte Wunsch der Deutschen. Doch längst
nicht alle werden damit glücklich - weder finanziell noch in der
Familie |
HAIMANN, Richard/FABRICIUS,
Michael/KUNZ, Anne
(2016): Haus und vorbei.
Die meisten Deutschen träumen von
einer eigenen Wohnung oder einem eigenen Haus. Die Zinsen sind
niedrig wie nie - eine trügerische Verführung. Denn die Preise und
versteckte Kosten steigen. Immer öfter übernehmen sich Paare mit dem
Bau, trennen sich und verlieren sehr viel Geld,
in:
Welt am Sonntag v. 31.01.
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taz-Titelgeschichte:
Dieses Gerät hat die Welt mehr verändert als das Internet.
Waschen & Surfen: Die digitale Revolution verspricht Emanzipation,
Innovation und Wachstum. Aber was stimmt daran? Ein Vergleich mit
einem technischem Gerät, das wirklich Freiheit gebracht hat: die
Waschmaschine |
BRITZELMEIER, Elisa
(2016): Technik, die begeistert.
Waschen & Surfen: Das Internet wird
oft als die wichtigste Erfindung überhaupt gepriesen. Unsinn, sagt
Ökonom Chang Ha-joon - die Waschmaschine sei viel revolutionärer.
Hat er recht?
in:
TAZ v. 30.01.
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DESTATIS (2016):
Deutlicher Bevölkerungsanstieg im Jahr 2015 auf mindestens 81,9
Millionen,
in:
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 29.01.
"Die Anzahl lebend geborener Kinder dürfte danach 705 000 bis 730
000 betragen haben, die Anzahl der Sterbefälle 905 000 bis 930
000. Die Geburten würden damit in etwa das Niveau des Vorjahres
erreichen und allenfalls leicht ansteigen, die Sterbefälle würden
aber deutlich höher als im Jahr 2014 liegen. Das Geburtendefizit
die Differenz aus Geburten und Sterbefällen wird 2015 bei 190
000 bis 215 000 erwartet. Im Vorjahr hatte es wegen angestiegener
Geburten- (715 000) und sehr niedriger Sterbezahlen (868 000) nur
153 000 betragen.
Der Saldo aus Zuzügen aus dem Ausland und Fortzügen ins Ausland
konnte bereits in den Jahren 2011 bis 2014 das Geburtendefizit
mehr als nur kompensieren. Für 2015 wird der Schätzung zufolge ein
Saldo von mindestens + 900 000 Personen erwartet. Der
Wanderungssaldo läge damit nicht nur über dem Ergebnis des
Vorjahres mit + 550 000 Personen, sondern sogar über dem
bisherigen Rekordwert des Jahres 1992 mit knapp + 800 000
Personen",
meldet das Statistische Bundesamt.
Letztes Jahr wurden für das Jahr 2014 nur 675.000 - 700.000
Geburten geschätzt.
Im August 2015 wurde dann die vorläufige Zahl der Geburten auf
715.000 beziffert und die Geburtenrate wurde
im Dezember 2015 mit 1,47 Kindern pro Frau (TFR) angegeben. Die
jetzt geschätzten Geburtenzahlen für 2015 würden eine weitere
Steigerung der Geburtenzahlen und möglicherweise auch der
Geburtenrate bedeuten. Da die Geburtenrate jedoch von der Anzahl der
potentiellen Mütter abhängig ist, kann darüber derzeit nur
spekuliert werden.
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KELNBERGER, Josef
(2016): Heimatschutz.
Ausgerechnet Freiburg: Die
friedensbewegte, weltoffene Stadt hat ein Problem mit Flüchtlingen,
und zwar so sehr, dass Clubs ihnen den Zutritt verwehren wollen. Über
eine verstörte Welt,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 29.01.
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VORDERER, Peter & Christoph KLIMMT (2016): Das neue Normal.
Permanent online, permanent
verbunden - für viele ist Handyabstinenz schon heute die Ausnahme.
Welche Folgen das für unseren sozialen Umgang miteinander hat,
in:
Die ZEIT Nr.5 v. 28.01.
POPC.
Wer
das für
eine chemische Substanz hält, der ist nicht up to date. Wer
Aufmerksamkeit will, der erfindet heutzutage ein cooles Akronym, um
alten Wein in neuen Schläuchen zu verkaufen. So verkünden uns Peter
VORDERER & Christoph KLIMMT dass permanent online, permanent
verbunden (kurz: POPC) unsere Welt radikal verändern wird. Da
heißt es z.B. unter Punkt 5, dass Erreichbarkeit räumliche Nähe
ersetzt. Als ob nicht bereits das Telefon, das Internet oder Skype
die räumliche Nähe durch Erreichbarkeit ersetzt hätten. Die
Veränderungen durch das Handy sind also allenfalls graduell.
Fernbeziehungen sind ja keine Erfindungen des Handyzeitalters. Es
wäre weniger Schwarz-Weiß-Malerei und genaueres Hinschauen angesagt.
Warum soll etwas immer gleich ersetzen, statt zu ergänzen? Die
Schallplatte wurde z.B. mit dem Aufkommen der CD totgesagt,
nichtsdestotrotz lebt sie als Nischenprodukt weiter. Das Radio wurde
nicht durch das Fernsehen abgelöst, sondern koexistiert weiter oder
wurde ins Internet integriert. Wer von Ersetzung spricht, vergisst
gerne die Grenzen von neuen Dingen.
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AGARWALA, Anat u.a. (2016): Was kostet die Angst?
Die Deutschen schwanken nach den
Übergriffen von Köln zwischen Hysterie und bemühter Normalität. Die
Kriminalität wächst bisher wenig. Doch viele geben Geld aus, um sich
zu schützen - und jeder Sechste sieht sich im Alltag eingeschränkt,
in:
Die ZEIT Nr.5 v. 28.01.
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Die Broschüre
"Im Osten auf Wanderschaft" in den Medien
Die Studie verspricht Analysen
auf Gemeindeebene, was jedoch nicht passiert. Statt Gemeinden werden
in erster Linie Gemeindegrößenklassen, Gemeindelagen oder
Gemeindefunktionsklassen als Indikatoren für Gemeindeentwicklungen
analysiert. Viel interessanter wäre dagegen, welche Unterschiede
innerhalb der einzelnen Gemeindetypen bestehen, statt die
Unterschiede durch Mittelwerte zu nivellieren. Gäbe es hier große
Unterschiede, dann müsste nämlich gefragt werden, warum dies so ist.
Hier wären also Fallanalysen (Ein gutes Beispiel ist die
Langzeitstudie Dörfer im Wandel. Mehr zur Debatte um den
ländlichen Raum
hier) angesagt, statt Gemeindetypen über einen Kamm zu
scheren. Analysen, die territoriale Grenzen als Indikatoren
benutzen, statt z.B. Verflechtungsräume oder Beschränkungen durch
Verkehrsnetze, mögen aus Sicht der Territorialmächte aufschlussreich
sein, die Bedürfnisse der Einwohner werden dadurch zwangsläufig
vernachlässigt. Bezeichnenderweise wurden für die Studie
Bürgermeister und Verwaltungsmitarbeiter befragt, aber nicht die
Bürger!
EHRENSTEIN, Claudia (2016): Im Osten boomen die Großstädte.
Die Bevölkerung in den neuen
Bundesländern wächst wieder, vor allem in den Metropolen. Sogar das
Landleben ist für eine Altersgruppe attraktiv,
in:
Welt v. 27.01.
WEINGARTNER, Maximilian (2016): Der Osten schrumpft nicht mehr.
Erstmals seit der Wende kommen mehr
Menschen als wegziehen - doch viele Gemeinden bleiben Verlierer,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27.01.
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WEISSMÜLLER, Laura
(2016): Klötzchenspiel.
In Frankfurt hat die Deutsche Bahn
ihre Grundstücke in bester Lage an Investoren verscherbelt. Der Fall
steht für viele deutsche Metropolen, die eine historische Chance auf
eine gerechte Stadt vertun,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 26.01.
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LESSENICH, Stephan
(2016): Die Volksmaße.
SZ-Serie Was ist Deutsch?: Die
Ungleichheit ist groß, und doch ging es Deutschland nie so gut wie
heute. Wer die Angst vor einer nationalen Krise herbeireden will,
sollte ein paar Zahlen kennen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 25.01.
"Insbesondere für Männer lässt sich (...) ein deutlicher
Zusammenhang zwischen Einkommen und Lebenserwartung feststellen:
nur sieben von zehn Männern aus Armutshaushalten (aber neun von
zehn aus den obersten Einkommensgruppen) erleben überhaupt ihren
65. Geburtstag. Ihre Lebenserwartung bei Geburt ist gegenüber
jener der Bestverdienenden um durchschnittlich zehn Jahre, die
sogenannte »gesunde Lebenserwartung« sogar um fast 15 Jahre
reduziert. Deutschland altert also, aber äußerst »differenziell«,
wie die Sozialstrukturanalyse das frühe Erkranken und Sterben in
Armutsmilieus elegant umschreibt",
hält der Soziologe Stephan
LESSENICH den Krankenkassen und Lebensversicherern entgegen, die
über die Alterung der Gesellschaft klagen. Oder anders formuliert:
Die so genannten "schlechten Risiken" nehmen in einer stark sozial
ungleichen Gesellschaft der Langlebigen wie Deutschland ab statt zu.
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LEMBKE, Judith (2016): Bei mir oder bei Dir?
Zwei Doppelbetten, zwei Garderoben,
zwei Kühlschränke: Einige Ehepaare leben freiwillig in getrennten
Wohnungen. Sind sie glücklicher?
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.01.
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SCHMELCHER, Antje (2016): Blind für Unterschiede.
In Berlin dürfen Pflegekinder auch
von alleinstehenden Männern betreut werden. Darf man Kindern das
zumuten?
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.01.
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BOLLMANN, Ralph (2016): "Langfristig helfen die Flüchtlinge uns".
Die Migranten können für unser
Rentensystem eine Chance sein, sagt der Ökonom Axel Börsch-Supan: Wenn
wir etwas dafür tun,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.01.
Axel BÖRSCH-SUPAN, von der FAS als Schöpfer des
Nachhaltigkeitsfaktor vorgestellt, den die rot-grüne Koalition 2004
eingeführt hat, stellt folgende WENN-DANN-Aussagen zum Beitrag der
Flüchtlinge zur Rentenversicherung auf:
"Wenn wir im vergangenen Jahr
eine Million Flüchtlinge hatten und in diesem Jahr noch mal eine
halbe Million kommt, wenn sie die Altersstruktur bisheriger
Flüchtlinge haben und langfristig zwei Drittel eine Arbeit finden:
Dann gleicht das die gesamten Kosten für die Mütterrente und für
die Rente mit 63 wieder aus."
BÖRSCH-SUPAN gibt außerdem zu,
dass die Bevölkerungsentwicklung der vergangenen Jahre falsch
eingeschätzt wurde:
"Bei den Rentenreformen der
Jahre 2001 bis 2007 sind wir nicht von einer höheren Einwanderung
ausgegangen. Als wir an unserem Institut den Nachhaltigkeitsfaktor
für die Rentenberechnung entwickelt haben, dachten wir: Er wird
das Rentenniveau ganz allmählich senken, in Abhängigkeit von der
schrumpfenden Erwerbsbevölkerung. Passiert ist das Gegenteil. In
den vergangenen Jahren ist die Zahl der Erwerbstätigen stark
gestiegen, nicht zuletzt durch die starke Einwanderung. Auch
deshalb erhöhen sich die Renten in diesem Jahr um fünf Prozent."
Auf dieser Website wurde bereits
Anfang des Jahrtausends darauf hingewiesen, dass die
damalige Bevölkerungsvorausberechnung bewusst lediglich ein
einziges, zudem unrealistisches - Szenario berechnete, um die Agenda
2010 durchzusetzen. Auch die aktuelle
13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung stellt kein
realistisches Szenario dar, sondern ist in erster Linie Ausdruck der
gegenwärtigen politischen Interessenlage.
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BOLLMANN, Ralph (2016): Der sanfte Rebell.
Der CDU-Politiker Jens Spahn
profiliert sich als Konservativer neuen Typs. Nicht nur in der
Flüchtlingsfrage,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.01.
Ralph BOLLMANN porträtiert den CDU-Politiker Jens SPAHN als
Hoffnungsträger einer zukünftigen schwarz-grünen Koalition.
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RIEGER, Frank (2016): Wir schaffen uns ab.
Die nächsten Wellen der
Automatisierung werden den Arbeitsmarkt umwälzen und die Ungleichheit
vertiefen. Hat die Arbeit noch eine Zukunft?
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.01.
Während die Lobbyisten der
Wirtschaft noch den Fachkräftemangel angesichts des
herbeigeschriebenen Bevölkerungsrückgangs in Deutschland beklagen,
sprechen andere von der "Fabrik 4.0" und damit verbundenen
Produktivitätsgewinnen bei gleichzeitigem Rückgang der benötigten
Fachkräfte. Und das nicht erst in ferner Zukunft, sondern bereits in
den nächsten 10 Jahren. Aus dieser Sicht wäre der
Bevölkerungsrückgang eine Chance.
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Social Freezing in der Debatte
WERNER, Kathrin (2016): Schockgefrostet.
Rund um die Angst junger Frauen, den
richtigen Zeitpunkt zum Kinderkriegen zu verpassen, ist eine
Industrie gewachsen. Doch für die Mütter von morgen ist das
Einfrieren von Eizellen eine teure Prozedur - mit Risiken und
Nebenwirkungen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 23.01.
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HEIDENREICH, Ulrike (2016): Mutter Staat.
Noch nie gab es im Kabinett so viele
Minister mit kleinen Kindern. Jetzt geht Manuela Schwesig in den
Mutterschutz. Verändert sich die Politik?
in:
Süddeutsche Zeitung v. 23.01.
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SCHÄFER, Ulrich (2016): Wenn Maschinen die besseren Menschen sind.
Computer dürften bald viele Jobs
übernehmen. Was passiert dann mit den Verlierern? Ausgerechnet beim
Davos-Wirtschaftsforum werben Ökonomen für eine Idee, die viele als
Sozialromantik abtun: Jeder soll ein Grundeinkommen erhalten. Egal, ob
er arbeitet oder nicht,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 23.01.
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STEINBERGER, Karin (2016): Antihysterie.
Nein, München ist keine blasierte,
weltabgewandte Schönheit. Sondern eine Stadt mit einem viel höheren
Ausländeranteil als Berlin. Was daraus folgt? Maxime 1: Lässig
bleiben. Maxime 2: "Am Schluss ziehen immer alle Lederhosen an",
in:
Süddeutsche Zeitung v. 23.01.
"Stand der Dinge in München am
31. Dezember 2015: 1.521.678 Einwohner, davon 221.070 Bürger aus
anderen EU-Ländern und 198.321 Ausländern, die nicht der EU
angehören. Dann noch 15.000 neue Flüchtlinge. Davor waren es
419.391, jetzt sind es 434.391 Ausländer auf 1,5 Millionen. Davor
ist die Stadt mit großer Leichtigkeit damit umgegangen. Geht sie
jetzt unter?",
fragt Karin STEINBERGER, die ein
Stimmungsbild aus München liefert, der ehemaligen
Bewegungshauptstadt, in der die NSDAP gegründet wurde.
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KLUTE, Hilmar (2016): Die Vorgänge im Nordend.
Deutschlandreise (10): "Die
Vollidioten" gehört zu den Klassikern der komischen Literatur. Sein
Schauplatz ist Frankfurt 1972. Was ist davon noch da? Mit Eckhard
Henscheid beim Stadtspaziergang,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 23.01.
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HÜTHER, Michael (2016):
Der unbemerkte Wandel.
Das Land hat sich längst stärker
verändert, als manche es wahrhaben wollen. Diesen Vorsprung müssen wir
ausnutzen,
in:
Die ZEIT Nr.4 v. 21.01.
Michael HÜTHER, Lobbyist der
deutschen Wirtschaft, singt ausnahmsweise ein Loblied auf den
Standort Deutschland:
"Auch auf den demografischen
Wandel hat Deutschland reagiert. Die seit Langem bekannte
Überforderung des Umlageverfahrens durch eine alternde Bevölkerung
führt zu zwei folgerichtigen Ableitungen: Einerseits wurde das
Umlageverfahren systematisch durch eine kapitalgedeckte private
sowie die betriebliche Altersvorsorge ergänzt. Andererseits wurden
Frühverrentungsanreize abgebaut, das effektive Rentenalter
heraufgesetzt. Die Perspektive des längeren Arbeitens in einer
Welt des (immer) längeren Lebens wurde gesellschaftlich
akzeptiert. Inzwischen hat sich die Einschätzung der »gewonnenen
Jahre« durchgesetzt, daran wird auch der Irrweg der abschlagfreien
Rente mit 63 nichts ändern."
Die Redewendung "gesellschaftlich
akzeptiert" darf nicht als "von der Bevölkerung akzeptiert"
übersetzt werden, sondern als "von den Eliten politisch
durchgesetzt". Denn:
"Die ökonomischen Effekte und
die verteilungspolitische Stabilisierung der gesellschaftlichen
Mitte haben den Wandel trotz seiner tabubrechenden Qualität
durchsetzbar gemacht."
Eine solche schönfärberische
Sichtweise versperrt den Blick darauf, dass sich die Mittelschicht
in Deutschland polarisiert hat. Mit gesellschaftlicher Mitte sind
diejenigen gemeint, die sich der oberen Mittelschicht zugehörig
fühlen.
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MANGOLD, Ijoma (2016): Der Verlust der Mitte.
Deutschland geht es wirtschaftlich
bestens, aber das Land ist zerrissen wie selten zuvor: Hypermoral von
links, blanke Gewalt von rechts. Was ist da passiert?
in:
Die ZEIT Nr.4 v. 21.01.
Ijoma MANGOLD beklagt, dass zwischen der kulturalistischen Linken
und Rechten, die mit ihrer Identitätspolitik die Gesellschaft
polarisieren, eine schweigende bürgerliche Mitte existiert, die dem
Staat nicht die Aufgabe zuweist, die "Auflösung überkommener
Normativitäten gesetzgeberisch zu begleiten", sondern lediglich
einen liberalen Ordnungsrahmen schaffen möchte, innerhalb dessen
plurale Lebensformen "ohne normativen Druck" miteinander leben
können.
Hat jedoch wirklich die
"kulturalistische" (auch wertneutral als kulturelle Linke
bezeichnet) über die soziale Linke gesiegt?
Bereits Anfang des Jahrtausends wurde diese Spaltung auf dieser
Website thematisiert.
Mitte der Nuller Jahre griff Robert MISIK diese Spaltung der
Linken in der taz auf und erteilte der kulturellen Linken
eine Absage. Identitätspolitik ist jedoch keine Angelegenheit von
Links oder Rechts, sondern auch der Neuen Mitte. Hier wird dann von
Leitkultur gesprochen. Eine solche Leitkultur drückt sich z.B. in
der "bevölkerungsorientierten Familienpolitik" (HÜTHER) bzw. "bevölkerungsbewussten
Familienpolitik" (WINGEN) als moderne Umschreibungen der
Bevölkerungspolitik aus.
Wenn MANGOLD vom Verlust der
Mitte spricht, dann vom Standpunkt einer Leitkultur. Wer wie MANGOLD
gegen Links und Rechts polemisiert, der braucht diese Leitkultur
nicht zu konkretisieren, sondern kann sie situationsspezifisch an
die jeweiligen Diskurse anpassen. Mitte ist immer dort wo MANGOLD
ist!
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VEIEL, Axel (2016): Weniger Kinder im Vorzeigeland.
Frankreich verzeichnet Minus bei
Geburtenrate,
in:
Frankfurter Rundschau v. 21.01.
"Die Frazösinnen bringen weniger Kinder zur Welt als bisher, viel
weniger sogar. Hatte die Statistik für 2014 noch 2,1 Kinder pro rau
ausgewiesen, waren es für 2015 nur noch 1,96. Mit einem Minus
von 19.000 Geburten (2,3 Prozent) verzeichnet das Land den stärksten
Rückgang seit 20 Jahren und den niedrigsten Kindersegen seit 1999",
berichtet Axel VEIEL.
TZERMIAS, Nikos (2016): Bürgerliche Opposition geisselt die Familienpolitik der
regierenden Sozialisten.
Geburtenknick in Frankreich: Die
Franzosen sind stolz auf ihre überdurchschnittlich hohe Geburtenrate.
Die Fertilität jedoch droht immer mehr unter der Wirtschaftsmisere zu
leiden und ist unter die Marke von zwei Kindern je Frau gerutscht,
in:
Neue Zürcher Zeitung Online v. 21.01.
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DESTATIS (2016): Alterung der Bevölkerung durch aktuell hohe
Zuwanderung nicht umkehrbar,
in:
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 20.01.
Das
Statistische Bundesamt hält uns Leser für ganz besonders dumm. Es
werden uns
Berechnungen der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung
präsentiert, die die jetzige hohe Zuwanderung gar nicht in die
Zukunft fortschreibt. Das wird in der Pressemeldung auch gar nicht
verheimlicht:
"Sonderentwicklungen und
unvorhersehbare Ereignisse wie Kriege, Krisen, Umweltkatastrophen
und ihre Folgen können bei den Annahmen zu einer
Bevölkerungsvorausberechnung nicht berücksichtigt werden. Die im
Jahr 2015 rapide angestiegene Zuwanderung Schutzsuchender ist eine
solche Sonderentwicklung. Gegenwärtig kann sie in einer
Vorausberechnung noch nicht adäquat berücksichtigt werden. Eine
bloße Heraufsetzung der mittelfristigen Wanderungsannahmen ohne
genaue Kenntnis über die Höhe und Dauer der aktuellen Zuwanderung
sowie die demografischen Merkmale der Zugewanderten würde zu
keinen belastbaren Resultaten führen und entspräche nicht den
Qualitätsstandards der amtlichen Statistik."
Warum also diese überflüssige
Pressemitteilung, die einfach nur aussagt, was bereits seit Ende
April letzten Jahres bekannt ist? Was soll die Schlagzeile, die
völlig in die Irre führt? Es wird suggeriert, dass das Statistische
Bundesamt die aktuell hohe Zuwanderung berücksichtigt hätte, was
eben nicht der Fall ist, sondern das genaue Gegenteil: Die aktuell
hohe Zuwanderung bleibt unberücksichtigt.
Was an dieser obskuren
Pressemitteilung hängen bleiben wird, ist die Aussage, dass
Zuwanderung keine Lösung des demografischen Wandels darstellt oder
besser: Hohe Zuwanderung ist unerwünscht! Was sie leisten könnte und
was nicht, das wird deshalb gar nicht erst zur Debatte gestellt.
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STEIN, Annett/dpa
(2016): Freunde statt Familie.
Zukunftsforscher beschäftigen sich
damit, wie kinderlose, heute 50-Jährige ihr Alter verbringen können,
in:
Frankfurter Rundschau v. 20.01.
Die FR bietet heute auf einer Seite Ramschartikel aus den
letzten zwei Jahren statt aktuelle und ausgewogene Informationen
über unsere
Gesellschaft der Langlebigen. Von Onkel OPASCHOWSKI, der die
ganze Zunft der Zukunftsforscher (was immer sich so nennen will!)
repräsentiert bis zu Christian HENSCHEL & Matthias BETTERMANN ("Alt
- Krank - Blank") reicht das einseitige Spektrum. Von der
Pyramide zum Pilz heißt bezeichnenderweise ein Buchkapitel. Wer
heute noch
die Bevölkerungspyramide verklärt (Viele tote Kinder,
Jugendliche und junge Erwachsene!), der hat nichts begriffen.
Schon der Titel ist Unsinn. Warum
Freunde statt Familie und nicht:
Wahlfamilien statt Blutsbande?
Der Soziologe Peter GROSS hat davor gewarnt die schlechte
Vergangenheit zu verklären.
Wer heute schon weiß, wie das
Jahr 2050 oder gar 2060 aussehen wird, den sollten wir als das
ansehen was er ist:
ein Kaffeesatzleser. Diejenigen, die behaupten, Prognosen seien
nun dazu da, damit sie nicht eintreten, lässt sich entgegen halten:
Sie sollten ihre Zeit lieber damit verbringen konstruktive
Alternativen zu entwickeln. Angst oder gar Panik schüren wie das
hierzulande üblich ist, rüttelt nicht auf, sondern führt zu Zynismus
und Resignation!
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KÖHLER, Andrea (2016): Wisch und weg.
Break-up-Apps sparen Erklärungen und
Energie,
in: Neue Zürcher
Zeitung
v. 19.01.
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 01. - 17.
Januar 2016
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