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News vom
07. - 14. Dezember 2015
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Zitat
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Die
Ambivalenz der Einsamkeit
"Einsamkeit
ist - anders als das schlichte Alleinsein - zunächst ein innerer
Gefühlszustand, der uns dann überkommt, wenn wir ganz auf uns
selbst gestellt sind. Ob dieser Zustand als leidvolle Vereinsamung
empfunden wird oder gar als Chance der Reifung und des
Unabhängigwerdens von sozialen Normen und Zwängen, ist dabei gar
nicht ausgemacht - und hängt vom individuellen
Erfahrungshintergrund dessen ab, der da einsam ist."
(Martin Hecht
"Zum Glück allein",
Psychologie Heute, November 2015)
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STALA BADEN-WÜRTTEMBERG (2015):
Deutliche Bevölkerungszuwächse in den Städten zu erwarten.
Die regionale
Bevölkerungsentwicklung wurde neu vorausgerechnet,
in:
Pressemitteilung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg v.
14.12.
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BUCHMEIER, Frank
(2015): Hi Honey, my Baby, I love you!
Gesellschaft: Eine Frau, Anfang 40,
sehnt sich nach einem neuen Partner. Auf einem Online-Dating-Portal
lernt sie einen gut aussehenden, verständnisvollen Engländer kennen.
Doch der vermeintliche Traummann ist bloß eine schöne Illusion,
erschaffen von professionellen Verbrechern. Die Geschichte eines
Internet-Liebesbetrugs,
in:
Stuttgarter Zeitung v. 11.12.
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REICHEL, Reiner (2015): Flüchtlinge aufs Land.
Die Wohnungsnot könnte einfach
gelindert werden - außerhalb der Ballungsgebiete herrscht Leerstand,
in: Handelsblatt
v. 11.12.
Beim IW Köln macht offenbar jeder
seine eigene interessengeleitete Bevölkerungsprognose. Während
Philipp DESCHERMEIER die hohe Zuwanderung in der
diesjährigen IW Köln-Bevölkerungsprognose bis 2030 ganz
herausrechnete, damit der Fachkräftemangel weiterhin beklagt werden
kann, geht nun sein IW Köln-Kollege Michael VOIGTLÄNDER dagegen von
einer hohen Zuwanderung bis 2020 aus.
Anders als Reiner REICHEL
behauptet, stammt die jüngste Bevölkerungsvorausberechnung des
Statistischen Bundesamtes nicht aus dem Jahr 2009 - nur weil das
REICHEL gelegen kommen würde, sondern vom April diesen Jahres.
Das Statistische Landesamt
Baden-Württemberg ist noch aktueller und hat nicht nur
wie das Statistische Bundesamt den Zuwanderungsüberschuss
angepasst, sondern auch schon die Geburtenrate - wenn auch nicht in
dem Ausmaß wie das aufgrund der tatsächlichen Geburtenentwicklung
der Fall sein müsste.
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NIEJAHR, Elisabeth
(2015): Die aufmüpfige Mutter.
Mit Gerichtsprozessen und
Lobbyarbeit kämpft Steuerberaterin Reina Becker gegen die
Ungerechtigkeiten beim Ehegattensplitting,
in:
Die ZEIT Nr.50 v. 10.12.
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ASENDORPF, Dirk
(2015): Landleben 2.0.
Wie rettet man Dörfer vor dem
Aussterben? Darüber machen sich Demografen und Software-Ingenieure
Gedanken. Schnelle Internetanschlüsse können helfen, entscheidend ist
jedoch etwas anderes,
in:
Die ZEIT Nr.50 v. 10.12.
Der Sound der
Demografisierung gesellschaftlicher Probleme hört sich
folgendermaßen an:
"zwei Drittel aller Deutschen
(leben) in ländlichen Gebieten, über die Hälfte in Orten mit
weniger als 20.000 Einwohnern. Und von diesen Kleinstädten
schrumpfen viele unaufhaltsam: Zuerst schließt der letzte Laden,
dann die letzte Arztpraxis und am Ende auch die letzte Kneipe.
Frei werdende Immobilien finden keine Käufer mehr, Leerstand
breitet sich aus - was potenzielle Zuzügler erst recht
verschreckt. So entsteht eine Abwärtsspirale des
Bevölkerungsschwundes".
Der O-Ton dieses Sounds wird seit Jahren von einem neoliberalen
Privatinstitut verbreitet, das sich das Sterben der Dörfer auf
seine Fahnen geschrieben hat. Schon in den 1950er Jahren wurden die
Dörfer in Deutschland totgesagt. Die Langzeitstudie
Dörfer im Wandel des Thünen-Instituts, das 1952, 1972, 1993
und 2012 ausgewählte Dörfer untersuchte, zeigt, dass angeblich
sterbende Dörfer durchaus eine Zukunft haben. In einer
Pressemitteilung heißt es dazu:
"Die Studie macht sehr
heterogene ländliche Entwicklungen deutlich, die in weiten Teilen
nicht mit dem landläufigen Bild ländlicher Entwicklungen
übereinstimmen. Eines der auffälligsten Ergebnisse: Die Problem-
oder »Rückstandsdörfer« aus der ersten Untersuchung von 1952 haben
diese Situation längst überwunden. »Dabei kann die
unterschiedliche Entwicklung der Untersuchungsdörfer nicht auf
einzelne Faktoren wie verkehrliche Anbindung, wirtschaftliche oder
demografische Entwicklung zurückgeführt werden«, sagt der Leiter
der Verbundstudie, Dr. Heinrich Becker vom Thünen-Institut. »Die
Entwicklungen sind vor allem das Ergebnis der
Entwicklungsanstrengungen vor Ort. Dabei verstanden es die
örtlichen Entscheidungsträger vielfach, die verschiedenen
staatlichen Unterstützungsprogramme in ihrem Sinn zu nutzen.«"
Wer wie Dirk ASENDORPF allein
demografische Daten und ihre lineare Fortschreibung in die Zukunft
als Indikator der Zukunftsfähigkeit aufzählt, der vernachlässigt
ökonomische ("strukturschwache Gebiete"), politische
(Gestaltungsspielraum von lokalen und überregionalen Akteuren, z.B.
Gestaltung des Länderfinanzausgleichs) und soziokulturelle Faktoren
(z.B.
Geschichtskonservatismus,
Demographismen,
Selbststigmatisierung der Bevölkerung) als Aspekte der
Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume.
Auch die Ausspielung
verschiedener Faktoren gegeneinander ist kontraproduktiv. So spitzt
ASENDORPF dies im weiteren Artikel auf die Frage zu:
"Lässt sich das Dörfersterben
tatsächlich mithilfe moderner Technik verhindern? Oder sind eher
andere, soziale Impulse gefragt, um das Landleben attraktiver zu
machen?"
Telekommunikation gegen
ehrenamtliches Engagement heißt hier die falsche Alternative, die
politische und kulturelle Faktoren beiseite lässt und einzig den
Gemeinsinn als Allheilmittel propagiert. Solche Sozialromantik
vernachlässigt z.B. das Zusammenspiel unterschiedlicher politischer
Ebenen. So entscheidet sich die Frage nach der Gleichwertigkeit der
Lebensverhältnisse, die im Grundgesetz garantiert ist, keineswegs im
letzten Dorf, sondern auch in gesamtgesellschaftlichen Diskursen,
die von neoliberalen Privatinstituten forciert werden.
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NIEJAHR, Elisabeth
(2015): Helfen statt Heulen.
Alt und Jung: Ein Werbefilm über
einen einsamen alten Mann rührt Millionen. Dabei sind immer weniger
Menschen allein,
in:
Die ZEIT Nr.50 v. 10.12.
Elisabeth NIEJAHR erwidert auf
den Einsamkeits-Mainstream in deutschen Medien (mehr
hier und
hier):
"Einsamkeit sei das große
Problem der Gegenwart, heißt es derzeit,
Single-Statistiken und Scheidungsraten gelten als Belege. In
der Tat waren noch nie so viele Menschen gut darin, Einsamkeit zu
überwinden. Sozialwissenschaftliche Studien zeigen: Die Menschen
haben mehr Lust auf Gemeinschaft als früher, gerade wenn sie alt
sind."
Genannt wird eine "kürzlich"
erschienene Studie von Eric KLINENBERG:
Going Solo aus dem Jahr 2012 und eine Befragung des
Gerontologen Andreas KRUSE.
Die Scheidungsrate ist nach
Ansicht von NIEJAHR kein geeigneter Indikator für Einsamkeit, denn:
"In Deutschland sind sie seit
vielen Jahren nahezu stabil. Das grenzt an ein Wunder, wenn man
bedenkt, dass der gesellschaftliche Druck zum Heiraten abnimmt,
die Suche nach einem neuen Partner durch das Internet einfacher
wird und außerdem die Lebenserwartung steigt.
Die durchschnittliche Dauer von Ehen fällt daher nicht, sondern
steigt."
Nur Arme und Hochaltrige kämpften
wirklich mit der Einsamkeit, meint NIEJAHR. Zu den Armen schweigt
NIEJAHR, nur Hochaltrigen denkt sie mittels Internetplattformen wie
The Amazings aus ihrer sozialen Isolation helfen zu können.
SIMON, Felix
(2015): An Weihnachten wird's viral.
Auf die Verpackung kommt es an:
Edeka schenkt sich zum Fest der Liebe einen Werbespot, der auf Youtube
Rekorde bricht. Warum lassen sich plötzlich Millionen von Reklame zu
Tränen rühren?
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 10.12.
"Für die Kampagnen zum Fest der
Liebe scheinen den Kreativen in den Agenturen männliche oder
weibliche Singles als Werbeträger ungeeignet. Sie könnten mit
Einsamkeit assoziiert werden wie »unsexy«",
schrieb Ursula NUBER
im aktuellen Psychologie Heute-Heft.
Der Edeka-Werbespot Heimkommen zeigt dagegen, dass
Einsamkeit durchaus Werbefilm tauglich ist.
"Dass viele Menschen leiden wie
Petra und Torsten, zeigen die heftigen Reaktionen auf den
aktuellen Edeka-Weihnachtswerbespots, in dem es um einen einsamen
alten Mann geht. Das Gefühl der Verlorenheit prägt unsere Zeit",
meint die ehemalige ZEIT-Redakteurin
Susanne GASCHKE in der Welt am Sonntag,
während Elisabeth NIEJAHR in der heutigen
ZEIT schreibt:
"Wenn in diesem Jahr mehr
Großeltern Post von ihren Enkeln bekommen und mehr Gedichte in
Altenheimen vorgetragen werden, könnte das (...) an Edeka liegen."
Dabei denkt sie lediglich an
Fernsehzuschauer und nicht wie Felix SIMON an Internetplattformen.
Nicht Einsamkeit, sondern kein Egoist sein zu wollen, sei das Motiv,
das dem Werbefilm zur Verbreitung durchs Netz verholfen hat, meint
SIMON.
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PERRAS, Arne (2015): Brautalarm.
In Indien boomen Hochzeitsportale im
Internet. Aber so einfach ist die Sache nicht. Ein Abend mit Familie
Mathur - auf der Suche nach einem Schwiegersohn,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 09.12.
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MENKENS, Sabine (2015): SPD plant den Ausstieg aus dem
Ehegattensplitting.
Neues Familiensteuermodell soll auch
unverheiratete Eltern fördern,
in:
Welt v. 08.12.
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BRIEGLEB, Till (2015): Wege aus der roten Steinzeit.
Hafencity, Hamburgs prominentestes
Stadtviertel an der Elbe, ist zu Ende geplant. Auch wenn nicht alles
am Quartier überzeugt, zeigt das Modell doch, wie Kompromisse zu mehr
Urbanität führen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 08.12.
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MÜLLER, Benedikt (2015): Teures Glück.
In den Großstädten steigen die
Immobilienpreise weiter, weil das Bauland knapp ist. Dennoch werden
dort so viele Wohnungen und Häuser verkauft wie seit 2007 nicht mehr.
Experten sehen eine spekulative Blase wachsen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 08.12.
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Zu den News vom 01. - 06. Dezember 2015
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