| |
|
[
News-Hauptseite
]
[ Homepage ]
|
|
| |
|
Medienrundschau:
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
News vom
04. - 08. April 2016
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Zitat
des Monats:
Der Geburtenrückgang in Deutschland wurde in erster Linie durch
den Rückgang von Frauen mit drei und mehr Kindern verursacht
"Deutschland
ist durch die Kombination aus
hoher Kinderlosigkeit und einem geringen Anteil
Kinderreicher charakterisiert. Der Effekt des Rückgangs
kinderreicher Familien kann jedoch mit 66,6 % den Großteil des
Geburtenrückgangs in der Bundesrepublik Deutschland erklären
(Bujard/Sulak 2015). Zeitlich unterscheiden sich die Effekte:
Während in der Anfangsphase der Rückgang der kinderreichen
Familien fast alleine den Geburtenrückgang ausgelöst hat, war
später, beim Vergleich der Kohorten von 1950 bis 1970, die
Kinderlosigkeit der dominierende Faktor".
(Martin Bujard & Detlev Lück
"Kinderlosigkeit und Kinderreichtum", 2015, S.41)
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
WELT
KOMPAKT-Titelgeschichte:
Generation Sorglos.
Wer Mitte 20 ist, hat eine Menge im Kopf - die Frage nach der
Alterssicherung gehört nicht dazu. Dabei betreffen viele
Rentenentscheidungen, die die Regierung fällt, gerade die Jungen.
Doch für Aufregung sorgt das nicht |
BREYTON, Ricarda & Moritz SEYFFARTH (2016): "So weit plane ich nicht
im Voraus".
Die Bundesregierung steckt
Milliarden in die Altersversorgung - die Zeche zahlt die junge
Generation. Doch von dort kommt kaum Protest. Wenn es um die eigene
Zukunft geht, verschließen die Jugendlichen die Augen,
in:
Welt kompakt v. 08.04.
Ricarda BREYTON & Moritz SEYFFARTH berichten über eine
Auftragsstudie eines Anbieters der betrieblichen und privaten
Altersvorsorge, von daher ist die Stoßrichtung bereits vorgegeben.
Leiter der Auftragsstudie ist der prominente Sozialwissenschaftler
Klaus HURRELMANN.
Warum hat die Welt nicht
die Ergebnisse der aktuellen Studie aus diesem Jahr abgewartet,
die Ende April vorgestellt werden sollen, sondern präsentiert
uns
Ergebnisse aus dem Jahr 2013? Seit 2010 werden alle 3 Jahre
die 17-27Jährigen nach ihrem Vorsorgeverhalten befragt. Die
Finanzdienstleistungsbranche will wissen, inwiefern ihre
Werbekampagnen Wirkung zeigen und wie die jungen Menschen
angesprochen werden müssen, um sie zu mehr Altersvorsorge zu
motivieren.
Aufgrund der derzeitig
schwellenden Debatte um eine Verbesserung der Rentensituation will
die Welt offenbar mit alten Daten schon einmal
grundsätzlich Position gegen Verbesserungen beim System der
gesetzlichen Rente beziehen. Mittels einer nicht-repräsentativen
Umfrage unter Berliner Studenten (eine Jurastudentin z.B. lehnt
private Altersvorsorge mit Verweis auf die sichere
Rentenversicherung ihres angestrebten Berufsstandes ab!) will man
suggerieren, dass die jungen Studenten zu wenig tun und sich in
den letzten 3 Jahren nichts geändert hat - was jedoch nicht
überprüfbar ist, weil die neuen Daten nicht vorliegen.
Da als einziger Experte der
Altersvorsorge-Lobbyist
Bernd RAFFELHÜSCHEN zitiert wird, ist der Artikel mehr als
einseitig. Die Botschaft lautet:
"Statt auf eine Wende hin zu
einer nachhaltigen Rentenpolitik zu hoffen, sollten sich die
jungen Menschen also lieber um ihre private Altersvorsorge
kümmern."
Die Zukunft wird zeigen, ob
dies tatsächlich ein guter Ratschlag ist. Wir warten lieber erst
einmal die Ergebnisse der neuen Studie aus diesem Jahr ab, statt
uns mit Altmaterial abspeisen zu lassen.
|
|
| |
|
MIEGEL, Meinhard
(2016): Ein unfruchtbares Biotop.
Seit Generationen kompensiert
Deutschland die eigene Geburtenarmut mit dem Geburtenreichtum anderer
Völker. Historisch neu und unerprobt ist aber, dass nun Hungrige in
großer Zahl in festgefügte und weithin erstarrte Sozialstaatsgebilde
einzudringen versuchen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.04.
Meinhard MIEGEL meint zwar, dass ADENAUER mit seiner Sicht auf
die Familie falsch lag, dessen Motto "Keine Experimente" folgt er
jedoch ganz gerne. Die FAZ hat ihm eine Seite zur Verfügung
gestellt, auf dem er sein sattsam bekanntes nationalkonservatives
Mantra vorträgt wie seit Jahr und Tag - natürlich mit einem
zeitgeistigen Update versehen.
Seit Anfang des 20. Jahrhunderts kreist die Bevölkerungsdebatte um
die Vergreisung des deutschen Volkes. Der Zusammenbruch des
Wirtschafts- und Sozialsystems wird seitdem immer wieder behauptet.
Es wundert daher höchstens, dass Deutschland trotz alledem die
stärkste Macht in Europa ist. Das scheint jedoch unseren Eliten, die
diese Demografisierung gesellschaftlicher Probleme betreiben, nicht
erklärungsbedürftig.
Angst ist das Treibmittel des
flexiblen Kapitalismus, weshalb MIEGEL gleich noch ein
Horrorszenario liefert: Europa wird von den Afrikanern überrannt
werden (Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Rolle im Übrigen den
Asiaten zugedacht. Titel wie
Die menschliche Springflut zeugen davon). Gegen das
Überranntwerden hilft zwar merkwürdigerweise kein Schießbefehl, aber
eine Leitkultur (Kann man damit höhere Mauern bauen als mit jedem
anderen Stoff?). Das hätten wir gerne genauer gehabt, aber
Nationalkoservativen reicht das Schlagwort zur Selbstbefriedigung
vollkommen aus. Was im Kreise unserer Eliten gerne gehört wird: Die
Masse soll Verzicht üben. Man darf sicher sein, dass bei der Art des
Verzichts die Masse kein Mitspracherecht haben. Das zeigt schon
diese
MIEGEL-Kommission und das, was dort unter Lebensqualität
verstanden wurde.
|
|
| |
|
SEIBT, Gustav (2016): Opportunismus ohne Obergrenze.
Wolfgang Streecks Attacke gegen
Angela Merkel,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 08.04.
Gustav SEIBT, der
vor 4 Jahren eine Niedrigzinspolitik guthieß (das damit
anvisierte Inflationsziel - 4 %! - wurde bislang jedoch weit
verfehlt, obwohl wir bereits bei der Nullzinspolitik angelangt
sind), die vor allem ältere Arbeitnehmer und die private
Altersvorsorge der Jungen trifft, knöpft sich jetzt den prominenten
Soziologen Wolfgang STREECK ("Gekaufte Zeit") vor, weil er
in einer Buchkritik in der London Review of Books die
"Souveränitätsverluste
in National- und Sozialstaaten, durch welche die Arbeitnehmer
gegenüber dem Kapital ins Hintertreffen geraten."
anprangerte und Angela MERKELs
Politik gemäß SEIBT im Lichte dieses Aspekts betrachtet. Mit
Herfried MÜNKLER im Rücken verteidigt SEIBT die Kanzlerin und rückt
STREECK in die rechte Ecke à la Front National, AfD und Pegida).
SEIBT will bei MERKEL eine "geopolitische" Strategie erkennen, die
auch den Türkei-Deal als Mittel zum Zweck heiligt.
Auch wenn man nicht unbedingt mit
STREECKs Ansichten übereinstimmt, ist die Art und Weise wie derzeit
mit Kritikern der gegenwärtigen Elitenpolitik umgegangen wird, mehr
als bedenklich.
|
|
| |
|
FROMME, Herbert (2016): Neuanfang gesucht.
Versicherer: Die niedrigen Zinsen
bringen ans Licht, dass das Geschäftsmodell gescheitert ist,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 08.04.
Herbert
FROMME sieht die Kritik der Lebensversicherer an der
Nullzinspolitik der EZB als unberechtigt, stattdessen fordert er,
dass sie ihr Geschäftsmodell ändern sollen. Den Beginn der Misere
der Lebensversicherer legt FROMME auf die 1990er Jahre:
"Das Risiko schien überschaubar
(...).
Das änderte sich erst in den Neunzigerjahren, als die Versicherer
dazu übergingen, die Lebensversicherung ernsthaft als private
Altersvorsorge zu positionieren. Ebenfalls in den Neunzigern gaben
die Versicherer ihren Kunden immer höhere Zinsgarantien. Wer
zwischen Juli 1994 und Juli 2000 eine Lebensversicherung oder
private Rentenversicherung abschloss, dem garantierte der Anbieter
eine Verzinsung von mindestens vier Prozent für die gesamte
Laufzeit des Vertrages."
War da nicht etwas? Das war doch
jene Zeit, als uns Politik und Medien die sagenhaften Renditen der
privaten Altersvorsorge im Gegensatz zu der sinkenden Rendite der
gesetzlichen Rente schmackhaft machten. Haben die Versicherer diese
Zinszusagen nicht vielleicht nur deshalb gemacht, dass wir uns keine
Sorgen machen sollten und die Rentenreform ohne Murren durchwinken
sollten? Das hatte ja auch hervorragend geklappt. Leider liest man
davon nichts in der SZ.
Bernd W. KLÖCKNER rechnete in
seiner 2003 erschienen Lobpreisung der privaten Altersvorsorge mit
Titel
Die gierige Generation noch mit einer effektiven Verzinsung
von 5 %. Mit 169 Euro Sparbetrag pro Monat, sollte man demnach in 40
Jahren ein Vermögen von 250.000 Euro aufgebaut haben. Davon können
Sparer heutzutage nur noch träumen.
FROMME hat jedoch ebenfalls keine
Lösung anzubieten, da er nur die private Altersvorsorge im Blick
hat. Seine einzige Empfehlung: Arbeitsplatzabbau im Vertrieb der
Versicherer, um die Vertriebskosten der Vorsorgeprodukte zu senken.
"Die Versicherer kennen sich
gut mit Todesfall- und Langlebigkeitsrisiken aus",
preist FROMME die Versicherer als
Partner der Politik an. Eines ist gewiss: Versicherer verrechnen
sich bei der Lebenserwartung ihrer Kunden sicher nicht zu ihren
Ungunsten.
|
|
| |
|
SCHÖNBALL, Ralf (2016): Lage, Lage, Lüge.
Erst attackierten Vermieter den
Mietspiegel, nun ein Münchener Professor, der ihn selbst erstellen
möchte,
in:
Tagesspiegel v. 08.04.
|
|
| |
|
RÖTZER, Florian
(2016): Selber schuld: Arm, kränker und früher Tod.
Sozioökonomische Bedingungen stehen
hinter Unterschieden in der Lebenserwartung von bis zu 10 Jahren, die
Bundesregierung sieht Chancengleichheit lediglich durch Prävention,
in:
Telepolis v. 07.04.
|
|
| |
|
JAEGER, Mona
(2016): Die Geburtenrate bleibt niedrig.
Wie bei anderen familienpolitischen
Maßnahmen ist auch beim Betreuungsgeld die Wirkung gering,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.04.
Mona JAEGER geht es nicht um
Familienpolitik, sondern um Bevölkerungspolitik. In ihrem Beitrag
geht es einzig und allein um die Steigerung der Debatte und nicht
z.B. um Armutsvermeidung.
Anlässlich einer Studie zur
Wirkung des Betreuungsgeldes wendet sich JAEGER gegen
Transferleistungen, die 85 % der familienpolitischen Maßnahmen
ausmachen, während lediglich 15 & als "Realtransfers" direkt für
Bildung und Kitaplätze ausgegeben werden, die jedoch eine größere
Wirkung auf die Geburtenrate hätten.
"Und die Einführung des
Elterngeldes? Kein Gesamteffekt. 2011, vier Jahre nach der
Umstellung von Erziehungsgeld auf Elterngeld, hatte die
Geburtenrate sogar ihren bisherigen Tiefsstand erreicht",
lügt uns JAEGER an. Die
Geburtenrate lag 2011 genauso hoch wie 2010 (1,39). Erst durch den
Zensus 2011 wurde sie im Nachhinein auf 1,36 korrigiert. Auch diese
Geburtenrate liegt weit über diejenige des Jahres 1995 (1,25).
Offenbar hat die wirtschaftliche Entwicklung und ihre Auswirkung auf
die Arbeitsplatzsituation weit größeren Einfluss auf die
Geburtenrate als familienpolitische Maßnahmen.
|
|
| |
|
KNÖRER, Ekkehard (2016): Buch auf der Flucht.
Kino: Christian Ditter inszeniert
mit "How to Be Single" eine amerikanische Komödie von der Stange,
in:
Freitag Nr.14 v. 07.04.
|
|
| |
|
SIMMERL, Georg
(2016): Michel Foucault, ein Neoliberaler?
Theorie: Die Ikone des kritischen
Denkens wird posthum mit Vorwürfen überzogen. Aber zu Unrecht, wie
sich zeigt,
in:
Freitag Nr.14 v. 07.04.
Georg SIMMERL verteidigt Michel
FOUCAULT gegen die US-amerikanische Linke, die seiner Meinung nach
mit dem Sammelband Foucault and Neoliberalism in die
neoliberale Ecke stecken wollen.
Seit geraumer Zeit schwelt zwischen sozialer und kultureller Linke
ein Konflikt um die richtige Politik, der sich nun auch an
FOUCAULT entzündet.
Nicht zu leugnen ist, dass
FOUCAULTs
Konzept der Selbstsorge gut zum Konzept des aktivierenden
Sozialstaats und der neoliberalen Beschwörung der Eigenverantwortung
und des "schlanken Staats" passt. Auf der anderen Seite wurde in
Deutschland mittels des
Gouvernementalitäts-Ansatzes - auch unter Bezugnahme auf
FOUCAULT - diese Art der Ökonomisierung des Sozialen kritisiert.
Ähnlich wie beim Feminismus, dessen
Positionierung als Politik für Karrierefrauen dem
Neoliberalismus in die Hände spielt, lassen sich FOUCAULTs Konzepte
vor den Karren des Neoliberalismus spannen.
|
|
| |
|
BOEING, Niels (2016): Kritische Zone.
Urbanismus: Vor bald 50 Jahren
forderte Henri Lefebvre das "Recht auf Stadt" für alle. Wir können
viel von ihm lernen,
in:
Freitag Nr.14 v. 07.04.
|
|
| |
|
FR-Titelgeschichte:
Goldgrube Studentenbude.
Studierende
sind stärker als andere Mieter von steigenden Kosten betroffen.
München und Frankfurt sind besonders teuer |
DRECHSLER, Julia (2016): Studium ja, Wohnung nein?
Die Mietpreise für studentisches
Wohnen steigen überdurchschnittlich schnell,
in:
Frankfurter Rundschau v. 07.04.
GÖPFERT, Claus-Jürgen (2016): Kammer für 400 Euro.
Die katastrophale Situation in
Frankfurt,
in:
Frankfurter Rundschau v. 07.04.
|
|
| |
|
SCHARRENBROCH, Christine (2016): Studentenwohnungen werden immer
teurer.
In Berlin sind die Mieten am
stärksten gestiegen. Neue Chancen für private Wohnheime,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.04.
Während Christine SCHARRENBROCH
die Wohnungsnot als Gelegenheit für private Investoren beschreibt,
beklagt Benedikt MÜLLER den Mangel an Wohnheimen in öffentlicher
bzw. gemeinnütziger Trägerschaft. Grundlage der Artikel ist ein
Gutachten des IW Köln, dessen Basis lediglich 11 Groß- bzw.
Universitätsstädte sind:
"Die Untersuchung umfasst
insgesamt elf deutsche Groß- und Universitätsstädte. Neben den
Millionenstädten Berlin, Hamburg, Köln und München beinhaltet der
Datensatz zudem Inserate der Städte Bonn, Bochum, Bremen,
Frankfurt, Kiel, Siegen und Stuttgart."
MÜLLER, Benedikt (2016): Teure Bude.
Die Zahl der Studenten steigt
deutlich schneller als sie Zahl der Plätze in Wohnheimen. Junge
Menschen suchen daher WG-Zimmer oder Appartements. Die Folge: Private
Investoren steigen ein, die Mietpreise steigen. Wie stark, zeigen nun
zwei Studien,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 07.04.
|
|
| |
|
RUDZIO, Kolja (2016): Tipps für den Musterschüler.
Was die OECD Deutschland empfiehlt:
Rentenalter rauf, mehr Wettbewerb und Vorsicht beim Mindestlohn,
in:
Die ZEIT Nr.16 v. 07.04.
"Nötig sei es, die Altersgrenze
der Rente dauerhaft an die Entwicklung der Lebenserwartung zu
koppeln. Dann würde das Rentenalter automatisch in dem Tempo
erhöht, in dem die Menschen Lebensjahre hinzugewännen. Deutschland
könne von Italien und Dänemark lernen, wo solche Regelungen schon
in Kraft seien. Ein noch höheres Rentenalter, über 67 hinaus? In
Deutschland erscheint das kaum denkbar. Gerade erst hat die große
Koalition die Rente ab 63 eingeführt. (...). Die OECD warnt
ausdrücklich vor solchen Maßnahmen, die einen vorzeitigen Rückzug
in die Rente begünstigen: Sie würden das Demografie-Problem nur
»verschärfen«",
zitiert Kolja RUDZIO aus dem
OECD-Wirtschaftsbericht Deutschland 2016 lediglich die Empfehlungen
der neoliberalen Organisation, aber nicht die zugrunde gelegten
Berechnungen. Die 54seitige
Zusammenfassung des 130seitigen Berichts weist auf Seite 36 aus,
dass diese Empfehlungen auf einer Bevölkerungsentwicklung basieren,
die längst überholt ist. Zum einen wird eine Geburtenrate von 1,4
bis 2060 angenommen und ein Zuwanderungsüberschuss von 200.000
Personen. Lediglich bei der Lebenserwartung wurde ein Anstieg
einberechnet. Der Altenquotient wurde für eine Rente mit 65 statt
mit 67 berechnet. Und es gibt keinerlei Szenarien hinsichtlich
verschiedener Entwicklungen des Arbeitsmarktes.
Fazit: Die
Bevölkerungsentwicklung wurde schlecht gerechnet, um weitere
Reformen nahe zu legen.
|
|
| |
|
THADDEN, Elisabeth von (2016): Gute Nachricht: Der Kapitalismus ist
am Ende, sagt Paul Mason. Eine neue Ära beginnt!
Die Welt geht doch noch nicht unter.
Ein Gespräch mit dem rebellischen Denker des Postkapitalismus in
London,
in:
Die ZEIT Nr.16 v. 07.04.
Elisabeth von THATTEN führt mit dem britischen Buchautor Paul MASON
("Postkapitalismus") ein Interview über das Ende des Kapitalismus,
das höchstens Methusalems erleben würden, denn wir ständen erst am
Anfang. MASON verkündet das, was Kulturlinke gerne hören:
Grundeinkommen für alle, Muse statt Maloche, Kostenloskultur,
Informationsfreiheit - also richtige Wohlfühlvokabeln. Man könnte
dies als utopischen Gegenentwurf zu den grassierenden Dystopien
sehen. Aber angesichts der Rückkehr der Klassengesellschaft und
eines rechten Autoritarismus dürfte eine solche naive Utopie den
Linken keine Mehrheiten bescheren.
BISKY, Jens (2016): Supercomputersozialismus.
Ist Paul Mason, der den
"Postkapitalismus" ausruft, die neue Hoffnung der Linken? Sein
Auftritt in Berlin ließ daran zweifeln,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 07.04.
Jens BISKY berichtet über eine Veranstaltung, bei der die Ökonomin
Friederike HABERMANN, der IG-Metaller Hans-Jürgen URBANN und Frank
RIEGER vom Chaos-Computer-Club die Utopie von Paul MASON auseinander
nahmen:
"Friederike Habermann
kritisierte die Wachstumsvergötzung und den Kurzschluss zwischen
Technologie und Emanzipation. Hans-Jürgen URBAN vermisste (...)
die Akteure und ein Bewusstsein dafür, dass auch ratlose Eliten
noch mächtig sind und ein autoritärer Stagnationskapitalismus
möglich. Frank Rieger wies darauf hin, dass (...) Digitalisierung
von Tätigkeiten (...) derzeit dazu (führe), dass diese nahezu
notwendig in die »Mindestlohnhaftigkeit« fallen."
RHENSIUS, Philipp (2016): Den Neoliberalismus mit dessen Mitteln
überwinden.
Postkapitalismus: Der englische
Journalist Paul Mason sprach im Berliner Haus der Kulturen über seine
Vision von einer gerechten Gesellschaft,
in:
TAZ v. 07.04.
Philipp RHENSIUS beschreibt lieber das Publikum als die Inhalte der
Kritik an MASON. Hans-Jürgen URBAN wird nicht als IG
Metall-Funktionär vorgestellt, sondern als Soziologe, obwohl er
Politikwissenschaftler ist.
Einzig auf dessen Kritik geht er jedoch abschließend ein:
"Hans-Jürgen Urban (...) kam
die Rolle zu, (...) das Projekt in vorhandene politische
Strukturen zurück(zu)führen (...). Dabei liegt die Stärke des
Postkapitalismus doch darin, dass er nicht autoritär installiert
werden soll, sondern aus der Gesellschaft heraus entsteht, in Form
einer wachsenden Sharingkultur und subventioniert mit einem
Grundeinkommen."
Dass RHENSIUS von
"Spielverderbern" spricht, zeigt im Grunde, dass es sich hier nicht
um ernsthafte Überlegungen handelt, sondern eher um Spielchen. Die
Linke will gar nicht ernst genommen werden, sondern lieber ihren
Träumen nachhängen.
BERKHOLZ, Stefan (2016): Konkurrenz ist doch Quatsch.
Robert Misik sieht ausgerechnet in
Griechenland Ansätze für eine zukunftsträchtige Ökonomie,
in:
Neues Deutschland v. 07.04.
Stefan BERKHOLZ spricht mit dem österreichischen Kulturlinken Robert
MISIK über dessen aktuelles Buch Kaputtalismus. Ähnlich wie Paul
MASON setzt MISIK auf eine Transformation des Kapitalismus. Vorbild
dafür ist ihm Griechenland ("Greekonomy"). Wer in den 1980er Jahren
die Alternativszene in Deutschland gekannt hat, der kann sich
vorstellen, was MISIK vorschwebt. Nur sind die damaligen Experimente
bald gescheitert und der Kapitalismus wandelte sich zum
Neoliberalismus, der nun verzweifelt von den Linken totgesagt wird.
Außer Wortschöpfungen, die vom
kapitalistischen Mainstream umgehende vereinnahmt werden (Die
Wirtschaftswoche hat ihre kapitalismusverteidigende
Titelgeschichte vom 24. März Kaputtalismus genannt!), hat die
Kulturlinke bislang nichts zu Wege gebracht.
|
|
| |
|
BEMMER, Ariane
(2016): Familie für Fortgeschrittene.
Fünf Kinder, zwei leibliche, zwei
adoptierte, eins in Pflege. Wie geht das? Toll - jedenfalls bei den
Jürgens',
in:
Tagesspiegel v. 06.04.
|
|
| |
|
KRAMER, Sarah (2016): Unternehmerinnen haben es leichter.
Eine Umfrage zeigt: Kind und
Karriere Kann man als Chefin gut unter einen Hut bekommen,
in:
Tagesspiegel v. 06.04.
Der Tagesspiegel berichtet
heute genauso wie die Frankfurter Rundschau ("Kinder
passen gut zu Unternehmerinnen") über eine
nicht-repräsentative Umfrage des Verbandes deutscher
Unternehmerinnen, d.h. es geht hier um reine PR eines
Lobbyistenverbandes. Die Lobbyorganisation wendet sich gegen die vom
Familienministerium geplante Familienarbeitszeit.
Während Sarah KRAMER jedoch
lediglich die
Pressemeldung zitiert, zitiert Melanie REINSCH zumindest aus der
Studie, übernimmt aber unreflektiert deren Ergebnisse. Nicht einmal
20 % der vom Verband repräsentierten Unternehmerinnen haben
überhaupt an der Umfrage teilgenommen. Welche Verzerrrungen sich
daraus ergeben haben, bleibt aufgrund der fehlenden
Repräsentativität unklar. Von den antwortenden Unternehmerinnen
haben lediglich 38 % die Vereinbarkeit mit sehr gut beurteilt.
In keinem der Artikel wird etwas
über den Anteil der Unternehmen geschrieben, den der Verband
überhaupt repräsentiert. Der Leser kann also gar nicht ersehen, ob
es sich um einen großen oder kleinen Verband handelt, was für die
Einordnung der Studie durchaus von Bedeutung ist. Auch
Wikipedia geht über die Selbstdarstellung des Verbandes nicht
hinaus.
Diese Dürftigkeit an Information
erscheint in einem besonderen Licht, wenn man weiß, dass es
gemäß Statistischem Bundesamt im Jahr 2013 in Deutschland
3.629.666 Unternehmen mit 27,25 Millionen Beschäftigten gab. Der
Verband repräsentiert also 0,04 % der deutschen Unternehmen. Nimmt
man die Beschäftigten, dann sind es gerade einmal 1,8 %, wenn man
davon ausgeht, dass alle sozialversicherungspflichtig sind. Ist dies
nicht der Fall, dann würde sich diese Zahl noch verringern.
Eine
KFW-Untersuchung vom Juli 2015 geht von rund 700.000 kleinen und
mittleren Unternehmen mit rund 4 Millionen Beschäftigten aus, die
von Frauen geführt werden. Und hier fehlen noch die Großunternehmen.
Auch gemessen an den von Frauen geführten Unternehmen kann der
Verband kaum beanspruchen die Unternehmerinnen zu vertreten.
Fazit: Die Berichterstattung der
beiden Zeitungen ist für einen Durchschnittsleser, der kein
Insiderwissen besitzt, wenig informativ. Aufklärung sieht anders
aus.
|
|
| |
|
KRÜGER, Anja (2016): Angst vor Altersarmut.
Versicherungsbranche: Die Gewinne
sind hoch, die Auszahlungen für die Versicherten dagegen mickrig.
Trotzdem schließen viele Menschen private Rentenversicherungen ab,
weil sei keine Alternative sehen. Linkspolitiker Matthias W. Birkwald
will das ändern,
in:
TAZ v. 06.04.
Anja KRÜGER stellt anlässlich der Geschäftszahlen der
Versicherungswirtschaft die Sicht von Matthias W. BIRKWALD, dem
rentenpolitischen Sprecher der Linkspartei und Kritiker der privaten
Altersvorsorge, sowie des Sozialwissenschaftlers Stefan SELL vor, der
vom "Cappucino"-Modell à la Schweiz schwärmt. Außerdem wird auf die
geplante Kampagne
der Gewerkschaften zur Stabilisierung des Rentenniveaus der
gesetzlichen Rente bzw. die weitreichendere Forderung der IG Metall
nach Rückgängigmachung der Rentenkürzungen von 2002 eingegangen.
Zum Schluss wird der
Gesetzesentwurf des Bundesarbeitsministeriums kritisiert, der durch
die Kopplung der geplanten Lebensleistungsrente an Einzahlungen in die
private Altersvorsorge sozusagen die Versicherungswirtschaft
subventioniert.
|
|
| |
|
CREUTZBURG, Dietrich (2016): Sozialpolitik ohne Mut und Richtung.
Die SPD feiert sich für höhere
Sozialausgaben - ein Fehler, mit dem sie sich und anderen schadet,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.04.
Dietrich CREUTZBURG fordert mehr aktivierenden Sozialstaat
("Steigerung der Aufstiegschancen") und weniger Transferleistungen
("schwächt den Antrieb der Bezieher"). Ausführlich wird die
Rentenpolitik als Fehlanreiz kritisiert. Das Buch
Verteilungskampf von Marcel FRATZSCHER wird zwar hinsichtlich
der These zunehmender Ungleichheit kritisiert. Dessen
Lösungsvorschläge sind CREUTZBURG nichtsdestotrotz willkommen.
|
|
| |
|
KAISER, Tobias (2016): Deutsche müssen produktiver werden und länger
arbeiten.
OECD: Trotz guter Lage sendet die
Wirtschaft Warnsignale. Investitionsmüdigkeit gefährdet Wohlstand. Das
Land darf sich nicht auf den Erfolgen ausruhen. Renteneintrittsalter
muss angehoben werden,
in:
Welt v. 06.04.
KAISER, Tobias (2016): Vom Potenzial der Flüchtlinge.
Die OECD ermahnt die
Bundesregierung, mehr Geld für eine bessere und schnellere Integration
der Migranten auszugeben. Ihr Einfluss auf die deutsche Wirtschaft
könnte positiv sein,
in:
Welt v. 06.04.
|
|
| |
|
KNUF, Thorsten
(2016): Keine Zeit zum Zurücklehnen.
Deutschland geht es insgesamt gut -
die OECD sieht dennoch großen Handlungsbedarf,
in:
Frankfurter Rundschau v. 06.04.
|
|
| |
|
WELT (2016): Überall Kuckuckskinder? Von wegen!
Wissenschaftler räumen mit
Vorurteilen auf. Anteil des untergeschobenen Nachwuchses liegt bei ein
bis zwei Prozent schon seit 500 Jahren,
in:
Welt v. 06.04.
WEISS, Melanie (2016): Entwarnung für Papa.
Seitensprung-Kinder sind seltener
als oft behauptet,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 06.04.
|
|
| |
|
RICHTER, Nicolas (2016): Mein Haus, meine Yacht, mein Briefkasten.
Auch Superreiche sind nur Menschen:
Mehr als das Finanzamt fürchten sie nur die Ehefrau - im
Scheidungsfall,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 06.04.
|
|
| |
|
MATZIG, Gerhard (2016): Die Welt, wie sie uns gefällt.
Ausmalbücher für Erwachsene und die
Buntstiftproduktion boomen. Das Zeichnen soll gegen Stress helfen -
und illustriert unsere Gesellschaft,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 06.04.
|
|
| |
|
STEINFELD, Thomas (2016): Ein Schwein zieht in den Liebeskrieg.
"Der Kulturmann": Ein Phänomen
erobert Schweden,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 06.04.
|
|
| |
|
STEUER, Helmut (2016): Babys für alle.
In Schweden dürfen sich jetzt auch
Singles künstlich befruchten lassen. Die Kosten trägt die Kasse. Die
Nachfrage ist groß - nur die Spender fehlen,
in:
Welt v. 06.04.
Helmut STEUER berichtet ein am 1.
April in Schweden in Kraft getretenes Gesetz, das nicht nur Paaren,
sondern nun auch alleinstehenden Frauen die künstliche Befruchtung
ermöglicht. Bis zu sechs Versuche werden von der Krankenkasse
bezahlt.
|
|
| |
|
Alina Bronsky & Denise Wilk - Die Abschaffung der
Mutter
BÖNT, Ralf (2016): Mutti ist die beste.
Aber Mütter werden heute
kontrolliert, manipuliert und abkassiert - das behaupten Alina
Bronsky und Denise Wilk in einem Essay. Leider schauen sie nicht
über den Rand des eigenen Nudelsuppentopfs hinaus,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 04.04.
|
|
| |
|
Marcel Fratzscher - Verteilungskampf
HÜTHER, Michael (2016): Selektive Wahrnehmung.
Marcel Fratzscher, Präsident des
Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, beklagt eine starke
Ungleichheit in der Republik. Doch ganz so dramatisch ist es nicht -
und schon gar nicht ist Deutschland ein geteiltes Land,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 04.04.
|
|
| |
|
HAGELÜKEN, Alexander (2016): Für die Zukunft nur ein Torso.
Arm im Alter: Fair wäre ein System,
in das alle einzahlen, auch Selbständige und Staatsdiener,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 04.04.
Alexander HAGELÜKEN nutzt ein
Statement des DGB-Chefs Reiner HOFFMANN, um angeblich neue Argumente
in die Rentendebatte einzuführen, aber viel mehr als die
Wiederholung
der Argumente vom 24. März ist nicht dabei herausgekommen.
Bekanntlich ist die mantrahafte Wiederholung der Versuch den Leser
vom Selberdenken abzuhalten. Tausendmal gehört? Muss wohl was dran
sein!
Einzig die Forderung nach einer
Bürgerversicherung, umschrieben als Einbeziehung der Selbständigen
und Staatsdiener, findet sich neu bei HAGELÜKEN, wurde aber gerade
auch erst im aktuellen Cicero-Heft
gefordert.
Witzig ist es, wenn HAGELÜKEN
andere dazu auffordert, sich aus ihren "Meinungsgräben" zu bewegen.
Dann kann wenigstens HAGELÜKEN in seinem Meinungsgraben sitzen
bleiben.
|
|
| |
|
DECKER, Frank (2016): Verspätete Ankunft.
Jahrzehnte lang konnte der
Rechtspopulismus sich in der Bundesrepublik nicht festsetzen. Wird es
ihm nun mit der AfD gelingen?
in:
Süddeutsche Zeitung v. 04.04.
|
|
| |
|
MÜNKLER, Herfried (2016): Die Mitte und die Flüchtlingskrise.
Über Humanität, Geopolitik und
innenpolitische Folgen der Aufnahmeentscheidung,
in:
Aus Politik und Zeitgeschichte
Nr.14-15 v. 04.04.
|
|
| |
|
ASTHEIMER, Sven (2016): Fehler bei der Einwanderung werden teuer.
Wenn die Integration von
Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt misslingt, drohen Deutschland nicht
nur hohe Kosten. Auf dem Spiel stehen laut einer neuen Studie auch 10
Millionen Fachkräfte,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.04.
Die FAZ darf exklusiv über eine Studie der Prognos AG
berichten, ohne dass der Leser die Chance zur Überprüfung der Fakten
hat. Die Fakten, die Sven ASTHEIMER präsentiert sind zudem mehr als
dürftig. Die Annahme beruht auf einem Wanderungssaldo von 500.000
Personen je Jahr (zum Vergleich: das Statistische Bundesamt ging in
seiner letztjährigen Bevölkerungsvorausberechnung von 100.000 bis
200.000 Personen pro Jahr aus).
Bis zum Jahr 2040 sollen bei "unzureichender Integration" rund 10
Millionen Fachkräfte WENIGER zur Verfügung stehen. Hat die
Prognos AG tatsächlich mit einem Wanderungssaldo von 500.000
Personen bis 2040 gerechnet, wie man aus ASTHEIMERs Artikel
herauslesen könnte? Dies käme einer 180 Grad Kehrtwende der
Prognostiker gleich, was eher unwahrscheinlich ist - aber überprüfen
lässt sich das nicht. Und was heißt der schwammige Begriff
"unzureichende Integration"?
Hinzu kommt, dass selbst
ASTHEIMER eingestehen muss, dass unklar ist, ob Fachkräfte im
heutigen Ausmaß überhaupt noch gebraucht werden:
"Konkret lässt sich nicht
vorhersagen, wie viele Tätigkeiten künftig von Robotern und
Algorithmen erledigt werden statt von Menschen und vor allem wie
viele neue Arbeitsplätze entstehen werden. Offen ist auch die
Frage, welche Qualifikationen am stärksten betroffen sein werden.
Im Raum steht die These, dass vor allem relativ teure
Routinetätigkeiten von Facharbeitern ersetzt werden, während sich
die Automatisierung von einfachen Arbeit häufig nicht lohnt und
daher Tätigkeiten für Geringqualifizierte weiterhin gefragt sein
werden."
Als Leser bleibt Ratlosigkeit
angesichts eines Sammelsuriums von nutzlosen Fakten, die zudem mit
lückenhaften Informationen zu den Annahmen der Prognose verbunden
sind. Hinzu kommt, dass die zukünftige Arbeitsmarktentwicklung, die
noch vor nicht allzu langer Zeit in der FAZ als Weg in die
Vollbeschäftigung beschrieben wurde - alles andere als vorgezeichnet
ist.
Was bleibt? Nichts als eine
Schlagzeile und damit der Versuch die Meinungsführerschaft auf dem
Feld der Einwanderungspolitik zu besetzten. Aufklärung war gestern!
|
|
| |
|
MATUSCHEK, Milosz (2016): Generation Fake.
Die Generation Y ist eher eine
ästhetische Kategorie als eine soziologische. Zu ihr gehört, wer
Künstlichkeit zur Lebensform erhebt. Ihr Ziel ist das bessere Ich als
digitales Designobjekt,
in:
Zürcher Neue Zeitung v. 04.04.
Milosz MATUSCHEK, Jahrgang 1980
und Verfasser des 2014 erschienen Buchs Das romantische Manifest,
also jemand, der gewöhnlich als Angehöriger der Generation Y
gesehen wird, beschreibt die Klischees, die dieser Kohorte
zugeschrieben wurden als ob er nicht dazu gehört, sondern eine
andere Kohorte beschreiben würde. Kann man sich aber von einem Image
abgrenzen? Und wozu soll das gut sein?
"Die Generation Y ist vor allem
eine Kreuzung aus Achtundsechzigern und Babyboomern. Das Motto der
Achtundsechziger lautete: Verändere die Welt! Die Hippies sahen
sich noch als echte Umgestalter der Lebenswirklichkeit: Frieden
überall, Liebe für alle und ein Ende des Vietnamkriegs, darunter
machte man es nicht. Die Babyboomer des geburtenstärksten Jahres
des 20. Jahrhunderts, 1964, stehen hingegen für den Menschen als
Massenware. Ihr Motto lautete: Mache etwas aus dir! Unterscheide
dich, falle auf. Zeige, dass du etwas Besonderes bist! Die
Generation Y steht im Bannstrahl der Ansprüche beider
Generationen. Sie oszilliert zwischen den Polen Weltveränderung
und Selbstverwirklichung."
Die Konstruktion einer Abgrenzung
zu bzw. Kombination von Generationen ist wahrlich kein
Alleinstellungsmerkmal einer Generationenbeschreibung oder
x-beliebiger Milieus. David BROOKS' Bobo war z.B. eine
Kombination aus Hippie und Yuppie. Man nehme zwei eingeführte
Klischees und bastele daraus ein Klischee, das entweder die besten
oder die schlechtesten Eigenschaften umfasst, je nachdem ob man sich
lieber abgrenzt oder selber dazugehören möchte. Wozu diese ganze
Generationenrhetorik, wenn sie solch einer simplen Neuanordnung von
Bausteinen folgt?
Wer anderen vorwirft eine bloße
Kopie zu sein, der sollte selber zumindest einen originelleren
Ansatz verfolgen, sonst könnte der Vorwurf schnell zum Bumerang
werden.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 01. -
03.
April 2016
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Bitte beachten Sie:
single-dasein.de ist nicht verantwortlich für die
Inhalte externer Internetseiten
|
|
| |
|
|
|
| |
|
[ Homepage ] |
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|